Der Tag an dem Frau Tinder Schluss machte

ist ja jetzt schon wieder ein paar Wochenenden her und… war für mich der schwärzeste Tag meines Lebens und ich habe mich seither nicht wieder von diesem Schock erholt. Noch immer sitze ich wie paralysiert dran und frage mich, was ich nur falsch gemacht habe. Ich! War ich zu offen, oder zu verschlossen oder war ich als Mensch insgesamt einfach nicht gut genug? Diese Fragen quälen mich.

So oder so ähnlich

… wäre es mir vor einem Jahr vielleicht noch gegangen. Gerade und bis hier her schrieb ein Stück weit mein altes Ich. Etwas überspitzt vielleicht schon, zugegeben. Das alte Ich existiert glücklicherweise nur noch in meinen Erinnerungen. Und ab nun schreibe ich. Mein neues selbiges. Herzlich willkommen in meinem Leben. Fr. Tinder hatte es ja ganz „anständig“, nach einer kurzen Abwesenheitspause, telefonisch beendet. Hüstel. Schrieb ich ja im letzten Vierteiler. Besser gesagt im vierten Teil des eigentlichen Dreiteilers. Genug der Verwirrung. Let’s go.

Wie ging es denn dann weiter? Nun, als sie anrief, befand ich mich gerade auf der Autobahn, das weiß ich noch genau. Warum? Es fühlte sich so befreiend an. Endlich diesen Ballast los haben. Dieses ständige Genörgle, diese ständigen Spitzen gegen meinen Humor und diese letztlich Die-Ganze-Welt-Macht-Es-Mir-So-Schwer-Mentalität zehrten einfach zu sehr an meinen Nerven. Nein Mädchen, niemand hat sich gegen Dich verschworen. Noch nicht einmal ich. Im Gegenteil, ich habe echt auf Dich geachtet so gut es nur ging. Dafür habe ich meine eigenen Sachen schleifen lassen. Aber gut, wäre es nicht so ausgegangen wie es ausging, wäre das ja auch komisch, bei diesen Voraussetzungen. Konnte ja gar nicht anders kommen. Gut so. Meine Cousine sagt bei jeder gescheiterten meiner Liebeleien immer nur vier Buchstaben, die ein Wort ergeben, und schickt mir dies als Bild im Projekt Beziehung-Family&Friends-WhatsApp-Chat:

NEXT

Damit ist wirklich alles Wichtige gesagt. Mehr bedarf es nicht. Sofort ohne Umschweife weiter machen. Gesagt, getan. Ein paar Kumpels angeschrieben, wegen abends. Einer sagte sofort zu. Ab ins Clubgame. Treffen jedoch erst um 22.30 im Club. Puh. Und bis dahin? Es war ja erst Nachmittag. Ich wurde müde. Gegen 20 Uhr hätte ich ihm am liebsten abgesagt. Und dann waren ja noch 2 Stunden drüber zu bringen. Hm, so passierte dann, was ich inzwischen durch mein Projekt gelernt hatte. „Lauf die extra Meile!“

Immer wenn Du mal überhaupt keinen Bock hast… steh auf und kämpfe! Tu etwas (es!) einfach trotzdem! Das ist der eigentliche und wahre Unterschied zwischen den erfolglosen und den erfolgreichen Menschen. Denn etwas tun, wozu man sowieso Lust hat, kann jeder… Das ist zu einfach. Billig. Alleine dieser Absatz rechtfertigt einen eigenen Artikel für einen meiner Philosophischen Sonntage. Muss zur Zeit aber warten.

Ich war pünktlich im Club, alleine. Der Wingman mit seinem Kumpel sollte bald eintreffen. Ich lief gar nicht groß umher, blieb im Eingangsbereich, sah mich wie immer scannend um. Da war nichts besonderes für den ersten Blick für mich dabei. Also bestellte ich mir schon mal zur Trauer des Tages etwas passendes, um die Schmerzen zu ertränken. Bitterlemon auf Eis, mein Lieblingsgetränk. Das haut so schön rein, wenn man down ist. Ironiemodus wieder aus. Hab ich das hier schon mal verraten? Hm. Nun ist es raus. Bitterlemon. Tatsächlich. Immer wenn ich aus gehe. Ich… was für ein Draufgänger, gell.

Da kam mein Kumpel mit seinem Kumpel auch schon. Kurze Begrüßung, abklatschen, umarmen. Kurzes Vorstellen. Und da standen zwei Mädels nur zwei Meter weg von mir. Ich sagte zu meinem Wing: „Lass uns mal weiter gehen, aber ich quatsche die beiden noch kurz an.“

Damit konnte ich nicht rechnen

Guter Einstieg. Situative Eröffnung. Und ich musste kleben bleiben. Geht auch ganz ohne Schleimspur. Die blonde Kleine fand ich süß. Die braunhaarige Freundin nicht. Typ Attention-Bit**. Dennoch waren sie im Doppelpack cool, und ich merkte, dass die Blonde – nennen wir sie Sweetie – mehr und mehr Interesse an mir hatte. Die geldgeile und nur so mit Job und Wohnung protzende Göre hingegen spürte, dass Sweetie ihr gerade den Rang abzulaufen drohte. Also erhöhte auch sie ihr Investment, köstlich. „Lass uns unbedingt mal Pizza essen gehen“, sagte sie zwischendurch. Ich dachte mir nur: „Ja, klar. Schau sie Dir an. Platz zwei reicht Dir wohl nicht.“

Also zusammen an die Bar, Sweetie war mega offen für mich. Sofort mit viel scharfem Humor, Sarkasmus, um die Ecke lachen. Danke, endlich mal. Endlich mal mein Humor bei einer Frau. Dachte ich bei Fr. Tinder ja auch, allerdings nur anfangs. Die Fassade begann ja bald zu bröckeln. Egal. Es gibt also auch Menschen neben Herrn van Onnetuschn, die mir da ähnlich sind. An der Bar kurz zusammen mit Sweetie getanzt. Ich hab einfach nur schrittweise durcheskaliert. Lehrbuchmäßig.

Dazwischen kam auch mal zur Sprache, was ich für gewöhnlich so trinken würde. Für sich und ihre Freundin bestellte Sweetie 15 Minuten später Gin Tonic. Ich tanzte weiter, inzwischen kam ein weiterer Kumpel in den Club zu uns dazu. Ich ließ die Mädels mal machen. Und als ich mich mal umdrehte, blickte mich Sweetie lächelnd an und streckte mir ein Glas mit Eis und eine Flasche…? Bitterlemon! entgegen. Wie süß. Jetzt hatte sie mich für sich gewonnen. Endgültig. Nicht wegen dem Getränk. Zwei Mark fufzig hab ich auch selbst gerade noch in der Hosentasche, aber ihre unglaubliche Aufmerksamkeit. Ich weiß liebe Leser, was ist daran schon besonders aufmerksam? Doch ist es! Das ist meine persönliche traurige Wahrheit, solchen Mädels begegne ich verdammt selten. Woran das liegt? Ich weiß es nicht. War für den Moment auch nicht wichtig. Ich genoss einfach, dass da mal eine Frau war, die zuhören, aufmerksam sein und sogar aktiv sein konnte. Natürlich gibt’s immer auch Haken. Beide rauchen. Also fragte sie mich (seltene Sache bei Frauen nach so kurzer Zeit!), ob ich mit raus kommen wolle. Klar. Draußen zu viert weiter gequatscht. Und nach den Kippen trennten sich die Wege. Von uns Vieren, nicht aber von Sweetie und mir. Wir blieben draußen und setzten uns im Außenbereich auf die Stühle.

Die Gesprächsinhalte wurden zunehmend persönlicher. Ich baute mehr und mehr emotionale und private Themen ein. Romantische Dinge zum Beispiel, da ich ja längst wusste, dass sie eher eine klassische Frau war, denn so eine neumodische Poweremanze. In ihren Augen sah ich ihr die sich langsam steigernde Erregung durch das Gespräch und durch die Körpersprache die ersten leichten „zufälligen“ Berührungen an. Und es war mir ein Hochgenuss damit zu spielen und die Situation zu kitzeln. Also küsste ich sie einfach… nicht. Sondern streichelte sie und massierte ihr den Nacken. Noch nicht genug der Sinneseindrücke und Gedankengänge für sie? Doch, bestimmt. Für mich? Nein.

Bewusst hab ich uns einen Platz in der Nähe der Türsteher ausgewählt. Warum? Damit diese mich dort auffällig mit einem Mädchen sehen. Wofür? Nun… Es ist eine harte Türe. Und nicht immer kam ich anfangs problemlos in den Schuppen. Je nachdem welcher Gorilla die Tür machte. Seit dem Abend erkennen sie mich wenigstens und ich muss nicht mehr unnötig ein paar Sekunden mit Warten verbringen, bis auch ich Einlass finde. Das ist Hollywood. Für so einen Gedankenwirrwarr habe ich neben Flirten, Streicheln, gestreichelt werden, Händchen halten und massieren Zeit? That’s it. Willkommen in der Welt der Persönlichkeitsentwicklung 2.0.

Irgendwann wird auch mir das schönste Spiel zu bunt und die Erregung zu hoch, um sie weiter leiden zu lassen, die Kleine. Also streichelte ich ihren Hals, zog sie zu mir und… Der Rest ist Geschichte.

Wieder drinnen im Club angekommen, tanzten wir nochmal kurz und ab da wusste auch Miss Geldgöre, dass sie heute nur Platz zwei bekommt. Ich wäre aber nicht längst auch ich, wenn ich nicht wüsste, dass Du Dir besonders Deinen Feind zu Deinem Freund machen musst. Sweetie war nur die eine Nacht bei Miss Geldgöre zu Besuch. Also in meiner Stadt. Inzwischen – auch doch durch meine Toleranz und Lebensfreude – kann ich aber nahezu jeden Menschen nehmen wie er ist und Spaß mit ihm haben. Also sorgte ich dafür, dass Miss Geldgöre sich dennoch wohl fühlte, auch mit Platz zwei. 😉 Und stellte ihr ein gemeinsames Pizza Essen in Aussicht. Urkomisch fand ich ihre Frage an Sweetie: „Sag mal, ist schon für Dich okay, wenn ich mit ihm mal zum Pizza Essen gehe, oder?“ Das ist mal ein Machtkampf und ein Ringen um Aufmerksamkeit par excellence. Sweetie schaute ganz schön verdattert aus der Wäsche.

Ich geb auch mal einen aus

Die Fame-Göre wollte noch in einen anderen Club zum Feiern weiter ziehen. Und so liefen wir des Weges zu dritt aus dem einen Club schnurstracks in den nächsten. Sweetie und ich dabei Hand in Hand. Sie hatte etwas an sich, das sich für mich nicht nur weiblich, sondern vor allem natürlich anfühlte. Und sie ließ nicht nur mit sich machen, wie fast alle bisherigen Frauen meines Projektes, sondern Sweetie war proaktiv. Vorwärts verteidigen, wie es in Neusprech heißt. Unsere (Angriffs-)Kriegsministerin Ursula lässt grüßen.
Zurück zum Thema, Sweetie streichelte, sie nahm meine Hand von sich aus. Im Club an der Bar angekommen, bestellte ich uns etwas zu trinken. Natürlich bezahlte diesmal ich. Revanche. Dann ist das auch in Ordnung. In meinem Leben habe ich noch nie einer Frau ein erstes Getränk ausgegeben, weil ich irgendwelche Absichten hatte. Wie billig ist das denn. Entweder bin ich der Preis oder nicht. Sicher ist der Preis aber nicht mein Geldbeutel.

Du kannst gerne…

An der Bar gaben wir uns weiter wie ein verliebtes Pärchen. Pattex in Reinkultur. Kaum drehte ich mich mal um, suchte ihre Hand meine. Ich nahm sie in den Arm und sie streichelte mich. Wir tanzten und genossen die Nähe, besonders die emotionale. Es fühlte sich an, als wäre sie seit langem meine Freundin und als wären wir seit langem schon und noch immer frisch verliebt. So etwas ist ein emotionales und auch zugleich unbeschreibliches Gefühl für mich. Endlich mal kein Hollywood. Weder für mich noch von ihr. So etwas habe ich in der Art noch nicht erlebt. Diese Nähe und dieses füreinander da sein. Kaum in Worte zu fassen in so einem kurzen Text.

