Grüße aus dem Urlaub und Parallelgeschichten

So, zunächst mal Werbung in eigener Sache. Mein letzter Artikel hat so gar nicht eingeschlagen wie eine Bombe. Extrem wenige Aufrufe. Warum? Ich kann nur mutmaßen, aber vermutlich lag es am von mir gewählten Titel:
„Philosophischer Sonntag – Wem wir uns überlegen fühlen sollten“

Ja, ich weiß, klingt provokativ. Vielleicht auch alleine schon durch den philosophischen Touch abschreckend für Manche. Nun, meine Philosophischen Sonntage sind Kult und deswegen auch nicht verhandelbar! 🙂 Aber hey, gerade dieser Beitrag ist viel mehr eine Überraschungskiste. Der Titel lockt definitiv auf die falsche Fährte. Mein Tipp: Einfach lesen, wenn Du es noch nicht getan hast. Du wirst überrascht sein und vermutlich wirst Du auch wirklich etwas für Dich mitnehmen können. Wenn Du es möchtest. Wie immer.

Und jetzt geht es um heute um die neuesten Lach- und Sachgeschichten. Und um Grüße aus dem Urlaub, mit interessanten Parallelgeschichten.

Grüße aus dem Urlaub!

Ich bin ja nun schon eine Woche im Urlaub. Wo? Irgendwo in einem moslemischen Land. Sicher keine Pauschalreise. Stattdessen Urlaub in einer Metropole. Mitten im Herzen des Landes. Ganz ohne Fertigessen. Kein Hotel. Kein immer gleiches übertriebenes Buffet, von dem man sich nach 3 Tagen komplett satt gesehen hat und doch in Wahrheit sowieso nur wieder und wieder nach denselben paar Gerichten greift. Überflüssig! Ich koche lieber selbst. Und bin frei.

Muss ich Angst haben bei der Rückreise direkt am Flughaften verhaftet zu werden? Wenn ich den Aussagen mancher Arbeitskollegen glauben schenken würde, ja. Dann wäre ich aber bei der Einreise in das Land hier her schon weggesperrt worden. So schlimm soll es hier sein. Angeblich. Davon bekomme ich allerdings gar nichts mit. Alle sind super freundlich und zuvorkommend.

Exklusiv an (die glücklicherweise wenigen) Dauernörgler: Kommt davon, wenn man (West-)Medien zuviel (überhaupt!!!) Glauben schenkt. Immer schön in der eigenen Filterblase leben. Alle sind buh und bäh, nur das eigene Land und die eigene Region ist toll. Die EU sowieso. Reiten auf dem hohen Ross. Erhaben über allem. Beim Deutschlandlandlied die erste Strophe ablehnen, sich aber gedankenverhaftet der ganzen Welt gegenüber genau so verhalten. Ohne es selbst zu merken. Wie doppelmoralisch! Aber gut, jedem wie er möchte.

Ich finde Land und Leute hier super. Die Kultur mag ich. Es ist anders, alles anders. Nachts wirst Du manchmal vom lauten Gebet geweckt. Ich liebe das frische Obst und Gemüse. Die Gurken schmecken hier nach Gurke. Nicht nach grüner Masse mit Wasser. Sondern tragen diesen typischen Gurkengeschmack in sich. Sensationell. Das Gleiche gilt für die Karotten. Sie schmecken viel süßer als zu Hause. Und was ich einfach nur liebe: Frische rote Beete. Hmmm… Aufgeschnitten in Scheiben. Darüber etwas Olivenöl. Viel Zitronensaft. Viel frisch gepressten Knoblauch dazu. Salz und Pfeffer. Einfach nur himmlisch.

Heute also mal kein Beautytipp, sondern ein einfaches Rezept. Kochrezept dazu zu sagen, wäre übertrieben. Die Frage ist nur: Wo zum Teufel nochmal bekommt man in Deutschland frische rote Beete?! Meistens gibt es doch diese vorgekochten abgepackten Dinger. Bei Lidl und Aldi. Die sind auch gut. Aber eben nicht frisch. Vermutlich müsste ich dazu in den Edeka gehen, nehme ich an. Oder zu speziellen Gemüsehändlern? In Läden wie Edeka bin ich so gut wie nie. Die Auswahl in diesen Märkten ist mir einfach zu dekadent. Dreiunddrölfzig verschiedene Ketchups oder 700 verschiedene Joghurts und 67 verschiedene Olivenölsorten! Gehts noch?! Wozu?! Und das Ganze dann auch noch völlig überteuert. Aber Auswahl kostet eben, zunächst Lagerfläche. Danach Dein Geld.

Toll ist hier im Land, dass der Euro (die butterweiche Schrottwährung) noch einen Gegenwert hat. Übrigens tausche ich wieder (!) seit geraumer Zeit sukzessive größere Teile meiner Finanzen in Sachwerte. Ursprünglich hatte ich mit der Knete etwas anderes vor, daraus wurde allerdings nichts. Hauptsache raus aus dem Euro. Alles ist besser als das. Anderes Thema, egal. Ich kann da draußen so günstig essen und trinken, dass das Selbstkochen kaum lohnt. Für mich alleine. Denn ich esse anders als die Anderen, bekanntlich. Viel Protein, viel Gemüse, keine oder möglichst wenig Kohlenhydrate.

Bei einem wirklich üppigen Essen mit Fisch bzw. Fleisch und viel Gemüse und Salaten liege ich inklusive Wasser bei ca. 5 Euro. Und der schwarze Tee danach ist auch schon inklusive. Verrückt. Das ist der Grund, warum ich so gerne Urlaub in Ländern mache, wo das Hintragen unseres Geldes den Menschen vor Ort tatsächlich etwas bringt. Hilfe vor Ort anstatt scheinheilig im eigenen Land vom Sessel aus dem grotesken Wahn zu fröhnen als Gutmenschen-Deutschland die ganze Welt retten zu wollen. Und alle zu uns einzuladen, die über Jahrtausende auch ganz gut in ihrer Heimat gelebt haben. Wie wäre es mit weniger Schwingen der Moralkeule und dafür tatsächlich mehr Unterstützung der Menschen vor Ort? So wäre jedem geholfen und jeder Mensch könnte ganz natürlich in seiner Heimat bleiben und selbige behalten.

Letztens war ich doch auf Mallorca. Dort ist alles so teuer wie in Deutschland. Dort sind die Menschen genauso satt wie wir. Dort, wo ich gerade bin, ist das noch anders. Und das wird vermutlich noch einige Jahre anhalten. Das Land befindet sich gerade in einer schwierigen wirtschaftlichen Lage. In einer, die Deutschland demnächst auch blühen wird, so meine Prognose. Wenn auch nicht vergleichbar. Aus anderen Gründen. Dafür aber nachhaltiger und verheerender, so ebenfalls meine Prognose. Ich jedenfalls liebe dieses Land und die Menschen. Willkommen in der Türkei. Viele Grüße von hier.

Wie geht es Fr. Respektina?

Nun der lieben Fr. Respektina geht es ganz gut. Bevor ich in den Urlaub gestartet bin, hatten wir noch zwei Dates. Davon hatte ich berichtet. Und wäre ich nicht in den Urlaub aufgebrochen, wäre wohl mindestens noch ein Date gefolgt. Ich denke immer nur von Date zu Date. Von Tag zu Tag. Außer in Finanzanlagen, da wäre das eine schlechte Devise. In anderen Lebensbereichen ist es allerdings ein Erfolgsrezept, kurzfristig zu denken. Zu viele Unbekannte halten zuviele unverhoffte Ereignisse bereit.

Mein Urlaub dauert 2 Wochen. Und es ist schon eine komische Situation, nach zwei echt tollen Dates dann eine „Pause“ zu machen. Machen zu müssen, besser gesagt. Ich finde sie nach wie vor cool. Sie ist so sehr anders als all die anderen Frauen, die ich auf meinem Weg bis hier her kennen gelernt habe. Bei der Aussage bleibe ich. Sie ist einfach anders. Für mich auch noch nicht vollkommen zu durchschauen. Vielleicht auch deshalb so interessant? Sie ist ziemlich ruhig, dafür extrem aufmerksam. Sie ist klug, hat einen tollen Humor. Und sie gibt mir das Gefühl, mir folgen zu können. Wie selten! Wie selten!

Ich hatte zwar die Befürchtung, dass wir uns in den 2 Wochen etwas aus den Augen verlieren würden. Das geht ja in der heutigen Zeit so schnell, durch die immerwährende Beliebigkeit. Tatsächlich kam es anders. Wir telefonieren täglich. Meistens videofonieren wir dabei. So ist es ein Kennenlernen auf Raten. Aus der Distanz heraus. Nachdem das nun einige Tage schon so geht, muss ich ehrlich sagen, dass ich sie schon wieder gerne in echt sehen möchte. Der Urlaub bremst also das Kennerlernen etwas im Tempo, allerdings ist es offensichtlich kein Hindernis. Meine Rede ist ja immer: Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Und Manche finden Wege, Andere finden Gründe. Ich bin für die Wege.

War da nicht auch noch Fr. Distanz?

Apropos Entfernung und Distanz. Wie skurril. Aber ja, Fr. Distanz kann irgendwie dann doch nicht ganz loslassen. Und sie würde mich gerne weiterhin beim nächsten beruflichen Termin treffen, auch wenn das doch noch einige Wochen dauern würde. Dazwischen wäre sie sogar demnächst mal ganz in meiner Nähe und könnte sogar „plötzlich“ für ein Wochenende da bleiben. Sie sei sich etwas unsicher, ob das nicht „zuviel“ wäre, da wir uns doch gerade erst ein oder zwei Mal gedatet hätten. Wir telefonierten gestern Abend relativ lange und sprachen auch darüber.

Es war ihr Wunsch zu telefonieren, da sie das derzeit zwischen uns beschäftige. Sie wisse nicht so recht, „was das da zwischen uns ist“ und wie wir damit umgehen sollten. Für mich ist das alles kein großes Ding. Wozu auch. Ehrlich gesagt hatte ich das schon abgehakt. Witzig finde ich das schon. Sie macht sich Gedanken um Dinge, die mir total unwichtig sind. Und das gab ich ihr auch durch mehrere Whatsapp-Nachrichten zu verstehen. Ich habe es wirklich aufrichtig versucht ihr klar zu machen, dass für mich gar kein Kontakt nötig ist und dennoch alles okay sei zwischen uns. Irgendwie kommt sie damit allerdings nicht so recht klar, habe ich den Eindruck. Sie wolle das nicht einfach so stehen lassen. Sie finde mich nach wie vor interessant, würde mich gerne kennenlernen, „nur nicht so schnell“, finde meine Augen toll, meine Stimme und meine Art. Hm. Danke. Du hast Geschmack. 😉

An solchen Beispielen erkenne ich, wie unterschiedlich weit wir Menschen sind. Ich glaube, dass solche Situationen viel mit der Angst zu tun haben. Mit Ängsten Dinge oder Menschen zu verlieren bzw. verlieren zu können. Der Verlust ist in der Regel nicht das größte Problem. Das größte Problem ist in der Regel die Angst vor Verlust. Ist ein Verlust erst eingetreten, füllen wir das entstandene Vakuum nach einer gewissen Weile wieder auf die eine oder andere Art. Ich muss ehrlicherweise dazu sagen, dass ich inzwischen doch auf Verlust und Loslassen programmiert bin. Zig Dates sind die besten Lehrmeister. Das habe ich nicht vergessen und an Fähigkeit aus dem Projekt Beziehung Teil 1 behalten. Aber gerade für nicht so stark erfahrungsgeprägte Menschen kann ich verstehen, dass eine „ungeklärte Situation“ Kopfzerbrechen bereitet.

Grotesk ist das aus meinem Mindset heraus natürlich schon. Denn die Frau macht sich Gedanken um Nonsense. Um Dinge, die gar nicht real sind. Weder empfinde ich etwas für sie. Noch sie für mich, vermutlich. Und dennoch mag sie mich nicht einfach gehen lassen, habe ich den Eindruck. Ich bin jedoch nicht auf sie angewiesen. Weder auf sie noch auf sonst jemandem. Ich fühle mich nur einem Menschen auf der Welt gegenüber verpflichtet: Mir selbst! Fairerweise muss ich dazu sagen: Falls ich wieder in einer Beziehung sein sollte, dann auch wieder meiner Partnerin gegenüber. Allerdings beim nächsten Mal defintiv ebenfalls aus einem anderen Mindset heraus. Die letzte Erfahrung war es nicht wert. Ich handelte völlig blind. Die naive bedingungslose Liebe gibt es nicht. Darüber hatte ich vor etlichen Wochen nach dem Ende der Beziehung berichtet. Ich habe mir hinter die Löffel geschrieben und verinnerlicht: „Eine Frau liebt niemals Dich, sie liebt nur Deinen Lifestyle!“

Schade? Traurig? Irgendwie doof? Mag alles sein. Aber so funktioniert die menschliche Psyche. Kurzer Schwenk: Wie sonst kann es sein, dass ich mir kurz nach dem Ende der Beziehung mit Fr. Schlange einen Korb nach dem anderen eingefangen habe?! Und demgegenüber die letzten Wochen aus wenigen Gesprächen mit Frauen einen „Kontakt“ nach dem anderen herstellen konnte? Bin ich ein anderer Mensch? Nein! Bin ich ein anderer Mensch? Ja! Also nein und ja! Ich bin Derselbe, aber ich bin nicht mehr Derselbe. Körperlich mag ich gleich geblieben sein, aber selbst das stimmt nicht. Ich bin in der körperlichen Höchstform meines Lebens. Der Körperfettanteil müsste inzwischen bei ca. 14 % liegen. Keine Sorge, quetschen wir schon auch noch unter die 10! 😉 Aber egal, lassen wir den Körper einmal beiseite. Die optische Hülle ist doch einigermaßen gleich geblieben. Deswegen bin ich noch derselbe Mensch. Aber der Geist, die Aussttrahlung und die Lebenseinstellung sind Neu. So wie sie vor Fr. Schlange schon einmal waren, nur jetzt eben potenziert. Und das ist der Schlüssel zu allem. Das hat einen Magneteffekt. Ich merke das doch. Und das ist keine Einbildung.

