Kein Philosophischer Sonntag – Dafür aber ein Lebenszeichen

Da bin ich wieder. Wieder mal zumindest! 🙂

Auch wenn ich für einen neuen Beitrag eigentlich gar keine Zeit habe, so nehme ich sie mir doch. Mensch, hab ich das Schreiben vermisst. Das war lange Zeit hier ja mein Lebenselexier. Es gab mir Kraft, Mut und Hoffnung und außerdem ganz nebenbei auch einen Plan und Sinn für mein tägliches Tun. Es gab mir einen festen Ablauf, denn Mittelpunkt war tatsächlich oft meine schreiberische Tätigkeit des Tages und erst drum herum bildete ich mein außerhäusliches Tun und Wirken. Das Projekt Beziehung wurde nicht nur mein Leben, es ist mein Leben. Weiterhin, keine Sorge.

Ich sehe zum Fenster hinaus und sehe einen bewölkten grauen Himmel. Die Wolken scheinen heute besonders tief zu stehen. Und ich sehe die Bäume vor dem Haus,  blätterlos und wankend von links nach rechts, vor und zurück, ob des Windes. Sie stehen geerdet und fest im Boden. Und ich sitze mit meinem Laptop auf dem Schoß auf meiner Couch. Und es ist still. Sehr still. Da ist nur das Rotieren des Lüfters meines kleinen Laptops. Sonst nichts. Stille.

Mein letzter Artikel ist vom 04. März. Und mein letzter „richtiger“ Artikel ist vom 28. Februar. Heute ist der 19. März. Und da heute Sonntag ist, gibt es hier normal immer den gleichnamigen Philosophischen. Normal. Aber heute nicht.

Die Enthüllungsstory von Edward Snowden und mir

Heute gibt es ein paar Worte zum bisherigen Geschehen. Am 25. Februar kündigte ich an, dass ich das Geheimnis um meine zeitweilige Abwesenheit lüften werde („Die wahren Hintergründe über die Abwesenheit des jungen Pickuppers…“). Und dass ich dafür einen echten Menschenfreund einfliegen lassen würde. Edward Snowden. Kein Geringerer wäre für so eine Enthüllungsstory geeigneter (vgl. 2 mal 4 zu 0 aus dem Stegreif).

Heue ist es soweit. Ich habe zwar alles versucht, aber Edward Snowden hat auf meinen Artikel hier bis heute nicht reagiert. Also muss ich es selbst tun. Das Enthüllen. Nicht mich (!). Nur die Hintergründe für meine Abwesenheit.

Es ist sehr simpel gesagt, ohne großes Tamtam.
Ich habe…. ja… ich habe… ein Studium begonnen.
Jetzt ist es raus! Amtlich! Stempel drauf! Wusch!

Nun, nicht dass ich nicht schon ein Studium hinter mir hätte. Nee, aber so ein weiteres Studium ist doch auch was, dachte ich mir… und meldete mich relativ kurz vor knackig noch an. Und so ist das nun. Jetzt bin ich also wieder Student. Ich selbst nenne ich mich seither nur „Schüler“. Das finde ich viel witziger. Student sein kann jeder. Aber Student sein und sich selbst Schüler nennen ist einfach witziger. Sich selbst nicht so ernst nehmen, lautet ja meine Devise in solcherlei Dingen. Oder sogar generell im Leben.
Von meiner Cousine habe ich eine kleine Schoko-Schultüte bekommen und einige weitere Süßigkeiten. Das war ne witzige Idee von ihr, mir das aufgrund der Entfernung per Post zu schicken. Soweit zum humoristischen Hintergrund meines Schüler-Daseins.

In Wahrheit ist es etwas anders:
Ich sitze da in einem Raum, mit einigen wenigen anderen Mit-Studenten und vorne steht immer ein mehr oder weniger guter Lehrer. Sie schimpfen sich natürlich Professor oder Dr. Also die Lehrer, nicht die Mit-Studenten. Manche schimpfen sich sogar auch Professor Doktor. So viele Titel, dass deren eigentlicher Name am Ende keinen mehr zu interessieren scheint. Dafür haben sie aber viele Titel, die Namenlosen. Ob man in einem einzigen Menschenleben so viele von diesen Titeln sammeln kann, um genug davon in Händen zu halten, damit es zum Tapezieren des eigenen Wohnzimmers genügt?
Ups, da ist sie wieder, diese stille Kritik an den Dingen des Alltags. 😉

Nein im Ernst, es ist so:
Ich sitze da drinnen und bin ein Schüler. Schön und gut. Aber ich sitze da auch drinnen und denke mir bei vielen Lehrern (nicht bei allen!): „Was willst Du mir schon beibringen?“ Außer ein bisschen „Wissen“ (?!) aus ein paar schlauen Büchern. Bücher kann ich selbst lesen. Dafür brauche ich aber keinen Lehrer. DU übrigens auch nicht. Niemand von uns. Nur gute Autoren.

Und um es dennoch nicht so sinnlos dastehen zu lassen, denn das ist das Studium gar nicht, kann ich zu meinen Beweggründen nur sagen, ganz sachlich, ganz nüchtern:
Wenn schon das Thema Liebe offenbar nicht funktioniert oder nicht funktionieren soll, wenn schon das Thema aktueller Job im Moment nicht so funktioniert wie ich möchte oder auch nicht funktionieren soll, wenn schon das Thema Gesundheit nicht funktioniert oder nicht funktionieren soll, dann mache ich wenigstens etwas auf der abstrakt materiellen Ebene. Wenigstens da mag ich nach erneuten zwei Jahren nicht zurück blicken (müssen) und sagen: „Na super, auch da ist nix voran gegangen!“

Und auch wenn ich verstehen kann, dass das auf den Leser, also auf DICH, etwas niedergeschlagen oder deprimiert klingt, so kann ich versichern, dass es das nicht ist. Es ist eine nüchtern sachliche Analyse des Ist-Zustands. Und vielleicht auch genau darum bin ich total motiviert mein Studium gut und mit hohem Interesse durch zu ziehen. Ich freue mich – trotz aller Anstrengung – auf jede Vorlesung und alles was da kommt und bin fest entschlossen das Ding zu Ende zu bringen, und zwar gut! Yeah!

Die Grenzen des Pickuppens

Aber nochmal kurz zurück zu meinem Gefühl, dass ich da in den Vorlesungen habe oder auch wenn ich im Anschluss zu Hause weiter lerne… zu meiner Aussage vorhin, die da hieß „Was willst Du mir schon beibringen?“

Ja, ist so. Tut mir leid. Persönlichkeitsentwicklung hat auch damit etwas zu tun, dass man sich seiner Persönlichkeit bewusst wird. Und sie entwickelt. Und wenn man an einem gewissen Punkt angelangt ist, dann steigen die Ansprüche. Ein Profi-Sportler spielt auch nicht mehr in der Kreisklasse Fußball. Aber ich will nicht viel jammern oder meckern, das Niveau ist dort jedenfalls höher als sonstwo in meinem üblichen Alltag. Insofern ist das ein Sprung nach vorne für mich. Wenigstens inhaltlich ist das Niveau höher, sachlich gesehen. Und darüber hinaus gibt es dort vor allem neue Leute und eine neue Umgebung. Das war mir so wichtig. Endlich ausbrechen aus dem Alltag. Auch wenn Pickup kein Alltag ist. Pickup ist – exzessiv betrieben – definitiv Achterbahnfahren. Aber immer Pickup mag ich nicht, immer Pickup geht nicht. Und nur Pickup ist zu wenig. Pickup beschäftigt sich mit zwei Dingen im Leben: Deiner eigenen Entwicklung, die Entwicklung Deiner Persönlichkeit also. Und zweitens mit dem Kennenlernen deiner potentiellen Traumfrau oder (wie es wohl die meisten anderen Pickupper sehen!) mit dem Kennenlernen möglichst vieler Bettgespielinnen. Beides ist mir inzwischen zu wenig. Ich will mehr. So war ich immer. Schneller, höher und weiter.