Und unsere Geldgöre? Sie wollte sich unbedingt auch einen angeln. Dazwischen sagte sie zu Sweetie und mir: „Also Du bist mir so sympathisch, Du kannst gerne heute Nacht bei mir in der Wohnung bleiben, ihr seid so süß zusammen. Du bist eingeladen.“ Oh, das ist mal das Gegenteil von einem Blocker. Läuft bei Dir! Sweetie war damit kurz überfordert. Ihr Blick verriet umso mehr ihre Freude bei dem Gedanken daran, dass das kurze Märchen noch etwas andauern würde. Geldgörchen grinste ständig nur. Und sie selbst? Sie angelte sich ihren eigenen Prinzen. Bei ihr ging das ganz schnell, Hauptsache irgendwer. Hehe. Schwupp hatte sie einen. So läuft das also bei einer „Pickupperin“, ohne dass sie sich dessen bewusst ist, eine solche zu sein. Die Grundvoraussetzung dazu bringt sie mit. Die Zutaten heißen, ähhh, moment, ich überlege kurz…: „Weiblich“
Gut, das war jetzt nur eine Zutat. Reicht aber auch für eine Pickupperin. Mehr bedarf es für die Männerwelt gemeinhin nicht. Dafür hat die Evolution gesorgt. Es ist für ein Mädchen nicht schwer erfolgreich zu angeln. Da beißen irgendwelche Fische auch ganz ohne Köder an. Irgendwelche Männer… Der Unterschied zwischen Pickuppern und Pickuppern, übrigens. Einer, auf den ich großen Wert lege.

Einfach nur schweineteuer

Mit Sweetie in meinem Auto zur Geldgöre gefahren, ein Zweisitzer erlaubt nichts anderes. Die anderen beiden fuhren mit dem Taxi. Angekommen. Drei Zimmer Wohnung, 100 Quadratmeter, Bestlage. Puh. Mit meinem Wagen musste ich mich da in der Gesellschaft wahrlich nicht verstecken. Der machte sich da ganz gut. Hollywood ist Hollywood. Sweetie ist das egal. Gut so. Richtig so. Echt dekadent eigentlich, so wie sie wohnt. Die Gastgeberin. Wer aber mit 90.000 Jahresgehalt prahlt (brutto, die Zahl muss sich ja groß anhören), darf das Geld auch per Schaufel zum Fenster raus werfen. Meine Erlaubnis erteilt. Geile Wohnung, definitiv. Neubau vom Feinsten. Große lange Räume. Extra Bad im bzw. am Schlafzimmer. Küche im Wohnzimmer, versteht sich an der Stelle von selbst.

2017-05-28

Eine echte Freundin

Sweetie war die gesamte Zeit eine echte Freundin für mich. Meine. Und ich ihr Freund, vielleicht sogar ihr Mann. Aber eben nicht für ein ganzes restliches Leben. Und so blieb es bei einem wunderschönen und gefühlvollen Abend, einem gemeinsamen Einschlafen Arm in Arm, kuscheln und jedenfalls für mich dem Gefühl „es könnte so einfach sein“…

Sie wäre eine tolle Frau. Definitiv intelligent. Sehr fürsorglich, sehr aufmerksam, warmherzig. Eigenschaften einer potentiellen Traumfrau für den Bachelor vom Projekt Beziehung. Und dann folgt der nächste Morgen und der fällige Abschied. Zuvor richtete Frau Geldgöre ein Frühstück für vier her. Sehr gastfreundlich. Muss ich schon sagen. Frühstück mit vier Menschen, die ich vor wenigen Stunden noch nicht einmal kannte. Undenkbar früher für mich. Scheinbar normal heute. Der Abschied fiel kurz und herzlich aus. Die Aussicht auf einen Gegenbesuch meinerseits in ihrer Stadt inklusive. Womit ich natürlich nicht ernsthaft rechnete. Ihr wisst ja…

PS: Wer war Fr. Tinder nochmal?

PPS: In der Zwischenzeit, es war eine Woche vergangen, schrieben wir uns ein paar wenige Male… Und meine Frage nach einem konkreten Treffen am Wochenende, schob sie auf. Gerade viel zu tun und so. Wir würden das später noch klären. „Okay“, dachte ich mir. Ich weiß längst was das bedeutet. Und so war es selbstverständlich auch. Die Nummer mit dem Exfreund kam wieder aus der Schublade. Deshalb würde sich das nun für sie nicht richtig anfühlen, sich erneut zu treffen. Der Alte wäre nun wieder in ihrem Leben. Und sie meinte damit nicht den aus der Fernsehserie, glaube ich. Sie dankte mir nochmals sehr für den schönen Abend, wie auch schon mehrfach persönlich. Und das war es. Wie immer bisher. Wenn es nur nicht immer schon vorher irgendwie klar wäre. Entweder stirbt der Wellensittich einer Frau und kommt allem weiteren dazwischen oder der Exfreund, der eigentlich längst tot war, steigt aus seinem Grab und kommt dazwischen. Glaube ich ihr das? Unwichtig. Aber nein, natürlich nicht. Keiner Frau glaube ich mehr irgendwas. Generell nicht. Auch sonst keinem „neuen“ Menschen. Ich glaube nur noch was ich sehe und während dem ich selbst dabei bin. Alles andere ist, da wiederhole ich mich immer wieder allzu gerne, nicht meine Realität. Es ist die Realität der Frau. Aus der Welt von Grimms Märchen. Und auch diese (Lügen-?)Geschichten haben ihre Berechtigung auf dieser Welt. Sonst hätten viele kleine Kinder und liebevolle Eltern keine nette gemeinsame Unterhaltung und Gute Nacht Geschichten zum Einschlafen…

PPPS: Das erste Mal in meinem Leben, dass ich es erlebt habe, am selben Clubabend zur Frau heim zu fahren, während sie nicht alleine in der Wohnung ist. Premiere. Referenzerfahrung. Auch das ist möglich. Haken dran, weiter gehts.

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Was bisher geschah… Fr. Tinder und ich – Teil 4 von 3

Jetzt ist es Sonntag, 20:32 Uhr, und ich fange an diesen Artikel zu schreiben. Teil 4 von 3. Klingt merkwürdig, ein vierter Teil von einem Dreiteiler. Wenn dieser Artikel aber erscheint, wird Feiertag sein, der Tag der Arbeit. Den vierten Teil gibt es einfach noch kurz angefügt, so viel ist nämlich nicht passiert, dass es eine neue Serie zu Fr. Tinder und mir rechtfertigen würde. Also gibt es eine kleine Fortsetzung der bestehenden Story, mit einem fulminanten Ausgang. Fasten your seatbelts please, schnallen Sie sich an bitte.

Die Rückkehr von Fr. Tinder

Fr. Tinder war zuletzt nach ihrer 14-tägigen Reise wieder bei mir zu Hause, vier Tage lang. Während der Zeit musste ich an den meisten Tagen arbeiten, so dass wir uns meist abends nach meiner Arbeit trafen und anschließend zu mir fuhren. Morgens verließen wir immer gemeinsam das Haus. Sie ging ihren Dingen nach und ich meiner Arbeit. Am Telefon fragte sie mich vor ihrer ersten Ankunft: „Kann ich meine Yoga-Matte mitbringen? Ich hab zwei, dann kann ich eine bei Dir lassen zum Yoga machen.“ Was es damit aufsicht hat, darauf kommen wir später noch zurück.

Und bereits nach wenigen Stunden war es wieder da. Dieses Gefühl. Dieses Gefühl, das ich in den letzten drei Artikeln über sie auch schon beschrieb. Irgend etwas stimmte nicht, grundsätzlich nicht. Es fühlte sich nicht leicht an, nicht frei. Zwischenzeitlich konnte es immer wieder sehr liebevoll und harmonisch sein, allerdings stellte ich zunehmend fest, dass dies immer dann der Fall war, wenn es nicht um uns beide und unsere zwischenmenschliche Situation zueinander ging. In sachlichen Themen konnten wir verständnisvoll und bereichernd miteinander sprechen. In emotionalen Themen hingegen kam kaum mehr rechtes Verständnis auf.

Und nach zwei oder drei Tagen stellte sich ein Gefühl in mir ein, das mir sagte: „Puh. Ist das anstrengend mit ihr.“ Warum?
Fr. Tinder läuft nicht ganz rund. Sie sieht Probleme in der Bewältigung ihrer Vergangenheit, vermutlich (mindestens auch) in Bezug auf ihre gescheiterte Ehe. Ehe? Ja, Ehe. Das hab ich hier nie thematisiert, weil es für mich nicht so wichtig ist. Jedem Menschen begegne ich möglichst frei, es gibt schon genug äußerliche „Filter“, die ich an den Tag lege. Gewollt oder ungewollt. Das geht jedem von uns so. Optik und solche Dinge. Aber ob nun jemand viel Geld verdient oder wenig, oder gebildet ist oder nicht, oder verheiratet war oder ist oder nicht… was solls. „Erstmal eine Chance geben“, lautet da ganz meine Devise.

Zurück zu ihren Problemen, bzw. denen, die sie sich (selbst) macht. Sie sieht viele existentielle Fragezeichen am Horizont, Jobsituation, Familiensituation der Verwandten, Wohnungssituation. Dies und das. Und dann fühlt sie sich in Deutschland nicht so wohl wie dort, wo sie zuletzt eine Zeit lang im Ausland lebte. Dort, wo sie zuletzt 14 Tage „Urlaub“ machte. Aber irgendwie sei Deutschland doch für sie besser, weil alles geordneter sei.

Auch bei mir sei das so, sie fühle sich in meiner Nähe aufgeräumt. Alles sei so klar und so strukturiert, das gebe ihr Sicherheit und halt. Andererseits fühle sie sich aber auch nicht so frei wie in einer eigenen Wohnung.
Hm, relativ logisch, wie ich finde. Eigene vier Wände sind eigene vier Wände, andere vier Wände sind andere vier Wände. Deshalb sollte das Ziel sein beides bestmöglich zu verschmelzen. Will aus meiner Sicht heißen: Die jeweils anderen vier Wände mittel- bis langfristig zu den gemeinsamen vier Wänden zu machen.
Aber halt, nicht so schnell. Der Reihe nach.

Fleißig oder unfleißig, das ist hier die Frage

Ich bemerkte über die Tage wieder, dass ich mich zu Hause mehr einbrachte als sie. Darauf habe ich keine Lust (mehr). Also sprach ich auch das klar an. Sie sah das völlig anders. Was mir wiederum klar war. Und so diskutierten wir mehr über unsere unterschiedlichen Ansichten, anstatt zu einem gemeinsamen Ergebnis zu kommen. Worauf ich an sich gar keine große Lust habe. Weil… ich da eine klare Meinung vertrete, und die teilte ich ihr auch mit: „Sieh mal, wenn es wirklich passt zwischen zwei Menschen, dann müssen sie sich nicht darüber unterhalten wer nun mehr oder weniger tut und ob der eine nun zwei mal abgespült hat und der andere aber dafür zwei mal öfter das Bett gemacht hat. Es passt dann einfach.“

Nur wenn es eben mal nicht passt, dann spreche ich das klar an. Besonders wenn der eine der beiden Personen arbeitet und studiert und die andere Person nicht arbeitet und auch nicht studiert. Einer hat also nicht nur für die „restliche Freizeit“ Zeit und eine schon.
Und so ging es an einem Abend auch wieder um das Thema Playstation spielen oder nicht. An zweiten Tag, an dem ich kurz mit Herr van Onnetuschn Fifa spielen wollte, ging wieder eine Diskussion los. Warum das wieder mal sein müsse, wenn sie da sei. Woraufhin ich ihr erklärte: „Du warst auch gestern da und ich habe nicht gespielt. Du wirst morgen und übermorgen vermutlich auch da sein und da werde ich wahrscheinlich nicht spielen. Was ist der Unterschied zwischen heute oder morgen oder übermorgen?“

Und so stellte ich mir nicht nur selbst die Frage: „Worüber reden wir hier eigentlich???“

Ich gönne ihr das doch immer, wenn sie sich auch mal 30 Minuten für sich selbst Zeit nehmen möchte. Ich spiele nicht 5 Stunden, sondern vielleicht 30 oder 40 Minuten.

Wehret den Anfängen

Vorsicht liebe Männer, am Anfang werden die Weichen gestellt!

Natürlich gehe ich mit diesen Dingen hier schon sehr ins Detail, mir geht es dabei in meinen Erlebniserzählungen nicht um einen Selbstzweck, sondern darum darzustellen über was für einen Käse man allen ernstes diskutieren muss. Vor Fr. Tinder war die Klette. Sie hatte ähnliche Anzeichen und Anstalten der „Vereinnahmung“ getätigt, anders zwar, aber auch. Das ist mal ein eigener Artikel wert, das Thema „Wie eine Frau still und heimlich versucht Besitz über Dich zu ergreifen.“ Vielleicht sollte ich den als schlaue Selbsthilfe-Anleitung im Stile von „5 wichtige Tipps, um sich nicht beherrschen zu lassen“ veröffentlichen.

