Warum ich anfange Romane zu lesen

Derzeit lese ich „Der perfekte Eroberer“ von Maximilian Pütz, vom vielleicht bekanntesten und erfahrendsten Deutschen Pickup-Trainer. Mittlerweile ist er Autor dreier solcher Bücher zum Thema Pickup und Verführung.

Dieses erste Werk von ihm stammt aus dem Jahr 2011 und obwohl ich etliche Pickup-Lektüren und -Videos kenne, fasziniert mich der Inhalt dieses Buches doch enorm. Ich hatte mich mit Maximilian Pütz bislang kaum auseinander gesetzt. Der erste Eindruck sprach schon damals – vor ca. 3 Jahren – irgendwie gefühlt gegen ihn. Er ist nicht gerade der optisch Attraktivste, ganz im Gegenteil. Kommt irgendwie auch erst mal etwas plump an. Mit zunehmendem Alter wurde er etwas übergewichtig und auch sein Klamottenstil ist mit meinem nicht gerade kompatibel. Aber er verkörper etwas, das kaum ein anderer Pickup-Trainer mitbringt: Ehrlichkeit und Authentizität. Und das habe ich erst bei näherer Betrachtung vor wenigen Tagen festgestellt.

Er lebt seinen eigenen Lifestyle, schert sich nicht um die Meinung anderer Menschen und zieht sein Ding durch. Dabei scheint er sehr integer, aber humorvoll und authentisch zu sein. Das schätze ich an ihm. Es geht in seinem Werk weniger um coole Aktionen und „wie stehe ich gut da?“-Fragen. Sondern er propagiert Freiheit, eigene Gedankenfreiheit und sich anschließende Handlungsfreiheit. Jeder Mensch sollte tun und lassen was er möchte, ohne Ängste. Und was ihn für mich so außergewöhnlich lesenswert macht: Er ist ein Positivmensch, der nach dem Motto „alles darf, nichts muss“ lebt. Das finde ich tatsächlich einzigartig. Er hält die echte Liebe hoch und ist kein „möglichst viele Frauen“-Flachleger. Und an der Stelle werden wir kompatibel.

Ihm gaben und geben Beziehungen wesentlich mehr im Leben als viele One-Night-Stands, schreibt er. Das begeistert mich. Das kenne ich so in der Form von anderen Pickuppern nicht. Ich könnte fast das Gefühl bekommen, dass er der ideale Coach für das Projekt Beziehung Teil 2 sein könnte. 🙂 Und er spricht die Dinge von ihrer natürlichen Seite an. Beispiel: Er lehrt keine auswendig gelernten Floskeln, also keine Routinen, wie es im Pickup-Jargon heißt. Sondern er lebt die Authentizität mit Leib und Seele. Und seinen eigenen Erzählungen nach ist er ein hoch emotionales Wesen.

Genau an dem Punkt hat er mich erwischt. Er predigt immer wieder, DEN wesentlichen Unterschied zwischen Frauen und Männern verstehen zu lernen. Frauen sind emotionale Wesen, Männer dagegen rationale. Klingt so banal, aber was heißt das genau? Deshalb entstünden oft keine echten Flirts. Der Mann sei meist zu roboterartig. Zu sachlich. Damit am Ziel vorbei und somit langweilig, aus Sicht einer Frau. Einer der wesentlichen Aspekte in der Beziehung zwischen Mann und Frau sei seiner Erfahrung nach die Emotionalität. Der Kontakt und das Bewusstsein für die eigenen Gefühle. Nur dadurch sei es einem Mann möglich, die Gefühle einer Frau anzusprechen und ihr Herz im Sturm zu erobern. Es klingt so einfach bei ihm. Auch in seinen Videos. Ich nehme ihm das definitiv ab. Nicht ohne Grund war er bestimmt im Laufe seines Wirkens immer wieder auch Gast in Talkshows und Sendungen als „deutschlands bekanntester Verführungstrainer“.

Und neben vielen anderen Aspekten rät er dringend dazu, eben an der eigenen Emotionalität zu arbeiten. Obwohl ich das Buch erst zur Hälfte durch habe, ist es für mich jetzt schon Gold wert. Ich werde mir die anderen beiden Nachfolgewerke auch noch organisieren. Jedenfalls gibt er eine Reihe von Tipps, wie Mann an sich selbst arbeiten kann, hinsichtlich der eigenen Emotionen. Seine Ansätze sind ganzheitlich. Erstmal sollte der Mann begreifen, dass er nicht nur alleine zurecht kommen sollte, sondern lernen sollte sich selbst zu genügen. Erst wenn er glücklich mit sich selbst sei, wäre es möglich weiteres Glück durch das Hinzukommen einer Frau im eigenen Leben zu empfinden. Anderenfalls verfalle der Mann wieder in die Beta-Rolle, werde unglücklich, sehe die Beziehung und die Frau als das einzig wahre im Leben an und wundere sich dann doch nur wieder, dass es „mal wieder“ nicht geklappt habe.

Kurzer Exkurs zu mir: Ich wurde zwar nicht betaisiert, eher die Frau wurde mein Lebensmittelpunkt. Auch keine gute Voraussetzung für das Gelingen einer Beziehung. Sich selbst schleifen zu lassen bedeutet immer auch die Partnerin schleifen zu lassen. Ich denke, dass dies eine zwangsweise Folge darstellt. Eine, die wir erst ganz spät – zu spät – erkennen können.