Obwohl mich das Thema eigentlich langweilte, ließ ich mich also auf ein Gespräch mit Fr. Distanz ein. Eine Frau, der ich „zu zweit weg“ wohne, hat eine Einstellung zum Leben, „die mir zu weit weg“ ist. So einfach. Aber andererseits ist sie schon ein guter Mensch. Und im Moment fühle ich mich noch niemandem verpflichtet, also handhabe ich es so wie im Projekt Beziehung Teil 1. Ich bleibe offen für die Situationen des Lebens. Ohne Absicht und ohne Plan. Genau das könnte jetzt dann allerdings etwas kompliziert werden.

Denn einerseits habe ich meine Zeit (wenn auch nicht immer physisch präsent) in den letzten Wochen doch relativ intensiv mit Fr. Respektina verbracht, andererseits ist das eine Sache, bei der ich in Wahrheit noch nicht einmal sagen kann, dass wir „ganz am Anfang“ stehen. Genau genommen haben wir uns doch erst zwei mal gedatet. Das ist, verglichen mit all meiner bisherigen Erfahrung, schlicht und ergreifend noch gar nichts. Andererseits schwingt da irgendwie so ein Gefühl mit, dass es eben doch mehr… werden… könnte. Und das spüre ich bei ihr auch, sonst würde ich das alles mit ihr nicht tun.

Die Frage ist also, wie das gehen soll. Ein Wochenende mit einer Frau zu verbringen, während ich intensiv mit einer anderen Frau in Kontakt bin. Ein Abend ist kein Problem. Ein Date noch weniger. Aber ein ganzes Wochenende? Die Moral lasse ich mal gänzlich beiseite. Die bringt an der Stelle nichts. Es lohnt sich nicht über Moral Gedanken zu machen, solange man nicht in einer festen Beziehung ist. So sehe ich das. Sonst zerbrichst Du Dir den Kopf über etwas, worüber die Frau sich womöglich selbst gar keinen Kopf zerbricht. Mal sehen wie sich das nach dem Urlaub mit Fr. Respektina weiter entwickelt, evtl. sage ich das mit Fr. Distanz auch einfach ab. In dem Fall bin ich lieber nicht der Lidl oder Aldi, sondern der Edeka mit der vielen Auswahl. Auch wenn es zwar kein Geld, aber viel Energie kostet. 🙂 Wer sagt denn übrigens nicht, dass die beiden Damen ihrerseits nicht parallel daten? Weiß ich es?! Nein. Ich weiß sogar umgekehrt aus totaler Gewissheit, dass es Frauen gibt, die trotz laufender Beziehung parallel daten. 😉 Und Dich dann verlassen. Einfach so. Schwuppdiwupp. Trallala. Wie Pipi Langstrumpf.

Also Fr. Distanz hat für mich sicherlich keinen hohen Stellenwert, eigentlich gar keinen. Aber so lange nicht klar ist, was mit Fr. Respektina oder sonst einer Frau ernsthaft passiert, so lange nehme ich das ganze Datingding auch nicht wirklich ernst. Sondern betrachte es mit Humor und Neugierde. Zwei der schönsten Antriebe im Leben.

Wieder zurück zu Hause

Soweit bin ich noch nicht. Ich genieße noch meine Tage hier im Urlaub. Allerdings bin ich mir bewusst, dass ich bald wieder zurück sein werde. Dabei bin ich etwas hin und her gerissen wie ich mit dem Thema Dating weiter machen soll. Meine Akkus sind echt aufgefüllt. Ich hatte darüber auch schon öfter hier geschrieben. Deswegen bin ich im letzten Urlaub auf Mallorca auch beim Sport gewesen, während mein Miturlauber um die Häuser zog. Ich tat das bewusst. Ich ging ins Meer, ich ging spazieren. Ich sah viele schöne Frauen. Gut, tendenziell sind sie nicht gerade die hellsten am Ballermann. Gilt für Frauen wie Männer. Wer fährt schon an den Ballermann? Gut, ich war auch da. Aber ich gehe auch im Hemd auf eine Hartz-IV-Party. Mir egal. Jedenfalls habe ich auf Mallorca viel geschaut und wenig gemacht. Vielleicht kann man auch „Appetit holen“ dazu sagen? Keine Ahnung.

Jedenfalls habe ich mir vorgenommen zu Hause hin und wieder eine Spaßwoche einzulegen. Ich habe vor, mir zwischendurch eine Woche herauszupicken, in der ich bei jeder Gelegenheit Frauen anspreche. Ganz wie früher. Einfach so. Nur um dann wieder ein paar Wochen komplette Pause zu machen. So wie zuletzt. Einfach so. Ich habe nämlich festgestellt, dass eine Partnerin nicht das Glück der Erde ist. War ja in meiner letzten Partnerschaft auch nicht so. Ganz im Gegenteil. Es war nur eine Illusion. Am Ende gibts die Faust aufs Auge. Aber ich habe etwas gelernt, besonders dank Fr. Respektina: Die Interaktion mit Menschen, besonders Frauen, bringt mir viele tolle Dinge. Freude, Spaß, Spannung, Spiel und Überraschungen. Es ist das Salz in der Suppe. Eine Beziehung ist das Eine. Nicht unbedingt nötig, schon gar nicht um jeden Preis. Aber neben Fitness, Ernährung und Persönlichkeitsentwicklung ist die Zeit mit einer tollen Frau ein weiterer Baustein des Lebens. Und irgendwann wird auch die dabei sein, die die letzte ist, in diesem Projekt Beziehung.

Deswegen freue ich mich darauf, mich auch in diesem Thema endlich selbst von der Leine zu lassen. Genug Akkus aufgeladen. Genug umgesehen. Genug Appetit geholt. Genug zugesehen, abgewartet. Erkennen, erwachen, verändern! Es ist Zeit den Lifestyle auf die nächste Stufe zu bringen, zurück dahin wo ich damals war. Und noch weiter! Frauen lieben Deinen Lifestyle, nicht Dich. Aber sie sind toll. Sie können unheimlich tolle Lehrer sein. Wie Fr. Respektina. Sie sind ein Aspekt des Lebens. Ein wichtiger. Die Balance ist entscheidend. Die letzten Monate habe ich meinen Geist und meinen Körper gereinigt. Jetzt ist es Zeit… und ich zitiere da gerne Tobias Beck… ANDEREN MENSCHEN KONFETTI INS LEBEN ZU STREUEN!!!

2019-09-12

PS: Die Energie ist da. Die Fähigkeiten sind es auch. Also ist es doch echt an der Zeit auch auf der Ebene den buddhistischen Ansatz zu leben und anderen Menschen eine tolle Zeit zu bescheren. Gerne dürfen sie weiblich sein. Und hübsch. 😉

Philosophischer Sonntag – Wem wir uns überlegen fühlen sollten

Es wird einmal wieder Zeit für den nächsten Philosophischen Sonntag. Der ist ja inzwischen wirklich zu einer Rarität geworden. Bei sonst so aller gelebten Sachlichkeit und der energiegeballten Lebenseinstellung „nach vorne, nach vorne, nach vorne!“ zu gehen, ist es mehr als ratsam zwischenzeitlich auch mal inne zu halten. Um wieder mehr aus der Mitte sprechen zu können. Von irgendwo zwischen Bauch und Herz. Nicht aus dem Kopf. Das ist wirklich nötig, aleine schon um unsere Mitte mit unserem Verstand abzugleichen. Denn dieser spielt uns manchmal gerne Streiche. Und oft merken wir es gar nicht.

Philosophischer_Sonntag

Ich bin mir durchaus bewusst, dass ich täglich auf einem schmalen Grat wandere, wenn es darum geht die richtige Balance zu finden zwischen Hochmut und Demut. Ziehen wir einmal zwischen diesen beiden Extremen des Sozialverhaltens eine gedachte Linie. Eine Grenze. Dabei möchte ich weder ein Stück weiter auf der einen Seite wandern noch ein bisschen weiter auf der anderen Seite. Aus meiner Sicht ist der gesündeste Ort die ausgeglichene Mitte. Wo ich es sonst strikt ablehne, erhält genau an der Stelle der Begriff „Linientreue“ ausnahmsweise eine positive Notation.

Wo genau verläuft die Grenze?

Das individuell zu beantworten ist unmöglich. Für jeden von uns wird sie woanders liegen. Hilfreich ist hier allerdings in jedem Fall wieder allgemeingültige Verhaltensweisen zu verstehen. Uns selbst zu verstehen. Unsere Psyche und die Psyche der Anderen. Deswegen nehme ich Dich mit auf einen kurzen Ausflug. Komm mit.

Wo die Grenze zwischen Hochmut und Demut liegt, ist sehr individuell. Für die meisten Menschen liegt sie aus meiner Sicht aufgrund unserer Erziehung und Kultur in einem ungesunden Maße verschoben zu weit auf der Seite des Demuts. Evolutionär bedingt können Menschen bei Gefahr nur mittels instinktiver Reflexe reagieren. Flucht, Angriff oder Starre. In der Moderne jedenfalls entscheiden sich die meisten Menschen für die Flucht. Beispielsweise bei einer Straßenschlägerei. Kaum einer würde sich als Unbeteiligter mitten ins Getümmel stürzen. Was sicherlich auch vernünftig ist. Aber es ist eben keine starke Wahl. Es ist eine vernünftige Wahl. Wahrscheinlich auch eine gute Wahl. Aber nicht stark im Sinne von kräftig.

So tickt allerdings unsere gesamte Gesellschaft. Und eben nicht nur bei Straßenschlägereien, sondern leider auch im Job. In Anlageentscheidungen. In der Beziehung. In Freundschaften. In der Familie. In Nachbarschaften usw. „Nur nichts falsch machen!“, lautet die Standardparole. Meine lautet anders, und das tue ich auch offen kund. Sowohl im Job als auch sonstwo: „Wo ich bin ist vorne!“ Und nicht immer ist Flucht die beste Variante. Und erstrecht nicht die vernünftigste. Selten sogar nur! Oft wäre die Starre, im Sinne von „einfach aushalten“ deutlich besser. Nicht immer müssen wir uns verstellen und davonlaufen, um zu überleben. Das war früher. Heute ist Angriff aus meiner Sicht oft die bessere Variante. Da wir selbst bei Niederlagen höchstens ein bisschen Geld verlieren würden. Aber sicher nicht mehr gleich unser Leben. Proaktiv ersetzt reaktiv. Gilt überall, wie gesagt. Auch in der Partnerwahl und in Beziehungen.

Wir sind geprägt und durchsetzt von Angst. Angst den Job zu verlieren. Angst unseren Partner zu verlieren. Angst, dass unser Umfeld uns nicht mehr mag. Im Endeffekt ist der Urinstinkt des Menschen sein Überlebenswille. Was einerseits unsere Erhaltung garantiert, uns andererseits aber brutal hemmt uns selbst zu entfalten. Ein Beispiel? Wenn wir uns selbst in Situationen aufkommender Angst ehrlich die Frage stellen: „Und warum habe ich Angst davor ?“, dann würden wir feststellen, dass wir letztlich Angst haben zu sterben. Das ist die Kehrseite unseres Urinstinktes. Das ist die Basis von allem.

– Warum sagst Du Deinem Chef nie Deine Meinung, obwohl Dir danach ist?
– Weil Du Angst hast, dass Du Deinen Job verlieren könntest.
– Warum hast Du Angst Deinen Job zu verlieren?
– Weil Du Dir dann Deine Kredite auf Dein Haus und Dein Auto nicht mehr leisten kannst. Und Deine Frau (oder Deinen Mann) und Kinder auch nicht mehr. Und Dein eigenes Leben genausowenig.
– Und warum hast Du Angst davor?
– Weil Du Deinen schuldfinanzierten materiellen Mist dann verlieren würdest und Deine geliebten Menschen dann gehen könnten und Du alleine wärst.
– Warum hast Du Angst davor?
– Weil Du dann nichst mehr hättest, woran Du Dich festhalten kannst.
– Und warum hast Du Angst davor?
– Weil Du dann nichts mehr zu Essen kaufen könntest und mental schwach wirst.
– Und waurm hast Du Angst davor?
– Weil Du dann vereinsamen und verhungern würdest.
– Und warum hast Du Angst davor?
– Weil Du dann stirbst!

