Quid pro quo – Viel Kohle gegen einen tollen Körper

So saß ich des Abends auf der Couch und telefonierte mit meinem besten Freund. Nennen wir ihn ab heute einfach Herr van Onnetuschn.

Wer ist nochmal Herr van Onnetuschn?

Da fällt mir gerade auf: Ich gebe seit meinem Artikel Frauen in Pseudonymen jeder Dame, die mehr oder weniger (neu) in mein Leben tritt, einen Namen. Möglicherweise das eine oder andere mal auch posthum, um hier im Blog besser zwischen den verschiedenen Protagonisten und Protagonistinnen unterscheiden zu können. Meist wird es wohl mehr um die Protagonistinnen gehen. Ich bin ja nicht auf der Suche nach Mr. Right, sondern nach meiner Traumfrau. No homo.

Jedenfalls bekommt mein bester Freund nun einen Namen. Besser gesagt, er bekommt ein Pseudonym. Denn einen Namen hat er ja schon. Sonst könnte ihn ja keiner ansprechen. Es gibt inzwischen zwar einen Haufen Gesetzlose in Deutschland , aber Namenlose wahrscheinlich keine.
Außer derjenige wurde als Baby im Wald ausgesetzt und von Wölfen großgezogen. Dann ist es ein klassisches Wolfskind. Soll auch schon vorgekommen sein, der Sage nach. Wobei dann interessant wäre, ob die Wolfsmama dem Kind einen Namen gibt, in Lautform, so etwas wie „aaaaahuuuuuu“. Treiben wir es auf die Spitze: Vergeben Wölfe auch zweite Namen? Sowas wie „Eugen Thorsten“ oder „Franz Xaver“ oder „Ben Luca“ (soll übrigens der beliebteste Doppelname des Jahres 2013 sein).

So, und hiermit taufe ich Dich, mein Freund. Ab heute bist Du hier im Blog Herr van Onnetuschn. Wie ich auf diesen ganz besonderen, einzigartigen, Namen für ihn komme, kann man hier nachlesen: Und dann war da noch Valentin und ein ganz besonderer Geburtstag…
Ich muss diesen wichtigen Schritt gehen, damit Du meinen Lesern ein Begriff wirst. Immer von „einem Freund“ zu sprechen ist nicht persönlich genug. Aber als Herr van Onnetuschn habe ich Dich personifiziert. Herzlich willkommen in meinem Blog. Ich werde dafür sorgen, dass Du in allen folgenden Geschichten stets eine gute Figur abgibst. Ähh, okay, das geht jetzt zu weit. Ich kann nichts versprechen, das ich nicht auch einhalten kann. Sagen wir es so: Ich werde dafür sorgen, dass Du zumindest immer eine lustige Figur abgibst. Muss Dir reichen. 😉

Quid pro quo – oder die Frage nach einer heißen Kolumbianerin

Im Gespräch ging es ausnahmsweise mal wieder um mein Daygame. Und um einen Bericht, den ich letztens las. Geschrieben von einem fortgeschrittenen recht erfolgreichen Pickupper. Dem Bericht nach sei er in Kolumbien gewesen und könne eine solche Reise zu Pickup-Zwecken nur jedem europäischen bzw. deutschen Mann empfehlen. Denn dort sei das Verhalten der Frauen exakt umgekehrt zum Verhalten der Frauen in Deutschland gegenüber deutschen Männern.
Der Pickupper beschrieb, dass kolumbianische Frauen deutsche Männer ansprechen und auch verhältnismäßig exorbitant schnell mit ihnen in die Kiste wollen. Die Aussage des Pickuppers war im Kern: „Ich empfehle so eine Reise JEDEM deutschen Mann, einfach um mal zu sehen und nachempfinden zu können, wie sich eine Frau in Deutschland fühlen müsse.“ Wie es also hierzulande für eine Frau läuft, wenn sie ihren Fuß vor die Tür setzt. Ständig angeglotzt und oft auch angesprochen zu werden. Wenn eine Frau zum Freiwild wird. Es würde den eigenen Horizont erweitern, diese Erfahrung zu machen, so dem Bericht nach.

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Das glaube ich aufs Wort. Definitiv. Es geht auch nicht darum eine Abenteuerreise dorthin zu machen. Das war gar nicht seine Intention, denke ich. Sondern tatsächlich mal einen Rollenwechsel zu vollziehen und sich für kurze Zeit mal als das Geschlecht oben auf dem Podest zu fühlen.
Um zu…? Ja, um zurück hier in Deutschland das eigene Game voran zu bringen und besser zu werden. Auch in dem zuvor mal wieder die oft von mir besagten Grenzen überschritten zu haben und so den eigenen Horizont weiter in Richtung Sonne hoch oben zu verschieben.

Konversation zwischen Hr. van Onnetuschn und mir, über geile Körper und viel Kohle

Ich sagte zu Hr. van Onnetuschn am Telefon: „Das finde ich nachvollziehbar. Die wollen sicher einfach nur die Kohle von den Männern. Ein Europäer hat gemeinhin sicherlich mehr Kohle als ein durchschnittlicher Kolumbianer. Klar, dass die Frauen sich dann einen Deutschen angeln wollen.“

Er, wortkarg: „Ja…“

Und ich holte weiter aus: „…das ist wie bei uns hier. Du siehst eine Frau, deren Optik Du Klasse findest und sprichst sie an. Was ist – um mal ehrlich zu sein – das Ziel des Ganzen. Ganz elementar gesehen und mal frei von Moral! Zumindest mittel- bis langfristig? Klar, sie in die Kiste zu bekommen. Also worauf achtest Du bei einer Frau, wenn Du sie zum ersten Mal siehst?“

Hr. van Onnetuschn: „Auf den Körper, klar.“

Ich: „Genau. Also wir Männer schauen auf das Äußere der Frau. Die Kolumbianerinnen – laut dem Bericht des Pickuppers – auf unsere Kohle.“

Hr. van Onnetuschn haute daraufhin ganz trocken Einen raus: „Quid pro quo!“

Ich, nie lateinisch gelernt, völlig verwirrt: „Quip quo tro…was???“

„Quit pro quo!“

Kurz in den Unterricht für Anti-Lateiner: „Quid pro quo“ heißt übersetzt soviel wie „dies für das“. Dem Sinne nach ist das so zu verstehen, dass jemand für eine Leistung stets eine Gegenleistung erhalten soll.

Ist das jetzt gut oder schlecht?

Also diesen Artikel kurz zusammengefasst kann man sagen:
Männer wollen einen – ich werde mal kurz sehr direkt – geilen Körper. Dieter Bohlen würde sagen: „Hammermäßig Du!“
Frauen wollen die Kohle.
Jedenfalls die im Text genannten Kolumbianerinnen, mindestens die im Text genannten Kolumbianerinnen. 😉

Ob das gut oder schlecht ist, werde ich nicht bewerten. Weil es Nonsens ist. Als Mann weißt Du, worauf Du Dich einlässt, wenn Du „eine solche“ Frau an der Seite hast. Als Frau weißt Du aber auch was Du bekommst, wenn Du „einen solchen“ Mann an der Seite haben möchtest.
Das ist definitiv ein faires Spiel. Herr von Onnetuschn trifft ins Schwarze, wenn er dazu nur sagt „quid pro quo“.

Unlustig wird es nur, wenn der Mann dann von echter Liebe ausgeht. Oder die Frau denkt, dass sie mich über den Tisch ziehen kann. MICH jedenfalls nicht. Andere Männer vielleicht, die bilden sich dann möglicherweise persönlich etwas darauf ein. Wenn sie eine Katalog-Asiatin oder Katalog-Latina kaufen konnten. Wenn sich beide darüber im Klaren sind was da gespielt wird, dann ist das ein faires Spiel. Und damit weder gut noch schlecht. Es ist ein Spiel, dessen Spielregeln beide Parteien kennen. Beide Seiten sind volljährig. Also sollen sie spielen und glücklich dabei sein.

Darf es auch ein bisschen politisch inkorrekt werden? Die Frage hat keine Antwort verdient!

Politisch inkorrekt heißt Zensur.Da ich per se für Meinungsfreiheit und Meinungsvielfalt bin, darf es ein auch ein bisschen von allem sein. Auch politisch. Inkorrekt gibt es nicht. Es gibt kein politisch inkorrekt. Wer maßt sich denn schon an zu sagen was richtig oder falsch ist?
Nur eine Zensurstelle. Die gibt es hier im Blog bestimmt nicht. Und deshalb darf es auch ein bisschen politisch werden. Ob korrekt oder inkorrekt hat niemand zu entscheiden. Nicht für mich jedenfalls. Ich bin meine eigene (Moral-)Instanz. Und korrekt ist immer das, was man selbst als korrekt empfindet.

Sonderbare Paare – Hässlich trifft hübsch

Schlimm wird es erst, wenn eine Seite beginnt zu heucheln und so zu tun als ginge es um echte Liebe. Und das passiert sicher öfter als gedacht. Ich denke mir das oft, wenn ich hier bei uns im Lande unterwegs bin und dann – sorry, aber – eine wenig attraktive Frau (man könnte auch hässlich sagen) und einen ausländischen Mann, mit Migrationshintergrund aus einem weit entfernten Land, Hand in Hand spazieren gehen sehe. Nennen wir ihn politisch -un-korrekt einfach Asylant.

Ganz böses Klischee jetzt, ich weiß. Nein. Kein Klischee! Ich glaube, dass das gerade täglich mehr und mehr passiert. Ist doch völlig normal. Immer mehr zugereiste Menschen wollen auch ankommen. Und bei einigen Männern ist das wie bei den einheimischen: Die sehen gut aus. Auch wenn ich eingangs schon sagte „no homo“, aber wenn ein Typ gut aussieht, dann kann ich das auch mal sagen.

Der anderen Geschlechterrolle begegne ich dann übrigens auch, oft in den Edelschuppen in denen ich zum Bar- und Clubgamen bin. Da steht dann eine Frau an der Bar und räkelt sich. Deren ethnische Herkunft ist definitiv nicht europäisch, das ist optisch einfach nicht von der Hand zu weisen, wenn sie eine dunkle Hautfarbe hat. Spricht eben nur mit geringster Wahrscheinlichkeit für eine Herkunft innerhalb Europas. Jedenfalls häuft sich dieses Bild von Monat zu Monat zunehmend. Auch eine völlig logische Entwicklung.

Ich streite nicht ab, dass es zwischen einigen dieser Paare durchaus auch „echte Liebe“ sein kann. Aber nicht umsonst gibt es seit vielen Jahrzehnten auch den Begriff der sog. Scheinehe. Das Phänomen ist zumindest nicht von der Hand zu weisen. Da aber alle diese Menschen volljährig sind, sind sie für ihr Handeln auch selbst verantwortlich. Wenn es echte Liebe ist, dann gönne ich das jedem von Herzen. Wenn sich jemand aber wie eine Weihnachtsgans ausnehmen lassen möchte, dann gönne ich ihm oder ihr das eben auch. Das Geld verschwindet ja nicht. Es hat am Ende dann einfach nur ein Anderer. 😉

Was für die Einen ein Monatslohn, das für die Anderen nur eine Flasche Schampus

Übrigens: Ich beschreibe nur was ich sehe, nicht dass hier jemand sagt ich würde irgend wen oder irgend etwas verurteilen. Nein, mache ich nicht. Ich beschreibe. Und manchmal fange ich dann auch kurz das Denken an, wenn ich eine hübsche schwarze Frau in übertrieben engem Kleid neben einem gut betuchten Mann sehe. Beide trinken Champagner.
Was ich mir dann oft denke, ist: „Diese Flasche Champagner hier kostet mehr als das Durchschnittseinkommen eines Mannes aus den meisten afrikanischen Ländern.“
Schon krass, eigentlich. Da müssen Menschen einen vollen Monat schwer schuften. Und wir saufen so eine Monatsleistung mit ein paar Schluck Sprudelgetränk einfach weg.