Stoff hätte ich genug!

Und so drehte ich den Spieß um und sagte: „Was ich stattdessen echt toll von Dir fände, wäre wenn Du mir auch mal eine Auszeit gönnen und mich fragen würdest, ob Du in der Zwischenzeit etwas tolles für uns oder für mich tun könntest. Vielleicht etwas im Haushalt oder etwas kochen oder oder oder.“

Rumps, der hat gesessen. Bei ihr. Wie ich gemerkt habe.

Genug ist genug. Es ist meine Wohnung und ich hatte sie immer gerne bei mir, auch wenn es stets sehr anstrengend war. Aber irgendwann – zwischen sie abholen und hier oder dort hin bringen – ist es auch mal Zeit selbige für sich zu nehmen. Besonders wenn es nur 30 Minuten in einer Woche sind. Darüber soll man allen ernstes diskutieren? Wo doch eigentlich/angeblich sonst so gravierende Probleme in ihrem Leben existieren. Job. Arbeit. Wohnung. Familie. Ehemalige Beziehung. Und was weiß ich noch alles. Wie ich immer sage: Es ist immer irgendwas!
Das alles gegen 30 Minuten Playstation spielen gegenübergestellt…?!

Ich bin auch noch immer sehr verletzt in Bezug auf meine Vergangenheit. Aber ich ziehe niemanden runter. Im Gegenteil. Ich bot ihr nicht nur meine Hilfe an, sondern ich half ihr zwischendurch auch. Aber ich habe auch keine Lust mein Leben durch Negativität in der Lebensqualität zu senken. Und auch ein Energiefresser ist nicht mein liebstes Haustier. Also hab ich für mich beschlossen Negativenergiefresser zu meiden. Ein schönes Wort. Negativenergiefresser. Gibts auch Positivenergiefresser? Sicher. Geh mal eine Runde joggen.

Als ich sie Samstag nach Hause gefahren habe, war wieder so eine insgesamt etwas genervt wirkende Stimmung im Raum. Gerne fuhr ich sie, nachdem sie mich darum bat. Auch wenn es mit den Öffentlichen recht einfach wäre. Solche Dinge sind mir aber egal, ich mache das wirklich gerne. Schließlich gönnt sie mir es ja auch, wenn ich Fifa auf der Playstation spielen möchte, oder? 😉
Sie sprach sich zwar in den Tagen öfter aus und teilte mir ein paar mal mit, dass ich sie nicht verstehen würde, geholfen hat es uns jedoch nichts. Einige der Dinge, die sie vortrug, zeigten mir, dass sie meine Intention hinter manchen Dingen oftmals doch nicht so verstand wie ich sie positiv beabsichtigt hatte. Verständnis auf Sparflamme, sozusagen. Außerdem komme sie mit meiner ironischen Art nicht so klar. Zur Zeit, wo es ihr nicht so gut gehe, sei ihr nicht immer nach lachen zumute.
Okay, dann gehe ich damit eben in den Keller. Aber schade, dachte ich mir. Das war es doch gerade am Anfang, was ich toll an ihr fand. Ihren Humor und ihre Fähigkeit meinen Humor mitzutragen. Hm, okay.

Kein Lebenszeichen ist auch eine Botschaft

Und so verabschiedeten wir uns Samstag kurz und knapp vor ihrer Wohnung. Ich fuhr davon, zu meinen Eltern. Dort blieb ich über Nacht. Und den gesamten Samstag kam keine Nachricht. Mein Anrufversuch in der Nacht blieb erfolglos und unbeantwortet. Komisch fand ich es nicht, auch wenn es sonst immer anders war.

Gestern fuhr ich von meinen Eltern zurück im Auto. Und mein Display im Tacho zeigte einen Anruf von ihr. Also nahm ich auf der linken Spur der Autobahn das Telefonat an, drosselte etwas die Geschwindigkeit und fuhr auf die rechte Spur. Ob ich denn gerade telefonieren könne, fragte sie mich. „Klar“, sagte ich, „wie immer kann ich beim Fahren ganz in Ruhe telefonieren“.

Sie: „Ich habe nachgedacht, der Umgang zwischen uns tut mir nicht so gut. Irgendwie verstehen wir uns nicht so gut wie ich dachte. […]“

Ich kürze das hier etwas ab. Sie sprach noch drei oder vier Sätze mehr. Mich hingegen hat es nicht dazu hingerissen viel zu sagen. Ich fragte nur: „Du hast noch eine Kleinigkeit bei mir auf dem Wohnzimmertisch liegen, schick mir eine Adresse, ich schick es Dir dann zu. Alles Gute für Dich für die Zukunft.“

Ich merkte, dass sie damit nicht gerechnet hatte. Sie diskutierte bisher immer sehr gerne und sehr viel. Mir war nicht mehr nach diskutieren. Aber ich bemerkte auch, dass sie das aus dem Konzept brachte. Damit hatte sie nicht gerechnet, dass ich so kurz und knapp darauf reagieren würde.

Sie hatte aber auch nicht damit gerechnet, dass ich sehr aufmerksam war. Tags zuvor. Sie hatte alle ihre restlichen Sachen, auch ihre Yoga-Matte, wieder eingepackt und mit nach Hause genommen. Mir war klar was das zu bedeuten hatte. Ich war gedanklich längst darauf vorbereitet.

Und so ist heute der Tag der Arbeit. Für die Rechte der Arbeiter. In der Hinsicht sehe ich mich echt als Arbeiter. Wieder daygamen und clubgamen gehen, wieder von Bar zu Bar ziehen. Wieder Gas geben. Wieder Körbe kassieren, wieder Daten. Wieder ganz der Arbeiter sein.

Ein guter Anlass für mich, ich nehme das als Wink mit dem Zaunpfahl. Oder doch mit dem ganzen Zaun… auch weiterhin meine Rechte einzufordern. Ganz wie es der Feiertag auch für die Arbeiter vorgesehen hat. Das Projekt Beziehung bleibt also ein hartes Stück Arbeit für einen inzwischen abgehärteten Arbeiter. Malocher.

Was bleibt in mir zurück?

Ich fühle mich wieder frei. Keine negativen Schwingungen mehr. Keiner mehr neben mir, der mit seinem eigenen Leben nicht klar kommt und – rein aus meiner Sicht – deshalb Fehler bei anderen sucht. Keine Ahnung ob ich mit meiner subjektiven Sicht Recht habe oder nicht. Darum geht es gar nicht. Recht haben ist uninteressant. Aber es ist meine Sicht der Dinge und die zählt. Ihre zählt für sie. Meine für mich. Und wenn ich mich unwohl fühle, dann ist es gut für mich, wenn ich aktiv etwas tue um wieder ins Grüne zu kommen.

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Menschlich ist das schon schade. Ich weiß nämlich, dass sie unter anderen Umständen eine tolle Frau sein würde. Vielleicht auch für mich. Mindestens aber für jemand anderen. Ich würde vermuten, dass sie ähnliche Erfahrungen wie nun mit mir auch schon gemacht hat, bzw. mit dem nächsten Mann erneut machen wird. Ein bisschen wie in einem Kreislauf. Solange… ja solange sie nicht aus dem Strudel heraus kommt. Raus aus der Opferrolle. Das wünsche ich ihr. Und bis zu ihrem Telefonat hab ich auch versucht das bestmögliche beizutragen. Aber ich bin nicht ihr Psychiater, erst recht nicht in so einer frühen Phase. Über meine „Probleme“ bzw. Verganganheit habe ich nie etwas erzählt. Warum auch. Es sind nicht ihre Sorgen. Sie hat dafür keine Verantwortung zu tragen, also verschone ich sie damit. So denke ich in dieser Frage.

Menschlich ist es schon schade, dass es zwischen uns maximal für eine kleine Frühlingsromanze reichen sollte. Glücklich und frei zu sein (egal ob mit oder ohne Beziehung) ist aber auf Dauer wichtiger, als einem Menschen noch vor Beginn einer Beziehung beim Gesunden zu helfen und die eigenen Interessen auf Dauer zurück zu stecken.

Und deshalb ist die Story mit Teil 4 von mir auch gut zu Ende geführt. Ohne sie in die Länge zu ziehen. Das hab ich ja mit dem „Schluss-mach-Telefonat“ von ihr so gelernt, am Ende eines Kapitels einfach etwas kurz anzufügen, fertig. Ob nun zwischen zwei Menschen oder bei einem Artikel. Ein kurzes „tschüss!“.

Sachen packen, weiterziehen. Wie immer. Ganz der lonesome rider. Kein Happy-End, auch wenn ihr mir das alle so gewünscht habt. Danke Euch wirklich!
Seht es bitte positiv, es bleibt auf diese Art hier auch weiterhin spannend…

Auf eine Art ist es dennoch ein Happy-End: Ich habe mich wieder. Danke Pickup, für die Kraft, die Du mir inzwischen gibst. Die Kraft, machen zu können was ich für richtig erachte. Aussprechen zu können, was ich denke. Wievielen Menschen da draußen geht es ganz anders? Wieviele Menschen müssen sich täglich ducken, müssen ertragen und „dürfen“ etwas in einer Beziehung nicht tun, was total objektiv betrachtet „völlig in Ordnung“ wäre?

PS: Ich sehe gerade auf die Uhr. Der Artikel hat fast eineinhalb Stunden verschlungen. Die Zeit ist es mir wert. Wert um dadurch auch innerlich loszulassen. Einen lieben, aber leider aus meiner Sicht nicht freien, Menschen. Dafür bin ich es nun wieder. Frei. Auch auf diese Art frei. Anders sowieso längst. Playstation hatte ich an dem oben genannten Tag übrigens trotzdem noch gespielt. Alles hat seine Grenzen. Und die endet inzwischen spätestens bei einer Einschränkung meiner Freiheit.

PPS: Ab 22. April bin ich nach einer mehrwöchigen Approach-Abstinenz wieder nebenher bei passender Gelegenheit aktiv geworden. Bis vorgestern Nacht stand es 7 zu 0. Bis gestern Nacht 8 zu 1. Das ist meine passende Reaktion auf das Ende mit Fr. Tinder. Und dieses PPS kann ich erst heute – Montag, also am Tag nach Beginn der Erstellung dieses Artikels – ergänzen.
Es war gestern wieder so weit, so einer dieser Rockstar-Momente… Darüber werde ich diese Woche noch berichten.
(Für alle neuen Leser: 7 zu 0 bedeutet nach meiner Zählart => 7 Frauen angesprochen, 0 Telefonnummern bekommen, macht 7 exklusive Körbe, nur für mich. 8 zu 1 bedeutet => 8 Frauen angesprochen, 1 Telefonnummer bekommen.)

Was bisher geschah… Fr. Tinder und ich – Teil 3 von 3

Kommen wir zum Abschluss dieser aktuellen Miniserie… Nach Teil 1 folgte bereits Teil 2 (Was bisher geschah… Fr. Tinder und ich – Teil 2 von 3).

Zu aller erst muss ich sagen, dass mich Eure vielen Kommentare sehr gefreut haben. Der letzte Artikel über Fr. Tinder war der meist diskutierte seit Bestehen meines Blogs. Was ich dabei so klasse finde, sind Eure teils unterschiedlichen und teils gleichartigen Ansichten, aber eines haben alle Kommentare gemeinsam: Sie sind authentisch, gut gemeint, offen, auch schonungslos. Andere Meinungen tun mir gut, sie erweitern die eigene (beschränkte) Sicht. Sie regten und regen mich zum Nachdenken an. Danke Euch!

Bevor es ins Wasser fällt oder ich ins Wasser falle?

Wie Ihr mir in den vielen Kommentaren geschrieben habt, sollte ich dringend darauf achten selbst nicht zu kurz zu kommen und notfalls einen Ganz zurück zu fahren, bevor „das Ganze“ ins Wasser fällt. Oder um es sogar zu präzisieren: Bevor ICH ins Wasser falle.
Mehr als je zuvor bin ich bei jedem Date und bei jeder Geschichte bereit alles loszulassen und meine sieben Sachen zu packen, um wieder weiter zu ziehen.
Freiheit und Unabhängigkeit. Das ist natürlich ein Produkt des inzwischen gewohnten Alleinseins. Man bekommt im Leben nichts geschenkt, Freiheit und Unabhängigkeit bedingen (in der Phase?) eben auch einen geringeren Bindungswunsch oder gar eine verminderte Bindungsfähigkeit.

