Von kleinen Schrittchen

Bis heute Morgen ging es mir mies. Ich habe schlecht geschlafen, wie seit einigen Tagen. Die Nacht von gestern auf heute war besonders übel. Ich hatte mir vor dem Einschalfen noch ein paar Videos angesehen, zum Thema Beziehungsprobleme und Pickup. Die Ansichten des Machers dieser Videos haben mir zugesagt. Ich habe mich wieder erkannt. Er wirbt dafür stets authentisch zu sein. Das auszusprechen was man fühlt. Keinen falschen Stolz oder gespielte gute Laune z.B. gegenüber dem Ex-Partner an den Tag zu legen, wenn man sich doch tatsächlich ganz anders fühlt. Man spiele sich sonst bloß selbst etwas vor, so der Coach. Auch wenn das vermutlich viele Menschen machen, aus Angst, dadurch ihre Verletzungen zu zeigen. Man solle nicht extra hart tun und sagen, dass es einem gut gehe, wenn dem nicht so sei. Und was den Ex-Partner betrifft, auch da solle man sich immer frei so verhalten, wonach einem sei. Wenn man den Ex-Partner vermisse, solle man ihm das so auch mitteilen. Frei nach dem Herzen agieren.

Ziel ist, immer auf der positiven Ebene, der Herzensebene, frei zu agieren. Sich selbst die Freiheit heraus zu nehmen das zu sagen und zu tun, wonach einem gerade ist. Wenn man sich schlecht fühlt, soll man das äußern. Wenn man sich gut fühlt, soll man sich äußern. Wenn man möchte. Nichts muss. Es geht nicht ums Hinterherrennen, sondern darum man selbst sein zu können. Immer authentisch zu sein. Egal ob man damit seine Verletzungen offen legt oder Schwächen zeigt. Denn die vermeintliche Schwäche für den einen ist für einen anderen Menschen eine unendlich große Stärke. Nach dem Motto: „Männer dürfen auch mal weinen und Schwäche zeigen, das macht sie menschlich. Und dadurch irgendwie auch menschlich männlich. Nicht nur männlich.“

Wichtig sei laut einem der Videos, das ich mir angesehen habe, sich beim Senden einer Botschaft an einen anderen Menschen vorab bereits frei vom Ergebnis macht. Immer. Das gilt für Ex-Partner wie für alle anderen menschlichen Begegnungen gleichermaßen. Dass man vorher bewusst in sich geht und sich überlegt warum man sich nun äußern möchte, also was das Ziel dahinter ist.

Danach solle ich mich frei verhalten, ganz gleich wonach mir ist. Und das tat ich. Fr. Schlange und ich telefonierten und schrieben uns die letzten Tage hin und wieder, alles rein sachliches Zeug. Möbel abholen. Versicherungskram usw. Es sind noch ein paar Dinge zu klären. Wir kommen – wie ich schon öfter schrieb – sachlich sehr gut miteinander aus. Freundlich. Noch immer habe ich das Gefühl, dass wir uns sachlich aufeinander verlassen können. Obwohl es auf der Liebesebene ein einziger Hochverrat war.

Einfach mal aufs Herz hören

Gestern Nacht vor dem Einschlafen habe ich alle Sachlichkeit einmal beiseite gelegt, auf den Rat des Persönlichkeitscoaches gehört und ihr eine kurze Nachricht geschrieben und danach sofort das Handy auf Flugmodus gestellt, wie immer vor dem Schlafengehen. Ich schrieb ihr nur drei Worte, nämlich dass sie mir fehle.

Mitten in der Nacht wachte ich auf, dachte sofort an sie und zögerte nicht lange, um zu sehen, ob sie mir antwortete. Tatsächlich. Die Antwort lautete, dass das normal sei und Zeit vergehen müsse.

Das wars. Nichts weiter. Ende. Das ist alles?! Selbst Amazon Alexa hätte mehr menschliche Wärme in ihre Antwort eingebaut. Auch wenn sie künstlich sein mag, die liebe Alexa. Mich hat die Antwort von Fr. Schlange wirklich nicht überrascht. Ich hatte mich vorher schon vom Ergebnis frei gemacht. Ich rechnete mit gar nichts. Mir war nur wichtig, mich mitzuteilen. Das tat ich. Ich war authentisch. Ich habe vermeintlich Schwäche gezeigt. Mag sein. Ich sehe es allerdings viel mehr als Stärke. Die Antwort hat weh getan, weniger die Antwort, sondern mehr die Kühle. Das Gegenteil dessen, wie diese Frau über die (fast) gesamte Beziehung hinweg zu mir war.

Sie war warmherzig, extrem warmherzig, immer darauf bedacht, dass es mir (und natürlich den Kindern) gut gehe. Sie sorgte sich um mich wenn ich Schmerzen hatte und legte großen Wert darauf zum Arzt zu gehen usw. Alles wie weggeblasen. Da ist nur noch eine Hülle. Sicherlich ist sie nur mir gegenüber so kühl. Dem Neuen gegenüber sieht das ganz sicher anders aus. Sei es ihr gegönnt. Und ihm auch. Aber ich könnte das nicht. So wenig Zwischenmenschlichkeit zu bewahren für den Menschen, dem ich vor kurzem noch so oft sagte: „Ich liebe Dich!“ Ich erwartete echt nichts. Auch keine Antwort wäre okay gewesen. Das hätte ich noch eher verstanden. Aber bin ich wirklich ein Objekt, das man einfach wegstellt und zu dem man sagt: „Das dauert bis Du mich vergisst, wird schon wieder.“ Wirklich? Ist es das, was ich mir in der ganzen Beziehungszeit mit ihr durch all meine Wärme und Aufopferung „aufgebaut“ habe? Am Ende wie ein Objekt abgestellt und ohne jedes zwischenmenschliche Taktgefühl außer Betrieb gesetzt zu werden?

Danke dafür.

Ich las die Nachricht, klappte sofort wieder meine Smartphonehülle zu, schaltete den Flugzeugmodus ein, legte das Handy weg und schlief weiter. Als ich morgens – leider wieder viel zu früh vor dem eigentlichen Wecker – aufwachte, fühlte ich mich wie gerädert und hatte sie im Kopf. Natürlich. Viel mehr aber ihre Antwort. Die Art der Anwort. Diese unglaubliche Kühle. Keinerlei menschliche Empathie. Natürlich habe ich keinen Anspruch darauf. Gar nicht. Aber ich kümmere mich derzeit auch nach wie vor „fürsorglich“ um die letzten sachlichen Aspekte der Trennung. Rufe bei Versicherungen an und mache und tue. Das ist der Dank dafür. Die harte Art gesagt zu bekommen: „Ideal, dass wir sachlich gut miteinander auskommen. Hilft ja nur. Aber zwischenmenschlich bist Du mir so egal wie ein Sack Reis in China!“

Angst vor einem Psychopathen

Dass wir sachlich miteinander umgehen können, sogar freundlich („schönen Tag“ und so) hilft ihr im Moment sicher sehr. So hat sie den Kopf frei. Sie hatte mir nach dem Ende der Beziehung gesagt, dass sie Angst vor meinen Folgereaktionen habe. Dass ich viellleicht ein „Nein“ nicht akzeptieren würde. Mensch Mädchen. Ich bin doch kein Psychopath. Ich bin – und das habe ich in der ganzen Zeit der Beziehung nie abgelegt – nach wie vor der vielleicht friedlichste Mensch in Deinem gesamten Umfeld. Ich mag unbewusst geworden sein, weil ich meine Mitte verlassen und mich selbst verloren hatte während der Beziehung. Aber ich bin ein großer Pazifist dieser Erde. Friedlichkeit ist meine Grundveranlagung, Freude mein Streben.

Seelengedanken

Nochmal, nur für Dich, auch wenn Du das nicht liest: Ich wünsche Dir alles Glück der Welt. Werde froh und glücklich, egal wie. Egal mit wem. Es gibt einen Grund warum das alles passiert ist. Meine Seele hat Dich angezogen und Deine meine. Ich verstehe den Grund dafür im Moment noch nicht. Ich verstehe den Grund für dieses vollkommen unnötige Leid nicht. Ich verstehe nicht, warum Dir, mir, uns das widerfahren ist.

