Geburtstagsfeier mit Herrn van Onnetuschn und Speichelleckern

Am Wochenende war es mal wieder so weit. Ich war tatsächlich außer Haus! Kann man sich das mal vorstellen? Ich, das inzwischen so brave Lamm, hat sich getraut das Haus zu verlassen! Nur warum? Was war passiert? Habe ich mein Engelchen-Dasein wieder abgelegt, um mich wieder auf die Jagd zu begeben? Und was hat der Geburtstag von Herrn van Onnetuschn mit Speichelleckern zu tun?

Kurzer Exkurs zur Frage „Wer war nochmal Herr van Onnetuschn?“:
Das ist der werte Herr, den ich bereits seit der 1. Klasse kenne. Der kleine Junge, mit dem ich so ziemlich jeden Mist veranstaltet habe, den man im Laufe seines Kindes-, Jugend- und Erwachsenenalters eben so veranstalten kann. Das ist die Person, die all die Dinge von mir weiß, die sonst keiner weiß. Das ist die Person, die ich zuerst anrufe, wenn mir ein echtes Übel widerfährt, beispielsweise das Beziehungsaus mit Fr. Schlange. Das ist die Person, bei der ich mich in Jogginghose auf dessen Couch setzen und die Füße hochlegen kann, ohne mit der Wimper zucken zu müssen. Selbst wenn dessen Freundin daneben ist. Das ist die Person, mit der ich zwei Beziehungen überlebt habe. Und der mit mir auch sein damaliges Beziehungsende durchgestanden hat. Und das ist die Person, der ich sogar einen Mord beichten würde. Während ihm beim Erzählen schon sofort klar wäre, dass es zwar ein Mord, aber absolut berechtigt gewesen wäre. Wir sehen uns als Brüder, nicht als Freunde. Hat man so einen Menschen in seinem Leben, kann man auf viele andere verzichten. Das ist Luxus. Dafür bin ich dankbar.

Waren es 2 oder 3 Weine?

Herr van Onnetuschn und sein Chef hatten sich entschlossen, eine gemeinsame Geburtstagsfeier zu veranstalten und luden zum langen Stelldichein. Beim Weinspezialisten mit einem 4-Gänge-Menü (oder waren es 5?!). Wir waren uns nicht sicher, ob uns im Laufe des abends nur 2 oder doch 3 verschiedene Weine gereicht wurden. Wir sinnierten und ich hätte schwören können, dass es 3 waren. Herrn van Onnetuschn schmeckte der erste so gut, dass er nach dem vermeintlichen dritten Wein nochmal den ersten orderte. Und siehe da, der Kellner erklärte, dass es bisher nur 2 verschiedene waren. Wir hatten Nr. 1, danach nochmal Nr. 1 und danach Nr. 2 bekommen. Oder so. Aber ganz sicher bin ich mir nicht. Zwischendurch wurden auch die Gläser gewechselt und perfekt war die Verwirrung!

Jedenfalls schmeckte der erste dem Herrn van Onnetuschn so gut, denn das war ein Italiener. Mit Trauben irgendwo von einem Vulkan in Küstennähe, irgendwas mit Bimsstein. Was weiß ich. Und leicht salzig war er wohl gewesen. Wie Du merkst, habe ich davon keine Ahnung. Der Wein schmeckte. Und der Kellner goss ungefragt immer wieder nach. Das ist für mich Edel-Weinkenner schon genug Information. Mehr muss ich nicht wissen. Aber die Sache mit dem Bimsstein fand ich lustig. So beugte ich mich hinüber zu Herrn van Onnetuschn und flüstere ihm zu: „Hallo, i bims!“

Der Chef von Herrn van Onnetuschn hat einen ausgeprägten Hang zum Luxus. Von nun an nennen wir ihn in diesem Artikel der Einfachheit halber „Herr Chef“. Jedenfalls passt zu dessem Luxus-Hang auch seine Freundin. Könnte die kleine Schwester von Fr. Schlange sein, obwohl sie älter ist. Genießt die Anerkennung und den Ruhm genauso sehr. Liebt das Blitzlichtgewitter und den Reigen der Komplimente. Mir war das nach wenigen Minuten bereits suspekt. Ich frage mich: „Welche Anerkennung und wofür?“ Und da kommen wir auch schon allmählich zum großen Kritikpunkt des Abends.

Wie verhält man sich zwischen Speichelleckern?

Wer mich kennt, der weiß, dass ich auf Understatement stehe. Eher Elder Statesman denn laut und schrill. Fr. Schlange war für meine Verhältnisse damals schon als Person sehr schrill. Weniger im familiären Umfeld, weswegen sie wohl bei allen gleichermaßen beliebt war. Aber wehe Du lässt sie auf die Piste los. Da konntest Du Dir nie sicher sein, dass sie nicht plötzlich mit irgend einem Typen ihren Spaß hatte. Halt! Doch. Du konntest Dir sicher sein! 🙂

Und so fragte ich zu Beginn der Veranstaltung Herrn Chef, wer denn die vielen Personen heute Abend seien. Ob es sich eher um Freunde oder eher um Familie handeln würde. Er begann zu stammeln. Mir kam das merkwürdig vor. Ich weiß ja nicht, wie es Dir so ergeht, aber wenn ich Menschen zu einer Feier einlade, dann kann ich Dir sehr genau sagen wer wer ist und woher und wie lange wir uns schon kennen. Aber gut, vielleicht waren es hautsächlich Personen aus dem Umfeld seiner Freundin, dachte ich mir. Und daher vielleicht auch die geistige Abstinenz. Herr van Onnetuschn brachte seinerseits nur seine Freundin und mich mit.

Planerischerweise hatte Herr Chef sich vorab Gedanken zur Sitzordnung gemacht. So dass ich ganz in der Nähe bei Herrn van Onnetuschn sitzen konnte. Die einzigen beiden Personen des Abends, die ich wirklich kenne, waren er und seine Begleitung. Herrn Chef habe ich zuvor vielleicht zwei oder dreimal kurz gesehen. Der ganze restliche Haufen wir mir neu. Es war bunt gemischt. Ein Querschnitt der Bevölkerung. Das meine ich genau so. Da war alles dabei. Von Möchtegern bis Unauffällig. Manche trugen ein einfaches Shirt. Die Damen waren unterschiedlich attraktiv gekleidet. Und von den Herrn trugen manche Anzüge. Ich trug einen Dunkelblauen und ein weißes Hemd. Hemden trage ich ja immer, meist jedoch ohne Sakko. Das werde ich mir definitiv abgewöhnen! Und stattdessen öfter Sakkos tragen. Hat einfach etwas für sich. Gefällt mir. Mag ich.

2020-02-17

Nun, ich bin eher selten in für mich neuen Personengruppen zugegen. Allerdings nehme ich solche Gelegenheiten gerne wahr. Neue Kontakte. Neue Menschen. Immer gut. Herr Chef platzierte mir gegenüber zwar eine Dame, allerdings war diese deutlich älter als ich. Zudem bereits vergeben und als Person nicht wirklich interessant. Macht nichts. Wir sind ja nicht auf Frauensuche. Jedenfalls nicht mehr inzwischen. Hat also alles sein Gutes. So kann ich mich auch mit Frauen unterhalten, die mir weder gefallen noch mich in irgend einer Weise inspirieren.

Zurück zu Frage von vorhin, wer denn die vielen Personen seien. Alle kannten sie Herrn Chef mehr oder weniger. Die Betonung muss eher auf weniger liegen. Keine Familienmitglieder. Und wenn ich Einzelne nach ihrem Verhältnis zu Herrn Chef fragte, kam auch von deren Seite eher gestammel. Mir war irgendwann klar, dass das hier ein bunter Haufen von Fremdlingen war. Allerdings ein sehr speichelleckender. Warum ich dort war, war mir klar. Herr van Onnetuschn ist mein bester Freund aus Sandkastentagen. Und Herr Chef ist sein Chef. Und sie hatten vor, gemeinsam Geburtstag zu feiern. So einfach ist das. Ich wüsste allerdings nicht, was ich auf der Geburtstagsfeier von Herrn Chef zu suchen hätte, wenn ich Herrn Chef gar nicht wirklich kenne und auch sonst keinerlei Bezug zu ihm herstellen könnte.

Die Menschen dort lachten und amüsierten sich. Nun, auf Kosten des Herrn Chefs. Und ich glaube das hält als Begründung für deren Anwesenheit mehr als her. Perfekt organisiert war der Abend, wie ich schon sagte. Nach dem Essen ging es mit mehreren bereits bestellten Taxis in einen Club. Lounge war reserviert. Der Champagner kam. Eine Flasche, zwei… drei… mit Feuerwerk. Mir alles egal. Ich trinke normal gar nicht, aber an dem Abend hatte ich mich zuvor beim Abendessen auf den Wein eingelassen. Da brauchte ich nicht noch mehr, im Club sowieso nicht. Mir war eher nach tanzen und umsehen.

Der Laden war allerdings nicht meins. Die Musik war vollkommener Schrott. Entsprechend auch das Publikum. Sag mir welche Musik läuft und ich sage Dir, wie die Frauen dort aussehen. Puh! Nun… egal. Dann hab ich mir das Umsehen eben verkniffen. Und mich mehr mit Herrn van Onnetuschn amüsiert. Wir hatten definitiv unseren Spaß und ließen es uns gut gehen. Und machten uns lustig über alles Mögliche. Auch über die vielen Speichellecker in der Gruppe. Wobei uns Herr Chef persönlich leid tat. Muss man nicht vorhandene Freunde mit Luxus ertränken? Braucht man denn Freunde überhaupt? Kann man auch ohne klar kommen, zumindest zeitweise? Oder würde ich mich lieber mit Speichelleckern umgeben, nur um nicht alleine ausgehen zu müssen? Könnte ich meinen Geburtstag auch alleine feiern? Fragen, die mir danach in den Sinn kamen. Fragen, die ich für mich klar beantworten kann.

Sprich mit einer Frau immer über Beziehungen

Mir ist das alles egal. Ich komme überall gut klar und mache notfalls mein Ding. Das blieb dann auch nicht der Dame verborgen, die mir beim Essen gegenüber saß. Du weißt schon, die ältere Vergebene. Sie suchte im Club meine Nähe und wollte quatschen und tanzen. Nun, fürs Quatschen bin ich immer zu haben. Fürs Tanzen zu zweit weniger, mag ich nicht so. Kann ich auch nicht wirklich, wie Du vielleicht weißt. Allein ist der Mann. Ich hatte mir damals vorgenommen, dass ich meine Fähigkeiten im Paartanz verbessern würde. Habe ich inzwischen verworfen. Wozu. Keine wichtige Fähigkeit. Besser die Zeit investieren in Dinge, die mehr Rendite bringen. Sport. Ernährung. Oder Finanzen.

Wir unterhielten uns vor allem über Beziehungen. Das ist ein sehr empfehlenswertes Thema. Frauen können noch so langweilig sein, unintelligent oder sonst etwas. Aber beim Thema Beziehungen kommen sie alle aus sich heraus. Beim Abendessen passte das nicht, da ging es eher um allgemeinen Smalltalk. Aber nachdem der Alkohol (bei den Anderen) schon stärker geflossen war, fielen auch die Hemmungen zunehmend. Und so schneide ich spätestens dann gerne spannendere Themen an. Wir unterhielten uns über ihre Beziehung. Und über meinen derzeitigen Status. Ich sprach das, was ich denke und das was ich fühle. Wie immer. Und ich machte wieder einmal die Erfahrung, dass das scheinbar unglaublich attraktiv wirkt. Plötzlich kleben die Damen dann an Deinen Lippen und erzählen ihrerseits mit strahlenden Augen. Endlich hört ihnen wohl mal jemand so richtig zu.

Ich kann mir das nur so erklären: Die Gesellschaft beschäftigt sich größtenteils mit Objekten und fest vorgegebenen Mustern, genannt Alltag. Wenn dann einmal jemand kommt, der die emotionalen Themen in Dir triggert oder aufgreift, fühlst Du Dich nicht nur unterhalten, sondern verstanden. „Endlich jemand, den das Gleiche beschäftigt wie mich“, oder so ähnlich. Mir geht es dabei ein gutes Stück weit tatsächlich um die Erforschung weiblichen Denkens. Jedes Gespräch bietet die Chance, wieder etwas mehr von der Frauenwelt zu verstehen. Und nach ein paar Minuten bist Du soweit, dass Du sie eigentlich fragen könntest wonach Dir ist und Du würdest von ihr eine ehrliche Antwort erhalten. Selbst bei Fragen, bei denen 9 von 10 Frauen rot werden würden. Auch da glaube ich, dass die meisten Frauen froh sind, wenn sie mal mit einem Mann ernsthaft, aber nicht in bitterem Ernst, sich ganz normal mitteilen können.

Es ist nicht kalkuliert, was ich tue. Wenn ich mich hinstelle und sage, dass ich derzeit keine Beziehung möchte, da es in diesem Lebensabschnitt einfach an der Zeit sei, mich um mich zu kümmern. Und dass mir im Laufe der Jahre aufgefallen sei, dass die meisten Menschen mir nichts zu geben haben. Da sie selbst nicht wüssten wer sie sind und was sie möchten oder was ihnen gut tun würde. Sie bestätigte meinen Eindruck aus ihrer Erfahrung. Gleichzeitig versuchte ich ihr aber bei allem Individualismus klar zu machen, dass eine Beziehung aus meiner Sicht gepflegt werden müsste. Selbst wenn Kinder da seien. Besonders dann. Es könne nicht sein, dass eine Beziehung in den Hintergrund rücke, nur weil plötzlich Kinder da wären. Aus meiner Sicht sollte der Partner immer an erster Stelle stehen. Und gleichzeitig sollte jeder dennoch seine eigenen Themen fokussieren und sich selbst entwickeln können.

Ab dem Zeitpunkt wurde ich kaum mehr in Ruhe gelassen von ihr und ihren Freundinnen. Ich sollte mich unbedingt näher zu ihrem Platz begeben und mit ihnen tanzen und eine ihrer Freundinnen kennenlernen. „Nein danke!“, dachte ich mir. Die besagte Freundin war einfach nicht attraktiv. Und Attraktivität ist in meiner gegenwärtigen Situation die einzige Währung, mit der eine Frau mich bezahlen kann. Liebe war es mal. Aber das Thema ist so löchrig wie ein schweizer Käse. Wie sollen Menschen andere Menschen wirklich lieben können, wo sie sich doch selbst nicht lieben und teilweise schon selbst nicht ausstehen können? Ich habe dafür Verständnis. Also suche ich gar nicht nach echter Liebe. Mir würde schon eine Frau (gilt auch umgekehrt!) reichen, die zur Abwechslung einfach noch alle Tassen im Schrank hat. Von Liebe spreche ich gar nicht . Vergiss es. Ich suche auch nicht nach einem weißen Tiger.

Erkenntnisse des Abends

Guter Wein ist eine tolle Sache. Ein Mehr-Gänge-Menü ebenfalls. Aufmerksame Kellner sind toll. Der Chef von Herrn van Onnetuschn ist nicht arm. Seine „Freunde“ sind größtenteils gar keine, sondern elendige Speichellecker. Der letzte Clubabend mit Herrn van Onnetuschn ist über 10 Jahre her, jetzt war es mal wieder so weit, Klasse! In einer mehr oder weniger erhabenen Runde zu sitzen und sehr seriös zu tun ist das Eine, kindische Gespräche mit Herrn van Onnetuschn sind aber viel cooler. Dafür braucht es kein Mehr-Gänge-Menü oder teuren Wein. Mit, ist es aber auch gut. Habe es genossen, mal wieder unter ganz andere Menschen zu kommen. Und besonders genossen habe ich es, Herrn van Onnetuschn „in seriös“ zu erleben. Ich könnte mich innerlich wegwerfen, wenn ich Dir zusehe wie Du mit den anderen Leuten sprichst… wo ich Dich doch als ganz normales kindisches Wesen kenne! So wie ich es eben auch bin!

Danke an Herrn Chef und an Herrn van Onnetuschn für den schönen Abend und die Einladung!

PS: Lieber Herr van Onnetuschn, ich bin froh, dass wir beide keine Speichellecker sind. Und ich bin auch froh, keiner sein zu müssen. Warum müssen? Ganz einfach: Wenn ich Bock darauf hätte, mir ein 5-Gänge-Menü zu gönnen und einen Champagner mit Feuerwerk im Club, dann würde ich es tun. Tun können. Heute. Morgen. Und am nächsten Wochenende schon wieder. Nur wozu? Ich quatsche lieber mit Frauen über Beziehungen und die Unterschiedlichkeit der Geschlechter. Gibt mir mehr. Und kostet nix. Sparquote hoch halten!

PPS: Wenn das alle Wohlhabenden so sehen würden, bräuchten sie den Sch***-Luxus nicht und würden umgekehrt automatisch mehr Menschen in ihr Leben ziehen, die aufrichtiges Interesse an ihnen hätten. Generation Fake eben. Traurig. Aber auch da gilt: Nicht jammern, sondern das Beste daraus machen. Inwiefern? Jede Frau ist froh, wenn Du ANDERS bist. Also sei anders, das ist alles. Sei geradeaus. Sei klar in der Aussage, aber emotional in der Tonalität. Danke Generation Fake, Du machst die Welt so einfach zu meistern! Dank Dir ist jeder Mensch froh, wenn er einmal einen Strohhalm findet, an dem er sich festhalten kann. Nur will ich gar nicht mehr der Strohhalm für jemanden sein…

Der Himmel soll warten

Heute nur ein ganz kleiner Beitrag von mir.

