Was bisher geschah… Fr. Tinder und ich – Teil 4 von 3

Jetzt ist es Sonntag, 20:32 Uhr, und ich fange an diesen Artikel zu schreiben. Teil 4 von 3. Klingt merkwürdig, ein vierter Teil von einem Dreiteiler. Wenn dieser Artikel aber erscheint, wird Feiertag sein, der Tag der Arbeit. Den vierten Teil gibt es einfach noch kurz angefügt, so viel ist nämlich nicht passiert, dass es eine neue Serie zu Fr. Tinder und mir rechtfertigen würde. Also gibt es eine kleine Fortsetzung der bestehenden Story, mit einem fulminanten Ausgang. Fasten your seatbelts please, schnallen Sie sich an bitte.

Die Rückkehr von Fr. Tinder

Fr. Tinder war zuletzt nach ihrer 14-tägigen Reise wieder bei mir zu Hause, vier Tage lang. Während der Zeit musste ich an den meisten Tagen arbeiten, so dass wir uns meist abends nach meiner Arbeit trafen und anschließend zu mir fuhren. Morgens verließen wir immer gemeinsam das Haus. Sie ging ihren Dingen nach und ich meiner Arbeit. Am Telefon fragte sie mich vor ihrer ersten Ankunft: „Kann ich meine Yoga-Matte mitbringen? Ich hab zwei, dann kann ich eine bei Dir lassen zum Yoga machen.“ Was es damit aufsicht hat, darauf kommen wir später noch zurück.

Und bereits nach wenigen Stunden war es wieder da. Dieses Gefühl. Dieses Gefühl, das ich in den letzten drei Artikeln über sie auch schon beschrieb. Irgend etwas stimmte nicht, grundsätzlich nicht. Es fühlte sich nicht leicht an, nicht frei. Zwischenzeitlich konnte es immer wieder sehr liebevoll und harmonisch sein, allerdings stellte ich zunehmend fest, dass dies immer dann der Fall war, wenn es nicht um uns beide und unsere zwischenmenschliche Situation zueinander ging. In sachlichen Themen konnten wir verständnisvoll und bereichernd miteinander sprechen. In emotionalen Themen hingegen kam kaum mehr rechtes Verständnis auf.

Und nach zwei oder drei Tagen stellte sich ein Gefühl in mir ein, das mir sagte: „Puh. Ist das anstrengend mit ihr.“ Warum?
Fr. Tinder läuft nicht ganz rund. Sie sieht Probleme in der Bewältigung ihrer Vergangenheit, vermutlich (mindestens auch) in Bezug auf ihre gescheiterte Ehe. Ehe? Ja, Ehe. Das hab ich hier nie thematisiert, weil es für mich nicht so wichtig ist. Jedem Menschen begegne ich möglichst frei, es gibt schon genug äußerliche „Filter“, die ich an den Tag lege. Gewollt oder ungewollt. Das geht jedem von uns so. Optik und solche Dinge. Aber ob nun jemand viel Geld verdient oder wenig, oder gebildet ist oder nicht, oder verheiratet war oder ist oder nicht… was solls. „Erstmal eine Chance geben“, lautet da ganz meine Devise.

Zurück zu ihren Problemen, bzw. denen, die sie sich (selbst) macht. Sie sieht viele existentielle Fragezeichen am Horizont, Jobsituation, Familiensituation der Verwandten, Wohnungssituation. Dies und das. Und dann fühlt sie sich in Deutschland nicht so wohl wie dort, wo sie zuletzt eine Zeit lang im Ausland lebte. Dort, wo sie zuletzt 14 Tage „Urlaub“ machte. Aber irgendwie sei Deutschland doch für sie besser, weil alles geordneter sei.

Auch bei mir sei das so, sie fühle sich in meiner Nähe aufgeräumt. Alles sei so klar und so strukturiert, das gebe ihr Sicherheit und halt. Andererseits fühle sie sich aber auch nicht so frei wie in einer eigenen Wohnung.
Hm, relativ logisch, wie ich finde. Eigene vier Wände sind eigene vier Wände, andere vier Wände sind andere vier Wände. Deshalb sollte das Ziel sein beides bestmöglich zu verschmelzen. Will aus meiner Sicht heißen: Die jeweils anderen vier Wände mittel- bis langfristig zu den gemeinsamen vier Wänden zu machen.
Aber halt, nicht so schnell. Der Reihe nach.

Fleißig oder unfleißig, das ist hier die Frage

Ich bemerkte über die Tage wieder, dass ich mich zu Hause mehr einbrachte als sie. Darauf habe ich keine Lust (mehr). Also sprach ich auch das klar an. Sie sah das völlig anders. Was mir wiederum klar war. Und so diskutierten wir mehr über unsere unterschiedlichen Ansichten, anstatt zu einem gemeinsamen Ergebnis zu kommen. Worauf ich an sich gar keine große Lust habe. Weil… ich da eine klare Meinung vertrete, und die teilte ich ihr auch mit: „Sieh mal, wenn es wirklich passt zwischen zwei Menschen, dann müssen sie sich nicht darüber unterhalten wer nun mehr oder weniger tut und ob der eine nun zwei mal abgespült hat und der andere aber dafür zwei mal öfter das Bett gemacht hat. Es passt dann einfach.“

Nur wenn es eben mal nicht passt, dann spreche ich das klar an. Besonders wenn der eine der beiden Personen arbeitet und studiert und die andere Person nicht arbeitet und auch nicht studiert. Einer hat also nicht nur für die „restliche Freizeit“ Zeit und eine schon.
Und so ging es an einem Abend auch wieder um das Thema Playstation spielen oder nicht. An zweiten Tag, an dem ich kurz mit Herr van Onnetuschn Fifa spielen wollte, ging wieder eine Diskussion los. Warum das wieder mal sein müsse, wenn sie da sei. Woraufhin ich ihr erklärte: „Du warst auch gestern da und ich habe nicht gespielt. Du wirst morgen und übermorgen vermutlich auch da sein und da werde ich wahrscheinlich nicht spielen. Was ist der Unterschied zwischen heute oder morgen oder übermorgen?“

Und so stellte ich mir nicht nur selbst die Frage: „Worüber reden wir hier eigentlich???“

Ich gönne ihr das doch immer, wenn sie sich auch mal 30 Minuten für sich selbst Zeit nehmen möchte. Ich spiele nicht 5 Stunden, sondern vielleicht 30 oder 40 Minuten.

Wehret den Anfängen

Vorsicht liebe Männer, am Anfang werden die Weichen gestellt!

Natürlich gehe ich mit diesen Dingen hier schon sehr ins Detail, mir geht es dabei in meinen Erlebniserzählungen nicht um einen Selbstzweck, sondern darum darzustellen über was für einen Käse man allen ernstes diskutieren muss. Vor Fr. Tinder war die Klette. Sie hatte ähnliche Anzeichen und Anstalten der „Vereinnahmung“ getätigt, anders zwar, aber auch. Das ist mal ein eigener Artikel wert, das Thema „Wie eine Frau still und heimlich versucht Besitz über Dich zu ergreifen.“ Vielleicht sollte ich den als schlaue Selbsthilfe-Anleitung im Stile von „5 wichtige Tipps, um sich nicht beherrschen zu lassen“ veröffentlichen.

Stoff hätte ich genug!

Und so drehte ich den Spieß um und sagte: „Was ich stattdessen echt toll von Dir fände, wäre wenn Du mir auch mal eine Auszeit gönnen und mich fragen würdest, ob Du in der Zwischenzeit etwas tolles für uns oder für mich tun könntest. Vielleicht etwas im Haushalt oder etwas kochen oder oder oder.“

Rumps, der hat gesessen. Bei ihr. Wie ich gemerkt habe.

Genug ist genug. Es ist meine Wohnung und ich hatte sie immer gerne bei mir, auch wenn es stets sehr anstrengend war. Aber irgendwann – zwischen sie abholen und hier oder dort hin bringen – ist es auch mal Zeit selbige für sich zu nehmen. Besonders wenn es nur 30 Minuten in einer Woche sind. Darüber soll man allen ernstes diskutieren? Wo doch eigentlich/angeblich sonst so gravierende Probleme in ihrem Leben existieren. Job. Arbeit. Wohnung. Familie. Ehemalige Beziehung. Und was weiß ich noch alles. Wie ich immer sage: Es ist immer irgendwas!
Das alles gegen 30 Minuten Playstation spielen gegenübergestellt…?!

Ich bin auch noch immer sehr verletzt in Bezug auf meine Vergangenheit. Aber ich ziehe niemanden runter. Im Gegenteil. Ich bot ihr nicht nur meine Hilfe an, sondern ich half ihr zwischendurch auch. Aber ich habe auch keine Lust mein Leben durch Negativität in der Lebensqualität zu senken. Und auch ein Energiefresser ist nicht mein liebstes Haustier. Also hab ich für mich beschlossen Negativenergiefresser zu meiden. Ein schönes Wort. Negativenergiefresser. Gibts auch Positivenergiefresser? Sicher. Geh mal eine Runde joggen.