Ich erkenne da Parallelen zu mir: Damals vor der Beziehung war ich ziemlich glücklich mit mir selbst. Natürlich dank dem Pickuppen und meinen ganzen Erfolgen. Der größte Erfolg war für mich allerdings nicht, viele Frauenkontakte zu haben, sondern es war der Durchbruch zu meinem Selbst. Ich fand mich. Ich fand keine Frauen, sondern mich. Ich habe mich entdeckt und gelernt zu verstehen wer ich bin und was ich möchte. Dabei stellte ich fest, dass eine Frau mir nicht DIE totale Erfüllung bringen muss und auch nicht kann. Tatsächlich, so war es. Es gibt nicht DIE Erfüllung, sondern wenn dann schöne und zueinander passende Lebensumstände zwischen Menschen. Menschen kommen und gehen jedoch. Oft ungewollt. Besonders dann, wenn wir den Weg zu uns selbst verlassen. So bei mir geschehen. Die Beziehung wurde also mein Lebensmittelpunkt. Und ich war als Pickupper zuvor ein guter Zuhörer geworden, ruhig, stiller als früher. Gefühlsmensch und Herzmensch. Das lernte ich. Mich mehr am Gegenüber zu erfreuen als an mir selbst. Geben statt nehmen. Etwas, das Maximilian Pütz für Essentiell hält. Ein guter Zuhörer, aufrichtig und durchdrungen voll Liebe zu sein.

2019-04-30

Diesen Weg zu mir selbst habe ich in der Beziehung verlassen. Ich hatte aufgehört der gute stille Zuhörer zu sein. Die Frau wurde also der Lebensmittelpunkt. Alles andere wurde unwichtig. Und dies, so sagt er, sei fast immer – früher oder später das Todesurteil für eine Beziehung. Es nimmt jeden Reiz aus einer Beziehung heraus. Denn das sei der Grundstein fürs Fremdgehen. Das ist jetzt vereinfacht dargestellt. Aber ich kann das bestätigen. So war es auch bei ihr. Nicht bei mir, denn ich bin anders. Ich liebe oder liebe nicht. Und wenn ich liebe, bleibe ich dabei. Aber egal. Nicht alle Menschen sind aufrichtig und Kämpfer. Anderes Thema.

Der Autor geht schonungslos offen mit dem Unterschied zwischen Frau und Mann um, beispielsweise was eine Beziehung aus deren jeweiliger Sicht unterscheidet. Ich kann nicht alle Inhalte dieses Buches an der Stelle wiedergeben. Aber ich kann sagen was ich für mich mitnehme, jetzt schon. Bei der Hälfte. Und das ist sein Tipp, an der eigenen Emotionalität zu arbeiten. Tanzen, singen, Tagebuch schreiben, sich mehr mit Kindern beschäftigen… alles Dinge, die mit Gefühlen und Emotionen zu tun haben. Tagebuch schreibe ich ja nun wirklich recht fleißig. Meine Geschichten sind nun in der Regel nicht gerade literarisch blumige Erzählungen, allerdings spiele das nicht so die Rolle. Wichtiger sei, sich mit seinen eigenen Gefühle auseinanderzusetzen. Das tue ich hier jedes Mal.

Und dann kommt ein weiterer Wichtiger Tipp: Romane lesen! Etwas, das ich bis jetzt in meinem Leben gemieden habe wie der Teufel das Weihwasser. Zeitverschwendung, dachte ich immer. Aber Maximilian Pütz hat Recht wenn er sagt: Frauen stehen auf Gefühle. Diese werden auch durch die Sprache transportiert und erzeugt. Also solle man viele Romane lesen, gerne Liebesromane. So entwickle sich das Gefühl für die emotionale Welt. Und als Mann solle man lernen, so zu sprechen wie die Schriftsteller in solchen Büchern schreiben. Nicht geschwollen, völlig klar, sondern lernen bildgewaltig zu sprechen.

Die Frau solle sich köstlich außergewöhnlich unterhalten fühlen. Die Emotionalität ist dabei nur ein Baustein. Er benennt noch weitere. Beispielsweise: Respekt vor sich und dem Gegenüber. Das ist allerdings kein Schwachpunkt von mir. Als spiritueller Mensch respektiere ich jeden. Klassendenken habe ich nicht. Ich verhalte mich einem Anzugträger gegenüber genauso wie einem Straßenverkäufer. Auch die Selbstachtung spielt da mit rein. Das ist auch keine Schwäche. Ich war auch in der Beziehung kein Beta. Und ich zeige klare Grenzen auf, wie er auch in seinem Buch fordert. Aber man solle neben all dem vor allem aufrichtig und ehrlich lieben. Und wenn ich etwas kann, dann das. Scheinbar erdrücke ich regelrecht mit Liebe. Das ist wohl eher das Manko.

Auch solle man täglich versuchen an sich zu arbeiten. Das ist keine neue Erkenntnis. Aber er gibt auch hier wertvolle Tipps: Geh auf Arbeitskollegen zu und spreche ganz bewusst Gefühle an. Drücke Dich gefühlvoll aus und äußere Deine inneren Gefühle. Gute oder schlechte gleichermaßen. Nichts sei schlimmer als ein sachlich sprechender Roboter. Frauen langweile das. Das war mir schon irgendwie immer klar. Aber ich bin schon eher ein verkopfter Mensch, wenn es um die Interaktion mit anderen Menschen geht. Ich bin zwar ein unglaublich tiefgründiger Mensch und durchlebe auch meine Gefühle. Allerdings tue ich mir im Äußeren und Zeigen teilweise schwer. Gesehen werden kann allerdings nur was ich auch ausdrücke und zeige. Also muss ich hieran arbeiten.

Gestern gleich mal meinen Kollegen auf sein tolles Parfüm angesprochen und ihm im Verlaufe des Gesprächs gesagt, dass ich ihn sehr mag und schätze für das, was er die letzten Jahre immer wieder mal für mich getan hat. Dies zauberte ihm ein Lächeln ins Gesicht. Was mich wiederum gefreut hat. Ich hatte gegeben ohne zu nehmen. Ohne zu erwarten, dass er sich „freuen soll“. Er freute sich einfach. Ein schöner kleiner Moment. Ich tue im Zwischenmenschlichen zwar fast nie etwas in einer bestimmten Erwartung, allerdings nehme ich solche Situationen auch viel zu selten bewusst wahr und erzeuge sie gleich doppelt selten.