Wenn man in vielen Ländern dieser Erde nicht einmal 100 Euro im Monat verdient und dann in ein Land kommt, in dem Menschen das 20-fache dessen verdienen, monatlich versteht sich, muss das schon ein Kulturschock sein.
Ich stelle mir gerade vor, dass ich in ein fremdes Land auswandere, ohne jegliches Hab und Gut und dort jeder Otto-Normal-Bürger 40.000 bis 50.000 Euro im Monat netto verdient. Irre. Jedenfalls würde mir das surreal vorkommen. Alice im Wunderland.

Und wo ich nun am Ende des Artikels angekommen bin, merke ich, dass er auch für einen allsonntaglichen Beitrag im Philosophischen Sonntag herhalten hätte können…
Es ist nur eine Frage der gewünschten Betrachtung und der Pointe!
In jedem Fall ist es aber „quid pro quo“.

Letztes Wochenziel erreicht oder verfehlt? Der Schlaf…

Am 13.02.2017 schrieb ich im Artikel Für diese Woche (KW 07/2017) gibt es nur ein Ziel, dass die Woche im Zeichen des Schlafes stehen würde.

8 Stunden Schlaf aus Prinzip!

„Im Zeichen des Schlafes“ heißt in diesem Sinne, dass mein Schlaf-Tagesziel bei mindestens 8 satten Stunden liegen sollte.
Ein Ziel festlegen? Das ist ja einfach! Die Frage ist also nur noch, ob ich dieses Ziel für letzte Woche eingehalten und somit erreicht habe. Oder nicht?

Um es vorweg zu nehmen: Nein. Aber ein bisschen auch ja. An fünf von sieben Tagen habe ich es geschafft. An zwei Tagen nicht. Zu lange war ich an den beiden Nächten wieder mal am Laptop gesessen, habe telefoniert oder allerlei anderen Unsinn veranstaltet.

Das klingt im ersten Schritt gar nicht so spektakulär. „Ja gut, hat er halt nicht so viel Schlaf gehabt, was will er uns damit sagen?“, würde in einem Hollywood-Streifen jetzt eine Stimme aus dem Off sprechen. Es geht mir mit diesem Artikel gar nicht mal nur um mich. Acht volle Stunden Schlaf sollte jeder Mensch haben, ein Drittel des Tages. Klingt vernünftig, oder? Null Komma Periode drei des Tages.

Manche Menschen schaffen nicht mal vier oder fünf

Mir ging das zwischenzeitlich auch mal sehr lange so. Tja, die lieben Frauen halt. „Bringen einen um den verdienten Schlaf“, könnte ich klagen. Depression, trifft es eher. Tat ich eine Zeit lang auch, mich darüber zu beklagen, dass mir Andere den Schlaf rauben. Heute klage ich nicht mehr. Heute weiß ich, dass ich selbst Schuld war und wieder bin, sobald ich es erneut zulassen würde.
Inzwischen kann ich wieder ganz gut schlafen, auch wenn mich alte Erinnerungen von Zeit zu Zeit einholen. Einstweilen ist mein Fokus des Schlafes jedoch auch ein anderer. Und um den sollte es im Leben immer gehen! Bei jedem Menschen. Der gesundheitliche Aspekt sollte stets an erster Stelle stehen! Viele Jahre sah ich den Schlaf als eine lästige Pflicht. „Man muss eben schlafen, damit man am nächsten Tag nicht müde ist“, war mein Denken.

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Viele Menschen leider unter Schlafmangel, aus den diversesten Gründen. Darauf möchte ich gar nicht näher eingehen. Das kann so unterschiedliche Ursachen haben, teils körperlich bedingt und teils psychisch bedingt. Es soll hier nicht um den physiologischen Abriss gehen, nichts über irgendwelche REM-Phasen, Melatonin rauf oder Serotonin runter. Wenn das jemanden interessiert, dann kann er Medizin studieren und Bücher auswendig lernen. Mir geht es stattdessen nur um den eigenen Fokus. Der mentale Aspekt! Ich hab einfach den Eindruck gewonnen, dass Schlaf im Leben der meisten Menschen nicht den verdienten Stellenwert einnimmt.

Inzwischen weiß ich, dass der Schlaf zum Wachsein gehört wie das richtige Besteck zum Auslöffeln einer Suppe. Und zwar nicht nur der, die man sich selbst zuvor eingebrockt hat. Nein, generell. Es ist wie mit Ying und Yang. Ohne gesunde Wachphase gibt es keine gesunde Schlafphase, und umgekehrt.

Aber wieviel bist Du Dir selbst wert?

Schlaf regeneriert beschädigte Körperzellen. So wie ein Muskel auch nur in der Regeneratiosphase wachsen kann und nicht bei Belastung während dem Sport. Das ist auch so ein Irrglaube. Hört man auch oft: „Ich trainiere heute hart, dann wächst mein Muskel mehr!“ Richtig wäre: „Ich trainiere heute hart, danach wächst mein Muskel mehr!“

Klingt nach einer Feinheit, diese Unterscheidung. Sie ist aber essentiell. Nicht hinsichtlich dem Verständnis für seine Auswirkung, sondern um sich selbst zu verstehen und sich den eigenen Umgang mit der körperlichen Ruhephase bewusster zu machen.

Auch wenn die Gründe für nicht guten oder nicht ausreichenden Schlaf bei jedem Mensch unterschiedlich sein mögen, so sehr sollte im eigenen Leben der Stellenwert des Schlafes einen ebenso hohen wie die Wachseinsphase einnehmen. Um nicht zu sagen: Mindestens!

Ich betrachte das ein wenig wie den Akku meines Smartphones. Hierbei ist jedem Menschen klar, dass man zunächst laden muss, um danach davon zehren zu können.
Und wie machen wir das beim Schlaf? Da wird gezehrt und gezehrt. Montag bis Freitag wird jeden Abend spät ins Bett gegangen und dann „kommt schon noch das Wochenende“. In der Realität hält das Wochenende oft jedoch auch nicht zum Schlafen her, sondern als Rechtfertigung doch einfach später ins Bett gehen zu können, „morgen kann ich ja dann ausschlafen!“.

Ich kann sagen, dass ich mich letzte Woche deutlich weniger müde gefühlt habe. Zumindest im Tagesdurchschnitt. Es ist nichts, das man sofort als ein Extrem wahrnimmt. Zu wenig Schlaf äußert sich zwar brachial durch alles überragende Müdigkeit. Ausreichend Schlaf hingegen macht sich nicht umgekehrt ebenso deutlich bemerkbar durch exorbitante Leistungsfähigkeit und Leistungssteigerung. Der Mehrwert ist nur sanft spürbar. Doch bin ich absolut davon überzeugt, dass man viele Probleme im Alltag nicht hätte, wenn man ausgeschlafen wäre. Weniger Gereiztheit, klarerer Verstand. Dazu muss man nur mal in sich hinein horchen. Aufmerksam sein, mit sich selbst. Zu sich selbst. Und man wird jederzeit spüren können, ob man genügend Schlaf hatte. Unabhängig dessen was einem der Wecker sagt, ein großer Unterschied!

Die Stimme aus dem Off!

Übrigens: Ich liebe Filme mit Stimmen aus dem Off. Denn die wahren Gedanken eines Menschen können sich so sehr von dem Gesagten unterscheiden. Mehr Schein als Sein, ist das beherrschende Thema des üblichen Alltags aller Menschen. Auch wenn es nur ein Film sein mag, so ist es ein großer Unterschied, ob ich die Gedanken des Protagonisten wahrnehme oder lediglich dessen Gespräche. Letztlich sind es die Gedanken des Regisseurs bzw. des Drehbuchautors, aber darum geht es gar nicht. Es geht um die Gedanken dahinter, die Gedanken hinter dem Gesagten.

Gestern Abend habe ich einen Film fertig gesehen (ja, bin ein Etappenschauer!), bei dem mehr aus dem Off gesprochen wird als sonst während des restlichen Films. Der Hauptdarsteller spricht in seiner Rolle fast gar nicht. Sehr wortkarg, der Typ. Dafür lässt er an seinen Gedanken umso mehr teilhaben, aus dem Off. Gefühlt in fast jeder Szene.

Welcher Film das ist? Wird noch nicht verraten! Aber es wird dazu hier noch ein Film-Review kommen. Ich habe gestern erst die letzten 30 Minuten des Films gesehen, und ich kann sagen: Mega gut! Prädikat: Außergewöhnlich! Und das, obwohl er ziemlich unbekannt ist.
Nur soviel sei vorab verraten: Er passt thematisch in diesen Blog wie die Faust aufs Auge.

Nur eines hat mich nicht verwundert: So sehr ich den Film auch mitreißend und vor allem sogar inspirierend fand, die Klette ist am Wochenende neben mir dabei weggenickt. Und so schließt sich der Kreis thematisch. Stimmen aus dem Off und der Schlaf.

Völlig andere Methoden (Teil 1 von 2)

Am Wochenende unterhielt ich mich mit einer Frau über Erziehungsmethoden und unsere Art des Umgangs mit Kindern und Jugendlichen im Allgemeinen.

Sie ist Lehrerin und hat das „gelernt“. Beziehungsweise sogar studiert. Damit ist ihr die Fähigkeit zur Menschenführung per Dekret zugesprochen worden.
Ich hingegen bin nur ein einfacher Mensch, ohne Studium im Bereich Kinder- und Jugenderziehung bzw. -Bildung.

Sie erzählte mir davon, wie sie mit den Kindern in den ersten drei Schuljahren umgehe. Jedes Kind würde individuell betrachtet werden. Das sei bei ihr deshalb schon besonders notwendig, da sie an einer Förderschule unterrichte.
Klar fragte ich sie dann nach dem Erziehungs- bzw. Unterrichtsstil, wenn es mit einem Kind einmal nicht so recht wie gewollt klappen würde. Sie erklärte mir, dass im Falle einer Verfehlung das Kind im Einzelfall betrachtet und entsprechend dem Einzelfall auf das Kind eingegangen werden müsse. Zur Anwendung komme dabei stets das lerntheoretische Modell des Verstärkerprinzips.
Einfach gesagt: Gutes Verhalten wird belohnt, schlechtes Verhalten wird bestraft.

Das klingt an sich durchaus vernünftig und logisch nachvollziehbar, das würden sicher die meisten Eltern auch als gute Methode abnicken und behaupten es ihrerseits ebenfalls so anzuwenden. Meine Praxiserfahrung – auch (oder viel mehr gerade deswegen?!) ohne Studium in diesem Bereich – sagt mir jedoch etwas anderes. Ich stelle mich deshalb mit beiden Beinen fest auf den Boden und behaupte, dass das in der Realität den meisten Lehrenden (ob Lehrer oder Trainer oder sonstige Personen im Erziehungs- und Bildungswesen) nur selten wirklich gelingt. Das Verstärkerprinzip erstens überhaupt irgendwie wirklich zur Anwendung zu bringen und es zweitens überhaupt selbst in der Fülle und Anwendbarkeit verstanden zu haben.