Zwischen Hochmut und Demut und Angst

Wie immer habe ich soeben ein bisschen ausgeholt. Aber es ist Sonntag. Da sollten wir in Ruhe tun. Uns Zeit nehmen. Es liegt also an Dir, wo Du Deine Grenze ziehst. Aber Du solltest verstanden haben, dass das hauptsächlich an Deinem Umfeld und an Deiner Erziehung liegt. Eine Frau in einem Café anzusprechen, auf sie zuzugehen, während das 20 andere Personen mitbekommen, ist das nun hochmütig oder demütig? Ist es auch hochmütig eine Frau anzusprechen, die „viel besser“ aussieht, als ich? Oder muss ich demütig sein, „so eine attraktive Frau“ überhaupt sprechen zu dürfen, da sie sich sonst doch nur mit Instagram-Models abgibt?

Es sind die falschen Fragen! Falscher Kontext! Es erfordert Mut, das ja. Aber es ist weder Hochmut noch Demut im Spiel. Es gibt hierbei kein Über- oder Unterordnungsverhältnis. Da würdest Du mir vermutlich zustimmen. Aber aus welchem Grund sollte man eine Frau nicht in einem Café ansprechen? Es ist die eigene Angst. Und das hat erstmal nichts mit Hochmut und Demut zu tun. Da würdest Du mir vermutlich ebenfalls zustimmen. Wie wäre das, wenn jemand anderen Menschen davon erzählt, dass er letzte Woche richtig dick Geld verdient hat? Wie wirkt das? Hochmütig? Demütig? Weder noch? Die Frage ist doch, warum derjenige das erzählt? Vielleicht ist er ein Trainer und möchte gerade Anderen genau das beibringen?! Achso…

Vielleicht denkst Du Dir gerade auch einfach nur: „Was will er mir damit sagen? Die Fragen haben doch nichts mit der Sache zu tun!“ Ja. Eben. Sie haben nichts mit der Sache zu tun. Ob also jemand hochmütig oder demütig ist, entscheidest Du für Dich. Und derjenige für sich. Das muss sich nicht decken. Wenn jemand Dir einen Spiegel vorhält und Dir zeigt, dass Du auf dem Holzweg bist… ist derjenige dann hochmütig? Besonders weil er sich erlaubt ungefragt Ratschläge zu erteilen? Ja? Okay. Für einen Anderen ist er einfach nur mutig, weil er sich der Gefahr aussetzt, dass Du ihn dafür verurteilst. Und sein Angebot zu lernen lieber ausschlägst.

Manche verwenden an Stelle des Begriffs „Hochmut“ auch den Begriff „Arroganz“, das geht uns für gewöhnlich leichter über die Lippen. Es ist der gefühlt modernere Begriff. „Man, ist der aber arrogant!“ oder „Hochmut kommt vor dem Fall!“. Ich glaube, dass wir uns alle selbst solche Dinge öfter haben sagen hören. Im Laufe unseres Lebens. Ist es nicht so? Die Frage ist doch, ob solche Aussagen nicht in Wahrheit pauschale Werturteile über Menschen darstellen, die wir in den seltensten Fällen gar nicht wirklich kennen. Wir maßen uns damit Urteile an über Lebewesen mit Gefühlen und Gedanken. Menschen haben Gefühle. Wir degradieren sie pauschal zu bloßen Objekten, wenn wir ihnen den Stempel „arrogant!“ aufdrücken. Was abgestempelt ist, kann weg. Oder?

Nicht meine Art. Nicht meine Variante. Was tun wir denn in so einem Moment in Wahrheit? Wir verhalten uns nicht anders als die Person, der wir vorwerfen sich „falsch“ zu verhalten. Wir bescheinigen ihr beispielsweise Arroganz und merken im selben Atemzug nicht, dass es die höchste Form der Missachtung ist, einen einzelnen konkreten Menschen pauschal zu verurteilen mit einem Prädikat, das uns selbst in diesem Moment wesentlich treffender beschreibt. Man könnte auch sagen: „Zeigst Du mit dem Finger auf jemanden, dann bedenke, dass dabei gleichzeitig 4 Finger auf Dich zeigen!“

Irren ist menschlich. Wir alle neigen dazu, zu urteilen. Besonders gegenüber unbekannten (Menschen-)Massen. „Die sind alle nicht klug!“, denken wir uns manchmal. Und meinen in Wahrheit „Die sind alle nicht so klug wie ich!“. Wir denken manchmal auch „die leben alle so unbewusst und ungesund!“ und meinen in Wahrheit „die leben alle so unbewusst und ungesund, im Gegensatz zu mir!“. Das ist doch alles normal, dass wir Dinge oder Abläufe in Beziehung zu uns selbst setzen. Selbstverständlich pauschalisieren wir mit solchen Aussagen. Aber die Frage ist eine andere.

Der Unterschied zwischen universell und individuell

Der Unterschied ist doch, dass wir damit niemanden persönlich adressieren. Wir sollten Menschen individuell betrachten, wenn es um einzelne geht. Wir können pauschalisieren, wenn es um Massen geht. So funktioniert Statistik. Sonst müsste die Auswertung einer Befragung von 1000 Personen grafisch auch auf 1000 Seiten abgebildet werden. Für jeden Befragten eine eigene Auswertung.  Was würde das aussagen? Nichts. Sprechen wir über Phänomene, helfen uns Pauschalisierungen. Sprechen wir über Individuen, schaden sie uns. Jeder Mensch ist einzigartig. Einzigartig wundervoll. Die meisten Menschen sind sich dessen nur selbst nicht bewusst. Dafür gibt es aber auch Blogs wie diesen. Sich bewusst zu werden. „Jeder bekommt die Medien, die er verdient hat.“, ist auch so einer meiner Lieblingssprüche. Wobei ich das sonst immer auf die üblichen Medien beziehe. Die Schlafschafe schauen Mainstreammedien. Während einer Minderheit klar ist, dass die Masse immer Unrecht hat. Deswegen liest sie eben andere Medien. Es liegt an jedem selbst zu tun was er für richtig hält. Das ist letztlich auch eine pauschalisierende Aussage. Aber so funktioniert das Leben nun einmal. Ich habe es nicht erfunden.

Oder anders gesagt: Es ist zulässig, von vielen gleichartigen einzelnen Individuen auf Eigenschaften einer Ähnlichkeitsgruppe zu schließen. Dann clustern wir. Wir bilden Gruppen, in dem wir ähnliche „Objekte“ zusammenfassen. Das können Menschen mit bestimmten Eigenschaften oder Fähigkeiten oder Verhaltensweisen sein. Ein Cluster könnte sein: „Der überwiegende Teil der Männer trägt mindestens Schuhgröße 40.“ Mit dieser Aussage sind wahrscheinlich 95% aller Männer erfasst (nur eine Schätzung!). Damit bilden wir ein Cluster (eine Gruppe) und packen dort pauschal diese breite Masse der Männer hinein. Dass wir damit nicht alle abdecken, nehmen wir billigend in Kauf. Anders wäre das Leben nicht gestalt- und handhabbar. Wir benötigen Gesetzmäßigkeiten, die auf Ähnlichkeiten und Wiederholungen basieren. Wenn Du beim Hautarzt einen Termin möchtest, dann tust Du das, weil Du ein Problem mit Deiner Haut hast. Und nicht mit den Zähnen. Sonst wärst Du zum Zahnarzt gegangen. Wir schreiben also der Gruppe der Hautärzte bestimmte Eigenschaften zu, beispielsweise Hauterkrankungen behandeln zu können. Zahnärzten schreiben wir andere Eigenschaften zu. Für gewöhnlich ist die Gruppe der Hautärzte in der Lage Hautkrankheiten zu behandeln. Und die Gruppe der Zahnärzte hat die Fähigkeit Zahnerkrankungen zu behandeln. Dabei gibt es dann jeweils gute und schlechte. Sind alle guten Hautärzte auch sportlich? Oder reisen sie gerne? Oder essen sie viel Fisch?

Mach niemals umgekeht den Fehler, aus einer bestimmten Gruppe (einem Cluster) auf einzelne Individuen in anderen Kontexten zu schließen. Auch dazu neigen wir sehr gerne. Das kann uns allerdings Kopf und Kragen kosten. Beispielsweise gehen wir davon aus, dass Menschen, die regelmäßig Fastfood konsumieren, eher krank, faul und depressiv… und übergewichtig sind. Was mit Sicherheit zweifelsfrei stimmen wird. Allerdings heißt das nicht umgekehrt, dass sich in diesem Cluter nicht Personen befinden können, die beispielsweise Profifußballer sind. Oder Literaturnobelpreisträger. Oder Dein Partner, der so viele wundervolle Eigenschaften in sich trägt.

Die Ausage, dass viel Fastfood fett macht, ist sicher richtig. Pauschalisierend, aber wahr! Aber die Aussage, dass Fastfood-Esser keine guten Angler, Schreiner oder Verkäufer sein können, wäre absurd. Mir ist klar, dass das alles völlig logisch erscheint und für viele Menschen eigentlich keinen eigenen Artikel wert wäre. Ist es doch, sage ich! Denn wir sind viel zu schnell und zu platt und zu pauschal, wenn es darum geht, wie wir mit einzelnen anderen Menschen umgehen. Wie wir sie zuerst BEurteilen, um sie im nächsten Atemzug zu VERurteilen. Und uns damit selbst der Möglichkeit berauben, wundervolle Möglichkeiten und Eigenschaften anderer Menschen entdecken zu könen. Und daraus zu lernen.

Wann ist jemand für Dich hochmütig oder demütig?

Ob jemand für Dich also hochmütig oder demütig ist oder sogar aus Deinem Idealbild heraus genau auf dem schmalen Grat wandert und die perfekte Balance hält, kann ich Dir also nicht beantworten. Beim besten Willen nicht. Aber ich kann mein Bestes geben darzustellen, welchen Regeln Du Dich selbst unterwirfst und warum Du den Grat für Dich genau dort verlaufen lässt wo Du ihn verlaufen lässt. Es ist Deine Entscheidung, dass Du Dinge als hochmütig betrachtest, die ich vielleicht als relativ demütig ansehe. Oder umgekehrt.

Jeder von uns ist anders. Das ist immer so und nicht neu. Aber uns das bewusst zu machen ist so wichtig. Das entscheidet über die tägliche Lebensqualität. Aus meiner Sicht gibt es hierfür 2 grundlegende Dinge zu befolgen und Dir wird es weder passieren, dass Du zu hochmütig noch zu demütig wirst. Und das sind die Achtsamkeit und die Bewusstheit. Das sind Dinge, auf die mich vor ein paar Jahren Eckhart Tolle brachte. Andere wiederum lassen sich eher von Thích Nhất Hạnh inspirieren. Viele Wege führen zum Ziel.

Du solltest Dir also, anstatt mit dem Finger auf Andere zu zeigen und sie als hochmütig zu be- und verurteilen, gewahr sein, dass Du dabei mit 4 Fingern auf Dich zeigst. Du solltest Dir lieber die Frage stellen, ob Du ein freier Mensch bist. Gedankenfrei. Ob Du es Dir selbst erlaubst frei zu denken. Frei von Konventionen. Ob Du den Verlauf des schmalens Grats zwischen Hochmut und Demut wirklich bewusst festgelegt hast. Oder ist Dir das von der Gesellschaft bzw. durch die Erziehung so beigebracht worden? Beschäftige Dich lieber mit Dir selbst als mit anderen Menschen. Kehre vor Deinem eigenen Teppich, dort ist in aller Regel gut zu kehren. Deswegen bin ich so gerne mein härtester Richter. Mein nörgelndster Kritiker. Mein unzufriedenster Erzieher. Wenn ich mir die Zeit nehme mich mit mir zu beschäftigen, brauche ich mich nicht mehr so viel mit anderen Menschen beschäftigen. Höchstens hier im Blog. Aber das ist in Wahrheit auch nur ein Tagebuch, indem es um mich geht.

Und ich möchte den heutigen Artikel mit einem Zitat abschließen. Einem, das ich gestern Nacht entdeckt habe. Das mich wirklich aus den Socken gehauen hat. Weil es sich so wunderbar natürlich richtig für mich anfühlt und gleichzeitig auch schon lange mein täglicher Antrieb ist. Aber ich hätte es nicht besser in Worte fassen können. Darum verneige ich mich dafür vor dem Literaturnobelpreisträger Ernest Hemingway:

„Es hat nichts Edles, sich seinen Mitmenschen überlegen zu fühlen. Wahrhaft edel ist, wer sich seinem früheren Ich überlegen fühlt.“

PS: Dass Manches von mir manchmal hochmütig wirken mag, verstehe ich. Das liegt am definierten jeweiligen Verlauf des Grats zwischen Hochmut und Demut jedes Einzelnen. Wie mir in diesem Artikel heute hoffentlich herauszuarbeiten gelungen ist. Aber es geht für mich um nichts Geringeres als das Besagte in diesem Zitat. Jeden Tag die neue beste Version von mir selbst zu sein! Ich kann mir nichts davon kaufen klüger zu sein als Andere. Oder schöner. Oder reicher. Oder trainierter. Oder was weiß ich. Aber ich gehe jeden Tag in eine neue Herausforderung. Die Challange gegen mich selbst, besser zu werden! Dass ich dabei automatisch den Einen oder Anderen überholen werde, liegt in der Natur der Sache. Aber es ist mir einfach egal. Es ist mir egal! Ich kehre vor meinem Teppich. Der ist schmutzig genug. Jetzt ist damit auch die Antwort auf den Titel des heutigen Artikels gegeben. Wem wir uns überlegen fühlen sollten.