Und was im Pickuppen einfach nicht da ist: Sachliche Weiterentwicklung. Weltliches Vorankommen. Nicht geistiges oder seelisches. Auch wenn das für mich die beiden wichtigsten Aspekte des Lebens darstellen, so möchte ich auch sachlich nachweisbar voran kommen. Und da hab ich leider in den letzten zwei Jahren viel Zeit und Nerven verballert und entsprechend keine Mittel mehr zur Verfügung gehabt, um diesen Bereich des Lebens voran zu bringen.

Ich will also Entwicklung außerhalb der Persönlichkeitsentwicklung. So kann man es zusammenfassen.

Meine Mit-Studentinnen und Mit-Studenten sind allesamt echt gut drauf, ich fühl mich in der Gruppe wohl. Und das ist prima so. Früher war ich eher der Einzelgänger, inzwischen merke ich, dass ich total der soziale Mensch geworden bin. Ja, auch dank Pickup. Auch, nicht nur. Ich sehe das also nicht getrennt. Ich habe meine Werkzeuge und meinen Werkzeugkasten (von dem ich hier öfter schon gesprochen habe) ja immer dabei. Und die Instrumente kann ich anwenden. Weiter verbessern natürlich auch. Ausbauen. Socialgame statt Daygame und Clubgame.

Jedenfalls kostet das Studium im Moment viel Energie. Neben einem Vollzeit-Job ist das recht krass. Krasser als befürchtet, es bleibt kaum Zeit für große Unternehmungen. Pickuppen fällt auch ziemlich flach. Großenteils wüsste ich nicht mal wann ich eine Frau denn überhaupt treffen sollte.

Aber Freitag war es soweit!
Mein erstes Tinder-Date meines Lebens!!!

Wahnsinn! Ich???!!! Ja tatsächlich ich. Der, der sonst immer so über Tinder ablästert. „Bäääh, so oberflächlich!“, „bäääh, wisch links und wisch rechts!“

Es ist oberflächlich wie nichts Zweites! Ich bleibe dabei. Aber wenn man sich dann mal mit jemandem trifft oder Kontakt aufgebaut hat, ja dann mag das schon funktionieren. Nur der Weg dahin ist und bleibt irgendwie… ich weiß nicht… trifft es das Wort „widerlich“?

Warum ich es dann getan habe?
Ganz einfach, ich habe im Moment nicht die Zeit raus zu gehen. Überhaupt nicht. Lernen, lernen und lernen. Und dafür ist Tinder gut genug, als Nebenbeschäftigung wenn man mal auf seinen Mokka auf dem Ofen warten muss, bis der mal fertig ist. Hmm… Ja es ist Mokka! Kein Espresso! 😉

Ihr wisst schon, das Ding aus dieser Kanne:

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Aber mir geht die Zeit gerade beim Schreiben wieder etwas aus. Darum werde ich in einem der nächsten Beiträge darauf eingehen wie das Date lief. Wer weiß wann. Aber ich werde! 🙂

Bis dahin gibt es von mir weiterhin keine täglichen Berichte. Aber gelegentliche Lebenszeichen… Wie sagte Arnold schon: „I’ll be back!“

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Blog-Statistik und die Sinnfrage (Teil 2 von 2)

Und nun die Fortsetzung zu Teil 1, Blog-Statistik und die Sinnfrage (Teil 1 von 2). Es ist mehr ein Sequel als ein zweiter Teil.

Heute wird es kitzelig

Gestern habe ich im Artikel festgestellt, dass die Besucherzahlen über die letzten Wochen auf meinem Blog ansteigen. Es ging außerdem um solche Fragen wie :
Hat sich die Qualität meiner Beiträge im Laufe der letzten Monate verändert?
Will ich überhaupt mehr Leser auf meinem Blog?
Spielen Zahlen dabei für mich eine Rolle und wenn ja, welche?
Außerdem habe ich mich freudig gezeigt über die zunehmende Zahl der Kommentare hier.

Und heute geht es weiter mit dem Thema „Zahl der Blogbesucher“ und einem Ausflug zum Thema Zahlentypen, bzw. einem Vergleich verschiedener Geldtypen.
So viel sei verraten: Die Auflistung ist nicht zugleich als Abschluss zu verstehen und mein zweiter Teil heute soll eher kitzeln als wirklich eine Antwort oder gar eine Lösung zu präsentieren. Er soll zum Nachdenken anregen. Dich, ganz persönlich.

Was hat die Zahl der Blogbesucher mit der Zahl auf dem eigenen Kontoauszug zu tun?

Es ist wie mit dem Geld. Da gibt es drei Typen von Menschen.
Und da Geld eines meiner Hobbys ist, genauer gesagt Finanzwirtschaft im Allgemeinen und Börse im Speziellen, gehe ich heute mal diesen Weg mit dem Vergleich. Keine Sorge, Geld hab ich keines. Aber reden und philosophieren darüber liebe ich. Das ist wie beim Essen. Ich muss nicht Koch gelernt haben, um zu beurteilen, ob mir das Essen schmeckt. 😉

Ich skizziere sie, die drei Geldtypen.

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Typ 1: Nennen wir ihn den Konsum-Junkie!
Sobald er Geld hat, gibt er es postwendend aus. Noch ehe er die 5 Euro in der Hand liegen sieht, sind sie auch schon für einen mehr oder weniger (meistens weniger!) brauchbaren Krimskrams ausgegeben. Das ist so das Milieu der Schuldner. Der Extrem-Konsumenten. Wenn jedem neuen Trend nachgejagt und nachgekauft wird. 5 Euro in der Hand bedeuten nach 5 Minuten 0 Euro in der Hand und oben drauf noch 10 neue Euro Schulden. Freut die Industrie und die Kapitalgeber. Freut allerdings nicht die Um- und Tierwelt. Verbrauchen, verbrauchen, verbrauchen – lautet die Devise. Er genießt in Wahrheit gar nicht so sehr das Leben, sondern den Konsum. Er könnte sich auch in eine dreckig Regenrinne setzen, wichtig ist nur, dass er ständig neuen Schund kaufen kann. Neues Ei-Phone, neue Klamotten, neuen Firlefanz. Zigaretten hier, unsinnigen zusätzlichen Füllstoff (es Nahrungsmittel zu nennen wäre eine Beleidigung) dort. Oft ist er deshalb übergewichtig. Immer kaufen, kaufen, kaufen. Egal was, immer irgend etwas. Er freut sich doch so sehr, wie ein kleines Kind, wenn er sich etwas leisten kann. Zumindest denkt er das. Und das macht ihn froh und munter.

Typ 2: Nennen wir ihn Zahlen-Junkie!
Der Zahlen-Junkie hat nur ein Ziel. Er macht den ganzen Tag nichts anderes als sich an der schier unendlich größer werdenden Zahlenkolonne auf seinem Kontoauszug zu erfreuen. Er ist gewissermaßen ebenfalls ein Junkie, nur auf andere Art. Er konsumiert, im Gegensatz zu Typ 1 fast gar nichts. Er ist ein Asket. Je größer das Scheingeld auf dem Konto, desto größer sein Ego. Viele schwarze Nullen vor einer führenden 1 bis 9 sind sein Bestreben. Hier fühlt sich der Zahlen-Junkie stark. Am meisten freut er sich, wenn das Bankkonto so dick ist, dass der Kontoauszugdrucker an seine Grenze stößt und einen Zeilenumbruch einschieben muss. Angesparte Kohle als Selbstzweck. Mehr, mehr, mehr! Er pflastert seinen Weg dabei natürlich mit Leichen, um voran zu kommen. Geiz ist geil. Mehr Geiz ist mehr geiler.