Gestern Nacht, auf dem Weg nach Hause von einer Bar… habe ich ein Lied von früher wieder entdeckt. Mein Smartphone ist für mich längst mehr ein Abspielgerät für Youtube-Videos denn ein Kommunikationsmedium geworden. Der Rum war übrigens verdammt gut und teuer. Plantation Pineapple. Ein Hochgenuss, Prädikat: Besonders empfehlenswert! Diese Ananas-Note. Meine Flasche zu Hause ist vor ein paar Wochen zuneige gegangen. Genuss-Trinker. Einmal im Monat vielleicht.

Die Location war hammermäßig, ein Rum passt dort einfach wie die Faust aufs Auge. Erhaben. Etwas laut da vielleicht, aber Musik muss auch mal hinten anstehen können, wenn dafür die Menschen gut gekleidet und gepflegt sind. Vor allem die Damen. Da passe ich hin. Wobei ich gestern abwechslungsweise mal kein Hemd und auch kein Poloshirt getragen habe. Stattdessen ein Henley, langärmlig. Hauteng. Gut so. Wobei ich im Vergleich zu vielen Typen in solchen Locations noch immer ein Lauch bin. Ärmchen wie Zahnstocher. Selbstwahrnehmung. Auch so eine Sache im Auge des Betrachters. Für die Einen top, für die anderen ein Lauch. Für mich selbst…? Irgendwo auf dem Weg.

Es gibt eine eindeutige Korrelation zwischen Körper und Geld. Da kann mir jemand sagen was er will. Wenn ich in diesen Edel-Schuppen unterwegs bin, ist es fast immer das Gleiche: Die Typen sind braun gebrannt (sicherlich Solarium-Bräune), haben einen trainierten Körper, tragen enge stylische Klamotten, sehen ultra-gepflegt aus und vor allem strahlen sie diese „mir gehört die Welt“-Botschaft aus. Nicht alle, natürlich nicht. Aber einige. Und in deren Nähe – meistens direkt daneben – hält sich eine Frau auf. Meistens nicht nur eine.

Mein Lied von gestern Abend, einfach gut zuhören und genießen:

Klar, ein paar Tage alt. Spielt aber keine Rolle. Der Text ist Hammer. Die Message stimmt. Auch die passt wie die Faust auf (mein) Auge. Ich hab derzeit einfach wieder richtig Lust. Lust zu leben. Lust das auszuprobieren was ich vorher noch nie tat. Das herauszufinden, was ich vorher noch nie herausgefunden habe. Dinge zu machen, die andere sich nicht trauen oder zu denen sie zu schwach sind. Wobei das total egal ist. Was andere tun interessiert mich insofern nicht. Ich möchte Dinge tun, einfach so. Nicht einmal deshalb weil sie sinnvoll sein können. Sondern weil ich es kann. Können will. Mir selbst zeigen möchte, dass das Leben ein großer Witz ist. Und das meine einzige Antwort sein kann. Wie Herr van Onnetuschn manchmal sagt: „Das Leben ist ein großer Witz.“ Du hast Recht. Mehr ist es tatsächlich nicht. Sehe ich inzwischen auch so. Und wie Peter Maffay sagt, wollte ich auch nie derart erwachsen sein, wie ich mich heute fühle. Ich wollte erwachsen sein, aber nicht auf diese Art werden. Es war ein Frontalaufprall. Ich dachte, dass das Leben einem einen Streich spielt. Einen bitteren. Das ist schon ein paar Jahre her.

Dass das Leben Streiche wiederholt, wie nun zuletzt, war mir damals nicht klar. Im Gegenteil, ich schloss das für mich restlos aus. Einmal Unglück zu haben, sollte reichen. Einmal ins Unglück geraten und dem Unglück entgegen treten, sollte reichen. Oder? Heute verstehe ich, dass es noch nicht einmal Wiederholungen sind. Das Leben an sich ist ein einziger Streich. Es ist System. Von Menschen geschaffen. Ich mag ein Gesellschaftskritiker sein, ja. Wenn ein stiller Beobachter ein Gesellschaftskritiker ist, dann bin ich gerne Gesellschaftskritiker. Es ist einfach absurd, wenn das Leben so einfach sein könnte und wir Menschen es uns anstatt einfach zu machen, gegenseitig Stöcke in die Speichen stecken. Und Knüppel zwischen die Beine werfen.

Sido sagt das in dem Lied schon ganz richtig: „…Heute will ich mit Frauchen im ’nem Haus leben und gesund bleiben…“
Will ich das wirklich? Der nächste Streich?!

Es gibt so viele Dinge im Leben, die ich beeinflussen kann. Dinge, bei denen sich Ehrlichkeit auszahlt. Krafttraining zum Beispiel. Selbst im Job ist es ziemlich beeinflussbar. Aber bleiben wir beim Krafttraining. Wenn Du systematisch trainierst, wirst Du stärker. Das Muskelwachstum setzt ein. Dazu Proteine und Du wirst Dein Lauch-Dasein hinter Dir lassen. Ganz sicher. Egal was Andere sagen oder denken. Denken und sagen spielt keine Rolle. Tun spielt eine Rolle. Gewichte stemmen. Nicht planlos, sondern mit Plan. Und die Resultate werden kommen. Nötig? Nein. Machbar? Ja. Sinnvoll? Bedingt. Spaßbringend? Nicht wirklich. Trotzdem tun? Definitiv. Warum? Ausprobieren.

PS: Apropos Solarium-Bräune… bin auf dem Weg. Einmal die Woche. 😉 Danach Schulter, Brust und Trizeps Workout. Danach viel grünes Gemüse und Fisch. Bis dahin ist es schon später Nachmittag. So gehen die Stunden auch langsam vorbei. Einfach tun. Nicht hadern, weder mit der Gesellschaft noch mit dem eigenen Leben. Handeln! Aktiv sein! Einfach tun. Sinn? Egal. Unsinn? Egal. Einfach tun. Projekt Maschine. Es ist sowieso alles ein großer Witz, nicht wahr? Nein?! Sicher…? Abwarten. 😉

PPS: Nein, ich bin nicht frustriert. Enttäuscht vom Leben. Das ja. Aber ich habe dafür die Chance bekommen es als das zu sehen was es ist: Ein großer Witz, der am Ende ganz sicher tödlich ausgeht. Dazwischen gibt es manchmal schöne und manchmal böse Ereignisse. Wenn Ihr nicht nur wisst, sondern Euch tatsächlich komplett gewahr seid, dass es allerdings enden wird… dass vor allem das Leben enden wird… welche Einschränkungen solltet Ihr dann noch in dieser begrenzten Zeit für Euch in Kauf nehmen? Eben. Also streif den Ballast ab und flieg! Seit mir klar geworden ist, dass das alles ein großer Witz ist, fällt es mir leichter die Pointen des Alltags zu erkennen und mit zu lachen. Schauen wir mal wie ich das in ein paar Monaten sehe. Im Prinzip sind es keine Enttäuschungen. Erst unsere Bewertung lässt Ereignisse zu Enttäuschungen werden. Es sind Ereignisse. Die wir uns selbst ins Leben holen. Dafür gibts Quittungen. Wie an der Kasse. Auch wenn Du die selten möchtest, reicht sie Dir die Kassiererin meistens trotzdem ungefragt. 😉

Sich jeden Tag neu zu motivieren

Wenn ich da draußen in der Welt unterwegs bin, habe ich das Gefühl, dass die alle gerne wollten, aber es nicht tun. Sie wollen immer alles Mögliche. „Ich hätte gern dies und ich hätte gern das…“, aber was genau tun sie dafür?! Nichts. Schön wärs. „Nichts“, wäre ja noch gut. Nein. Die Menschen tun alles dafür, dass sie noch weiter von ihren Träumen und Zielen weg kommen.

Beispiel?

In den vielen Gesprächen, die ich derzeit wieder vermehrt beim Weggehen führe, geht es wiederkehrend um ähnliche Themen. DAS Hauptthema ist oft das Körperliche. Da wird berichtet von Rückenschmerzen. Oder dass sich ein „paar“ Gramm zuviel auf die Hüften abgelegt hätten. Gerne auch beides in Kombination. Und während die Menschen das erzählen, schlürfen sie an ihrem Sahne-Cocktail, alternativ auch gerne einem Zucker-Cocktail (Mojito oder so). Gift also. Purem Gift.

Was für ein psychologisches Laienschauspiel. Ich wünsche mir A und tue GLEICHZEITIG B. Verrückt, oder? Und so geht es dann weiter mit der Ernährung im Allgemeinen. Wenn ich schon übergewichtig bin und vor allem, wenn ich DAS schon erkannt habe (sehr gut, immerhin!)… warum stoppe ich es dann nicht zumindest? Warum schaufele ich mir weiter kiloweise Zeug in den Magen, das das Gegenteil dessen bewirkt, was ich mir erträume?

Soll es hier heute um Ernährung gehen? Nein. Es soll darum gehen, warum Menschen A wünschen und gleichzeitig B tun. Und viel wichtiger für mich persönlich ist dabei das Thema Mann-/Frau-Beziehung. Denn dort findet das Gleiche in grün statt.

Frau wünscht sich tatsächlich (in der Regel!) A: „Ich wünsche mir einen lieben, einen netten, einen fürsorglichen, einen romantischen tollen Mann.“

Frau handelt (in der Regel!) hingegen B: „Der Typ da vorne ist mega. Der hat einen irren Körper und sein Style ist einfach cool. Die Tattoos und dieser gebräunte Teint. Hmmm… und wie der die Menschen um sich herum in seinen Bann zieht… was für ein MANN!“

Sie wünschen sich den Versorger. Sie schnappen sich (denken sie! In Wahrheit werden sie geschnappt, ohne es zu merken 😉 ) allerdings den Alpha. Der Versorger ist recht selten ein Alpha. Der Alpha versorgt nicht, außer sich selbst. Er ist, wenn ich ihm symbolisch einen Beruf zuordnen müsste, der Party-Organisator. Du kannst Gast auf seiner Party sein, klar. Da bist Du sogar durchaus willkommen. Nur solltest Du als Gast auf seiner Party eben wissen, dass er außer Dir noch viele andere Gäste „betreut“. Und vor allem, dass das hier nicht die einzige Party ist, die er „organisiert“. Im Sport würde man sagen: Du bist also sicher nicht DAS alles entscheidende Endspiel für ihn. Du bist noch nicht einmal wichtiger Teil des Turniers für ihn. Du bist nur eine Partie in einer Reihe von Turnieren. Du bist also noch nicht einmal die Kategorie 2 für ihn. Du bist auf 3 oder 4. Also sei am Ende nicht traurig, dass Du zwar den trainierten Alpha hast, aber als leere Hülle hinterlassen wirst.

Bewusstheit würde hier helfen. Schau mal genau hin.

Dunning-Kruger-Effekt

Dieses weibliche Verhalten ist definitiv ein Widerspruch in sich. Für die „moderne“ Frau. Für die Frau, die meint. Die meint dies oder dies zu brauchen und deshalb dies oder das zu tun. Ja. Meint sie. Weil sie nullkommanull bewusst lebt. Und das ist es auch, was sie am aller Meisten ablehnen würde, wenn man es ihr vorhält und sie darauf anspricht. „Nein, also ich bin nicht so. Ich mache meine Sachen immer sehr bewusst.“ Ja, ganz sicher. So bewusst, wie der Teenager total erfolgreich in seinem Job ist. Träum‘ weiter. Mein‘ weiter.

Andererseits sind es sowieso immer die anderen Menschen, die viel dümmer sind als man selbst. Man selbst ist stets viel weiter. Man selbst „ist nicht so wie die Anderen“. Da schließe ich mich und mein Denken schon mit ein, keine Sorge. Gelegentlich neige ich auch zu geistigen Höhenflügen und verliere dabei den Erdboden aus den Augen. Sagt man mir gemeinhin nach. Jedem von uns geht es manchmal so. Gut, vielleicht nicht ganz so extrem… 😉 Aber ich mache mir zumindest Gedanken darüber. Und ich bin mir bewusst, dass es da draußen auch tolle Menschen gibt, die auf vielen Gebieten mir weit voraus sind. Auch wenn ich das leider selten erlebe, dass ich Menschen treffe, die mir in Gebieten, die mich auch wirklich interessieren, ernsthaft voraus sind. Das liegt aber an meinem Naturell. Wenn mich etwas interessiert, mache ich es selbst schon zu 110%. Da wird es natürlich schwer, andere zu finden, die mir etwas beibringen können. Zu denen ich thematisch aufblicken kann.

Es ist allerdings ein großer Irrglaube zu meinen, dass man selbst IMMER besser ist als all die Anderen. Dunning-Kruger-Effekt. Wikipedia sagt dazu: „Als Dunning-Kruger-Effekt wird die systematische fehlerhafte Neigung relativ inkompetenter Menschen bezeichnet, das eigene Wissen und Können zu überschätzen und die Kompetenz anderer zu unterschätzen.“

Bin ich gerade selbst dem Dunning-Kruger-Effekt unterlegen? Mit meinen letzten paar Sätzen, zwei Absätze zuvor? Wer weiß. Aber ich mache mir Gedanken darum. Ich bin mir bewusst. Ich denke. Also bin ich. Hat dochmal jemand gesagt, oder? Viele Grüße, René Descartes.

1 + 1 = 3

Unbestreitbar klar sein muss und ist mir, dass andere Menschen eben ANDERE Dinge ganz toll können. Deshalb suche ich als Mann – so sehe ich mich selbst ! – eine feminine Frau. Meinen Gegenpart. Menschen sollten sich ergänzen. Ich glaube an die Polarität und die Erfüllung durch das Prinzip 1 + 1 = 3. Deshalb wünsche ich mir eine Frau, die zu ihrer Weiblichkeit steht und genug Selbstvertrauen hat, sich und ihre feminine Seite auszuleben. Selbstvertrauen, das nötig ist in einer Welt mit verquerten Werten. Solchen Werten, die systematisch künstlich gezüchtet wurden von Männern in Anzügen, die nur das Ziel hatten und haben, allen Frauen einen Schnurbart zu verpassen und sie so in den Kampf gegen die ursprünglichen Männer, die mit den echten Bärten, zu schicken. Verlieren tun am Ende beide. Die mit den aufgeklebten Bärten, weil sie nicht merken, dass sie Fasching spielen. Und die mit den echten Bärten, weil sie nicht merken, dass sie längst rasiert wurden.

Dieses ganze Gebahren ergibt sich erst aus der totalen Unbewusstheit. Der kollektiven Unbewusstheit einer ganzen Gesellschaft und vor allem der aktuellen Generation von Frauen (und Männern). Alles soll ablenken. Alles ist schnelllebig. Alles muss rasend stattfinden. Langsam und in Ruhe gibt es kaum mehr. Ständig läuft der Fernseher oder das Radio. Wer hält es 30 Minuten zu Hause im Wohnzimmer ohne jeden Ton aus? Wo doch bekannt sein müsste, selbst den Letzten, dass eine Fülle nur aus einer Stille entstehen kann. Wie sagt Eckhart Tolle auch so schön: „Musik, wie wir sie wahrnehmen, kann nur deshalb entstehen, weil zwischen den einzelnen Tönen gerade keine Töne stattfinden. Weil dort Stille ist. Weil da ganz viele kleine Pausen sind.“

Es ist keine Frage der Betrachtung. Sondern es ist die Betrachtung an sich, die überhaupt nötig ist. Zu verstehen bedingt zu betrachten. Betrachte ich nicht, verstehe ich nicht. Betrachte ich nicht, nehme ich nichts wahr. Betrachte ich nicht, bin ich unbewusst. Und aus einer Unbewusstheit heraus tue ich Dinge, ohne sie zu merken. Wenn ich Dich frage, was Du gestern Abend gegessen hast? Was dann? Ich muss auch kurz überlegen. Kurz, ja. Aber ich kann Dir fast aufs Gramm genau sagen was ich gegessen habe. Und in welcher Reihenfolge. Weil ich es bewusst tue. Weil ich nicht rein schaufele. Ich weiß welches Lied ich gestern beim Spazieren gehen gehört habe. Weil ich EIN Lied gehört habe, das ICH hören wollte. Weil nicht das (Internet-)Radio nebenbei läuft.

Und wenn Du überlegst, was Du gestern Abend gegessen hast… das ist doch nicht lange her… was war es? War es wenigstens in Ruhe oder eher hektisch? War es Kreuz und quer oder „geordnet“? War es so, dass es nach dem „ich bin satt“ später nochmal etwas gab? Das ist keine Anklage. Ich bin kein Richter. Ich bin nur der Beobachter. Und ich beobachte genau dieses Verhalten jeden Tag da draußen bei der Masse der Menschen. Auch wenn ich in Metaphern spreche, spreche ich hintergründig über das Verhalten von Mann und Frau beim Kennenlernen.

Es ist kein Klagen. Es ist ein beobachten. Und beobachten macht bewusst. Bewusst zu sein, ermöglicht zu erkennen. Den Unterschied zu erkennen. Und für sich selbst herausfinden zu können, was ICH in meinem Leben an meine Seite lassen möchte. Nichts zu beobachten ist auch möglich. Dann hast Du irgendwen oder besser gesagt irgendetwas an Deiner Seite, früher oder später. Dann lebst Du kein Leben, sondern wirst gelebt. Ohne es zu merken. Ja gut, dann ist es so gesehen gar nicht schlimm. Provokativ gesagt: Wenn Du nicht wenigstens bemerkst oder sogar weißt, dass Du überhaupt existierst, spielt es auch keine Rolle, wenn Du verschwunden bist oder Deine Existenz nur anderen dient.