Und so habe ich mir gestern erstmal einen Buchtipp von einem belesenen Menschen geholt und sofort das Buch „Gut gegen Nordwind“ bestellt. Bin gespannt und freue mich auf meinen ersten Roman nach vielen vielen vielen Jahren. Den letzten las ich vielleicht in der Jugend, keine Ahnung. Ich tue das, weil ich erkannt habe, dass ich hier eine Schwäche habe. Ich bin der perfekte Sachbuchleser. bzw. auch Youtube-Video-Schauer, aber mit Romanen konnte ich bisher nichts anfangen. Deswegen kann ich vielleicht auch in beruflichen Gesprächen brilliant glänzen und alles und jeden in Grund und Boden argumentieren und durch Wissen auftrumpfen. Ich weiß, dass das mein Feld ist. Aber ich weiß jetzt besser denn je, dass ich zu sachlich unterwegs bin. Ich bin gespannt wohin mich diese Reise führt. Maximilian Pütz sagt, dass die Frauen sich reihenweise in ihn verlieben würden. Obwohl er kein Athlet oder Model sei. Seine Art fasziniere die Frauen und auch Männer gleichermaßen. Ein Baustein sei eben seine ausgeprägte Gefühlsader. Das ist doch mal ein guter Ansatz für mich, denke ich mir. Wir sind alle hier auf der Welt, um Erfahrungen zu machen. Also lasse ich mich fort auf die Erfahrung „mehr Emotion und Gefühl“ ein.

PS: Viele Grüße an Lotusblume, letztens sprachen wir noch kurz über das Thema Romane. Da siehst Du mal, wie sich unser – in diesem Fall mein – Denken doch innerhalb weniger Tage ändern kann. Plötzlich bin ich offen für etwas, wogegen ich mich mein Leben lang bewusst verschloss. 🙂

PPS: Maximilian Pütz sagt auch, dass man – wenn man von seiner Freundin verlassen wurde – doch aufhören solle mit dem Quatsch sofort wieder Frauen anzusprechen. Nur weil man Pickuppen könne und es einmal gelernt habe. Stattdessen erstmal Zeit nehmen. Zu sich kommen. Die eigenen Gefühle wirklich zulassen und dadurch verarbeiten. Es sei doch echt egal ob man nun eine neue Freundin an der Seite habe oder nicht, nachdem es aus ist. Ganz im Gegenteil, wie sei denn Entwicklung möglich, fragt er, wenn ein Mann sich sofort in die nächste Beziehung stürzt. Oder auch nur in das nächste Abenteuer. Der Werkzeugkasten sei da, das sei gut. Aber manchmal solle man ihn eine Weile verschlossen im Keller stehen lassen. Hat mir gefallen, als er das in einem seiner Videos sagte. Guter Mann. Respekt vor Dir. Und ich hatte das vor kurzem selbst erkannt. Dass es besser sei, ein paar Schritte zurück zu treten. Um dann erst wieder mit Anlauf loszusprinten. Es fühlt sich richtig an, dass ich vor ein paar Wochen die Reißleine zog und erstmal bewusst nicht mehr Frauen angesprochen habe, um meine Akkus erst wieder zu laden. Noch sind sie nicht voll. Wie auch. Aber ich merke täglich mehr, dass ich frei werde im Kopf. Und der Samstag war der erste Tag in den letzten Wochen, an dem ich spürte, dass ich „Erfolg“ an dem Abend haben werde. Die Sicherheit war da, noch nicht komplett. Aber ich fühlte sie. Es wird gerade wieder ein bisschen wie früher…

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Das Können von Christoph Waltz

Zur Zeit habe ich es mit der Musik. Zuletzt mit „Du Bist“ von Prinz Pi. Es war in die Vergangenheit gerichtet, beleuchtete (m)eine vergangene Frau aus meiner erst nachträglich erlangten Sicht. Aus einer für mich wohl erst nachträglich erlangbaren Sicht. Denn wie ich immer mehr für mich feststelle, ist dies eine (Ein-)Sicht, die ich tatsächlich erst nachträglich erhalten konnte. Ein perfektes Schauspiel ist nicht zu durchschauen.

Einer meiner Lieblingsschauspieler ist Christoph Waltz, seine Interpretation beispielsweise der Rolle in Django ist so genial einzigartig, dass beim Ansehen dieses Films in mir gar nicht der Gedanke aufkommen kann, dass es sich lediglich um eine gespielte Rolle von ihm handeln würde. Er verkörpert auf eine so perfekte Weise das Schauspiel, lässt die Grenzen zwischen Spiel und Realität verschwimmen. Selbst – meiner Meinung nach – als bewusster Zuschauer seiner Filme gelingt es ihm, durch seine Einzigartigkeit der Darstellung seiner Rollen wieder und wieder zu faszinieren. So sehr, dass ich ihm beim Beispiel Django tatsächlich abnehme, dass hier ein echter Kopfgeldjäger vor mir steht, spricht und tut.

Tatsächlich…? Ist es nur eine künstlerisch perfekt erschaffene Illusion! Christoph Waltz hat in seinem ganzen Leben vermutlich noch nie einem Menschen ein Haar gekrümmt. Während des Films kommt es mir jedoch vor, als wäre er der perfekte und intelligente Kopfgeldjäger. Damit gelingt ihm, was nur wenigen wirklich guten Schauspielern gelingt, nämlich die perfekte Illusion zu erschaffen.

Als Kinobesucher oder auch als Zuschauer auf meiner Couch ist mir klar, dass es sich nur um einen Film handelt. Das weiß ich vorher, bevor der Film beginnt. Dass ich es vor mir mit Schauspielern zu tun habe. Dass Christoph Waltz nur eine Rolle ausfüllt. So war das aber aus meiner Sicht nicht in meiner vergangenen Beziehung. Die Frau mag die Einzigartigkeit und das großartige Talent einer Meister-Schauspielerin in sich tragen. Das sind ganz gefährliche Waffen im Umgang mit sensiblen Menschen. Einem wie mir. Christoph Waltz mag ein Schauspieler sein, er tut dies aus Berufung und sicherlich auch um Menschen zu unterhalten. Von Berufung kann ich an der Stelle bei Fr. Schlange auch sprechen.