Typ 3: Nennen wir ihn Hedonist!
Der Hedonist freut sich über die dicken Zahlen auf dem Kontoauszug. Allerdings nicht aus Selbstzweck. Er ist eine Mischung aus Typ 1 und Typ 2. Allerdings eine relativ gesunde, könnte man auf den ersten Blick vermuten! Er weiß, dass er jederzeit kaufen könnte, wenn er wollte. Er konsumiert, wenn er konsumieren möchte, aber er möchte nicht oft. Er weiß, dass er könnte. Das reicht ihm. Er hat sich schon früh eine Scheibe von Typ 2 abgeschnitten. Und eine von Typ 1. Er ist sparsam und sieht hin und wieder nach, ob schon wieder ein paar Nullen mehr hinten dran stehen, auf dem Kontoauszug. Er freut sich jedoch nicht an den vielen Nullen und der dicken Zahl. Es reicht ihm, dass er weiß, dass er nicht nur könnte, sondern wirklich kann. Wann immer er will. Aber er will ja nur selten, er erfreut sich an der bloßen gedanklichen Möglichkeit. Für ihn ist das Realität genug. Das freut ihn.

Und so bleibt die Frage, welcher Kategorie man sich selbst zuordnen würde.
Nicht in Sachen Finanzen, sondern als Blogbetreiber.

Kurzer Ausflug zu Herzblatt

Stell Dir vor Du müsstest einen von den Dreien heiraten!

Nimmst Du Kandidat(in) 1, der von der linken in die rechte Tasche lebt, heute Mittag noch nicht weiß was es heute Abend zu essen gibt, der immer für ein Abenteuer bereit ist und sich dafür gerne mal einen Haufen Ärger einfängt? „Koste es was es wolle…“

Oder möchtest Du Kandidat(in) 2, der ein reicher Spießer ist. Den MacMonneysack aus Entenhausen (für die Freunde von Duck Tales). Der der Überzeugung ist, dass man alles und jeden mit Geld kaufen kann. „Die Geister, die ich rief …“. Der Leute wie Sepp Blatter kauft, um eine WM ins eigene Land zu holen. Oder eine Hillary Clinton, um auf der ganzen Welt schön weiter Krieg machen zu können. Der irgendwann alles und jeden auf der Welt gekauft hat und am Ende nicht merkt, dass er doch einsam und alleine sterben wird, obwohl ihm Tag ein und Tag aus jeder ins Gesicht lacht? Aber hey, dafür ist er stink reich!

Oder nimmst Du Kandidat(in) 3, den Träumer. Der zum Fenster raus schaut und die vielen Tiere und tollen Farben sieht. Im Frühling und im Herbst. Der ausgeglichen ist und glücklich, im Reinen mit sich, denkt er. Der es jedoch nicht für nötig hält seinen Fuß vor die Türe zu setzen, denn der Blick aus dem Fenster reicht ihm vollends, um das pure Glück zu empfinden. Spazieren gehen ist für ihn nicht nötig. Denn er weiß ja, dass er spazieren gehen kann, wenn er möchte. Er möchte aber nicht, wozu auch. Der Gedanke ans Spazieren gehen fühlt sich für ihn so real an, als würde er gerade spazieren gehen. Mit ihm kannst Du nicht viel erleben, außer gemeinsame Gedankenausflüge.

Welchen Kandidaten würdest Du wählen?

Und so, oder so ähnlich, musst Du Dich als Blogbetreiber auch selbst fragen:
Will ich überhaupt mehr Leser auf meinem Blog?
Spielen Zahlen dabei für mich eine Rolle und wenn ja, welche?

Die Antwort wird eine höchst individuelle sein. Es kann nur eine höchst individuelle sein.
Und das alleine schließt eine Fixierung auf Typ 1, 2 oder 3 aus.
Aber ob Du wirklich richtig stehst, siehst Du wenn das Licht an geht…

Blog-Statistik und die Sinnfrage (Teil 1 von 2)

Pinky und der Brain

Mir fiel die letzten Wochen unübersehbar auf, dass die Zahl meiner Blogleser angestiegen ist und weiter ansteigt. Projekt Beziehung im Aufwind! Projekt Beziehung erobert die Welt?!
Na na! Füße still halten! Schließlich bin ich weder Pinky noch der Brain. Und dass deren immer gleichen Versuche die Weltherrschaft an sich zu reißen gescheitert sind, wissen wir dank deren 65 kläglichen Versuchen in 65 erfolglosen Folgen. Also nicht erfolglose Folgen im Sinne von erfolglose Serie, sondern erfolglose Folgen im Sinne von erfolglose Versuche in erfolglosen Folgen einer erfolgreichen Serie. Denn das war sie, erfolgreich. Die Serie.

(Anmerkung: Immer gleich kann man „immer gleich“ oder „immergleich“ schreiben. Ist wohl nach neuer Rechtschreibung Geschmacksache. Warum ich das extra erwähne? Weil ich als ausgewiesener Perfektionst selbst beim Schreiben einer Einleitung eines Blogartikels mit solchen Nebensächlichkeiten viel Zeit zubringen kann.)

Gut, die 65 Folgen habe ich hier mit meinen eigenen selbigen jedenfalls schon geknackt, dafür habe ich noch 65 Versuche – um die Weltherrschaft an mich zu reißen – übrig. Schade, dass die Serie irgendwann zu Ende ging. Und wenn ich es mir so recht überlege: Ich will weder Pinky noch Brain sein. Beide finde ich auf ihre ganz eigene Art unsexy.

Heute ein bisschen was für die Statistik-Freunde

Verhältnismäßig läuft das alles hier noch auf sehr niedrigem Niveau ab, keine Frage. Also die Zahl der Leser befindet sich auf niedrigem Niveau, will ich damit sagen. Nicht die Leser selbst, Gott bewahre. Und meine Artikel auch nicht. Die sind hochintellektuell, wie ich finde. Beide, also die Leser und die Artikel. 😉

Ohne aggressive Werbung meinerseits ist das jedoch kein Wunder. Und ich mache weder aggressive Werbung noch überhaupt Werbung für meinen Blog. Warum auch?

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Ja, warum auch?

Ich hab bewusst die absoluten Zahlen in dieser Statistik rausgelassen. Ich weiß schon, ich bin oft selbst neugierig und ertappte mich zuletzt mehrfach dabei, wie ich nochmal schnell nachgesehen habe, ob sich die Reichweite meiner Artikel erhöht hat. Aber selbst wenn… nicht…? Na und?

Und jetzt beginnt das Grübeln. Ich glaube, dass sich die Qualität meiner Beiträge im Laufe der letzten Monate verändert hat. Aus persönlicher Sicht würde ich klar sagen: Verbessert!

Objektiv würde ich sagen (schließt sich an sich schon aus! Wie kann man denn selbst über sich objektiv berichten?! Verrückt! 🙂 ), dass sich sicherlich der Inhalt dieses Blogs verändert hat. Der Fokus ist ein Anderer als zu Beginn. Anfangs ging es um das Game als solches:
Wieviele Frauen habe ich gestern angesprochen, wieviele Telefonnummern hab ich bekommen. Wieviele Dates hab ich ausgemacht? Weviele Dates hatte ich dann tatsächlich?

Zahlen hier und Zahlen da.
Zahlen sind in Wahrheit Makulatur! Nichts als Schall und Rauch!

Zahlen sind etwas für Menschen, die ganz viel weißes Papier mit schwarzer Tinte schmutzig machen. Nennen wir sie zum Beispiel Banker. Oder Bankster. Oh, wieder diese Kapitalismus-Kritik. Mensch. Reiß Dich am Riemen Junge, es geht hier nicht immer um Politik und die Systemfrage, manchmal geht es doch auch einfach um Frauen und Männer!

Also weiter ohne Politik und Systemfrage. Bleiben wir bei den nackten Frauen, äh nackten Zahlen. Wenn mir Zahlen wichtig wären, Zahlen an sich, dann müsste ich mir selbst die Frage stellen: „Was unterscheidet mich ab dem Moment von einem Zahlenjunkie?!“ Wo wir wieder bei den Bankstern wären. Da wollen wir aber nicht hin. Wir sind ja anders.