Als ich sie Samstag nach Hause gefahren habe, war wieder so eine insgesamt etwas genervt wirkende Stimmung im Raum. Gerne fuhr ich sie, nachdem sie mich darum bat. Auch wenn es mit den Öffentlichen recht einfach wäre. Solche Dinge sind mir aber egal, ich mache das wirklich gerne. Schließlich gönnt sie mir es ja auch, wenn ich Fifa auf der Playstation spielen möchte, oder? 😉
Sie sprach sich zwar in den Tagen öfter aus und teilte mir ein paar mal mit, dass ich sie nicht verstehen würde, geholfen hat es uns jedoch nichts. Einige der Dinge, die sie vortrug, zeigten mir, dass sie meine Intention hinter manchen Dingen oftmals doch nicht so verstand wie ich sie positiv beabsichtigt hatte. Verständnis auf Sparflamme, sozusagen. Außerdem komme sie mit meiner ironischen Art nicht so klar. Zur Zeit, wo es ihr nicht so gut gehe, sei ihr nicht immer nach lachen zumute.
Okay, dann gehe ich damit eben in den Keller. Aber schade, dachte ich mir. Das war es doch gerade am Anfang, was ich toll an ihr fand. Ihren Humor und ihre Fähigkeit meinen Humor mitzutragen. Hm, okay.

Kein Lebenszeichen ist auch eine Botschaft

Und so verabschiedeten wir uns Samstag kurz und knapp vor ihrer Wohnung. Ich fuhr davon, zu meinen Eltern. Dort blieb ich über Nacht. Und den gesamten Samstag kam keine Nachricht. Mein Anrufversuch in der Nacht blieb erfolglos und unbeantwortet. Komisch fand ich es nicht, auch wenn es sonst immer anders war.

Gestern fuhr ich von meinen Eltern zurück im Auto. Und mein Display im Tacho zeigte einen Anruf von ihr. Also nahm ich auf der linken Spur der Autobahn das Telefonat an, drosselte etwas die Geschwindigkeit und fuhr auf die rechte Spur. Ob ich denn gerade telefonieren könne, fragte sie mich. „Klar“, sagte ich, „wie immer kann ich beim Fahren ganz in Ruhe telefonieren“.

Sie: „Ich habe nachgedacht, der Umgang zwischen uns tut mir nicht so gut. Irgendwie verstehen wir uns nicht so gut wie ich dachte. […]“

Ich kürze das hier etwas ab. Sie sprach noch drei oder vier Sätze mehr. Mich hingegen hat es nicht dazu hingerissen viel zu sagen. Ich fragte nur: „Du hast noch eine Kleinigkeit bei mir auf dem Wohnzimmertisch liegen, schick mir eine Adresse, ich schick es Dir dann zu. Alles Gute für Dich für die Zukunft.“

Ich merkte, dass sie damit nicht gerechnet hatte. Sie diskutierte bisher immer sehr gerne und sehr viel. Mir war nicht mehr nach diskutieren. Aber ich bemerkte auch, dass sie das aus dem Konzept brachte. Damit hatte sie nicht gerechnet, dass ich so kurz und knapp darauf reagieren würde.

Sie hatte aber auch nicht damit gerechnet, dass ich sehr aufmerksam war. Tags zuvor. Sie hatte alle ihre restlichen Sachen, auch ihre Yoga-Matte, wieder eingepackt und mit nach Hause genommen. Mir war klar was das zu bedeuten hatte. Ich war gedanklich längst darauf vorbereitet.

Und so ist heute der Tag der Arbeit. Für die Rechte der Arbeiter. In der Hinsicht sehe ich mich echt als Arbeiter. Wieder daygamen und clubgamen gehen, wieder von Bar zu Bar ziehen. Wieder Gas geben. Wieder Körbe kassieren, wieder Daten. Wieder ganz der Arbeiter sein.

Ein guter Anlass für mich, ich nehme das als Wink mit dem Zaunpfahl. Oder doch mit dem ganzen Zaun… auch weiterhin meine Rechte einzufordern. Ganz wie es der Feiertag auch für die Arbeiter vorgesehen hat. Das Projekt Beziehung bleibt also ein hartes Stück Arbeit für einen inzwischen abgehärteten Arbeiter. Malocher.

Was bleibt in mir zurück?

Ich fühle mich wieder frei. Keine negativen Schwingungen mehr. Keiner mehr neben mir, der mit seinem eigenen Leben nicht klar kommt und – rein aus meiner Sicht – deshalb Fehler bei anderen sucht. Keine Ahnung ob ich mit meiner subjektiven Sicht Recht habe oder nicht. Darum geht es gar nicht. Recht haben ist uninteressant. Aber es ist meine Sicht der Dinge und die zählt. Ihre zählt für sie. Meine für mich. Und wenn ich mich unwohl fühle, dann ist es gut für mich, wenn ich aktiv etwas tue um wieder ins Grüne zu kommen.

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Menschlich ist das schon schade. Ich weiß nämlich, dass sie unter anderen Umständen eine tolle Frau sein würde. Vielleicht auch für mich. Mindestens aber für jemand anderen. Ich würde vermuten, dass sie ähnliche Erfahrungen wie nun mit mir auch schon gemacht hat, bzw. mit dem nächsten Mann erneut machen wird. Ein bisschen wie in einem Kreislauf. Solange… ja solange sie nicht aus dem Strudel heraus kommt. Raus aus der Opferrolle. Das wünsche ich ihr. Und bis zu ihrem Telefonat hab ich auch versucht das bestmögliche beizutragen. Aber ich bin nicht ihr Psychiater, erst recht nicht in so einer frühen Phase. Über meine „Probleme“ bzw. Verganganheit habe ich nie etwas erzählt. Warum auch. Es sind nicht ihre Sorgen. Sie hat dafür keine Verantwortung zu tragen, also verschone ich sie damit. So denke ich in dieser Frage.

Menschlich ist es schon schade, dass es zwischen uns maximal für eine kleine Frühlingsromanze reichen sollte. Glücklich und frei zu sein (egal ob mit oder ohne Beziehung) ist aber auf Dauer wichtiger, als einem Menschen noch vor Beginn einer Beziehung beim Gesunden zu helfen und die eigenen Interessen auf Dauer zurück zu stecken.

Und deshalb ist die Story mit Teil 4 von mir auch gut zu Ende geführt. Ohne sie in die Länge zu ziehen. Das hab ich ja mit dem „Schluss-mach-Telefonat“ von ihr so gelernt, am Ende eines Kapitels einfach etwas kurz anzufügen, fertig. Ob nun zwischen zwei Menschen oder bei einem Artikel. Ein kurzes „tschüss!“.

Sachen packen, weiterziehen. Wie immer. Ganz der lonesome rider. Kein Happy-End, auch wenn ihr mir das alle so gewünscht habt. Danke Euch wirklich!
Seht es bitte positiv, es bleibt auf diese Art hier auch weiterhin spannend…

Auf eine Art ist es dennoch ein Happy-End: Ich habe mich wieder. Danke Pickup, für die Kraft, die Du mir inzwischen gibst. Die Kraft, machen zu können was ich für richtig erachte. Aussprechen zu können, was ich denke. Wievielen Menschen da draußen geht es ganz anders? Wieviele Menschen müssen sich täglich ducken, müssen ertragen und „dürfen“ etwas in einer Beziehung nicht tun, was total objektiv betrachtet „völlig in Ordnung“ wäre?

PS: Ich sehe gerade auf die Uhr. Der Artikel hat fast eineinhalb Stunden verschlungen. Die Zeit ist es mir wert. Wert um dadurch auch innerlich loszulassen. Einen lieben, aber leider aus meiner Sicht nicht freien, Menschen. Dafür bin ich es nun wieder. Frei. Auch auf diese Art frei. Anders sowieso längst. Playstation hatte ich an dem oben genannten Tag übrigens trotzdem noch gespielt. Alles hat seine Grenzen. Und die endet inzwischen spätestens bei einer Einschränkung meiner Freiheit.

PPS: Ab 22. April bin ich nach einer mehrwöchigen Approach-Abstinenz wieder nebenher bei passender Gelegenheit aktiv geworden. Bis vorgestern Nacht stand es 7 zu 0. Bis gestern Nacht 8 zu 1. Das ist meine passende Reaktion auf das Ende mit Fr. Tinder. Und dieses PPS kann ich erst heute – Montag, also am Tag nach Beginn der Erstellung dieses Artikels – ergänzen.
Es war gestern wieder so weit, so einer dieser Rockstar-Momente… Darüber werde ich diese Woche noch berichten.
(Für alle neuen Leser: 7 zu 0 bedeutet nach meiner Zählart => 7 Frauen angesprochen, 0 Telefonnummern bekommen, macht 7 exklusive Körbe, nur für mich. 8 zu 1 bedeutet => 8 Frauen angesprochen, 1 Telefonnummer bekommen.)