Sie erzählte mir von einem Fall, in dem ein Kind in einer Malstunde aus Wut seine Stifte auf den Boden geworfen habe.
Wie reagiert man als Lehrer(in) nun? Wie reagiere ich als nicht-Lehrer nun? Klar kennen wir die Vor- und Nachgeschichte zu diesem Fall nicht. Aber darum soll es hier gar nicht gehen, wir sprechen ja von einem lerntheoretischen Modell. Also betrachten wir den Fall auch (lern-)theoretisch.
Natürlich fragte ich sie, wie sie auf das Verhalten des Kindes reagiert habe.
Sie erklärte mir, dass das Kind sehr sensibel sei und sie deshalb dem Kind auf einfühlsame und sehr erklärende Art und Weise beigebracht habe, dass es besser für das Kind wäre die Stifte nicht herum zu werfen. So könne es ein schönes Bild malen. So wie die anderen Kinder auch. Und der Boden wäre nun nicht schmutzig. Und die Stifte müssten nicht alle wieder aufgehoben werden.
Deshalb wollte ich wissen, warum es denn nicht besser sei die Stifte herum zu werfen, und zwar aus Sicht des Kindes?
Mit dieser Frage merkte ich bereits, dass sie ins Straucheln kam. Denn ihr eigener Fokus – und ich behaupte, dass das die meisten Erzieher (als Synonym für allerlei lehrende Personen) so machen – liegt gar nicht im Nachvollziehen des Handelns des Kindes. Und deshalb stelle ich die wilde These auf, dass die Lehrmethoden in aller Regel auch ihr Ziel verfehlen werden. Kurzfristig vielleicht nicht, langfristig richten wir allerdings damit viel Schaden an.

Ja, und bevor jetzt das große Bashing aller ausstudierten Psychologen und Gurus auf meinen Blog los geht… will ich vorab klar stellen: Ich erhebe keinen Anspruch auf Richtigkeit. Ich stelle nur Fragen. Wie immer. Ich frage gerne. Und ich kann ein bisschen was zu meiner Erfahrung sagen. Das wars. Mehr nicht. Dass meine Ansichten in vielen Themen oft entgegen der allgemeinen Meinungen laufen, sehe ich dabei nicht als Selbstzweck, aber eben auch nicht gegenüber dem höheren Ziel als hinderlich. Will heißen: Nur weil viele sagen, dass die Erde eine Scheibe ist, heißt das noch lange nicht, dass das stimmt. Weder mit der Anzahl der Menschen, die so einen Käse behaupten, wird die Erde immer flacher, noch mit der länge der Zeitdauer, in der so ein Käse behauptet wird, wird die Erde immer flacher.
Um letztlich wie ein Frisbee um die Sonne zu kreisen. Oder war das doch die Sonne, die um die Erde kreist?! Keine Ahnung. Manche sind dafür sogar schon auf einen Scheiterhaufen gekommen. Und am Ende gab es dann mal wieder ein für alle gültiges neues „Wissen“. Vorher gab es jedoch auch schon ein (Nicht-)Wissen. Wie auch immer. Am Ende sind wir immer schlauer. Das ist das, was zählt.

Zurück zu dem Beispiel mit dem Kind und den umherfliegenden Stiften.

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Ich verfolge einen anderen Ansatz, aber zunächst nochmal kurz zur Frage, warum es nicht besser sei, die Stifte herum zu werfen, und zwar aus Sicht des Kindes?

Es ist doch eigentlich so einfach. Das Kind hat keine Lust zu malen, warum auch immer. Das weiß nämlich nur der liebe Gott (für die Gläubigen) oder alternativ das Universum (für die ansonsten Spirituellen). Okay gut, der Vollständigkeithalber mag ich noch erwähnen, dass es vielleicht auch niemand weiß. Das gilt dann aber nur für die Atheisten und überhaupt nicht Spirituellen. 🙂

Aber jetzt für den Moment ist das einfach so. Das Kind hat keine Lust. Punkt. Und dem Problem bzw. der Situation muss man als Erzieher begegnen. Wenn ich nun auf das Kind zugehe, um mit ihm stundenlang darüber zu philosophieren, warum es aus meiner (!) Sicht besser sei, dass es lieber malen anstatt Stifte werfen solle, werde ich zwar viel heiße Luft produzieren, nicht unbedingt jedoch das Kind zur „Einsicht“ bringen. Denn das Kind hat seine Einsicht längst. Und die heißt mindestens: „Stifte werfen ist schöner als Stifte zum Malen benutzen.“
Für das Kind ist gerade Hollywood. Und es hat dieses Hollywood gerade selbst erschaffen. Spannend und aufregend.

Die Lehrerin fängt an der Stelle also zwar auf liebe und nette Art und Weise an, dem Kind ihren (!) eigenen Willen verständlich zu machen, letztlich passiert aber nichts anderes als sonst auch schon immer, nämlich dem Kind zu sagen, dass es dies oder das jetzt genau so machen soll. Und zwar so, wie die Lehrerin es sich wünscht. Und nicht anders. Dafür kann man sich nun kurz Zeit nehmen oder länger. Das Ergebnis bleibt im Prinzip das gleiche. Viele Erklärungen. Viel bla bla. Ohne wirklich auf das Kind einzugehen. Was nämlich witzigerweise oft gar nicht nötig ist.

Fakt ist:
Das Kind hat keine Lust zu malen. Jedenfalls jetzt nicht. Und was passiert durch die angebliche Anwendung des Verstärkerprinzips? Das Kind wird in diesem konkreten Fall für sein Fehlverhalten belohnt. Durch Aufmerksamkeit der Lehrerin. Durch ein Gespräch. Durch möglicherweise aufkommende ewig lange Diskussionen. Und vor allem wird das Kind durch eine maßgebliche Sache belohnt: Mit dem ganzen Gelaber musste es noch immer keinen einzigen Strich mit einem Stift zu Papier bringen.

Ich nenne das ein klassisches Eigentor. Oder auch Denkfalle.
Das Kind wird beim nächsten mal wieder seine Stifte durch die Gegend werfen. Und wieder wird es betütelt und abgeschnuckelt. Prima. Dann muss es wieder nicht malen. Jedenfalls für diese kurze Zeit nicht.

Ich verfolge einen anderen Ansatz. Auf das Beispiel mit dem Kind gehe ich dabei gar nicht ein. Stattdessen erzähle ich etwas über eine Trainingseinheit, die ich zu Saisonbeginn mit meinen jugendlichen Fußballspielern (meist im Alter zwischen 15 und 18 Jahren) durchführe.

Morgen gehts weiter. Fortsetzung folgt… 🙂

Ein Film-Samstag/Sonntag

Samstag Abend gab es zu Hause einen halben Film. Sonntag gabs den Rest. Das mache ich manchmal gerne. Mir einen Film auf zwei Etappen anzusehen. Es war der erste Spielfilm nach längerer Zeit für mich, nicht allzu häufig knipse ich mir die kostbare Freizeit aus der Wade. Es gibt für mich schönere Freizeitbeschäftigungen als mir einen Film anzusehen.
Es bietet sich jedoch an, wenn man zu zweit auf der Couch liegt. 🙂

The Revenant. Mit Leonardo DiCaprio. Er bekam dafür einen Oscar als bester Hauptdarsteller. Außerdem gab es je einen Oscar für die beste Regie und die beste Kamera.

Kann ich alles verstehen. Wirklich nachvollziehbar. DiCaprio hat seine Rolle aus meiner Sicht hervorragend gespielt. Die Kameraführung war szenenweise überwältigend und sogar innovativ. Auch die Regieleistung hat auf mich insgesamt stimmig, bisweilen sogar authentisch mitreißend gewirkt. Atemberaubende Landschaftsaufnahmen in der Weite, bedeckt von Schnee und Eis. Reißende Flüsse, schneebedeckte Berge und Hügel.

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Und doch fehlte mir etwas. Am Ende des Films, genauer gesagt zum Abspann, stellte ich mir die Frage: „Und jetzt? Was bringt das?“

So gut der Regisseur den Film insgesamt in Szene gesetzt hat, so sehr er DiCaprio in seiner Rolle zur Ikone eines rachsüchtigen Mannes hat aufgehen lassen, so sehr er auch die Kameramänner zur Höchstleistung angetrieben haben mag, genauso sehr fehlt dem Film letztlich der Tiefgang in der Handlung.

Da ist ein verbitterter rachsüchtiger Mann – gespielt von DiCaprio -, dessen Frau verstarb. Und dessen Sohn später im Laufe des Films ermordet wird, von einem Feind, der sich schon früh als Bösewicht bzw. Gewissenloser herauskristallisierte.
Der Feind hatte also seinen Sohn auf dem Gewissen und unseren DiCaprio auch noch fast über den Jordan gehen lassen.

Dazwischen gibt es viele Trapper und Indianer. Gewehre, Pfeil und Bogen. Einigermaßen viel Gewalt, besonders gegen Ende. Ein paar mehr oder weniger ekelhafte blutige Szenen sind auch dabei.

Und da zieht sich der rote Faden durch den Film. Der rote Faden bestand aus der Jagd des Feindes durch den rachsüchtigen Hauptdarsteller. Er will den Mörder seines Sohnes um jeden Preis zur Strecke bringen. Dabei nimmt er es in Kauf, selbst sein Leben zu lassen. Er geht dafür durch die Hölle und zeigt einen unbändigen Willen, bereit sein eigenes Leben für sein höheres Ziel zu lassen. Den Feind zu finden, koste es was es wolle. Dabei geht er gewieft vor und zeigt über den gesamten Film ein beeindruckendes Durchhaltevermögen. Dem Tode mehrmals Nahe trotzt er allen äußeren und inneren noch so harten Einflüssen.

Um? Ja, um seinen Feind zu fassen. Und er fasst ihn. Es wird ein kurzer Kampf und ein schnelles Ende.
Seinen Sohn macht das nicht wieder lebendig. Seine Frau freilich auch nicht. Und so technisch brilliant wie der Film auf einer imposanten Heimkinoanlage auf den Zuschauer auch wirkt, so sehr fehlt jeder Tiefgang.

Die Frau war vorher schon tot. Der Sohn wurde getötet. Er tötete den Mörder seines Sohnes. Punkt.

Und jetzt? Was ändert es?

Ich schreibe hier weniger nur eine Filmkritik als vielmehr die Frage nach dem Sinn von Rache in den Raum zu stellen.
Ein Mann, der so unglaublich viel Durchhaltevermögen und einen eisernen Willen zeigt, wäre der selbe Mann nicht auch in der Lage tatsächlich „mehr“ zu leisten als nur Rache zu üben…?
Es ist nur ein Film. Schon klar. Aber dann erhält der Regisseur von mir vielleicht einen Oscar für seine Leistung alle Beteiligten unter einen Hut zu bekommen. Aber nicht für seine Leistung eine Geschichte zu erzählen. Die hat mir nämlich gefehlt.

Es ist fast wie im echten Leben. Viele tolle Einzelkomponenten ergeben noch lange kein großes stimmiges Ganzes… Typisch Hollywood. 😉

Date-Review zu einer potentiellen Traumfrau (?)

Mittwoch Nacht kam es zum großen Fußballspiel. Ich hatte darüber hier berichtet (Date-Vorschau im Stile eines Fußballspiels).

Und das Date ging wirklich lange. Über 7 Stunden, um genau zu sein. Zwei mal die Location gewechselt. Immer gut.

Der Reihen nach.
Erstmal gab es eine freudige Begrüßung, umarmen. Herzlich ihrerseits. Nicht kühl. Guter Start.

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Wir trafen uns mit den Autos vor einem Lokal. Das hatte jedoch geschlossen, so dass wir von dort aus kurzfristig mit einem Auto weiterfuhren. Mit meinem.
Wir gingen in Richtung meines Autos. Dort standen mehrere Fahrzeuge und sie fragte mich etwas ungläubig: „Wo stehst Du denn?“
In diesem Moment hatte sie längst verstanden, welches mein Auto ist. Der schwarze Sportliche. Es nahm etwas vom Glanz, ihre Reaktion. Denn es zeigte mir für einen kurzen Moment, dass sie mir nicht zutrauen würde „so ein Auto“ zu fahren.