Und so stelle ich mir selbst die Frage

Will ich mehr Leser auf meinem Blog? Oder reicht es mir nicht auch schon zu wissen, dass es täglich überhaupt welche gibt? Ich bin also nicht alleine hier. Andere Menschen nehmen teil an meinem Leben. Oder anders gesagt: Andere Leben nehmen teil an meinem Leben.
Ich gehe sogar einen Schritt weiter und sage, dass es nicht nur ein „teilnehmen“ ist, sondern bisweilen sogar ein „Anteil nehmen“. Das ist mehr als lediglich teilzunehmen. Teilnehmen ist eher ein „dabei sein“. Anteil nehmen ist mehr ein „ich fühle und denke mich auch hinein“.
Ein schöner Gedanke.

Spielt die Zahl dabei eine Rolle?
Ja und nein. Eigentlich sogar nein und nein. Aber irgendwie auch ein bisschen ja.
Unmittelbar betrachtet: Nein. Denn eine Zahl ist eine Zahl. Die bringt mir per se gar nichts.
Mittelbar betrachtet: Ja. Denn, und das darf ich inzwischen regelmäßig selbst spüren, mehr Leser bedeuten auch mehr Kommentare. Und mehr Kommentare bedeuten für mich mehr andere Ansichten. Und das erweitert meinen Horizont. Bei der relativ geringen Zahl an Lesern bzw. in dem Fall besser gesagt Kommentierern ist das zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch keine Druckbetankung für mich, aber es gibt sie… die Kommentierer(innen) und ihre Kommentare.

Und das freut mich.

Eine Hommage an den Leser

Wie ich dargestellt habe, sind Kommentare zu meinen Artikeln für mich mehr wert, als blanke Zahlen. Habe ich stille Leser, freut mich das. Habe ich aktive Leser, die kommentieren, freut mich das noch viel mehr. Denn dann nehmen die Leser nicht nur (An-)teil am Leben des Schreibers. Sondern der Schreiber auch am Leben des Lesers bzw. des dann schreibenden Lesers. Also des Lesers, der ebenfalls zum Schreiber wird. Dann tun wir einander Schreiben schreiben. Unförmlich zum Glück.

Also schreibt mir. Danke! 😉

Morgen gehts weiter mit Teil 2, der irgendwie zu Teil 1 gehört, aber irgendwie auch total für sich alleine stehen könnte.
So wie die Dollar-Trilogie mit Clint Eastwood. Die drei Teile gehören irgendwie zusammen, haben aber dennoch nichts miteinander zu tun. Und mein Zweiteiler hier hat zwar nichts mit einer Trillogie gemein, dafür ist es ein Teil zu wenig. Spannend wie die Dollar-Trillogie bleibt es trotzdem. Daher.. Fortsetzung folgt…

Tag 1 nach 200. The Day After.

Gestern gab es ein Jubiläum, dank meines 200. Artikels am 200. Lebenstag dieses Blogs.
Heute ist Tag 1 danach. The Day After, sozusagen.

Gestern stellte ich die mehr oder weniger rethorische Frage, ob es in 400 Tagen dann 400 Artikel sein werden.

Nichts Genaues weiß man nicht, was ich aber sicher weiß ist, dass sich das Projekt Beziehung inzwischen zunehmend in eine andere Richtung entwickelt. Sogar in viele verschiedene andere Richtungen. Es läuft nicht mehr auf Schienen. Weder als Blog, noch als Projekt an sich. Da der Blog aber nur Symbol meines Leben ist, heißt das wohl, dass mein Leben weniger starr verläuft.
Es verläuft also nicht diametral zu vorher, sondern eher sternförmig. Aus einem Punkt entwickeln sich permament viele neue Dinge und Verzweigungen.
Viele neue Ideen. Viele neue Einflüsse. Eines ergibt das Andere… ergibt das Nächste.

Vorgestern fuhr ich spät abends mit dem Auto auf der Autobahn. In Richtung nach Hause. Und ich drehte die Musik auf und genoss die Zeit alleine. Das mache ich in letzter Zeit öfter, bewusst und genießend Musik im Auto zu hören. Besonders wenn ich von irgendwoher auf der Rückfahrt bin.

Was sich geändert hat in mir, im Vergleich zu von vor ein paar Monaten: Ich fühlte mich so toll alleine – auch, aber nicht nur – in diesen Momenten. Ich verspürte tiefe Dankbarkeit meinem Leben gegenüber, dass ich in diesem Moment nicht zu zweit im Auto sitzen… ja… musste. Nein, ich durfte… alleine sein. Welch ein tragisch schöner Moment.
Alleine sein als Zukunftsmodell?

Soweit würde ich nicht gehen. Es ist nur eine Phase. Diese Phase des Alleinseins. Aber ich merke, dass sie mir inzwischen gut tut, die Alleinseinsphase. Und ich besser und lieber… und irgendwie auch immer mehr.. alleine bin.

Vor ca. 1 Jahr noch wusste ich mit meiner ganzen Freizeit nichts anzufangen. Ich hatte auf nichts Lust und war zu nichts zu gebrauchen. Wie ein Schluck Wasser in der Kurve, saß ich meist da. Elendig, aus heutiger Sicht. Was für ein Anblick muss das für Außenstehende gewesen sein.

Heute ist das anders. Ich habe wieder einen Tagesablauf, der sich darüber hinaus auch stetig ändert. Vor ein paar Monaten noch war ich jeden Tag draußen beim Daygamen. Heute empfinde ich selbst das nicht mehr als oberstes Ziel und Hauptkriterium zur Bemessung des Glücklichkeitsgrades meines Tages. Umso glücklicher bin ich über alles, was ich gelernt habe. Besser gesagt mir selbst beigebracht habe.
Wieder einmal habe ich mir selbst bewiesen, dass man sich selbst der beste Lehrer ist. Ich werde wohl immer ein Autodidakt bleiben.

Wann immer ich mir extra meinen Blaumann angezogen und meinen Werkzeugkoffer gepackt habe, um auf den Straßen deutschlands zu daygamen und allerlei Frauen anzusprechen, so war ich doch ein gewöhnlicher Handwerker.
Wenn man sich extra einen Blaumann anzieht, weil man heute Handwerker sein will, dann ist man ein gewöhnlicher Handwerker, dann ist das ein Job.
Wenn aber ein Handwerker auch ohne Blaumann handwerkt, dann ist er kein gewöhnlicher Handwerker mehr, dann ist das (s)eine Passion.

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Das ist der Unterschied.

Was ich mit diesem Artikel sagen möchte, hoffe ich, habe ich zum Ausdruck bringen können. Falls nicht:
Ich habe es im Laufe und auch dank dieses Projekts geschafft, unabhängig und frei zu werden, so frei, dass ich jederzeit alles tun und lassen kann was ich möchte. In erster Linie jede Frau anzusprechen und kennen zu lernen. Wann und wo immer ich will. Das ist ein unglaublicher Fortschritt in Sachen eigenes Ego und in der eigenen Wahrnehmung der Welt. Und heute brauche ich vom Gefühl her selbst genau das nicht mehr, Frauen anzusprechen. Ich brauche es nicht mehr. Ich habe mich also nicht nur vom Ego weitestgehend frei gemacht, sondern vom Gamen oben drauf gleich mit dazu. Freiheit in der Freiheit. Dabei ist das Projekt Beziehung doch als persönliches Freiheitsprojekt gestartet. Che, lass Dich herzlich grüßen.

Und gerade höre ich ein Lied, das ich sehr liebe. Es passt gerade gut, also verlinke ich es hier rein. Ich liebe R’n’B. Schon immer. So wie dieses Lied:


Werde ich jetzt mit dem Daygamen und Clubgamen aufhören?

NEIN! Sicher nicht.
Jetzt gehts doch erst richtig los. Aber auf einem vollkommen anderen mentalen Level.

Ich bin inzwischen an dem Punkt, an dem ich lieber alleine bin als zu zweit. Und es wird spannend sein zu beobachten wie sich das auf mein Game auswirkt. So wie mit der Klette, als ich ihr schon vor Wochen versuchte klar zu machen, dass wir uns total gegensätzlich sind und eigentlich gar nicht zueinander passen.
Aber ihren Namen „Klette“ bekam sie ja nun nicht sinnbefreit von mir. Ob das (auch?) an meiner zwischenzeitlich anderen Ausstrahlung liegt, dass sie so klettet?
Das sind Fragen, die mich interessieren und beschäftigen. Auch wenn sie eher subjektiver oder philosophischer Natur sind.