Denn ich habe den Eindruck aus Euren Kommentaren herausgelesen zu haben, dass es nicht im Fokus steht ob es nun mit Fr. Tinder was wird oder nicht. Sondern dass der Fokus darauf liegen sollte, ob es mir gut geht. Egal ob mit oder ohne Fr. Tinder. So sehe ich das jedenfalls. Deshalb finde ich andere Meinungen so toll, sie beleuchten Sichtweisen, die ein einzelner Mensch nie haben könnte. Eines kann ich versprechen, vor allem mir selbst: Es wird auch weiterhin bei Fr. Tinder – wieder mehr als zuletzt – um mich gehen.

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Genau das und noch mehr habe ich instinktiv in letzter Zeit bereits getan. Mein eigenes Gespür hat mich also nicht verlassen, im Gegenteil. Nur mal kurz den Staub von der Kompassnadel abpusten, mein Instinkt scheint noch ganz gut zu funktionieren.

Fr. Tinder befindet sich aktuell noch – und schon länger geplant – im Urlaub. Das hieß für mich zuletzt wieder durchgehend allein sein. Das, was ich doch so gewöhnt bin und womit ich so gut klar komme. Die „Pause“ kam eigentlich wie gerufen, muss ich sagen. Das ist dieser von Euch vorgeschlagene Schritt zurück. Ob ich oder sie wollten oder nicht, weg ist weg. 🙂

In dem Fall ist die Verbindung zwischen ihr und mir lediglich eine Illusion

Und ich verspüre für mich wieder – frei nach Eckhart Tolle -, dass die Abwesenheit mich eines lehrt: Ein Mensch, der JETZT nicht neben Dir ist, ist eine Illusion. Derjenige dort, Du hier. Was ist daran real, außer die Abwesenheit und die Distanz? Die „Verbindung“ zwischen ihr und mir ist nichts als ein Gedankenkonstrukt und damit eine Illusion. Berechtigt kannst Du nun einwerfen und (gegen-)fragen:
„Und was soll der Unterschied sein zu der Situation wenn sie neben Dir wäre und Ihr Euch in den Armen liegen würdet?“ Und ohne zu groß ausholen zu wollen, aber: „Die Verbindung“ zwischen diesen zwei Menschen ist selbst dann natürlich ein Gedankenkonstrukt. Der einzige feine (und sehr wichtige!) Unterschied ist, dass die Person in dem Moment real bei Dir ist. Rein auf der körperlichen Ebene ist der Mensch real und keine Illusion. Ich weiß, dass das auf den ersten Blick verwirrend zu klingen scheint. Ist es aber weit weniger, wenn man sich damit befasst. Es ist das Realste, das tatsächlich existiert.

Ich mache ein (Gegen-)Extrembeispiel: Ein guter Bekannter befindet sich auf einem längeren Geschäftsaufenthalt. Vor der Abreise trefft Ihr Euch auf ein Getränk in einer Bar. Für vier Wochen später ist seine Rückreise geplant. Und dazwischen passiert etwas Tragisches, der Bekannte erleidet einen Herzinfarkt und verstirbt tausende Kilometer entfernt in einem Krankenhaus im entlegensten Winkel dieser Erde.
Nach Ablauf der vier Wochen meldet er sich vereinbarungsgemäß natürlich nicht. Du wirst skeptisch und rufst ein paar Tage später bei ihm und ein paar weitere Tage später bei seinen Eltern an und erfährst die traurige Nachricht: Er ist tot.

Hat diese Person nun seit dem Tod real existiert? Eine rhetorische Frage, ich weiß. Die Frage ist auch nicht interessant. Interessant ist eine andere Frage: Hattest Du seit seinem Tod eine Verbindung (welcher Art auch immer) zu dieser Person oder war die vermeintliche Verbindung lediglich eine Illusion, ein Gedankenkonstrukt?

Es ist eine Illusion zu glauben, dass eine Verbindung zwischen zwei Menschen auf Distanz existiert. Es ist lediglich ein Kontstrukt aus mehr oder weniger deutlich ausgesprochenen Absichtserklärungen. Du hast keine Ahnung darüber, was der andere Mensch (die ganze liebe lange Zeit) tut. Und der andere Mensch hat keine Ahnung davon was Du tust. Man mag vielleicht abschnittsweise telefonieren. Man mag sich nette Bilder schicken. Man mag dies und man mag das. Unter dem Strich steht aber geschrieben: Sie ist unterwegs mit ihren Leuten. Vielleicht auch nicht. Und ich bin auch unterwegs, vielleicht mit meinen Leuten. Vielleicht auch nicht. Was dazwischen passiert steht in den Sternen. Als ich in den letzten Tagen abends zu Bett gegangen bin, dann hab ich mir immer gedacht: Was unterscheidet diese Situation von all der Zeit davor? Ich mache es einfach: Nichts. Mit einem Unterschied: Davor gab es keine Illusionen.

Deshalb ist es so wichtig für mich in mich hinein zu horchen und zu spüren. Und da spüre ich im Moment Unbehagen. Unerklärbar für mich selbst, es ist nur (?) ein Gespür. Aber für einen zu einem mehr und mehr werdenden Herzmenschen, so sehe ich mich, ist „nur ein Gespür“ ein verdammt gutes Zeichen.

Was macht derweil eigentlich das Studium?

Und ja, in der Zeit ihrer Abwesenheit habe ich einiges erledigt. Unter anderem meine Präsentation mit meinem Kommilitonen für mein Studium fertig gestellt und gehalten. Note im mittleren eins Komma Bereich. Passt.

Die Kommentare der anderen Studenten nach meinem Vortrag war überwältigend positiv, so habe ich das auch noch nie erlebt, eine so tolle Kultur miteinander: „Man merkt, dass das total Dein Element ist. Du sprichst so frei, richtig gut. Kein „äh“ oder sonst was. Es war mit Abstand der beste Vortrag von allen bisher.“
Danke. 🙂

Dazu kann ich nur sagen: Wenn Du eine fremde Frau auf der Straße ansprechen kannst, im Cafe, in einer Bar, in einem Club, und immer schauen mehr oder weniger viele Menschen zu (meistens mehr!) und bekommen Deine Körbe mit… bekommen mit wie Du sprichwörtlich Dreck frisst…. dann, ja dann… ist da dieses kleine Ding, das sich „Ego“ nennt, kaum mehr da. Wovor also Angst haben? Vor einer Gruppe interessierter Mit-Studenten einen Vortrag zu halten ist doch dann eine nette Abwechslung. Mal kein Korb, mal kein Dreck fressen. Applaus bekommst Du sowieso am Ende, auch wenn der Vortrag noch so schlecht sein mag. Also gibts doch nur etwas zu gewinnen. Und wenn man ein paar hundert mal in kurzer Zeit diese ekeligen Körbe bekommen hat, dann ist ein kleiner Vortrag vor echt netten und wohlgesonnenen Menschen doch etwas richtig schönes. Wenn Du eine Frau draußen spontan über Minuten oder teilweise sogar Stunden unterhalten kannst, dann ist ein trainierter Vortrag vor einer großen Gruppe – die nicht mal fiese Shit-Tests wie aus der Stalinorgel abfeuert – echt Urlaub.

Pickup ist viel mehr als nur „wie schleppe ich eine Frau ab“ und deshalb werde ich meinem Sohn eines Tages im entsprechenden Alter nichts anderes zeigen und beibringen als genau das. Erstmal sich selbst zu finden und zu sich zu stehen, danach kann der Junge den ganzen Krimskrams aus den vielen unnützen Schulbüchern lernen.
Und was ist, wenn es eine Tochter wird? Haha. 😉

Außerdem habe ich noch meine Note für eine vor einigen Wochen abgelegte schriftliche Prüfung erhalten, Note im niedrigen eins Komma Bereich. Passt auch.
Studium ist also soweit gut angelaufen, auch faktisch.

Ein Gefühl von (wieder) mehr Freiheit

Während der Abwesenheit von Fr. Tinder telefonierten wir zwar täglich, aber meist nur kurz. Ansonsten war sie gut beschäftigt und viel unterwegs mit ihren Freundinnen oder Freunden, was weiß ich. Worüber ich nicht traurig war, im Gegenteil. Die Stille habe ich zu Hause sehr genossen. „Endlich“ wieder machen können was ich will.

So wie ich auch den Samstag Abend genossen habe. Draußen mit einem Kumpel. Es wurde spät.

Es sind so kleine Dinge, die plötzlich wieder real werden und in den Vordergrund rücken: Den Teller vom Abendessen auf dem Couchtisch liegen lassen?! JA! Wenn mir danach war, JA! Wenn nicht, nicht. Dann hab ich ihn aufgeräumt.
Und das leere schwere Glas vom Schluck Rum am Abend zuvor – ein Cubaney Ron Exquisito – blieb über Nacht auch einfach mal stehen. Nur um es dann in der Früh aufzuräumen. Warum nicht.
Natürlich kann ich mir selbst die Frage stellen: „Ja, warum lasse ich es nicht auch einfach so stehen, wenn eine Frau da ist?“
Es ist einfach anders, ich fühle mich da nicht so frei. Jedenfalls nicht bei ihr, vielleicht bei einer anderen Frau. Ich weiß es nicht. Dementsprechend räume ich mein Zeug einfach weg. Innere Freiheit sieht anders aus, ich weiß.
Auch wenn ich außerdem weiß, dass diese Art Freiheit erst mit der Zeit kommen kann und vermutlich auch würde. Dennoch fühlt es sich unfrei hat. Eigentümlich unfrei.

Da fällt mir gerade noch so ein Beispiel ein, eines das allerdings tatsächlich nichts mit meinem Denken zu tun, sondern eines, das Fr. Tinder getriggert hat: Letztens wollte ich am Abend mit Herr van Onnetuschn Fifa 17 spielen, online, er von zu Hause aus und ich von zu Hause aus. Zwei gegen zwei, machen wir seit Jahren.
Also rief er mich an und fragte: „Na, hast Du Lust?“
Woraufhin ich antwortete: „Na sicher, ich kläre das hier mal schnell ab und melde mich nochmal bei Dir.“

Und was war? Natürlich begann eine kleine Diskussion darüber ob „es denn sein müsse“, dass ich spiele wenn sie da sei. Nun, wenn wir uns nur einen Abend sehen, dann würde ich nicht auf die Idee kommen zu spielen. Sehen wir uns hingegen tagelang ununterbrochen, dann ist das auch so ein Beispiel für „unfrei“ zu sein. Sie bestand mehr oder weniger darauf, dass ich sehr wohl spielen könne, allerdings wenn sie nicht da sei. Rumps.

Gut, dann wird heute eben nicht Fifa gespielt. Einmal ist kein mal, sagt man. Zwei mal ist einmal zu viel! Ein zweites Mal wird es nicht geben. Will ich spielen, dann werde ich spielen.

Nun, so tat der Schritt zurück gut. Sie nicht da. Ich alleine. Mehr oder weniger alleine. So alleine fühle ich mich gar nicht. Kommen eben die Treffen mit Freunden bzw. Ausflüge in die Stadt wieder mehr zum Tragen. Das tat verdammt gut.

Wiedersehen

Wir freuen uns beide dennoch aufs Wiedersehen, keine Frage. Und klar ist auch, dass dann einige Dinge anders laufen werden. Mit oder ohne ihrem Einverständnis. Was eine Anfangsphase betrifft, bin ich sicherlich sehr tolerant und oft bereit mich etwas zurück zu nehmen. Richtig ist das dennoch nicht. Richtig wäre, wenn es einfach passt wie es ist. Aber gut… ich gebe nicht meine Freiheit auf, um in ein Korsett gepresst zu werden. Ihr zugute halten werde ich jedoch, dass sie das gar nicht vor hat. Nicht bewusst, aber das entschuldigt auch nicht, dass sie es eben doch tut. Ohne es zu merken, wie ich nochmal betone. Aber eine Frau handelt oft subtil und unterbewusst in solcherlei Angelegenheiten. Frauen sind Strategen. Männer nicht. Männer sind trieb- und instinktgesteuert. Nur gut, dass ich aber zusätzlich auch Stratege bin. Nichts liebe ich mehr als das Vorausdenken. 😉

So viel „Neues“ zwischen Fr. Tinder und mir hat sich also in der letzten Zeit gar nicht entwickeln können. Außer einigen Telefonaten und sonst nur Distanz und ein paar Illusionen. Dementsprechend kann ich hier in Teil 3 auch nicht mit den großen Fakten auffahren. Es geht in Teil 3 also erneut wieder mehr um mich, als um Fr. Tinder. Und vielleicht ist das gerade das Notwendige?