Aber ich weiß, dass ich in der Vergangenheit vor Dir einen großen Fehler in meinem Leben gemacht habe, den ich bis heute noch sehr bereue. Froh und glücklich bin ich aber darüber, dass ich daraus gelernt habe. Nie wieder einem Menschen absichtlich oder mehr oder weniger unabsichtlich weh zu tun, denn mit Gefühlen anderer Menschen gehe ich nicht (mehr) leichtfertig um.
Jeder hat seine Päckchen im Leben zu tragen. Meines wog schwer. Ich glaube auch, dass diese Begegnung zwischen Dir und mir und der ganze Weg ganz ganz sicher nötig war für uns. Was Du daraus lernst weiß ich nicht. Vielleicht lernst Du etwas daraus. Vielleicht auch nicht. Du hast das nicht zum ersten Mal getan, was Du getan hast. Ich wünsche Dir, dass es Deiner Seele Frieden bringt. Mir jedenfalls gibst Du damit etwas ganz Kostbares mit, nämlich die Bewusstheit zur Selbstreflexion und Selbsterkenntnis.

Ich glaube, dass ich bis zum Beginn unserer Beziehung ein sehr negatives Karmakonto hatte. Ich glaube aber auch, dass ich in der und durch die Beziehung mein Karmakonto ziemlich in den mindestens neutralen Bereich bringen konnte. Ich habe alles gegeben für Dich und die Kinder. Alles. Und eigentlich noch mehr. Insofern ist das gut so, was ich tat. Ich bin rein. Wenn ich eine Farbe wählen dürfte, ich würde jetzt Weiß wählen.

Danke jedenfalls für Deine Antwort gestern Nacht.

Du bist nicht mehr im Ansatz der Mensch, den ich auch nur wiedererkennen kann. Das macht es mir gerade leichter loszulassen. Ich spüre, wie es mir gerade besser geht als in der Nacht und am Morgen. Ich spüre, wie es Zeit ist, loszulassen. Zeit ist, Dich allmählich vergessen zu lernen. Ich werde Erinnerungen an Dich abschließen, mir keine Bilder ansehen, keine Briefchen von früher anschauen, gar nichts davon. Ich packe alles in eine Kiste und gebe sie jemand anderem zum Verstauen. Ich will nichts davon mehr bei mir haben.

Umfeld und Vergangenheit

Und ich nehme für mich mit, dass ich bei der nächsten Frau keine Hemmungen haben darf. Damit würde ich Dir eine Macht zuteil werden lassen, die Dir nicht zusteht. Andere Frauen sind anders als Du. Nicht alle Frauen lieben den Verrat.

Ein sehr bekannter Koch, der dicke Koch im weißen Anzug mit dem vielen Ingwer, sagte einmal in einem persönlichen Gespräch zu mir: „Die Gesellschaft liebt den Verrat, aber sie hasst den Verräter.“

Dazu kann ich nur sagen: Ich mag beides nicht, weder den Verrat noch den Verräter. Ende der Durchsage.

Botschaften an Dich

Ich muss mir also bewusst sein, dass ich keine schlechten Gedanken an mangelndes Vertrauen beim Kennenlernen meiner nächsten Partnerin haben darf. Ich werde der nächsten Frau (noch) besser zuhören, vor allem über die Beziehung hinweg dies beibehalten und dabei versuchen von Anfang an hinhören, wenn es heißt die „äußeren Umstände“ zu ergründen. Ich werde nicht mehr so naiv an eine Sache herangehen, die auf lange Sicht keine Sache bleiben, sondern zu einer richtigen Lebensbeziehung werden soll. Ich werde dafür im Gegenzug von Anfang an ebenfalls offener agieren und auch meine Vergangenheit nicht verheimlichen. Etwas, das ich Dir gegenüber anfangs tat und erst Zug um Zug aufzugeben lernte. Am Ende ist es aber egal, wenn Schluss ist ist Schluss. Dann hätten wir auch einfach unsere Hüllen von Anfang an fallen lassen können und die Denkschranken aufgeben. Was solls, warum denn nicht gleich?

Es hat seinen Grund, warum ich all Deinen „Freundinnen“ und „Bekannten“ nicht traute. Von Anfang an nicht. Ich traute nicht nur ihnen nicht, sondern von Anfang an Dir nicht. Du befindest Dich aus meinem Blickwinkel in seinem Sog negativ karmatischer Menschen. Solange Du aus dem Strudel nicht heraus kommst, wird Dir das, was wir zwei erlebt haben, noch immer weiter und wieder passieren. So wie früher, so wie jetzt, auch in der Zukunft. Ich habe das nicht gewollt und mir auch nicht gewünscht. Bei Dir ist das glaube ich ganz anders. Für Dich ist es das x-te mal und stellt scheinbar Dein Lebenselexier dar. Das meine ich ganz neutral. Es ist eine Bestandsaufnahme. Mehr nicht, auch nicht weniger.

Das ist nicht meine Realität, es ist Deine. Und damit Dein Problem oder aus Deinem Blickwinkel vielleicht auch nicht Dein Problem, sondern Deine Motivation. Was auch immer Dich geritten hat, so zu sein. Tiefer konnten wir zwei leider nie auf der Ebene des Seins aufeinander zugehen, das zu ergründen. Meine Seele wäre dafür da und bereit gewesen, Dir zuzuhören. Wir Menschen sind in jeder Begegnung einander Lehrer. Ich habe von Dir gelernt. Bitterböse gelernt. Die meiste Zeit war wundervoll mit Dir, keine Frage. Vermutlich hätte es nicht lange gedauert, wenige Monate, vielleicht nur noch höchstens ein Jahr, und ich hätte um Deine Hand angehalten. So sicher war ich mir mit Dir, auch für Dich der Richtige zu sein.

Aber ich habe dank Dir gelernt, genau hinzuschauen und hinzuhören. Nicht so naiv mit den oben genannten „äußeren Umständen“ umzugehen. Es hat seinen Grund, warum all Deine Freundinnen nichts bessers zu tun haben als tagein und tagaus ihren Partnern fremd zu gehen und nur „Spaß haben zu wollen“. Und Du immer schön mittendrin. Wie eine Anführerin. Wir können uns nicht verstellen. Wer jeden Tag unter Drogenanbhängigen ist, wird nicht nur selbst einer, sondern ist es wohl längst schon. Und checkt es wohl selbst dann nicht, wenn er mal wieder nach dem Schuss benebelt in der Ecke liegt. Ich dachte, dass ich Dir helfen könnte. Was ich allerdings übersah: Es gibt gar keinen Grund für Dich, dass ich Dir helfen hätte sollen. Du willst das was Du tust mit jeder Faser Deines Körpers. Für Dich bin ich vermutlich nur eine weitere Kerbe. So wie die vielen Tatoos auf Deinem Körper. Von den meisten weiß ich bis heute nicht was sie bedeuten oder warum und woher Du sie hast. Ich hatte auch nie gefragt.

Deine Vergangenheit wollte ich respektieren und unangetastet lassen. Ich wollte Dir gegenüber wertfrei sein. Lieber mit Dir nie Deine Vergangenheit ergründen, sondern eine gemeinsame Gegenwart erschaffen. In Zukunft werde ich beachten, dass wir alle aus der Vergangenheit kommen und diese nicht einfach ablegen können. Die nächste Frau werde ich mir genau ansehen. Und ich freue mich darauf. Denn ich weiß, dass es verdammt gute Menschen da draußen gibt. Auch Frauen ohne Pseudofreundinnen und ohne Ex-Bekanntschaften. Es gibt ganz sicher solche Frauen. In meinem Umfeld und in meiner Familie wimmelt es von ihnen. Egomanie ist das, was solche Pseudofreundinnen auszeichnet. So etwas potenziert sich, wenn sie alle zusammen kommen. Du mittendrinnen. Ich konnte Dir nicht helfen. Ich sollte dir nicht helfen können. Ich brauchte Dir wohl nicht helfen. Ganz im Gegenteil, ich stand Dir offenbar für Deinen aktuellen Lebenswunsch im Weg. Du möchtest was Du tust, also tust Du was Du möchtest. Wir menschen tendieren immer dazu, das zu tun was wir wollen.

Heute ist Freitag. Und ich werde wieder raus gehen. Mal sehen wohin. Mal sehen wie lange oder wie kurz. Hauptsache raus, trotz Müdigkeit. Innerlich fühle ich mich gerade so, dass ich mich durch das Weggehen gar nicht ablenken möchte von Dir. Im Gegenteil, ich merke, wie ich in kleinen Schrittchen voran komme und merke, dass es beginnt, dass Du nicht mehr ein Teil von mir bist. Das ist es doch, was Du Dir auch wünschst. Das steckt auch in Deiner Antwort von letzter Nacht. Du bist mir fremd geworden. Schade, dass es so ist. Aber Du bist ein freier Mensch. Zumindest glaubst Du jetzt frei zu sein. Also flieg. Sei frei. Lass es Dir gut gehen.