Auch gestern war ich wieder unterwegs. Es war ein schöner Abend, nicht sehr lange, aber spaßig. Sehr unterhaltsam. Gespickt mit Unterhaltungen. Ich war in einer Bar, wie meistens. 😉 Und dort über den Abend hinweg durchgehend in Gesprächen mit Frauen. Es war fast wie beim Speed-Daten, obwohl ich da noch nie mitgemacht habe. Wäre das etwas für mich? Hm. Egal.

Rein in die Bar, direkt von einer Frau angelächelt worden. Zurück gelächt, dabei kurz und schnell die Augenbrauen hochgezogen. „Hab Dich gesehen und finde Dich attraktiv“, heißt Mann das. An ihr vorbei gelaufen, mit dem Rücken zu ihr gestellt. Sie war in ihrer Frauen-Gruppe. Nur kein Stress. Also drehe ich mich einige Sekunden später in Ruhe um und spreche sie an. Ich merke, dass da grundsätzlich Interesse ist. Aber ich merke auch, dass sie nicht mein Fall ist. Jedenfalls nicht ernsthaft. Meistens reichen ein paar wenige Aussagen, die mich zu einem „sie ist es nicht“ führen.

Vor allem merke ich aber, dass ich anders wahrnehme als früher. Früher hätte ich „durcheskaliert“ bis zum Ende. Egal „wie“ die Frau ist. Um zu? Um zu sehen, wo das Ende liegt. Ob das Ende ein Korb ist. Oder ihre Nummer. Oder eine Nummer.

Vom Teenager-Dasein

Heute ist das anders. Ich bin mir zu wertvoll geworden für so Manches. Projekt Beziehung Teil 1 war für meine persönliche Entwicklung sicher nötig. Ich habe mir Fähigkeiten beigebracht und trainiert, von denen ich heute enorm profitiere. Aber ich merke jedes Mal wieder, auch gestern Nacht, dass es längst Zeit ist für Teil 2. Sowohl im Projekt Beziehung als auch vor allem was meine Persönlichkeit betrifft. Gefühlt war ich in Teil 1 der Teenager, der da raus geht, um die Welt zu entdecken und sich selbst zu finden. Beides ist mir gelungen. Allerdings nur auf dem Niveau eines Teenagers. Für einen Teenager war ich dann recht weit, so gesehen. Aber ist sich ein Teenager denn bewusst darüber, dass er „nur“ ein Teenager im Vergleich zu Anderen ist? Machen sich Teenager darüber Gedanken? Hast Du Dir früher darüber Gedanken gemacht, dass Du noch „klein“ bist?

Gestern hat sich neben mir in der Bar ein junger Kerl, einer dieser Teenager, mit zwei Mädchen unterhalten. Ich hörte ihn sagen: „Ich bin zur Zeit echt erfolgreich in meinem Job. Und Ihr, was arbeitet Ihr?“ Typische Standard-Frage, die ich nie stelle. Mich interessiert ihr (Scheiß-)Job nicht. Ich verdiene mein eigenes Geld. Womit sie ihres verdient, interessiert mich doch nicht am Anfang. Jetzt könnte man einwerfen: „Ja, aber der Job ist doch auch Teil des Lebens dieser Person. Warum interessiert Dich das denn nicht?“ Es interessiert mich deshalb vorwiegend nicht, weil die wenigsten Menschen in unserer (westlichen) Gesellschaft den Job machen, der ihnen Spaß macht. Mir kann keiner erzählen, dass Akten sortieren geil ist. Mir kann auch keiner erzählen, dass Putzen gehen geil ist. Mir kann auch keiner erzählen, dass… Steuererklärungen zu erstellen… befriedigt. Wir Menschen haben keine Berufe. Wir haben Einkommensquellen. Wir sind Maschinen geworden (geblieben), in einer Zeit, in der das aufgrund des technologischen Fortschritts gar nicht nötig wäre.

Es ist ein totales Privileg von nur 1% der Menschen, den Job auszuführen, der ihnen wirklich Spaß macht. Im Sinne echter Berufung. Ein Job, bei dem Arbeit und Freizeit verschwimmen. Aber wenn ein Teenager etwas von Erfolg im Beruf schwafelt, spätestens dann wird klar, warum Bewusstsein nötig ist. Ein Teenager ist ein Teenager. Woher soll er wissen, dass er „nur“ ein Teenager ist. Das ist keine Abwertung, definitiv nicht. Es geht nicht um eine Bewertung im Sinne von „gut“ und „schlecht“, sondern um die Beobachtung und Wahrnehmung dessen, wo vorne und hinten oder oben und unten sind. Standortbestimmung. Es muss als Rennfahrer doch mein Ziel sein zu wissen, in der wievielten Runde ich mich befinde, oder? Wenn ich das nicht weiß und einfach immer weiter fahre, werde ich nie bemerken, dass das Rennen längst aus ist und ich noch immer stur weiter Runden drehe. Kann man machen, aber so wird man selten als Sieger aus dem Rennen gehen. Dass das „alle“ so machen, macht es nicht richtiger. Schwarmintelligenz funktioniert nur bei Tieren.

Und für mich ist dieser Teil 2 meines eigenen Lebensprojektes nötig. Witzigerweise heißt das Projekt zwar immer noch Beziehung. Aber gerade das ist für mich ziemlich in der Prioritätenskala nach unten gerutscht. Erst komme ich. Dann kommt mein Sport (Projekt Maschine). Dann kommt lange nichts. Und dann kommt der (inzwischen) stille Wunsch eine Partnerin fürs Leben zu finden. Und dazwischen kommen allerdings noch meine Familie und meine Freunde.

Vorgestern bin ich nachts nach 0 Uhr heim gekommen und hatte an dem Tag noch nicht trainiert. Also hab ich wenigstens noch 10 Minuten die Bauchmuskulatur bearbeitet. Ein gutes Gefühl. Ausreden gelten nicht. Und dass „die Anderen“ doch auch (fast) alle dick sind, interessiert mich nicht. Ich war früher auch unbewusst. Meine Beziehung hatte mich dazu gebracht. Ich hatte angefangen mein Leben nicht mehr bewusst zu leben. Ein Stück weit wurde ich gelebt. Das ist nun zum Glück vorbei. Und ich hoffe und arbeite hart daran, dass mir das nie wieder passiert. Besonders dann nicht, wenn ich „die Eine“ gefunden habe. Ich bin ein toller Mensch. Einer, der alleine schon so toll ist, dass er „die Eine“ nicht benötigt, um komplett zu sein.

2019-06-20

Auch das musste ich erkennen lernen. Halt, ich durfte es (erneut) erkennen lernen. Aber ich hatte es nach Teil 1 leider vergessen. Die Frau hatte mich eben blind gemacht. Mein Fehler. Als Mann bin ich heute nur bereit für eine Frau, die aus 1 + 1 eben genauso 3 machen möchte. Und dann sollen auch noch Kinder dazu kommen… 1 + 1 + 1 wäre dann 4, usw.

Teenager mit Falten

Es war gut gestern Nacht. Die Gespräche mit den Frauen machten Spaß. Es macht Spaß, aus dieser Location ein Stück weit mein Wohnzimmer zu machen. Und dieses Spiel mit dem sozialen Status ist pervers. Sprichst Du mit einer Frau nach der anderen, wobei Du die Frauen durchgehend zum Lachen bringst und die ganze Gruppe unterhältst… und die Frauen instiktiv Deine Nähe suchen… dann ist das schon cool. Pervers bleibt es trotzdem. Es ist natürlich ein dämliches „sehen und gesehen werden“. Es ist ein besonderes Gefühl, sich mit einer Frau eng an eng zu unterhalten und dabei gleichzeitig den eigenen Blick schweifen zu lassen und dabei die Blicke anderer Frauen zu treffen. Manchmal grinsen sie einen dann an, ganz als würden sie Dir sagen wollen: „Ich find Dich heiß.“ Ja, kann sein. Vielleicht bilde ich mir das auch ein. Aber eines ist klar: Ich kann nicht überall sein. Aber ich werde wieder da sein. Schon beim nächsten Mal. 😉

Und so hast Du viele viele Gespräche, tauschst Nummern. Spielst das Spiel wie immer ein Stück weit mit. Auch wenn Du merkst, dass „die Eine“ bisher nicht dabei ist. Klar, das Projekt Beziehung Teil 2 läuft ja auch erst seit kurzem. Die Ergebnisse sind jetzt schon verdammt gut. Fast so als hätte ich die Pause durch die letzte Beziehung nie gehabt. Aber es kostet auch Kraft. Die vielen Gespräche. Immer wieder zu erkennen, dass ich mich mit Teenagern unterhalte. Obwohl die Frauen manchmal schon Falten haben. Dunning-Kruger-Effekt? Oder auch nicht! Was solls.

Worauf es also ankommt? Sich jeden Tag neu zu motivieren! Mein HIIT-Training steht an. 30 Minuten für mich. Nur für mich. Und dazu brauche ich keine Frau.

4231 Wörter voller Impressionen und wie immer ein bisschen Polarisation

Es ist Sonntag, Freunde. Und ich sitze auf der Couch, habe mir vorhin zum Frühstück ein großes Müsli gemacht. Ohne Zucker, klar. Mit Nüssen, Erdbeeren und Skyr. Natürlich alles aufs Gramm genau getracked (myfitnesspal). Alles für den totalen (körperlichen) Erfolg! Tatsächlich ist es gerade so, dass ich nichts zu tun habe, jedenfalls nicht gezwungenermaßen. Und so habe ich gerade Zeit und auch Lust zu schreiben. Der letzte Artikel kam Dienstag. Wird also wieder Zeit! Ich habe Urlaub und den genieße ich bereits die ganze Woche.
Montag bis Freitag lief das bei mir in etwa so ab (manchmal in wechselnder Reihenfolge):

1. Aufstehen mit mindestens 8 Stunden Schlaf im Gepäck
2. Leichtes joggen oder spazieren gehen
3. Frühstück vorbereiten, jede Zutat abwiegen und in meine App eintragen
4. Einkaufen fahren sowie mich um meine Persönlichkeitsentwicklung kümmern 😉
5. Mittagessen vorbereiten, meistens eine große Portion Fisch mit viel grünem Gemüse (Low Carb)
6. Intensives Krafttraining
7. Relaxen und mich um meine Persönlichkeitsentwicklung kümmern 😉
8. Abendessen vorbereiten, wie immer alles genau abwiegen und tracken
9. Erneut einen Spaziergang einlegen
10. Mir vor dem Schlafen nochmal ein paar Dinge aus der Welt der Persönlichkeitsentwicklung reinziehen – von nichts kommt nichts
11. Gute Nacht und bubu

Leben und Freiheit oder Arbeiten

Der Urlaub tut mir gut und ich stelle mir vor wie es wäre, wenn ich nie wieder arbeiten gehen würde oder müsste. Es wäre meins, definitiv. Der Tagesablauf ist einfach genial. Ich kann tun und lassen was ich will. Und das Genialste ist: Ich bin derzeit komplett alleine und fühle mich damit (fast) so wohl wie damals im Projekt Beziehung Teil 1, jedenfalls wie damals in den letzten Monaten vor dem Beginn meiner vergangenen Beziehung.

Keiner der mich weckt, obwohl ich schlafen möchte („Ich kann nicht länger schlafen und einfach nur liegen bleiben mag ich nicht, morgens mag ich raus und aktiv sein“). Also musste ich oft alleine wach werden und alleine aufstehen. Kein Unterschied zu jetzt. 🙂 Keiner der mir – wie auch immer geartet – suggeriert, ich müsste nun über den Tag verteilt noch dies oder das tun. Weder muss ich einkaufen fahren noch muss ich irgend auch etwas mit meiner Partnerin unternehmen. Ich brauche noch nicht einmal mehr eine Schwiegermutter in spe ertragen, die mir mit ihren linksgrün-verblendeten Ansichten den Nerv zu rauben im Stande war. Oder irgendwelche (für mich) fremden Freundinnen meiner Partnerin ertragen oder akzeptieren, die ich einfach charakterlich widerlich fand, nur um nicht zu sagen, dass sie eigentlich teuflisch sind.

Ich muss gar nichts. Überhaupt nichts. Was für eine neue Freiheit. Ich mache hier auch keine gute Mine zum ansonsten bösen Spiel, definitiv nicht. Ich fühle so. Und ich spüre, dass ich mich ganz gut aus dem Loch der vergangenen 3 Monate herausgezogen habe. Das Bewusstsein reift in mir, dass trotz vieler (vermeintlich) schöner eiten mit S und mit Z in einer Beziehung rückblickend betrachtet dann doch nicht immer alles so toll war. Menschen neigen – dazu gibt es Studien – in der Retrospektive dazu, die negativen Erlebnisse zu vergessen und nurmehr die positiven in Erinnerung zu behalten. Mir geht es gerade aber umgekehrt. Gut so.

Nichts ist wertvoller als das eigene Leben. Und das ganz unabhängig von einer Partnerin. Doch ist man in einer Partnerschaft, gerät das leicht in Vergessenheit. Plötzlich ist sie (oder er) es, nach der man sich richtet. Auf den man Rücksicht nimmt, ohne dass auf einen selbst auch Nachsicht genommen wird. Es war bei mir – aus heutiger Sicht – ein ungesundes Maß der Aufopferung, Fürsorge und Energie, das ich gegeben hatte. Und dieses Maß ist ganz offensichtlich verpufft. Nach dem Energieerhaltungssatz kann Energie sich ja nie auflösen, sondern sich nur umwandeln. Die Frage ist, in was sich all meine Energie wohl umgewandelt haben mag. Karmatisch gesehen habe ich einem anderen Menschen wahrscheinlich massiv Anschub im Leben geleistet. Ist doch positiv, wenn auch hauptsächlich nicht für mich. Denn ich bin dabei ausgebrannt und dementsprechend leer geworden. Das hat dazu geführt, dass ich mich gehen lassen habe und weniger auf mich achtete. Weniger Energie hatte, um die schönen Dinge des Lebens (auch mit Partnerin) zu genießen.

Es ist doch verrückt. Vor 3 Monaten musste ich mir mehr oder weniger sagen lassen, dass ich langweilig (geworden?) sei. Heute – wenn ich draußen unterwegs bin – höre ich von allen möglichen Menschen wieder das Gegenteil. Es ist absurd, wirklich. Es ist so als würde ich mich hinstellen und sagen: „Oh mein Auto ist schmutzig. Ja dann ab in die Schrottpresse damit. Ich kaufe mir ein neues!“ Ihr versteht was ich meine, oder? Hoffe ich. Wie wäre es stattdessen – gerade in Partnerschaften – mit einfachen Runderneuerungen? Einfach mal den Schmutz abwaschen und den Ballast über Board werfen? Miteinander reden? Nee? Okay. Danke. Also dann lieber ein neues Auto. Viel Spaß damit. Am Besten schneller, höher, weiter. Am Ende gehts gegen den Brückenpfeiler. Aber das ist dann nicht mehr mein Problem. Good luck.

Und diese Leere, die in mir entstanden war, fülle gerade ich gerade wieder auf. Mit dem verdammt nochmal Besten was diese Welt zu bieten hat. Und das sind ein gesunder Geist und ein gesunder Körper. Meine Ernährung ist auf den Punkt da. Gut, am Wochenende habe ich einmal etwas gesündigt und mir ein paar Schlücke Alkohol gegönnt, aber dazu später mehr. Ansonsten aber hätte ich das, was ich derzeit tue, vor 3 Monaten noch als „krank“ bezeichnet. Ich esse Dinge, die mir nicht schmecken und das ganz ohne jegliche masochistische Ader. Ich esse es, weil mein Körper es für das Muskelwachstum und die gleichzeitge Reduzierung des Körperfettanteils benötigt. Kabeljau ist hin und wieder schon okay. Aber 300 Gramm davon, mit 200 Gramm Brokkoli und 200 Gramm Blumenkohl? Mehrmals die Woche? Lecker geht anders.

Ich spüre, dass ich sehr relaxed bin, die Tage. Ich spüre auch, dass ich Energie habe. Die ich allerdings auch nur dosiert einsetze. Urlaub ist zur Erholung da. Oder auch zur Selbstfindung. 😉 Wie auch immer. Glücklicherweise hab ich noch eine weitere Woche Urlaub. Und nächsten Monat schon wieder. Dann geht es wieder einmal nach Mallorca. Gebucht ist schon. Und bis dahin will ich ihn erreichen, den Sixpack. Sorry Freunde, wenn ich mich hier manchmal wiederhole. Sixpack und so. Aber das ist eben derzeit die Priorität und es fühlt sich einfach mega an, wenn….?