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Date-Review zu Fr. Tinder – Teil 3 von 3

Heute Teil 3 und den vollständigen Abschluss der Geschichte. Jedenfalls des ersten Dates. 🙂

Auf gehts ins große Finale.
Und ich setze die Geschichte direkt ohne viele einleitende Worte nach Teil 2 (Date-Review zu Fr. Tinder – Teil 2 von 3) fort.

Alles eine Frage der Eskalation

(An der Stelle ein kurzer Ausflug: Ja, es steht noch ein eigener Artikel zu diesem Thema an. Das habe ich versprochen. Kommt noch! 😉 )

Als wir nach dem Essen ins Auto gestiegen sind (ja, natürlich habe ich ihr hierbei das zweite Mal die Türe aufgehalten), hielt ich das erste Mal ihre Hand. Sie reagierte etwas überrascht, aber ließ meine Berührungen zu. Sie ließ sie zu. Sie erwiderte sie nicht.

Mit dem Auto an der zweiten Location angekommen, verbrachten wir noch einige Minuten mit Musikhören. Sie zeigte mir einige ihrer Lieblingslieder. Also schnell ihr Handy per Bluetooth-Verbindung mit meinem Auto verbunden. Schwuppdiwupp und sie ließ mich Eintauchen in ihre Musikwelt. Auf diese Art bestand also auf jeden Fall schon mal eine Verbindung zwischen ihr und mir! Oder jedenfalls zwischen ihrem Handy und meinem Auto. Wie auch immer. 😉

Wir lachten und lauschten. Und ich massierte ihr die eine Hand, anschließend die andere. Das genoss sie. Und dabei merkte ich zum ersten Mal, dass sie noch nicht auf dieser Ebene angekommen war. Kein Problem, also wieder einen Schritt zurück.

Wir gingen in ein Bistro, obwohl es in Anbetracht unserer inzwischen beiderseitigen Müdigkeit schon echt spät war. Es wurde ein relativ kurzer Aufenthalt. Wir setzten uns nebeneinander und wieder nahm und hielt ich ihre Hand.

Es war nicht sonderlich spektakulär, aber innerlich stellte ich völlig abseits der Müdigkeit fest, dass irgend etwas nicht mehr so war wie am Anfang. Schon seit vorhin nicht mehr, einen genauen Zeitpunkt kann ich bis heute nicht ausmachen. Ich versuche es auch nicht. Ich stelle es nur für mich fest, dass irgendwo ein „Bruch“ drinnen war.

Wenn Frau (noch ?) Zeit braucht

Draußen auf dem Weg zurück zum Auto sagte ich etwas zu ihr. Sie hatte ihre Hände in ihrem Mantel. „Wenn es nicht so kalt wäre und ich nicht wissen würde, dass Du gerade frierst, dann würde ich jetzt auf dem Weg Deine Hand halten.“

Sie sagte: „Oh. Ich bin ehrlich gesagt noch gar nicht so weit.“

Ein echtes Statement. Eines, das mein Gefühl bestätigte. Jede weitere Eskalation war damit an dem Abend unnötig, weil zum Scheitern verurteilt. Also ließ ich es.

So fuhr ich sie nach Hause, wir waren beide inzwischen noch müder und so hielten wir es kurz, verabschiedeten uns mit einer raschen Umarmung und ich fuhr zurück zu mir. Ich genoss das Alleinsein im Auto und verspürte für mich innerlichen Frieden. Damit, dass es das vermutlich wieder einmal gewesen sein könnte. Alltag inzwischen. Ich kenne das ja, es ist nicht überraschend für mich, dass ich nicht völlig überschwänglich und in Euphorie blind vor Liebe herum renne.
Das habe ich lange nicht mehr getan, mir etwas von einem Date zu versprechen oder zu erwarten. Diesmal war aber echte Vorfreude da. Aber ohne mir etwas davon zu versprechen oder mir etwas zu erhoffen. Ein Unterschied.

Vielmehr spürte ich ja, dass irgend etwas nicht ganz passte. Man könnte vielleicht sagen, dass der Funke nicht übersprang. Andererseits lief es am Anfang echt gut, aus meinem Bauchgefühl heraus. Irgendwie war das Ganze dann genau deshalb für mich etwas widersprüchlich. Erst läuft etwas so gut an und dann gibt es einen Knick, warum auch immer. Ich hab kurz darüber nachgedacht, ob es an der Müdigkeit liegen könnte. Ich reiße mich dann aber immer sehr zusammen und gebe dennoch stets mein Bestes. Und ich wusste nicht, was sie nun fühlt. Dazu passte ihre Aussage oben für mich in ein Bild, das mir signalisierte: „Es stimmt etwas nicht.“

Dennoch bin ich so, dass ich meine Anerkennung und mein Interesse signalisiere. Es hängt ja immer von beiden ab, was passiert. Ich lasse sie auf diese Art zumindest wissen, dass ich sie mag. Was sie dann daraus macht, liegt sowieso nicht in meiner Hand.
So spiele ich das Spiel. Und deswegen bin ich kein gewöhnlicher Pickupper. Ich eskaliere nicht durch bis zum Abgrund, sondern trete davor auch einen Schritt zurück. Lasse Mensch Mensch sein und Gefühle Gefühle sein und wenn Gefühle auch mal nicht da sind, dann lasse ich sie eben auch mal nicht da sein.

Dann mache ich, was ich immer mache. Ich packe meine Sachen und ziehe weiter. Einsam in die Nacht. Nicht mehr traurig, wie vor einigen Monaten, nach einem gefühlt „gescheiterten Date“. Sondern inzwischen ganz zufrieden damit, dass ich alleine sein darf. Ja, richtig. Sein darf. Nicht sein muss. Alleine weiß ich noch immer am besten für mich selbst was ich mag und was mir gut tut. Freiheit. Genug zu tun habe ich mit meinem Studium auch. Mir ist nicht langweilig. Im Gegenteil. Ich schätze meine Freizeit noch mehr als vorher, da sie knapper ist als je zuvor.

Eignen sich Themen wie Zalando und H&M besser, um das Herz einer Frau für sich zu gewinnen?

Was ich mir am nächsten Morgen dachte: „Hm… vielleicht hast Du wieder mal zu tiefgründige Themen angeschnitten.“
Selbstreflexion halte ich für enorm wichtig, es geht dabei nicht darum herauszufinden „warum sie dies oder das“ so oder so gemacht oder gesagt hat. Sondern es geht darum sich selbst weiterzuentwickeln. Enorm wichtig. Ansonsten tritt man täglich in die selbe Pfütze und vermag es nie das zu ändern. Sich zu ändern.

Und ich hab mir für alle weiteren Dates mit Frauen erst mal vorgenommen: „In Zukunft keine Gespräche mehr über ihre oder meine Ziele, Wünsche und Träume oder die Gesellschaft. Keine Kritik über nichts. Einfach immer schön „ja“ und „toll“ sagen. Ein bisschen letzter Urlaub hier, gepaart mit einer Prise Lieblingsmusik und gespickt mit dem Lieblingsessen da. Das soll an „Tiefe“ reichen.“
Ich kann auch den total oberflächlichen flüchtigen Typen spielen. Mal ausprobieren…? Definitiv ja, dachte ich mir. Warum?
Ich habe Fr. Tinder in den Tagen vor dem Date in vielen ausgiebigen Telefonaten als eine sehr tiefgründige und einfühlsame Frau kennen gelernt. Ja, zugegeben, in den Telefonaten. Aber trotzdem… etliche Stunden erlauben es auch sich über eine Telefonleitung ein Bild zu einem Menschen zu machen.
Und das Bild sagte mir: „Bei ihr kannst Du auch mal Du sein! Also sei Du!“

Das dachte ich mir aber einige Wochen vorher bei Fr. Unnahbar auch. Und das Schiff lief auf Grund. Rumps.

Und diesmal? Offenbar schon wieder.
Vielleicht waren bzw. sind meine Einschätzungen auch nur falsch. Vielleicht denke ich nur, dass ich über solche Themen mit einer Frau reden könne und tatsächlich kann ich das – jedenfalls mit der jeweiligen Dame – gar nicht. Neueste Angebote von Zalando oder H&M taugen in diesen Fällen vielleicht besser als Gespräche über alles andere.

Wie ging es weiter?