Ich werde noch eine Weile knabbern, aber ich bin motiviert. Ich werde meine Sachen gut machen. Deine Nachricht heute Nacht war ein echtes Wachrütteln für mich. Du hast mich einmal durchgeschüttelt und fest auf den Boden gerammt.

Nun bin ich dran, selbst wenn es nur kleine Schrittchen sind. Blick geradeaus. Schultern nach hinten. Brust raus. Kinn hoch. Und dann ähnlich wie Frank Sintra, nicht „I did“ sondern „I will do it my way“.

2019-04-05

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Was bisher geschah… Fr. Tinder und ich – Teil 3 von 3

Kommen wir zum Abschluss dieser aktuellen Miniserie… Nach Teil 1 folgte bereits Teil 2 (Was bisher geschah… Fr. Tinder und ich – Teil 2 von 3).

Zu aller erst muss ich sagen, dass mich Eure vielen Kommentare sehr gefreut haben. Der letzte Artikel über Fr. Tinder war der meist diskutierte seit Bestehen meines Blogs. Was ich dabei so klasse finde, sind Eure teils unterschiedlichen und teils gleichartigen Ansichten, aber eines haben alle Kommentare gemeinsam: Sie sind authentisch, gut gemeint, offen, auch schonungslos. Andere Meinungen tun mir gut, sie erweitern die eigene (beschränkte) Sicht. Sie regten und regen mich zum Nachdenken an. Danke Euch!

Bevor es ins Wasser fällt oder ich ins Wasser falle?

Wie Ihr mir in den vielen Kommentaren geschrieben habt, sollte ich dringend darauf achten selbst nicht zu kurz zu kommen und notfalls einen Ganz zurück zu fahren, bevor „das Ganze“ ins Wasser fällt. Oder um es sogar zu präzisieren: Bevor ICH ins Wasser falle.
Mehr als je zuvor bin ich bei jedem Date und bei jeder Geschichte bereit alles loszulassen und meine sieben Sachen zu packen, um wieder weiter zu ziehen.
Freiheit und Unabhängigkeit. Das ist natürlich ein Produkt des inzwischen gewohnten Alleinseins. Man bekommt im Leben nichts geschenkt, Freiheit und Unabhängigkeit bedingen (in der Phase?) eben auch einen geringeren Bindungswunsch oder gar eine verminderte Bindungsfähigkeit.

Denn ich habe den Eindruck aus Euren Kommentaren herausgelesen zu haben, dass es nicht im Fokus steht ob es nun mit Fr. Tinder was wird oder nicht. Sondern dass der Fokus darauf liegen sollte, ob es mir gut geht. Egal ob mit oder ohne Fr. Tinder. So sehe ich das jedenfalls. Deshalb finde ich andere Meinungen so toll, sie beleuchten Sichtweisen, die ein einzelner Mensch nie haben könnte. Eines kann ich versprechen, vor allem mir selbst: Es wird auch weiterhin bei Fr. Tinder – wieder mehr als zuletzt – um mich gehen.

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Genau das und noch mehr habe ich instinktiv in letzter Zeit bereits getan. Mein eigenes Gespür hat mich also nicht verlassen, im Gegenteil. Nur mal kurz den Staub von der Kompassnadel abpusten, mein Instinkt scheint noch ganz gut zu funktionieren.

Fr. Tinder befindet sich aktuell noch – und schon länger geplant – im Urlaub. Das hieß für mich zuletzt wieder durchgehend allein sein. Das, was ich doch so gewöhnt bin und womit ich so gut klar komme. Die „Pause“ kam eigentlich wie gerufen, muss ich sagen. Das ist dieser von Euch vorgeschlagene Schritt zurück. Ob ich oder sie wollten oder nicht, weg ist weg. 🙂

In dem Fall ist die Verbindung zwischen ihr und mir lediglich eine Illusion

Und ich verspüre für mich wieder – frei nach Eckhart Tolle -, dass die Abwesenheit mich eines lehrt: Ein Mensch, der JETZT nicht neben Dir ist, ist eine Illusion. Derjenige dort, Du hier. Was ist daran real, außer die Abwesenheit und die Distanz? Die „Verbindung“ zwischen ihr und mir ist nichts als ein Gedankenkonstrukt und damit eine Illusion. Berechtigt kannst Du nun einwerfen und (gegen-)fragen:
„Und was soll der Unterschied sein zu der Situation wenn sie neben Dir wäre und Ihr Euch in den Armen liegen würdet?“ Und ohne zu groß ausholen zu wollen, aber: „Die Verbindung“ zwischen diesen zwei Menschen ist selbst dann natürlich ein Gedankenkonstrukt. Der einzige feine (und sehr wichtige!) Unterschied ist, dass die Person in dem Moment real bei Dir ist. Rein auf der körperlichen Ebene ist der Mensch real und keine Illusion. Ich weiß, dass das auf den ersten Blick verwirrend zu klingen scheint. Ist es aber weit weniger, wenn man sich damit befasst. Es ist das Realste, das tatsächlich existiert.

Ich mache ein (Gegen-)Extrembeispiel: Ein guter Bekannter befindet sich auf einem längeren Geschäftsaufenthalt. Vor der Abreise trefft Ihr Euch auf ein Getränk in einer Bar. Für vier Wochen später ist seine Rückreise geplant. Und dazwischen passiert etwas Tragisches, der Bekannte erleidet einen Herzinfarkt und verstirbt tausende Kilometer entfernt in einem Krankenhaus im entlegensten Winkel dieser Erde.
Nach Ablauf der vier Wochen meldet er sich vereinbarungsgemäß natürlich nicht. Du wirst skeptisch und rufst ein paar Tage später bei ihm und ein paar weitere Tage später bei seinen Eltern an und erfährst die traurige Nachricht: Er ist tot.

Hat diese Person nun seit dem Tod real existiert? Eine rhetorische Frage, ich weiß. Die Frage ist auch nicht interessant. Interessant ist eine andere Frage: Hattest Du seit seinem Tod eine Verbindung (welcher Art auch immer) zu dieser Person oder war die vermeintliche Verbindung lediglich eine Illusion, ein Gedankenkonstrukt?

Es ist eine Illusion zu glauben, dass eine Verbindung zwischen zwei Menschen auf Distanz existiert. Es ist lediglich ein Kontstrukt aus mehr oder weniger deutlich ausgesprochenen Absichtserklärungen. Du hast keine Ahnung darüber, was der andere Mensch (die ganze liebe lange Zeit) tut. Und der andere Mensch hat keine Ahnung davon was Du tust. Man mag vielleicht abschnittsweise telefonieren. Man mag sich nette Bilder schicken. Man mag dies und man mag das. Unter dem Strich steht aber geschrieben: Sie ist unterwegs mit ihren Leuten. Vielleicht auch nicht. Und ich bin auch unterwegs, vielleicht mit meinen Leuten. Vielleicht auch nicht. Was dazwischen passiert steht in den Sternen. Als ich in den letzten Tagen abends zu Bett gegangen bin, dann hab ich mir immer gedacht: Was unterscheidet diese Situation von all der Zeit davor? Ich mache es einfach: Nichts. Mit einem Unterschied: Davor gab es keine Illusionen.

Deshalb ist es so wichtig für mich in mich hinein zu horchen und zu spüren. Und da spüre ich im Moment Unbehagen. Unerklärbar für mich selbst, es ist nur (?) ein Gespür. Aber für einen zu einem mehr und mehr werdenden Herzmenschen, so sehe ich mich, ist „nur ein Gespür“ ein verdammt gutes Zeichen.

Was macht derweil eigentlich das Studium?

Und ja, in der Zeit ihrer Abwesenheit habe ich einiges erledigt. Unter anderem meine Präsentation mit meinem Kommilitonen für mein Studium fertig gestellt und gehalten. Note im mittleren eins Komma Bereich. Passt.