Ja gut, dann weißt Du schon mal, dass Du zumindest bisher nicht High-Value für sie in Ihrer Gedankenwelt gewesen sein konntest. Denn hätte sie mir das vorab schon zugeschrieben (zugetraut?!), wäre ihre Reaktion anders ausgefallen. Aber so ist das nun mal, wenn man kein Allerweltsauto fährt und gleichzeitig darüber nie spricht. So als wäre es ein Allerweltsauto. Wozu auch. Einer Frau gegenüber nicht der Rede wert. Ich erzähle ja auch nichts über mein Faible für Edelmetalle. Das hat Zeit. Es ist für mich nur ein Auto. Von der einen Seite her betrachtet. Aber es ist umgekehrt eben auch nur ein Auto (!). Von der anderen Seite her betrachtet. Aus ihrer Sicht eben. So sollte es jedenfalls sein.

Ich hoffe, dass ich damit rüberbringen konnte, was ich sagen möchte: Etwas kann aus meiner Perspektive normal sein. Aber ich wünsche mir eben, dass es aus der Sicht der Frau dann auch normal ist, dass dieses Etwas auch für mich normal ist. Und nicht so nach dem Motto: „Wie kann DER sich das leisten?!“ Es kam einfach so rüber. Und das ist nicht schön. Bestimmt nachvollziehbar. Vielleicht wollte sie das so auch nicht rüber bringen. Was letztlich aber völlig Schnuppe ist. Denn wichtig ist was ankommt. Nicht was vielleicht versucht oder nicht versucht wird auszustrahlen. Es geht immer um Gefühle im Leben. Und dabei sollten die eigenen Gefühle aus gesundem Grund an erster Stelle stehen.

Die Reaktion zeigte mir außerdem, dass sie selbst mehr auf High-Value macht als sie wirklich ist. Jemandem, der wirklich begriffen hat worauf es ankommt, ist es egal was für ein Auto Du fährst. Wenn das Auto beeindruckt, in diesem Fall mit fadem Beigeschmack, dann ist sie das eben selbst nicht, High-Value. Jedenfalls nicht für mich. Auch wenn das eine ganz andere Art der Auslegung ist. Es ist meine Auslegung.
Für mich blieb deshalb der Eindruck zurück, dass auch da der Schein größer ist als das Sein. Es passte für mich nicht ins sonst so perfekte Gesamtbild dieses Menschen bis dahin. Schade. Ich kann das schwer beschreiben, es war einfach mein Gefühl. Ein bisschen nahm das für mich etwas vom Glanz dieser Frau.

Materielles ist mir völlig unwichtig. Aber eben tatsächlich so unwichtig, dass ich mich weder beeindrucken lasse davon, wenn jemand etwas besitzt, noch umgekehrt davon beeindrucken lasse, wenn jemand etwas nicht besitzt.
Kurz: Ich bin dann weder negativ beeindruckt, wenn ich mir vorher dachte, dass jemand etwas besitzen könnte und feststelle, dass derjenige Arm wie eine Kirchenmaus ist. Noch bin ich positiv beeindruckt, wenn ich mir vorher dachte, dass jemand ein armer Schlucker sein müsste und ich plötzlich erfahre, dass er eine Villa besitzt. Es ist mir einfach egal. Wirklich egal. Beides ist gleich gut für mich. Herz ist wichtig. Seele ist wichtig. Alles andere kann ich mit einer großen Ausholbewegung vom Tisch fegen! Es spielt keine Rolle. Für mich einfach keine Rolle. Alles ist vergänglich. Materielles oft viel eher als der Mensch. Und manchmal ist der Mensch noch vergänglicher als Materielles.
Alles hat ein Ende. Das müssen wir alle noch lernen, spätestens aber erleben.
Aber um jetzt nicht nur zu bitter ernst zu sein: Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei. 😉

Diese Reaktion von ihr war zwar nur eine kleine, für mich aber eine eher große. Denn sie stellte eben ihre Sicht der Dinge für mich verständlich dar. Man könnte auch von einem Fettnäpfchen sprechen.
Bis dahin war sie sehr frei, sehr tolerant. Sehr mit sich im Reinen und Klaren. Sie wirkte für mich bis dahin völlig frei von äußeren Einflüssen unbeeindruckt als Person. Das hatte für mich etwas Magisches. Danach nicht mehr in der Form. Um zum Edelmetall zu zurück zu kehren: Vorher war sie für mich noch ein riesiger Goldbarren. Und plötzlich nur noch eine Figur, überzogen mit Blattgold. Und das Ganze fing auch noch an abzublättern. Die Frage war dann nur noch: Was ist darunter…?

Aber ich wäre nicht ich, wenn ich das nicht sofort wieder beiseite schieben könnte. Also hielt ich ihr selbstverständlich die Türe des Autos auf und wir fuhren in eine Bar.

Erstmal einen Wein trinken. Rosé, um genau zu sein. So einen hatte ich bisher noch nie getrunken. Ich kenn mich mit Wein nicht so gut aus, aber dieser Rosé war etwas Besonderes. Hat mir geschmeckt. Copper Ridge, Zinfandel. Interessant. Der Duft. Hat mich an Whiskey oder braunen Rum erinnert. Und geschmacklich eher süß, was mir sehr entgegen kommt. Kann ich empfehlen, wenn man einfach mal „etwas anderes“ probieren will. Definitiv nicht normal.

Es war von Minute eins an klar:
Das wird ein extrem klassisches Date. Sie ist da eher vom alten Schlag. Bleibt von sich aus vor der Türe stehen, bis ich sie aufmache. Da sie weiß, dass ich Türen aufhalte. Dann kommt die zweite Durchgangstüre zur Bar, wieder bleibt sie stehen, damit ich sie mit zwei schnellen Schritten überholen konnte, um auch diese Türe zu öffnen. Zwei mal Danke mit einem netten Lächeln. Ja, so ist das schon gut, finde ich. Geht doch.
(Anmerkung: Sie ist die erste Frau in meinem Projekt, die das in Gänze checkt. Allen anderen konnte ich die Türe aufhalten so oft ich wollte, aber sobald da eine zweite Türe kommt, rennt sie wieder voraus. Ohne jede Chance für mich auch die zweite Türe öffnen zu können.)

Aber eines ist dann auch klar: Es wird dann eben ein klassisches Date. Ich denke da an die Werbung zum Ei-Phone. „Wenn Du kein i-Phone hast, dann hast Du kein Ei-Phone.“
In dem Fall von dem Date ist das so: Hast Du ein klassisches Date, dann hast Du ein klassisches Date. Punkt.
Da weißt Du was gespielt wird. Das Terrain ist klar abgesteckt. Das Spiel ist also eher vornehm. Eher etepetete. Ist ja okay, man muss eben damit umgehen können und ein bisschen auch drauf stehen. So ein Date in der Form hatte ich länger nicht. Aber sie ist eben eine Frau, kein Mädchen. Und eine vom alten Schlag. Aber das sagte ich ja bereits.

Sie ist höflich. Sie hat Stil. Sie weiß was sich gehört. Ich aber auch. Hat Mama mir schon früh beigebracht. Gell Mama. 😉
(Selbsttest für Anfänger: Ein halbes Hähnchen komplett mit Messer und Gabel essen, ohne sich die Finger schmutzig zu machen und ohne Fleisch an den Knochen zurück zu lassen. Tipp: Vorher unbedingt mit der Anatomie eines Huhnes beschäftigen. Macht es einfacher. Zwei geübte Schnitte benötigt es, sonst wird das nix mit dem Huhn. Ganz wie im echten Leben. :-))

Es war ein durchwegs tolles Gespräch, über den ganzen Abend hinweg. Körperkontakt hingegen war schwer aufzubauen, dazu hat ihr wohl noch Vertrauen gefehlt, wie ich gemerkt habe. Obwohl sie umgekehrt auch hin und wieder Körperkontakt gesucht hat. Was sehr positiv ist. Aber ansonsten war es schwierig. Steigern konnte ich es zu keinem Zeitpunkt. Nur immer wieder einstreuen. Ich fühlte mich zwar wohl im Gespräch, aber irgendwie nicht wohl auf der Ebene ihr näher zu kommen. Selbst bei einfachen Berührungen fühlte ich mich nicht zu 100% wohl.
Warum? Das hab ich für mich auf der Rückfahrt schon versucht zu ergründen. Später mehr dazu.

Zum Wein gab es noch etwas zu Essen. Sie kannte den Barchef. Schon mal keine gute Voraussetzung übrigens. Das war das erste Mal, dass ein Date irgendwo stattfand, wo die Frau bekannt war und nicht ich. Man selbst fühlt sich dann etwas beobachtet. Umgekehrt ist das kein Problem, wenn ich irgendwo mit einer Frau bin und man mich kennt. Denn ich zeige der Frau ab der ersten Sekunde, dass wir uns deshalb in keiner Form zurückhalten müssen. Aber an diesem Abend wusste ich nicht so recht etwas damit anzufangen. Und sie löste das auch nicht gleich auf. Besonders nicht mit der Erklärung, dass es sich beim Barchef um die Verwandtschaft einer Freundin handelt.
Wie soll ich das werten? Was schließe ich daraus für den restlichen Abend?
Muss ich mich jetzt zurück halten?! Weniger Berührungen?! Keine?! Oder kann ich trotzdem ganz normal auf Tuchfühlung gehen?!

Nach dem Essen und dem Bezahlen ging es noch in eine andere Bar. Eigentlich mega cool. So eine Shisha-Bar. Ein paar komische Leute in der verrauchten Bar um uns herum. Wir haben uns lustig gemacht über die Location. Über die Menschen und über uns. Das war das totale Kontrastprogramm zu vorher. Aber sie ist spontan. Also hatte sie die spontane Idee dahin zu gehen. Sie ist auf eine Art locker. Das gefällt mir. Sie kann etepetete. Aber sie kann auch mal einfach sein.

In den Laden sind wir übrigens nur gegangen, weil sie in der Bar zuvor mein Angebot – zu ihr auf einen Tee zu gehen – ausschlug. „Auf keinen Fall!“, trällerte sie mir entgegen und lachte verschmitzt dabei.

Später fuhr ich sie zurück zu ihrem Auto. Es war spät. Nach 1 Uhr bereits, und am nächsten Tag musste ich wieder arbeiten. Im Auto war es nun mal langsam an der Zeit einen Gang hochzuschalten. Der Wagen hat ja ein Doppelkupplungsgetriebe. So sanft schaltet der für mich die Gänge hoch und runter.
Aber ihr gegenüber war ich an der Reihe. Ohne Doppelkupplungsdingda. Jetzt war ich gefragt. Und bis dahin hat sich das für mich einfach irgendwie nicht 100% richtig angefühlt. Im Auto wollte ich dann mal Druck aus dem Kessel lassen. Habe sie beim Fahren kurz angesehen und mit meiner rechten Hand ihre linke Hand angefasst. Kurz weg wieder gesehen, zurück auf die Straße. Denn ein bisschen fahren musste ich auch noch. Einfach weiter unterhalten. Ganz normal. Und wieder kurz zu ihr gesehen. Sie zog die Hand nicht weg. Und ich meine auch nicht. Ich fing an während der Fahrt ihre Hand zu streicheln. Und nach ein oder zwei Minuten tat sie es mir gleich. Das ging so bis zum Parkplatz mit ihrem Auto. Einige Minuten lang.
Sie kann zärtlich sein, das habe ich gemerkt. Sie hat definitiv Bandbreite.