Am Tag des Dates – bzw. in der Nacht – kam von ihr keine Nachricht mehr. Nun, sie habe ich ja gut nach Hause gebracht. Und ich? Ja, ich bin auch gut nach Hause gekommen. Danke der Nachfrage. Oder eben nicht.
Jedenfalls hatte sie mich in dieser Nacht nicht mehr angeschrieben. Sie interessierte es vermutlich nicht, ob ich trotz Müdigkeit auch noch gut zu Hause angekommen bin oder aber sie hat so viel Urvertrauen zu mir, dass sie wusste, dass ich gut zu Hause angekommen sein werden würde. Was für ein Deutsch.

Ich tat es ihr gleich. Keine Nachricht. Erstmal. Man muss das respektieren, wenn eine Frau sagt „Oh. Ich bin ehrlich gesagt noch gar nicht so weit.“, dachte ich mir an der Stelle. Also trete ich einen Schritt zurück. Aufdringlich zu sein, ist nicht meins.

Und am nächsten Morgen?
Normalerweise hatten wir uns in der Früh und am Abend immer kurz eine Nachricht geschickt. All die Tage zuvor. Wie gesagt, alles war seit dem Date anders.

Also schrieb ich sie in der Früh an, warum auch nicht. Ja, ich zuerst. Was solls. Mir ist dieses Warten-Gelasse zu albern. Es kam eine kurze Antwort zurück. Keine Anzeichen oder Anstalten von ihr noch weiter Nachrichten austauschen zu wollen oder sonst etwas. Passt, dachte ich mir. Dann weiß ich Bescheid.

Was sagt Herr van Onnetuschn dazu?

Am Abend traf ich mich mit meinem besten Freund, meinen Lesern hier auch bekannt als Herr van Onnetuschn. Und wir saßen in einer Bar. Natürlich war Fr. Tinder ein Thema des Abends. Er verstand das alles auch nicht. So viele Telefonate. So viel Interesse, offensichtlich beiderseits. Und dann funkte es „mal wieder“ nicht. Er sagte zu mir, dass ich noch etwas warten soll. So nach dem Motto, „die Flinte nicht zu schnell ins Korn zu werfen“.

Lieber Herr van Onnetuschn, mein Freund, welche Flinte? Welches Korn denn?

Dazu muss ich sagen, dass es mir tatsächlich egal war, ob bei der Geschichte etwas heraus kommt oder nicht. Gleichgültigkeit auf emotionaler Ebene bezüglich dem einzelnen (!) Ergebnis hat meine Euphorie im Projekt Beziehung längst ersetzt. Es ist mir nur erst in den letzten Wochen zunehmend klar geworden. Das ist nicht schlimm, aus meiner Sicht nicht. Es ist nicht negativ gemeint, auch nicht positiv. Es ist wie es ist. Wichtig ist für mich nur die Erkenntnis: „Wenn es passen soll, dann wird es passen“.
Egal ist es mir also wirklich nicht in negativer Hinsicht! Es ist viel mehr die sichere Erkenntnis, dass der Weg wichtig ist. Und der führt nur über mich selbst. Ein einzelnes Ereignis ist nicht wichtig, besonders wenn es von außen kommt. Ich bin nämlich auch keine Aneinanderreihung von einzelnen Ereignissen, sondern ein großes Ganzes. Ein ganzes Menschenleben. Ein großes ganzes Menschenleben. Wie jeder von uns. Nur am Bewusstsein darüber mangelt es meistens und den Meisten.
Wir neigen dazu einzelne Ereignisse zu übergewichten. Und deshalb schaukelt es uns von links nach rechts, ständig wenn es etwas „Unerwartetes“ passiert. Erwarte nichts, dann schaukelt auch nichts, dann passiert auch nichts „Unerwartetes“, dann ist Dir auch „egal“ was unterwegs passiert. Ein herrliches Gefühl der Freiheit macht sich gerade in mir breit, da ich diese Zeilen schreibe.

Und so sagte ich zu ihm an diesem Abend: „Sieh mal, gestern Nacht hat sie mir nicht mehr geschrieben, anders als sonst. Heute Morgen hat sie mir kurz und knapp geantwortet. Seither nicht mehr. Heute Nacht auch nicht. Auch anders als sonst. Wenn diese Frau tatsächlich Interesse an mir hätte, wirkliches Interesse, dann würde sie mich doch mit Nachrichten, Telefonaten oder sonst etwas bombardieren. Zumindest wenn der Funke wirklich übergesprungen wäre.“

Herr van Onnetuschn schwieg.

Und ich fuhr fort, „Sieh nochmal, das ist unser bisheriger Whatsapp-Chat.“, ich machte zwei Klicks und gelöscht war er. Und weiter sprach ich zu ihm, „und schau, das ist ihr Kontakt in meinem Handy.“. Erneut zweimal aufs Display gedrückt und auch da war Fr. Tinder gelöscht.

Er sagte etwas überrascht, wobei er mich kennt wie kein zweiter auf dieser Welt:
„Meinst Du nicht, dass das ein bisschen zu früh ist?“

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Das ist Freiheit in meinem Leben. Ich definiere Freiheit für mich heute völlig anders als früher. Freiheit ist für mich eine Mischung aus innerer Frieden und äußerer und innerer (körperlicher und Gedanken-)Freiheit.

Ich sagte zu ihm: „Wenn sie wirklich möchte, dann kann sie sich melden.“
Und innerlich dachte ich mir: „Ich habe keinen Kontrollzwang. Wenn sie möchte ist gut, wenn nicht, ist auch gut.“
Es liegt nun in ihrer Hand.
Kontrolle nicht (!) zu haben, ist ein schönes Gefühl. Es befreit. Es nimmt einem die Last und die Gedanken von vielem.
„Lass ruhig die Anderen mal machen“, denke ich mir inzwischen und kann mich daran gut gewöhnen.

Normal will man(n und oft besonders auch Frau!) Kontrolle. Hat man keine Kontrolle, fühlt es sich „schlecht“ an. Man fühlt sich schlecht. Warum?
Es ist doch heute genau umgekehrt für mich an vielen Stellen des Lebens, jedenfalls in Bezug auf andere Menschen! Wozu etwas kontrollieren? Habe ich Kontrolle, dann habe ich etwas zu verlieren, die Kontrolle selbst. Und das ist für die meisten Menschen ein Problem. Verlustangst. Kontrollverlustangst.
Kein Ego, keine Kontrolle. Kein Problem.

Und so endet eine so hoffnungsvolle Geschichte tragisch?

Am nächsten Tag, ich weiß nicht mehr wann, schrieb mich eine unbekannte Nummer über Whatsapp an. Wie mein Tag bisher verlaufen sei und warum ich kein Profilbild mehr in meinem Whatsapp-Profil hätte…

Sieht so aus, als wenn…
Ja, Du vermutest richtig… 🙂

Fortsetzung folgt. Liebe Leser, und wieder einmal… Geduld bis zum nächsten Artikel. Auch wenn das Date-Review mit diesem Dreiteiler zu Ende gegangen ist… so ist es nicht das Ende der Geschichte mit Fr. Tinder. Es bleibt spannend.

2 mal 4 zu 0 aus dem Stegreif

Mitte der Woche war es wieder so weit. Ich bin mal wieder zum Daygamen raus. Nach der Arbeit. Einfach so. Los getigert, durchs Revier. So wie die Füchse, bei den Absoluten Beginnern. Wer das Lied kennt: Füchse sind gar keine Rudeltiere! 😉

Ich war gespannt auf mich selbst

Ob es mir leicht fallen würde wieder die eine oder andere Schönheit anzusprechen. Ob ich nervös sein oder werden würde.

Grund ist, dass ich seit mehreren Wochen nicht mehr am Tag bzw. Abend unterwegs war mit diesem konkreten Ziel Frauen anzusprechen. Clubgame schon noch, Daygame aber nicht mehr. Ich hatte ein paar Wochen Pickup-Pause. Die Klette kostet einfach Zeit. Und auch sie kostet die Zeit. Nicht kosten im Negativen. Kosten im Positiven. Zeit kosten. Also das Kosten der Zeit. Nicht die Kosten der Zeit. Das ist ein feiner Unterschied. Wenn man die Zeit kostet, dann ist das etwas Schönes. Wenn Zeit etwas kostet, dann ist es nicht so schön. Manchmal kommt beides zusammen. Dann kostet es zwar Zeit, aber man kostet sie zeitgleich.
Einfach gesagt, man genießt sie. Die Zeit.

Ich lese immer wieder, dass Pickupper nach einer (mehrwöchigen) Pause wieder Ansprechängste aufbauen. Das geht so weit, dass sie dann beim erneuten ersten Mal fast wieder bei null starten müssen.
Das liegt offenbar an der zuletzt unterbliebenen Desensibilisierung des eigenen Gehirns.
Ursache ist klar: Zu wenige Reize aufgrund zu weniger Übung.
Resultat ist klar: Zu wenig Übung bringt Unsicherheit vor einer nächsten Ansprech-Situation mit sich.