Ein riesiger erster Meilenstein

Wenn ich dieses Wochenende zum ersten Mal seit 2,5 Jahren meine Superslimfithemden beim Clubgamen tragen konnte! Wahnsinn. Was für ein Gefühl. Slimfit ging ja die letzten Wochen schon. Aber Superslimfit!? WAS FÜR EIN MEILENSTEIN! Das hat etwas Göttliches. Etwas Erhabenes, Übersinnliches! Okay, Schluss. Genug! 🙂 Dazu diese leichte körperliche Bräune. Das Hemd umgeschlagen und hochgekrempelt, die Unterarme liegen frei. Kann nicht jeder tragen, denn bei den Meisten sitzt vorne dran eben ein (kleiner bis großer) Ranzen. Und einer von diesen Jeden war ich, jedenfalls die letzten 1,5 Jahre. Das erste halbe Jahr der Beziehung ging noch. Aber dann… hm… Gewichtszunahme sei Undank. Aber jetzt bin ich wieder back im Business und das ohne auch nur einen Hauch von etwas geschenkt bekommen zu haben. Fast jeden Tag intensives Krafttraining, gekoppelt mit einem stringent verfolgten (leichten!) Kaloriendefizit. So kann das der Körper auch auf Wochen (oder Monate) sehr gut fahren. Das Muskelwachstum hält sich dann zwar etwas in Grenzen, aber es ist da. Und gleichzeitig verabschiedet sich das Fett immer weiter. Es geht auf diese Art nur langsam, aber es schmilzt dahin. Auf sehr gesunde Art. Und das ist der Hauptzweck, gesund zu sein!

Jetzt am Wochenende war ich zweimal draußen. Freitag mit einem Freund. Gestern alleine. Der wesentliche Unterschied zu früher ist, dass ich innerlich nicht mehr verspüre herumrennen zu müssen wie ein aufgeschrecktes Huhn. Ich komme in den Laden und drehe ein oder zwei Runden. Beobachte. Schaue, ob es eine interessante Frau gibt. Manchmal ja, oft nein. Dabei versuche ich mehr zu spüren. Weniger zu schauen. Ich schaue mehr durch das Herz und den Bauch und weniger durch die Augen. Natürlich laufen da viele heiße Hasen herum. Aber irgendwie wirken die meisten Menschen leer. Wenn ich in ihre Augen blicke, habe ich das Gefühl ich könnte die Schädelrückseite sehen. Egal. Solange der Alkohol flaschenweise fließt und sie meinen den Abend genießen zu können, soll es ihre Sache sein. Meine ist es nicht.

Und so stehen mein Wingman und ich da und unterhalten uns und schauen uns die Menschen an. Irgendwie hatte ich Lust zu tanzen. Die ganze Woche relaxen und entspannen ist cool. Nur unendlich kann ich den Fluss der Energie auch nicht stauen. Ich bin kein Staudamm. Wahrscheinlich ist es mehr das Testosteron, das mich energiegeladen macht. Ich beschließe an die Bar zu gehen und zwei Getränke zu bestellen. Bestellen zu wollen, jedenfalls. Und manchmal ist es nicht so einfach auch tatsächlich Getränke bestellen zu können. In der heutigen Zeit sind aufmerksame Barkeeper selten. Mehr ist auch nicht zu erwarten, bei 8,50 Euro Mindestlohn. Dafür gibt es eben nur Fallobst. Selbst in einem Edelschuppen. Der Dame zu meiner Rechten tue ich das mit einem Lächeln kund.

Und sie ergreift die Initiative, will mir helfen, kümmert sich um mich um zieht mich in ein… letztlich… mehrstündiges Gespräch. So schnell geht das. Ich muss aber dazu sagen: An dem Abend hatte ich glaube ich innerlich das Gefühl, dass mir die Welt gehört. Wie früher. Es war der erste Abend seit langem, wie ich oben schrieb, an dem mir meine alten Klamotten wieder gepasst haben. Und ein weißes hochgekrempeltes hautenges Hemd über einem gebräunten Körper ist einfach zeitlos schön. Für mich jedenfalls. Aber vermutlich nicht nur für mich. Und vermutlich nicht nur mein Hemd.

2019-06-16

Ich, die alte Seele

Wie sagte sie im Laufe unserer Konversation so schön zu mir: „Hier im Club sind so viele Menschen, wenn Du Dich umsiehst. Aber sie interessieren mich kein Stück. Alle selbstverliebt und unecht.“

Was soll ich dazu sagen? Stimmt. 🙂

Ich: „Klar. Mir geht es nicht anders. Aber ich versuche jeden Tag das Beste aus dem zu machen, was die Welt zu bieten hat. Und an jedem Ort dieser Welt gibt es vielleicht 1 oder 2 Prozent Menschen, die richtig Klasse sind.“

Sie: „Deswegen bist Du jetzt vermutlich auch hier neben mir.“

Ich muss dazu sagen, dass mir so etwas viel mehr bedeutet als auf meinen Körper angesprochen zu werden. Das ist mir nämlich ein paar Stunden vorher passiert. Ich war in einem Café in einem lockeren Gespräch mit einem Ehepaar, beide um die 50. Er sagte zu mir: „Du siehst echt fit aus und hast einen athletischen Körper.“ War defintiv ein nettes Gespräch und ich habe wieder eine interessante Bekanntschaft schließen können. Sie haben einen Laden in der Stadt. Nächste Woche schaue ich dort mal vorbei. Ich spreche mit jedem. Und aus jedem Gespräch kann etwas Gutes erwachsen. Auch wenn es nicht immer die nächste Traum-Beziehung ist. Die meistens sowieso mehr Traum ist als Beziehung. Aber das intensivieren wir jetzt nicht. Wir wollen ja positiv bleiben. 😉

Tags zuvor habe ich einem Fitnesstrainer auf Youtube gespannt zugehört. Er erzählte darüber, warum es sich lohnen würde fit zu sein und zu trainieren. Er sagte ganz simpel: „[…] Du wirst einfach anders wahrgenommen. Ich finde das auch nicht immer toll, dass die Menschen so oberflächlich sind. Aber ich kann es Euch definitiv sagen, Du wirst ANDERS behandelt. Die Leute begegnen Dir mit mehr Respekt. Egal ob beim Einkaufen oder sonstwo. Und auch die Frauen reagieren anders. Es lohnt sich. Trainiere! Schinde Dich. Du wirst dafür belohnt. […]“

Und bumm. Am nächsten Tag hatte ich mein erstes „Kompliment“ bekommen. Wenn auch von dem Mann (und dann auch von seiner Frau). Aber umso aufrichtiger war das Kompliment. Ein Mann hat es nicht nötig einem anderen Mann ein Fake-Kompliment zu machen. Das machen nur Frauen. 😉 So etwas motiviert mich natürlich. Es ist der Lohn für wochenlangen Verzicht, viel Schweiß (im wahrsten Sinne des Wortes!) und eine totale Aufopferung. Nur diesmal ist all die Aufopferung nicht für meine hypergame Partnerin, sondern für mein monogames Selbst. Und das ist nicht fake. Das ist real. Und wie ich auch früher (Projekt Beziehung Teil 1) schon immer sagte und dummerweise dann leider in der Beziehung außer Acht ließ: „Alles was Dir am Ende bleibt, bist Du selbst. Die meisten Partnerschaften gehen früher oder später zuende. Aber was Dir bleibt bist du selbst. Dein Körper. Dein Charakter. Deine Persönlichkeit und dein Lifestyle.“

Ich hatte vermutlich Teil 1 gebraucht, um mich in diese Welt einzuarbeiten. Ich hatte vermutlich die gescheiterte Beziehung gebraucht, um zu verstehen, dass ich von meinem Weg aus Teil 1 nie wieder abzubringen sein darf. Nicht einmal dann, wenn ich denke, dass es „DIE EINE“ wäre. Vielleicht gerade dann nicht. Das Leben haut Dir am meisten dann mitten auf die 12, wenn Du es am Wenigsten erwartest. Dolchstoßlegende.

Aber wir waren bei der Frau an der Bar, also zurück zum Thema. Wie Ihr wisst, springe ich gerne in meinen Storys. Macht mir Spaß und ich sprudle immer nur vor Gedanken. Deswegen gibt es auch immer wieder so ein buntes Potpourri. Erfordert Aufmerksamkeit beim Lesen. Aber glaubt mir, nicht nur von Euch. Das Schreiben setzt auch Aufmerksamkeit voraus. 😉

Sie erzählte viel von sich, wir lachten viel. Ich genoss – was ich beim Weggehen höchst selten tue – einen Schluck Alkohol. Weißwein. Chardonnay. Wenn ich einfach sagen soll, was ich in diesem Moment mit dieser Frau verspürte, dann war es weder Lust. Noch war es irgendein Pickup-Ding. Ich genoss die warme Luft. Ich genoss den Ausklang des Abends und ich genoss das Gespräch. Wirklich. Und ich spürte, dass Ihr Interesse sich mit mir zu unterhalten authentisch war. Und ich spürte auch mehr als nur das Interesse an einem Gespräch mit mir. Aber das war mir nicht wichtig. Echt nicht. Was ehrlicherweise wohl auch daran liegt, dass sie ein paar Jahre älter ist als ich.

Der Unterschied zwischen Alt und Jung (Second-Hand oder nicht)

Und das Projekt Beziehung Teil 2 hat, das muss ich schon deutlich sagen – wenn auch nicht mehr alleinig – das Ziel meine Traumfrau zu mir zu führen. Und auch gewisse Rahmenbedingungen müssen dazu stimmen. Ich möchte nicht unbedingt wieder eine Frau an meiner Seite, die älter ist als ich. Ich möchte ganz gerne Papa werden, wie Ihr wisst. Und ich denke dass das einfacher mit einer jüngeren Frau ist. Wie hat Lotusblume vor vielen Wochen zu mir so schön gesagt: „Ich meine das nicht negativ, aber Du hast jetzt die einmalige Chance eine Frau kennen zu lernen, die auch von den Randbedingungen her zu Dir passt. Und Du musst nicht wieder eine Secondhand-Frau nehmen.“ Ja, ich höre Dir immer sehr genau zu. Und so etwas sitzt. Den Rat beherzige ich. Danke.

Es ist immer eine Abwägungssache. Und es gibt kein Richtig oder Falsch im Leben, nie. Jüngere Frauen sind „noch nicht so weit“, dafür sind sie aber auch noch nicht so verdorben. Wurden von den Männern noch nicht so zerstört. Ältere Frauen sind „schon weiter“ oder „sehr weit“, dafür meinen (!!!) sie zu wissen was sie wollen und bekommen können, haben schon einiges erlebt und verhalten sich deshalb unabhängiger und Du bist eben… einer von… ganz vielen… in ihrem Leben. Jetzt kannst Du Dir natürlich aussuchen was Dir lieber ist. Wie bei Herzblatt, damals:

  • Die Junge, die Dir irgendwann sagt: „Ach weißt Du was, ich möchte nochmal einen anderen Mann. Ich bin noch jung. Und die Zeit mit Dir war schön, Du bist meine längste und intensivste Beziehung gewesen. Aber es wird Zeit, nochmal etwas Neues zu sehen. Tut mir leid.“
  • Oder die Ältere, die Dir irgendwann sagt: „Ach weißt Du was, ich hatte schon so viele Typen und so viel erlebt. Du kennst das ja auch, manchmal trennt man sich eben einfach. Da müssen wir doch keine große Sache daraus machen. Ist ja nicht das erste Mal im Leben. Ich habe das bisher immer gut hinbekommen und jetzt ist es eben wieder soweit. Hak es ab. Danke und tschüsschen.“

Als Mann hast Du da die freie Wahl. Und ganz unabhängig davon was Lotusblume sagte, kann ich für mich nur sagen: Die Junge Frau ist wenigstens jung. Ihr kennt ja mein Motto: „Hauptsache hübsch.“ Das ist auch wirklich der einzige Unterschied aus meiner Sicht, zwischen einer Jungen und einer Älteren. Unter dem Strich jedenfalls. Also ganz ganz unter dem Strich. Denn alles andere kannst Du gar nicht beeinflussen. Es gibt „reife“ junge Frauen und unglaublich kindische/naive ältere Frauen. Ältere Frauen sind auch attraktiv, keine Frage. Oftmals auf ihre ganz eigene Art. Kommen mehr über das Charisma. Aber ich bin nicht alt. Alt im Kopf vielleicht. Oldschool, würde ich sagen. Und da kommen wir auch schon zum nächsten Punkt im Gespräch mit der Frau an der Bar.

Es ging ums Alter, sie hat das Thema angeschnitten. Und sie war sehr überrascht, dass ich „so jung“ sei. Hahaha. Da bist Du nicht die erste Frau, die das sagt und denkt. Ich sagte nur: „Geht mir immer so. Bin ich gewöhnt. Wenn es um gute Gespräche geht, kann ich mit ganz jungen Frauen auch nichts anfangen. Nicht einmal mit Gleichaltrigen.“

(Kleiner Gedankeneinschub: Genau da steckt seit jeher mein Dilemma! Aber das ist ein anderes Thema)

Sie: „Kann ich verstehen. Ich will das jetzt nicht ausbreiten und Dich auch nicht verschrecken, aber… Du bist eben eine alte Seele.“

Und dann ging es im weiteren Verlauf hautpsächlich um Spiritualität und Persönlichkeitsentwicklung usw. Ein bisschen auch um ihre Hobbys und ihren Job und ihre vielen Reisen. Um ihre Erfahrungen des Lebens. Alles Dinge, die mich wirklich interessierten. Ich hatte einfach nur Lust zuzuhören und nur zwischendurch das Gespräch auf die für mich interessanten Pfade zu lenken. Aber Ihr müsst Euch das so vorstellen: Ich habe derzeit zwar schon Lust, eine Frau kennen zu lernen, mit der mehr ist als nur ein bisschen Körperlichkeit. Aber ich muss nicht. Ich muss gar nichts und für niemanden.

Deswegen konnte ich zuletzt Fr. Fashion auch nach Hause komplimentieren, selbst wenn sie anfängt körperlich zu werden. Mein Körper und ich sind der Preis. Der Jackpot. Versteh das, liebe Frau. Gut. Oder lass es. Dein Problem. Jedenfalls sitze ich da an der Bar mit einer wirklich interessanten Frau. Wir trinken Weißwein. Natürlich werden wir beobachtet. Sie war definitiv eine auffällige Frau. Attraktiv auch, keine Frage. Eine mit Charisma. Und das genieße ich. Mir egal wie alt sie in dem Moment ist. Weil ich keine Hintergedanken habe. In Teil 1 hätte ich jetzt verkopft überlegt was meine nächsten „Moves“ sein müssten, „um zu“. Ist inzwischen anders. Es kommt wie es kommt und ich lasse los, noch bevor ich je zugepackt habe.

Wie sie auch zu mir sagte: „Mach Dich frei im Kopf. Leb nach Deinem Bauch. Kann Dir doch total egal sein was irgend eine Frau von Dir denkt und ob sie Dich toll findet oder nicht. Sei Du selbst. Wenn sie das nicht checkt, wer Du bist… dann lass es ihr Problem sein. Fertig.“

Recht hat sie. Und nach einigen Minuten kam auch mein Wingman mit dazu. Wir sind das gewöhnt, dass einer von uns auch mal mit irgend einer Frau oder sonstwem versumpfen kann. Alles kein Stress und darüber bin ich sehr froh. Irgendwer hatte an der Bar übrigens so eine teure Flasche Champagner stehen lassen, im Eiskübel. Ich wusste gar nicht was das für ein Zeug ist. Hab mir dann den Preis auf der Karte angesehen. Dachte mir nur: „Oh mein Gott. So viel Geld gebe ich vielleicht in 3 Monaten insgesamt beim Weggehen aus.“ Nachdem die Flasche so alleine herumstand, bin ich da nicht so. Der arme Chamapgner möchte sicher auch Gesellschaft. Also hab ich mir nach meinem Weißwein noch ein kleines Gläschen davon gegönnt. Was soll ich sagen? Er schmeckt echt köstlich. Und warum? Weil er köstlich kostenlos war. Hahaha! Der billige Perlwein aus dem Aldi ist auch nicht anders.

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Mal ehrlich Freunde: Wer ist so doof und lässt einen dreistelligen Betrag für so eine kleine Flasche sprudeligen Traubensaftes über den Tresen rollen? Ich will es für mich nicht ganzlich ausschließen. Aber ich weiß wann ich das tun würde. Ab wann. Für mich kommt das jemals nur dann in Frage, wenn meine Zinseinkünfte in der Zeit, die ich benötige, um die Flasche zu leeren, höher sind als der Preis der Flasche. So einfach. Dann bezahlt sich das Ding von alleine. Frugalismus nennt man das, par excellence. (Kleiner Einschub für die Experten: Eigentlich bezahlt sich die Flasche dann auch nicht „von alleine“. Bezahlen tut das immer die steuerzahlende Bevölkerungsschicht. Also wir doofe Deppen aus der „Mittelschicht“. Es gibt ja bekanntlich Doofe. Und es gibt Deppen. Aber die mit Abstand Dümmsten sind wir doofe Deppen. Aber das ist nur etwas für eingefleischte Makroökonomen und das Fass will ich hier nicht weiter aufmachen. Außer es interessiert Euch. Dann ab in die Kommentare damit! 😉 )

Nach einer Weile sind wir dann zusammen aus dem Club raus, es war spät. Ich war müde. Aber ich hatte Hunger. Sie auch. Wir beschlossen noch zusammen ein Stück Pizza essen zu gehen. Ich freue mich immer wieder, wenn ich alleine (oder mit einem Wingman) in einen Club gehe und dann mit einer Frau raus gehe. Kommt nicht immer vor. Aber meistens bisher dann, wenn ich es am Wenigsten „erwartet“ habe. Lehrte mich Teil 1. Und „manchmal“ (einmal!) entsteht dann auch eine fast 2-jährige Beziehung daraus. Was das für Konsequenzen hatte, wissen wir. Aber ja. Ich will es wohl einfach nicht einsehen! 😉

Nein, es ist alles okay. Ich weiß ja jetzt wie das Ding läuft. Es ist alles viel lustiger, wenn wir verstehen was da eigentlich stattfindet. Ein Mann sollte das Spiel einfach mitspielen (lernen). Wichtig ist nur Eines: Er sollte – im Gegensatz zu den anderen 99% (und das meine ich nicht abwertend, sondern aufrichtig mitleidig!) – nur verstanden haben, dass es ein Spiel ist. Es ist in aller aller Regel nur ein Spiel. Außer Du hast das unendliche Glück und hast eine Ausnahme-Frau an Deiner Seite. Das Problem ist nur: Das weißt Du nicht. Du denkst es. ja. Aber Du weißt es nicht. Ich dachte das auch. Und dann…? Ja…

Ein bisschen Redpill, aber sehr praxisnah

Und wenn Du Fußball schaust, ist Dir auch bewusst, dass es nur ein Spiel ist. Ja, es mag Krieg sein. 90 Minuten brennt der Rasen. Aber eigentlich ist Dir bewusst, dass am Ende alle nach Hause gehen und aus ist. Fertig. Es ist nur ein Spiel. Wenn Du aber für Deinen Verein lebst, Dich aufopferst, Dir beide Beine ausreißt, überall hin auf die Auswärtsspiele mitfährst, Dir jedes verdammte neue Trikot in jeder neuen Saison kaufst und Dir auch sonst jedes neue Fanutensil holst… dann? Ja dann bist Du einfach ein Opfer. Fertig. Und so sehe ich das inzwischen einfach auch in Punkto Beziehungen. Es ist ein Spiel.