Die Kommentare der anderen Studenten nach meinem Vortrag war überwältigend positiv, so habe ich das auch noch nie erlebt, eine so tolle Kultur miteinander: „Man merkt, dass das total Dein Element ist. Du sprichst so frei, richtig gut. Kein „äh“ oder sonst was. Es war mit Abstand der beste Vortrag von allen bisher.“
Danke. 🙂

Dazu kann ich nur sagen: Wenn Du eine fremde Frau auf der Straße ansprechen kannst, im Cafe, in einer Bar, in einem Club, und immer schauen mehr oder weniger viele Menschen zu (meistens mehr!) und bekommen Deine Körbe mit… bekommen mit wie Du sprichwörtlich Dreck frisst…. dann, ja dann… ist da dieses kleine Ding, das sich „Ego“ nennt, kaum mehr da. Wovor also Angst haben? Vor einer Gruppe interessierter Mit-Studenten einen Vortrag zu halten ist doch dann eine nette Abwechslung. Mal kein Korb, mal kein Dreck fressen. Applaus bekommst Du sowieso am Ende, auch wenn der Vortrag noch so schlecht sein mag. Also gibts doch nur etwas zu gewinnen. Und wenn man ein paar hundert mal in kurzer Zeit diese ekeligen Körbe bekommen hat, dann ist ein kleiner Vortrag vor echt netten und wohlgesonnenen Menschen doch etwas richtig schönes. Wenn Du eine Frau draußen spontan über Minuten oder teilweise sogar Stunden unterhalten kannst, dann ist ein trainierter Vortrag vor einer großen Gruppe – die nicht mal fiese Shit-Tests wie aus der Stalinorgel abfeuert – echt Urlaub.

Pickup ist viel mehr als nur „wie schleppe ich eine Frau ab“ und deshalb werde ich meinem Sohn eines Tages im entsprechenden Alter nichts anderes zeigen und beibringen als genau das. Erstmal sich selbst zu finden und zu sich zu stehen, danach kann der Junge den ganzen Krimskrams aus den vielen unnützen Schulbüchern lernen.
Und was ist, wenn es eine Tochter wird? Haha. 😉

Außerdem habe ich noch meine Note für eine vor einigen Wochen abgelegte schriftliche Prüfung erhalten, Note im niedrigen eins Komma Bereich. Passt auch.
Studium ist also soweit gut angelaufen, auch faktisch.

Ein Gefühl von (wieder) mehr Freiheit

Während der Abwesenheit von Fr. Tinder telefonierten wir zwar täglich, aber meist nur kurz. Ansonsten war sie gut beschäftigt und viel unterwegs mit ihren Freundinnen oder Freunden, was weiß ich. Worüber ich nicht traurig war, im Gegenteil. Die Stille habe ich zu Hause sehr genossen. „Endlich“ wieder machen können was ich will.

So wie ich auch den Samstag Abend genossen habe. Draußen mit einem Kumpel. Es wurde spät.

Es sind so kleine Dinge, die plötzlich wieder real werden und in den Vordergrund rücken: Den Teller vom Abendessen auf dem Couchtisch liegen lassen?! JA! Wenn mir danach war, JA! Wenn nicht, nicht. Dann hab ich ihn aufgeräumt.
Und das leere schwere Glas vom Schluck Rum am Abend zuvor – ein Cubaney Ron Exquisito – blieb über Nacht auch einfach mal stehen. Nur um es dann in der Früh aufzuräumen. Warum nicht.
Natürlich kann ich mir selbst die Frage stellen: „Ja, warum lasse ich es nicht auch einfach so stehen, wenn eine Frau da ist?“
Es ist einfach anders, ich fühle mich da nicht so frei. Jedenfalls nicht bei ihr, vielleicht bei einer anderen Frau. Ich weiß es nicht. Dementsprechend räume ich mein Zeug einfach weg. Innere Freiheit sieht anders aus, ich weiß.
Auch wenn ich außerdem weiß, dass diese Art Freiheit erst mit der Zeit kommen kann und vermutlich auch würde. Dennoch fühlt es sich unfrei hat. Eigentümlich unfrei.

Da fällt mir gerade noch so ein Beispiel ein, eines das allerdings tatsächlich nichts mit meinem Denken zu tun, sondern eines, das Fr. Tinder getriggert hat: Letztens wollte ich am Abend mit Herr van Onnetuschn Fifa 17 spielen, online, er von zu Hause aus und ich von zu Hause aus. Zwei gegen zwei, machen wir seit Jahren.
Also rief er mich an und fragte: „Na, hast Du Lust?“
Woraufhin ich antwortete: „Na sicher, ich kläre das hier mal schnell ab und melde mich nochmal bei Dir.“

Und was war? Natürlich begann eine kleine Diskussion darüber ob „es denn sein müsse“, dass ich spiele wenn sie da sei. Nun, wenn wir uns nur einen Abend sehen, dann würde ich nicht auf die Idee kommen zu spielen. Sehen wir uns hingegen tagelang ununterbrochen, dann ist das auch so ein Beispiel für „unfrei“ zu sein. Sie bestand mehr oder weniger darauf, dass ich sehr wohl spielen könne, allerdings wenn sie nicht da sei. Rumps.

Gut, dann wird heute eben nicht Fifa gespielt. Einmal ist kein mal, sagt man. Zwei mal ist einmal zu viel! Ein zweites Mal wird es nicht geben. Will ich spielen, dann werde ich spielen.

Nun, so tat der Schritt zurück gut. Sie nicht da. Ich alleine. Mehr oder weniger alleine. So alleine fühle ich mich gar nicht. Kommen eben die Treffen mit Freunden bzw. Ausflüge in die Stadt wieder mehr zum Tragen. Das tat verdammt gut.

Wiedersehen

Wir freuen uns beide dennoch aufs Wiedersehen, keine Frage. Und klar ist auch, dass dann einige Dinge anders laufen werden. Mit oder ohne ihrem Einverständnis. Was eine Anfangsphase betrifft, bin ich sicherlich sehr tolerant und oft bereit mich etwas zurück zu nehmen. Richtig ist das dennoch nicht. Richtig wäre, wenn es einfach passt wie es ist. Aber gut… ich gebe nicht meine Freiheit auf, um in ein Korsett gepresst zu werden. Ihr zugute halten werde ich jedoch, dass sie das gar nicht vor hat. Nicht bewusst, aber das entschuldigt auch nicht, dass sie es eben doch tut. Ohne es zu merken, wie ich nochmal betone. Aber eine Frau handelt oft subtil und unterbewusst in solcherlei Angelegenheiten. Frauen sind Strategen. Männer nicht. Männer sind trieb- und instinktgesteuert. Nur gut, dass ich aber zusätzlich auch Stratege bin. Nichts liebe ich mehr als das Vorausdenken. 😉

So viel „Neues“ zwischen Fr. Tinder und mir hat sich also in der letzten Zeit gar nicht entwickeln können. Außer einigen Telefonaten und sonst nur Distanz und ein paar Illusionen. Dementsprechend kann ich hier in Teil 3 auch nicht mit den großen Fakten auffahren. Es geht in Teil 3 also erneut wieder mehr um mich, als um Fr. Tinder. Und vielleicht ist das gerade das Notwendige?

Was ich sicher sagen kann: Wenn man sich einander nicht sieht, ist das dementsprechend auch nicht meine Realität. Das hat mich die Zeit wieder klar werden lassen. Ob jemand 14 Tage auf Barbados, auf dem Bahamas oder in Saint-Tropez verbringt und sich die Sonne auf den Bauch bzw. aus dem Hintern scheinen lässt oder ob jemand gar nicht so weit weg seine Zeit mit was-auch-immer zubringt, spielt letztlich keine Rolle. Die Person ist nicht neben mir. Nicht meine Realität. Nicht mein Problem.
Es ist einfach surreal nur zu telefonieren und den Menschen nicht bei sich zu haben. Wenn ich mir überlege wie viele Frauen ich in der Zwischenzeit hätte ansprechen können… und es nicht getan habe. Das lasse ich einfach mal so stehen. Ohne Kommentar.

Wieviele Dates waren in all der Zeit schon mit irgendwem ausgemacht und wurden dann mehr oder weniger kurzfristig abgesagt? Nicht meine Realität. Nicht mein Problem.

Was ich aber auch sicher sagen kann, und das beziehe ich gar nicht auf Fr. Tinder und ihren aktuellen Urlaub, ist:
Ist es die richtige Person, dann ist sie bei Dir. Und umgekehrt. Und dahinter gehört ein Ausrufezeichen!

Und so werden wir uns diese Woche wieder sehen. Heute. Wenn es keine Illusion sein sollte.
Ausgeruht. Mit Abstand. Ich sehe es – spätestens nach der „Pause“ – ganz entspannt. Vielleicht zu entspannt. Vielleicht auch nur wegen der Pause entspannt. Ein bisschen ist es für mich auch mehr als nur entspannt. Warum? Wer weiß. Nur so ein Gespür.

Date-Vorschau im Stile eines Fußballspiels

Eine Date-Vorschau. Premiere! Wusch! Sind wir hier im Kino oder was?