Das ist wie in der Schule. Wenn Du vor einer Prüfung genug lernst, dann nimmt Dir das die Angst („ich bin gut vorbereitet“). Es ist auch wie eine normale Jobsituation zu sehen, zum Beispiel eine Verhandlung. Machst du das einmal im Jahr, dann haut Dich das schon völlig aus der Bahn, wenn Du im Privatleben auch nur im Autohaus wegen 2 Prozent hin oder her feilschen möchtest. Es treibt Dir den Puls hoch, Du wirst nervös. Alles dreht sich. Die Atemfrequenz steigt. Du wirst fahl. Verhandelst Du hingegen jeden Tag im Job, dann ist das Dein Metier und Dir kann keiner mehr etwas vormachen. Verhandeln ist Dein Lebenselexier. Du bist der Profi. So wie Leon.

Wie war das also bei mir?

Ich laufe umher, sehe die erste hübsche Frau des Abends, ein schönes braunhaariges Mädchen, geben wir ihr eine 6,5, und…?

Ich trau mich nicht sie anzusprechen!

Quatsch! Natürlich hab ich sie angesprochen! Bumm. 🙂

Direkt hin und los geht’s, in einem Kaufhaus in der Lebensmittelabteilung. Ihre Reaktion fiel für mich relativ gewohnt aus. Positiv überrascht, etwas nervös. Sie. Nicht ich. Kurzer Smalltalk, aber ihr Schokoherz in der Hand hatte schon nichts Gutes für mich verheißen sollen. Sie erzählte mir, dass das ein nachträgliches Valentinstagsgeschenk sei. Für wen? Natürlich! Für ihren Freund. Läuft bei Dir. Nicht bei mir.

Glaube ich ihr sogar. Die Sache mit dem Freund ist zu oft jedoch nur so ein Schutzding. Überflüssig aus meiner Sicht. Soll die Frau einfach sagen wenn sie keine Böcke auf den Mann hat.

Ich erfinde ja auch nicht, dass ich in einem schweren Verkehrsunfall verwickelt war, nur weil ich mal 5 Minuten zu spät zu Mama nach Hause zum Essen gekommen bin. 😉
Da sag ich auch einfach ganz ehrlich: „Mama! Ich hab keinen Bock auf Dein Essen gehabt!“
Um Himmels Willen, nein! Natürlich nicht! Abgesehen davon, dass Mama gut kochen kann und gar kein Anlass dafür besteht, würde ich so eine Aussage natürlich nie treffen. Aber ich sag Mama in diesem Fall sicher genauso wenig: „Du, ich hab unterwegs noch eine Frau kennen gelernt, die habe ich eben schnell heiraten müssen. Deshalb kann ich leider nicht zum Essen zu Dir kommen. Und zwar nie mehr wieder.“

Ihr versteht was ich meine. Ein einfaches Nein tut es auch. Ohne große erfundene-Hollywood-Drama-Geschichte. Kauft Dir sowieso keiner ab. Das Ding mit dem Freund. Warum nicht? Weil im Schnitt in den Städten Deutschlands die Single-Quote insgesamt bei mehr oder weniger 50% liegt. Wenn aber 60% oder 70% der angesprochenen Frauen vorgeblich Freunde haben, dann sind das… Moment ich rechne kurz… ungefähr 6 oder 7 von 10, anstatt 5 von 10. Da passt doch was nicht. 🙄

Und so ging das dann noch drei mal weiter

Die vierte Frau des abends kam mir auf einer Treppe entgegen. Sie hoch. Ich runter. Dabei trafen sich unsere Blicke für ca. 2 oder 3 Sekunden. Unsere Augen ließen sich dabei nicht los, stattdessen bewegten sich unsere Köpfe mit. Typischer Flirtblickkontakt.

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Und für mich das totale Startsignal die Situation beim Schopfe zu packen. Also drehe ich um, gehe ihr hinterher und spreche sie an. Es wird ein spaßiges vier oder fünf minütiges Gespräch. Bis dann wieder die Nummer mit dem Freund um die Ecke kommt. Läuft bei Dir. Nicht bei mir.
Na, sie fand es aber total toll, dass ich sie angesprochen habe. Sagte sie. Und auf meine Frage, ob sie Männer immer mit ihren Blicken derart auffressen würde, lachte sie zunächst verlegen und erklärte dann: „Nein, aber schauen darf man ja mal!“

„Schauen darf man ja mal?!“

Klar darf man. Wir leben ja nicht in Saudi-Arabien. Aber SO schauen?? Hm, wenn das Dein Freund wüsste, dann würde der Dich dafür vielleicht genauso steinigen wie die Steiniger in Stein-Arabien, äh Saudi-Arabien. Übrigens: Wenn Dein Freund das machen würde, würde mich das nicht wundern, wenn Du genauso reagieren würdest.

Davon halte ich gar nichts! Weder vom Steinigen noch vom fremd-Flirten!

Ich verstehe das gar nicht, dass Frauen (und auch Männer) ständig ihren Marktwert checken wollen. Flirten ist cool. Flirten ist Bestätigung.
Als ich allerdings lange Jahre in einer glücklichen Beziehung war, war das anders. Ich hatte meine Augen stets nur für sie, die Eine. („Die Eine oder keine. Für keine andere Frau ging ich lieber in den Bau“ – Die Firma).
Ehrlicherweise muss ich einschränkend sagen: Das ging so lange so, so lange ich glücklich war. Und das war sehr sehr lange der Fall. Bis zum Ende. Egal, wie auch immer.

Was ich damit sagen will: Wenn ich in einer glücklichen Beziehung bin, dann flirte ich nicht. Punkt. Ja, flirten ist reizvoll. Flirten ist Bestätigung. „Draußen Appetit holen, Zuhause essen.“ Kenn ich auch alle, die Sprüche. Ich halte davon aber trotzdem nix. Wenn mir meine Partnerin wichtig ist und ich sie von Herzen liebe, dann liebe ich sie. Punkt. Alles andere ist aus meiner Sicht – mit Verlaub – Bullshit.

Und so ging der Abend 4 zu 0 aus. Nicht gegen mich, sondern für mich natürlich. Endlich mal wieder ein paar Körbe. Nette Körbe zum Teil. Ja, so kann man es sagen. Vier nette Körbe, die allesamt Lust auf mehr machen. Lust auf mehr Körbe. 😉

Ich lasse extra Edward Snowden einfliegen

Zeit ist im Moment nur (m)ein Problem, denn es ist ziemlich überladen gerade bei mir. Aber dazu gibts bald auch einen Artikel. So nach dem Motto: „Die wahren Hintergründe über die Abwesenheit des jungen Pickuppers…“
Es wird eine Enthüllungsstory. Dafür lasse ich extra Edward Snowden einfliegen. Der soll vorher alles leaken, klassisch per USB-Stick. Dann erfährt die Öffentlichkeit, warum ich derzeit so im Dauerfeuer stehe. Letztens benutzte ich dafür den Begriff „Druckbetankung“, der Ausdruck gefällt mir. Aber selbst wenn Edward Snowden es schaffen sollte, die wahren Hintergründe für mein Abtauchen zurück in die Welt des Otto-Normal-Mannes (also weg vom Pickuppen) ans Licht der Öffentlichkeit zu bringen, so bleibt beim Leaken dieser Story die Hauptrolle doch bei mir. Sorry Edward, auch wenn Du ein Großer bist.

Das Wundervollste kommt zum Schluss

Ich bin echt stolz auf mich. So konnte ich nicht einfach davon ausgehen und nicht damit rechnen, dass mir das erste Mal ansprechen einer Frau nach dieser langen Pause gar nichts ausmachen würde. Kein bisschen nervös. Keine Hemmung. Alles gut.
Das war meine längste Pause ohne aktives Approachen, denke ich rückblickend. Und so hab ich zumindest für mich die Gewissheit, dass mir DAS HIER keiner mehr nehmen kann. Wenn man trotz langer Pause etwas wieder aus dem Stegreif sofort abrufen kann, dann hat man es geschafft es zu einer echten eigenen Stärke zu machen. Man hat sich weiter entwickelt. Und das habe ich. Deshalb bin ich stolz auf mich. Man darf sich auch mal selbst auf die Schulter klopfen im Leben. Wenn es berechtigt ist, dann darf man das, bin ich der Meinung. Keine Ansprechangst mehr. Wer die letzten Monate meine Artikel verfolgt hat, der weiß, dass mein Hauptbestreben war, zunächst das eigene Ego systematisch aufzulösen. Insofern eine konsequente und logische Entwicklung. Wo kein Ego, da keine Ansprechängste.