Was ich sicher sagen kann: Wenn man sich einander nicht sieht, ist das dementsprechend auch nicht meine Realität. Das hat mich die Zeit wieder klar werden lassen. Ob jemand 14 Tage auf Barbados, auf dem Bahamas oder in Saint-Tropez verbringt und sich die Sonne auf den Bauch bzw. aus dem Hintern scheinen lässt oder ob jemand gar nicht so weit weg seine Zeit mit was-auch-immer zubringt, spielt letztlich keine Rolle. Die Person ist nicht neben mir. Nicht meine Realität. Nicht mein Problem.
Es ist einfach surreal nur zu telefonieren und den Menschen nicht bei sich zu haben. Wenn ich mir überlege wie viele Frauen ich in der Zwischenzeit hätte ansprechen können… und es nicht getan habe. Das lasse ich einfach mal so stehen. Ohne Kommentar.

Wieviele Dates waren in all der Zeit schon mit irgendwem ausgemacht und wurden dann mehr oder weniger kurzfristig abgesagt? Nicht meine Realität. Nicht mein Problem.

Was ich aber auch sicher sagen kann, und das beziehe ich gar nicht auf Fr. Tinder und ihren aktuellen Urlaub, ist:
Ist es die richtige Person, dann ist sie bei Dir. Und umgekehrt. Und dahinter gehört ein Ausrufezeichen!

Und so werden wir uns diese Woche wieder sehen. Heute. Wenn es keine Illusion sein sollte.
Ausgeruht. Mit Abstand. Ich sehe es – spätestens nach der „Pause“ – ganz entspannt. Vielleicht zu entspannt. Vielleicht auch nur wegen der Pause entspannt. Ein bisschen ist es für mich auch mehr als nur entspannt. Warum? Wer weiß. Nur so ein Gespür.

Was bisher geschah… Fr. Tinder und ich – Teil 2 von 3

Heute gibts Teil 2 zu Was bisher geschah… Fr. Tinder und ich – Teil 1 von 3.

Erst Nähe zu einem Menschen ermöglicht echtes kennenlernen

Erst wenn man einen Menschen doch mal über längere Zeit gesehen und erlebt hat, lernt man ihn wirklich kennen. Es ist mir zu müßig hier über Macken oder sonst etwas Negatives zu Fr. Tinder zu schreiben. Jeder Mensch hat seine guten und schlechten Seiten. Aber eines ist einfach für mich im Moment klar:
Die Zeit ist bei mir so sehr knapp im Moment, dass es mich gerade einholt und hier fängt das Dilemma an. Die Zeit mit Fr. Tinder ist so ausgiebig gewesen in letzter Zeit, dass ich keine mehr für mich und noch weniger für meine sachlich zu erledigenden Dinge hatte. Sogar Briefe liegen noch immer ungeöffnet herum. Nicht erst seit gestern. So etwas kann auch mal nach hinten los gehen. Mindestens aber beschert es im Nachgang doppelte Arbeit.

Es ist zu viel. Job. Studium. Und eine… (ja was eigentlich ?)… Partnerin in spe? Aber zuviel ist es nur, wenn… ja wenn es nicht genau passt. Und seit dem vorletzten Wochenende, an dem wir durchgehend zusammen waren, wandelt sich mein Bild ein wenig. Oder auch viel. Das weiß ich noch nicht abschließend.

Ich spüre, dass ich mich zunehmend eingeengt fühle. Und das erzeugt Stress in mir. Es sind so viele kleine Dinge. Ob wir heute dies und noch das tun. Noch da oder dort hin fahren, ins Grüne. Und ja, morgen auch. Morgen dann erst dies und dann das und dann jenes und kochen auch noch. Und noch spazieren, aber nicht nur kurz.
Ich dachte mir innerlich nur: „Oh mein Gott, wann soll ein normaler Mensch das alles nur tun???!!!“

Zuviel ist zuviel

Es ist zuviel. Zuviel ist zuviel. Ich brauche mit Vollzeitjob und Studium auch mal wenigstens einen Tag am Wochenenende, an dem ich nichts, aber auch gar nichts, tun MUSS. Tun dürfen und können ist ja gut, aber das Gefühl etwas tun zu müssen?! Nein. Nicht mehr. Nein danke. Ich habe eine lange Zeit meines Single-Daseins damit verbracht zu lernen alleine klar zu kommen. Ohne, dass da jemand für mich da ist und Rücksicht auf mich nimmt. Mir einfach auch mal hilft bei meinen Dingen. Mich tröstet, wenn ich schwach bin. Mir Kraft gibt, wenn mich mal mein Mut verlässt. Mein Lachen teilt, wenn ich mich freue. Mich in den Arm nimmt, wenn ich mir Zweisamkeit wünsche. Ich habe gelernt zu verzichten. Das Leben als Asket hat seine harten Seiten. Aber Asket zu sein, heißt für mich auch mit dem Minimalsten im Leben auszukommen zu lernen und gelernt zu haben.

Und das Minimalste im Leben, es ist DAS Minimum (Tautologie!), ist man selbst!

Und Fr. Tinder legt großen Wert auf Ausgeglichenheit und Harmonie. Ich stehe auch auf Harmonie und Ausgeglichenheit. Aber nicht als Selbstzweck. Wenn ich sehe und merke, dass ich zeitlich unter Druck gerate, weil ich kaum mehr mein Zeug schaffe und sie lieber weiter schön ins Grüne fahren will, dann ist das das Eine. Wenn ich aber dann auch mal klar äußere, dass es mir zuviel wird und ich dann gesagt bekomme, dass ich „so einen unausgeglichenen Ton“ an den Tag lege und sie das gerade nicht gut findet, dann ist das das Andere.
Nur mit Meditieren und „ommmmm“ alleine erledigen sich die Alltagsdinge auch nicht. Buddhismus hin und Meditieren her. Irgendwo ist auch wieder gut. Und da ist für mich schon noch ein Unterschied zwischen Spiritualität und einem irdischen Leben in sachlicher Nüchternheit.

Und wenn ich auch nicht meine Gefühle oder Emotionen äußern soll oder darf, dann ist für mich die Herrlichkeit der Meditation an einem Punkt angelangt, der nur mehr auf philosophischer Ebene wirkt. Aber nicht in der Realität. Nicht für mich. Und die heißt für mich im Moment nun mal: Arbeit, Studium, viele angestaute unerledigte Dinge und ja… dann irgendwo ganz am Ende auch vielleicht ein bisschen ich?!

Und so bleibt ein bittersüßer Nachgeschmack nach einem eigentlich schönen Wochenende.
Wenn? Ja wenn da nicht auch ihre Ansicht bestünde, dass ich nicht ausgeglichen und entspannt genug wäre.

Und natürlich war es schön, dass sie teilweise das Frühstück hergerichtet hat. Oder dann mittags sogar (?) komplett (?) für uns gekocht hat. Und zwischendurch auch mal abgespült hat. Aber hey. Das darf sie auch, wenn sie ein paar Tage bei mir ist. Ich würde das nicht anders machen, wenn ich irgendwo zu Besuch bin. Doch halt, würde ich schon. Ich würde mehr machen. Viel mehr. Und das ist es, was ich für mich mitnehme:

Für sie und für uns habe ich mein Bestes gegeben, und meine Zeit, die ich eigentlich gar nicht habe. Auch weil ich eine Hausarbeit fürs Studium schreiben muss, mit meinem Kommilitonen zusammen.
Aber im Endeffekt habe ich mehr Arbeit Zuhause gehabt, als sie da war. Mehr Geschirr, mehr Wäsche, mehr Einkauf, mehr Zeug aufräumen, mehr dies und mehr das. Mehr Ausflüge hier und mehr Spazieren und mehr dies und mehr das. Mehr dies und mehr das, sagte ich ja schon. Aber wo ist mein Mehrwert, außer das Gefühl ständig irgendwas tun zu (fasch schon) müssen?! Ja natürlich habe ich die Zeit draußen genossen mit ihr, auch das Kochen und die Gespräche und die Zweisamkeit.

Aber meine Reifen am Auto haben sich nicht von alleine gewechselt. Also bin ich wieder über meinen Schatten gesprungen und habe den Reifenwechsel auf während der Woche verschoben. Und das Auto aber natürlich davor und danach schon dafür verwendet sie abzuholen, irgendwohin zu bringen oder heim zu fahren. Dafür reichen die Winterreifen. Wenn…? Ja wenn da nicht einfach schon der Sommer wäre bzw. der Frühling. Und der bringt nun mal einen Reifenwechsel mit sich.

Gewünscht hätte ich mir: „Hey, sieh mal. Ich weiß, dass Du einen Haufen Zeug im Haushalt zu tun hast. Geh Du Reifen wechseln, ich mache derweil hier oben die Sachen, die ich machen kann.“

Eigentlich darf das aus meiner Sicht nicht mal ein Wunsch sein, es ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Aber nicht mehr in der heutigen Zeit, da ist scheinbar alles anders.
Wenigstens hat mein Freund Herr van Onnetuschn in diesem Punkt wirklich viele Sorgen weniger. Seine bessere Hälfte kümmert sich zu Hause wirklich reizend um alles und sorgt dafür, dass er wiederum mit klarem Kopf für sie da sein kann. Liebe Freundin von Herr van Onnetuschn, ich find Dich cool. Wenn wir manchmal zu dritt draußen sind und uns über meine mehr oder weniger „phänomenalen“ Dates unterhalten, dann finde ich es einfach nur hammermäßig wenn Du dann auf meine Erzählungen gut gemeint raus donnerst: „Hau sie weg! Geht gar nicht! Wie, sie kümmert sich nicht um den Haushalt???!!!“

An der Stelle ein Bussi für Dich! Dafür, dass du bist wie du bist.
Und eines an Herr van Onnetuschn, damit Du Dich nicht vernachlässigt fühlst. 🙂

Versteht mich nicht falsch: Eine Frau, die auch nur halb so viel für ihren Mann macht wie Fr. van Onnetuschn ( 😉 ) würde mir völlig reichen! Wirklich. Irgendwas mache ich gehörig falsch! 🙂

Ist Gegenseitigkeit denn wirklich so ein Fremdwort in der heutigen Welt geworden?

Ich fühle mich einfach so, wie es das Bild hier ausdrückt:

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Woran erkennst Du gute Zweisamkeit?

„Gute“ Zweisamkeit?! Ja! Ganz einfach…

Wahrscheinlich kann ich das hier im Artikel gar nicht ganz rüber bringen, wie es ablief. Aber eines möchte ich einfach sagen: Wenn ich zu zweit bin, dann sollte sich das für mich doch besser anfühlen als alleine zu sein, nicht wahr?! Oder hab ich da etwas falsch verstanden zum Thema Beziehung bzw. Partnerschaft?! Und richtig richtig gut hat es sich für mich nur an den Tagen angefühlt, an denen wir uns nur begrenzt sahen. Nun übers Wochenende haben wir viel Zeit miteinander verbracht und es wurde zunehmend einengend.

Natürlich hat sie ihre sehr lieben Seiten. Die ich toll finde, allesamt!

Und am dem Montag morgen nach dem Wochenende gingen wir noch gemeinsam aus dem Haus. Zur Bahn. In der Wohnung war sie bereits etwas genervt, weil ich ihr nicht ausgeglichen genug war, wie sie sagte. Und in mir kam ein Gefühl des Abschieds auf, ich merkte, dass sie irgendwie froh zu sein schien, dass sie wieder gehen „durfte“?! Obwohl sie mir am Abend zuvor noch das Gegenteil mitteilte. Ich hab keine Ahnung womit ich es hier zu tun habe. Ich weiß nur, dass Stress in mir nichts positives bringt. Und ich will auch mal sagen dürfen, wenn ich etwas – mit Verlaub – SCH**** finde. Deswegen mag ich den Menschen doch genauso. Aber warum sollte ich mein Ich unterdrücken?

Wenn ich merke, dass eine Frau ins Schwimmen kommt, aus welchen Gründen auch immer, dann würde ich alles für sie tun, um ihr zu helfen. Und wenn es einfach kleine Dinge im Haushalt sind. Oder schon mal etwas vorarbeiten oder sonst etwas für sie draußen erledigen. Egal was. Aber ich würde sie nicht alleine damit lassen und gleichzeitig die gesamte Zeit für mich einfordern. Ganz im Gegenteil. Das hat mir einfach gefehlt.

Natürlich komme ich da schon selbst ins Straucheln, wenn ich mir Gedanken darüber machen muss, ob ich in dem Fall alleine besser lebe als zu zweit?! Irre.