Sie erzählte mir im Laufe des Abends viele tolle Dinge. Viel im Bereich Persönlichkeitsentwicklung. Viel von ihrer Vorliebe für Meditation, Entspannung und Ruhe.
Ihre Erzählungen aus dem Alltag widersprachem dem Ganzen jedoch etwas. Sie erzählte von einem großen Freundeskreis. Sie erzählte vom Feiern und vom Ausgehen. Von Champagner und von Wein. Sie kennt sicher viele Menschen und ist gern gesehen und viel gefragt. Ja. Schön. Für sie. Schön für sie.

Und irgendwie machte das trotz der sehr tiefgründigen Gespräche über das Leben für mich diese Frau im Laufe des Abends zunehmend unattraktiv. Unattraktiv ist vielleicht das falsche Wort. Hm. Sagen wir es so:
Ich suche kein Glamour-Girl. Keine Sause-Brause-Frau. Es ist für mich vielmehr an der Zeit zur Ruhe zu kommen. Auch mal – und öfter – meine Zeit mit meiner Partnerin in den eigenen vier Wänden zu verbringen. Sesshafter zu werden. Weniger Kasperletheater. Das hatte ich die letzten Jahre genug. Und mit dem Projekt nochmal im Qudrat. Es langt. Es reicht wirklich.

Meditation, Ruhe und Entspannung waren gute Themen. Aber ihr Leben drum herum ist nicht meins. Und ich merkte für mich:
Mit dieser Frau würde ich – ganz unabhängig davon was sie überhaupt von mir hält – zwar vermutlich die cleverste Frau meines Lebens (nicht jedoch die gebildetste!) an der Seite haben. Sie würde in vielen Dingen vorausdenken. Sicher für uns beide. Sie würde mir in vielen Dingen auch neue Wege aufzeigen können und mich voran bringen. Andererseits würde ich jedoch auch immer einen Pol an der Seite haben, an dem man sich reiben könnte. Ja müsste. Oder eben immer wieder zurückzustecken hätte.
Denn ihr eigener Kopf, ihr eigener Charakter und ihre eigenen Wertevorstellungen sind schon stark ausgeprägt.

Und ich will doch nur leicht und unbeschwert sein.

Zum Kuss habe ich zur Verabschiedung nicht angesetzt. Es hätte nicht gepasst. Irgendwie nicht. Ich habe mich in dem Moment mit dem Gedanken auch nicht wohl gefühlt. Und glaube, dass sie das auch nicht gewollt hätte. Die Feine. Weil ich etwas schon spürte, was daraufhin folgte…

Die letzten Tage nach dem Date schrieben wir uns täglich ein bis zweimal kurz. Kein großes Engagement von ihr. Das war nur am Anfang in der Nacht im Club bei unserem Kennenlernen einmalig so. Danach war die treibende Kraft stets ich.
Und das Engagement habe ich inzwischen runter gefahren. Ich habe mir sie einfach zum Vorbild genommen. Sie macht wenig. Dann ich eben auch.
Ein paar Tage Denkpause taten mir nun gut. Dabei spüre ich, dass sie es auch nicht ist – die Richtige.
So toll sie sein mag als Mensch. Als Frau. Aber nicht als meine Frau. Als die Frau eines anderen bestimmt. Einen, der in ihren Augen vielleicht mehr High-Value ist. Ich weiß es nicht. Ist mir auch egal eigentlich.

Bei ihr ist das irgendwie anders als bei anderen Frauen bisher. Mein Gefühl sagt mir einfach, dass es nicht das Richtige ist für mich. Andere tolle Frauen, die ich bisher gedatet habe, hinterließen bei mir ein anderes Gefühl. Teilweise ein Gefühl von Sehnsucht. Bei ihr ist das anders.

Ich glaube es ist etwas Einschneidendes passiert über die letzten Monate: Ich bin mir mehr wert als je zuvor. Und weiß was ich kann und wer ich bin. Wenn mir jemand dann nicht klar das Gefühl gibt, dass ich der Richtige bin, dann bin ich schneller weg wie ein herrenloser Geldbeutel zwischen zehn Langfingern.
Und das ist für mich insofern eine wundervolle Erfahrung. Unabhängig zu sein. Mehr als je zuvor. Unabhängig als Mensch sowieso. Und mindestens dafür tat mir dieses Date richtig gut. Aber jetzt auch unabhängig vom Gefühl unbedingt eine Frau kennenlernen zu wollen oder gar zu müssen. Deswegen bin ich glücklich darüber, dass es lief wie es lief. Und ich diese Frau kennen lernen durfte.

=> Ich komm ganz gut auch ohne klar. Danke Pickup.

Es war nichtsdestotrotz wirklich ein menschlich toller Abend mit ihr. Da will ich der Sache nichts abtun. Genauer kann ich es im Moment auch nicht beschreiben. Keine Ahnung.

Und am Ende ist es wie immer: Es ist immer irgendwas!

PS: Zurück zu Beginn des Textes:
Versteht mich nicht falsch. Jede Frau darf in Fettnäpfchen treten. Jede Frau darf auch mal etwas sagen, das vielleicht nicht ganz okay für mich ist. Wer weiß was ich alles „uncooles“ aus Sicht manch einer Frau tue. Oder sage. Alles okay. Jede Frau hat ihre eigenen Ansichten und ihre eigene Meinung. Das ist alles prima und auch die Fettnäpfchen sind bis zu einem gewissen Grad in Ordnung und gesund.
Jetzt kommt das aaaaber, oder? Ja! 😉
Aaaaaaaaaber: Wenn ich selbst keine Lichtgestalt bin, dann tue ich einfach auch nicht so. Einfach mal etwas tiefstapeln ist nämlich auch gut. Hochstapeln kann jeder.

PPS: Seit einem Tag kam keine Antwort mehr von ihr auf meine letzte Nachricht. Ich glaube wir machen es wie immer: Lasst uns ein Ei drauf hauen. Da gibts doch diese Spiegeleierformen. Gibts die auch mit einem Winke-Winke anstatt in Herzform? 🙂

PPPS: Vielleicht fragt sich der eine oder andere ja, warum ich dann im Auto ihre Hand genommen habe? Ich kann es nicht mal sicher sagen. Vielleicht weil ich spürte, dass es das letzte mal sein würde, dass wir uns sehen? Ich weiß es nicht. Vielleicht weil ich ihr einfach zeigen wollte, dass ich sie toll finde. Was auch wirklich stimmt. Vielleicht auch nur für den Nervenkitzel. Auch das weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass es kein Nervenkitzel war in dem Moment, das hab ich ja gleich darauf gemerkt. Ich blieb ruhig und gelassen. Es ist nichts Besonderes mehr eine Hand einer Frau zu halten. Es hat sich einfach abgenutzt. Nicht mal die Hand einer Frau, die ich toll finde. Pickup sei Un-Dank.

„Ich muss mal hi sagen“

Gestern war ich spontan noch mit einem Freund zum Bargame und Clubgame draußen.

Erst ein Irish Pub mit Rock Musik (gar nicht meins!) und danach noch in einem Edelschuppen für die Schönen und Reichen. Hollywood-Schaulaufen der Super-Models, oder besser gesagt aller Frauen, die von sich denken sie wären welche.

Wir waren nicht lang in dem zweiten Laden. Durch meine Erkältung war ich diese Woche fast nicht aktiv. Und so haben wir ein bisschen rum geschaut, Musik gehört und uns über die Szenerie lustig gemacht.

Ich sagte dann zu ihm: „Schau mal die da vorne, die da tanzt. Das ist die hübscheste Frau im ganzen Club.“

„Oh ja, da hast Du recht. Aber die kannst Du vergessen. Schau einfach nur und genieße es. Brauchst Du nicht ansprechen. Vergiss es.“, gab er mir einen gut gemeinten Ratschlag.

„Aber den Korb nehme ich sicher heute mit. Mit Vollgas. Ich gehe hier nicht mit einem 0 zu 0 raus. Ein 1 zu 0 muss schon drinnen sein!“, erwiderte ich.

Also hab ich auch erst noch ein bisschen getanzt und nach einer günstigen Gelegenheit geschaut. Sie war mit ihren Mädls unterwegs, in einer 5er oder 6er Gruppe. Und sie waren mehr oder weniger lasziv mit sich selbst oder gegenseitig beschäftigt. Jedenfalls hab ich sie später kurz auf einem Zwischengang alleine herumlaufen sehen.
Bingo. Die Gelegenheit.

Ich gehe zwei Schitte auf die mir entgegen kommende Schönheit zu. Fasse ihr an ihr Handgelenk und eröffne mit „Hi! Du bist mir aufgefallen, ich muss einfach mal hi sagen. Und…“

„Ja hi!“, entgegnete sie mir grinsend und lief direkt weiter. Geradewegs an mir vorbei.

Ich kam also nicht mal dazu meinen Satz fertig zu sprechen.

Mein Wingman stand neben mir, hat das Ganze beobachtet und gesehen, dass ich gerade einen richtig schönen Korb eingeschenkt bekommen habe. Und die Art von ihr war köstlich. „Hi“, mit einem netten (richtig aufgesetzten) Lächeln und schwupp lässt sie mich stehen wie einen nassen Sack im Regen.

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Ich hab gelacht. Und zu meinem Wingman gesagt: „Siehst Du, genau den Korb wollte ich! So macht mir das Spaß!“

Und meiner Familie hab ich später auf dem Heimweg in der Nacht vom Auto aus in unserem Whatsapp-Chat eine Sprachnachricht geschickt. Mache ich oft ziemlich live so. Der Blog hier ist ja der tiefgründige Part meines Projekts. Aber ich hab noch einen (Live-)Whatsapp-Chat für meine engsten Freunde und meine Familie. Dort habe ich das kurz rein gesprochen und geschildert. Dabei musste ich selbst lachen, weil die ganze Szenerie so lustig war. Das Verhalten dieser Tussi und das ganze drum herum. Hollywood auf ganz ganz miesem Niveau ist das alles.
Aber so mies, dass ich mich gerne drüber amüsiere. Anfangs vor ein paar Monaten habe ich mich in dem Metier noch persönlich unwohl gefühlt. Inzwischen wandle ich auch dort, weil es ein Wandeln zwischen den Welten ist. Mein normales Leben, sprich mein Alltag, und diesem schlechten Hollywood-Abklatsch für Möchtegerns.

Das Witzigste an der Sache ist – stellvertretend für nahezu alle Approaches in diesen Edelschuppen – das Verhalten dieser Tussis. Ich sprach also in den Chat sinngemäß:

„Ich find diese Tussis so witzig. Da lassen sie Dich eiskalt einfach stehen und laufen gerade an Dir vorbei. Wenn ich unter der Woche aber die selbe Frau in der Schreibwarenabteilung in einem großen Kaufhaus anspreche, dann höre ich nur: „Oh… Du bist ja so charmant. So toll, dass Du mich jetzt angesprochen hast. Endlich mal ein Mann, der sich das traut.“

Persönlich kann ich zu solchen Tussis nur sagen: Ihr seid nicht mehr ganz knusper.
In der Nacht so und untertags so. Ehrlich mal. Ihr habt nicht mehr alle Latten am Zaun. 🙂

Später hatte ich noch ein Gespräch mit einem anderen Mädchen, das auf mich zugekommen ist. Ja, gibts auch mal. Keine Ahnung was ihre Absicht war. Ich kann es nur vermuten. In dem Fall ging es wohl um Aufmerksamkeit, wie fast immer in diesen Edelschuppen. Jedenfalls ist mein Wingman deutlich größer als ich und ziemlich gut gebaut.

Sie fragte mich – nachdem sie mir zu verstehen gab, dass sie sehr gut betucht wäre – was der Typ da neben mir ständig mache. Ob er mein persönlicher Begleiter wäre.