Es gehören allerdings immer 2 Menschen zu einem Duett. Die Frage ist immer noch aktuell, wie aus mir ein Protagonist in einem Film werden konnte. Denkfalle. Wie ist das gemeint? Nun, wenn wir uns einen Film von Christoph Waltz herauspicken, wirkt alles perfekt. Er und die Nebendarsteller spielen alle die ihnen zugewiesenen Rollen. Als Zuschauer gewinnen wir dabei nicht den Eindruck, dass sich die vielen handelnden Akteure im Film Gedanken darüber machen, welche Rolle sie spielen oder ob sie nur (Neben-)Darsteller sind. Alle tun einfach. Jeder erfüllt seine Aufgaben und füllt seine Rolle aus. So wird ein Meisterwerk daraus.

In meiner Realität stellt sich das Erlebte für mich hingegen anders dar. Zunächst fühlte sich alles vollkommen real und köstlich an. Wir nennen das Liebe. Dadurch werden wir blind. Jedenfalls wir Herzmenschen. Und dann… wurde offenbar aus der Realität, die sich Beziehung nannte, eine Fiktion. Eine Illusion. Ein Film. Ein Film in dem ich zu einem Nebendarsteller wurde. Ohne zu merken, dass die Hauptdarstellerin im Hintergrund auch die Fäden als Regisserin zieht. Und das Drehbuch heimlich umschrieb.

Ein Film, der nie mit einem Happy End abschließen sollte, da es dort oben auf der Bühne keine Traurigkeit und keinerlei Drama gab. Ohne Trauer ist kein Happy End nötig. Es konnte also kein Drama sein. Es war eher ein Familien-Abenteuerfilm. Einer, der einfach schön war wie er war. Zeichnen mit Bleistift ohne Radiergummi. Weich und sanft. Bis am Ende das Tintenfass darüber ausgeschüttet wurde.

In jeder Lebenserfahrung stecken verborgene Potenziale. Richtig betrachtet, bringen sie uns nach vorne, diese Erfahrungen. Zuviel Analyse ist aber auch nicht gut, sagt Lotusblume. Sagt übrigens nicht nur Lotusblume. Ich merke, dass mir das schwer fällt… die Situation verständnislos loszulassen. Gerade nicht zu versuchen zu verstehen. Da ich glaube, dass das Verstehen auch einen großen Beitrag für meine positive Zukunft mitsich bringt. Richtig angepackt jedenfalls.

Ein Pickup-Coach sagte in einem seiner Videos letztens: „Wenn sie Schluss mit Dir gemacht hat, dann halt in diesem Moment einfach die Klappe. Hör genau zu was sie nun sagt. Hör einfach zu und halt Deinen Mund. Das was sie da jetzt sagt ist bares Gold für Dich wert! Für Deine nächste Beziehung…!“

Und unter dem Aspekt betrachte ich auch alles. Ich analysiere nur, um mich selbst zu verstehen und vorallem um in Zukunft sofort erkennen zu können, dass ich erneut zu einem Nebendarsteller in einem der Filme von Christoph Waltz gemacht werden soll. So ist Hollywood nun einmal. Falls es jemals wieder so weit kommen würde. Hätte würde könnte. Meistens kommt ja dann doch wieder alles anders… und von Hollywood habe ich absolut genug. Mir reicht auch das einfachste Landleben. Hoffentlich…

Greenhornyme schrieb mir letztens, dass ich in dieser Frau meine „Meisterin“ gefunden hätte. Ganz ehrlich, selbst Christoph Waltz hätte in dieser Frau seine Meister-Schauspielerin gefunden. Und das ohne zu merken, dass sie zugleich auch die Regisserin des Films ist… und die Drehbuchautorin…

2019-04-16

… es wäre nicht ich, wenn nicht nach jedem Rückblick auch immer der Blick nach vorne folgen würde… Und deswegen stelle ich im nächsten Artikel ein Lied für und an meine zukünftige Traumfrau vor. Einen der für mich schönsten Songs der Welt. Ein deutsches Lied…

Beim Tanzen sieht man sich immer zweimal…

Die letzten Tage habe ich sehr viel geschrieben, so viel, dass ich nicht mehr weiß, ob ich diese „nette“ Anekdote schon zum Besten gab. Im Detail tat ich das sicher nicht, daran könnte ich mich erinnern. Aber vielleicht hatte ich es erwähnt? Ich weiß nicht genau. Egal, los geht’s.

Am letzten Wochenende bin ich zum Clubgamen raus gegangen, wie ich im letzten Artikel schon erwähnte. Sehr viel ist dabei jedoch für mich nicht rum gekommen. Aber hey, es war mein erstes Mal seit ca. 2 Jahren. Bis auf die Erkenntnis, dass ich es im Kern „noch kann“. Es. Das Ansprechen von Frauen. Allerdings hatte ich das „Vergnügen“ in der Location Fr. Schlange zu begegnen. Sie hatte mir gegenüber im „Abschiedsgespräch“ angedeutet, dass sie plane, an jenem Tag des Wochenendes mit „ihren Freundinnen“ dorthin zum Tanzen gehen zu wollen. Ich antwortete, dass ich das ebenfalls vorhätte. Genau genommen hatte ich das vorher schon mit meinem Wingman so vereinbart, ohne zu diesem Zeitpunkt das Vorhaben von Fr. Schlange zu kennen. Ihre Reaktion darauf fiel nicht sehr glücklich aus, genau genommen sagte sie halb schockiert: „Nein, tu das nicht!“

Ich entgegnete, dass es mir egal sei, ob sie auch dort wäre oder nicht. Wir würden uns aus dem Weg gehen und das wäre auch schon alles, ergänzte ich.
Nun, Angst zu haben, ist ein Gefühl, dass ich in meinem Leben grundsätzlich lieber anderen überlasse. Besonders egal ist mir, wer irgendwo „auch noch da ist“ wo ich bin. Selbst wenn es meine EX-Freundin zusammen mit dem Papst wäre.
An just jenem Abend sollte ich sehen, wer „ihre Freundinnen“ sind. Die Freundinnen waren zwei Personen. Freundin Nummer 1 war jene Freundin, in deren Haus wir erst vor wenigen Wochen noch gemeinsam ins neue Jahr hinein feierten. Ironie des Lebens.