Ich merke, dass der Artikel ab der Hälfte mehr Frustbewältigung und Stressabbau ist. Und weniger eine kleine Geschichte der Poesie. Dabei kann ich einfach auch nicht meine vollständigen Beweggründe darstellen, weil ich gar nicht auf alle Details eingehen kann. Besonders kann ich nicht fein genug abzeichnen, was in mir so viele Gefühle des Unbehagens auslöste. Es waren teilweise die Gespräche mit ihr, teilweise die Gesprächsinhalte. Und dennoch, ich muss einfach auch ehrlich sagen: Sie ist lieb. Sicher nicht nur wegen ihrer süßen Stimme. Sie ist zwischendurch einfach unglaublich lieb, sie kann so sanft und gutmütig sein. Das ist es, was es so schwer für mich macht. Sonst wäre das alles kein Problem, dann wüsste ich ja was zu tun wäre. Dann würde ich das tun, was ich immer tue, seit Beginn des Projekts Beziehung. Meine Sachen packen und weiter ziehen.
Ich sitze noch immer auf meiner Couch. Der Artikel ist fertig.

Und das Einzige, das bleibt… ist… dass mich schreiben beruhigt.

Fortsetzung folgt…

Date-Review zu Fr. Tinder – Teil 3 von 3

Heute Teil 3 und den vollständigen Abschluss der Geschichte. Jedenfalls des ersten Dates. 🙂

Auf gehts ins große Finale.
Und ich setze die Geschichte direkt ohne viele einleitende Worte nach Teil 2 (Date-Review zu Fr. Tinder – Teil 2 von 3) fort.

Alles eine Frage der Eskalation

(An der Stelle ein kurzer Ausflug: Ja, es steht noch ein eigener Artikel zu diesem Thema an. Das habe ich versprochen. Kommt noch! 😉 )

Als wir nach dem Essen ins Auto gestiegen sind (ja, natürlich habe ich ihr hierbei das zweite Mal die Türe aufgehalten), hielt ich das erste Mal ihre Hand. Sie reagierte etwas überrascht, aber ließ meine Berührungen zu. Sie ließ sie zu. Sie erwiderte sie nicht.

Mit dem Auto an der zweiten Location angekommen, verbrachten wir noch einige Minuten mit Musikhören. Sie zeigte mir einige ihrer Lieblingslieder. Also schnell ihr Handy per Bluetooth-Verbindung mit meinem Auto verbunden. Schwuppdiwupp und sie ließ mich Eintauchen in ihre Musikwelt. Auf diese Art bestand also auf jeden Fall schon mal eine Verbindung zwischen ihr und mir! Oder jedenfalls zwischen ihrem Handy und meinem Auto. Wie auch immer. 😉

Wir lachten und lauschten. Und ich massierte ihr die eine Hand, anschließend die andere. Das genoss sie. Und dabei merkte ich zum ersten Mal, dass sie noch nicht auf dieser Ebene angekommen war. Kein Problem, also wieder einen Schritt zurück.

Wir gingen in ein Bistro, obwohl es in Anbetracht unserer inzwischen beiderseitigen Müdigkeit schon echt spät war. Es wurde ein relativ kurzer Aufenthalt. Wir setzten uns nebeneinander und wieder nahm und hielt ich ihre Hand.

Es war nicht sonderlich spektakulär, aber innerlich stellte ich völlig abseits der Müdigkeit fest, dass irgend etwas nicht mehr so war wie am Anfang. Schon seit vorhin nicht mehr, einen genauen Zeitpunkt kann ich bis heute nicht ausmachen. Ich versuche es auch nicht. Ich stelle es nur für mich fest, dass irgendwo ein „Bruch“ drinnen war.

Wenn Frau (noch ?) Zeit braucht

Draußen auf dem Weg zurück zum Auto sagte ich etwas zu ihr. Sie hatte ihre Hände in ihrem Mantel. „Wenn es nicht so kalt wäre und ich nicht wissen würde, dass Du gerade frierst, dann würde ich jetzt auf dem Weg Deine Hand halten.“

Sie sagte: „Oh. Ich bin ehrlich gesagt noch gar nicht so weit.“

Ein echtes Statement. Eines, das mein Gefühl bestätigte. Jede weitere Eskalation war damit an dem Abend unnötig, weil zum Scheitern verurteilt. Also ließ ich es.

So fuhr ich sie nach Hause, wir waren beide inzwischen noch müder und so hielten wir es kurz, verabschiedeten uns mit einer raschen Umarmung und ich fuhr zurück zu mir. Ich genoss das Alleinsein im Auto und verspürte für mich innerlichen Frieden. Damit, dass es das vermutlich wieder einmal gewesen sein könnte. Alltag inzwischen. Ich kenne das ja, es ist nicht überraschend für mich, dass ich nicht völlig überschwänglich und in Euphorie blind vor Liebe herum renne.
Das habe ich lange nicht mehr getan, mir etwas von einem Date zu versprechen oder zu erwarten. Diesmal war aber echte Vorfreude da. Aber ohne mir etwas davon zu versprechen oder mir etwas zu erhoffen. Ein Unterschied.

Vielmehr spürte ich ja, dass irgend etwas nicht ganz passte. Man könnte vielleicht sagen, dass der Funke nicht übersprang. Andererseits lief es am Anfang echt gut, aus meinem Bauchgefühl heraus. Irgendwie war das Ganze dann genau deshalb für mich etwas widersprüchlich. Erst läuft etwas so gut an und dann gibt es einen Knick, warum auch immer. Ich hab kurz darüber nachgedacht, ob es an der Müdigkeit liegen könnte. Ich reiße mich dann aber immer sehr zusammen und gebe dennoch stets mein Bestes. Und ich wusste nicht, was sie nun fühlt. Dazu passte ihre Aussage oben für mich in ein Bild, das mir signalisierte: „Es stimmt etwas nicht.“

Dennoch bin ich so, dass ich meine Anerkennung und mein Interesse signalisiere. Es hängt ja immer von beiden ab, was passiert. Ich lasse sie auf diese Art zumindest wissen, dass ich sie mag. Was sie dann daraus macht, liegt sowieso nicht in meiner Hand.
So spiele ich das Spiel. Und deswegen bin ich kein gewöhnlicher Pickupper. Ich eskaliere nicht durch bis zum Abgrund, sondern trete davor auch einen Schritt zurück. Lasse Mensch Mensch sein und Gefühle Gefühle sein und wenn Gefühle auch mal nicht da sind, dann lasse ich sie eben auch mal nicht da sein.

Dann mache ich, was ich immer mache. Ich packe meine Sachen und ziehe weiter. Einsam in die Nacht. Nicht mehr traurig, wie vor einigen Monaten, nach einem gefühlt „gescheiterten Date“. Sondern inzwischen ganz zufrieden damit, dass ich alleine sein darf. Ja, richtig. Sein darf. Nicht sein muss. Alleine weiß ich noch immer am besten für mich selbst was ich mag und was mir gut tut. Freiheit. Genug zu tun habe ich mit meinem Studium auch. Mir ist nicht langweilig. Im Gegenteil. Ich schätze meine Freizeit noch mehr als vorher, da sie knapper ist als je zuvor.

Eignen sich Themen wie Zalando und H&M besser, um das Herz einer Frau für sich zu gewinnen?

Was ich mir am nächsten Morgen dachte: „Hm… vielleicht hast Du wieder mal zu tiefgründige Themen angeschnitten.“
Selbstreflexion halte ich für enorm wichtig, es geht dabei nicht darum herauszufinden „warum sie dies oder das“ so oder so gemacht oder gesagt hat. Sondern es geht darum sich selbst weiterzuentwickeln. Enorm wichtig. Ansonsten tritt man täglich in die selbe Pfütze und vermag es nie das zu ändern. Sich zu ändern.

Und ich hab mir für alle weiteren Dates mit Frauen erst mal vorgenommen: „In Zukunft keine Gespräche mehr über ihre oder meine Ziele, Wünsche und Träume oder die Gesellschaft. Keine Kritik über nichts. Einfach immer schön „ja“ und „toll“ sagen. Ein bisschen letzter Urlaub hier, gepaart mit einer Prise Lieblingsmusik und gespickt mit dem Lieblingsessen da. Das soll an „Tiefe“ reichen.“
Ich kann auch den total oberflächlichen flüchtigen Typen spielen. Mal ausprobieren…? Definitiv ja, dachte ich mir. Warum?
Ich habe Fr. Tinder in den Tagen vor dem Date in vielen ausgiebigen Telefonaten als eine sehr tiefgründige und einfühlsame Frau kennen gelernt. Ja, zugegeben, in den Telefonaten. Aber trotzdem… etliche Stunden erlauben es auch sich über eine Telefonleitung ein Bild zu einem Menschen zu machen.
Und das Bild sagte mir: „Bei ihr kannst Du auch mal Du sein! Also sei Du!“

Das dachte ich mir aber einige Wochen vorher bei Fr. Unnahbar auch. Und das Schiff lief auf Grund. Rumps.

Und diesmal? Offenbar schon wieder.
Vielleicht waren bzw. sind meine Einschätzungen auch nur falsch. Vielleicht denke ich nur, dass ich über solche Themen mit einer Frau reden könne und tatsächlich kann ich das – jedenfalls mit der jeweiligen Dame – gar nicht. Neueste Angebote von Zalando oder H&M taugen in diesen Fällen vielleicht besser als Gespräche über alles andere.

Wie ging es weiter?

Am Tag des Dates – bzw. in der Nacht – kam von ihr keine Nachricht mehr. Nun, sie habe ich ja gut nach Hause gebracht. Und ich? Ja, ich bin auch gut nach Hause gekommen. Danke der Nachfrage. Oder eben nicht.
Jedenfalls hatte sie mich in dieser Nacht nicht mehr angeschrieben. Sie interessierte es vermutlich nicht, ob ich trotz Müdigkeit auch noch gut zu Hause angekommen bin oder aber sie hat so viel Urvertrauen zu mir, dass sie wusste, dass ich gut zu Hause angekommen sein werden würde. Was für ein Deutsch.

Ich tat es ihr gleich. Keine Nachricht. Erstmal. Man muss das respektieren, wenn eine Frau sagt „Oh. Ich bin ehrlich gesagt noch gar nicht so weit.“, dachte ich mir an der Stelle. Also trete ich einen Schritt zurück. Aufdringlich zu sein, ist nicht meins.

Und am nächsten Morgen?
Normalerweise hatten wir uns in der Früh und am Abend immer kurz eine Nachricht geschickt. All die Tage zuvor. Wie gesagt, alles war seit dem Date anders.

Also schrieb ich sie in der Früh an, warum auch nicht. Ja, ich zuerst. Was solls. Mir ist dieses Warten-Gelasse zu albern. Es kam eine kurze Antwort zurück. Keine Anzeichen oder Anstalten von ihr noch weiter Nachrichten austauschen zu wollen oder sonst etwas. Passt, dachte ich mir. Dann weiß ich Bescheid.

Was sagt Herr van Onnetuschn dazu?

Am Abend traf ich mich mit meinem besten Freund, meinen Lesern hier auch bekannt als Herr van Onnetuschn. Und wir saßen in einer Bar. Natürlich war Fr. Tinder ein Thema des Abends. Er verstand das alles auch nicht. So viele Telefonate. So viel Interesse, offensichtlich beiderseits. Und dann funkte es „mal wieder“ nicht. Er sagte zu mir, dass ich noch etwas warten soll. So nach dem Motto, „die Flinte nicht zu schnell ins Korn zu werfen“.

Lieber Herr van Onnetuschn, mein Freund, welche Flinte? Welches Korn denn?

Dazu muss ich sagen, dass es mir tatsächlich egal war, ob bei der Geschichte etwas heraus kommt oder nicht. Gleichgültigkeit auf emotionaler Ebene bezüglich dem einzelnen (!) Ergebnis hat meine Euphorie im Projekt Beziehung längst ersetzt. Es ist mir nur erst in den letzten Wochen zunehmend klar geworden. Das ist nicht schlimm, aus meiner Sicht nicht. Es ist nicht negativ gemeint, auch nicht positiv. Es ist wie es ist. Wichtig ist für mich nur die Erkenntnis: „Wenn es passen soll, dann wird es passen“.
Egal ist es mir also wirklich nicht in negativer Hinsicht! Es ist viel mehr die sichere Erkenntnis, dass der Weg wichtig ist. Und der führt nur über mich selbst. Ein einzelnes Ereignis ist nicht wichtig, besonders wenn es von außen kommt. Ich bin nämlich auch keine Aneinanderreihung von einzelnen Ereignissen, sondern ein großes Ganzes. Ein ganzes Menschenleben. Ein großes ganzes Menschenleben. Wie jeder von uns. Nur am Bewusstsein darüber mangelt es meistens und den Meisten.
Wir neigen dazu einzelne Ereignisse zu übergewichten. Und deshalb schaukelt es uns von links nach rechts, ständig wenn es etwas „Unerwartetes“ passiert. Erwarte nichts, dann schaukelt auch nichts, dann passiert auch nichts „Unerwartetes“, dann ist Dir auch „egal“ was unterwegs passiert. Ein herrliches Gefühl der Freiheit macht sich gerade in mir breit, da ich diese Zeilen schreibe.