PS: Gestern bin ich wieder raus, wieder 4 zu 0. Macht 8 zu 0 diese Woche bisher. Einen Unterschied zu vor ein paar Wochen oder Monaten gibt es dennoch: Ich merke, dass mir die Übung fehlt. Auch wenn man Approachen kann, kommt es doch aufs „wie“ an. Und da ist es wie beim Fußball. Erst mal wieder ein paar Tage Training, dann haue ich die Bälle auch wieder in den Winkel. Also übe, junger Padawan! Möge die Macht mit Dir sein.


Was hast Du zuletzt getan, womit Du Dich selbst positiv überrascht hast?
=> Sei stolz auf Dich und klopf Dir ruhig mal selbst auf die Schulter dafür. Ehrlich.

Ende der Geschichte mit einer potentiellen Traumfrau?

Ein kurzes Statement zur einer Frau, die bisher noch keinen Namen von mir bekommen hat. Es ist mit ziemlicher Sicherheit der letzte Artikel über sie, dann bekommt sie hier „postum“ eben noch einen passenden Namen von mir.

Ich nenne sie einfach „Frau Unnahbar“.

Zuletzt schrieb ich in diesem Artikel über mein Date mit ihr:
Date-Review zu einer potentiellen Traumfrau (?)

Was ist in der Zwischenzeit passiert?
Wir hatten letzte Woche telefoniert. Etwas überraschend für mich, nach spürbar weniger Interesse ihrerseits in den folgenden Tagen nach dem Date. Dennoch schrieb sie mir, stellte weiter Fragen, wenn auch nur so selten einfallslose Dinge wie: „Wie gehts dir?“. Im Telefonat – über eine Stunde – ging es mal wieder um dies und das. Und als es am Ende darauf hinaus lief, wann wir uns wieder sehen würden, kam sie ins Herumstammeln. „Ja, also… immer wenig Zeit… bla… ich will mich da noch mit meiner Freudin treffen… ach ja, am nächsten Tag, da hab ich einen Termin am Abend, schlecht… bla… bla… bla bla bla…“.

Ganz am Ende hab ich sie auf ein Date auf letzten Freitag gestupst. Sie sagte dann fast zu meiner Überraschung zu, nach so viel Gestammel zuvor war das für mich fast nicht mehr glaubwürdig. Aber das Telefonat ging danach in Ruhe weiter, auch wenn das „Magische“ bzw. die Stimmung nicht mehr so recht aufkommen wollte. Schade, aber ich sehe es auch nicht ein ständig mehr zu geben als die Frau. Ich ziehe mich dann irgendwann eben auch mal zurück. Wenn ich merke, dass das sonst ins Ungleichgewicht geraten würde. Und das tat es durch das wenige Engagement ihrerseits in den Tagen zuvor für mich gefühlt bereits längst.

Gut, und was passierte dann am letzten Donnerstag Nachmittag?
Haha. Ja. Ihr wisst schon, genau. Richtig getippt.
Da kam die Absage. Begründung?
Die alt bekannte natürlich. „Bla bla… mir gehts nicht so gut… bla bla… ich sag dann lieber für morgen heute schon ab… Sei mir nicht böse bitte“. Ja klar. Ohne einen Vorschlag zu einem Ausweichtermin.
Toll! Sag doch einfach zu mir: „Ich hab keinen Bock mehr auf Dich, danke, tschüss.“ Nein, das kann Frau Unnahbar nicht. Glanz und Gloria gehen eben auch mal bei einer potentiellen Traumfrau verloren. In dem Moment war das für mich so. Unaufrichtigkeit mag ich nicht. Kurz gute Besserung gewünscht und nach einem Alternativdate gefragt. Wieder nur ein „bla bla“ kam daraufhin zurück und mir war alles Notwendige klar. Und seither habe ich ihr auch nichts mehr geschrieben.

Vor allem der Spruch, dass ich nicht böse sein solle. Slapstick pur! Beim nächsten Mal haue ich einem Menschen einfach direkt mit der Faust aus dem Schwung der ganzen Schulter direkt ins Gesicht, gucke dann doof und sage: „Oh tut mir leid. Sei mir bitte nicht böse, ja?“ Ich weiß nicht woran das liegt, aber es gibt wirklich so viele Menschen da draußen, die wirklich nicht mehr alle Latten am Zaun haben. Unfassbar.

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Okay, jedenfalls geht da mein Interesse innerhalb weniger Sekunden auf 0 zurück. Warum auch nicht. Frau Unnahbar macht so sehr auf mega erwachsen und besonders, dass sie bei all ihrer Besonderheit wohl die Besonderheit in mir nicht erkannt hat.
Das macht sie für mich sehr unbesonders. Ganz unabhängig davon wie sie mich findet, mag ich es aufgrund ihrer Art auch gar nicht mehr wissen. Das ist so ziemlich der größte Abtörner für mich. Geringes Interesse einer Frau an mir hat ja seinen Grund. Danke.

Meine liebe Cousine sagt zu mir in diesen Fällen immer:

NEXT!

Ja. Da hast Du recht. Auch in diesem Fall heißt es wie immer bisher… NEXT! 🙂

PS: Die Nummer von Fr. Unnahbar habe ich inzwischen einfach ohne weiteren Kommentar gelöscht.

Ein Samstag zum Davonlaufen

Ich und davonlaufen? Sicher nicht!

Mein Artikel heute kommt mit über 1,5 Stunden Verspätung online. Da ich vorhin noch mit einem Freund auf einen Kaffee in der Stadt war. Und wir uns etwas verquatscht haben. So ist das eben, ganz ganz selten mal kommt ein Artikel etwas später online. Aber er kommt. Außerhalb der Regel, außerhalb der Gesetzmäßigkeit.

„Gesetze sind dazu dazu, um sie zu brechen.“
Von wem stammt dieses wundervolle Zitat? Es stammt von mir selbst. 🙂

Warum ist jetzt also der Samstag zum Davonlaufen?

Naja es steht heute 5 zu 0. Das ist an sich gesehen gut so. 5 an einem Tag ist vernünftig. Aber wenn 4 davon nahezu einfach weiter gehen und sich auf keinen Fall in ein Gespräch bringen lassen, dann ist das schon irgendwie zum Davonlaufen. Zumindest für die 4.

So viele Frauen, die keinerlei Interesse an einem Gespräch haben, hatte ich hintereinander noch nie. 4 auf einen Streich. Rekord.

Und später habe ich in einem Cafe an der Bar eine Dame seitlich angetippt und sie auf ihr Buch angesprochen. Keine Reaktion. „Hm“, dachte ich mir, „passt ja heute prima zum ganzen Tag“.
Nach ein paar Minuten entstand dann doch noch ein ganz angeregtes Gespräch. Sie hatte ein Buch dabei, das mich thematisch interessierte. Es ging um den IS. Ihr wisst schon. Dieses böse Phantom, das für all die Gräueltaten auf der Welt verantwortlich ist (gemacht wird bzw. sein soll). Da mich Geopolitik sehr interessiert, frage ich dann natürlich auch gerne nach. Überhaupt im Leben finde ich es wichtig, dass man den Dingen nach geht, die einen persönlich sehr interessieren. Zu stark sind wir täglich verhaftet und lassen uns verhaften in und für Themen, die andere Menschen interessieren, nur letztlich uns selbst nicht.
Und so bin ich immer weiter auf der Suche nach Menschen, die mir in irgend einem Bereich voraus sind. Deshalb lasse ich mich so gerne inspirieren und spreche Menschen an, die etwas tun, das mich interessiert.

Ein bisschen Smalltalk über Geopolitik. Geht das? Smalltalk über Geopolitik. Ja. Geht. Auch das geht. Solange man nicht zu tief geht. Gesellschaftskonform bleiben. Dann ist Smalltalk auch darüber möglich. Bohrt man etwas. Stellt man Fragen. Hakt man nach. Dann… ja dann… ist es gerade dabei natürlich schnell vorbei mit dem Smalltalk. Das ist normal.
Nun zu Dir, da ich Dir ja sagte, dass ich auch über unsere Begegnung vielleicht ein paar Sätze schreibe. Siehst Du, schwupp und schon tauchst Du hier auf! 😉 Du bist eine Frau, mit der man sich auch über andere Dinge unterhalten kann.
Nach ein paar Minuten über Land, Leute und die Berge ging es dann kurz um meinen Blog hier. Für den ich normalerweise überhaupt keine Werbung mache, weil das gar nicht meine Absicht ist. Nur fand ich das Gespräch mit ihr einfach frei und offen. Und da sie so lieb gefragt hat, hab ich ihr die Adresse von hier verraten.