Nun ja, jedenfalls… wir sehen uns draußen, mit Werkzeugkoffer, aber inzwischen ohne Blaumann!

Wie ich es schaffe jeden Tag Einen raus zu hauen – Danke an mein Redaktionsteam

Jeden Tag Einen raus hauen. 🙂
Ja, einen Artikel pro Tag. Sieben Tage die Woche. Nicht verwechseln mit „Sieben Tage Sieben Köpfe“.
Seit 31. Juli 2016 schreibe ich hier regelmäßig. So dass dieser Beitrag hier der 190. Artikel wird. Bis auf ein paar einzelne Tage der krankheitsbedingten Unterbrechung gab es von mir stets ein paar Zeilen. Manchmal auch ein paar mehr. Und manchmal ganz viele.

Ich versuche inzwischen nicht mehr nur lange Beiträge zu schreiben bzw. sie wenn dann ggf. aufzuteilen. Meist in Zweiteiler. Es gab aber auch schon längere Serien. Das ist dann fast schon wie in diese Fernsehserien. Am Höhepunkt ist Ende und bis zum nächsten mal bleibt es dann so spannend, dass es einen selbst fast zerreißt. Okay gut, jetzt wollen wir mal nicht übertreiben. Ich schreib ja hier keine Romane.
Halt mal, warum eigentlich nicht??? Hm… gute Idee. 😉

Spannend ist es dann bei Zwei- und Mehrteilern besonders für mich, wenn ich oft zwar schon ein Konzept im Kopf habe, ein paar Stichwörter in die einzelnen Teile verorte und dann erst danach beginne jeweils den kompletten Artikel drum herum zu bauen. Jetzt ist das hier schon ziemlich „Projekt Insight“.
Ich verrate hier gerade doch glatt wie das hinter den Kulissen so abläuft, bis meine Artikel online gehen. Nun, meistens schreibe ich die Artikel am Tag zuvor. Oft aber auch zwei Tage zuvor. Dabei stelle ich dann den Zeitgeber so ein, dass ein Artikel täglich um 17:30 Uhr online geht. Warum 17:30 Uhr? Ich hab keine Ahnung, das hab ich mir mal so überlegt und bleibe seither dabei.
Und es gibt auch einen Leser, der jeden Tag um fast genau 17:30 Uhr online rein schaut. Und mich dann fast immer anruft oder anschreibt, wenn der Artikel nicht pünktlich online ging. Grüße an Dich, Papa. 😉

Aber manchmal habe ich den Artikel eben am Abend des Vortags noch nicht fertig und nehme mir vor ihn dann am nächsten Tag rund zu machen. Das klappt oft, aber selten auch mal nicht und halb fertige Artikel stelle ich nicht online. Also verzögert sich das Ganze dann um ein paar Minuten. Oder Stunden.
Das kam zuletzt ein paar Mal deshalb vor, weil ich… sagen wir… aufgehalten wurde. Nicht von der Polizei. Sondern meist von den Frauen. Gut, ich lass mich aber auch echt zu leicht ablenken und schwupp, gebe ich zu früh nach, lasse mich windelweich klopfen und allzu leicht dazu verleiten das Date doch nicht rigoros genug zu beenden, um rechtzeitig und schnell genug nach Hause zum Laptop zu laufen und wieder pünktlich Einen raus zu hauen. Ich vernachlässige in diesen Momenten tatsächlich meine treuen Leser. 17:30 Uhr mitten in Deutschland. Alle schauen gespannt auf ihr Smartphone bzw. hängen schon mit dem Kopf auf den Handflächen der aufgestützten Ellbogen vor den Monitoren. Nur um zu lauschen was der Junge heute wieder von sich gibt. Sorry an der Stelle. Nicht nur an Papa, sondern an alle Leser. Aber seid Euch gewiss: Wenn ein Artikel nicht um 17:30 Uhr online ging, dann hatte es wirklich seinen Grund. Meistens hatte dieser Grund dann lange dunkle Haare, ich stehe nicht so sehr auf blond.

Sobald ich einen Artikel fertig geschrieben habe, geht er an meinen persönlichen Lektor. Der liest jeden Artikel mehr oder weniger sorgfältig gegen. Und korrigiert. Meistens nur Grammatik, oft aber auch Sinnzusammenhänge. Besonders wenn Referenzierungen nicht passen. Fragt mich nicht was das auf Lateinisch heißt, ich hab diese Fremdwörter in der Schule nie gemocht und es stets abgelehnt sie zu lernen. Mein Abitur hab ich damit trotzdem erreicht. Hah! Wäre ja auch gelacht. Wer braucht schon Latein. Obwohl halt, da gibts so ein Land, dort wird das noch gesprochen. Ich war noch nicht dort, aber wenn man ein ganzes Land danach benennt, dann muss Latein schon noch wichtig sein. Wie hieß dieses Land doch noch. Irgendwo in der Nähe von Amerika muss das sein. Ach, halt. Ja, jetzt fällt mir wieder ein. Lateinamerika heißt es. Da leben zwar nur Amerikaner, aber die sprechen nur Latein, die können quasi gar nichts anderes als Latein zu sprechen. Oder müsste es nicht „lateinisch zu sprechen“ heißen. Egal, jedenfalls hab ich es schon immer gesagt: Die spinnen, die Amis. Da sehen wir es wieder. Wie wird man eigentlich zu einem Latein-Amerikaner? Wenn man jetzt amerikanisch spricht und dann noch Latein(isch?) dazu, hat man sich dann qualifiziert und kann man dann so einen Antrag stellen, Lateinamerikaner zu werden?
Aber Ihr wisst schon, wenn man sich in einem Satz auf etwas beziehen will, das jedoch unlogisch bis unmöglich ist. Unmöglich-logisch. Weil die Referenzierung nicht stimmt. Was weiß ich, was das lateinische Ding dazu ist. Jedenfalls korrigiert das der Lektor. Dankenswerterweise. Aber auch der macht manchmal Fehler. Der Schelm, dieser. Aber auch ein Schelm, wer böses dahinter vermutet. Übersieht er vielleicht auch deshalb etwas, weil er selbst Zeitdruck hat oder weil er gerade keine Nerven dazu hat sich meinen niedergeschrieben teils regelrechten Stuss durchzulesen?

Der Lektor lektoriert jedoch nicht nur, er markiert mir dann auch die Schlüsselsätze oder Schlüsselpassagen in rot. Service für den Leser. Und wörtliche Reden färbt er in blau, wenn sie von (fremden) Protagonisten stammen. Und in rot, wenn sie von mir stammen.

Ist der Lektor fertig, übergibt er den Artikel Lektor-fertig zurück. An mich natürlich.

Jetzt kommt mein Bildredakteur zum Zuge. Nicht Redakteur der Bild. Sondern nur der Bildredakteur. Der schaut nach einem passenden Bild. „Kein Artikel ohne Bild“, hab ich ihm am Anfang des Projekts schon in scharfer Stimme die Leviten gelesen. „Ich will von Dir zu jedem Artikel ein aussagekräftiges oder zumindest interessantes Bild eingeschoben bekommen!“, stellte ich ihm gegenüber klar.
Der Leser heißt zwar so, weil er hauptsächlich liest. Aber er guckt auch gerne bunte Bilder. Das bin ich dem Leser einfach schuldig. Das Auge liest, äh isst, ja schließlich mit.

Ich spreche ja auch keine Frauen ohne Gesicht an. Ah, jetzt wird es makaber. Stopp. Zurück aufs Spielfeld.
Der Experte aus der Bildredaktion pflegt also dank seinem ästhetisch geschulten Auge ein ansprechendes Bild in meine literarische hochglanz-Prosa ein und schiebt mir den Artikel zurück.