Bevor es im Text weiter geht, noch ein Hinweis an Fr. Schlange persönlich

Ich weiß nicht, ob Fr. Schlange meinen Blog kennt. Sie weiß seit kurzem, dass ich einen Blog betrieben hatte. Das sagte ich ihr, nachdem sie sich von mir trennte bzw. ich herausfand, dass sie innerlich längst getrennt war und äußerlich bereits neu vergeben war. Urgs. Wir hatten ein einigermaßen menschliches gutes Gespräch zum Abschied. Was von ihren Ausführungen wahr oder unwahr ist, kann ich allerdings überhaupt nicht beurteilen, besonders nicht nach all den Umständen. Fr. Schlange gab im Gespräch zu, dass sie vor einigen Wochen/Monaten meinen einzigen kleinen abgesperrten Rollcontainer in unserer Wohnung geöffnet hatte. Sie fand daran Erinnerungen aus meiner Vergangenheit vor. Sie entschuldigte sich für das Verhalten, teilte mir jedoch mit, dass sie das Aufgefundene sehr verletzt habe. Ja hallo, aber das war alles aus meiner längst abgeschlossenen Vergangenheit?! Nichts davon aus der Gegenwart, alles weit zurück liegend. Und sie muss das Interpretieren angefangen haben, ob ich noch an meiner Ex-Freundin hängen würde usw. Nein, tue ich nicht! Sie ist längst glücklich vergeben und das freut mich menschlich unendlich.

Aber es ist auch nicht auszuschließen, dass Fr. Schlange in der Beziehung meine elektronischen Geräte durchleuchtet haben könnte. Dann wäre sie auf diesen Blog gestoßen. Sie bat mich außerdem, ihr die Adresse dieses Blogs zu verraten, damit sie wenigstens in Zukunft wisse, wie es mir gehe. „Nein!“, sagte ich entschieden und ergänzte: „Ich halte es so wie immer, wenn es aus ist, ist es aus. Dann regeln wir eine gewisse Zeit noch das Sachliche und dann bin ich weg. Wenn Du mich aus Deinem Leben wirfst, werde ich mit Dir nichts mehr zu tun haben. Wenn ich es Dir jetzt nicht wert bin, dass Du an meiner Seite sein möchtest, dann brauchst Du mich auch nicht zukünftig zur Gewissensberuhigung. Außerdem wird sich meine nächste Partnerin darauf verlassen können, dass ich zu meiner Ex-Freundin keinerlei Kontakt mehr pflege. Ich bin ein treuer Mensch.“

Ein paar Tage später sagte sie mir, dass sie nach meinem Blog gesucht, ihn aber nicht gefunden habe. Ich kommentierte: „Den wirst Du auch nie finden. Keine Namen, keine Orte, keine Daten.“

Liebe Fr. Schlange, falls Du diesen Blog doch eines Tages finden solltest oder ihn bereits kennst oder mitliest, dann soll es halt so sein. Dann lernst Du mich wenigstens quasi postum kennen, nach dem Tod unserer Beziehung. In der Beziehung war ich es Dir vermutlich nicht wert genug, mich wirklich richtig kennen lernen zu wollen. Eine Rolle für uns spielt das nicht mehr. Aber ich war die letzten Monate immer mehr dabei Dir aus meiner Vergangenheit zu erzählen, das ganze Pickup-Ding und so. Ich hatte angefangen Dir zu vertrauen, in jeder Hinsicht. Auch was Deine Vergangenheit mit dem anderen Geschlecht betrifft. Denn diese ist schon sehr speziell. Und GENAU zu diesem Zeitpunkt, hast Du angefangen Dich zu entfernen. Und ich hab es nicht gemerkt. Es war nicht zu vermeiden für mich, ich musste und sollte in diese Falle hinein laufen. Opferrolle schon wieder, ich weiß. Aber sei es drum. Falls Du also hier mitliest, dann wünsche ich Dir viel Spaß dabei. Es wird meine Zukunft nicht beeinflussen.

Und wer war Freundin Nummer 2?

Freundin Nummer 2 war sehr unweiblich und hatte einen Bart. Außerdem verhielten sich Freundin Nummer 2 und Fr. Schlange äußerst turteltäubchenmäßig-verliebt miteinander. Händchenhaltend und eng tanzend. Vor wenigen Wochen hingegen erst waren Fr. Schlange, Freundin Nummer 1 und ich noch gemeinsam in derselben Location zum Feiern. Alles schien ganz normal für mich, zu jenem Zeitpunkt. Keinerlei Verdacht auf Abnormalitäten.

Danke für Deine Loyalität, Fr. Freundin Nummer 1. Und ich dachte, dass wir uns immer einigermaßen sympathisch waren. Immerhin hatten wir uns die letzten Monate ein paar Mal gezielt als zwei 2er-Pärchen getroffen, weil ich mich auch mit Deinem Ehemann gut verstand. So schnell verfliegt für Dich also eine menschliche Beziehung in die Bedeutungslosigkeit. Hauptsache Du hast wieder jemanden zum regelmäßigen Feiern und Spaß haben, dafür gehst Du auch über Leichen. In dem Fall über meine. Insgesamt gingen wir (Fr. Freundin Nummer 1 mit Fr. Schlange und mir) zusammen zwar „nur“ zwei oder drei Mal zum Tanzen, in der Zeit der Beziehung, allerdings machte es mir immer Spaß mit Dir und Euch. Dir sicher auch, wie Du auch immer sagtest.

Mir ist schon klar, dass Freundinnen zusammenhalten. So wie Freunde zusammenhalten. Nichts anderes ist zu erwarten. Allerdings scheint Dir das alles nicht sehr viel auszumachen bzw. scheinst Du solch einer „Menschenaustausch-Aktion“ wenig Bedeutung beizumessen. Zwischenmenschlich traurig. Es stand nämlich der Plan im Raum, den nächsten Urlaub – womöglich im Sommer – gemeinsam zu viert zu verbringen. Weil Fr. Schlange und Du so gerne Zeit miteinander verbringen und der Ehemann von Fr. Freundin Nummer 1 auch mich sehr sympathisch finde. Deshalb sollte es ein 4er Urlaub werden (die Kinder wären derweil woanders geparkt worden).