Zwischen Studium und den Frauen und Fr. Fashion

Eigentlich hänge ich unter Hochdruck an einer Arbeit für mein derzeitiges Studium. Eigentlich, ja. Ich habe mal wieder spät begonnen. Vielleicht zu spät. Vielleicht aber auch nicht. Wir werden sehen. Wann immer es in meinem Leben zeitlich gesehen eng wurde und ich liefern musste, habe ich noch immer geliefert. Meist sogar Höchstleistungen. Fokussieren. Eingrenzen. Beschränken. Liefern. Fertig. Und bevor ich das tue, kam mir vorhin die Idee, noch eben einen Artikel raus zu donnern. Schreiben für mich selbst bereitet mir noch immer am Meisten Freude.

Die letzte Projektarbeit gab eine 1,0. Hatte ich auch recht knapp fertig gestellt. Damals hatte ich aber auch noch Lebensgefährtin und zwei Kinder „um die Ohren“. Heute bin ich auf mich alleine gestellt. Knapp ist es vielleicht gerade deshalb, weil ich die letzten Wochen eben gerade nicht mehr die mir bis dahin so lieb gewonnenen Personen um mich herum hatte. Stattdessen musste ich wieder lernen auf mich alleine gestellt zu sein. Und dafür musste ich Prioritäten ändern. Und zunächst nur mich selbst als Menschen in den Vordergrund rücken. Die entstande Leere durch das Fehlen meiner gewohnten Menschen mit mir selbst auffüllen. Und auch das Studium weiter hinten anhängen.

Und anstatt all meine Energie in mein Studium zu investieren, habe ich es ins Studium meines eigenen Körpers investiert. Ein wenig auch in Spaß und das Kennenlernen neuer Frauen, jedoch letzteres wirklich nur sehr wenig. Naja, ich finde, dass sich die neuen Prioriäten bislang gelohnt haben. Auch wenn sie zulasten des Hochschulstudiums und meiner Projektarbeiten gehen. Einen leichten Anflug eines Sixpacks kann ich jedenfalls schon erkennen. Meine Motivation ist schon gigantisch, muss ich sagen. Bezogen auf mein Körperstudium im Selbstexperiment. Ich habe noch nichts jemals so brutal durchgezogen wie das Projekt Maschine. Wenn ich bedenke, wie ich vor wenigen Monaten noch gerne abends fast rituell Chips gegessen habe. Gerne kuschelnd, beim Filmschauen. Und mir dabei in meiner Wohlfühloase namens „eigene Familie“ meiner selbst so sicher war.

Nebenbei, eine Haupterkenntnis in aller Kürze: Alles was Du besitzt, kannst Du auch wieder verlieren. So nüchtern und sachlich sollte ich das sehen. Ich bin hingefallen. Schlecht. Ich bin aufgestanden. Gut. Mund abwischen. Weiter machen. Inzwischen sehe ich es auf meiner Reise der Persönlichkeitsentwicklung selbstreflektierend so, dass ich über mich selbst lachen muss. Was auch zuletzt an den neuen Trainern liegt, denen ich folge. Sie sind so schonungslos offen und so unglaublich hart in der Selbstreflexion, dass Granit nichts dagegen ist. Ich bin beeinflussbar von guten Leuten, zum Glück. Ja, zum Glück gibt es verdammt gute Trainer da draußen in der Welt. Die einem in 2 Wochen mehr beibringen, als man selbst in mehreren Jahrzehnten lernen könnte. Und das auch noch ausschließlich durch Video-Vorträge und Podcasts. Irre.

Jedenfalls bringen diese Menschen mich zum Sinnieren über mich selbst bzw. mein Leben. Diese Gedanken führen mich bisweilen immer öfter zu inneren Dialogen gegenüber meinem Leben, im Stile von: „Was für einen dreckigen Schicksalsschlag Du mir beschert hast! Was willst Du mir damit nur sagen?! Du willst mich kleinkriegen, gibs zu! Gib es zu! Niemals! Du bist eine widerliche Hydra. Und wenn Dir verdammter Hydra noch so viele Köpfe nachnachwachsen, ich schlag sie Dir immer wieder alle ab!“

2019-05-31

Genug des Ausflugs in die griechische Mythologie. Kommen wir zurück in die Realität. Oder verschwimmen nicht längst die Grenzen zwischen Mythologie und echtem Leben? Ist das ganze Leben nicht vielleicht eine einzige Hydra? Ist das Leben nicht irgendwie ein Kampf, in dem nur die Wenigsten je zu kämpfen begonnen, sondern sich noch vor jeglichem aufkeimendem Konflikt ergeben haben? Es ist heute kein Philosophischer Sonntag, also brechen wir hier ab. Fullstop.

Ich hatte wie angekündigt mein zweites Date mit Fr. Kaufhaus. Die ich übrigens ab jetzt Fr. Fashion nenne. Weil sie für ein Modelabel arbeitet. Fr. Kaufhaus klingt so steril, finde ich. Nennen wir sie lieber Fr. Fashion.

Zum Date selbst gibt es nicht so wahnwitzig viel zu sagen. Das Sensationelle ist: Ja, tatsächlich, es gab ein Folgedate!!! Wahnsinn! Eine Frau wollte mich also wieder sehen! Das ist doch mal ein Glas Champagner wert oder? Auf mich selbst! Prost! Auf mich, den alten Langweiler.

Ach Freunde, was gibt es Köstlicheres als Sarkasmus gegen sich selbst? Einfach geil!

Wir wollen demnächst zusammen kochen. Oho. Klingt also nach einem weiteren Date. Spricht also definitiv für die Frau, dass sie mich wiedersehen möchte. Da können sich all die anderen Damen aber mal eine Scheibe abschneiden von ihr. Ich meine all die Damen, die im Projekt Beziehung (Teil 1 und 2) meinen Weg als einmalige Dates mit ihren Leichen gepflastet haben. Ich fuhr schon einen ordentlich hohen Verschleiß. Friedhof der Kuscheltiere. Fr. Fashion muss also irgend etwas an mir entdeckt haben, was es aus ihrer Sicht Wert sein muss, mich wieder sehen zu wollen. Was das wohl ist? Vielleicht steht sie auf Langweiler? Passt. Damit kann ich dienen! 🙂

Ach Freude. Ich muss mal aufhören mit diesem Sarkasmus. Nein, im Ernst. Eigentlich freue ich mich gerade wirklich nur. Über einen wesentlichen Umstand am allermeisten. Lasst es mich so sagen, ich war in Sachen Pickup doch kaum mehr aktiv. Insgesamt so wenig, wie ich in meinen Spitzenzeiten damals als kleines 2-Tages-Pensum erfüllt hatte. Und speziell die letzten 2 Wochen habe ich kaum mehr Frauen angesprochen. Insgesamt vielleicht 5, oder so? Ich beobachte viel und suche draußen sehr den Blickkontakt. Ohne aktiv zu werden. Ich lasse mehr auf mich zukommen was das Leben zu bieten hat. Dazu zählen auch die Frauen. Und ganz besonders deshalb freue ich mich, dass das Date mit Fr. Fashion so „leicht“ entstanden ist. „Leicht“ im Sinne von „Leichtigkeit“. Kein verbissenes Hinterherrennen einer jeden Frau. Keine 100-Meter-Sprints auf offener Straße, nur um die nächste Granate noch einzuholen. Das Date, bzw. nun schon das 2. Date, ergab sich also mehr aus der Ruhe. In der Ruhe liegt die Kraft, sagt man.

Ich freue mich also darüber am Meisten, dass ich mir dieses Date (und auch das mit Ms. Osteuropa) mit so viel Gelassenheit in mein Leben zog. Fast erhaben, würde ich sagen. Und neben diesem Umstand der Freude, nehme ich aus der aktuellen Situation noch ein paar weitere Erkenntnisse bzw. offene Fragen für mich ganz persönlich mit:

  1. Ich habe in ihr eine Frau getroffen, die viel schneller (!) spricht als ich. Premiere! Das ist ein bisschen anstrengend, gebe ich zu. Jedenfalls wenn es für aus meiner Sicht um nicht so spannende Themen geht. Aber was ich auch feststellen muss ist, dass ich die Anstrengung lieber habe als Langeweile durch ein einschläääääferndeeeeeees Spreeeeechtempoooooooo. Keine Sorge, ich versuche dennoch weiterhin immer überall schööööööön langsaaaaaaaam zuuuu spreeecheeeeeeen.
  2. Unser Kontakt zwischen den Dates ist schon äußerst spärlich. Das habe ich so auch noch nie erlebt. Besonders nachdem… äh… naja… es jetzt zwischen uns nicht bei einem Eskimo-Bussi geblieben ist. Das kenne ich so nicht. Normalerweise kleben sich die Frauen dann an meine Fersen. Ich denke da beispielsweise an die Klette oder auch an Fr. Schlange. Bei Fr. Schlange war es schon sehr extrem. Ich habe das jedenfalls immer so erlebt, dass die Frauen – bereits nach den ersten Dates – stark kontaktbedürftig geworden sind. Was mir immer gut gefallen hat, da ich normalerweise genauso bin. Allabendliche Telefonate waren dann Gang und Gäbe. Und auch die eine oder andere WhatsApp-Nachricht zusätzlich untertags. Fr. Fashion handhabt das anders. Sie kommt wohl auch kontaktlos oder mit spärlichem Kontakt ganz gut klar. Ich stelle das bis hier erstmal wertfrei fest. Passt. Und jetzt führt mich das zum 3. Punkt meiner Aufzählung.
  3. Werde ich gegamed (englisch „to game“ = spielen)? Ich kann mir das im Moment nur so erklären, indem ich mir selbst die Frage stelle: Wann würde ich einer Frau nur sehr spärlich oft schreiben und auch nicht jeden Hebel in Bewegung setzen, damit so schnell wie nur möglich das nächste Date zustande kommt? Na?! Interessante Frage, oder? 😉
    Ich jedenfalls würde das nur dann tun, wenn ich auf keinen Fall eine tiefere emotionale Bindung zu diesem Menschen aufbauen wollen würde. Während den Dates ist sie sehr wohl emotional und auch durchaus… sagen wir… sinnlich. Was im Umkehrschluss für mich bedeutet, dass sie jedenfalls nicht auf der Suche nach der Beziehung ihres Lebens ist. Dazu unternimmt sie für meinen Geschmack an vielen Tagen schon zu viele andere Dinge, mit wem auch immer. Daher die interessante Frage: Werde ich gegamed? Müsste ich 5 Euro wetten, würde ich es tun. Und davon ausgehen, dass ich einer von mehreren bin.

Und mit dieser Frage entlasse ich mich selbst ins Wochenende. Und schei** auf eine Antwort. 😉

PS: Jeder soll in seinem Glauben sein dürfen. Aber eines ist klar, mich gamed niemand mehr. Definitiv nicht. Gegamed wurde ich von Fr. Schlange, schon in der ersten Nacht. Das passiert mir nie wieder. Also nicht das Ding mit der ersten Nacht. Das kann schon mal wieder passieren. 🙂 Aber zu meinen, dass nur ich der Pickupper sei… Nee. Witzig ist doch: Ich pickuppe derzeit gar nicht. Ich habe längst begonnen authentisch(er) zu sein. Ich bin draußen unterwegs, ja. Aber ich mache wonach mir ist. Ich feuere keinerlei Routinen (mehr) ab, wie es im Pickup-Jargon heißt. Keine Techniken und keine Sprüche mehr. Ich komme aus meiner Mitte. Ende. Ich bin inzwischen so gut es geht einfach nur „real“. Möchte die Frau zunächst nur sprechen und sehen, ob sie überhaupt etwas für mich sein könnte. Das ist mein Mindset, inzwischen. Und das gefällt mir verdammt gut. Und die 2 Dates mit 2 verschiedenen Frauen trotz der geringen Anzahl an Damen, die ich überhaupt angesprochen habe, zeigt mir schon den richtigen Weg.
Und wenn es so ist, dass Fr. Fashion mich tatsächlich „nur“ gamed? Läuft. Leasing-Fahrzeuge fährt man auch nicht den ganzen Tag. Car2go und DriveNow sind doch das neue Prinzip oder? Schaut mal in die Großstädte! 😉 Hab ich von Fr. Schlange gelernt, der extrem-hypergamen Hydra. Redpill. MGTOW. Danke. Nachricht ins Logbuch an mich selbst: Nimm das Leben wie es kommt, Mr. Projekt Beziehung!

Wieso ist da ein Loch?

Die Frage ist doch, warum wir uns nach dem Ende einer Beziehung gefühlt in einem Loch befinden. Warum da eine Leere entstanden ist, die vermeintlich unbedingt aufgefüllt werden muss.

Heute wird das ein selbstreflexionistischer Artikel. Für meinen neuen Lebensweg ein wichtiger Artikel, ein Schrittchen nach vorne in die Freiheit.

Es ist doch so, dass nach dem Ende gefühlt ein riesiges Loch entstanden ist. Objektiv betrachtet ist das auch völlig richtig. Plötzlich darf ich zwar nicht mehr mit 3 lieb gewonnenen Menschen zusammen meine Zeit verbringen. Muss umgekehrt aber auch nicht mehr auf ihre alltäglichen Herausforderung(ch)en Rücksicht nehmen oder mich engagieren. Es wird Zeit frei. Diese neu gewonnene Zeit ist das gefühlte Loch, das durch die Abwesenheit der gewohnten Tagesabläufe entstand.