Ich mag mich hier wiederholen, gegenüber manchen anderen Artikeln. Und niemand muss meiner Ansicht folgen. Es kann gerne jeder seine eigene Realität wahrnehmen oder meinen wahrzunehmen und sich seine Realität selbst basteln. Aber ich sehe das ganz nüchtern: Wieviele Partnerschaften hattest DU schon Deinem Leben? Damit meine ich nicht nur richtig feste mit zusammen wohnen usw., sondern sagen wir alles was über rein körperliche Dinge hinausging. Also all die Beziehungen zu Menschen, die etwas in Deinem Herzen ausgelöst haben. Denk drüber nach! Sei ehrlich zu Dir selbst. Bist Du noch immer mit Deinem ersten Partner zusammen? Ja? Dann Glückwunsch.

Kleine Wette: 100 Euro gegen 25 Euro

Ich würde mit jedem Leser hier um einen 100er wetten, dass es nicht so ist. Und wenn es nicht Deine erste Partnerin ist, möchte ich nur 25, okay? Hey, komm schon. Das ist ein fairer Deal! 1:4 gegen mich! Ich zahle Dir 100, wenn Du noch mit Deinem ersten Partner zusammen bist, aber ich bekomme von Dir nur 25, wenn nicht. Deal? Nein? Warum nicht?! Warum nicht, warum wohl nicht?!

Und ich würde verdammt reich damit werden. Trotz dem Verhältnis 1:4. Vermutlich selbst bei einem Verhältnis von 1:10 oder 1:20! Fast lächerlich mutet das für mich inzwischenfast schon an, diese ganzen „das ist meine große Liebe“-Sprüche. Aufwachen bitte. Das Beziehungsende ist (fast) immer vorprogrammiert. Irgendwann findest Du „den Einen“, klar. Aber der Verschleiß davor? Bitte nicht übersehen. Der wird immer ausgeblendet. „Der Eine“ oder „die Eine“ waren alle davor auch. Merkst Du etwas? Illusion!

Oder ist es nicht viel eher so, dass Du wirklich erstmal die Liste rückwärts durchgehen musst, um Dich an den Ersten zu erinnern? Bingo. Jetzt weißt Du was ich meine. Willkommen in der Realität. Nichts ist für die Ewigkeit. Leider. Ich wünschte es bräuchte keine rote Pille. Dann könnte ich auch noch der Prinz sein, der einfach mit seiner Prinzessin gen Horizont reitet.

Ganz Gentleman-Like hab ich die Frau natürlich auch nach Hause gebracht. Wir lassen die Geschichte hier mal enden. Am nächsten Tag schrieb sie mich mittags an, bedankte sich für den schönen Abend. Ja Freunde, von sich aus. Ja. Ja. Wirklich. Gibt es. Und dass ich sie doch mal in der Arbeit (eigener Laden) besuchen kommen sollte, sie würde sich freuen. Das ist doch mal… nett! 🙂 Hab wohl einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Vermutlich hinterlasse ich den immer. Nur die wenigsten Frauen sind in der Lage den zu erkennen.

PS: Das Pizzaessen mitten in der Nacht war nicht gut. Hat mein täglichen Vorhaben bezüglich des Kaloriendefizits für den Tag ad absurdum geführt. Aber ich bin ja lernfähig. Also hab ich mir für gestern Abend mein Essen einfach in den Club mitgenommen. Geile Sache. Fisch mit Spaghetti und Tomatensoße. Dazu ein kleines Stück Kuchen. WAS??? Spaaaaß! 🙂 Ich hatte mir einfach von zu Hause einen Proteinriegel in die Jacke gesteckt. Und so klappte das gestern auch mit dem Kaloriendefizit wieder. 😉

PPS: Hab meine Note für meine Projektarbeit im Studium inzwischen bekommen. Ging echt schnell. Ich hatte anfangs nicht damit gerechnet, dass sie so ausfallen würde, wie sie nun ausfiel. Dafür war die Zeit einfach zu knapp, dachte ich. Es steckte nicht wirklich viel Arbeit drinnen, zeitlich gesehen. Inhaltlich gesehen habe ich aber wohl (wieder einmal) geliefert. 1,3. Fast perfekt. Aber nur fast. 😉

Tage im Zeitraffer und Höhenflüge?

Aufgrund meiner aktuellen studentischen Tätigkeiten als eigentlich Vollzeitbeschäftigter kommen manche Dinge gerade etwas kurz. So auch meine schriftstellerischen Betätigungen. Nicht jedoch mein Kraft- und Ausdauertraining, das mich täglich ein Stück näher in Richtung meines ersten Etappenzieles schiebt: Dem Sixpack (um jeden Preis versteht sich!)!

Ich schreibe die letzten Tage wie ein wildgewordener Berserker an der Studienarbeit, die zwingend bis spätestens Freitag fertig werden muss. Naja, was muss schon. „Sollte“, ist der richtigere Begriff. Es ist eng, es ist knapp, es wird nicht das absolut optimale Ergebnis (aus eigener Sicht) werden, aber es wird vermutlich rechtzeitig irgend eine einreichbare Version werden. Immerhin. Aber ich will den Tag nicht vor dem Abend loben. Mal sehen.

Und nun noch ein paar Worte zum Wochenende: Ich war natürlich weg, wobei man das nicht direkt Clubgame nennen kann. Da es eine Tages-Veranstaltung war. Live Musik von einem DJ. Beachclub-Feeling. Schönes Wetter. Also durchaus eine Abwechslung zu meinen sonst so stattfindenen nächtlichen Ausflügen alá Batman. Natürlich habe ich ein paar Frauen angesprochen. Natürlich hat sich etwas ergeben. Zwei Telefonnummern, davon ein direkt vereinbartes Date, wobei ich aufgrund des zeitlichen Abstands nicht davon ausgehe, dass es stattfinden wird. Frauen vergessen allzugerne und zu schnell den Mann, mit dem sie sich 30 Minuten so köstlich unterhalten haben und Spaß hatten. Und der der Traummann sein könnte, auf den sie ihr Leben lang gewartet haben. 😉 Ich habe das Date bewusst erst für nächste Woche vereinbart, da ich diese Woche keine Zeit für so einen Krims-Krams habe. Studium ist mir derzeit wichtiger. Mein Körper noch mehr.

2019-06-05

Und außerdem habe ich Samstag Abend das Date mit Fr. Fashion. Wir wollen zusammen kochen. Sie besorgt den Weißwein. Ich den Rest. Lustig ist die Frau ja schon irgendwie, sie schreibt in der Abwesendheitszeit nichts bis fast nichts, angerufen hat sie mich inzwischen einmal von sich aus, aber sobald ich sie anrufe (was ich auch nur alle 2 bis 3 Tage mal tue) habe ich das Gefühl, dass ich mit einem anderen Menschen spreche. Plötzlich ist sie total aufgeschlossen, lustig, freundlich, fürsorglich („Steht unser gemeinsames Kochen am Samstag noch? Ich wollte nur sichergehen, dass das auch für Dich klappt?“… „Wollen wir zusammen einkaufen gehen? Soll ich etwas vorher besorgen?“… „Danke für Deinen Anruf!“). Passt alles gar nicht zum sonstigen WhatsApp- und Telefonieverhalten. Da soll mal einer daraus schlau werden. Für mich wirkt das so, als solle das einfach so eine relativ distanzierte Spaß-Veranstaltung zwischen uns zwei werden. So nach dem Motto: „Wenn ich Dich sehe, gibts Vollgas. Ansonsten komm ich gut ohne Dich zurecht!“ Hab ich so noch nie erlebt, aber gut… öfter mal etwas Neues. Generation Tinder eben. Dabei habe ich sie doch eigentlich ganz klassisch (?) kennen gelernt. Also einfach im Alltag angesprochen. Für mich ist das „klassisch“. Hm.

Und das vereinbarte Date für nächste Woche, also die oben zuerst genannte Frau von der Beach-Veranstaltung, fand ich im Nachhinein gar nicht so cool. Ich weiß, ich springe gerade etwas zwischen den Themen, fällt mir auf. Aber der Artikel muss schnell fertig werden. Inhalt vor Leserlichkeit. 🙂
Jedenfalls war sie cool gekleidet. Hatte ziemlich auffälligen Kopfschmuck getragen. Und die halbe Welt dort war uns am Anglotzen. War ja schon sehr cool, jedenfalls hatte ich das Gefühl, dass ich mit ihr zusammen die Attraktion des Nachmittags war. Die Blicke der vielen verschiedenen vorbeilaufenden und nebendran stehenden Frauen sind schon außergewöhnlich. Und als dann ein Mädchen kam, um mich erstmal mit einer Umarmung und einem Bussi zu begrüßen, hat auch unsere Kopfschmuck-Angebetete verstanden, dass ich kein Axtmörder sein kann.

Ich muss mir eben auch immer die auffällig(st)en Frauen zum Ansprechen heraussuchen. Tatsächlich fand ich einfach ihren Kopfschmuck witzig. Und so ergab sich ein doch recht langes Gespräch, aus dem sie einfach nicht aussteigen wollte, wie ich merkte. Und da ich alleine unterwegs war, nehme ich grundsätzlich eine interessante Unterhaltung doch gerne mit. Aber so richtig cool war die Frau dann eben nicht. Eher spießig. Etwas selbstverliebt. Sehr pseudo-emanzipiert. Und in meinen Augen eher mehr Möchtegern-Frau-Von-Welt. Ich stehe ja eigentlich gar nicht auf Frauen, die wie lackierte Drag Queens daher kommen. Aber sie hatte irgend etwas an sich, das mich im Gespräch hielt. Vielleicht war es ihre Andersartigkeit. Keine Ahung. Tatsächlich war die Konversation aber gar nicht so spannend. Deshalb überlege ich auch das Date abzusagen. Mal sehen. Meine Zeit ist mir im Moment einfach (wieder) viel mehr Wert. 🙂

Dafür hab ich auf der Veranstaltung eben auch noch eine weitere Frau kennen gelernt. Nummern getauscht und lose vereinbart, dass wir mal was Kühles trinken gehen. Mal sehen. Falls es dazu kommt, berichte ich nach. Ich habe gar nicht das Bedürfnis mehr, irgendetwas zu „müssen“ oder zwanghaft zu wollen. Wenn ich draußen unterwegs bin, habe ich wieder mehr und mehr das Gefühl, dass meine Gelassenheit gerade besser zu mir passt und die Resultate vielleicht gerade dadurch im Moment durchaus sehenswert sind.

Jedenfalls schrieb sie mir am nächsten Tag, dass sie sich sehr gefreut hätte mich kennen zu lernen (von sich aus!). Der Teil zu ihr hier ist an sich viel zu kurz in diesem Artikel. Aber ich kann gerade nicht mehr dazu sagen als: Sie ist eine hammermäßige Frau. Leider aber eben auch ein paar wenige Jahre älter als ich. Zu alt vermutlich. Aber echt ein Gerät. In jeder Hinsicht. Hm. Vorallem menschlich, interessant. Eine Frau von Format. Aber das ist eben der Unterschied zwischen so einer jüngeren Möchtegern-Frau-Von-Welt wie im oberen Beispiel und einer tatsächlichen Powerfrau. Schön, dass mir mein neuer Lebensweg ermöglicht mit allen in Kontakt zu treten. Und wen von den vielen/wenigen Damen ich am Ende date, entscheide ich. 😉

Und gestern Nacht ging ich für 60 Minuten joggen. Zum ersten Mal seit einigen Jahren. Also nicht joggen generell. Sondern volle 60 Minuten! Aber das verbrennt nach Adam Ries etwa 650 Kalorien. Und auf dem Weg zum Sixpack ist mir jede Abkürzung recht. Es ist Anfang Juni. Mitte Juli soll es mit einem Freund nach Mallorca gehen. Mega! Zeiten und Geschichten wiederholen sich (Pickup auf Spanisch). Die Resultate nach meiner letzten Mallarco-Reise waren phänomenal (so phänomenal wie bei Pietro Lombardi!). Aber bis dahin könnte ich es noch schaffen, das mit dem Waschbrettbauch. Ich gebe mein Bestes. Versprochen an mich selbst.

Mehr gibt es mangels der Zeit nicht zu sagen. Achja, aber ich merke, dass mein Selbstbewusstsein derzeit zu neuen Höhenflügen ansetzt. Vielleicht dem Kraft- und Ausdauertraining zu verdanken. Und auch Teile meines nächsten Umfeldes machen mich derzeit auf mein verändertes Verhalten aufmerksam. Ich übertreibe manchmal, heißt es hier und da. Oder ich würde wieder beginnen Sprüche zu klopfen. Ich solle nicht so selbstverliebt sein. Solches Zeug.

Ja gut, aber die Gegenfrage muss gestattet sein: Als ich vor ein paar Wochen noch traurig und weinend meine Tage verbrachte, hatte es den selben Menschen teilweise auch nicht gepasst. Was denn nun? Beides nicht recht? Was lernen wir daraus: Mach immer das, wonach Dir ist und höre nicht auf Menschen, die Dir sagen, dass Du nicht „gut“ bist, wie Du bist. Du bist gut. Punkt! Perfekt sogar. Und wenn es eine Möglichkeit gibt, noch mehr aus Dir heraus zu holen, dann hole das heraus. Leb Dein Leben. Du weißt nämlich nie, wann Du das nächste Mal wieder betrogen wirst.

Okay, der war übel. Ich gebs zu. Nein. 🙂 Vielleicht ist mein Testosteronspiegel einfach im Moment sehr hoch. Vielleicht ist es auch der wieder zurückkehrende Erfolg bei den Frauen, der mich etwas unabhängiger erscheinen und sogar werden lässt. Vielleicht ist es die Freude über meinen „neuen“ Körper. Vielleicht mein genereller neuer – aber eigentlich alter – Lifestyle. Hemden und Parfüm bei jeder Gelegenheit und die Was-Kostet-Schon-Die-Welt-Einstellung. Vielleicht ist es aber auch eine Mélange aus all den Dingen. Und dann darf ich nicht „meinen“ aktuellen Persönlichkeitstrainer vergessen. Der hat wohl derzeit den größten Einfluss auf mich. Und zur Abwechslung heißt der einmal nicht Eckhart Tolle. Möchte man nicht glauben, ist aber so. Ich fühle mich jedenfalls täglich wohler, habe das Gefühl ich könnte Bäume ausreißen und die Welt gehört mir sowieso (bald wieder).

Verrückt oder. Vor 2 Monaten war ich noch restlos am Ende. Aber so klein bekommt mich nicht einmal eine Verflossene. Ich habe schon nicht einmal mehr Lust sie bei ihrem Pseudonym zu nennen. Vergangenheit. Lehrreich. Gut so. Bin aufgewacht. Redpill. Freiheit. Also Einigkeit und Recht und Freiheit. Nicht für die BRD, sondern für mich. Gebe jeden Tag Gas als wäre es mein letzter. Jedenfalls ist jeder Tag der Erste vom Rest meines Lebens. Wird schon. „Alles auf dem Weg“, wie Herbert Grönemeyer in Mensch sagt. 😉

Gute Nacht Freunde. Hab Euch lieb. So wie Ihr seid. Und mich hab ich auch (wieder) lieb. Bald vermutlich schon wieder mehr als je zuvor. Also vorsicht! 😉

Ein ganz persönlicher Dank an den Menschen, dem ich mehr zu verdanken habe, als mir damals klar war

Gestern war ich wieder mal draußen unterwegs, mit meinem Wingman. Der, der auch damals schon oft dabei war. Damals heißt im Teil 1. Wir hatten immer viel Spaß. Er ist noch immer Lebemann, noch immer Single, aber keinesfalls einsam. Er ist wirklich ein besonderer Mensch! Im Nachhinein tut es mir echt leid, dass ich ihn während der Beziehung zeitlich einfach etwas aus den Augen verloren habe. Freunde, Familie, Job, Studium und 2 (nicht einmal eigene) Kinder und die Beziehung. Wie soll das alles gleichzeitig gehen?!

Und es wäre gegangen!