Und wenn Du magst, hinterlasse ruhig einen Kommentar oder meld Dich mal. Falls Du weiter über Geopolitik fachsimpeln möchtest. Oder alternativ auch über Land, Leute und die Berge. Auch wenn Du in Zürich sein solltest. Viele Grüße an Dich an der Stelle. 😉

Was gibts sonst noch zu sagen?
Gestern war ich natürlich wieder unterwegs zum Clubgamen. Es war mega lustig für mich, weniger wegen irgendwelchen Erfolgen, sondern weil gestern auch mal abwechslungsweise mein bester Freund mit dazu gekommen ist. War cool mit Euch, zumindest meistens! 😉

Prima ungewohnt für mich ist die Fülle an Schlaf, die ich von gestern auf heute hatte. Es wurden ganze 8,5 Stunden! Unglaublich. Das schaffe ich in letzter Zeit kaum mehr. Der Bio-Rythmus ist etwas durcheinander geraten. Aufgrund dem vielen Weggehen, aber auch ansonsten laufe ich zur Zeit biologisch nicht ganz rund. Erkältet bin ich ja auch noch leicht. Nur zu Hause sitzen macht noch mehr krank. So zieht sich zwar dank der Kälte die Erkältung etwas länger hin, dafür tue ich im Gegenzug etwas für meine Seele. Und Spaß ist definitiv Balsam für die Seele. Da bin ich mir sicher! 🙂

Klingelingeling an der Türe! Gerade kam ein Päckchen vom Postboten. Es gibt ein paar Flaschen Rum für mich. Was??? Für mich, der doch nie Alkohol trinkt?! YES! Für mich. Ich hab eine halbe Vitrine inzwischen voll mit verschiedenen Alkoholika. Und bei jeder Flasche könnte man noch denken, dass sie noch nie geöffnet wurde. So einen hohen Durchsatz habe ich. Vielleicht vergleichbar mit einem 3-Liter-Lupo. Gibts die noch? Jede Flasche einmal angenippt und gut ist! Sie sind einfach toll anzusehen. Ich liebe Design. Und jede Flasche ist ein Unikat. Und es ist kein Fusel dabei. Ich probiere gerne aus. Alles im Leben. Einfach das Gaspedal durchdrücken. Ganz einfach.
Diesmal hab ich mir gegönnt, jeweils eine Falsche von:

Pam­pe­ro Ani­ver­sa­rio Re­ser­va Ex­clu­si­va Anejo
Cu­ba­ney Ex­qui­si­to 21 Years Old
Plantation XO 20th Anniversary

2017-01-07

Die Rum-Kenner werden die Sorten kennen. Und zu schätzen wissen, habe mir die Rums von einem Barkeeper empfehlen lassen. Einem der sich auskennt. Na dann schauen wir mal. 😉

Heute Abend gehts wieder raus. Bar- und Clubgame. Viel Spaß an mich selbst. 🙂

„Ich muss mal hi sagen“

Gestern war ich spontan noch mit einem Freund zum Bargame und Clubgame draußen.

Erst ein Irish Pub mit Rock Musik (gar nicht meins!) und danach noch in einem Edelschuppen für die Schönen und Reichen. Hollywood-Schaulaufen der Super-Models, oder besser gesagt aller Frauen, die von sich denken sie wären welche.

Wir waren nicht lang in dem zweiten Laden. Durch meine Erkältung war ich diese Woche fast nicht aktiv. Und so haben wir ein bisschen rum geschaut, Musik gehört und uns über die Szenerie lustig gemacht.

Ich sagte dann zu ihm: „Schau mal die da vorne, die da tanzt. Das ist die hübscheste Frau im ganzen Club.“

„Oh ja, da hast Du recht. Aber die kannst Du vergessen. Schau einfach nur und genieße es. Brauchst Du nicht ansprechen. Vergiss es.“, gab er mir einen gut gemeinten Ratschlag.

„Aber den Korb nehme ich sicher heute mit. Mit Vollgas. Ich gehe hier nicht mit einem 0 zu 0 raus. Ein 1 zu 0 muss schon drinnen sein!“, erwiderte ich.

Also hab ich auch erst noch ein bisschen getanzt und nach einer günstigen Gelegenheit geschaut. Sie war mit ihren Mädls unterwegs, in einer 5er oder 6er Gruppe. Und sie waren mehr oder weniger lasziv mit sich selbst oder gegenseitig beschäftigt. Jedenfalls hab ich sie später kurz auf einem Zwischengang alleine herumlaufen sehen.
Bingo. Die Gelegenheit.

Ich gehe zwei Schitte auf die mir entgegen kommende Schönheit zu. Fasse ihr an ihr Handgelenk und eröffne mit „Hi! Du bist mir aufgefallen, ich muss einfach mal hi sagen. Und…“

„Ja hi!“, entgegnete sie mir grinsend und lief direkt weiter. Geradewegs an mir vorbei.

Ich kam also nicht mal dazu meinen Satz fertig zu sprechen.

Mein Wingman stand neben mir, hat das Ganze beobachtet und gesehen, dass ich gerade einen richtig schönen Korb eingeschenkt bekommen habe. Und die Art von ihr war köstlich. „Hi“, mit einem netten (richtig aufgesetzten) Lächeln und schwupp lässt sie mich stehen wie einen nassen Sack im Regen.

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Ich hab gelacht. Und zu meinem Wingman gesagt: „Siehst Du, genau den Korb wollte ich! So macht mir das Spaß!“

Und meiner Familie hab ich später auf dem Heimweg in der Nacht vom Auto aus in unserem Whatsapp-Chat eine Sprachnachricht geschickt. Mache ich oft ziemlich live so. Der Blog hier ist ja der tiefgründige Part meines Projekts. Aber ich hab noch einen (Live-)Whatsapp-Chat für meine engsten Freunde und meine Familie. Dort habe ich das kurz rein gesprochen und geschildert. Dabei musste ich selbst lachen, weil die ganze Szenerie so lustig war. Das Verhalten dieser Tussi und das ganze drum herum. Hollywood auf ganz ganz miesem Niveau ist das alles.
Aber so mies, dass ich mich gerne drüber amüsiere. Anfangs vor ein paar Monaten habe ich mich in dem Metier noch persönlich unwohl gefühlt. Inzwischen wandle ich auch dort, weil es ein Wandeln zwischen den Welten ist. Mein normales Leben, sprich mein Alltag, und diesem schlechten Hollywood-Abklatsch für Möchtegerns.

Das Witzigste an der Sache ist – stellvertretend für nahezu alle Approaches in diesen Edelschuppen – das Verhalten dieser Tussis. Ich sprach also in den Chat sinngemäß:

„Ich find diese Tussis so witzig. Da lassen sie Dich eiskalt einfach stehen und laufen gerade an Dir vorbei. Wenn ich unter der Woche aber die selbe Frau in der Schreibwarenabteilung in einem großen Kaufhaus anspreche, dann höre ich nur: „Oh… Du bist ja so charmant. So toll, dass Du mich jetzt angesprochen hast. Endlich mal ein Mann, der sich das traut.“

Persönlich kann ich zu solchen Tussis nur sagen: Ihr seid nicht mehr ganz knusper.
In der Nacht so und untertags so. Ehrlich mal. Ihr habt nicht mehr alle Latten am Zaun. 🙂

Später hatte ich noch ein Gespräch mit einem anderen Mädchen, das auf mich zugekommen ist. Ja, gibts auch mal. Keine Ahnung was ihre Absicht war. Ich kann es nur vermuten. In dem Fall ging es wohl um Aufmerksamkeit, wie fast immer in diesen Edelschuppen. Jedenfalls ist mein Wingman deutlich größer als ich und ziemlich gut gebaut.

Sie fragte mich – nachdem sie mir zu verstehen gab, dass sie sehr gut betucht wäre – was der Typ da neben mir ständig mache. Ob er mein persönlicher Begleiter wäre.

Ich nahm den Stein auf und warf ihn zurück: „Ach Du, keine Sorge. Der passt nur auf mich auf. Du musst keine Angst haben. Der ist nur zu meiner Sicherheit da.“

Sie bekam riesen große Augen und fragte noch mehrmals nach was das soll. Warum er das macht und warum ich so jemanden habe. Ich ging nicht weiter darauf ein und grinste mir innerlich nur einen und äußerlich auch. Wenn ich so wichtig bin, dass meine Sicherheit bedroht ist, dann hab ich eben einen Menschen an meiner Seite, der für meine Sicherheit sorgt. Verständlich oder? 😉

Die Moral von der Geschicht‘?
Ganz einfach: Die Frauen in diesen Läden wollen keinen Mann fürs Leben finden. Sie wollen keinen Typen wie mich kennen lernen. Sie wollen keinen charmanten und liebenswerten Menschen finden. Sie wollen eine Show. Sie wollen Hollywood. Sie wollen eine Story und sie wollen Luftschlösser.

Und liebe Tussis, genau das zeigt ihr mir jede Woche. Fast jeden Tag. Und ihr bekommt Eure Luftschlösser. Wenn ihr sie wollt spiel ich Euch auch den zu beschützenden reichen Kerl. Den, der einen Leibwächter dabei hat.