Ich nahm den Stein auf und warf ihn zurück: „Ach Du, keine Sorge. Der passt nur auf mich auf. Du musst keine Angst haben. Der ist nur zu meiner Sicherheit da.“

Sie bekam riesen große Augen und fragte noch mehrmals nach was das soll. Warum er das macht und warum ich so jemanden habe. Ich ging nicht weiter darauf ein und grinste mir innerlich nur einen und äußerlich auch. Wenn ich so wichtig bin, dass meine Sicherheit bedroht ist, dann hab ich eben einen Menschen an meiner Seite, der für meine Sicherheit sorgt. Verständlich oder? 😉

Die Moral von der Geschicht‘?
Ganz einfach: Die Frauen in diesen Läden wollen keinen Mann fürs Leben finden. Sie wollen keinen Typen wie mich kennen lernen. Sie wollen keinen charmanten und liebenswerten Menschen finden. Sie wollen eine Show. Sie wollen Hollywood. Sie wollen eine Story und sie wollen Luftschlösser.

Und liebe Tussis, genau das zeigt ihr mir jede Woche. Fast jeden Tag. Und ihr bekommt Eure Luftschlösser. Wenn ihr sie wollt spiel ich Euch auch den zu beschützenden reichen Kerl. Den, der einen Leibwächter dabei hat.

Das ist dann meine Art speziell Euch danke zu sagen. Danke, dass ihr so unendlich dämlich und oberflächlich seid. Es macht mir auf diese Art selbst ein Stück weit Spaß. Inzwischen schoooooon. Weil ich dadurch etwas ausleben kann, was ich selbst neu an mir entdeckt habe. Lust auf mein eigenes Improvisationstheater!

PS: Wollen die Frauen dort wirklich keinen Mann finden? Doch, sie wollen. Oberflächlich nicht. Oberflächlich wollen sie nur billige Aufmerksamkeit. Weil ihre kleinen Seelen sehr verletzt und verletzlich sind. Tiefgründig wollen sie natürlich Mr. Right finden. Das wollen wir alle. Nur stehen sie sich dazu einfach selbst im Wege. Wenn ein „hi“ nicht mehr möglich ist… Schade. Aber ich mach weiter. Irgendwann komme ich mit einem „hi“ durch! 😉

„Du bist ein Playboy!“

Eine kurze Anekdote vom Wochenende. Ich war wie – fast immer an den Wochenenden – zum Bar- und Clubgame draußen.

Und ich war in einer Bar, laute Musik. Viel los. Und sehe ein Mädchen, das mir zuzwinkert. Wir lächeln uns an. Nach einigem Augenkontakt gehe ich auf sie zu und unterhalte mich mit ihr. Sie war mit ihrer Freundin da und das ist immer eher schlecht als gut, denn das ist fast jedes Mal ein Störfaktor (Neid und Missgunst unter Frauen, oft auch mangelnde Fähigkeiten sich für 5 Minuten mit sich selbst zu beschäftigen). Jedenfalls sagte sie mir relativ forsch – was gar nicht zur bisherigen Konversation passte – dass ich mal wieder zu meinen Kumpels gehen solle, weil sie sich auch wieder um ihre Freundin kümmern werde.

„Um ihre Freundin kümmern“? Gibst Du dem kleinen Baby auch noch die Brust? Soll ich einen Schnuller besorgen?

Gut, sie hat von mir natürlich dann auch einen Spruch gepresst bekommen und ich bin abgezogen. Sie war aber auch wirklich nicht mein Typ, ich sah es als Spiel im Spiel an. Das ganze Ding ist nur ein Spiel, das echte Leben genauso wie Pickup. Und dieses Gespräch mit der Frau und alles weitere danach war für mich ein Spiel im Spiel.

Ein paar Minuten später unterhielt sie sich mit ihrer Freundin und… oh Wunder… mit einem anderen Typen. Relativ lange und angeregt.

„Ahja, okay“, dachte ich mir. Kann ich auch. Anlass für mich heute mal was neues auszuprobieren. Und fortan schaltete ich in den Turbo- und Hollywood-Modus. Ich band meine gesamte Umgebung in sämtliche Interaktionen ein. Ich fotografierte einen 8er Tisch mit Frauen. Bewegte mich im Raum recht auffällig hin und her. Versprühte gute Laune. Mache Bilder. Redete wieder mit den Frauen, stets abwechselnd. Und knippste für sie wieder Bilder. Und sprach dazwischen allerlei Frauen an, die an mir an einem schmalen Gang vorbei gingen. Ich wollte auffallen um jeden Preis und sehen was passiert. Und es passierte etwas Erstaunliches! Zum ersten Mal in meinem Leben ist mir das passiert, jedenfalls derart offen und direkt kommuniziert.

Ein Typ, größer als ich, kam die Treppen herauf und an einem schmalen Gang auf mich zu. Zugegeben sah er gut aus. Auch wenn ich nicht auf Männer stehe. Aber wirkte gepflegt, gut gekleidet und war schon sehr der Typ Schönling.
Im Vorbeigehen an mir sah er mich an und sagte: „Du bist ein Playboy!, zwinkerte mir dabei zu und lächelte mich an.

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Das ging so schnell, dass ich das kaum in der Sekunde wahrnehmen konnte. Da hab selbst ich einige Zeit gebraucht, um das zu realisieren. Das ist mir so noch nie in meinem Leben passiert. Ich war immer sehr zurückhaltend gegenüber Frauen. Früher in der Schule stand ich eher mit meinen Kumpels zusammen als mich mit Mädls zu unterhalten. Auf Frauen ging ich mein Leben lang nie aktiv zu. Wenn dann eher schüchtern. Nicht weil ich nicht damals schon gekonnt hätte – teilweise hab ich das auch gemacht – aber eher weil es nicht meinem Naturell entspricht.

Und dann bin ich heute in der Situation, dass mich ein wildfremder Mann „Playboy“ nennt.

Will ich wirklich ein Playboy sein? Um ehrlich zu sein… ein definitives Nein. Aber es ist scheinbar die einzige Möglichkeit auf dem Weg in eine feste Beziehung. Von Traumfrau spreche ich noch gar nicht.

Und an dem Abend ging es mir wirklich nur darum etwas Neues auszuprobieren und dem Mädchen von vorhin zu zeigen, dass auch wir Männer ganz einfach in Interaktionen mit Frauen kommen.

Übrigens: Von dem 8er Tisch mit den Frauen hab ich mir von der Hübschesten aus der Runde (sie war dennoch gerade mal eine 6) die Nummer geholt. Dazu gibts morgen einen Artikel. Ist eine ganz kurze Geschichte für sich alleine wert. 😉

Und was ist mit dem Mädchen vom Anfang meiner Story? Ich ging natürlich nicht mehr zu ihr hin. Fortan unterhielt ich mich mit allerlei anderen Frauen und mit meinen Freunden, es kamen nämlich noch welche dazu. Es war ein lustiger Abend. Es sprang nicht viel raus für mich, aber alleine dieser Artikel mit seinen Einzelheiten und Begebenheiten ist für mich „gut genug“. Definitiv. Es sind Meilensteine. Erste Male. Immer wieder.

Und immer wenn man denkt es geht nicht mehr, kommt von irgendwo eine neue Premiere her… Playboy… ich… tsssssss.

Das Mädchen habe ich also den restlichen Abend nicht mehr beachtet, wozu auch. Sie hat ihr Statement abgesetzt und ich daraufhin meines.

Einige Zeit später war ich mit meinen Freunden an der Bar beim Unterhalten und schon wieder in Lauerstellung, wen ich als nächstes ansprechen könnte. Auf einmal trifft mich irgend etwas sanft an meinem hinteren Oberschenkel. Vermutlich ein Tritt. Ich drehe mich um und sehe das Mädchen mit ihrer Freundin an mir vorbei laufen. Vermutlich war sie es. Sie lächelte, aber so schnell wie ich mich umgedreht hatte, war sie auch schon wieder weg und an mir vorbei.

Haha, genau. Das ist dieses oberflächliche Gebalze. Genau das, was mir als Mensch immer so widerstrebt. Wie die Hirschen. Die so lange schnaufen und grunzen und das Weibchen durch den Wald vor sich her treiben, bis sie erschöpft zusammenbricht. Und dann nimmt der Hirsch sie.
Mensch Leute. Das ist so nervig langweilig. Das ist etwas für platte, niveaulose und aufmerksamkeitssüchtige Menschen. Das ist doch nichts für einen Mann von Welt wie mich. :-)Ich mache diese ganzen Hampelmann-Geschichten doch nur, weil die Frauen mich nicht sein lassen können wie ich bin. Ehrlich, aufrichtig, geradlinig, humorvoll, empathisch, old-school Gentleman… achja… ich könnte ewig von mir weiter schwärmen… 😉
Aber ja, dann muss man sich wohl „einfach“ an die Welt anpassen. Chamäleon spielen. Gut.

Am Ende des Abends bzw. der Nacht stand sie draußen beim Rauchen. Prima, davon hätte ich doch ausgehen können. Dass die kleine Ziege raucht. Und sie stand wieder draußen mit dem Typen von vorhin.
Übrigens, jetzt wird es lustig: Den Typen kenne ich selbst auch, wir begrüßen uns stets per Handschlag. Hehe.

Und so geht meine kleine Geschichte zu Ende.
Moment, wo ist die Pointe?
Noch kurz Geduld, die kommt jetzt.

Ich gehe auf ihn und sie zu. Neben ihr war ihre Freundin von vorhin. Ich gebe ihm einen Handschlag und wünsche ihm einen schönen Abend. Dann sehe ich ihr kurz in die Augen und gebe ihr und ihrer Freundin einen Klapps an die Schulter und wünsche ihnen das Gleiche. Sie, das Mädchen, fest im Blick. Kein strenger Blick, wer bin ich denn. Nein, ein lächelnder, relativ gleichgültiger, ein relativ „ich hab Dich nicht nötig“-Mädchen-Blick.

Und inzwischen kann ich etwas besser Körpersprache lesen und einschätzen. Sie war geschockt. Ich sah es ihr an, ich sah es in ihren Augen. Sie war geschockt und enttäuscht. Weil ich sie den restlichen Abend nicht mehr beachtet und nicht nach ihrer Nummer gefragt habe, obwohl sie mir vorhin mit der Berührung zu verstehen gegeben hat, dass „das Spiel“ zwischen ihr und mir noch laufen würde.

Nein danke. Es ist Dein Spiel, Mädchen. Nicht meins.

Ich kenne meinen Marktwert. Inzwischen schon. Wieder!

PS: An den Klamotten eines Menschen kannst Du in aller Regel auf den Charakter schließen. Ich trage keine tiefen V-Ausschnitt-Playboy-Shirts. Ich trage keine Nietengürtel und Armbänder. Ich trage auch keine oberkrassen Gagster-Schuhe mit Kappe. Nein. Mit solchen Typen kann man solche Spiele spielen. Platt und pauschal von mir? Nein. Sicher nicht. Ich sehe das jedes Wochenende. Aber ich bin anders. Ich trage saubere Schuhe, bin farblich stets perfekt und gut gekleidet. Ich trage immer ein Hemd. Ich habe im Winter gerne einen langen Mantel an, insgesamt also ein klarer Business-Style.