Und so sagte ich zu ihm an diesem Abend: „Sieh mal, gestern Nacht hat sie mir nicht mehr geschrieben, anders als sonst. Heute Morgen hat sie mir kurz und knapp geantwortet. Seither nicht mehr. Heute Nacht auch nicht. Auch anders als sonst. Wenn diese Frau tatsächlich Interesse an mir hätte, wirkliches Interesse, dann würde sie mich doch mit Nachrichten, Telefonaten oder sonst etwas bombardieren. Zumindest wenn der Funke wirklich übergesprungen wäre.“

Herr van Onnetuschn schwieg.

Und ich fuhr fort, „Sieh nochmal, das ist unser bisheriger Whatsapp-Chat.“, ich machte zwei Klicks und gelöscht war er. Und weiter sprach ich zu ihm, „und schau, das ist ihr Kontakt in meinem Handy.“. Erneut zweimal aufs Display gedrückt und auch da war Fr. Tinder gelöscht.

Er sagte etwas überrascht, wobei er mich kennt wie kein zweiter auf dieser Welt:
„Meinst Du nicht, dass das ein bisschen zu früh ist?“

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Das ist Freiheit in meinem Leben. Ich definiere Freiheit für mich heute völlig anders als früher. Freiheit ist für mich eine Mischung aus innerer Frieden und äußerer und innerer (körperlicher und Gedanken-)Freiheit.

Ich sagte zu ihm: „Wenn sie wirklich möchte, dann kann sie sich melden.“
Und innerlich dachte ich mir: „Ich habe keinen Kontrollzwang. Wenn sie möchte ist gut, wenn nicht, ist auch gut.“
Es liegt nun in ihrer Hand.
Kontrolle nicht (!) zu haben, ist ein schönes Gefühl. Es befreit. Es nimmt einem die Last und die Gedanken von vielem.
„Lass ruhig die Anderen mal machen“, denke ich mir inzwischen und kann mich daran gut gewöhnen.

Normal will man(n und oft besonders auch Frau!) Kontrolle. Hat man keine Kontrolle, fühlt es sich „schlecht“ an. Man fühlt sich schlecht. Warum?
Es ist doch heute genau umgekehrt für mich an vielen Stellen des Lebens, jedenfalls in Bezug auf andere Menschen! Wozu etwas kontrollieren? Habe ich Kontrolle, dann habe ich etwas zu verlieren, die Kontrolle selbst. Und das ist für die meisten Menschen ein Problem. Verlustangst. Kontrollverlustangst.
Kein Ego, keine Kontrolle. Kein Problem.

Und so endet eine so hoffnungsvolle Geschichte tragisch?

Am nächsten Tag, ich weiß nicht mehr wann, schrieb mich eine unbekannte Nummer über Whatsapp an. Wie mein Tag bisher verlaufen sei und warum ich kein Profilbild mehr in meinem Whatsapp-Profil hätte…

Sieht so aus, als wenn…
Ja, Du vermutest richtig… 🙂

Fortsetzung folgt. Liebe Leser, und wieder einmal… Geduld bis zum nächsten Artikel. Auch wenn das Date-Review mit diesem Dreiteiler zu Ende gegangen ist… so ist es nicht das Ende der Geschichte mit Fr. Tinder. Es bleibt spannend.

Date-Review zu Fr. Tinder – Teil 1 von 3

Wie angekündigt, gibt es von mir noch das Date-Review zu letzten Freitag. Mein aller aller aller erstes Tinder-Date meines Lebens. Premiere. Unglaublich. Wahnsinn. ICH und Tinder?! Ja, ich und Tinder!
OH MEIN GOTT! ICH HAB ES GETAN! 🙂

Wobei ich in dem Fall ein paar Worte voraus schicken muss. Tatsächlich habe ich keine Ahnung wie Tinder-Dates normalerweise zustande kommen. Keine Ahnung, keine Erfahrung. Also hab ich es einfach mal laufen lassen. Bis es neben all den anderen Matches zu einem Match kam, mit der späteren – nennen wir sie – Fr. Tinder.

2017-03-22.png

Nur ein Foto von Fr. Tinder ohne Text

Keine Beschreibung im Text. Nur ein Foto.
Hm. Okay.
Erfüllt ja den Zweck, denke ich mir. Reduziert bis aufs Minimum. Passt ja perfekt. Tinder ist für Minimalisten, ein Bild reicht. 😉
Tinder ist ja nicht zum Kennenlernen da, sondern bereitet nur den Weg dorthin. Es ist sozusagen das Vehikel. Genauso wie Whatsapp beim Pickuppen nur das Vehikel zum Transport zum nächsten Date darstellt. Und selbst das idealerweise nicht mal. Je weniger man schreiben muss, um zum Date zu kommen, desto mehr Grundanziehung ist da und desto wahrscheinlicher wird das Erscheinen der Frau zum Date.
Ein großer Fehler, den viele Männer machen, wenn sie ellenlange Texte schreiben, noch vor dem ersten Date. Weil sie die Realität ausblenden. Wenn eine Frau nicht will, dann will sie nicht plötzlich nur deshalb, weil Du ihr den Tim Bendzko machst. Vergiss das Ding mit „Nur noch kurz die Welt retten“ und 148 Mails checken. Das läuft so nicht.

Wenn sie Dich attraktiv findet (nicht nur optisch, sondern Attraktivität durch Ausstrahlung), dann brauchst Du keine Romane schreiben. Dann will sie Dich wieder sehen. Am liebsten Jetzt. Dann steigt sie ins Auto und fährt sofort los. Punkt.

„Knutschen ist für eine Frau kein großer Deal“

Letztens habe ich in einem „Lehrvideo“ – ich bilde mich ja ständig weiter fort – folgende Aussage eines Pickuppers gesehen und gehört: „Und wenn eine Frau mit Dir im Club knutscht… Männer denken dann sofort, dass die Frau unbedingt mehr will. Das ist nicht so. Für Frauen ist das sehr oft gar kein großer Deal. Sie hat mit Dir geknutscht, fertig.“

Als ich das Video letztens sah, dachte ich mir: „Ja, kann ich nach meiner Erfahrung bestätigen.“
Meiner kleinen Traumwelt des kleinen Jungen (von früher, muss ich inzwischen – leider – dazu sagen) versetzt das einen derben Schlag ins Gesicht, ich sehe die Traumblasen platzen, plopp plopp, und so sah das für mich bislang bis zu meiner Zeit vor dem Abtauchen in die Untiefen des Pickuppens so aus:

Ich finde ein Mädchen toll.
Irgendwie nehme ich Kontakt zu ihr auf (schüchtern war ich noch nie).
Alles ohne Plan und Verstand natürlich, woher auch.
Ist ja an sich auch gar nicht nötig.
Und dann machte ich irgendwann und irgendwie ein Treffen aus.
Im Rückblick betrachtet muss ich feststellen: Wann immer es etwas „Festeres“ geworden ist, hatten wir beim ersten Date geknutscht.
Und umgekehrt: Wann immer geknutscht wurde, wurde es etwas „Festeres“.
So war ich viele Jahre lang gepolt.
Das war meine Erfahrung und mein Horizont.
Ich dachte, dass das immer so wäre.
Knutschen ohne Gefühl kam für mich nicht in Frage.

Und daran musste ich nie wieder etwas ändern.
Bis… ja… bis… zum Ende meiner mehrjährigen Beziehung.

Seither stelle ich genau das Gegenteil fest und kann dem jungen Mann aus dem Video nur Recht geben. Knutschen? Ganz offensichtlich kein großer Deal für die Frau. Für mich? Inzwischen auch nicht mehr. Nicht weil ich es nicht wollen würde, sondern weil ich es nicht mehr kann, da etwas rein zu interpretieren was offensichtlich nur von einer Seite vorhanden ist, nämlich von meiner. Gefühle, oder zumindest der Anflug davon. So viele neue Erfahrungen verdrängten die alten. Ich habe seit meinem Beginn mit dem Pickuppen so unglaublich merkwürdige Situationen erlebt, unvorstellbar. Man fällt dann zwangsläufig irgendwann vom Glauben ab, ich jedenfalls. Aber ein bisschen Rest-Menschlichkeit habe ich mir bewahrt, keine Sorge. Ich bin immer noch keine Maschine geworden und werde es auch nie werden. Für mich wird sich zu küssen immer etwas besonderes sein und bleiben, nur bilde ich mir nichts mehr darauf ein. Das ist der einzige Unterschied zu früher, ein zwangsläufiger Fortschritt der eigenen Evolution. Auch wenn ich im Herzen immer der kleine Junge bleiben werde, wenigstens ein Stück weit. Und darauf bin ich stolz.

Früher ging ich dann noch von einem „Oh, sie mag mich und will mit mir zusammen sein!“ aus. Heute weiß ich hingegen: „Sie küsst mich, weil sie gerade Bock auf küssen hat. Das ist alles. Punkt.“

Ich bin ganz schön abgeschwiffen vom Thema Date-Review zu Fr. Tinder.
Aber ich musste diese kleine Hommage an das Besondere des Küssens einfach los werden. Von Herzen gerne bin ich Poet.

Fr. Tinder ist nicht gleich, Fr. Tinder ist anders

Aufgrund meines „Lernstresses“, kann man schon so sagen, in den letzten Wochen, haben wir das Kennenlernen kurzerhand auf häufiges Chatten und viel Telefonieren verlegt.

Der aufmerksame Leser wird jetzt einen direkten Widerspruch zum ersten Teil meines Artikels erkennen können. Kennenlernen über Telefon?!
So bin ich eben. Ein Mensch der Gegensätze.

Im Grundgesetz ist das sog. Willkürverbot verankert. Staatsrecht mag ich. Regelt es doch die Rechte der Bürger gegenüber dem Staat, zumindest theoretisch. (Aber lassen wir das an der Stelle.)

Zurück zum Willkürverbot, Art. 3 Abs. 1 Grundgesetz. Es besagt:
„Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.“

Und es gibt da einen Satz, den ich mir für mein Leben gemerkt habe, als ich ihn zum ersten mal hörte:
„Der Staat darf nicht willkürlich wesentlich Gleiches ungleich bzw. wesentlich Ungleiches gleich behandeln.“

Nun bin ich nicht der Staat. Und Fr. Tinder ist auch nicht meine Bürgerin. Nur was sie eben auch nicht ist: Gleich. Also muss ich Ungleiches ungleich behandeln. Sie ist anders. Und in diesem Fall nahm ich mir vor von meiner Norm abzuweichen.

Warum?

Fr. Tinder ist sehr tiefgründig. Sie ist ein bisschen älter als ich, für mich sehr ungewohnt so etwas. Sie hat Humor, nicht irgend einen Humor. Meinen Humor. Und umgekehrt ich ihren. Wow. Oft mal sarkastisch und meistens knackig. Gerne mal von hinten durch die Brust ins Auge.

Da fällt mir ein, ein ehemaliger Mathelehrer sagte mal zu mir: „Sie drehen aber immer gerne eine Pirouette auf dem Weg zur Lösung, gell?!“
Recht hat er. Das bin ich. Ein guter Mann, er. Nicht ich. Das müssen andere beurteilen. Einer der wenigen Lehrer jedenfalls, die ich gut fand. Ihm hab ich mein Fachabitur zu verdanken. Danke an der Stelle an Sie. Oder an Dich, heute bist Du ja nicht mehr mein Lehrer und ich nicht mehr Dein Schüler. Heute sind wir normale Menschen. Also nehme ich das Du. Danke Dir!

Und da es ein langer Artikel wurde, teile ich ihn hier zum ersten Mal auf.
Teil 2 folgt… 😉

Quid pro quo – Viel Kohle gegen einen tollen Körper

So saß ich des Abends auf der Couch und telefonierte mit meinem besten Freund. Nennen wir ihn ab heute einfach Herr van Onnetuschn.