Eigentlich nicht, aber spannender könnte es für mich im Moment in der Tat nicht sein.
Alle Zeitungen berichten seit Tagen über das große anstehende Match. Die zwei punkt- und torgleichen Ersten gegeneinander.
Vorgestern habe ich im Wochenausblick darüber geschrieben, dass für heute ein Date ansteht (Wochenausblick auf KW 04/2017). Nicht mit irgend einer Frau, nein. Mit DER Frau. Das erinnert mich spontan an die VW Werbung. DAS AUTO.

Zurück zum Fußball.
Sonntag Abend telefonierten wir doch über eine Stunde und machten ein Date für heute aus.“ Ja ja“, dachte ich mir nur. Mal abwarten. Irgend eine Katze vom Nachbarn wird schon wieder krank werden. Oder der Specht hat sich kurzfristig einschieden ein Loch in den Holzrahmen ihres Fensters zu picken und das müssen die Handwerker dringend spachteln. Irgend so ein Rotz kommt doch meistens, besonders bei den Frauen, die mich auch am meisten interessieren. Merkwürdigkeiten gibt es. Ist das nur so ein Gefühl, dass das miteinander zusammen hängt oder bilde ich mir das nur ein?! Wer weiß.
In der Bundesliga ist das auch so. Du spielst 90 Minuten nur auf ein Tor, fühlst Dich immer sicherer, drückst und drückst. Versiebst eine Großchance nach der anderen. Und in der Nachspielzeit bekommst Du das Ding dann eingeschenkt und fährst mit einem 0:1 völlig desillusioniert nach Hause.
Gut, Fußball ist gerecht. Denn solche Spiele gibt es nur selten. Pickup ist anders. Da stehen solche Ergebnisse an der Tagesordnung. Da kommen die Dateabsagen in der Nachspielzeit wie am Fließband. Aber hey, wenigstens lernt man dabei professionell zu verlieren. Und das ist auch was wert! 😉

Gestern morgen hab ich ihr also eine aufrichtig-schnulzige Nachricht geschickt. Mit einem Vorschlag für einen Ort in ihrer Nähe, dort wo sie wohnt, und eine Zeit. Ein paar liebe Worte dazu. Eine Schleife drum und per Brieftaube abgeschickt.

Einige Minuten später flattert sie ein. Die Brieftaube. Nicht die Frau. So schnell gehts nicht. Leider, welch ein Katzenjammer. 🙂
(Anmerkung: Das Wort fiel mir gerade ein, echt cool. Hab ich lange nicht mehr gehört.)
Gut, und zu meinen doch ganz charmanten Worten kam nur ein kurzes „lass uns nach der Arbeit telefonieren?“ zurück. Ich dachte mir bei so viel Euphorie nur: „Ja ja, da kommt sie noch, die Absage.“
Andererseits hatte ich kurz gegrübelt, dass es komisch wäre wenn sie mir per Telefon absagen würde. Das macht Frau nicht. Frau sagt entweder per billiger Whatsapp ab. Oder gar nicht. Im Zweifel lieber gar nicht. Und meldet sich einfach nicht mehr. Aber per Telefon?! Diese Frau ist und bleibt mir ein Rätsel.

Also schreib ich zurück: „Wann hast Du denn aus?“
Worauf nur eine Uhrzeit zurück kam. Ohne weitere Ausführungen. Keine Smileys. Kein Schnick-Schnack. Puristisch gerade aus, die Frau. Holla die Waldfee. Die Frau liefert mehr Statements als Fragen.
Poker würde ich gerne mal gegen sie spielen. Das wäre was. Ihre Psyche gegen meine. Puh! Im Tanzen verliere ich, das weiß ich ja. Aber kein Mensch sagt ja, dass wir immer nur auf ihrem Terrain spielen müssen.

Wie wäre das wohl im Fußball?

Ich bin überzeugt davon, dass sie eine tolle Stürmerin abgegeben würde. Ich hab in meinem Blog ja ein paar wenige Male anklingeln lassen, dass ich dem Fußball sehr zugeneigt bin. Allerdings als Trainer. Weniger als Spieler. Spielen kann jeder, sage ich immer. Spieler trainieren können nur wenige. Und selbst von denen, die das tun, behaupte ich, dass es kaum einer wirklich kann. Egal. Ich trainiere Spieler lieber. Macht mir mehr Spaß.
Aber sie… sie wäre definitiv Stürmerin bei mir geworden. Charakterlich würde ich sie als eine vollendet veredelte Kreuzung zwischen Miroslav Klose und Luca Toni beschreiben. Die Geradlinigkeit und Schnörkellosigkeit eines Miroslav Klose, gepaart mit der lebendig fröhlichen Art eines Luca Toni. Ein idealer menschlicher Mix. Einnetzen würde sie in jedem Fall am Fließband. Ich glaube sie wäre eine Tor-Maschine!
Sie wäre definitiv eine tolle Stürmerin. Nicht nur ob der vielen Tore und der demzufolge gepachteten jährlichen Torjägerkanone auf Lebzeit, sie wüsste auch immer wo sie zu stehen hätte. Wie im echten Leben. Instinktfußballer, nennt man das. Außerdem so charakterstark, dass sie selbst bei (Fehl)Entscheidungen des Schiedsrichters nicht meckern, sondern es dem Herrn in schwarz mit weiteren Toren quittieren würde. Immer im Training sein. Stets mehr geben als die anderen, ohne es selbst so zu empfinden.

Okay, ich sollte zu so später Stunde keine Texte mehr schreiben. Da kommt echt viel Phatasie raus. Oder rein.
Oder so ein halbes Psychogramm. Sigmund Freud und ich, wir hätten gerade unseren Spaß. So ist das, wenn man am Tag vor dem Erscheinen des Artikels mitten in der Nacht zum Schreiberling wird.

Früher hätte ich mir bis zu ihrem Anruf wahnsinnige Gedanken gemacht. Ohje. Und wann ruft sie an. Und was ist wenn nicht. Und was ist wenn sie dies sagt. Oder dann wieder jenes. Ohje, Ohje.
Wie gut, dass das mittlerweile alles anders ist. Ich machte mir nur kurz Gedanken, da ich die zwei kurzen Text-Antworten von ihr nicht interpretieren konnte. Dafür wären sie zwar kurz genug gewesen, so nach dem Motto: „Ich werde Dir dann später eine ausführliche Rechtfertigung mitteilen, warum das Date nicht klappen wird.“
Andererseits passt das nicht zu ihrer Ankündigung mich anzurufen.
Und ganz außerdem ist sie nicht der Typ für Rechtfertigungen. Sie würde es wie Miroslav Klose machen. Schnörkellos. Wenn sie nicht will, dann haut sie Dir das Ding um die Ohren und rennt ganz profihaft zum Anstoßpunkt zurück. Ohne nach Deiner Meinung zu fragen. So schätze ich das ein.
Dieser Absatz hier wirkt sicher nicht so wie ich es formuliere, man könnte sicher den Eindruck gewinnen, dass ich mir sehr wohl riesige Gedanken bis zum Telefonat gemacht hätte.
Habe ich nicht. Selbst bei dieser Frau, die mich wirklich interessiert, nicht. Kurze Gedanken ja. Danach aber sofort weg damit. Wieder ankommen im Moment. Kein Blick auf später. Die Mühe ist es meist nicht wert. Zu oft kommt es anders als man denkt.

Und dann klingelte mein Telefon auch schon. Ich saß noch am PC im Büro. Und ich war gedanklich auf Absagemodus eingestellt. Konditionierung nennt man das. Wenn man das immer und immer wieder so erlebt. Irgendwann reagiert man, basierend auf dem reichhaltigen Erfahrungsschatz, und geht bei jedem weiteren Male davon aus, dass es so sein wird wie die letzten Male auch. Pawlow und sein Hund lassen grüßen. Nicht verwechseln mit Maslow und seiner Pyramide. Das war ein anderer. Egal.

Und da kommt ein lang gezooooogenes „naaaaaa, wie gehts Dir?“ durch die Leitung.
Ich dachte mir nur: „So fängt kein Telefonat mit einer Date-Absage an! Irgendwas ist hier faul!“
Und das war es auch. Sie war ab der ersten Sekunde mega nett, humorvoll. Machte sich Gedanken wo wir zum Date hingehen könnten. Was denn passend für uns wäre. Und sie kenne sich da in der Gegend nicht so gut aus. Ich war mal wieder fasziniert. Diese Frau zeigt so viele Facetten von sich, ein Fächer ist nichts dagegen. Ihr wisst schon, diese Fächer, zum Wedeln, wenn es heiß ist.