Dann lese ich mir den nochmal durch, schaue ob auch wirklich alles passt. Ob auch wirklich alles alles passt. Und dann geht er an meinen SEO (search engine optimization) Mann.
Dort wird der Artikel mit allerlei Schlagworten verschlagwortet. Und korrekt kategorisiert. Damit der große Bruder übern Teich mich leichter findet, Ihr wisst schon. Diese Datenkrake Google. Diese Raupe Nimmersatt, der große Bruder von Orwells Monster. Sorry George Orwell, ich weiß, wir sind selbst Schuld. Du hattest damals schon recht.

Und wenn auch der Part erledigt ist und auch der SEO-Onkel seinen Job gut gemacht hat, dann geht der Artikel mit Zeitschaltuhr auf 17:30 Uhr aufs Fließband, pünktlich zur Veröffentlichung. Genau rechtzeitig zum Feierabend. So dass meine zigmillionen Leser im deutschsprachigen Raum mit der halben Bier in der Hand pünktlich auf dem Weg nach Hause oder bereits zu Hause auf dem alten klapprigen Sofa noch rechtzeitig vor der Propagandaschau, äh Tagesschau, fast live mitverfolgen können, was dieser junge Mann da auf seiner Reise alles erlebt. Und ob er es denn heute schafft, seine Traumfrau zu finden. Fast wie beim Dschungelcamp.
Nur dass ich keine Kakerlaken esse. Und ohne Kameras in meiner Wohnung. Das fehlt noch, gell. Ja. 😉

Wer sind jetzt nur die Personen im Hintergrund, hinter diesem Blog? Die diese unglaubliche Schlagzahl an Artikeln ermöglichen. Mir ist bewusst, dass 7 Artikel in 7 Tagen viel sind. Macht 14 Artikel in 14 Tagen. Oder sogar 30 im Monat. Jeden zweiten sogar 31. Manchmal aber auch nur 28 im Monat, außer alle vier Jahre, dann gibts einen Extra. Das wird dann 2020 erst wieder der Fall sein. Denn am 29. Februar 2016 gabs meinen Blog noch nicht.
Da war ich noch depressiv und oft verheult alleine in meiner Wohnung gesessen und habe meine rote Wand gegenüber meiner Couch bedröppelt dabei beobachtet, wie sie trotz aller Depression und trotz meiner Beobachtungsgabe ihre Farbe nie änderte. Alleine bin ich heute zwar in meiner Wohnung noch immer. Aber: Erstens nicht ständig, ab und zu gibts Besuch. Und zweitens bin ich inzwischen meist sogar ganz gerne auch alleine.

Der Lektor, der Bildredakteuer und der SEO-Onkel. Den Dreien hab ich viel zu verdanken. Sie sorgen für die nötige Qualität meines Schriftgutes. Sie kümmern sich zwar selten – aber hin und wieder auch – um das Inhaltliche. Wenn ich mit meinem Geschreibsel unverständlich werde und mich missverständlich ausdrücke. Und so für mehr Konfusion denn für Entwirrung des Tohuwabohus beim Leser sorge. Passiert selbst dem größten Literaten. Also besonders auch mir. 🙂

Ohne die helfenden Hände wäre es mir in der Tat nicht möglich so regelmäßig und getaktet meine Artikel raus zu donnern. Auch wenn ich viele Geschichten erlebe und auf diese Art Geschichte schreibe, müssen die Geschichten dazu erst noch geschrieben werden. Das ist verdammt viel Arbeit. Zum Glück kann ich das zeitlich so legen, dass das großenteils Freizeit-neutral geschehen kann, wenn ihr versteht was ich meine.

Und an der Stelle danke ich meinen fleißigen Helferlein. Denn ohne Euch gäbe es all die vielen tollen Artikel hier nicht. Ich brauche Euch jeden Tag wirklich sehr, denn ich verbringe einen großen Teil meiner Freizeit da draußen auf der Straße. Spreche Frauen an. Gehe in Bars und Clubs und treffe mich mit Freunden und einigermaßen regelmäßig auch mit Frauen zum Date. Meine Helfer hier halten mir dafür den Rücken und die nötige Zeit frei.
Danke an den Lektor, danke an meinen Bildredakteuer und danke an Onkel SEO.
Zu viert bin ich alleine einfach ein tolles Team! 🙂

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PS: Ich suche noch einen fürs Marketing. Habe gerade eine Stellenausschreibung laufen. Und es gibt auch schon einen aussichtsreichen Bewerber. Mich.

PPS: Danke liebe „tagebuchschreiberin“ für die Inspiration zu diesem Artikel.

Date-Vorschau im Stile eines Fußballspiels

Eine Date-Vorschau. Premiere! Wusch! Sind wir hier im Kino oder was?

Eigentlich nicht, aber spannender könnte es für mich im Moment in der Tat nicht sein.
Alle Zeitungen berichten seit Tagen über das große anstehende Match. Die zwei punkt- und torgleichen Ersten gegeneinander.
Vorgestern habe ich im Wochenausblick darüber geschrieben, dass für heute ein Date ansteht (Wochenausblick auf KW 04/2017). Nicht mit irgend einer Frau, nein. Mit DER Frau. Das erinnert mich spontan an die VW Werbung. DAS AUTO.

Zurück zum Fußball.
Sonntag Abend telefonierten wir doch über eine Stunde und machten ein Date für heute aus.“ Ja ja“, dachte ich mir nur. Mal abwarten. Irgend eine Katze vom Nachbarn wird schon wieder krank werden. Oder der Specht hat sich kurzfristig einschieden ein Loch in den Holzrahmen ihres Fensters zu picken und das müssen die Handwerker dringend spachteln. Irgend so ein Rotz kommt doch meistens, besonders bei den Frauen, die mich auch am meisten interessieren. Merkwürdigkeiten gibt es. Ist das nur so ein Gefühl, dass das miteinander zusammen hängt oder bilde ich mir das nur ein?! Wer weiß.
In der Bundesliga ist das auch so. Du spielst 90 Minuten nur auf ein Tor, fühlst Dich immer sicherer, drückst und drückst. Versiebst eine Großchance nach der anderen. Und in der Nachspielzeit bekommst Du das Ding dann eingeschenkt und fährst mit einem 0:1 völlig desillusioniert nach Hause.
Gut, Fußball ist gerecht. Denn solche Spiele gibt es nur selten. Pickup ist anders. Da stehen solche Ergebnisse an der Tagesordnung. Da kommen die Dateabsagen in der Nachspielzeit wie am Fließband. Aber hey, wenigstens lernt man dabei professionell zu verlieren. Und das ist auch was wert! 😉

Gestern morgen hab ich ihr also eine aufrichtig-schnulzige Nachricht geschickt. Mit einem Vorschlag für einen Ort in ihrer Nähe, dort wo sie wohnt, und eine Zeit. Ein paar liebe Worte dazu. Eine Schleife drum und per Brieftaube abgeschickt.

Einige Minuten später flattert sie ein. Die Brieftaube. Nicht die Frau. So schnell gehts nicht. Leider, welch ein Katzenjammer. 🙂
(Anmerkung: Das Wort fiel mir gerade ein, echt cool. Hab ich lange nicht mehr gehört.)
Gut, und zu meinen doch ganz charmanten Worten kam nur ein kurzes „lass uns nach der Arbeit telefonieren?“ zurück. Ich dachte mir bei so viel Euphorie nur: „Ja ja, da kommt sie noch, die Absage.“
Andererseits hatte ich kurz gegrübelt, dass es komisch wäre wenn sie mir per Telefon absagen würde. Das macht Frau nicht. Frau sagt entweder per billiger Whatsapp ab. Oder gar nicht. Im Zweifel lieber gar nicht. Und meldet sich einfach nicht mehr. Aber per Telefon?! Diese Frau ist und bleibt mir ein Rätsel.

Also schreib ich zurück: „Wann hast Du denn aus?“
Worauf nur eine Uhrzeit zurück kam. Ohne weitere Ausführungen. Keine Smileys. Kein Schnick-Schnack. Puristisch gerade aus, die Frau. Holla die Waldfee. Die Frau liefert mehr Statements als Fragen.
Poker würde ich gerne mal gegen sie spielen. Das wäre was. Ihre Psyche gegen meine. Puh! Im Tanzen verliere ich, das weiß ich ja. Aber kein Mensch sagt ja, dass wir immer nur auf ihrem Terrain spielen müssen.