Wer ist nochmal Herr van Onnetuschn?

Da fällt mir gerade auf: Ich gebe seit meinem Artikel Frauen in Pseudonymen jeder Dame, die mehr oder weniger (neu) in mein Leben tritt, einen Namen. Möglicherweise das eine oder andere mal auch posthum, um hier im Blog besser zwischen den verschiedenen Protagonisten und Protagonistinnen unterscheiden zu können. Meist wird es wohl mehr um die Protagonistinnen gehen. Ich bin ja nicht auf der Suche nach Mr. Right, sondern nach meiner Traumfrau. No homo.

Jedenfalls bekommt mein bester Freund nun einen Namen. Besser gesagt, er bekommt ein Pseudonym. Denn einen Namen hat er ja schon. Sonst könnte ihn ja keiner ansprechen. Es gibt inzwischen zwar einen Haufen Gesetzlose in Deutschland , aber Namenlose wahrscheinlich keine.
Außer derjenige wurde als Baby im Wald ausgesetzt und von Wölfen großgezogen. Dann ist es ein klassisches Wolfskind. Soll auch schon vorgekommen sein, der Sage nach. Wobei dann interessant wäre, ob die Wolfsmama dem Kind einen Namen gibt, in Lautform, so etwas wie „aaaaahuuuuuu“. Treiben wir es auf die Spitze: Vergeben Wölfe auch zweite Namen? Sowas wie „Eugen Thorsten“ oder „Franz Xaver“ oder „Ben Luca“ (soll übrigens der beliebteste Doppelname des Jahres 2013 sein).

So, und hiermit taufe ich Dich, mein Freund. Ab heute bist Du hier im Blog Herr van Onnetuschn. Wie ich auf diesen ganz besonderen, einzigartigen, Namen für ihn komme, kann man hier nachlesen: Und dann war da noch Valentin und ein ganz besonderer Geburtstag…
Ich muss diesen wichtigen Schritt gehen, damit Du meinen Lesern ein Begriff wirst. Immer von „einem Freund“ zu sprechen ist nicht persönlich genug. Aber als Herr van Onnetuschn habe ich Dich personifiziert. Herzlich willkommen in meinem Blog. Ich werde dafür sorgen, dass Du in allen folgenden Geschichten stets eine gute Figur abgibst. Ähh, okay, das geht jetzt zu weit. Ich kann nichts versprechen, das ich nicht auch einhalten kann. Sagen wir es so: Ich werde dafür sorgen, dass Du zumindest immer eine lustige Figur abgibst. Muss Dir reichen. 😉

Quid pro quo – oder die Frage nach einer heißen Kolumbianerin

Im Gespräch ging es ausnahmsweise mal wieder um mein Daygame. Und um einen Bericht, den ich letztens las. Geschrieben von einem fortgeschrittenen recht erfolgreichen Pickupper. Dem Bericht nach sei er in Kolumbien gewesen und könne eine solche Reise zu Pickup-Zwecken nur jedem europäischen bzw. deutschen Mann empfehlen. Denn dort sei das Verhalten der Frauen exakt umgekehrt zum Verhalten der Frauen in Deutschland gegenüber deutschen Männern.
Der Pickupper beschrieb, dass kolumbianische Frauen deutsche Männer ansprechen und auch verhältnismäßig exorbitant schnell mit ihnen in die Kiste wollen. Die Aussage des Pickuppers war im Kern: „Ich empfehle so eine Reise JEDEM deutschen Mann, einfach um mal zu sehen und nachempfinden zu können, wie sich eine Frau in Deutschland fühlen müsse.“ Wie es also hierzulande für eine Frau läuft, wenn sie ihren Fuß vor die Tür setzt. Ständig angeglotzt und oft auch angesprochen zu werden. Wenn eine Frau zum Freiwild wird. Es würde den eigenen Horizont erweitern, diese Erfahrung zu machen, so dem Bericht nach.

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Das glaube ich aufs Wort. Definitiv. Es geht auch nicht darum eine Abenteuerreise dorthin zu machen. Das war gar nicht seine Intention, denke ich. Sondern tatsächlich mal einen Rollenwechsel zu vollziehen und sich für kurze Zeit mal als das Geschlecht oben auf dem Podest zu fühlen.
Um zu…? Ja, um zurück hier in Deutschland das eigene Game voran zu bringen und besser zu werden. Auch in dem zuvor mal wieder die oft von mir besagten Grenzen überschritten zu haben und so den eigenen Horizont weiter in Richtung Sonne hoch oben zu verschieben.

Konversation zwischen Hr. van Onnetuschn und mir, über geile Körper und viel Kohle

Ich sagte zu Hr. van Onnetuschn am Telefon: „Das finde ich nachvollziehbar. Die wollen sicher einfach nur die Kohle von den Männern. Ein Europäer hat gemeinhin sicherlich mehr Kohle als ein durchschnittlicher Kolumbianer. Klar, dass die Frauen sich dann einen Deutschen angeln wollen.“

Er, wortkarg: „Ja…“

Und ich holte weiter aus: „…das ist wie bei uns hier. Du siehst eine Frau, deren Optik Du Klasse findest und sprichst sie an. Was ist – um mal ehrlich zu sein – das Ziel des Ganzen. Ganz elementar gesehen und mal frei von Moral! Zumindest mittel- bis langfristig? Klar, sie in die Kiste zu bekommen. Also worauf achtest Du bei einer Frau, wenn Du sie zum ersten Mal siehst?“

Hr. van Onnetuschn: „Auf den Körper, klar.“

Ich: „Genau. Also wir Männer schauen auf das Äußere der Frau. Die Kolumbianerinnen – laut dem Bericht des Pickuppers – auf unsere Kohle.“

Hr. van Onnetuschn haute daraufhin ganz trocken Einen raus: „Quid pro quo!“

Ich, nie lateinisch gelernt, völlig verwirrt: „Quip quo tro…was???“

„Quit pro quo!“

Kurz in den Unterricht für Anti-Lateiner: „Quid pro quo“ heißt übersetzt soviel wie „dies für das“. Dem Sinne nach ist das so zu verstehen, dass jemand für eine Leistung stets eine Gegenleistung erhalten soll.

Ist das jetzt gut oder schlecht?

Also diesen Artikel kurz zusammengefasst kann man sagen:
Männer wollen einen – ich werde mal kurz sehr direkt – geilen Körper. Dieter Bohlen würde sagen: „Hammermäßig Du!“
Frauen wollen die Kohle.
Jedenfalls die im Text genannten Kolumbianerinnen, mindestens die im Text genannten Kolumbianerinnen. 😉

Ob das gut oder schlecht ist, werde ich nicht bewerten. Weil es Nonsens ist. Als Mann weißt Du, worauf Du Dich einlässt, wenn Du „eine solche“ Frau an der Seite hast. Als Frau weißt Du aber auch was Du bekommst, wenn Du „einen solchen“ Mann an der Seite haben möchtest.
Das ist definitiv ein faires Spiel. Herr von Onnetuschn trifft ins Schwarze, wenn er dazu nur sagt „quid pro quo“.

Unlustig wird es nur, wenn der Mann dann von echter Liebe ausgeht. Oder die Frau denkt, dass sie mich über den Tisch ziehen kann. MICH jedenfalls nicht. Andere Männer vielleicht, die bilden sich dann möglicherweise persönlich etwas darauf ein. Wenn sie eine Katalog-Asiatin oder Katalog-Latina kaufen konnten. Wenn sich beide darüber im Klaren sind was da gespielt wird, dann ist das ein faires Spiel. Und damit weder gut noch schlecht. Es ist ein Spiel, dessen Spielregeln beide Parteien kennen. Beide Seiten sind volljährig. Also sollen sie spielen und glücklich dabei sein.

Darf es auch ein bisschen politisch inkorrekt werden? Die Frage hat keine Antwort verdient!

Politisch inkorrekt heißt Zensur.Da ich per se für Meinungsfreiheit und Meinungsvielfalt bin, darf es ein auch ein bisschen von allem sein. Auch politisch. Inkorrekt gibt es nicht. Es gibt kein politisch inkorrekt. Wer maßt sich denn schon an zu sagen was richtig oder falsch ist?
Nur eine Zensurstelle. Die gibt es hier im Blog bestimmt nicht. Und deshalb darf es auch ein bisschen politisch werden. Ob korrekt oder inkorrekt hat niemand zu entscheiden. Nicht für mich jedenfalls. Ich bin meine eigene (Moral-)Instanz. Und korrekt ist immer das, was man selbst als korrekt empfindet.

Sonderbare Paare – Hässlich trifft hübsch

Schlimm wird es erst, wenn eine Seite beginnt zu heucheln und so zu tun als ginge es um echte Liebe. Und das passiert sicher öfter als gedacht. Ich denke mir das oft, wenn ich hier bei uns im Lande unterwegs bin und dann – sorry, aber – eine wenig attraktive Frau (man könnte auch hässlich sagen) und einen ausländischen Mann, mit Migrationshintergrund aus einem weit entfernten Land, Hand in Hand spazieren gehen sehe. Nennen wir ihn politisch -un-korrekt einfach Asylant.

Ganz böses Klischee jetzt, ich weiß. Nein. Kein Klischee! Ich glaube, dass das gerade täglich mehr und mehr passiert. Ist doch völlig normal. Immer mehr zugereiste Menschen wollen auch ankommen. Und bei einigen Männern ist das wie bei den einheimischen: Die sehen gut aus. Auch wenn ich eingangs schon sagte „no homo“, aber wenn ein Typ gut aussieht, dann kann ich das auch mal sagen.

Der anderen Geschlechterrolle begegne ich dann übrigens auch, oft in den Edelschuppen in denen ich zum Bar- und Clubgamen bin. Da steht dann eine Frau an der Bar und räkelt sich. Deren ethnische Herkunft ist definitiv nicht europäisch, das ist optisch einfach nicht von der Hand zu weisen, wenn sie eine dunkle Hautfarbe hat. Spricht eben nur mit geringster Wahrscheinlichkeit für eine Herkunft innerhalb Europas. Jedenfalls häuft sich dieses Bild von Monat zu Monat zunehmend. Auch eine völlig logische Entwicklung.

Ich streite nicht ab, dass es zwischen einigen dieser Paare durchaus auch „echte Liebe“ sein kann. Aber nicht umsonst gibt es seit vielen Jahrzehnten auch den Begriff der sog. Scheinehe. Das Phänomen ist zumindest nicht von der Hand zu weisen. Da aber alle diese Menschen volljährig sind, sind sie für ihr Handeln auch selbst verantwortlich. Wenn es echte Liebe ist, dann gönne ich das jedem von Herzen. Wenn sich jemand aber wie eine Weihnachtsgans ausnehmen lassen möchte, dann gönne ich ihm oder ihr das eben auch. Das Geld verschwindet ja nicht. Es hat am Ende dann einfach nur ein Anderer. 😉

Was für die Einen ein Monatslohn, das für die Anderen nur eine Flasche Schampus

Übrigens: Ich beschreibe nur was ich sehe, nicht dass hier jemand sagt ich würde irgend wen oder irgend etwas verurteilen. Nein, mache ich nicht. Ich beschreibe. Und manchmal fange ich dann auch kurz das Denken an, wenn ich eine hübsche schwarze Frau in übertrieben engem Kleid neben einem gut betuchten Mann sehe. Beide trinken Champagner.
Was ich mir dann oft denke, ist: „Diese Flasche Champagner hier kostet mehr als das Durchschnittseinkommen eines Mannes aus den meisten afrikanischen Ländern.“
Schon krass, eigentlich. Da müssen Menschen einen vollen Monat schwer schuften. Und wir saufen so eine Monatsleistung mit ein paar Schluck Sprudelgetränk einfach weg.

Wenn man in vielen Ländern dieser Erde nicht einmal 100 Euro im Monat verdient und dann in ein Land kommt, in dem Menschen das 20-fache dessen verdienen, monatlich versteht sich, muss das schon ein Kulturschock sein.
Ich stelle mir gerade vor, dass ich in ein fremdes Land auswandere, ohne jegliches Hab und Gut und dort jeder Otto-Normal-Bürger 40.000 bis 50.000 Euro im Monat netto verdient. Irre. Jedenfalls würde mir das surreal vorkommen. Alice im Wunderland.

Und wo ich nun am Ende des Artikels angekommen bin, merke ich, dass er auch für einen allsonntaglichen Beitrag im Philosophischen Sonntag herhalten hätte können…
Es ist nur eine Frage der gewünschten Betrachtung und der Pointe!
In jedem Fall ist es aber „quid pro quo“.