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Ich gehe auf eine Frau in Business-Kleidung auch anders zu als auf ein Mädchen im Hoodie.
Wenn eine Frau also eins und eins zusammen zählen kann, dann sollte sie alleine dadurch schon darauf schließen können, dass ich kein kleines Kind bin und erst recht nicht auf Spielchen stehe. Bei mir gibt es die „Mann von Welt“-Attitüde. Wenn eine Frau (eher Mädchen!) damit nicht klar kommt, braucht sie mich umgekehrt auch nicht auf ihren Dornröschen-Kinderspielplatz mitnehmen. Nicht beim kennenlernen.
Kleider machen Leute, den Spruch kennt jeder. Aber verstanden hat ihn offenbar niemand.

PPS: Ich trage keine Sonnenbrillen. Und meine Mäntel sind noch etwas eleganter als auf dem Foto da oben, allerdings hab ich auf die Schnelle nichts besseres gefunden! 😉

Die Zahlen sind zu niedrig!

Gestern schrieb ich darüber, dass meine Zahlen zu niedrig sind.

Um das Ganze Vorhaben nicht nur im worteichen aber ansonsten sehr heißem luftleeren Raum verstummen zu lassen, habe ich natürlich gleich eine Aktion eingeläutet. Ich werde mich Samstag mit einem Kumpel treffen, um gemeinsam pickuppen zu gehen. Er macht das Ganze schon seit ca. drei Jahren. Dabei verfolgt er zwar eine völlig andere Zielrichtung als ich, aber das hat ja auch mit mir nichts zu tun. 🙂

Anfangs hat er mir einige Tipps gegeben und mir gesagt worauf es aus seiner Sicht ankommt. Die Tipps hab ich dankend und gerne angenommen. Auch wenn es mir gar nicht möglich war seine Tipps wirklich in die Praxis umzusetzen.

Ich weiß noch wie ich wie ein kleiner Junge gefragt habe: „Sag mal, was ist denn ein guter Spruch zur Eröffnung?“

Alleine die Frage! Unglaublich!
Was ist ein GUTER Spruch zur Eröffnung?

Ich weiß noch was er mir sagte: „Es spielt keine Rolle!“

Damit war ich alles andere als zufrieden, das weiß ich noch genau. Unbedingt wollte ich wissen was er denn immer so sagt. Und dann hat er mir klar gemacht, dass er nichts festes im Gepäck hat und einfach immer los plappert was ihm in den Sinn kommt, was ihm gerade einfällt. „Hi, wie gehts?“ zum Beispiel.

Das wollte ich nicht glauben. Ich konnte es nicht glauben. Zu sehr war ich noch am runterbeten auswendig gelernter Standardsprüche. Zu sehr war ich noch nervös und froh darüber mich zu trauen überhaupt eine Frau anzusprechen. Ein paar Monate später kann ich seine Sätze von damals sehr gut nachvollziehen.

Heute eröffne ich auch irgendwie. Irgendwo. Irgendwann. Frei nach Nena. Aus fast jeder Situation mache ich eine situative Eröffnung. Hat sie einen lila Regenschirm in der Hand, dann gibts etwas über lila Regenschirme. Beobachtet sie gerade einen Regenwurm in der Paarung, dann gibts ein Regenwurm-Paarungsgespräch. Moment mal, paaren sich Regenwürmer einfach so? Interessante Frage, finde ich. Siehst Du. Schon bist Du im Gespräch…

Weiter im Text. 🙂

Morgen gehen wir jedenfalls – wenn das Date nicht abgesagt wird (!!! HAHA !!!) – in die Stadt zum Pickuppen. Und von dort aus dann vielleicht noch weiter in Kaufhäuser oder Passagen. Mal sehen. Spontan.

Wichtig ist im Leben in Ebbe-Phasen: Werde Dir klar warum gerade so eine Phase ist. Analysiere sie. Werde Dir bewusst wo die guten und die schlechten Faktoren liegen. Und dann nimm Dir etwas vor. Etwas, das dafür sorgt, dass Du aus der Ebbe raus kommst in die Flut. Und das Wichtigste dabei: Zeige Aktion. Nimm das Heft Deines Lebens in die Hand und tu was. Tu meinetwegen vielleicht auch nicht gleich das „Richtige“. Aber tu was.

Jeder noch so dämliche oder misslungene Approach ist ein guter Approach. Weil Du etwas getan hast. Es ist wie mit dem Joggen. Gehst Du 10 Minuten joggen und hörst dann einfach auf, weil Du keine Lust mehr hast, dann ist das definitiv besser als die 10 Minuten gar nicht erst raus gegangen zu sein. Sei froh über die 10 Minuten! Und meistens ist es doch so: Ist man erst mal dabei, dann laufen die restlichen 50 Minuten fast von alleine. Und ehe Du Dich versiehst hast Du 1 Stunde hinter Dir. Oder vielleicht 3 Telefonnummern und 3 Dates mehr.

Und das ist mein Ziel. Die Traumfrau kommt zwar um die Ecke gelaufen und sie kommt von ganz alleine um die Ecke gelaufen. Du musst sie jedoch ansprechen, um sie kennen zu lernen! Anders geht es nicht!
Aber während ich diese Zeilen auf meiner Couch zu Hause schreibe, bin ich mir sicher, dass sie nicht bei mir vor der Tür stehen wird und einfach so bei mir klingelt um zu sagen: „Hey, ich weiß nicht wer Du bist. Aber ich hab einfach mal aus Spaß bei Dir geklingelt, um zu schauen wer hier wohnt. Jetzt wo ich Dich sehe… willst Du mich heiraten?“

2016-11-25

Das ist was für Hollywood. Briefträger und Paketboten machen das da vielleicht so. Herzlich willkommen in der Realität. Hier läuft das anders. Du bewegst Deinen Hintern nach draußen, undzwar egal wie schlecht das Wetter ist! Regnet es, dann geh in eine Passage. Manchmal – so wie jetzt – fallen mir alte Storys von mir ein…
Ich hatte mal einen Regentag, der war unglaublich zermürbend. Er ging damals 14 zu 1 aus. Erst die Nummer 14 brachte mir eine Telefonnummer ein. Daraus wurde dann ein Date. Aber nicht mehr. Selbst das Date war wohl das mieseste, das ich je hatte. Insofern 13 Körbe an einem Regentag. Mit einer Telefonnummer, das zum schlechtesten Date geführt hat, das ich je hatte. Es war der nervigste Pickup-Tag seit meinem Beginn (Selbstmotivation, vom 06.08.2016).

Und ist das heute noch wichtig? Sicher nicht. War es wichtig dennoch immer weiter zu machen? Absolut! Hätte ich irgendwann aufhören sollen? Höchstens wenn die Müdigkeit einsetzt. Und selbst dann sollte man weiter pickuppen gehen. Pickup ist nicht nur für Hoch-Phasen. Pickup ist etwas für alle Lebenslagen. Deine Partnerin oder Dein Partner wird Dich auch nicht immer nur freudig und strahlend erleben, insofern ist das natürlich, dass man auch mal müde ist oder mies drauf. Wichtig ist ausschließlich seinen inneren Schweinehund an den Rand der inneren Explosion zu quetschen und ihm zu sagen: „Jetzt erst recht!“

Samstag. Pickuppen zu zweit.
Und was ist wenn mein Wingman unser „Date“ absagt?
Dann gehe ich alleine raus. So viel steht fest! Der Samstag gehört mir!

Ob ich Yoga- oder Meditations-Trainer bin?

Gestern Abend war ich in der Stadt zum Bargame. Dort hab ich zwei 2er Sets eröffnet.

Zuerst mal zwei Mädls aus Russland, alles auf Englisch. Die waren nur mit schminken beschäftigt. Eine Hand der Lippenstift, eine Hand das Ei-Phone mit Kamera auf sich selbst. Und dann wird in bester Tussi-Manier der Lippenstift nachgezogen, während die eigene Visage geschmeidig-arrogant in der Handy-Kamera begutachtet wird. Gesichts-Zirkus nenne ich das. Fürchterlich.

Später dann mit zwei anderen Frauen an der Bar gesprochen. Waren beide sehr nett und haben auch viele interessante und interessierte Fragen gestellt. Beide gebürtige Russinnen. Nur diesmal konnten beide deutsch. Na immerhin. Keine Touristen, dafür aber temperamentvoll. Recht schnell hab ich gemerkt, dass mir das bei den gewöhnlichen Frauen fehlt. Temperament. Eigene Meinung. Klare Botschaften. Ganz selten ist mir das erst passiert, dass mich eine Frau im Laufe des Gespräches nach meinem Namen fragt. Von sich aus. Gestern war es (wieder?! – kann man gar nicht mehr an das letzte mal erinnern) soweit, dass das passiert ist.

Ich war mit einem Wingman unterwegs, der in der Zeit leider warten musste. Dämlich immer. Denjenigen dann alleine lassen zu müssen. Das tut mir dann schon immer irgendwie leid. Aber noch mehr leid tut es mir, wenn ich ihn alleine lassen muss und dann nach 10 Minuten erfahre, dass beide verheiratet sind und Kinder haben. Ja gute Nacht.

Okay, zumindest haben wir uns gut verstanden. Es war ein eher ungewöhnlich tiefgründiges Gespräch. Nach dem üblichen Geplänkel (Job, Status, Geld, Alter) ging es dann wenigstens mal um das Leben an sich und um die eigenen Gedanken und Empfindungen und Wünsche. Und es ging irgendwann auch um Meditation und Yoga und Ernährung und Charakterunterschiede zwischen Deutschen und Russen. Und Gewohnheiten usw.

Ich wurde gefragt wie alt ich sei, was ich arbeite. Ob ich Yoga mache oder sogar Yoga- oder Meditations-Trainer sei. Es sei ungewöhnlich, dass ein Mann über Seele und das Leben redet, wurde mir gesagt. Das sei außergewöhnlich. Und es sei außergewöhlich, dass ich das Alter der beiden so exakt geschätzt habe. Yoga- oder Meditations-Trainer? What??? Ich?

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(Kleine Anmerkung am Rande: Nach ungefähr 500 bis 600 angesprochenen Frauen in 4 Monaten hat man irgendwann aber auch den Dreh raus und erkennt das Alter einer Frau zwar nicht gleich nackt an der linken Arschbacke – denn die hab ich ja noch nicht gleich nackt gesehen – aber an jeder kleinen Hautunreinheit im Gesicht erkenne ich das Alter inzwischen auch ohne Fernrohr auf 5000 Meter gegen den Wind. Und wenn es sein muss auch im Kopfstand. Und Augen zu.)

Jedenfalls hab ich natürlich gefragt warum und wie sie darauf kommen würden, dass ich so einen Beruf hätte. Sie meinten beide, dass man das an meinen Augen sehen könnte. Was ich ausstrahle und wie ich rede.

Bingo. Das war für mich ein großes Kompliment. Das nehme ich für mich gerne mit. Nicht die Tatsache an sich, sondern dass ich es geschafft habe! Was eigentlich? Endlich mal habe ich es wohl geschafft etwas Emotionalität zu transportieren! Das gelingt mir leider noch nicht allzu häufig. Gestern war so ein Abend. Endlich mal. Yes yes yes! Ich bin auf einem guten Weg. Denn das ist es was ich immer will: Gefühle rüber bringen. Bewusst? Ja bewusst. Geschauspielert? Nein, nicht direkt. Ich will als Mensch generell so wahrgenommen werden. Als emotionaler Mann, als Wesen mit viel Einfühlungsvermögen und Empathiefähigkeit. Das habe ich mir vorgenommen und daran arbeite ich seit langem. Längst versuche ich meine Gespräche wesentlich emotionaler zu gestalten. Das ist harte Arbeit. Wirklich.