Heute weiß ich wie: Mehr mit allen gemeinsam gleichzeitig machen! Mit Freundin raus, dazu die Freunde und auch die sonstige Familie mitnehmen. Fertig. Alles ist machbar. Aber ich wollte in der Beziehung meine Zeit einfach exklusiv mit meiner neuen kleinen eigenen Familie verbringen. Zweisamkeit erleben bzw. mit den Kindern Viersamkeit erleben. Für mich heißt Liebe nun einmal Liebe. Ganz oder gar nicht. Für mich ist dann jede Minute wichtig, die totale Zweisamkeit. Ob ich das auch in Zukunft so sehen werde… ich weiß es nicht. Keine Ahnung. Vielleicht würde ich zukünftig mit weniger Zweisamkeit auskommen, auf Kosten der Liebe, vermute ich. Traurig einerseits, dieser Gedanke. Schön andererseits, wenn ich mal wieder verlassen werde, zu wissen, dass ich meine eigene Welt nicht aufgegeben habe.

Irgendwie schließt sich das für mich gegenseitig aus, Liebe gegen Unabhängigkeit einzutauschen. Ich weiß wie ich bin und was ich suche. Eine tiefe Beziehung. Eine unumstößliche Basis. Aber vernachlässigen möchte ich MICH selbst nicht mehr. Wenn ich also auch in Zukunft Sport mache und die Frau nicht dabei ist… dann ist das jedenfalls in dem Moment keine Zweisamkeit. Schwierig. Vielleicht bin ich zu extrem im Bedürfnis nach Nähe. Im Vergleich zu anderen Menschen ganz sicher sogar. Aber ich suche ja auch keine normale Frau, da ich kein normaler Mann bin.

Jedenfalls geht das alles solange gut, bis die so unglaublich tolle kleine eigene Familie sich in Luft auflöst. Dann sieht man seinen wahren Kern und seinen eigenen Wert. Und Eckhart Tolle würde sagen, dass sich in so einem Moment eine Pforte auftut. Durch die man durchgehen und sie positiv nutzen kann oder eben wie die meisten Menschen nicht. Man hat jetzt die seltene Chance der Gegenwärtigkeit, zu erkennen, wer man selbst ist und in den Moment zu gehen. Tiefe zu erspüren. Und genau das passierte bei mir. Alles um mich herum war weg. Wohnung. Frau. Kinder. Sogar der Hund. Einfach alles, jedenfalls alles was nicht mir gehörte. Und Menschen gehören uns nun einmal nicht. Sie kommen und gehen wann sie möchten. Aber was bleibt, ist das eigene Ich. Und die Sache ist in diesem Moment nur, ob das eigene Ich mir alleine reicht oder nicht. Ob ich glücklich mit mir selbst bin.

Wenn ja, mögen die Menschen um mich herum zwar gehen, aber ich genüge mir dennoch. Das war bei mir anders. Ich ließ mich so sehr auf die neue eigene Familie ein, dass ich alles vernachlässigte. Selbst mein Studium habe ich um ein Semester verlängert. Der Familie zuliebe. Und habe dabei zwar stets Glück durch die Frau und die Beziehung mit ihr empfunden, den Glauben in mir getragen, dass es mir gut gehe mit dieser Frau und den Kindern. Mit dem Hund. Der Wohnung. Und der weiteren gemeinsamen Lebensplanung.

Dabei habe ich übersehen, dass ich mich zunehmend in die mentale Abhängigkeit begab. Tolle Frau hin oder her. Aber ich habe meinen Wert verloren. Egal wie sie mich gesehen haben mag. Ich gab den Sport auf, achtete weniger auf die Ernährung, weniger auf meinen eigenen Spaß im Leben.

Richtig gemacht, hätte dann auch wiederum die Frau profitiert. Aber das ist erst in zweiter Linie interessant. Wichtig ist zunächst wie es MIR geht. Ich hatte alles an zusätzlich Dingen aus meinem Leben verbannt was mich „unnötig Zeit“ kostete. Unnötig war dabei alles, was nicht zum „sachlichen Weiterkommen“ beitrug. Mein Studium schmiss ich nicht, meine Finanzen auch nicht. Aber ich vernachlässigte Freunde und Familie und soziale Kontakte. Und meinen Körper. Mit dem Resultat den inneren eigenen Wert gen 0 zu fahren. Ein Follower schrieb letztens in einem Kommentar einen schönen Satz, den zitiere ich hier gerne und wende ihn im Sinn etwas abgewandelt an: „Ich lief lachend in die Kreissäge!“

Zurück zu meinem Wingman

Vor einigen Wochen war ich mal abends weg, das war noch in der Beziehung, und habe meinen Wingman gebeten mit dazu zu kommen. Es war echt schön, ihn wieder zu sehen. Es war zu selten. Dafür, dass wir vorher im Projekt Beziehung Teil 1 wie die kleinen Kinder oft Quatsch zusammen gemacht haben, war das einfach zu wenig Wiedersehen. Ich habe mich auch bei ihm entschuldigt dafür und ihm vor ein paar Tagen gesagt, dass ich – falls ich wieder eine Beziehung eingehe – definitiv mehr Kontakt mit ihm halten werde. Mit meiner nächsten Frau gehe ich einfach öfter aus, egal ob in Bars oder Clubs. Und dann lade ich ihn einfach öfter ein mitzukommen, hab ich mir vorgenommen. Oder auch mal so in der Stadt zusammen herum zu laufen, geht ja auch.

Also an der Stelle nochmal: Es tut mir leid, dass ich Dich etwas ins Hintertreffen geraten ließ. Das war nicht korrekt von mir. Ich war blind, ich ließ mich blind machen von dieser Frau. Mein Bewusstsein kehrte ja dank dem Beziehungsaus nun schlagartig zurück. Ich reflektiere viel und denke viel nach über mich. Nicht mehr viel über sie. Sie ist Geschichte, wie Du immer zu mir sagst: „Vergiss sie, klappe das Kapitel zu. Schau nach vorne. Vergiss sie einfach. So wie sie drauf war, war klar, dass das irgendwann passieren musste. Ich hab das gleich am Anfang schon gesagt… abwarten… wie lange das hält. Such Dir die Nächste. Ende. Weg. Aus. Abschalten! Weiter gehts.“

Du bist dank Deiner einzigarten Alleinsein-Mentalität da echt locker und verdammt abgebrüht. Ich weiß, dass Du immer schon im Leben verdammt gut alleine mit allem auskommst und dabei dennoch ein mega sozialer Mensch bist. Du bist ein klasse Typ und ein Mensch, für den ich auch jederzeit nachts aufstehen würde, um Dich aus dem größten Dreck rauszuziehen. Versprochen! 🙂

Du hast mich damals über Monate mental stark unterstützt, ohne es selbst zu merken. Ohne zu nehmen. Du hast nur gegeben. Wir sind um die Häuser gezogen und Du hast mir Deine Welt gezeigt. Die Welt des Fortgehens, Feierns oder einfach nur Spaßhabens. Egal wo. Und wenn wir uns nur zwei Fahrräder ausgeliehen haben und durch die Stadt gefahren sind. Pickupper sind oft alleine unterwegs. Aber Du bist kein Pickupper. Du bist einfach von Natur aus ein Lonesome Rider. Das macht Dich stark, da Du auf niemanden angewiesen bist. Und dank Deiner natürlichen sozialen, extrem witzigen und unterhaltsamen Art, bist Du ein Gute-Laune-Magnet für alle Menschen.

Von Deiner natürlichen lebensfreudigen Ausstrahlung hätte ich gerne eine Scheibe ab. Während Du immer lachst und strahlst und so alles anziehst, das auf gute Laune aus ist, komme ich hingegen immer über den Verstand und über Tiefe an die Menschen ran. Wir sind so unterschiedlich wie es kaum anders gehen kann. Aber ich habe von Dir enorm gelernt. Deine Art hat mich damals angesteckt. Ich wurde immer sozialer. Immer lustiger. Immer offener.

Wären wir nur ein paar Mal zusammen weg gegangen, wären es nur ein paar schöne Abende gewesen. Aber Du hast mich in einer Zeit tiefer Depression dauerhaft anschub-begleitet. Dafür kann ich Dir nur unendlich dankbar sein. Natürlich ist das auch dem Umstand zu verdanken, dass Du direkt in der Stadt wohnst und sowieso immer irgendwo dort unterwegs bist. Und ich nicht weit weg gearbeitet habe und deswegen auch fast jeden Tag in der Stadt war und wir uns an vielen Tagen in der Woche trafen. Oft einfach nur für 30 Minuten auf einen Kaffee. Manchmal auch für zig Stunden in Bars und Clubs. Du hast mir Menschen vorgestellt und mir gezeigt, wie es ist, sich in Bars und Clubs zu bewegen als wäre es das eigene Wohnzimmer.

Die ganze Innenstadt wurde deshalb damals mein Wohnzimmer. Noch heute nenne ich die Innenstadt deshalb „mein Wohnzimmer“. Auch wenn es nach fast 2 Jahren Abstinenz erst einmal wieder mein Wohnzimmer werden muss. Aber ich bin ja schon dabei. Inzwischen bin ich wieder mehrmals die Woche da. Die Menschen erkennen mich zunehmend wieder. Sie begrüßen mich, fragen mich manchmal nach Dir und bestimmt auch umgekehrt. Auch die (oftmals inzwischen neuen) Türstehen erkennen mich inzwischen langsam wieder.

Damals aber war ich nicht gut drauf, kurz vor Beginn des Projekts Beziehung. Ich war ein Haufen Elend. Völlig fertig mit mir und der Welt. Besonders mit der Frauenwelt. Die Sinnfrage an sich ergab schon keinen Sinn mehr. Ich wollte einfach nicht mehr. Aber irgendwann haben sich unsere Wege wieder gekreuzt und wir trafen uns. Zu jener Zeit hatte ich mich noch innerhalb meiner eigenen 4 Wände schon ein gutes Stück aus dem Sumpf gezogen. Eckhart Tolle und so. Aber das war eben nur zu Hause. Nicht draußen.

Ganz bestimmt hattest Du auch Deinen Spaß mit mir. Da Du doch ein Stück älter bist, konnte ich Dir vielleicht auch nochmal ein paar Aspekte aus einem „jüngeren Denken“ mitgeben oder Seiten eines angehenden Pickuppers zeigen. So wie ich das damals betrieb, war das für Dich ja auch neu. Du hast zwar auch ständig Frauen um Dich herum. Aber Du bist einfach ein Natural, wie die Pickupper das nennen. Einer, der „einfach so“ und von Natur aus mit Frauen cool ist.

Später folgte noch ein gemeinsamer Mallorca-Urlaub, den ich hier auch damals literarisch zum Besten gab. Auch dieser Urlaub schob mich im Game nochmal massiv an, obwohl ich zu diesem Zeitpunkt mental und beim Pickuppen schon relativ weit gekommen war.

Deswegen lass Dir sagen: Danke für alles! Du bist ein toller Mensch!

Korb auf Knopfdruck

Und zum Abschluss noch eine kleine Erzählung zu gestern Abend/Nacht. Wir trafen uns wieder mal in der Stadt, gingen in eine Bar. Und ich hatte mir vorher gedacht… ach ja… heute ziehst Du mal einen Anzug an. Ich hatte schon im Hinterkopf, dass ich am späteren Abend noch kurz auf eine Veranstaltung in einem Edelschuppen gehen würde. Mit Gästeliste und so. Da macht sich der Anzug besser. Ein paar Mal bin ich ja auch darauf angesprochen worden. Anzug fällt auf.

Wir beobachteten die Szenerie. So standen wir dann draußen mit unseren Getränken und plötzlich kam eine Frau auf mich zu und sprach mich an. Ohje. Alarmglocken. Immer verdächtig. Sie war nicht von hier. Ursprünglich auch nicht aus diesem Land. Soweit noch nichts Auffälliges. Aber eine Frau, die Männer anspricht… ist selten. Sie mag meinen Anzug gesehen haben oder vielleicht fand sie auch meinen Wingman toll. Was weiß ich. Mein Wingman und ich hatten jedenfalls Spaß und waren gut drauf. Aber ich mag keine Frauen, die rüber kommen wie selbstbewusste Männer. Also gabs in bester Pickup-Manier von mir erstmal ein oder zwei pfeffrige Kommentare, die ihr klar zeigten: „Ich bin der Mann, Du folgst mir bzw. uns. Wenn Du Spaß haben willst, bist Du hier genau richtig. Aber es läuft nach meinen bzw. unseren Regeln.“

Sie war überhaupt nicht mein Fall. Älter als ich, raucht und war außerdem auf der Suche nach einem Typen, der ihr einen Drink ausgab. Perfekt. Da bin ich der Richtige. Komm nur her. Dann wärst Du die erste Frau in meinem Leben, der ich direkt ein Getränk ausgebe. Hahaha.

Die Konversation lief schon zwei oder drei Minuten. Ich hatte ehrlich gesagt mehr Gedanken bei meinem Handy und meiner Kohle. Du kannst ja nie wissen bei solchen Frauen. Die laufen auf Mallorca auch herum und zocken die (besoffenen) Touristen ab. Dass ich keinen Alkohol trank, sondern nur Bitterlemon auf Eis, glaubte sie mir sowieso nicht. Auch so ein Grund, warum es immer gut ist, seine Sinne beisammen zu haben. Jedenfalls lief das Gespräch auf witzige Art etwas hin und her. Da mir die Frau sowieso egal war, sexualisierte ich das Gespräch sehr schnell in Richtung Silikon-Brüste usw. Ich bin normal nicht so, aber was im Moment zählt ist nur üben üben üben. 😉

Sie irgendwann: „Kann ich mit Euch was trinken?“

Ich: „Klar. Da ist die Bar. Sie gehört Dir. Bestell Dir doch was Du möchtest!“ und habe sie dabei angegrinst.

Ihr hat das nicht so gefallen, wie ich merkte. Hahaha. Nach Zigaretten fragte sie außerdem. Hab ich auch nicht. Ob ich denn keinen Alkohol trinken würde, fragte sie.

Ich, ein bisschen wie zu einem kleinen Schulmädchen: „Nee, schau mal. Zigaretten sind pfui. Alkohol ist schädlich für den Körper. Ich bin ein extrem langweiliger Mann und deswegen achte ich auf meinen Körper. Für mich kommt so Giftzeug nicht in Frage. Ich bin mir wichtig.“

Wieder musste ich einfach nur grinsen. Es war einfach zu lustig mit so einer Frau. Ich bin mir sicher, dass diese Frau für ein paar Drinks alles gemacht hätte. Aber es ist auch lustig mit so einer Situation bewusst zu spielen.

Irgendwann verlor sie das Interesse, zum Glück. Ich holte aber auch echt alle Eiswürfel aus dem Kühlfach, bis sie das verstand. Sie tat gleich zu Beginn auf cool und schleuderte mit (eigentlich gar nicht so) witzigen Aussagen um sich. Wie gesagt, das sind gefundene Elfmeter für einen Pickupper. Da gibts auf jeden blöden Spruch direkt den Konter zurück, aber mit Topping. Am Ende war sie kleinlaut und eigentlich ganz handzahm. Perfekt. Und dann war sie auch schon weg.

Nach einer Weile zogen wir von der Location weiter, beobachteten ein paar Straßenmusiker. Und plötzlich lief da eine Granate um die Ecke. Tak tak tak tak tak. Lange glatte schwarze Haare, High Heels, enge schwarze Jeggings in Lederoptik… einen massiv knackigen Hintern… hrrrrrrrrr… von hinten mindestens eine 9.

Ich: „Schau Dir die mal an. Holla die Waldfee!“

Er: „Wo?! Ah. Mmm… aaahhhh… sprich sie an, wenn Du kannst.“

Ich dachte mir nur: *Wie, wenn ich KANN?*

Ich: „Klar kann ich, aber die ist jetzt schon fast 50 Meter weiter vorne… okay, also bis gleich.“

Ich lief der Dame schnellen Schrittes hinterher, überholte sie und ging dann von vorne auf sie zu. Erst war ich mir nicht sicher, ob sie von hier ist, so wie sie in ihrem Handy suchte und stehen blieb.

Also fragte ich zunächst: „Hi. Sprichst Du deutsch?“

Sie: „Ja, warum?“, und spricht kurz ins Telefon: „Warte mal kurz bitte. Moment.“

Ich: „Schau mal, Du bist da vorne an mir vorbeigelaufen… dabei bist Du mir wegen Deiner engen Jeggings aufgefallen…“, dabei zeige ich mit meiner Hand von oben nach unten auf ihren Körper und blicke sie dabei auch von oben nach unten und wieder nach oben an „… und deswegen muss ich Dich ansprechen, um hallo zu sagen.“

2019-04-26

Sie: „Oh… ja… aber ich muss gleich sagen… ich bin vergeben.“

Da ich keine Interessenssignale bemerken konnte, hab ich es dann dabei gut sein lassen, habe sie nur kurz gefragt was sie heute Abend noch so machen würde, hab ihr einen schönen Abend gewünscht, ihr die Hand gegeben und bin wieder zu meinem Wingman zurück.

Ein Korb auf Knopfdruck. Übrigens hatte sie von vorne ein Gesicht wie eine Puppe. Barbie-Girl. Extrem geschminkt. Sehr gewöhnungsbedüftig, wenn da mal die Sonne hoch steht und es 30 Grad hat, verläuft das ganze Plastik dieser Frau wie eine Qualle an einem Mittelmeerstrand. Aber darum geht es ja gar nicht. Der rote Buzzer wurde gedrückt und ich bin los gelaufen. Passt doch.