Von Würmern in Fallobst

Ich merke, dass derzeit etwas in mir vorgeht. Und ich glaube, dass es sehr gut ist für meine weitere Entwicklung. 2 Jahre zurück gedacht sah es doch so aus, dass ich mich auf dem Höhepunkt meiner Persönlichkeitsentwicklung befand. Ich war selbstbewusster als je zuvor, ich hatte mehr Dates und mehr soziale Interaktionen als je zuvor. Ich hatte viele Frauen kennen gelernt.

Gut, die meisten der betroffenen sog. Frauen würde ich für eine Beziehung nicht einmal gegen Geld haben wollen. Aber egal, darum ging es ja gar nicht. Ganz im Gegenteil, es war mir klar, dass ich all das Fallobst ein Stück weit in mein Leben herein lassen müsste, um unterscheiden können zu lernen zwischen Fallobst und echt knackigen oder gar reifen Früchten. Dass ich mich nun im Nachhinein betrachtet in meiner Erstbewertung meiner Beziehung und des damaligen Beziehungsanfangs geirrt habe, ist wieder etwas ganz anderes. Das soll nicht das Hauptthema sein. Auch da habe ich gelernt.

Ich hielt also zwar kein Fallobst für eine knackige (oder reife?) Frucht, allerdings habe ich nicht gemerkt, dass sich in der vermeintlich tollen Frucht ein paar gehörige Würmer eingenistet hatten. In Zukunft muss ich eben das Obst einmal halbieren oder vierteln und einen prüfenden Blick darauf werfen, bevor ich rein beiße. Selbst Dr. Best würde das bestimmt empfehlen.

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Fakt ist allerdings eben, dass es mir gefühlt verdammt gut ging. Ich hatte das Pickuppen sogar wieder etwas zurück gefahren, weil mir damals zwischenzeitlich sogar Beschäftigungen ohne jegliche menschliche Interaktionen begannen Spaß und Freude zu bereiten. Ich sah mir beispielsweise Filme an. Alleine. Irre, ja. Alleine! Ich schaue normal nie Filme. Wenn dann gar nicht alleine, aber damals tat ich das hin und wieder. Und es fühlte sich richtig toll an. Ich hatte meine eigene Wohnung und war zufrieden und glücklich mit meiner Freiheit. Konnte tun und lassen was ich wollte. Manchmal hatte ich Bekanntschaften, wenn sie allerdings gingen, war ich nie traurig. Denn ich wusste, dass die nächste Bekanntschaft nicht lange auf sich warten lassen würde. Und ich meinem Ziel zur Traumfrau immer näher rücken würde. Zuweilen wurden mir die Bekanntschaften auch zu anstregend, ich erinnere an „die Klette“ oder auch „Fr. Tinder“. Meine Leser von früher kennen die Storys. 😉

Nun, also ich fühlte mich gut und frei. Und dann lernte ich Fr. Schlange kennen und verbrachte mit ihr die schönste Zeit meines Lebens. Hm. Ja, dafür gab es dann zwar die ganz dicke Schaufel zum Schluss, mitten ins Gesicht. Aber eine ganze Weile war es die schönste Zeit meines Lebens, das kann ich so sagen. Sie war meine Traumfrau. Und ein ganz übler Albtraum, das wusste ich jedoch zu Beginn noch nicht. In die Zukunft kann keiner sehen, auch klar. Nicht einmal ich (da ist wieder so ein bisschen dieses übertriebene Selbstbewusstsein – ein gutes Anzeichen!).

So. Nun ist Fr. Schlange weg. bzw. Fr. Schlange ist noch da, aber ich bin weg. Eigentlich ist Fr. Schlange noch da und hat einen anderen an ihrer Seite. Hr. Schlange. Aber da tat sich in mir nach der Trennung ein großes schwarzes mentales Loch auf. Ich merke, dass ich dieses Leid zu kompensieren versuche. Selbstreflexion der schonungslosen Art. Diese Leere muss unbedingt beseitigt werden. Keine Einsamkeit mehr. Hoffentlich. Jetzt. Schnell. „Ansprechen ansprechen ansprechen“, lautet die schnelle Lösung scheinbar. Aber ist es das wirklich wert? Warum denke ich so?

Leere und Fülle

Dass eine Leere entstanden ist, ist objektiv völlig unstrittig. Der Tagesablauf hat sich vollkommen geändert. Das Einschlafen ist ein anderes. Kuscheln mit… niemandem. Das Aufwachen ist ein anderes. Kuscheln mit… niemandem. Dazwischen viel Einsamkeit, trotz der Nähe zu Freunden und zur Familie. Der Magen dreht sich um. Ein beklemmendes und bedrückendes Gefühl. Den ganzen Tag, die ganze Nacht. Aber warum?
Glücklicherweise wird es täglich ein Stück besser. Inzwischen geht es mir recht gut mit der Situation. Hat Gründe, später dazu mehr.

Kurz vor Fr. Schlange, vor ca. 2 Jahren, hatte ich doch auch keine umgedrehten Mägen ertragen müssen und keine beklemmenden Gefühle der Einsamkeit. Dieses aktuell gefühlte Loch existierte damals gar nicht. Wie kann das sein? Fr. Schlange war damals nicht da. Fr. Schlange ist heute nicht (mehr) da. Dazwischen war Fr. Schlange da, gut. Aber davor und danach (jetzt!) nicht. Trotzdem ist da Leere. Warum? Und warum muss ich diese Leere ausfüllen? Oder meinen diese ausfüllen zu müssen? Irgendwie menschlich vollkommen nachvollziehbar und doch grotesk, oder?

Das Fehlen von Fr. Schlange an meiner Seite als Leere zu empfinden bedeutet, dass sie Macht über micht erlangt hat. Zweifelsfrei. Herzensmacht. Gefühlsmacht. Seelische Macht. Diese hatte sie früher nicht über mich ausüben können, schließlich kannten wir einander noch gar nicht. Der Casus Knacktus lautet also an der Stelle also: Möchte ich aktiv und bewusst Fr. Schlange diese Macht übertragen, über meine Leere- oder Füllegefühle entscheiden zu können, entscheiden zu dürfen?

Es kann nur eine Antwort geben: Ein ganz entschiedenes NEIN, verdammt nochmal!

Ganz unabhängig davon, wie sie sich verhalten hat. Verraten und verkauft zu werden ist die dunkelste Form der Zwischenmenschlichkeit. Es ist dann nur noch ein „zwischen“, aber mit Menschlichkeit hat es nichts zu tun. Nein, ganz unabhägig davon stellt sich doch die Frage der Machtübertragung.

Wie kann eine Leere beim Verlust eines geliebten Menschen entstehen, wenn ich doch früher denselben Menschen noch gar nicht an meiner Seite hatte und diese Leere auch gar nicht empfunden hatte und gar nicht empfinden konnte? Wieso fühle ich so? Was sicher ganz normal ist, vermutlich geht es fast allen Menschen so beim Verlust eines geliebten Menschen. Der Punkt ist nur, wie ich nun damit umgehe oder umgehen möchte. Wie ich mich mental damit arrangiere.

Machtübertragung an in der eigenen Realität nicht existente Personen

Wieso sollte die vergangene (Traum)Frau in meinen Gedanken so einen hohen Stellenwert genießen, dass ich sie vermissen müsse und solle. Sie interessiert es genau genommen einen feuchten Dreck wie es mir geht. Ganz so ist es vielleicht auch (noch) nicht, aber im Prinzip ist es so. Sobald all der restliche sachliche Kram erledigt ist, ist es so. Muss es so sein und wird es so sein, alleine schon deshalb, weil ich einen Fullstop mache. Jeglichen Kontakt abbreche. Das ist meine Art im Projekt Beziehung immer gewesen.

Wieso liefere ich solch eine Veranstaltung geistiger Machtübertragung ab? Ohne wenigstens – wenn schon – Eintrittsgelder dafür zu nehmen. Ich zünde gedankliche Feuerwerke der Einsamkeit, Traurigkeit und der Würdelosigkeit. Wieso?

War ich vor Fr. Schlange einsam, traurig, würdelos? Sicher nicht! Es ging mir gut. Ich befand mich in keiner wirklich festen Beziehung, insofern gab es nicht den Halt einer echten verbundenen Zweisamkeit in meinem damaligen Leben. Somit auch sicherlich nicht die höchste Form der Zweisamkeit. Aber von Einsamkeit war ich weit weg. Fr. Schlange turnte zu diesem Zeitpunkt ebenfalls durchs Nachtleben, trotz „laufender“ Ehe. Alleine. Mit ihren so aufrichtigen Freundinnen. Ihr wisst schon, die die immer Feiern gehen wollen (und ihre Partner ebenfalls zu Hause sitzen lassen). Also diese echten wirklichen Freundinnen. Die es ganz ehrlich mit ihr meinen. Also wirlich ehrlich. Wo es nur um die Freundschaft und seelische Verbundenheit geht. Nicht ums Feiern, klar oder.

Wie sie heute immer noch sagt, sind das ihre echten vielen Freundinnen und Bekannten. Deswegen hat sie auch diese Menschen jetzt jüngst alle wieder in ihr Leben gelassen, wie sie mir erst die letzten Tage „stolz“ erzählte. Sie könne gar nicht nachvollziehen, warum sie manchen Kontakt „nur wegen mir“ abgebrochen hätte. Das hätte sie nie tun sollen, ist sie sich sicher. Klar. Ich habe ihr die besten und aufrichtigsten Freundinnen und Freunde (!) der Welt vorenthalten. Ich bin schon ein ganz schlimmer Mensch, wie konnte ich nur. Besser wäre wohl gewesen, ich hätte direkt ein paar Damen aus dem Laufhaus organisiert und mit zum Feiern in ihre Gruppe geschickt. Und wäre selbst zu Hause geblieben, wie die anderen (Ehe)Männer der Frauen-Runde. Anderes Thema. Zurück zum Text.

Objektive vs. subjektive Leere

Nun. Natürlich ist da eine Leere. Die oben beschriebene objektive Leere. Aber Zeit hat auch etwas ganz Besonderes an sich. Sie vergeht objektiv immer gleich schnell. Egal was wir tun. Ob wir Sinnvolles oder Unsinniges machen. Zeit vergeht. Und manchmal wissen wir nicht, was wir mit der Zeit anstellen sollen. Wir fangen an den Kopf gegen die Wand zu hauen, immer wieder. Weil uns langweilig ist. Oder schlimmeres. Zum Beispiel weil wir uns verlassen fühlen. Einsam sind. Alleine. Traurig.

Aber das ist nicht die objektive Leere um die es geht. Die objektive Leere füllt sich automatisch aus. Ob wir das wollen oder nicht. Egal was wir tun, 24 Stunden gehen nach einem Tag vorüber. Also ist die Frage nicht in objektiver Hinsicht zu stellen, sondern in subjektiver. Aus subjektiver Sicht empfinden wir Leere dann als Leere, wenn wir nicht wissen was wir mit der „neu gewonnenen“ Zeit überhaupt anstellen sollen? Diese zusätzliche Zeit fühlt sich so unnütz an. Am liebsten wollen wir sie gar nicht. Lieber die Zeit wieder schnell zurück bringen, an den Absender, auch ohne Pfand dafür zu bekommen. Motto: „Danke, aber diese Zeit will und brauche ich nicht.“

Zu kurz gedacht. 24 Stunden sind 24 Stunden. Völlig klar. Subjektiv liegt es jetzt an mir, was ich aus der „neuen“ Zeit mache!

Krafttraining? Lesen, wenn ja, was? Wieder Filme schauen? Vielleicht doch wieder mehr auf Studium konzentrieren? Videos über Persönlichkeitsentwicklung und Pickup schauen? Zeit mit der Familie und Freunden verbringen und all die Menschen besuchen, die in den knapp 2 Jahren mit Fr. Schlange zu kurz kamen? Allerdings nicht die falschen Freunde, ihr wisst schon, sondern die guten, die richtigen. 😉 Oder einfach raus gehen und wieder pickuppen, Basketballspielen und Körbe kassieren? Egal was. Es liegt an mir, was ich tue.

Je schneller ich verstehe, dass die neue Zeit genauso kostbar ist, wie die Zeit, die ich ausschließlich Fr. Schlange gewidmet habe, desto schneller kommt die Qualität von damals wieder zurück in mein Leben. Ein Leben in (nahezu) völliger Zufriedenheit. Nämlich deshalb, weil ich wusste, dass ich nicht unbedingt eine Partnerin brauche. Weil ich mich alleine mit mir schon außerordentlich geborgen und glücklich fühlte. Geborgenheit durch Selbstzufriedenheit.

Dahin soll es wieder gehen. Und wenn ich in mich rein horche, merke ich – besonders aufgrund der jüngsten Ereignisse der letzten Tage – dass ich auf dem besten Weg dahin bin. Sicherlich am Anfang des Weges. Aber auf dem besten Weg. Ich glaube, dass ich losgelassen habe, nachdem die letzten Tage Fr. Schlange nochmal on top ganz bestimmte weitere Dinge tat. Ob ich die in einem eigenen Artikel beschreibe, weiß ich noch nicht. Aber sie haben mich angewidert, diese Geschehnisse. So sehr, dass ich nicht einmal mehr vom Loslassen spreche.