Irgendwann hat sie mir dann einen Elfmeter beschert, also wirklich mustergültig. Den Ball auf den Punkt gelegt, ist ein paar Schritte zur Seite gegangen und hat ja fast danach gebettelt, dass ich den versenke. Besser geht es nicht. Ich nehme also Anlauf…
„Ich war da auch noch nie. Ja ich hoffe, dass das Lokal, das ich mir überlegt habe, toll ist.“, hörte ich für einen Moment eine klitzekleine Unsicherheit ihrerseits heraus. „Aber danke Dir für Deine Vorlage. Den Elfer hau ich Dir rein, kannst Dir nur noch aussuchen ob links oder rechts oben in den Winkel.“, freue ich mich schon innerlich händereibend.
„Weißt Du, das kannst Du ganz entspannt sehen mit dem Ort. Egal wo wir dann sein werden oder zusammen hingehen. Das Tollste für mich bist morgen definitiv Du!“, entgegnete ich wirklich aufrichtig.
Sie kicherte kurz verlegen und freute sich hörbar mit „das geht jetzt aber runter wie Öl!“.

Wir redeten noch ein wenig über den Arbeitstag und ein wenig über uns. Und über privates. Und kurz vor Ende des Telefonats sagte sie zu mir: „Du hast eine echt schöne Telefon-Stimme!“
Das habe ich lange nicht mehr in meinem Leben gehört. Was aber sicher daran liegt, dass die meisten Frauen inzwischen kaum mehr telefonieren möchten. Ihr Satz hat mich wirklich gefreut. Aus einem ganz bestimmten Grund.
Vor einigen Wochen begann ich mich autodidaktisch mit einem Stimmen-Training zu befassen. Das ist ein viel zu unterschätztes Thema. Die eigene Stimme. Die eigene Art zu sprechen. Sobald ich mit einer Frau spreche, spreche ich anders als normalerweise. Ich spreche Freunden oder der Familie gegenüber meist schnell und viel. Und wenn ich dann sehr oft (sehr sehr oft!) gesagt bekomme „Red nicht so viel. Ich komme nicht mehr mit!“, dann antworte ich in aller Regel nur mit: „Ich rede nicht zu schnell. Du denkst nur zu langsam.“
Ich weiß, nicht ganz charmant. Aber hey, es ist meine Familie. Und es sind meine Freunde. Die müssen das abkönnen. Sagte so ähnlich auch schon Jürgen Prochnow als Kaleun in „Das Boot“, „Das muss das Boot abkönnen!“.
Gut, dass Menschen keine Boote sind. Menschen sind lernfähig. Boote nicht.

Zurück zum Thema.
Es ist immer eine Frage der Betrachtungsweise. Aber ich arbeite an mir und versuche längst auch insgesamt weniger und langsamer zu sprechen. Aber in völlig vertrauter Umgebung nicht so bewusst wie mit einer Frau. Mit einer Frau spreche ich mit dem gesamten Resonanzkörper, nicht nur mit dem Kopf. Ein großer Unterschied. Das ist vielleicht mal einen eigenen Artikel wert.

Es hat mich deshalb so sehr gefreut dieses Kompliment von der Frau zu hören, weil es immer wieder etwas im Leben bringt, wenn man an sich arbeitet. Zumindest wird es erstmal wahr genommen. Und das ist doch schon mal was. Dass dann dabei gleich ein Kompliment heraus springt, ist doch toll. Es ist aber auch wirklich harte Arbeit, dieses Persönlichkeitsentwicklungsprogramm der letzten Monate. Pickup ist da wirklich wirklich nur ein kleiner Baustein des Ganzen. Es steckt viel mehr dahinter.

Aufgewärmt bin ich jetzt definitiv für heute. Leicht angeschwitzt, nennt man das im Sport. Die Frage wird nur noch sein, ob das Date heute stattfindet. Sehen wir mal. Und die nächste Frage wird sein, wie die 90 Minuten ausgehen. Otto Rehhagel hat mal gesagt: „Die Wahrheit liegt auf dem Platz.“
Na dann. Ab auf’n Platz und drei Punkte holen!

2017-01-25

Wochenausblick auf KW 04/2017

Neue Woche, neues Glück.

Was steht an?
2 x Physiotherapie. Außerdem hoffentlich viel Schlaf, den benötige ich dringend.
Diese Woche wird im Zeichen der Selbstfokussierung stehen.

Und für Mittwoch ist ein Date geplant. Unglaublich, ich kann es kaum fassen. Wenn das doch tatsächlich zustande kommt. Mit dieser einen Frau, die ich letztens im Club kennen gelernt habe. Darüber hatte ich bereits einen Artikel geschrieben. Nein halt, es waren sogar zwei Artikel, die sich nur um sie gedreht haben. Und um darüber, wie tiefgehend sie mich beeindruckt hat. Zwei ganze Artikel, die sich nur mit ihr beschäftigt haben. Oder besser gesagt mit ihr und mir. Sie hat es mir echt angetan. Ich könnte nicht sagen, dass ich Gefühle für sie empfunden oder entwickelt hätte. Nicht auf der Ebene. So schnell geht das bei mir nicht mehr, dazu bin ich zu desensibiliert worden durch meine Erfahrungen auf meinem Weg als (angehender) Pickupper. Sie hat es mir mit ihrer Persönlichkeit und Art einfach angetan. Und das ist die Grundvoraussetzung, um Gefühle entstehen lassen zu können. Die Basis sozusagen. Sehe ich jedenfalls so.
Das waren meine Artikel über den schönsten Clubabend seit Beginn meines Projekts: Samstag bin ich an meine Grenze gestoßen – Teil 1 von 2 und Samstag bin ich an meine Grenze gestoßen – Teil 2 von 2.Und sie war die beeindruckendste Frau, die mir seit Beginn meines Projekts begegnet ist. Zuviele Superlative? Mitnichten! 🙂

Gestern Abend telefonierten wir über eine Stunde, nachdem sie fast eine Woche lang jeden Tag Gründe dafür brachte, warum sie gerade hier oder da keine Zeit hätte. Aber immer dezent gespickt mit einem Ausblick alá „ja, aber morgen Abend können wir ja mal telefonieren“. Es war immer so ein am langen ausgestreckten Arm hängen lassen. Kein klares Ja. Kein klares nein. Nicht Fisch, nicht Fleisch. Nicht 0, nicht 1. Nix Halbes, nix Ganzes. Und genau diese Situationen sind es, die wir Pickupper so wenig mögen. Weil sie sehr häufig vorkommen. Und man die Frau dann einfach abschreibt und auch nichts mehr investiert. Und weil das so oft vorkommt, wird man unsensibel. Weil man es gewöhnt ist, dass Frau das so mit Mann macht. Dass es dann auch mal tatsächlich Gründe dafür geben mag, warum die Frau ein paar Tage lang einfach wirklich „nicht kann“, sieht man dann einfach nicht mehr.

Ob es bei ihr nun tatsächliche Gründe gab oder nicht, kann ich nicht sagen. Was sind schon „echte Gründe“ (???!!!). Es ist mir auch egal. Fakt ist aber, dass ich Samstag Abend mit hohem Engagement im Textgame (Whatsapp) und einer „alles auf einer Karte“-Nummer belohnt zu werden scheine. Witzigerweise hab ich diesmal nicht so geschrieben wie ich es normal mache. Sondern ich habe quasi jemand anderen schreiben lassen. Auch eine gute Möglichkeit, hab ich gemerkt. Einfach mal jemand anderen texten lassen. Zwar habe ich den Text jeweils selbst formuliert, aber mich inhaltlich völlig raus genommen. Ein bisschen erinnert mich das an Stefan Raab früher, wenn er den Elton ferngesteuert hat. Mit Knopf im Ohr.

Man hört vermutlich nach wie vor meine Vorsichtigkeit in Bezug auf gute Gefühle heraus. Keine Euphorie, aber das Telefonat gestern Nacht war schon toll und lässt zumindest Gutes erahnen. Irgend einen positiven Eindruck muss ich während unseres Clubabends wohl bei ihr hinterlassen haben. Auch wenn sie eine Frau zu sein scheint, die einen Mann tatsächlich nicht nötig hat. Das geben durchaus alle Frauen vor, machen auf unnahbar und mega wichtig. Sie tut das nicht. Sie macht nichts vor, kommt mir so vor. Sondern sie ist einfach glücklich mit sich und ihrem Leben. Und das genau macht es für mich vielleicht so interessant. Sie hat eine Art, die in der Mischung extrem selten ist. Sie weiß was sie möchte. Und hört dennoch aktiv zu und stellt Fragen und ist aufrichtig interessiert am Gegenüber. Klingt plump, diese beiden letzten Sätze.
In der Realität sind das genau die zwei entscheidenden Weichen:

  1. Weiß sie überhaupt was sie will?
  2. Kann sie auch aktiv (!) zuhören, Fragen stellen und ist sie aufrichtig am Gegenüber interessiert?