Jedenfalls muss ich sagen… die beiden Damen haben nicht mehr aufgehört mir Fragen zu stellen, selbst als ich gehen wollte und sagte, dass mein Freund los möchte. Dann kamen noch immer Fragen wie: „Und seit wann beschäftigst Du Dich mit dem Bewusstsein und dem bewusst werden?“

Zu dem Zeitpunkt habe ich mindestens als Mensch attraktiv gewirkt. Sonst wären nicht so viele Fragen gekommen. Andererseits sind osteuropäische Frauen auch offensiver als deutsche. So bot mir die hübschere der beiden Damen einen Sitzplatz direkt neben ihnen an. Und auch sonst hatte ich den Eindruck, dass sie sich in meiner Gegenwart wohl fühlten. Was immer mein oberstes Ziel ist, dass Menschen sich gerne mit mir umgeben. Weil sie sich wohl fühlen und gut fühlen und auch beschützt fühlen. Oder zumindest sicher fühlen. Nur aufgrund solcher Emotionen kann sich eine Frau öffnen und sich auf einen fremden Mann einlassen. Es sind keine Erfolgsgaranten, sondern notwendige Voraussetzungen. Bis dahin hat noch keiner einen Blumentopf gewonnen, aber ohne diese Emotionen würde auch niemand je einen Blumentopf gewinnen können. Man ist in der Bringschuld. Ich mag das Wort „Schuld“ nicht. Aber so ist es letztlich. Man ist in der Bringschuld. Man muss erstmal investieren, in dem Fall eben Emotionen.

Ich hab das Ganze übrigens nicht eskaliert, weil es keinen Sinn macht. Man muss nicht nach der Nummer und nach dem Date fragen aus reinem Selbstzweck.

  1. Stehe ich nicht per se auf Frauen mit Kindern – wobei ich es auch nicht per se ausschließen würde, inzwischen nicht mehr, inzwischen kann bei mir wohl alles passieren
  2. Stehe ich nicht auf Frauen in Beziehungen – es kann passieren, dass man sich in eine verschaut, aber besser ist es die Finger davon zu lassen.
    (Papa hat mir das auch schon geraten, gell!)

So bin ich mit mir selbst für gestern Abend sehr zufrieden. In dem zweiten 2er Set fand ich die Eine der beiden Frauen attraktiv und ich hab das Gespräch eröffnet. Im Vorbeigehen. Es wird inzwischen alles immer selbstverständlicher. Hab einen Cocktail in die Hand genommen, bin an den Zwei vorbei gelaufen. Und beim zurück Gehen habe ich die Zwei angesprochen. Die Eröffnung war total simpel (für meine interessierten Leser! 😉 ):

„Heeeeey, das ist mal cool. Das was Du da trinkst ist ein Pina Cola oder??? Hab ich auch, schau hier! Unglaublich, dass ihr so etwas trinkt. Ich dachte immer ich wäre der einzige Mensch auf der Welt, der noch auf so etwas Altmodisches steht! Ihr auch!“

Und schwupp, bist Du im Gespräch. Der Rest ist normalerweise dann bla bla. Oder auch nicht. Selten kann es nämlich auch tiefgründiger werden. Gestern war so ein Zeitpunkt, was mir auch mal ganz gut tut.
Man hat nach einer gewissen Zeit den Dreh raus und erkennt, wann es Sinn macht weiter zu reden oder besser aus dem Gespräch auszusteigen. Man merkt es einfach an der Körpersprache und der Art, ob hier ein weiteres Investment lohnt oder nicht. Gestern bin ich dennoch ein paar Minuten länger im Set geblieben, obwohl ich dann schon erfahren hatte, dass es zwei Mütter sind, die wohl einigermaßen glücklich vergeben sind. Nur sie hatten ein bisschen was zu sagen und das hat mich interessiert. Ganz egoistisch. Und ohne weitere Absicht auf ein Date.
Ja Mädls, es ging dabei auch mal einfach nur darum was mir in dem Moment gefallen hat. Und mir hat in dem Moment gefallen mich mit Euch zu unterhalten. Tatsächlich stand für mich der Spaß im Vordergrund. Die Hektik von vor ein paar Monaten ist weg, die Ergebnisfixierung als oberste Maxime auch. Die Ergebnisse kommen eher nebenbei. Eher von alleine. Das ist gut. Es macht die Birne frei. Man steht nicht mehr so unter Zwang. Innerer eigener Zwang.

Und morgen schreibe ich darüber wie es ist mit dem Schiff in die Wüste zu fahren. Und auch dort im Sand festzustecken.

Gestern Clubgame und die E-Zigaretten.

Jetzt, da ich gerade beginne zu schreiben, ist es 09:13 Uhr. Ich bin um 2 Uhr ins Bett und um 8 Uhr aufgestanden. Nicht viel Schlaf. Andererseits aber auch nicht allzu spät ins Bett. Gestern war wieder eine Runde Clubgame an der Reihe. Übrigens zum ersten Mal in etwas anderen Klamotten. Wieder mal etwas Neues.
Ich hatte eine schwarze Stoffhose und ein rotes Hemd an. Gestern mal noch etwas edler und auffälliger als sonst.
Eigentlich wollte ich noch mein Sakko dazu tragen, aber das hatte ich im Auto liegen gelassen und wollte den Weg nicht wieder zurück laufen. Egal.
Die Resonanz an dem Abend lautete: Du hast Selbstbewusstsein.
Das schon, aber kann natürlich auch sein, dass man damit das eine oder andere Reh verschreckt. Hm.

Es war ein relativ kurzer, aber wie oft zuletzt auch ein lustiger Abend.

Es ging 4 zu 1 aus. Die 1 hab ich natürlich auch in der Nacht noch kurz angeschrieben. Und keine Antwort mehr erhalten. Da braucht man sich aber auch nicht wundern, wenn man nur 4 anspricht und 1 Nummer bekommt. Hätte ich 40 angesprochen, dann wäre alles okay gewesen. Dann hätte es ziemlich sicher 2 bis 3 Antworten gegeben. Nur gestern Abend war ich auch nicht alleine unterwegs, deswegen lag mein Fokus entsprechend auch nicht nur bei den Frauen. Nicht nur.

Die 4 Frauen hab ich auf der Straße angesprochen. Im Club später dann zwar auch noch zwei, allerdings hab ich da nach drei oder vier Sätzen gemerkt, dass da nichts rüber kommt. Also wende ich mich dann schnell wieder ab. Nicht mehr als sie wert sind. Diese „Versuch“ zähle ich übrigens nicht. Ich zähle nur die, bei denen ich eindeutig bis zum Ende eskaliert habe (Nummer/Date). Wenn ich zwischendurch merke, dass es eine uninteressante kleine Kühlschrank-Frau ist, dann pack ich meine sieben Sachen und mach mich wieder aus dem Staub. Ich bin der Preis. Nicht sie.

Mit zwei Mädls hab ich aber dann etwas länger an einer Bar gequatscht. Ohne irgendwelche Absichten. Obwohl, doch schon. Nur nicht mit Absicht bezogen auf sie direkt.

Bimm. Macht mein Handy gerade. Es ist 09:23 Uhr. Meine 1 von gestern antwortet. Hätte ich nicht mehr gedacht. Nachdem sie zwischenzeitlich schon mehrmals online war. Das wird hier ja fast ein Live Bericht. Okay dann springen wir zurück an die Bar.

Die zwei Mädls an der Bar, da waren wir stehen geblieben. Aber halt, da fällt mir was ein. Wir müssen nochmal kurz ausschweifen…

Also mein Wingman war hinter mir an der anderen Seite der Bar und hat sich mit einer alten reichen Dame unterhalten. Wirklich alt. Sie könnte meine Oma sein. Fast. Wahrscheinlich. Sie trug eine Cartier Uhr am Handgelenk. Geld hatte sie definitiv. Mit ihrem Nerzmantel. Und bestellte eine Flasche Schampus nach der anderen. Saufen kann sie also auch noch wie ein Loch. Und meine Hände wollte sie dann später auch nicht mehr loslassen. Das war aber nur, weil ich ihr kurz die Hand gab. Zur Begrüßung. Und da ich immer so kalte Hände habe (völlig untypisch für einen Mann, ich weiß!), hat sie kurz Mutter Teresa gespielt und mich gerettet und mir meine Hände gewärmt. Wahhh. Ein komisches Gefühl. In so einem Edel-Schuppen von einer alten Dame die Hände gewärmt zu bekommen. Ich hab mich mehrmals umgeblickt und mir gedacht was wohl die anderen Gäste denken, die mich sehen könnten. Ich junger Hüpfer bekomme da für meine zarten kleinen Hände eine Wärmflaschenkur to go. Und dann passierte das, was in meinem Kopf die letzten Wochen und Monate immer passierte:
Sofort mein völliges Bewusstsein einzuschalten und alle weiteren Gedanken über Board zu werfen. Nicht weil mir das gefallen hätte, dass die Frau meine Hände fest hielt. Sondern weil es wieder einmal ein Gedanken war der hieß: „Was denken die Anderen über mich?“

Raus! Weg damit! Bulls***. Das ist eine Katastrophe! Es ist egal was andere über mich denken! Ich schrieb hier darüber ja schon öfter, aber mir ist im Moment einfach wichtig, dass diese Gedanken mit „was denken die Anderen von mir?“ aufhören. Hin und wieder ertappe ich mich dabei. Und wenn das passiert, dann gibts nur eins: Voll dagegen und drauf. Ego zerstören, nenne ich das in meinen Artikeln immer wieder. Erst wenn der Quatsch aufhört, sich Gedanken um die Gedanken anderer Menschen zu machen, hast Du genug Selbstbewusstsein entwickelt um Raum für Deine eigenen Gedanken zu schaffen, die nur Dich betreffen und für Dich gut sind. Das ist der Weg. Und das (Zwischen-)Ziel. Das große Hauptziel steht im Titel meines Blogs. Daran ändert sich nichts. 🙂

Auch wenn ich das in dem Moment selbst irgendwie unangenehm finde, weil mir die Dame zu aufdringlich war. Aber dann hab ich das Positive für mich in den Vordergrund gerückt: Mir war echt kalt. Und ihre Hände waren warm. Und nach 1 Minute waren meine Hände auch warm. Also alles gut. Und sie hat sich gefreut wie ein Schnitzel, weil ich so kalte Hände hatte. Passt doch. Buddhistisch gesehen auch, zumindest der Teil, dass ich ihr eine Freude gemacht habe. 😉

Und nun zurück zu den zwei Mädls an der Bar. Die eine hatte so eine E-Zigarette in der Hand. Also hab ich natürlich gleich eröffnet. Ich hätte auch wegen ihrem schwarzen fein gezeichneten Rand um ihre Lippenstift-verseuchten Lippen eröffnen können. Aber ihre Lippen interessierten mich nicht. Ich mag solche Frauen nicht. Mich interessierte die E-Zigarette. Es gibt diese Dinger wohl in einer Einweg-Version. Ohne Nikotin. Das ist ja interessant. Mit irgend einem Frucht Geschmack. Die Eine der Beiden hat mich dann mal ziehen lassen. Schmeckte interessant. So ähnlich wie eine Shisha. Die Andere hat mich dann auch ihre probieren lassen. Mit Kokosgeschmack. Das fand ich echt witzig. Frei von Nikotin. Eigentlich eine ganz vernünftige Erfindung, im Gegensatz zur klassischen Zigarette. Aber für Männer ist das glaub ich eher nix. Wirkt sehr weiblich das Ganze.

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So ging der Abend dann auch relativ bald aus. Nur noch etwas getanzt, Musik war aber miserabel. Also war es auch gut, dass es früh nach Hause ging.

Achja: Nein! Ich hab mir von der alten Frau die Nummer nicht geholt! Pfui! Hört mal auf so ein Zeug von mir zu denken! :p
Da hab ich noch zig Jahre Zeit. Aber auf meinen Wingman ist sie echt gestanden. Haha.