Ich bin inzwischen schon einen Schritt weiter als loszulassen. Ich habe bereits losgelassen. Es arbeitet viel in mir. Jeden Tag und jede Minute. Und ich spüre, dass ich wieder auf den richtigen Weg zurück komme. Der Weg, auf dem ich im Vordergrund stehe und wieder der Hauptdarsteller bin. Frei von gedanklicher Machtübertragung an einen anderen Menschen, dem Macht über mich in keiner Weise mehr zusteht und der diese obendrein auch nicht (mehr) mir gegenüber beansprucht. Also wozu das Ganze dann? Wozu so denken und fühlen, dass da Leere ist, „nur“ weil SIE nicht mehr da ist? Diese Macht über mich steht ihr nicht zu. Diese neue Leere kann aufgefüllt werden oder auch einfach als Leere akzeptiert werden. Ein Glas muss nicht immer gefüllt sein. Es kann auch einfach leer dastehen und ist trotzdem nicht traurig. Weder das Glas noch der Beobachter müssen traurig sein. Wichtig ist, dass das Glas bereit ist, gefüllt zu werden, wenn es Zeit dafür ist.

PS: Irgendwie wurde das hier jetzt – ganz ungeplant – ein bisschen ein versönlicher Artikel im Stile des Philosphischen Sonntags ©.

Philosophischer Sonntag – Perspektivisches Sehen

Wieder mal irre.
Heute der erste Philosophische Sonntag © seit dem 16. April 2017 (Prä Philisophischer Sonntag – Einblicke eines ungewöhnlichen Schreibers). Wow.

Wenn ich meinen damaligen Artikel so lese, merke ich eigentlich wie gut in Form ich war. Mental und auch im Schreibstil. Wahnsinn im Vergleich zu jetzt gerade. Übung macht wohl auch da den Meister. Ein Schreiberling muss schreiben. Nicht nur eine Beziehung führen. Sonst wird er zum geübten und guten Beziehungsführer und weniger zum guten Schreiberling. Oder aber er ist am Ende beides nicht mehr. Kann auch passieren. Frau Schlange sei Dank. Wer Frau Schlange sein soll, dürfte klar sein. Dazu kommt noch ein extra Artikel.

Ich musste mehrmals selbst schmunzeln, über meinen eigenen bald 2 Jahre alten oben verlinkten Text. Da will ich mental wieder hin kommen. In diese Leichtigkeit. Dieses Selbstbild. Dieses Selbstbewusstsein. Es sollte vom damaligen Artikel an nur noch einen guten Monaten dauern, und ich hatte meine Traumfrau kennen gelernt. Und so soll es wieder sein. Bereit werden durch sich selbst bereit machen.

Nun, zurück zum Text.

Wahrheiten ändern sich

Früher hatte ich bereits darüber geschrieben, dass jeder Mensch sein eigener Mittelpunkt der Erde ist (Philosophischer Sonntag – Wo ist der Mittelpunkt der Erde?). Und genauso bildet sich auch jeder Mensch seine eigene Wahrheit.

Wie ich auf dieses Thema komme? Freitag Nachmittag hatten meine EX-Freundin und ich kurz gechattet. Ein paar sachliche Dinge eigentlich, zum Beispiel die Stornierung unserer erst vor wenigen Wochen gebuchten Urlaubsreise (wie surreal!). Aber es kamen auch ein paar Wortwechsel über uns und die Vergangenheit dazu. Und es ist erschreckend klar zu sehen, wie Wahrheiten sich ändern können. Friedrich Wilhelm Nietzsche (1844 – 1900) sagte einmal sinngemäß: „Jedes Sehen ist perspektivisches Sehen.“

Und es ist erstaunlich zu beobachten, wie menschliches Sehen sich so verändern kann. Besser gesagt wie aus dem Sehen ein Interpretieren wird. Aus meiner Sicht wirkt es, als würde sich aus ihrer Sicht das Sehen in ein Bestimmte-Dinge-Dazu-Erfinden-Und-Andere-Dinge-Wegerfinden verändern. Bzw. es hat sich schon verändert. Da werden Dinge mit Dingen gerechtfertigt, die nichts miteinander zu tun haben. Da werden Argumente a posteriori vorgebracht, d.h. erst durch nachträglich erlangtes Wissen rückwirkend gerechtfertigt.
Beispiel: „Es war falsch von mir, dass ich Dich angelogen und betrogen habe. Aber als ich jetzt am Ende festgestellt habe, dass Du das und jenes getan oder nicht hast, zeigt es einfach, dass wir nicht füreinander bestimmt waren.“

Was für ein – philosophisch unsauber ausgedrückt – Bullshit par excellence.

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Das ist als wenn ein Räuber in eine Tankstelle kommt und dem Kassier eine Pistole an den Kopf hält und sagt: „Tut mir leid, dass ich das hier tue. Ich war jahrelang Dein Kunde und habe hier immer getankt. Dann habe ich VOR EINIGER ZEIT herausgefunden, dass Ihr das Benzin immer um 1 Cent teurer verkauft als die Konkurrenz. Ich bin zwar trotzdem WEITER zu DIR zum Tanken gekommen und habe deswegen NIE etwas zu Dir gesagt, aber wegen dieser Sache war es IMMER falsch, dass ich Euer Kunde war.“

Das ist kein perspektivisches Sehen mehr. Nicht im von Nietzsche gemeinten Sinne. Allerdings ist es verdrehtes Sehen. Selbst erfundenes Sehen.

Ich würde behaupten, sogar sich selbst gegenüber rechtfertigendes nachträgliches perspektivisch geändertes Sehen.

Meine Philosophischen Sonntage © zeichneten sich gemeinhin durch Harmonie und Leichtigkeit aus. Dieser hier ist anders. Er ist sicherlich ein ganzes Stück weit emotional geladen. Unüblich für einen Philosophischen Sonntag. Aber es ist wie es ist und was raus muss, muss raus.

Und die Moral von der Geschicht‘?
Verdreh‘ wenigstens Dein eigenes Sehen nicht.

Und die zweite Moral von der Geschicht‘?
Ärgere Dich über Unwahrheiten anderer nicht.

PS: Wenn es nur so einfach wäre…

Prä Philisophischer Sonntag – Einblicke eines ungewöhnlichen Schreibers

Es ist Sonntag, laut Wikipedia ist heute der ranghöchste Feiertag des Kirchenjahrs. Wikipedia sagt außerdem: „Der Ostersonntag ist der erste Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling […].“
Das ist wohl faktisch so, nicht nur postfaktisch.

Philosophischer_Sonntag

Aber heute wird es präfaktisch

Es wird ein Philosopischer Sonntag. Endlich mal wieder, Zeit wurde es. Obgleich es heute kein gewöhnlicher, weil gewohnter, wird. Es wird ein Prä Philosopischer Sonntag, ein Einblick in einen Sonntag aus meinem Leben. Ein Sonntag, der damit begann, dass ich kurz nach dem Aufwachen Lust bekam zu schreiben. Und dann tue ich das. Jetzt.
Aber der Reihe nach…

Ich wache auf in meinem gefühlt riesigen Doppelbett, wie immer auf meiner Seite. Als wäre jemand auf der anderen. Und mein Alltag an freien Tagen hat in kleinen Dingen Routine bekommen, eine andere als früher. Noch im Bett schaue ich mir erst mal Motivations-Videos an, Youtube macht es möglich. Nein, nicht diesen „tschakka-Du-bist-der-Beste“-Quatsch, sondern Videos zur Persönlichkeitsentwicklung. Natürlich auch „wie spreche ich eine Frau an?“, aber auch „worauf kommt es an, in der Ausstrahlung?“ oder „was ist Attraktivität?“. Könnte man nun sagen, „aber Du weißt doch inzwischen längst wie Du eine Frau ansprichst!“. Ja, natürlich weiß ich das. Darum geht es mir aber nicht. Es geht darum den Lebensstil zu festigen. Eine eigene – neue – Realität zu erschaffen. Bzw. zu erhalten und auszubauen. Keine Postrealität. In diesem Fall durch die Wiederholungsmethode. Je öfter Du etwas machst, desto besser wirst Du darin. Wo wir wieder beim Prinzip von Ursache und Wirkung sind. Es wäre arrogant zu glauben, dass man „etwas bereits kann“. Aus dem Standpunkt einer Fortschrittszeitachse kann man gar nichts. Relativ gesehen. Ein Christiano Ronaldo hätte mit 16 auch sagen können: „Ach, ich kann doch schon alles!“. Die Frage stellt sich dann nur nicht einmal, ob er später auch 2008 und 2016 Weltfußballer geworden wäre. Hätte er 2008 praktisch aufgehört besser zu werden, wäre er auch 2016 nicht erneut Weltfußballer geworden. Das ist es, was ich meine. Nicht aufhören besser zu werden!

Franz Beckenbauer soll mal gesagt haben: „A bisserl was geht immer!“

Es gibt aus meiner Sicht keinen besseren Start in den Tag, als sich beim Aufwachen bereits bewusst zu machen, worum es geht. Weiterbildung und Motivation zugleich. Jeder Coach hat eine andere Art. Jeder Journalist eine andere Ansicht. Jeder Lehrer eine eigene Didaktik. Also schau ich mir so viele an wie möglich, Coaches, Journalisten und Lehrer.

Während für mich Youtube seitlich liegend im Bett anlief, kamen ein paar Whatsapp-Nachrichten rein. Der Flugmodus in der Nacht sorgt für einen Stau auf der Datenautobahn.

Also ab ins Bad und kurz waschen. Ab in die Küche. Baguette mit Camembert, stand für mich schon im Bett fest. Mit Ei? Ja, heute schon. Ein Spiegelei, sunny side down – ich mag generell nichts Rohes.
Dazu kurz die Kaffeemühle angeschmissen, frisch gemahlene Espressobohnen in die Mokka-Kanne gepackt und ab dafür. Mit heißer Hafer-„Milch“, mal nichts von der Kuh. Denn ich bin ja auch kein Kalb.

(Anmerkung: Weil Du Dich an der Stelle bestimmt fragst: „Was kostet die Hafermilch denn?“ 😉 1,25 Euro bei DM, pro Liter. Man kann sie sich leisten, wenn man will. Und sie schmeckt besser als Milch, finde ich.)

Nur mal nicht größenwahnsinnig werden

Alleine esse ich meist auf meinem Couchtisch und nicht an meinem 6-Mann-Riesen-Tisch. Wobei es fast etwas königliches an sich hat, alleine auf einem der 6 Stühle zu sitzen. Ich überlege bei der Gelegenheit den Platz zu wechseln. An die Längsseite statt an der Breitseite, das wärs. Würde meiner gerecht(er) werden. Jetzt wird er größenwahnsinnig, der Junge.

Also ab auf die Couch, Playstation anschmeißen. Zum Frühstück?! Ja, zum Frühstück. Auf der Playstation gibts nämlich auch Youtube. Und? Richtig…! Da gibts die gleichen Videos wie auf dem Handy. Also gehts weiter mit der Bildungslektüre. „Was, wenn sie sagt, dass sie einen Freund hat?“ oder auch „Auftreten vor Gruppen“ oder „Was einen Mentor von einem Schüler unterscheidet“ und so weiter und so fort. Es gibt so viele Fragen und noch viel mehr Antworten. Letztens sah ich mir einen Vortrag über Outfits an, wie Mann sich kleiden sollte. Fand ich witzig, dass der Redner den selben Stil pflegt, einfarbige Hemden ohne Brusttaschen. Skinny Jeans. Keine Markenprahlerei. Dezente Accessoires. Es gibt also auch noch Männer mit Geschmack, dachte ich mir. Noch (?) nicht jeder läuft also herum wie ein Schlumpf.

(Anmerkung: Ich habe nichts gegen die Schlümpfe. Die finde ich sogar cool. Aber der Ausdruck „Schlumpf“ gefällt mir so gut und den nutze ich gerne als Synonym für grotesk aussehende Humanoide.)

„Wie läuft denn ein Schlumpf herum?“

Ganz ehrlich, einfach mal Augen auf in der Stadt. Fast alle, so viele. Wirklich. Da würde mich wirklich interessieren, besonders da ich so viele weibliche Leserinnen hier habe, was Ihr dazu denkt. Weibliche Leserinnen, gibts den Ausdruck eigentlich? Egal. Also Ihr wisst schon. Weibliche Leser halt. Oder weibliche Leserinnen. Euch meine ich in diesem Fall, nicht jedoch männliche Leser oder männliche Leserinnen. Euch nicht. Mich interessiert wirklich sehr, ob nur mir das so vorkommt, dass die meisten Männer (sagen wir die Jungs ab 18 – drunter wäre „Schlumpf“ ja für die meisten Kiddies noch ein Kompliment!) wie Schlümpfe herumlaufen? Bling bling hier und da, irrwitzige Farben der Schuhe (rote Sneakers!), Klamotten die so groß wie Zelte sind. Apropos enge/weite Klamotten, der Redner auf dem Youtube-Video hat etwas echt Gutes gesagt: „Du solltest die Klamotten formen, nicht die Klamotten Dich!“ Falsche (Kunst-!)Lederjacken, zerrissene Hosen mit so vielen Seitentaschen, als würde die Person selbst einen wandernden Rucksack mimen wollen. Dazu Tattoos so weit das Auge reicht und Piercings, die trotz vielen Gramm an zusätzlichem metallernen Körpergewicht auch keine bessere Seele aus dem Träger machen.