Ich sagte spontan mein Einverständnis zu. Warum auch nicht. „Deine Freunde sind auch meine Freunde“, lautet meine Grunddevise im Leben. Denkfalle. Aus Sicht von Fr. Freundin Nummer 1 muss es dann wohl aber heißen: „Heute Du an unserer Seite, morgen schon ein Anderer.“

Danke. Dazu kann ich nur eines sagen: Das lässt tief auf Deinen Charakter blicken. Dein Ehemann tut mir leid. Der arme Mensch ist wirklich ein gerader Kerl, finde ich. Ob Du das auch bist, kann ich nur stark bezweifeln. Also kein Kerl natürlich, wenn dann eine Kerlin. Aber vom Geradesein bist Du, glaube ich, ein Stück weit weg. Ein Rückgrat zu besitzen, sieht anders aus.

Ich musste zuletzt erkennen, dass neben Fr. Freundin Nummer 1 auch die anderen sog. Freundinnen von Fr. Schlange offenbar nicht allzu viel von mir halten. Da war niemand, der irgendetwas in meine Richtung unternahm, um die Beziehung „zu versuchen zu retten“. Der Versuch zählt, sagt man im Leben. Nichts zu versuchen, zählt auch. Nur in die andere Richtung. Dann kann auch nichts Positives dabei herauskommen. Wieder etwas gelernt im Leben:

Freundinnen der Partnerin sind wohl selten auch Freunde von mir.

Es gilt aus Sicht der Freundinnen (von Fr. Schlange) eher die Devise: „Hauptsache meine Freundin verbringt Zeit mit mir, so wie ich das will, dann ist mir egal wen sie an ihrer Seite hat. Soll sie ihn notfalls zum Mond schießen. Und jetzt ab zum Feiern!“

Was fällt an dieser Devise einem klar denkenden und vor allem mitfühlenden Menschen auf? #EgoismusRegiert

Keine gute Grundzutat für eine aufrichtige Freundschaft, selbst unter Frauen. Meiner bescheidenen Meinung nach. Aber wie schrieb mir Lotusblume (Was bisher geschah… Fr. Tinder und ich – Teil 1 von 3) letztens zu diesem Thema per Whatsapp: „Zeig mir Deine Freunde, dann weiß ich wie Du tickst.“

Und dann ist da noch die Fr. Freundin Nummer 2

Über sie, bzw. besser gesagt über ihn, verliere ich gar keine Worte. Nicht wert. Das ist auch schon der ganze Absatz zu dieser Person. Ich kenne Dich nicht. Was ich (sogar direkt von Dir persönlich per Sprachnachricht) gesagt bekommen und sonst von Dir gehört und gesehen habe, erübrigt alle weiteren Worte meinerseits. Aber ich bin an jenem Abend dennoch zu Euch dreien gekommen und habe Euch allen kurz und sachlich die Hand gegeben und bin weiter gelaufen. Rückgrat haben nicht alle. Stolz und Ehre erstrecht nicht.

Aber ich habe mein Rückgrat noch. Und Stolz und Ehre kenne ich nicht nur vom Hörensagen.

Diese Austauschbarkeit innerhalb weniger Wochen ist in meinem Falle eine lehrreiche Erfahrung im Leben. Danke an Euch drei. Fr. Freundin Nummer 1, die wir auch Fr. Schlagen-Freundin nennen könnten. Oder Fr. Freundin-Schlange. Ja, Schlange trifft auch auf Dich zu. Nicht nur auf Fr. Schlange. Ich möchte nicht wissen was Deinem Ehemann mit Dir widerfährt. Wenn Du einen Betrug in Deinem engsten Freundinnenkreis gut heißen kannst und Dich aktiv an der Unterstützung beteiligst. Wenn Du, wie letztens, nach dem gemeinsamen Weggehen noch alleine im Club geblieben bist. Ich kann nur vermuten warum. Egal.

Wie gesagt, wir sind keine Kinder mehr. Wir alle machen und machten Fehler im Leben. Aber wir sollten irgendwann etwas dazu lernen. Dieses Stadium hast Du scheinbar übersprungen, bislang. Der Krug geht solange zum Brunnen bis er bricht. 1 Euro und ab damit ins Phrasenschwein, aber warten wir doch einfach. Auch wenn ich den Ausgang dieser – Deiner – (Ehe- und Lebens-)Geschichte nicht mehr mitbekommen werde. Sie interessiert mich auch nicht mehr. Das ist bereits jetzt Vergangenheit für mich. Es ist dann Dein Problem. Aber ich glaube an so etwas wie Karma.

Dann ist da noch Fr. Schlange, die mit Fr. Freundin Nummer 2 (das ist die mit dem Bart und dem halb-maskulinen Aussehen!) verliebt tanzte und händchenhaltend an mir vorbeilief. Nun, zu Fr. Schlange verliere ich zumindest in diesem Artikel auch nicht mehr viele Worte. Nur das: Was Du mit der – unserer, inzwischen ehemaligen – Beziehung getan hast… kann eigentlich nur sprachlos machen. Ich bin Dir nicht böse, wie ich Dir auch in meiner ersten Reaktion sagte. Tanz Du mit Deiner „Freundin Nummer 2“ in die Nacht hinein und sei verliebt. Genieß die Zeit. Sei glücklich. Das hat nichts mehr mit mir zu tun. Genießt Euer Leben, Eure neue Beziehung und Eure Liebe.

Und so ging Eure Nacht, die ihr unter Euch „Freundinnen“ feiern wolltet, irgendwann auch zu Ende.

Meine Nacht irgendwann auch. Danke an meinen Wingman für den tollen Abend und die ehrlichen und harten Gespräche und Deine Kritik zu mir als Person (in Bezug auf meine EX-Beziehung). Ehrliche und aufrichtig gemeinte Hinweise können Menschen nur bereichern. Und ich höre mir solcherlei Hinweise sehr genau an, um daraus zu lernen. Und ich habe bereits jetzt enorm gelernt.