Das sind für mich jedenfalls die zwei entscheidenden Aspekte. Und dann kommt da noch ein dritter hinzu, der ist aber nur am Rande erwähnenswert. Das ist wirklich nur on top. Eine Art Geschenk vom Osterhasen. Es muss nicht sein, macht aber auch die letzten Kanten noch rund. Was meine ich?

Etwas, woran ich inzwischen längst kaum mehr glaube. Nämlich eine Frau mit der Fähigkeit mir folgen zu können. Zuhören können alle. Aktiv zuhören wenige. Mir folgen bisher gar keine.

Sie vielleicht schon.

Und umgekehrt? Ich folge immer. Meistens ist mir vorher klar was nachher kommt. Ich bin das gewöhnt. Ein Leben lang. Aber mir macht es Spaß folgen zu können. Für mich auch so ein Teil von aufrichtigem Interesse. Einfühlen. Mitdenken. Ernst nehmen (zu können).
Nur den Teil erwarte ich gar nicht bei einer Frau. Das ist wirklich nicht so wichtig. Ich suche nicht die Nadel im Heuhaufen. Es würde mir ja schon reichen wenn ich überhaupt mal eine Nadel finde. Gerne auch ohne Heuhaufen. Aber bitte so eine Nadel, bei der ich mich nicht jeden Moment pickse. Denn diese Art von Nadeln kenne ich zu gut. Da winke ich dankend ab. Winke winke. Nein.

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Genug Bashing gegen alle Frauen. Es gibt auch Ausnahmen. Sie ist so eine. So eine seltene Ausnahme. Sie interessiert sich für die gleichen Themen wie ich. Sie kann in den gleichen Themen mitsprechen. Und mir völlig neue vorsetzen. Puh. Sie kann konträr argumentieren. Andere Gedanken zulassen. Neues akzeptieren. Ohne Neid. Ohne Missgunst. Ohne besserwisserisch zu sein, obwohl sie an manchen Stellen tatsächlich besser weiß. Und wenn ich das sage, dann oho… hat das was zu bedeuten! 😉
Und bei all dem bleibt sie Mensch.

Bei diesem letzten Satz muss ich an einen meiner Lieblingsjournalisten denken. Denn der schließt alle seine Videos immer mit dem Satz… „Mein Name ist Ken Jebsen und meine Zielgruppe bleibt… der Mensch!“

PS: Mal sehen, ob das Mittwoch tatsächlich klappt. Wenn nicht? Ist nichts verloren. => Next!
Und wenn es doch klappt? Puh, ich glaub dann werde ich tatsächlich wieder ein bisschen nervös sein. So wie ich es in den zwei Artikeln von oben beschrieben habe. Da es dann aber nicht wieder zum Tanzen zu zweit aufs Parkett geht, bin ich ganz guter Dinge. Daten kann ich, auch wenn ich ein bisschen wie ein Schulbub nervös sein sollte… 🙂

Und immer immer wieder geht die Sonne auf

Nach einem sehr langen Zweiteiler gestern und vorgestern gibt es heute etwas kürzeres von mir. Nur ein kleines Video, ohne viele Worte. Der Song spricht für sich.

Mit einem so wundervollen Lied eines großartigen Künstlers gehen wir in meinen 171. Artikel. Auch wenn Udo Jürgens inzwischen leider verstorben ist (* 30. September 1934, † 21. Dezember 2014), hat er uns sodann ein Erbe hinterlassen.
Anlässlich seines 80. Geburtstages interpretierte Yvonne Catterfeld einen seiner Songs. Einen meiner Lieblingssongs. In einer tollen Art mit ihrer bezaubernden Stimme. Die gibt diesem Stück eine besonders grazile Note.

Den Anfang des Liedes zitiere ich hier, es passt einfach zu gut zu meinem Projekt. Nicht nur der Anfang, in Wahrheit passt der ganze Song zu gut.

„Wenn ein Traum, irgendein Traum sich nicht erfüllt,
wenn die Liebe zu Ende geht,
wenn selbst die Hoffnung nicht mehr besteht,
nur Einsamkeit,
wenn ein Blatt, Irgendein Blatt vom Baume fällt,
weil der Herbstwind es so bestimmt,
wenn das Schicksal uns etwas nimmt,
vertraue der Zeit.“

Und immer wieder geht die Sonne auf.

Danke Udo.

Warum es gut ist auch mal erkältet zu sein

Am Wochenende (eigentlich schon zwei Tage vor Silvester) fing es an, dass ich mich etwas schlapper und schwächer fühle. Eine leichte Erkältung hat sich breit gemacht. Normalerweise hat man dann allen Grund Trübsal zu blasen. Zurecht, wie ich finde. Man ist eben einfach schlapp, hat Kopfschmerzen, schläft schlecht. Dann kommen noch ein bisschen Rückenschmerzen hinzu. Oh ja. Jammer Jammer.

Okay, genug der Männerei. Genug Weichei-Dasein. Wenn ich jetzt noch eine Frau an meiner Seite hätte, dann würde ich das noch ein wenig fortführen. Aber da ich alleine bin, muss ich jetzt meine Jammer-Zeit etwas kürzer halten und stattdessen weiter machen! 😉

Da fällt mir gerade auf… es tut schon gut, wenn man mal in den Arm genommen wird. Achja. Lang ist es her, jedenfalls verbunden mit echten Gefühlen.

Gut, also. Genug jetzt. Auf gehts. Auf gehts, wozu? Zur Frage warum eine Erkältung mir auch gut tut. Ich glaube, dass es mehrere Gründe sind. Aber die zwei wichtigsten Aspekte greife ich hier heraus:

  1. Man kommt wieder näher zu sich selbst. In der Welt der Suche nach dem Glück im Außen (finden einer „tollen“ Frau), ist es eine gute Sache, wenn man auch mal gezwungen wird wieder etwas kürzer zu treten und sich wieder mehr auf sich selbst zu fokussieren. Das sah bei mir so aus, dass ich die letzten Tage zwei ausführliche Entspannungsbäder genosssen habe. Kräuterbad, heißes Wasser. Bis die Haut an den Füßen und an den Fingern schrumpelig wurde. Ich musste zwischendurch sogar einmal heißes Wasser nachlaufen lassen, weil ich so lang in der Wanne gelegen bin. Es soll ja ein heißes Bad sein.

    Auf der Packung von diesem Eukalyptus-Bad steht übrigens drauf, dass man nach dem Einlassen nur etwa 10 – 20 Minuten in der Wanne verbringen soll. „Wollt ihr mich auf den Arm nehmen?“, denke ich mir da!

    So viel heißes Wasser für 10 – 20 Minuten Entspannung? So lang brauche ich ja fast schon, bis ich realisiert habe, dass ich jetzt in der Wanne liege. Und da bei mir immer die Alarmleuchten süßer nicht blinken könnten, wittere ich hinter allem eine Verschwörung.

    Meine These: Die Hersteller von diesen Bäder-Essenzen arbeiten mit den monopolisierten Wasserbetreibern zusammen.

    Mein Tipp also an die Hersteller von diesen Bäder-Essenzen: Schreibt doch einfach auf die Packung, dass man erst die Wanne randvoll mit Wasser machen sollte. Im Anschluss dann das Badeöl einlassen. Und noch bevor man sich in die Wanne legt, einfach den Wasserstopper beim Abfluss rausnehmen. Tadaaaa! Fertig ist die Verschwendug. Bravo.

    2017-01-05
    Auf die Art könnt ihr mehr Badeöl verkaufen und außerdem eine Umsatzsteigerung beim Wasser-Monopolisten bewirken. Zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Clever, gell?! Da fällt mir gerade ein, dass ich wohl besser auch Berater werden sollte. Ob ich dann auch wöchentlich diese kleinen (oder großen) schwarzen Geldkoffer bekomme? Manche nennen sie Werbegeschenke. Andere nennen sie Beraterhonorar. Ich nenne es schlichtweg Schmiergeld. Was??? Hat er wirklich Schmiergeld gesagt? Ja hat er!