1 zu 0. Übrigens notiere ich seit gestern wieder offiziell alle Approaches. Mal sehen, was die Statistik in einigen Wochen sagt. Damals half mir die Statistik, um die Entwicklung nachverfolgen zu können.

Später bin ich noch kurz in den Edelschuppen, sehen und gesehen werden. Und dann nach Hause. War ein guter Abend. Denn in dem Edelschuppen habe ich mit ein paar Mädls gesprochen, die dort arbeiten. Sie standen da alle auf einem Haufen. Wie gerufen. Also hab ich den mega sozialen Typen gespielt, der alle gleichzeitig unterhält. Und dann sagt die Eine doch zu mir: „Sagmal warst Du am Wochende in der Location X?“

Ich: „Hmmm… ja… wie kommst Du darauf?“

Sie: „Ich arbeite dort und war die, die Dich an den Platz geführt hat.“

Ich: „Ohhhh, stimmt. Jetzt erinnere ich mich wieder. Mädls, Ihr müsst wissen, das war so lieb von ihr, sie hat mir einen super Platz organisiert, da ich alleine war… und nicht ganz alleine irgendwo außen sitzen wollte.“

Sie: „Jaaaa… es war ein 4er Tisch und ich hab Dir dann noch extra zwei Frauen dazu gesetzt.“

Ich: *lache*… „Hahaha. Das stimmt. Du Schlingel. Hab ich sofort gecheckt, dass das Absicht war. Aber ich sag Dir was: Das waren zwei Russinnen, die kaum deutsch konnten. Ich konnte mit denen nix anfangen.“

Sie: *lacht*

Dann noch ein kurzer Smalltalk mit allen und ja.. sie hatte irgendwie Interesse an mir, hatte ich das Gefühl. Aber da ich ja jetzt weiß wo sie arbeitet… und sie mir sagte, dass ich einfach mal vorbekommen sollte, wenn sie da arbeitet… sehen wir uns bestimmt wieder… 😉

PS: Gefühlt auf dem besten Weg zurück zur alten Stärke! Yes!

Der Tag an dem Frau Tinder Schluss machte

ist ja jetzt schon wieder ein paar Wochenenden her und… war für mich der schwärzeste Tag meines Lebens und ich habe mich seither nicht wieder von diesem Schock erholt. Noch immer sitze ich wie paralysiert dran und frage mich, was ich nur falsch gemacht habe. Ich! War ich zu offen, oder zu verschlossen oder war ich als Mensch insgesamt einfach nicht gut genug? Diese Fragen quälen mich.

So oder so ähnlich

… wäre es mir vor einem Jahr vielleicht noch gegangen. Gerade und bis hier her schrieb ein Stück weit mein altes Ich. Etwas überspitzt vielleicht schon, zugegeben. Das alte Ich existiert glücklicherweise nur noch in meinen Erinnerungen. Und ab nun schreibe ich. Mein neues selbiges. Herzlich willkommen in meinem Leben. Fr. Tinder hatte es ja ganz „anständig“, nach einer kurzen Abwesenheitspause, telefonisch beendet. Hüstel. Schrieb ich ja im letzten Vierteiler. Besser gesagt im vierten Teil des eigentlichen Dreiteilers. Genug der Verwirrung. Let’s go.

Wie ging es denn dann weiter? Nun, als sie anrief, befand ich mich gerade auf der Autobahn, das weiß ich noch genau. Warum? Es fühlte sich so befreiend an. Endlich diesen Ballast los haben. Dieses ständige Genörgle, diese ständigen Spitzen gegen meinen Humor und diese letztlich Die-Ganze-Welt-Macht-Es-Mir-So-Schwer-Mentalität zehrten einfach zu sehr an meinen Nerven. Nein Mädchen, niemand hat sich gegen Dich verschworen. Noch nicht einmal ich. Im Gegenteil, ich habe echt auf Dich geachtet so gut es nur ging. Dafür habe ich meine eigenen Sachen schleifen lassen. Aber gut, wäre es nicht so ausgegangen wie es ausging, wäre das ja auch komisch, bei diesen Voraussetzungen. Konnte ja gar nicht anders kommen. Gut so. Meine Cousine sagt bei jeder gescheiterten meiner Liebeleien immer nur vier Buchstaben, die ein Wort ergeben, und schickt mir dies als Bild im Projekt Beziehung-Family&Friends-WhatsApp-Chat:

NEXT

Damit ist wirklich alles Wichtige gesagt. Mehr bedarf es nicht. Sofort ohne Umschweife weiter machen. Gesagt, getan. Ein paar Kumpels angeschrieben, wegen abends. Einer sagte sofort zu. Ab ins Clubgame. Treffen jedoch erst um 22.30 im Club. Puh. Und bis dahin? Es war ja erst Nachmittag. Ich wurde müde. Gegen 20 Uhr hätte ich ihm am liebsten abgesagt. Und dann waren ja noch 2 Stunden drüber zu bringen. Hm, so passierte dann, was ich inzwischen durch mein Projekt gelernt hatte. „Lauf die extra Meile!“

Immer wenn Du mal überhaupt keinen Bock hast… steh auf und kämpfe! Tu etwas (es!) einfach trotzdem! Das ist der eigentliche und wahre Unterschied zwischen den erfolglosen und den erfolgreichen Menschen. Denn etwas tun, wozu man sowieso Lust hat, kann jeder… Das ist zu einfach. Billig. Alleine dieser Absatz rechtfertigt einen eigenen Artikel für einen meiner Philosophischen Sonntage. Muss zur Zeit aber warten.

Ich war pünktlich im Club, alleine. Der Wingman mit seinem Kumpel sollte bald eintreffen. Ich lief gar nicht groß umher, blieb im Eingangsbereich, sah mich wie immer scannend um. Da war nichts besonderes für den ersten Blick für mich dabei. Also bestellte ich mir schon mal zur Trauer des Tages etwas passendes, um die Schmerzen zu ertränken. Bitterlemon auf Eis, mein Lieblingsgetränk. Das haut so schön rein, wenn man down ist. Ironiemodus wieder aus. Hab ich das hier schon mal verraten? Hm. Nun ist es raus. Bitterlemon. Tatsächlich. Immer wenn ich aus gehe. Ich… was für ein Draufgänger, gell.

Da kam mein Kumpel mit seinem Kumpel auch schon. Kurze Begrüßung, abklatschen, umarmen. Kurzes Vorstellen. Und da standen zwei Mädels nur zwei Meter weg von mir. Ich sagte zu meinem Wing: „Lass uns mal weiter gehen, aber ich quatsche die beiden noch kurz an.“

Damit konnte ich nicht rechnen

Guter Einstieg. Situative Eröffnung. Und ich musste kleben bleiben. Geht auch ganz ohne Schleimspur. Die blonde Kleine fand ich süß. Die braunhaarige Freundin nicht. Typ Attention-Bit**. Dennoch waren sie im Doppelpack cool, und ich merkte, dass die Blonde – nennen wir sie Sweetie – mehr und mehr Interesse an mir hatte. Die geldgeile und nur so mit Job und Wohnung protzende Göre hingegen spürte, dass Sweetie ihr gerade den Rang abzulaufen drohte. Also erhöhte auch sie ihr Investment, köstlich. „Lass uns unbedingt mal Pizza essen gehen“, sagte sie zwischendurch. Ich dachte mir nur: „Ja, klar. Schau sie Dir an. Platz zwei reicht Dir wohl nicht.“

Also zusammen an die Bar, Sweetie war mega offen für mich. Sofort mit viel scharfem Humor, Sarkasmus, um die Ecke lachen. Danke, endlich mal. Endlich mal mein Humor bei einer Frau. Dachte ich bei Fr. Tinder ja auch, allerdings nur anfangs. Die Fassade begann ja bald zu bröckeln. Egal. Es gibt also auch Menschen neben Herrn van Onnetuschn, die mir da ähnlich sind. An der Bar kurz zusammen mit Sweetie getanzt. Ich hab einfach nur schrittweise durcheskaliert. Lehrbuchmäßig.

Dazwischen kam auch mal zur Sprache, was ich für gewöhnlich so trinken würde. Für sich und ihre Freundin bestellte Sweetie 15 Minuten später Gin Tonic. Ich tanzte weiter, inzwischen kam ein weiterer Kumpel in den Club zu uns dazu. Ich ließ die Mädels mal machen. Und als ich mich mal umdrehte, blickte mich Sweetie lächelnd an und streckte mir ein Glas mit Eis und eine Flasche…? Bitterlemon! entgegen. Wie süß. Jetzt hatte sie mich für sich gewonnen. Endgültig. Nicht wegen dem Getränk. Zwei Mark fufzig hab ich auch selbst gerade noch in der Hosentasche, aber ihre unglaubliche Aufmerksamkeit. Ich weiß liebe Leser, was ist daran schon besonders aufmerksam? Doch ist es! Das ist meine persönliche traurige Wahrheit, solchen Mädels begegne ich verdammt selten. Woran das liegt? Ich weiß es nicht. War für den Moment auch nicht wichtig. Ich genoss einfach, dass da mal eine Frau war, die zuhören, aufmerksam sein und sogar aktiv sein konnte. Natürlich gibt’s immer auch Haken. Beide rauchen. Also fragte sie mich (seltene Sache bei Frauen nach so kurzer Zeit!), ob ich mit raus kommen wolle. Klar. Draußen zu viert weiter gequatscht. Und nach den Kippen trennten sich die Wege. Von uns Vieren, nicht aber von Sweetie und mir. Wir blieben draußen und setzten uns im Außenbereich auf die Stühle.

Die Gesprächsinhalte wurden zunehmend persönlicher. Ich baute mehr und mehr emotionale und private Themen ein. Romantische Dinge zum Beispiel, da ich ja längst wusste, dass sie eher eine klassische Frau war, denn so eine neumodische Poweremanze. In ihren Augen sah ich ihr die sich langsam steigernde Erregung durch das Gespräch und durch die Körpersprache die ersten leichten „zufälligen“ Berührungen an. Und es war mir ein Hochgenuss damit zu spielen und die Situation zu kitzeln. Also küsste ich sie einfach… nicht. Sondern streichelte sie und massierte ihr den Nacken. Noch nicht genug der Sinneseindrücke und Gedankengänge für sie? Doch, bestimmt. Für mich? Nein.

Bewusst hab ich uns einen Platz in der Nähe der Türsteher ausgewählt. Warum? Damit diese mich dort auffällig mit einem Mädchen sehen. Wofür? Nun… Es ist eine harte Türe. Und nicht immer kam ich anfangs problemlos in den Schuppen. Je nachdem welcher Gorilla die Tür machte. Seit dem Abend erkennen sie mich wenigstens und ich muss nicht mehr unnötig ein paar Sekunden mit Warten verbringen, bis auch ich Einlass finde. Das ist Hollywood. Für so einen Gedankenwirrwarr habe ich neben Flirten, Streicheln, gestreichelt werden, Händchen halten und massieren Zeit? That’s it. Willkommen in der Welt der Persönlichkeitsentwicklung 2.0.

Irgendwann wird auch mir das schönste Spiel zu bunt und die Erregung zu hoch, um sie weiter leiden zu lassen, die Kleine. Also streichelte ich ihren Hals, zog sie zu mir und… Der Rest ist Geschichte.

Wieder drinnen im Club angekommen, tanzten wir nochmal kurz und ab da wusste auch Miss Geldgöre, dass sie heute nur Platz zwei bekommt. Ich wäre aber nicht längst auch ich, wenn ich nicht wüsste, dass Du Dir besonders Deinen Feind zu Deinem Freund machen musst. Sweetie war nur die eine Nacht bei Miss Geldgöre zu Besuch. Also in meiner Stadt. Inzwischen – auch doch durch meine Toleranz und Lebensfreude – kann ich aber nahezu jeden Menschen nehmen wie er ist und Spaß mit ihm haben. Also sorgte ich dafür, dass Miss Geldgöre sich dennoch wohl fühlte, auch mit Platz zwei. 😉 Und stellte ihr ein gemeinsames Pizza Essen in Aussicht. Urkomisch fand ich ihre Frage an Sweetie: „Sag mal, ist schon für Dich okay, wenn ich mit ihm mal zum Pizza Essen gehe, oder?“ Das ist mal ein Machtkampf und ein Ringen um Aufmerksamkeit par excellence. Sweetie schaute ganz schön verdattert aus der Wäsche.

Ich geb auch mal einen aus

Die Fame-Göre wollte noch in einen anderen Club zum Feiern weiter ziehen. Und so liefen wir des Weges zu dritt aus dem einen Club schnurstracks in den nächsten. Sweetie und ich dabei Hand in Hand. Sie hatte etwas an sich, das sich für mich nicht nur weiblich, sondern vor allem natürlich anfühlte. Und sie ließ nicht nur mit sich machen, wie fast alle bisherigen Frauen meines Projektes, sondern Sweetie war proaktiv. Vorwärts verteidigen, wie es in Neusprech heißt. Unsere (Angriffs-)Kriegsministerin Ursula lässt grüßen.
Zurück zum Thema, Sweetie streichelte, sie nahm meine Hand von sich aus. Im Club an der Bar angekommen, bestellte ich uns etwas zu trinken. Natürlich bezahlte diesmal ich. Revanche. Dann ist das auch in Ordnung. In meinem Leben habe ich noch nie einer Frau ein erstes Getränk ausgegeben, weil ich irgendwelche Absichten hatte. Wie billig ist das denn. Entweder bin ich der Preis oder nicht. Sicher ist der Preis aber nicht mein Geldbeutel.

Du kannst gerne…

An der Bar gaben wir uns weiter wie ein verliebtes Pärchen. Pattex in Reinkultur. Kaum drehte ich mich mal um, suchte ihre Hand meine. Ich nahm sie in den Arm und sie streichelte mich. Wir tanzten und genossen die Nähe, besonders die emotionale. Es fühlte sich an, als wäre sie seit langem meine Freundin und als wären wir seit langem schon und noch immer frisch verliebt. So etwas ist ein emotionales und auch zugleich unbeschreibliches Gefühl für mich. Endlich mal kein Hollywood. Weder für mich noch von ihr. So etwas habe ich in der Art noch nicht erlebt. Diese Nähe und dieses füreinander da sein. Kaum in Worte zu fassen in so einem kurzen Text.

Und unsere Geldgöre? Sie wollte sich unbedingt auch einen angeln. Dazwischen sagte sie zu Sweetie und mir: „Also Du bist mir so sympathisch, Du kannst gerne heute Nacht bei mir in der Wohnung bleiben, ihr seid so süß zusammen. Du bist eingeladen.“ Oh, das ist mal das Gegenteil von einem Blocker. Läuft bei Dir! Sweetie war damit kurz überfordert. Ihr Blick verriet umso mehr ihre Freude bei dem Gedanken daran, dass das kurze Märchen noch etwas andauern würde. Geldgörchen grinste ständig nur. Und sie selbst? Sie angelte sich ihren eigenen Prinzen. Bei ihr ging das ganz schnell, Hauptsache irgendwer. Hehe. Schwupp hatte sie einen. So läuft das also bei einer „Pickupperin“, ohne dass sie sich dessen bewusst ist, eine solche zu sein. Die Grundvoraussetzung dazu bringt sie mit. Die Zutaten heißen, ähhh, moment, ich überlege kurz…: „Weiblich“
Gut, das war jetzt nur eine Zutat. Reicht aber auch für eine Pickupperin. Mehr bedarf es für die Männerwelt gemeinhin nicht. Dafür hat die Evolution gesorgt. Es ist für ein Mädchen nicht schwer erfolgreich zu angeln. Da beißen irgendwelche Fische auch ganz ohne Köder an. Irgendwelche Männer… Der Unterschied zwischen Pickuppern und Pickuppern, übrigens. Einer, auf den ich großen Wert lege.

Einfach nur schweineteuer

Mit Sweetie in meinem Auto zur Geldgöre gefahren, ein Zweisitzer erlaubt nichts anderes. Die anderen beiden fuhren mit dem Taxi. Angekommen. Drei Zimmer Wohnung, 100 Quadratmeter, Bestlage. Puh. Mit meinem Wagen musste ich mich da in der Gesellschaft wahrlich nicht verstecken. Der machte sich da ganz gut. Hollywood ist Hollywood. Sweetie ist das egal. Gut so. Richtig so. Echt dekadent eigentlich, so wie sie wohnt. Die Gastgeberin. Wer aber mit 90.000 Jahresgehalt prahlt (brutto, die Zahl muss sich ja groß anhören), darf das Geld auch per Schaufel zum Fenster raus werfen. Meine Erlaubnis erteilt. Geile Wohnung, definitiv. Neubau vom Feinsten. Große lange Räume. Extra Bad im bzw. am Schlafzimmer. Küche im Wohnzimmer, versteht sich an der Stelle von selbst.

2017-05-28

Eine echte Freundin

Sweetie war die gesamte Zeit eine echte Freundin für mich. Meine. Und ich ihr Freund, vielleicht sogar ihr Mann. Aber eben nicht für ein ganzes restliches Leben. Und so blieb es bei einem wunderschönen und gefühlvollen Abend, einem gemeinsamen Einschlafen Arm in Arm, kuscheln und jedenfalls für mich dem Gefühl „es könnte so einfach sein“…

Sie wäre eine tolle Frau. Definitiv intelligent. Sehr fürsorglich, sehr aufmerksam, warmherzig. Eigenschaften einer potentiellen Traumfrau für den Bachelor vom Projekt Beziehung. Und dann folgt der nächste Morgen und der fällige Abschied. Zuvor richtete Frau Geldgöre ein Frühstück für vier her. Sehr gastfreundlich. Muss ich schon sagen. Frühstück mit vier Menschen, die ich vor wenigen Stunden noch nicht einmal kannte. Undenkbar früher für mich. Scheinbar normal heute. Der Abschied fiel kurz und herzlich aus. Die Aussicht auf einen Gegenbesuch meinerseits in ihrer Stadt inklusive. Womit ich natürlich nicht ernsthaft rechnete. Ihr wisst ja…

PS: Wer war Fr. Tinder nochmal?