(Umsetzen muss ich es nur noch, im Kleinen, im „Alltäglichen“, ich weiß, liebe Lotusblume… ich weiß. Ich werde mein Bestes geben. Danke für unser Telefonat und auch für Deine aufrichtigen, irgendwie tröstenden und zugleich zukunftsweisenden Worte. Es tat und tut gut. Wie immer. Danke.)

Und zum Abschluss dieses heutigen Artikels noch ein krönendes Häubchen:
Es tat auf eine bittere Art gut, Euch alle drei zu sehen. Referenzerfahrung. Das lässt mich bis jetzt noch mehr mental massiven Abstand zur Situation gewinnen. Abstand zu unserer ehemaligen Beziehung gewinnen. Surreal. Immer noch surreal, das alles. Aber ich war da. Ich war tanzen und hatte meinen Spaß.

Fr. Schlange sagte zu mir am Ende der Beziehung, dass wir nicht zueinander passen würden. Hätte sie „die letzten Monate erkannt“. Weil ich unter anderem nicht gerne tanzen gehen würde und oft ernst sei. Übersetzt gesagt, sei ich wohl langweilig geworden. Mag sein. Für Dich vielleicht. Aber wer war der Mann, der in dieser Nacht so viel tanzte wie in den letzten 4 oder 5 Jahren zuvor nicht mehr, selbst nicht zu meinen besten Pickup-Zeiten…? Haltung annehmen!

2019-03-28

Was bisher geschah… Fr. Tinder und ich – Teil 1 von 3

Zunächst ein paar einleitende Worte.

Ich wünsche Euch allen frohe Feiertage. Wer mich kennt, weiß um meine wenig religiöse Ader. Daher nehme ich die freien Tage als Geschenk dankbar an und feiere die Freizeit. Und danke dem Erfinder dieser beiden Feiertage im Sinne echter arbeitsfreier Freizeit. Nutzt die Zeit mit Euren Liebsten, hoffentlich arbeitsfrei. Die Freizeit.

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Und nun zum eigentlichen Artikel…

So ähnlich oder genau so beginnen Fortsetzungen in Serien doch für gewöhnlich:

„Was bisher geschah…“

Da war also eine Frau, seit kurzem hier bekannt als Fr. Tinder. Und ihr habe ich zuletzt bereits ein dreiteiliges Date-Review gewidmet. Und die Story endete mit:

Am nächsten Tag, ich weiß nicht mehr wann, schrieb mich eine unbekannte Nummer über Whatsapp an. Wie mein Tag bisher verlaufen sei und warum ich kein Profilbild mehr in meinem Whatsapp-Profil hätte…

Und an der Stelle nehme ich nun wieder Fahrt auf, in dieser kleinen Frühlings-Romanze (oder was auch immer es sein soll).

Plötzlich jedenfalls, zwei Tage nach dem Date, zeigte Fr. Tinder wieder (?) Interesse an mir. Warum ich kein Profil-Bild mehr in Whatsapp hätte…?
Nun, das ist ganz einfach. Weil nur meine Kontakte im Handy aufgrund meiner Einstellungen mein Profilbild sehen können. Da ich ihre Nummer zuvor doch gelöscht hatte, konnte sie das Profilbild folgerichtig auch nicht mehr sehen (siehe letzer Artikel Date-Review zu Fr. Tinder – Teil 3 von 3). Die Frage ist nun also wie ich ihr das rüber gebracht habe. Besonders da wir kurz darauf wieder telefoniert hatten und sie mich darauf nicht nur per Chat, sondern auch im Telefonat ansprach. Offensichtlich roch sie, dass an dem Braten etwas faul war. Vielleicht hat sie sich deshalb nochmal gemeldet? Weil es ihr suspekt vor kam, dass mein Bild für sie nicht mehr sichtbar war? Immerhin war das auch eine Frage in ihrer Nachricht. Man wird es nie erfahren.

„Wolltest Du ab jetzt anonym sein, so dass man Dein Bild und Deinen Status nicht mehr sehen kann?“, fragte sie mich am Telefon erneut.
„Nein, mein Whatsapp hat scheinbar nicht mehr richtig funktioniert. Aber Du bist jetzt schon die dritte Person, die mir das sagt. Danke für den Hinweis.“

Seidene Fäden sind gefährlich

Warum habe ich hier geflunkert? Nicht weil ich ihr nicht per se die Wahrheit verschweigen wollte. Die Wahrheit lautet ja doch, dass ich keine Lust auf Spielchen hatte und deshalb auch keine Lust lange herum zu tun und sie deshalb gelöscht hatte.

Um loszulassen. In dem Fall etwas, das ich noch nicht mal richtig festgehalten hatte. Frei machen, wenn es sich besser anfühlt als gefühlt gefangen genommen zu werden. Von seinen eigenen Emotionen. Gefühle möchte ich leben, aber ich möchte mich weniger von meinen Emotionen lenken lassen. Es ist ein Unterschied zwischen Gefühlen und Emotionen. Ein feiner Unterscheid, mit großer Auswirkung. Und wenn ich spüre, dass dies droht, Emotionen überhand gewinnen lassen zu müssen, ist es Zeit zurück zu gehen. Mindestens einen großen Schritt. Und zu riskieren keinen Strohhalm mehr in der Hand zu halten, an den man sich klammern kann. Nenne ihn Hoffnung, diesen Strohhalm. Aber begreife auch, dass es meist nur ein Strohhalm ist, kein dünnes Seil und schon gar kein dicker Ast einer robust gewachsenen Eiche.
Hoffnung hängt meist am seidenen Faden. Und lässt Dich baumeln. Bis der Faden reißt und Du fällst. Durch das Löschen ihrer Nummer komme ich aus einer Spirale der Hoffnung und der Abhängigkeit nicht heraus, sondern ich komme gar nicht erst hinein. So einfach ist die Erklärung.