Prä- und Post-Philosophie

Und während ich das Youtube-Video schaue, sprudeln die Ideen für einen neuen Artikel. „Es ist Zeit für den Philosophischen Sonntag“, denke ich mir. Nur heute mal anders. Prä-philosophisch, sozusagen.

Und wo ich langsam ans Ende meines Artikels komme, wird mir bewusst, dass ich heute noch meine Präsentation fürs Studium fertig stellen muss. Es geht auch dort um Philosophie. Aufgabe ist eine Recherche zu einem philosophisch-wissenschaftlichen Text eines Philosophen aus der Neuzeit. Irrwitzig, dass ich Texte von Philosophen recherchieren und analysieren soll, wo ich doch längst meine eigenen Texte solcher Art schreibe. Das ist für mich Studium par excellence. „Post-Studium“ aus meiner Sicht. Meiner Zeit hinterher.

Oft kommen mir die Ideen für die Artikel live. Erst sobald ich dann anfange zu schreiben, passiert etwas in mir. Aus der Stille entwickeln sich Gedanken. Youtube läuft längst nicht mehr. Ich schreibe dann nur noch, und beschreibe. Dann ist das für mich wieder diese Art der Meditation, die mir so gut tut. Es geht darum sich weiter zu entwickeln, schrieb ich oben. Schreibe ich hier auch schon seit Monaten. Es geht aber auch darum – und das ist der zweite große Grund warum ich mich so wiederholend mit den gleichen Themen beschäftige – das eigene Profil zu festigen und zu schärfen. Verbesserung und Fortschritt sind zwei Dinge, denen viele Menschen nachjagen. Manchmal hilft aber auch erst mal stehen bleiben und schauen wo man steht. Und das was man ist, sich bewusst zu machen, anzunehmen und (auszu)leben. Verbessern kommt erst danach.

Ob das der Grund ist, warum viele Menschen sich stets verbessern wollen und letztlich nur irgendwo an sich herumdoktern, ohne auch nur einen Millimeter voran gekommen zu sein? Weil der eigene Ausgangspunkt unbekannt und deshalb unklar ist. Bleiben deshalb viele Menschen auch „nur“ kognitive Schlümpfe?

Und so wird aus einem prä Philosophischen Sonntag doch noch ein bisschen ein post Philosopischer Sonntag. Nicht wahr?

Philosophischer Sonntag – Alles über nichts

Der heutige Philosophische Sonntag wird ein kurzer. Einer zum kurzen knackigen Nachdenken. Wenige Worte statt vieler.

Philosophischer_Sonntag

Heute geht es um Besserwisser und Expertentum

Das ist nicht nur auf den Job zu beziehen. Es geht auch um das Privatleben. Die Tendenz auf unserer Welt geht immer mehr in Richtung Expertentum. Wer ist denn heute noch in der Lage relativ viel selbst zu tun? Kaum tropft mal ein Wasserhahn, benötigen wir einen Handwerker. Geht mal der PC nicht, dann muss irgendwer aus der Familie oder dem Freundeskreis einspringen. Bei Versicherungen haben wir schon drei mal keine Ahnung welche nun nötig ist und welche nicht. Sofort muss der Vertreter her. Beim Kochen wird nur noch exakt nach Rezept nachgemacht. Eigene Entscheidungen auf fremdem Terrain? Fehlanzeige! Alles Beispiele aus dem Privatleben.

Und im Job sieht es noch schlimmer aus. Da gibt es zig verschiedene Experten für jedes unterschiedliche System. Egal welcher Art. In der Produktion das Gleiche. Am Fließband macht jeder Arbeiter fast nur noch einen Handgriff, dafür den ganzen Tag immer den gleichen. Wie ein Roboter. Aber seinen Nachbarn am Posten daneben kann er nicht ersetzen. Selbst in den einfachsten Tätigkeiten sind wir Experten geworden. Experte für dies, Experte für das.

Ist das wirklich gut?

Es gibt einen weisen Mann, den ich sehr verfolge. Besser gesagt seine Reden und Texte. Und er sagt so schön:

„Die Menschen wissen immer mehr von immer weniger. Bis sie irgendwann alles über nichts wissen. Dann überschlägt es sich.“

Philosophischer Sonntag – Warum man nicht viel Glück braucht

Man, hast Du kein Glück gehabt!

Neulich im Telefonat mit einem Kumpel…
habe ich mich zum heutigen Philosophischen Sonntag inspirieren lassen…

… und wir kamen auf seine erfolgreich abgeleistete Theorieprüfung zu sprechen. Der junge Mann ( 😉 ) macht gerade seinen Führerschein. Stolz erzählte er mir davon, dass er seinen Theorietest bestanden hat. Weiter ging es dann um die Frage, ob er im Vorfeld viel dafür gelernt habe oder nicht.

Er sagte: „Es war klar, dass ich bestehe.“
„Ja, warum?“
„Weißt Du, meine Eltern haben mir vorher auch viel Glück gewünscht. Aber was ist Glück? Wer braucht schon Glück? Für wen soll Glück nötig sein? Glück ist etwas für Verlierer! Ich hab vorher viel gelernt, da brauche ich kein Glück!“

Manchmal haut er echte Statements raus, fast wie ein Großer! 🙂
(Anmerkung der Redaktion: Gehört hier zwar nicht inhaltlich in den Artikel, aber es unterliegt der journalistischen Freiheit des Blogbetreibers aus inhaltlichen Themen abzuschweifen und zu sagen: Ich liebe solche Ecken und Kanten an Menschen. Und noch mehr liebe ich sie, wenn sie gezeigt werden!)

Aber Recht hat er! Genau so sehe ich das auch.

Im heutigen Artikel habe ich die Pointe vorweg genommen und komme erst jetzt zu ein paar ergänzenden Worten. Normal führe ich stets zur Pointe hin, heute führe ich hinter her.

Schwein gehabt!

Glück ist etwas, das man haben kann. Oder nicht haben kann. Selten selbst beeinflussbar, echtes Glück jedenfalls. Fraglos sollte der eigene (Lebens-)Weg nicht davon abhängen. Es ist wie ein zusätzlicher Bonus. Nicht ein Bonus, sondern ein zusätzlicher Bonus. Der Bonus der Bonusse sozusagen.

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Wenn man am Jahresende einen Bonus erhält, einen finanziellen beispielsweise, dann freut man sich. Besonders wenn man damit nicht gerechnet hat. Weiß man aber im Januar schon, dass man in 11 Monaten ziemlich sicher einen Bonus bekommen wird, dann…? Ist die Überraschung weg! Der Bonus-Effekt geht verloren, bzw. erscheint nie, und der Bonus (das Geld) ist schon verplant, bevor es überhaupt auftauchen konnte. Tragisch, das nimmt dem Bonus die Magie. Und der Bonus ist an der Stelle nur eine Metapher für das Glück.

Glück kann man nicht kaufen. Glück kommt von Zeit zu Zeit und verschwindet selbstständig wieder. Man kann es aber manchmal ein bisschen (er-)zwingen. Manchmal muss man auch lange darauf warten, dass das Glück wieder zurück kehrt. Fortuna kann nicht mit allen Menschen gleichzeitig in die Kiste hüpfen. Auch wenn es so scheint, dass das Glück manchen Menschen in die Wiege gelegt wurde. In Wahrheit ist es meist anders. Meist steckt wirklich harte Arbeit dahinter, selbst wenn es so aussieht, als ob das alles nur Glück wäre. Und wenn es nur die Kunst des Umgangs mit dem in die Wiege gelegt Bekommenen ist, so ist es dennoch Arbeit und Disziplin.

Glück kommt von Zeit zu Zeit. Und dann darf man es dankbar annehmen und wirken lassen.
Und demgegenüber sollte Glück dennoch nicht nötig sein. Da hat er schon Recht, mein Kumpel. Wann immer man hart für etwas arbeitet, stellen sich die Resultate früher oder später (bei mir erfahrungsgemäß – bis auf das Thema Liebe 🙂 – eher früher als später!) von ganz alleine ein.

Pech, wie war das doch gleich?

Man kann auch mal Pech haben und ein Ding versauen. Pech ist in solchen Situationen nicht immer sehr simpel als das Gegenteil von Glück zu sehen. Pech gibt es ebenso in verschiedenen Varianten. Es gibt das gemeinhin bekannte: „Pech gehabt!“ Das kann man mit Faulheit gleichsetzen. Fast in allen Situationen liegt der Fehler im System. Also an Dir oder mir selbst. „Pech“ hat man nicht einfach, Pech erarbeitet man sich im Vorfeld. Meistens durch Faulheit, gespickt mit Unvermögen. Keine Sorge, an beidem kann man arbeiten. So hart es ist, aber es geht.

Es gibt aber auch das „echte Pech“.
Und das kann, genau wie Glück, genauso einfach von Zeit zu Zeit kommen und einem Menschen die hässliche Seite des Lebens zeigen. Selten kann man diese Art des Pechs wirklich beeinflussen. Und dennoch sollte auch aufkommendes Pech es nicht vermögen können das Leben aus der Bahn zu werfen. Dann ist man gesund. Wenn die Fundamente stimmen, kann Dir Pech genauso wenig anhaben, wie Dir Glück den alles überragenden Weitwurferfolg des Lebens bescheren kann. Es ist nur eine Illusion, an die zu viele Menschen glauben und irgendwann erkennen, dass Glück alleine nicht glücklich machen kann. Glück ist kein Selbstzweck!

Agonist und Antagonist?

Stimmen die Fundamente, blättert Dir Pech maximal ein bisschen das Makeup aus dem Gesicht.
Stimmen die Fundamente, ist Glück das i-Tüpfelchen.
Eines bedingt das Andere. Jeder Mensch hat manchmal Glück und manchmal Pech. Es ist die Kehrseite der gleichen Medaille. Lerne mit beidem umzugehen und als einen Bestandteil Deines Lebens anzunehmen.

Und darum verlasse Dich nicht aufs Glück. Glück kannst Du mitnehmen, wenn es kommt. Arbeite stattdessen hart, zuerst an Dir. Dann an Dingen. Und werde frei von Glück und von Pech. Werde stattdessen Dein eigenes Glück, täglich. Werde eine Glücksmaschine. Indem Du fleißig bist. Immer und überall. Zuerst mit Dir, danach in den Dingen im Außen. Dann wird klar, dass jede Glücksmaschine in Wahrheit eine Fleißmaschine mit eingebauter Erfolgsgarantie ist.

Stimmt schon so, Glück ist etwas, das Verlierer benötigen.
Gewinner nehmen Glück an, ohne es zu brauchen.

Ich habe nach dem Telefonat über die Aussagen meines Kumpels gegrübelt und mir bewusst gemacht, dass der tiefere Sinn daher wohl der Grund dafür ist, warum ich anderen Menschen vor anstehenden Aufgaben und Prüfungen schon seit vielen Jahren stets „viel Erfolg!“ wünsche…

200!!! Ein echter Zufall!

Was für ein Zufall! 200!!!

Dieser Blog erblickte das Licht der Welt am 31.07.2016.
Heute ist der 17.02.2017.

Ich hätte mit dem Zeigefinger am Wandkalender alle Tage einzeln Revue passieren lassen und durchzählen können. Über den letzten Sommer, hinein in den Herbst und weiter bis jetzt in den zum Glück inzwischen nicht mehr nur eiskalten Winter. Und mein Wandkalender, oder viel mehr meine Zählkunst, hätte mir verraten, dass dieser Blog heute 200 Tage alt geworden ist. Rekord. Heute. Tadaaaaa!

Und jetzt kommt der echte Hit!
Meine Administrationsoberfläche in WordPress verrät mir natürlich ebenso etwas. Und zwar sagt sie mir, dass dies der 200. Artikel ist! Tadaaaa!

200 Artikel in 200 Tagen!?
Unglaublich! Verrückt! Wahnsinn! Total durchgeknallt! Absolut irre!

Während Jules Verne in 80 Tagen einmal um die Erde rum ist, hab ich das jetzt schon 2,5 mal geschafft! Nebenbei überholt. Auf der linken Spur sozusagen. Gaspedal durchgedrückt und BRRRRRR mit donnernd vibrierendem Auspuffrohr vorbei. Sorry Jules!
Ich hab Dich nie kennen gelernt. Dafür bist Du 112 Jahre zu früh gestorben oder anders gesagt, ich lebe 112 Jahre zu spät für Dich. Da Du aber Franzose warst, wäre es mit der Verständigung kompliziert geworden.

Französisch hatte ich mal freiwillig im Nachmittagsunterricht in der Schule. Das ist schon eine Zeit lang her. Gemerkt hab ich mir gar nichts davon. Vielleicht lag es auch an der alten Französisch-Lehrerin, die war didaktisch so mega schlecht wie das Kratzen der Kreide an einer alten rauhen Tafel. Pfui. Rote Karte.

Nichts gegen das Alter eines Menschen, ganz im Gegenteil. Ich stehe auf Gespräche und den Umgang mit älteren Menschen, deren Sicht auf die Dinge ist in aller Regel weit weniger ich-bezogen.
Bei der besagten Lehrerin ist es jedoch so, dass ich empfohlen hätte sie vorzeitig in den Ruhestand zu schicken. Ihr hat das Alter zwar nicht geschadet, würde ich behaupten, aber geholfen hat es ihr auch nichts. Und das ist tragisch.
Da gibts einen Spruch, den hab ich von meinem Papa, der passt gut zu solchen Situationen: „Dumm geboren und nichts dazu gelernt!“
Wenn das Alter einem Menschen schon nichts bringt, was denn dann? Wenn das Letzte, das niemand aufhalten kann, – Zeit – im Leben eines Menschen auch noch obsolet wird, weil es ihm einfach nichts bringt, die letzte Bastion sozusagen auch noch gefallen ist, dann… ja dann…?