Wie wäre das wohl im Fußball?

Ich bin überzeugt davon, dass sie eine tolle Stürmerin abgegeben würde. Ich hab in meinem Blog ja ein paar wenige Male anklingeln lassen, dass ich dem Fußball sehr zugeneigt bin. Allerdings als Trainer. Weniger als Spieler. Spielen kann jeder, sage ich immer. Spieler trainieren können nur wenige. Und selbst von denen, die das tun, behaupte ich, dass es kaum einer wirklich kann. Egal. Ich trainiere Spieler lieber. Macht mir mehr Spaß.
Aber sie… sie wäre definitiv Stürmerin bei mir geworden. Charakterlich würde ich sie als eine vollendet veredelte Kreuzung zwischen Miroslav Klose und Luca Toni beschreiben. Die Geradlinigkeit und Schnörkellosigkeit eines Miroslav Klose, gepaart mit der lebendig fröhlichen Art eines Luca Toni. Ein idealer menschlicher Mix. Einnetzen würde sie in jedem Fall am Fließband. Ich glaube sie wäre eine Tor-Maschine!
Sie wäre definitiv eine tolle Stürmerin. Nicht nur ob der vielen Tore und der demzufolge gepachteten jährlichen Torjägerkanone auf Lebzeit, sie wüsste auch immer wo sie zu stehen hätte. Wie im echten Leben. Instinktfußballer, nennt man das. Außerdem so charakterstark, dass sie selbst bei (Fehl)Entscheidungen des Schiedsrichters nicht meckern, sondern es dem Herrn in schwarz mit weiteren Toren quittieren würde. Immer im Training sein. Stets mehr geben als die anderen, ohne es selbst so zu empfinden.

Okay, ich sollte zu so später Stunde keine Texte mehr schreiben. Da kommt echt viel Phatasie raus. Oder rein.
Oder so ein halbes Psychogramm. Sigmund Freud und ich, wir hätten gerade unseren Spaß. So ist das, wenn man am Tag vor dem Erscheinen des Artikels mitten in der Nacht zum Schreiberling wird.

Früher hätte ich mir bis zu ihrem Anruf wahnsinnige Gedanken gemacht. Ohje. Und wann ruft sie an. Und was ist wenn nicht. Und was ist wenn sie dies sagt. Oder dann wieder jenes. Ohje, Ohje.
Wie gut, dass das mittlerweile alles anders ist. Ich machte mir nur kurz Gedanken, da ich die zwei kurzen Text-Antworten von ihr nicht interpretieren konnte. Dafür wären sie zwar kurz genug gewesen, so nach dem Motto: „Ich werde Dir dann später eine ausführliche Rechtfertigung mitteilen, warum das Date nicht klappen wird.“
Andererseits passt das nicht zu ihrer Ankündigung mich anzurufen.
Und ganz außerdem ist sie nicht der Typ für Rechtfertigungen. Sie würde es wie Miroslav Klose machen. Schnörkellos. Wenn sie nicht will, dann haut sie Dir das Ding um die Ohren und rennt ganz profihaft zum Anstoßpunkt zurück. Ohne nach Deiner Meinung zu fragen. So schätze ich das ein.
Dieser Absatz hier wirkt sicher nicht so wie ich es formuliere, man könnte sicher den Eindruck gewinnen, dass ich mir sehr wohl riesige Gedanken bis zum Telefonat gemacht hätte.
Habe ich nicht. Selbst bei dieser Frau, die mich wirklich interessiert, nicht. Kurze Gedanken ja. Danach aber sofort weg damit. Wieder ankommen im Moment. Kein Blick auf später. Die Mühe ist es meist nicht wert. Zu oft kommt es anders als man denkt.

Und dann klingelte mein Telefon auch schon. Ich saß noch am PC im Büro. Und ich war gedanklich auf Absagemodus eingestellt. Konditionierung nennt man das. Wenn man das immer und immer wieder so erlebt. Irgendwann reagiert man, basierend auf dem reichhaltigen Erfahrungsschatz, und geht bei jedem weiteren Male davon aus, dass es so sein wird wie die letzten Male auch. Pawlow und sein Hund lassen grüßen. Nicht verwechseln mit Maslow und seiner Pyramide. Das war ein anderer. Egal.

Und da kommt ein lang gezooooogenes „naaaaaa, wie gehts Dir?“ durch die Leitung.
Ich dachte mir nur: „So fängt kein Telefonat mit einer Date-Absage an! Irgendwas ist hier faul!“
Und das war es auch. Sie war ab der ersten Sekunde mega nett, humorvoll. Machte sich Gedanken wo wir zum Date hingehen könnten. Was denn passend für uns wäre. Und sie kenne sich da in der Gegend nicht so gut aus. Ich war mal wieder fasziniert. Diese Frau zeigt so viele Facetten von sich, ein Fächer ist nichts dagegen. Ihr wisst schon, diese Fächer, zum Wedeln, wenn es heiß ist.

Irgendwann hat sie mir dann einen Elfmeter beschert, also wirklich mustergültig. Den Ball auf den Punkt gelegt, ist ein paar Schritte zur Seite gegangen und hat ja fast danach gebettelt, dass ich den versenke. Besser geht es nicht. Ich nehme also Anlauf…
„Ich war da auch noch nie. Ja ich hoffe, dass das Lokal, das ich mir überlegt habe, toll ist.“, hörte ich für einen Moment eine klitzekleine Unsicherheit ihrerseits heraus. „Aber danke Dir für Deine Vorlage. Den Elfer hau ich Dir rein, kannst Dir nur noch aussuchen ob links oder rechts oben in den Winkel.“, freue ich mich schon innerlich händereibend.
„Weißt Du, das kannst Du ganz entspannt sehen mit dem Ort. Egal wo wir dann sein werden oder zusammen hingehen. Das Tollste für mich bist morgen definitiv Du!“, entgegnete ich wirklich aufrichtig.
Sie kicherte kurz verlegen und freute sich hörbar mit „das geht jetzt aber runter wie Öl!“.

Wir redeten noch ein wenig über den Arbeitstag und ein wenig über uns. Und über privates. Und kurz vor Ende des Telefonats sagte sie zu mir: „Du hast eine echt schöne Telefon-Stimme!“
Das habe ich lange nicht mehr in meinem Leben gehört. Was aber sicher daran liegt, dass die meisten Frauen inzwischen kaum mehr telefonieren möchten. Ihr Satz hat mich wirklich gefreut. Aus einem ganz bestimmten Grund.
Vor einigen Wochen begann ich mich autodidaktisch mit einem Stimmen-Training zu befassen. Das ist ein viel zu unterschätztes Thema. Die eigene Stimme. Die eigene Art zu sprechen. Sobald ich mit einer Frau spreche, spreche ich anders als normalerweise. Ich spreche Freunden oder der Familie gegenüber meist schnell und viel. Und wenn ich dann sehr oft (sehr sehr oft!) gesagt bekomme „Red nicht so viel. Ich komme nicht mehr mit!“, dann antworte ich in aller Regel nur mit: „Ich rede nicht zu schnell. Du denkst nur zu langsam.“
Ich weiß, nicht ganz charmant. Aber hey, es ist meine Familie. Und es sind meine Freunde. Die müssen das abkönnen. Sagte so ähnlich auch schon Jürgen Prochnow als Kaleun in „Das Boot“, „Das muss das Boot abkönnen!“.
Gut, dass Menschen keine Boote sind. Menschen sind lernfähig. Boote nicht.

Zurück zum Thema.
Es ist immer eine Frage der Betrachtungsweise. Aber ich arbeite an mir und versuche längst auch insgesamt weniger und langsamer zu sprechen. Aber in völlig vertrauter Umgebung nicht so bewusst wie mit einer Frau. Mit einer Frau spreche ich mit dem gesamten Resonanzkörper, nicht nur mit dem Kopf. Ein großer Unterschied. Das ist vielleicht mal einen eigenen Artikel wert.