Ein kurzer Gedankeneinschub: Jetzt, da ich gerade wieder Schreibe, merke ich, wie ich mich innerlich aufgrund der Erlebnisse der letzten Tage beruhige. Es ist wie meditieren für mich. Schade, dass ich so wenig in letzter Zeit schreibe. Aber gut, dass ich sie erkenne, die Notwendigkeit dahinter und das Sprudeln meiner Gedanken als Quell der Ruhe und des Friedens. Entschleunigen um herunter zu kommen.
Und dabei höre ich, was ich oft höre, wenn ich auf meiner Couch sitze und schreibe… Musik von der Panflöte.

Die süßeste Stimme des Frühlings

In den folgenden Telefongesprächen fanden wir auf eine Art zueinander, die mich erstaunen ließ. Was mich bis heute am Meisten an ihr fasziniert, ist ihre Stimme. Sie hat die wundervollste Stimme, mit der je eine Frau persönlich mit mir gesprochen hat. Sie ist so zart und weich und manchmal auch ein bisschen hoch. Ihre Stimme klingt erfrischend naiv jung. Obwohl sie älter ist als ich. Jedes Telefonat war für mich Musik in meinen Ohren. Es war mir egal was sie erzählte, Hauptsache sie sprach.

Und inzwischen trafen wir uns wieder. Nicht nur einmal. Das zweite und das dritte Date fanden erneut draußen statt. Zum vierten Date besuchte sie mich Zuhause. Alles war so frei und einfach. Unbeschwert und leicht. Wir ließen uns aufeinander ein und nahmen uns alle Zeit der Welt, nur für uns. In den Tagen zwischen den Dates telefonierten wir bis tief in die Nacht hinein. Wir konnten nicht voneinander ablassen. Schlafmangel ersetzte oftmals seither mein Vorhaben mir täglich acht Stunden davon zu nehmen. Und ich merke, dass es mir nicht gut tut. Trotz allen Frühlingsgefühlen, die inzwischen in mir entstanden waren.

Meine private Nachricht an Lotosblume

Und da schrieb ich meiner guten Bekannten, die längst eine Freundin für mich geworden ist, eine Nachricht. Übrigens, meine einzige „echte Freundin“ in meinem Leben. Jemals. Und an der Stelle wird es Zeit auch ihr einen Namen zu geben, immerhin hatte sie hier mehrmals – wenn auch selten – bereits einen Platz in meinen Artikeln bekommen. Ich nenne Dich hier ab jetzt in ganz tiefem Respekt und voller Anerkennung für alles was Du bis hier hin getan hast, nicht nur in Bezug auf mich, aber auch, sondern auch in Bezug auf Deine Umgebung und Deine Familie, in täglich sehr wundervolle Art und Weise, Lotosblume.

Herzlich willkommen an Dich als Protagonistin, neben Herr van Onnetuschn bist Du nun die zweite Person aus meinem Privatleben hier in meinem Blog. Premiere! 🙂

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Auszug aus meiner Nachricht an Lotusblume:

“ […] Mit Fr. Tinder ist es nun anders verlaufen als zunächst gedacht. Wir haben uns inzwischen ein paar mal öfter getroffen und so gesehen viel Zeit miteinander verbracht.

Sie wirkt auf mich unglaublich beruhigend und zeigt an mir echtes Interesse, jedenfalls fühlt es sich so an. 🙂
Ich will mich nur ganz bewusst nicht so schnell hinein stürzen, bekanntlich kann der Fall danach tief werden, falls etwas doch nicht so passt.
Bisher hatte ich aufgrund ihres Verhaltens zu keinem Zeitpunkt das Gefühl misstrauisch zu sein. Und das ist mir schon viel wert. Insofern genieße ich das was gerade passiert. Wir telefonieren oft und bei mir war sie auch schon.
Ich habe das Gefühl, dass sie mir viel zeigen und beibringen kann. Und vor allem mich verstehen und mir folgen kann.
Sie fordert mich in vielen kleinen Dingen auf spielerische Art sehr heraus und das gefällt mir. Es ist kein ernstes und schon gar kein einengendes Miteinander, sondern frei und offen. Und ehrlich, merke ich. Sie agiert auch und reagiert nicht nur, wie viele andere…
Ein bisschen fühlt es sich surreal an. Ich bin es nicht mehr gewöhnt eine Frau an mich heran zu lassen. Jedenfalls nicht auf der Ebene der Gefühle, nicht in der Tiefe. Und das bereitet mir tatsächlich Angst. Ich merke, dass ich sehr vorsichtig bin. Vielleicht zu vorsichtig. Vielleicht ist es aber auch gut so. Ich weiß es nicht.
Ich merke, dass ich nicht einfach vertrauen kann. Vielleicht kommt es mit der Zeit.
Mein langes alleine Sein hat definitiv Spuren hinterlassen. Je näher wir uns kommen, desto mehr wächst gleichzeitig meine Angst, dass es „wieder mal vergebens war“ was ich tue.
Andererseits habe ich umgekehrt auch die Sorge für sie nicht „der Richtige“ zu sein, nicht mal aus Selbstzweifel, sondern weil ich echt auf Gefühlsebene ziemlich am Boden bin. Also mein Herz selbst ziemlich zugrunde gerichtet habe und nun spüre, dass es da noch einen weiten Weg gibt, um wieder in Ordnung zu kommen. Dafür kann sie nichts, gar nichts. Aber dennoch ist es so.
Schwierig. Besonders jetzt, da ich eigentlich etwas Abstand wollte von dem Thema Frauen.
Andererseits bin ich sehr gespannt, ob sie mit ihrer rücksichtsvollen und fürsorglichen Art womöglich sogar so gesehen sehr zur „Heilung“ beitragen kann. Ohne dass es ihr bewusst ist oder werden soll.

Von dem Blog weiß sie nichts. Dafür wäre es definitiv zu früh. Und ob überhaupt? Ich weiß es nicht… […]“

Aufrichtiger kann ich zum Stand bis vor kurzem nichts sagen. Das beschreibt meinen Gemütszustand exakt, jedenfalls bis zum vorletzten Wochenende. Das war, als ich begann diesen Artikel zu schreiben. Seither ist es anders, was sich bisweilen so richtig und gut anfühlte, bereitet mir seither Unbehagen.
Fortsetzung folgt…