Okay, jetzt aber schnell wieder die Kurve kriegen, vom düster neblig deprimierten Endzeit-Gefühl zum leicht verdaulichen Humor. Apocalypse not now anymore.
Wenn ich damals schon der heutige Dieter Bohlen gewesen wäre, dann hätte ich im Unterricht bei ihr auf den roten Buzzer gedrückt. MÄÄÄÄÄÄP!

Französisch klingt zwar toll, aber ich empfand es als Zumutung diese Sprache zu lernen. Nicht falsch verstehen, nichts gegen die Sprache. Sie ist schön. Sie ist nur wahnsinnig kompliziert. Das ist der Grund, warum ich froh bin mit Deutsch aufgewachsen zu sein. Deutsch ist – glaube ich – ähnlich schwer. Anders ähnlich schwer. Als Ausländer Deutsch zu lernen muss auch eine Zumutung sein. Egal ob freudig oder nicht. Zumutung bleibt Zumutung. 🙂

200 Artikel in Deutsch!
Könnte ich Französisch, hätte ich auch mal einen in Französisch rausgehauen. Kann ja noch kommen.

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Englisch ist herrlich einfach dagegen. Italienisch ist auch noch verhältnismäßig einfach. Aber Französisch…
Ich hatte aber auch noch nie eine französische Freundin, vielleicht würde ich das dann anders sehen…? Ganz sicher würde ich das dann ganz anders sehen! 😉

Von Jules Verne habe ich noch nie etwas gelesen. Am Rande jedoch mit halb offenem Auge mitbekommen, dass er da ein paar Meisterwerke für sich verbuchen kann. Aber für Romane hatte ich auch noch nie viel über. Das kommt erst im Alter wahrscheinlich…? Wenn man bis dahin als junger Rebell erkannt hat, dass alles Wissen und Verstehen auch nicht viel am großen Ganzen ändert. Dann kann man Romane lesen. Nein, das ist nicht pessimistisch gemeint, sondern real.200 Artikel in 200 Tagen. An ein paar vereinzelten Tagen gab es auch mal keinen Beitrag von mir, aufgrund Krankheit. Dafür hatte ich insgesamt über die Zeit auch sehr vereinzelt mal zwei Artikel an einem Tag veröffentlicht. Ein schöner Zufall, der sich da ergeben hat. Manche würden dabei von Wunder sprechen, 200 in 200. So exakt. So punktgenau. So magisch. So einzigartig. 😉Ist das bei 6 Richtigen im Lotto Zufall oder ein Wunder, wenn man derjenige ist, der die Gewinnbenachrichtigung erhält?
Ich will das hier nicht weiter ausführen. Das wäre stattdessen etwas für den Philosophischen Sonntag… *hehe*
Ob es in 400 Tagen dann 400 Artikel sein werden? Ich weiß es nicht. Wie auch. Aber eines kann ich sicher sagen: Mein Projekt Beziehung ging ganz anders los, als es sich bis jetzt entwickelt hat. Die Zielrichtung hat sich bis jetzt nicht verändert. Aber die Sicht auf die Dinge. Und der Weg. Und die Grautöne zwischen Schwarz und Weiß. Wundervoll! Die Zeit hat mir gut getan. Dazu morgen mehr.

Apropos hohes Alter… ich befürchte, dass ich auch im hohen Alter immer noch ein junger Rebell sein werde…! Und immer noch keine Romane mag. Aber bis dahin einen geschrieben haben werde. Vielleicht über einen jungen Rebell, der keine Romane mag.

Philosophischer Sonntag – Was eine gut gemeinte von einer echten Freundschaft unterscheidet

Es wird mit diesem Artikel ein sehr dünnes Eis, das ich betrete. So dünn, dass die meisten Menschen diesen Beitrag zwar komplett lesen, aber hierbei vermutlich mit ihrer Meinung aussteigen werden. Nicht beim Lesen des Artikels, denn dazu ist er viel zu interessant. Interessant anders. Aber die meisten Menschen werden im Anschluss aussteigen, und wenn nicht, dann spätetsens bei der Umsetzung.
Da ich aber nicht auf der Jagd nach möglichst viel Zustimmung bin, ist dieser Philosophische Sonntag für mich ein besonderer, und zwar in der Art, dass er nicht vergnügungssteuerpflichtig ist.

Es geht um die Frage, was eine gut gemeinte von einer echten Freundschaft unterscheidet. Klingt zunächst merkwürdig. Gut gemeinte Freundschaft? Echte Freundschaft? Was soll das?

Mir fällt immer wieder auf, dass Freunde untereinander Freundschaft still und heimlich folgendermaßen definieren: „Wenn Du in einer Sache nicht so denkst wie ich, dann sage ich Dir wie ich denke. Und ich will, dass Du in Zukunft auch so denkst wie ich. Denkst Du dann immer noch nicht so wie ich es will, dann bist Du nicht mehr mein Freund.“

Das gilt natürlich in einer Sache und Situation in aller Regel nicht für immer. Aber für wenige Minuten, beispielsweise für das Telefonat oder das eine Treffen, das soeben stattfindet. Es wird dann frostig im Miteinander. Es wird bisweilen auch leicht bissig. „Ja, musst Du selbst wissen wie Du weiter machen willst!“, kommt es dann mal um die Ecke gegiftet.
Kennt sicher jeder von uns.

Was steckt dahinter?

Es ist der Anspruch der einen Person zu glauben, dass seine eigene Meinung „besser“ sei als die des Freundes. Gut gemeint, eben. „Gut“ impliziert aber, dass die andere Meinung schlecht sei. Ist sie das wirklich…?
Sie ist anders. Punkt. Das wars. Nicht mehr als das. Sie ist anders.

Und in einer „gut gemeinten Freundschaft“ meine ich immer, dass das gut ist, was ICH FÜR GUT BEFINDE. Es wird ein allgemeingültiger Glaubenssatz, nennen wir es ein Dogma. In Wahrheit geht es in so einer Konstellation also gar nicht darum was der Freund wirklich will, gerade benötigt oder sich nur wünscht. Sondern es geht MIR in diesen Situationen darum, dem Freund das drauf zu drücken was ICH für richtig halte. Mit welcher Berechtigung? Wie kann ICH für IHN entscheiden was gut und richtig ist? Und noch weiter stellt sich die Frage: „Warum reagiere ich darauf mit Freundschaftsentzug?“

In einer Partnerschaft gibt es das übrigens mehr als genauso. Da äußert sich das dann letztlich in Liebesentzug, so gibts eben keine Streicheleinheiten, kein Kuscheln und keinen Sex mehr.

Und immer steckt das gleiche Muster dahinter. Dass man unzufrieden ist mit der Meinung des Anderen. Und es folgt Bestrafung dafür. Man kommt jedoch tatsächlich viel weniger mit der Meinung des Freundes nicht klar, als viel mehr mit sich selbst nicht.

Das mag ich näher erläutern: Wenn der Freund oder der Partner anders denkt als ich, dann ist das nicht schlechter oder besser. Komme ich mit der Meinung des anderen nicht klar, dann ist das MEIN Problem. Nicht seines. Denn er hat seine Meinung ja. Und die ist offenbar anders als meine. Und damit kommt wer von uns beiden nicht klar? Nochmal, richtig, ich! Also habe ICH ein Problem damit. Nicht er. Er bittet lediglich um Hilfe und Unterstützung.

Ich bin da längst anders. Komplett anders. Dank diesem langen Weg, den ich in den letzten Jahren eingeschlagen habe. Den kann ich als Weg zur eigenen Unabhängigkeit und Zufriedenheit nur gut heißen.

Wenn ein Freund eine andere Meinung hat als ich, dann nehme ich das wahr. Ich nehme es einfach nur wahr, indem ich es bemerke. Punkt. Und dann überlege und mitfühle und nachfrage, warum er so denkt. Um IHN zu VERSTEHEN.
Und wenn es anschließend darum geht, was für ihn gut oder schlecht ist, dann frage ich mich nicht in erster Linie was ICH für GUT oder SCHLECHT halte, sondern was ER für gut oder schlecht hält. Um zu…?

Und jetzt kommt der große Unterschied zwischen einigen wenigen und den meisten Freundschaften. Es ist hart das zu hören, ja ich weiß. Aber so funktioniert die Realität nun mal. Hart und ungerecht. Aber lieber echt, als gut gemeint. 😉

Der Unterschied ist nun, nachdem ich verstanden habe wie mein Freund (oder auch mein Partner) denkt, dass ich alles daran setze ihn in seinem Glauben zu bestärken und zu unterstützen. Er benötigt ganz offenbar Unterstützung. Und nicht in erster Linie immer einen klugen Ratschlag und Trick siebzehn. Keine Klugscheißereien. Das Hineinfühlen in die Situation des Anderen ist schon an sich so komplex, dass mir ein Urteil aus der Ferne gar nicht zusteht. Nicht weil es mir per se nicht zustehen würde, sondern weil ich die Situation AUS SEINER SICHT gar nicht EINFACH MAL SO nachempfinden kann.
Unterstützen kann ich nur etwas, das schon als Idee bei ihm vorhanden ist. Anderenfalls müsste ich etwas neu erschaffen. Das ist aber nicht gefragt in diesem Moment. Es geht darum für ihn da zu sein und seine Wünsche und sein Bedürfnis zu verstehen, mitzufühlen, sich einzufühlen und ihm dabei die Hand zu halten und ihm den Rücken zu stärken, bei allem was er als nächstes tut.

Das hat mit Kopf durch die Wand übrigens nichts zu tun. Denn wenn er seine Meinung ändert, von sich aus, weil er eine andere Einsicht erlangt (vielleicht auch auf einen von ihm erbetenen Ratschlag hin), dann werde ich wiederum seine Hand halten und ihm seinen Rücken stärken, wieder hinter ihm stehen. So lange, bis er die belastende Situation für sich vollständig auflösen konnte.

Es klingt bis hier hin abstrakt. Darum will ich ein Beispiel bringen.
Die meisten Menschen erfahren mindestens einen, meistens mehrmals im Leben, einen Trennungsschmerz nach dem Ende einer Partnerschaft. Und dann entsteht, zumindest wenn man derjenige ist, der das Ende nicht wollte – meistens aber für beide – eine Situation der Sehnsucht und der Leere. Und wenn man dann mit Freunden und der Familie spricht, hört man ganz ganz häufig den Spruch: „Andere Mütter haben auch schöne Töchter/Söhne!“

Was für ein Quatsch in dieser Situation! Das ist genau das Gegenteil dessen, was derjenige wirklich in diesem Moment benötigt. Er benötigt keine Ablenkung und keinen Ausweg in dieser Phase. Das kann erst später folgen. In diesem Moment ist nur pures Verständnis gefragt. Nicht mehr. Pures Verständnis und Mitgefühl in der Trauer.
Und wenn sich die Person einbildet, dass es noch nicht das wirkliche Ende der Beziehung ist, dann sollte man die Person bestärken und ihr Mut machen, um alles zu versuchen, um den eigenen Gedanken und Gefühlen nach zu gehen.
Auch wenn es relativ aussichtslos erscheint, dass man den alten Partner wieder zurück bekommt. Auch wenn MIR in diesem Moment klar ist, dass das vermutlich (!) nichts bringen wird.

Warum?

Weil es eines Tages – und das kann sehr lange dauern – so weit sein wird, dass die Person VON SICH AUS sagt, dass es nun genug ist. Genug gekämpft, genug gelitten, genug versucht.

Und meine Aufgabe als Freund ist es dann wiederum nur da zu sein, die Hand zu halten und hinter ihm zu stehen. Nicht mehr. Sicher nicht mehr. Aber eben auch nicht weniger.

Wann immer Du im nächsten Gespräch mit einem Freund oder mit dem Partner, sei es ein Telefonat oder persönlich, so eine Situation aufkommen bemerkst… derart, dass Dein Gegenüber eine Meinung zu einem Thema äußert und um Hilfe bittet, sei einfach nur für ihn da. Missachte nicht sein Denken, nicht sein (bisheriges!) Handeln. Nicht seine Absicht zum zukünftigen Handeln. Sei einfach da, halte seine Hand.

2017-02-12

Und um es mit einem sehr lebendigen Beispiel abzuschließen. Vielleicht hattest Du mal oder hast einen Hund oder kennst das Miteinander zwischen einem Hund und seinem Besitzer sehr gut. Wie reagiert der Hund auf alle Launen, positive und negative, des Menschen an seiner Seite?
Der Hund ist einfach für den Menschen da! Es ist für den Hund nicht wichtig, wie der Mensch denkt, was er denkt und warum. Der Hund hat kein Ego. Der Hund hat keine Meinung dazu. Und erst recht will er dem Menschen an der Seite seine Meinung in diesen Momenten nicht aufdrücken. Er legt sich still neben ihn, wenn er merkt, dass etwas gerade bei seinem menschlichen Freund nicht stimmt. Und ist einfach für ihn da…

Das ist für mich echte Freundschaft.