Es hat mich deshalb so sehr gefreut dieses Kompliment von der Frau zu hören, weil es immer wieder etwas im Leben bringt, wenn man an sich arbeitet. Zumindest wird es erstmal wahr genommen. Und das ist doch schon mal was. Dass dann dabei gleich ein Kompliment heraus springt, ist doch toll. Es ist aber auch wirklich harte Arbeit, dieses Persönlichkeitsentwicklungsprogramm der letzten Monate. Pickup ist da wirklich wirklich nur ein kleiner Baustein des Ganzen. Es steckt viel mehr dahinter.

Aufgewärmt bin ich jetzt definitiv für heute. Leicht angeschwitzt, nennt man das im Sport. Die Frage wird nur noch sein, ob das Date heute stattfindet. Sehen wir mal. Und die nächste Frage wird sein, wie die 90 Minuten ausgehen. Otto Rehhagel hat mal gesagt: „Die Wahrheit liegt auf dem Platz.“
Na dann. Ab auf’n Platz und drei Punkte holen!

2017-01-25

Ich fahre mich

Ich sitze gerade mit meinem Laptop auf dem Schoß auf meiner Couch. Für mich ist das die tollste Couch der Welt. So toll, dass ich sie erst meinen Eltern und danach mir selbst gekauft habe.

Da sitze ich nun und sehe nach rechts von mir aus meiner riesigen dreieckigen Fensterfront nach draußen. Bäume ohne Blätter. Sie grünen nicht im Winter. Sie sind einfach nur braun, die Bäume. Die Baumstämme. Es ist windstill. Und dahinter ein hellblauer wolkenloser Himmel. Die Sonne scheint und lässt meine Pflanzen auf meiner Fensterbank in unterschiedlichen Grüntönen strahlen. Durch das Licht wirft eine Drachenpflanze seinen Schatten an eine Wand.
Es ist still im Raum. Der Fernseher läuft, ohne Ton.

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Hätte ich nicht vor über einem Jahr diese Pflanzen gekauft, so würde auch keine Pflanze seinen Schatten werfen. Und die Sonne diese Pflanzen nicht die Klaviatur der Grüntöne spielen lassen können.
Lange Zeit hatte ich kaum Pflanzen in der Wohnung. Heute ist es anders.
Meistens nimmt man die alltäglichen Gegenstände um sich herum nicht so bewusst wahr. Sie sind eben Alltag. Ganz normal. Doch eigentlich ist nichts normal. Normalität ist etwas, das wir Dingen und Situationen zuschreiben. Dinge sind weder besonders noch normal. Sie sind einfach wie sie sind. Und dann wird daraus das, was jeder von uns mit seinen Gedanken daraus macht. Manchmal ist es gut, sich einfach auf die Couch zu setzen und sich in seinen eigenen vier Wänden umzusehen.
Was steht da? Was war vor kurzem noch nicht da? Was davon brauche ich vielleicht nicht mehr?
Und nicht so sehr die Frage zu stellen, was ich noch dazu haben möchte. „Dazu“, zu was? Zu all dem? Noch etwas dazu? Und dann? Ist da noch mehr. Mehr, mehr, mehr. Und dann?

Heute fahre ich mich zu einem Familienbesuch. Warum fahre ich MICH? Warum fahre nicht ich? Nun, momentan habe ich mit körperlichen Auswirkungen aufgrund meiner vorangegangenen und noch andauernden schwierigen Lebenssituation zu arbeiten. Ich sage bewusst nicht „zu kämpfen“. Denn ich kämpfe nicht. Lieber ergebe ich mich, ich bin längst pazifist geworden. Auch mir selbst gegenüber. Still werden, still sein. Hinnehmen, dass etwas ist wie es ist. Und doch merke ich, dass mein Körper und ich nicht mehr an einem Strang ziehen. Meine Physiotherapeutin sagte letztens zu mir: „Sie haben Ihren Körper auf Ihrem Weg im Jetzt in der Vergangenheit vergessen mitzunehmen.“

Und so empfinde ich das. Es ist nicht mehr mein Körper. Sondern ein Körper. Und dann bin da noch ich, als Geistes- und Seelenwesen. Körper, Geist und Seele. Sagt man. Das hat sich bei mir wohl voneinander abgetrennt. Mein Körper sagt mir inzwischen täglich mehr, dass etwas nicht passt. Stress und Unzufriedenheit in der Arbeit. Eine an sich unveränderte Gesamtsituation. Beruflich und Privat. Und dann will man vielleicht mit dem Kopf. Aber der Körper sagt zunehmend „nein danke“.

Aufgabe für mich wird es in den nächsten Wochen und Monaten sein, dass die Drei wieder zueinander finden.
Gestern war ich bei einem Arzt zu einer Untersuchung und er hat etwas festgestellt, was zwar einzeln betrachtet nicht gesundheitsbedenklich ist, was aber auch nicht gut ist. Vermutlich sogar nicht mal heilbar sein wird. Wenn die körperlichen Auswirkungen durch den Alltag Überhand nehmen, dann, ja spätestens dann, ist die Zeit gekommen den Alltag zu verändern.

Das Projekt Beziehung wird sich vermutlich in den nächsten Wochen in eine andere Richtung entwickeln (müssen). Und ich vermute, dass der Fokus gar nicht mehr so sehr auf dem Finden der einen Prinzessin liegen wird. Sondern darin, dass ich wieder zu mir selbst komme. Dass Geist, Seele und Körper wenigstens wieder einander die Hand reichen können. Ich bleibe erst einmal abstrakt in meinen Beschreibungen. Vermutlich wird es im Laufe der Zeit noch konkret genug werden. Auch ich brauche nach der gestern an sich ziemlich niederschmetternden Diagnose Zeit zum Verarbeiten. Und Zeit mir Gedanken zu machen. Um dann aktiv werden zu können. Nicht planlos. Sondern gezielt.

Ich glaube, dass ich vor der größten Wendung in meinem Leben stehe. In meinem Leben. Nicht im Leben in Bezug auf andere. Fassen kann ich das noch nicht, begreifen auch noch nicht. Aber es wird kommen. Ein bisschen freue ich mich auch darauf, weil es eine Herausforderung ist, für sich selbst aktiv zu werden. Jetzt geht es tatsächlich einmal nicht mehr um Andere, nicht mehr andere Menschen und auch kein Job und auch kein Sonstwas mehr. Der Körper holt sich gerade seinen Stellenwert zurück, den er verdient hat. Und da muss mein Kopf erst noch lernen mitzumachen. Und deshalb wird alles andere aus der Gedankenwelt in nächster Zeit zurückstecken müssen, dürfen. Vor allem die Gedanken anderer Menschen. Die Gedanken des Chefs. Die Gedanken der Familie. Die Gedanken von Freunden. Es ist ein Punkt erreicht, an dem es nicht mehr um Gedanken geht. Jetzt geht es tatsächlich um die Frage wie ich auf die scharfen Warnsignale des Körpers reagiere. Und da werde ich alles wegdrücken müssen, was mir von außen aufzuoktroyieren versucht werden wird.

Vermutlich wird das mehr Energie kosten als ein paar tausend Frauen anzusprechen. Aber es geht um mich. Und ich nehme den Weg an. Es bleibt mir gar nichts anderes übrig.

Oben sagte ich, dass ich mich heute zu einem Familienbesuch fahre. Und stellte die Frage warum ich MICH fahren würde. Anstatt nicht einfach zu fahren. Wie all die anderen Menschen.
Weil der Körper im Moment eine andere Sprache spricht als ich. Weil er sich etwas von mir verselbstständigt hat. Nicht mehr im Einklang mit meinem Geist und meiner Seele. Also fahre ich mich, jedenfalls meinen Körper. Erstmal. Das ändert sich hoffentlich bald wieder. Aber ich stelle mich auf einen langen Weg ein.

Und bis dahin freu ich mich heute erstmal auf meine Familie.