    Jedenfalls tut so ein Bad gut. Zumindest wenn man den Packungsangaben keinen Glauben schenkt. Und durchaus auch mal 1,5 Stunden in der Wanne liegen bleibt. Da ich immer noch so verkopft bin, schaue ich mir dazu Youtube-Videos an. Fachliteratur versteht sich. Wenn sie nicht so verdammt bildend wären, würde ich wahrscheinlich nebenbei meditieren (nebenbei Meditieren! 😉 ). Nur sauge ich im Moment alles auf was es zum Thema Pickup gibt. Ich merke, dass meine Grund-Motivation von Tag zu Tag steigt. Auch wenn gleichzeitig die akute Motivation natürlich von Tag zu Tag schwankt. An manchen Tagen habe ich mehr Lust Frauen kennen zu lernen und raus zu gehen. An anderen Tagen habe ich inzwischen weniger Lust als zu Beginn. Jedenfalls ist eine Erkältung dafür gut, dass man auch mal wieder zu sich selbst zurück findet. Seinem Körper etwas Gutes tut. Und seinem Geist auch.

  2. Der Abstand zum Pickuppen sorgt kurzfristig für Distanz, logisch. Gleich im Anschluss brennt dafür das Feuer wieder umso mehr. Wie meine ich das? Samstag Nacht (Silvester) habe ich 15 Frauen angesprochen. Und Dienstag zwei. Dazwischen ist nichts mehr passiert. Weil ich fast ausschließlich zu Hause war. Gut, dazwischen war am Dienstag noch ein Date. Aber das zählt nicht als „neue Frauen kennen lernen“. Ich hatte sie ja schon einige Tage zuvor kennen gelernt.
    Es sind also ein paar Tage ohne neue Approaches vergangen. Und diese Distanz vom Pickuppen sorgt dafür, dass das Verlangen und die Lust wieder ansteigen. Ich brenne innerlich noch nicht wieder zu 100%, was aber an der eingeschränkten körperlichen Möglichkeit liegt. Sondern ich spüre, dass ich nach der kurzen (Zwangs-)Pause sogar ziemlich sicher über den 100% liegen werde.

    Ich freue mich schon wie ein Honigkuchenpferd darauf neue Frauen kennen zu lernen. Sobald ich gesund bin, versteht sich. Jeden Tag entwickle ich mich weiter, auch in der Pausenzeit. Neue Videos. Neue Bücher. Neue Literatur. Neue eigene Gedanken. Und das alles will in der Praxis erprobt und getestet werden. Dazu gute Gespräche. Letztens erst mit einem Freund. Wir unterhielten uns über den Sinn und Unsinn von Beziehungen. Und darüber wie es mir aktuell nach 22 Dates aus den letzten Monaten geht. Er hörte eine Grundunzufriedenheit bei mir heraus. Gut, dass Du mir das sagst. Unzufriedenheit ist ein Antrieb. Er sorgt dafür, dass wir unsere Komfortzone verlassen. Ich will Neues ausprobieren. Eine leicht veränderte bzw. kalibriertere Art des Ansprechens. Und außerdem dabei noch mehr bei der Frau sein. Im Gespräch und gefühlsmäßig. Mich mehr in sie hinein versetzen. Darüber hab ich auch schon öfter geschrieben, auch wenn es länger her ist.

    Gerade am Anfang macht man sehr schnell meilenweite Fortschritte. Aber auch jetzt, nach ein paar Monaten, merke ich, dass noch immer weitere Meilen an Fortschritt möglich sind. Immer weiter. „Bei der Frau sein“ ist nicht gleich „bei der Frau sein“. So wie ein 100-Meter-Läufer mit 12 Jahren eine andere Geschwindigkeit und Zeit laufen kann, als 10 Jahre später. Obwohl sie beide wahnsinnig schnell sein mögen. Jeweils für ihr Alter. Für ihre Reife. Beide sind tolle Läufer. Aber der 22 jährige vormals kleine Junge ist nun ein Sprinter. Und aus seiner Sicht ist er früher gekrochen.
    Deswegen verschiebe ich so gerne meine Grenzen. Damit sich der Horizont erweitert. Ich fuhr früher einen Sportwagen und es machte Spaß mit über 200 über die Autobahn zu jagen. Klar. Danach folgten viele mehr oder weniger langsame Autos. Und seitdem ich seit kurzem weider einen Sportwagen habe, weiß ich erst wieder zu schätzen wie schnell 200 auf der Autobahn sind. Besonders wenn Du dann nochmal aufs Gaspedal drückst und es Dich immer noch in den Sitz schiebt.

    Es ist also immer eine Frage des Standpunktes. Der Bezugspunkt ist entscheidend. Und der Bezugspunkt solltest immer Du selbst sein. Aus Deiner Sicht. Nicht aus Sicht anderer. Eifere keinem anderen hinterher. Sondern sei Dein eigener Eifer-Anker, wenn Du es so sehen willst. Sei Dein eigener Bezugspunkt!

    Und so merke ich das Kribbeln in mir. Ich spüre, dass ich langsam wieder brenne raus zu gehen. Trotz dem Schnee. Natürlich. Schnee passt perfekt zum Pickuppen. Es ist schweinekalt. Okay, das ist echt nix für mich. Aber Schnee ist so perfekt zum Pickuppen. Er ist einfach weiß! Grund genug, toll oder?
    Und was hat das mit dem Pickuppen zu tun? Nichts! Es gibt es niemals einen Grund nicht pickuppen zu gehen. Es gibt keine zu kleine Stadt. Es gibt keinen zu weißen Schnee. Es gibt gar nichts, maximal Ausreden. Zumindest raus gehen und es versuchen kannst Du immer, überall und zu jeder Zeit!

    Das nächste Ding dazu wird ein Coaching werden. Das habe ich mir fest vorgenommen. Nach einigen Monaten autodidaktischer Praxiserfahrung, die sich wirklich sehen lassen kann, ist es an der Zeit einen kleinen Turbo zu zünden. Und was bietet sich da besser an als von einem Profi zu lernen. Auch wenn es Geld kostet. Nein, halt. Gerade weil es Geld kostet. Nichts schätzt man doch im Leben mehr, als die Dinge, für die man selbst hart arbeiten musste.

    Und um beim Beispiel mit dem Auto zu bleiben:
    Um einen Sportwagen wirklich schätzen zu können, sollte man auch mal spazieren gegangen und Rad gefahren sein!

Und schließen möchte ich heute mit einem Stück aus einem wundervollen Lied von Xavier Naidoo ein, das ich hier zitiere. Es passt einfach perfekt zu meiner gegenwärtigen Situation. Es ist aus dem Song „Das Aufgebot“…

Danke Xavier!

[…]
Hier kommt das Aufgebot

Du hast aufgeholt
Du bist ausgeruht
Und bist frei

Man hat sich ausgetobt
Und dein Haus zerbombt
Du bist rausgekommen
Und bist frei

Du hast nicht aufgehört
Wurdest nicht zerstört
Hast dich ausgesöhnt
Und bist frei

Nie wieder kommt dir dein Ego in die Quere
Du bist frei
Und hoffst, dass auch ein Wunsch frei wäre
Doch sie zu
Dass du tust
Was du tun musst
Du brauchst keinen Wunsch
Stell dir vor es ist Kunst
Setze alle deine Sinne in Kraft
Niemand wird begreifen wie du es machst
Und niemand wird es bezweifeln wenn du es sagst
Komm sag’s
Komm sag’s
[…]

Date im Socialgame – Nummer 2

Heute Abend treffe ich ein Mädchen, das ich im Socialgame kennen gelernt habe. Noch dazu kommt sie aus meiner Heimatstadt. Also vom Land. Frauen vom Land sind anders, ganz anders. Man könnte geneigt sein zu sagen „besser“. Auf viele Arten sind sie das tatsächlich. Es ist etwas entschleunigter und vermutlich nicht ganz so oberflächlich wie in einer großen Stadt. Die Umgebung wirkt sich einfach auf den Charakter aus.

Na das kann ja mal was werden. Mal sehen, ich freue mich, denn es ist mal etwas anderes.

Da ich etaws in Eile bin, halte ich mich kurz.
Es wird das zweite Mal, dass ich ein Mädchen aus dem Socialgame treffe.

Das erst Mal war durch einen guten Freund organisiert, das ganze Ding ging aber komplett den Bach runter, ab der ersten Minute.

Diesmal hat es – oho – meine Mama organisiert. Unglaublich, aber wahr! 😉

Morgen kann ich mehr dazu sagen. Bin noch etwas müde von gestern, denn da ging es mal wieder in den Club. Hab nicht so viel Schlaf gehabt. Aber ein Pickupper rastet auch nicht. Wer rastet der rostet. Heißt es doch so schön.

Und nun ab unter die Dusche…

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