Das ist dann meine Art speziell Euch danke zu sagen. Danke, dass ihr so unendlich dämlich und oberflächlich seid. Es macht mir auf diese Art selbst ein Stück weit Spaß. Inzwischen schoooooon. Weil ich dadurch etwas ausleben kann, was ich selbst neu an mir entdeckt habe. Lust auf mein eigenes Improvisationstheater!

PS: Wollen die Frauen dort wirklich keinen Mann finden? Doch, sie wollen. Oberflächlich nicht. Oberflächlich wollen sie nur billige Aufmerksamkeit. Weil ihre kleinen Seelen sehr verletzt und verletzlich sind. Tiefgründig wollen sie natürlich Mr. Right finden. Das wollen wir alle. Nur stehen sie sich dazu einfach selbst im Wege. Wenn ein „hi“ nicht mehr möglich ist… Schade. Aber ich mach weiter. Irgendwann komme ich mit einem „hi“ durch! 😉

Silvester ohne Feuerwerk

Silvester was dieses Jahr für mich das gewöhnlichste Silvester-Fest meines Lebens. Es war ein Tag wie jeder andere auch. Das ist schon okay so, denn jeder Tag ist gleich viel wert. Nur war es dieses Jahr schon außerordentlich gewöhnlich.

Warum?
Nun, mit meinem Kumpel zusammen bin ich durch die Stadt gezogen. Wir dachten es wäre überall etwas los. War aber nicht der Fall. Dummerweise. Und so gingen wir erst mal gemütlich eine Kleinigkeit essen. Dann war es ca. 22 Uhr. Ich war fast so angezogen als würde ich auf einen Berg gehen wollen. Feste Schuhe, dicker Pulli. Wir rechneten damit durch die Straßen zu ziehen, so von Kneipe zu Kneipe. Irgendwie war aber alles wie leer gefegt, gefühlt zumindest.

Plötzlich klingelt mein Handy und ein anderer Kumpel fragte, ob wir auf so eine große Veranstaltung kommen wollen. Ich hatte vorher mal nach Karten geschaut. 80 Euro pro Person. Mit Essen und allen Getränken umsonst. Gut, für jemanden wie mich ist das natürlich ein fast nicht zu verachtendes Angebot. 80 Euro für ein paar Schluck Wasser. Warum nicht. Spaß beiseite, natürlich hab ich keine Karten gekauft. Auch wenn da viele Frauen sein mögen. Aber 80 Euro? Dafür kann ich 10 mal am Wochenende in den Club gehen, da hab ich mehr davon. Alkohol gibts bei mir eh nicht. Und auf so Massenfraß zum Essen hab ich auch keine Lust. Es war ja kein Lokal oder Restaurant, sondern eine Halle.

Jedenfalls war das Angebot von ihm: „Komm vorbei, ich hab einer Freundin am Einlass Bescheid gegeben, ihr könnt kostenlos rein.“

Ja, läuft bei Dir. Klasse. Danke. Socialgame hat auch was Gutes. Halt, ich hab nie behauptet, dass Socialgame nichts Gutes wäre. Es ist gut, sehr gut sogar. Eine Hand wäscht die andere. Und 160 Euro für zwei Personen nicht zu bezahlen hat auch was. Am Ende des Abends sind es bei mir dann drei Bitter Lemon geworden. Halt… und ein Red Bull.

Und als wir auf der Party waren, stellte ich fest… hoppla. Ich hab gar nicht die passenden Klamotten an. Oh wie ungünstig. Da war es dann schon 23 Uhr. Und ich sag zu meinem Kumpel: „Ich muss dringend nach Hause, mich umziehen. In den Klamotten fühle ich mich hier unwohl. In dicken Schuhen und mit Pulli kann ich nicht gamen!“

Das war natürlich etwas nervig, aber so haben wir es gemacht. Ab nach Hause zu mir und umziehen. Kurz vor 0 Uhr sind wir dann bei mir vor dem Haus und zünden einige Raketen. Geld gebe ich für so etwas nicht aus. Aber es lag eine ganze Packung auf dem Weg raus von der Party nach Hause mitten in einer kleinen Grünfläche. Was weiß ich wer die da abgelegt hat. Weit und breit kein Mensch. Gut, dann nehmen wir die eben mit. So umweltbewusst sind wir dann schon, dass wir kein Plastik in der Wiese herumliegen lassen.

Und um ca. 0:15 Uhr sind wir dann mit dem Auto zurück zur Party. Endlich in schönen Schuhen und mit einem schicken Hemd. So wie sich das gehört. 🙂

Der Abend ging gut los… 1 zu 1… 2 zu 2… Das 1 zu 1 war eine mega süße kleine Griechin. Irgendwie war sie von mir angetan, das merkte ich sofort. Sie zog mich durch den halben Club. Ich kam in Stimmung, noch bevor ich wirklich energetisch aufgeladen war. Aber sie sorgte dafür, dass ich aufgeladen wurde. Unglaublich, gebildet die Kleine. Zurückhaltend und doch offen, in einer gesunden Mischung. Ganz mein Geschmack. Eine Frau eben. Hübsch und süß. So kann man das sagen. Sie wollte aber unbedingt bei ihren Mädls bleiben und ich wollte nicht zuviel Zeit mit ihr verbringen, da ich merkte, dass der Abend noch zu früh war, um da weiter zu kommen. Also bin ich erst mal raus aus dem Gespräch und hab das nächste Set eröffnet. Ich war nicht so mega angetan durch das was sie sagte bzw. wie sie wirkte, aber sicherheitshalber kann man ja mal Nummern tauschen, dachte ich mir. Schließlich hatte sie schon etwas getrunken. Da sind Menschen manchmal anders, besser gesagt immer. 🙂

Und ab dann fiel der Vorhang. Es ging gar nichts mehr. Es gab nur noch Körbe. Und teilweise auch richtig miese und dämliche Körbe. Puh. Einmal wurde ich von einer offensichtlich eifersüchtigen neidischen kleinen Göre weggezogen, weil ich mich mit ihrer Schwester unterhalten hatte. Und wir Händchen hielten. Ich solle meine Finger von ihr lassen. Haha. Und was ich mir überhaupt einbilde, so alt wie ich schon sei. Ich musste lachen. Da waren nur ein paar Jahre zwischen uns, aber ich wurde von der Göre fast 15 Jahre älter geschätzt als ich bin. Holla die Waldfee. Was für ein Zeug hast Du den gesoffen? Wie auch immer, ich hab dann schnell eskaliert, weil solche Situationen anderenfalls tierisch Zeit kosten. Mit mir raus in einen ruhigeren Bereich wollte das Mädchen nicht, also wollte ich auch nicht länger im Set bleiben. Wenn nebendran das Monster wütet. Puh, nee danke.

Und so oder so ähnlich verlief der restliche Abend. Es wurde ein fulminantes Basketballspiel. 3 zu 2. 4 zu 2. 5 zu 2….. irgendwann stand es 15 zu 2. Nach den ersten beiden Treffern gab es noch 13 Körbe. Zwischendurch habe ich mich dann mit meinem Kumpel sogar minutenlang zurück gezogen. Einfach um wieder auf Null zu stellen und mit einem neuen Anlauf zu starten. Aber irgendwie wollte es nichts mehr werden, es blieb ein Basketballspiel. Ein schlechtes.

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Ich stelle abermals für mich fest: Je früher der Abend und je nüchterne die Menschen, desto besser ist mein Game. Je später der Abend, desto erfolgloser werde ich. Das beobachte ich nun schon seit etlichen Wochen. Daher gehe ich lieber in Bars als in Clubs. Eher früher als später. Merkwürdiges Phänomen. Aber so ist es wohl. Woran das liegt… hmm… ich weiß, dass ich mit meinem Charme punkte. Und mit meiner Gesprächsführung. Das geht im Club nicht. Da musst Du mit Energie und brachialer Gewalt in die Sets. Und das fällt mir nicht immer so leicht, vor allem das Brachiale ist überhaupt nicht meine Welt. Ich bin feinfühlig und einfühlsam. Das passt da einfach irgendwie nicht so rein.

Wie auch immer… Und als wir dann ein paar Stunden später gehen wollten… kam mir die süße Griechin von am Anfang an einer der Bars entgegen. Wir unterhielten uns abermals. Ein gutes Zeichen. Sie war genau wie ich nicht betrunken. Auch gut. Und sie ist nun erst mal eine Woche in Griechenland. Hm. Sonst hätte ich schon etwas für diese Woche vereinbart. Wenigstens hab ich am Ende des Abends nochmal mit einem lieben Menschen sprechen können. Die letzte Erinnerung bleibt ja oft noch am meisten hängen.

Und so nehme ich für mich aus dem diesmaligen Silvester 2 Nummern mit und 13 Körbe. Ein paar Raketen (auf die ich generell keine Lust habe!) und eine Erkältung. Guter Start ins Jahr. Prost.