PPS: In der Zwischenzeit, es war eine Woche vergangen, schrieben wir uns ein paar wenige Male… Und meine Frage nach einem konkreten Treffen am Wochenende, schob sie auf. Gerade viel zu tun und so. Wir würden das später noch klären. „Okay“, dachte ich mir. Ich weiß längst was das bedeutet. Und so war es selbstverständlich auch. Die Nummer mit dem Exfreund kam wieder aus der Schublade. Deshalb würde sich das nun für sie nicht richtig anfühlen, sich erneut zu treffen. Der Alte wäre nun wieder in ihrem Leben. Und sie meinte damit nicht den aus der Fernsehserie, glaube ich. Sie dankte mir nochmals sehr für den schönen Abend, wie auch schon mehrfach persönlich. Und das war es. Wie immer bisher. Wenn es nur nicht immer schon vorher irgendwie klar wäre. Entweder stirbt der Wellensittich einer Frau und kommt allem weiteren dazwischen oder der Exfreund, der eigentlich längst tot war, steigt aus seinem Grab und kommt dazwischen. Glaube ich ihr das? Unwichtig. Aber nein, natürlich nicht. Keiner Frau glaube ich mehr irgendwas. Generell nicht. Auch sonst keinem „neuen“ Menschen. Ich glaube nur noch was ich sehe und während dem ich selbst dabei bin. Alles andere ist, da wiederhole ich mich immer wieder allzu gerne, nicht meine Realität. Es ist die Realität der Frau. Aus der Welt von Grimms Märchen. Und auch diese (Lügen-?)Geschichten haben ihre Berechtigung auf dieser Welt. Sonst hätten viele kleine Kinder und liebevolle Eltern keine nette gemeinsame Unterhaltung und Gute Nacht Geschichten zum Einschlafen…

PPPS: Das erste Mal in meinem Leben, dass ich es erlebt habe, am selben Clubabend zur Frau heim zu fahren, während sie nicht alleine in der Wohnung ist. Premiere. Referenzerfahrung. Auch das ist möglich. Haken dran, weiter gehts.

Der besondere Kick im Orangensanft

Gestern saß ich am Abend auf der Couch. Ursprünglich war Bar- und Clubgame geplant. Hatte ich hier sogar angekündigt. Und dann hat mir der heilige St. Erkälterus einen Strich durch die Rechnung gemacht, sich am Tag zuvor schon angekündigt und gestern dann vollends zugeschlagen. Autsch in der Nase.

Es könnte schlimmer sein, es ist aushaltbar. Aber wir Männer jammern bekanntlich liebevoll gerne, wenn wir krank sind. Oder auch nur kränkeln. Genug Melankolie, wir wollen mal nicht übertreiben jetzt.
Also saß ich alleine auf meiner schönen Couch. Der Fernseher lief nicht. Ich chattete ein wenig in Whatsapp mit Freunden und Bekannten und mit der Familie. Und irgendwann hatte ich Durst. Einfach nur durst. Mir fiel auf, dass ich den Tag über schon zu wenig getrunken hatte.

„Trink was“, hört man doch an jeder Ecke. Man soll immer trinken, trinken, trinken. Trinken ist total in. Es gibt gefühlt jede Woche fünf neue Softdrinks, Säfte oder allerlei anderes flüssiges Zeug mit den wildesten Geschmäckern. Es ist wohl so eine Boomphase der Getränkeindustrie. Es sei ihnen vergönnt. Ich frage mich nur wer diesen ganzen Mist kauft. Für mich habe ich aus all dem neumodischen Gesöff nichts entdecken können, und zwar schon die letzten Jahre nicht. Habt Ihr etwas leckeres für Euch gefunden? Ich nicht.

Und gestern hatte ich ganz besonders Lust auf etwas mit Geschmack. Jetzt könnte man zur Cola greifen oder zu irgend einer anderen Süßstoff-verseuchten Plörre. Einfach mal nicht nur Wasser. Dachte ich mir auch. Hauptsache mal nicht wieder nur Wasser. Also?
Also ab zum Kühlschrank. Da gibts bei mir immer irgend etwas Leckeres. Und mir kamen direkt zwei Netze voll mit Orangen entgegen. Was daran liegt, dass ich das zweite Netz gekauft hatte, obwohl ich noch über ein ganz volles im Kühlschrank hatte. Die waren so herrlich toll reduziert, 50%. Wer mich kennt, der weiß, dass ich so mal ungefähr der größte Schnäppchenjäger der Menschheitsgeschichte bin.

Also ab und raus aus dem Kühlschrank mit den kleinen und großen orangen Orangen. Und rein in die Presse. Drei Orangen mit dem Schwert geteilt, wie St. Martin seinen Mantel. Nur gerechter! Denn ich bekam beide Hälften der Orangen. Aller drei orangen Orangen sogar! Alleine, nur für mich. Und zu guter letzt ab damit in ein großes Glas. Mmmhhh…

Kennt Ihr dieses Gefühl von frisch gepresstem Orangensaft am Gaumen?
Wie fühlt es sich an?
Sehr süß. Wann immer ich frisch gepressten O-Saft trank, fühlte es sich ziemlich süß an. Und wenn man ehrlich ist, irgendwie ist das dann auch ein Stück weit einfach nur… süß! Und sonst nix. Fiel mir bisher auch nicht groß auf. Dass da kein Pep dahinter war. Es ist doch nur Orangensaft.

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Und jetzt kommt der Clou.
Achtung. Anschnallen!

Gestern hab ich nach den drei orangen Orangen einfach noch eine halbe gelbe Zitrone mit rein gepresst. Und siehe da! Ein Unterschied wie Tag und Nacht! Immer noch süß, aber nicht mehr pappsüß.
Prädikat: Besonders empfehlenswert!

Natürlich weiß ich nicht, ob das der Beginn einer Kochserie wird. Vielleicht werde ich mit meinem Blog eines Tages auch Chefkoch überholen. Keine Ahnung. Jedenfalls geht es mal mit einer Orange, halt, mit drei Orangen, geht es mal los. Und dazu kommt eine halbe Zitrone.

Einfach lecker. Und still. Am Abend. Alleine. Auf der Couch. Frieden.

PS: Chefkoch habe ich längst überholt. Bei mir gibts es wesentlich mehr Rezepte. Jedenfalls zum Thema „wie lerne ich eine Frau bzw. einen Mann kennen“. Das sind mehr Rezepte, als es bei Chefkoch mit ziemlicher Sicherheit je der Fall sein wird. Es ist also alles eine Frage des Blickwinkels! 😉

Experiment – Kein Anstand, keine Erziehung

Gestern schrieb ich über Whatsapp mit meiner Cousine. So kam der Stein für diese Geschichte ins Rollen.

Hintergrund war mein gestriges Date mit der Klette. Draußen in einem Lokal, danach in einer Bar. Alles ganz gemütlich, kam mir sehr entgegen, da ich mir eine Erkältung eingefangen habe.

Jedenfalls nach dem Date, zu Hause angekommen, schickte ich erst mal einen kurzen Status per Sprachnachricht zu meiner Cousine. Und schilderte ihr kurz meine gestrigen Erlebnisse mit der Klette.
Ich klagte mein Leid (ja, total dramatisch! 😉 ), dass die Frau – wie eigentlich fast alle Frauen, die ich in meinem Leben bisher kennen gelernt habe – echt einen Abtörner nach dem anderen bringt.

Beispiele? Wo soll ich anfangen?! 😉

Beispiel 1:
Wir bestellen Getränke. Genau genommen noch nicht. Ich fragte sie erst mal, ob sie schon wisse, was sie trinken möchte. Sie verneinte, also sagte ich dem Kellner, dass er in ein paar Minuten nochmal auf uns zu kommen möge.
Kaum war der Kellner wie gewünscht wieder da, bestellte sie ihr Getränk.
Wer zum Teufel sagt in diesem Moment denn, dass ICH schon weiß was ICH möchte?!
Sehr unaufmerksam. Ich fragte sie schließlich vorher, um nicht ohne sie alleine schon zu bestellen. Sie hingegen fragte mich nicht, als sie bestellte. Achja, es geht mir nicht um die explizite Frage. Es hätte auch ein Blick gereicht, mir sowieso. Es geht einfach um die Aufmerksamkeit, das Mitdenken an den Anderen. Irgendwie glaube ich gar nicht, dass es Unaufmerksamkeit an sich ist. Sondern einfach Kälte. Ein Stück weit Kälte.

Beispiel 2:
Einige Minuten nach der Getränkebestellung, ging es an die Essensbestellung. Zack, bumm, wusch! Sie bestellte ihre Pizza. Ja gut, dachte ich mir. Okay. Kann man so machen. Finde ich nur komisch. Weil? Und jetzt wird es arg oldschool, dessen bin ich mir bewusst. In meiner Welt äußert die Frau was sie möchte und meine Aufgabe als Mann ist es dann auf sie einzugehen und das Essen für uns beide zu bestellen. Der Frau Wertschätzung entgegen zu bringen. Das ist mein Part. So verstehe ich das. Ja, oldschool. Mag sein. Eine Frau auf Händen tragen. Aber so bin ich eben. Und genau darauf bin ich verdammt stolz.
Danke und schönen Gruß an der Stelle an die Emanzipation. Die Emanzipation und ihre hässliche Fratze. Frau will nicht mehr Frau sein. Und Mann darf nicht mehr Mann sein. Schade, sehr sehr schade. Sind wir alle von Sinnen?

Beispiel 3:
Sie bestellte ihre Pizza. Raus gedonnert. Bumm. Okay.
Ich bestellte vorweg ein Schälchen Oliven zu meiner Hauptspeise, einen Teller Nudeln. Mit Trüffeln. Ich liebe frische Trüffel. Mmmhhh…
Und nach ein paar Minuten brachte der Kellner die Oliven. Achtung, Reaktion der Frau: „Was bringt der Kellner denn da. Hast Du Oliven bestellt?!“
Oh mein Gott! JAAAAA. JAAAAAAHAAAAAAA. Ich hab Oliven bestellt. Unglaublich. Wahnsinn. Irre. Total krass. Mega. Unvorstellbar super hyper verrückt. Aber was noch krasser ist, sind meine Gedanken dazu: „Warum weiß ich was Du bestellt hast und Du hörst nicht mal zu was ich bestelle?!“
Sprachlosigkeit machte sich in mir breit.

Beispiel 4:
Zwei Getränke auf dem Tisch. Zwei Personen am Tisch. Last man standing sozusagen. Und dann macht Mann (!) was? Na klar, er möchte das Glas erheben, der Frau in die Augen sehen und mit ihr anstoßen: „Schön, dass wir zwei hier sind. Ich freue mich auf den Abend mit Dir.“
Was auch immer. Irgend so etwas eben. Und dann?
Ja dann… macht Frau ihre eigene Show draus. Und wie sieht die aus? Der geneigte Leser wird an der Stelle sicher wissen was passiert ist. Beispiel 1 bis 3 ist ja wohl aussagekräftig genug. 🙂
Richtig, ja. Die Frau trinkt einfach los. Nix Gläser erheben. Nix nette Worte. Stattdessen einfach nur… auf die Plätze, fertig, los.
Toll.

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Vier Beispiele reichen, um zu erklären worauf ich hinaus will. Meine Cousine sagte dann zu mir: „Wenn ich mich mit jemandem treffe, egal mit wem, egal ob mit Kollegen oder Geschäftsessen oder Date oder sonst etwas, dann spreche ich solche Situationen sofort an. Wenn ein Mann mir die Türe vor der Nase zu knallt oder einfach los trinkt.“

Ich fragte sie, wie denn die überwiegende Mehrheit der Reaktionen aussehe?
Die Männer seien dann wohl peinlich berührt, würden rot werden und ihr Verhalten dann damit rechtfertigen und halb entschuldigen, dass „die moderne Frau doch gar nicht wolle, dass der Mann ein Gentleman sei“.
Sie regt das nicht Vorhandensein von echten Männern genauso auf wie mich das nicht Vorhandensein von echten Frauen.

Liebe Cousine, sind wir denn die einzigen Menschen auf dieser Welt, die ein bisschen Anstand und Erziehung genossen haben?! Wirklich…?

Also, ab heute gibts ein Experiment, sowohl für das nächste Date mit der Klette, als auch mit allen nächsten folgenden Dates mit anderen Frauen:
Ich werde mir da nicht mehr nur meinen Teil denken, wenn solche Szenen wie die Beispiele 1 bis 4 auftauchen, sondern ihr das vor den Latz knallen. Charmant natürlich, aber ich werde der Frau sagen, was ich davon halte und was ich mir wünsche, wie es stattdessen aussieht.
Mal ausprobieren. Ein Experiment.

Ich habe das bisher so nie gemacht, aber nicht weil es mir etwas ausmachen würde, sondern weil ich mir dabei denke: „Sie ist bestimmt ein toller Mensch. Jeder hat seine Eigenheiten. Akzeptiere sie so wie sie ist.“
Tue ich dann auch weiterhin. Aber zwischendurch werde ich einfach mal klar äußern wo bestimmte Grenzen sind.
Es ist anderenfalls eine Art sich selbst anzulügen, wenn man tatsächlich versucht einen anderen Menschen so zu akzeptieren wie er ist, wenn man selbst jedoch etwas ganz anderes möchte.

Warten wir mal ab wie die Frauenwelt auf so viel Direktheit reagieren wird… 😉

PS: Die Frau, die Anstand und Erziehung mitbringt, darf sich gerne auch von sich aus bei mir melden. Meine Cousine tut das ja auch. 😉

PPS: Warum treffe ich mich mit der Klette dann trotzdem weiterhin? Ganz einfach deshalb, weil ja auch ein paar tolle Charakterzüge bei ihr vorhanden sind. Auch wenn ich mir bewusst bin, dass sie nicht die Frau ist, die ich wirklich suche.

Date-Review zu einer potentiellen Traumfrau (?)

Mittwoch Nacht kam es zum großen Fußballspiel. Ich hatte darüber hier berichtet (Date-Vorschau im Stile eines Fußballspiels).

Und das Date ging wirklich lange. Über 7 Stunden, um genau zu sein. Zwei mal die Location gewechselt. Immer gut.

Der Reihen nach.
Erstmal gab es eine freudige Begrüßung, umarmen. Herzlich ihrerseits. Nicht kühl. Guter Start.

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Wir trafen uns mit den Autos vor einem Lokal. Das hatte jedoch geschlossen, so dass wir von dort aus kurzfristig mit einem Auto weiterfuhren. Mit meinem.
Wir gingen in Richtung meines Autos. Dort standen mehrere Fahrzeuge und sie fragte mich etwas ungläubig: „Wo stehst Du denn?“
In diesem Moment hatte sie längst verstanden, welches mein Auto ist. Der schwarze Sportliche. Es nahm etwas vom Glanz, ihre Reaktion. Denn es zeigte mir für einen kurzen Moment, dass sie mir nicht zutrauen würde „so ein Auto“ zu fahren.

Ja gut, dann weißt Du schon mal, dass Du zumindest bisher nicht High-Value für sie in Ihrer Gedankenwelt gewesen sein konntest. Denn hätte sie mir das vorab schon zugeschrieben (zugetraut?!), wäre ihre Reaktion anders ausgefallen. Aber so ist das nun mal, wenn man kein Allerweltsauto fährt und gleichzeitig darüber nie spricht. So als wäre es ein Allerweltsauto. Wozu auch. Einer Frau gegenüber nicht der Rede wert. Ich erzähle ja auch nichts über mein Faible für Edelmetalle. Das hat Zeit. Es ist für mich nur ein Auto. Von der einen Seite her betrachtet. Aber es ist umgekehrt eben auch nur ein Auto (!). Von der anderen Seite her betrachtet. Aus ihrer Sicht eben. So sollte es jedenfalls sein.

Ich hoffe, dass ich damit rüberbringen konnte, was ich sagen möchte: Etwas kann aus meiner Perspektive normal sein. Aber ich wünsche mir eben, dass es aus der Sicht der Frau dann auch normal ist, dass dieses Etwas auch für mich normal ist. Und nicht so nach dem Motto: „Wie kann DER sich das leisten?!“ Es kam einfach so rüber. Und das ist nicht schön. Bestimmt nachvollziehbar. Vielleicht wollte sie das so auch nicht rüber bringen. Was letztlich aber völlig Schnuppe ist. Denn wichtig ist was ankommt. Nicht was vielleicht versucht oder nicht versucht wird auszustrahlen. Es geht immer um Gefühle im Leben. Und dabei sollten die eigenen Gefühle aus gesundem Grund an erster Stelle stehen.

Die Reaktion zeigte mir außerdem, dass sie selbst mehr auf High-Value macht als sie wirklich ist. Jemandem, der wirklich begriffen hat worauf es ankommt, ist es egal was für ein Auto Du fährst. Wenn das Auto beeindruckt, in diesem Fall mit fadem Beigeschmack, dann ist sie das eben selbst nicht, High-Value. Jedenfalls nicht für mich. Auch wenn das eine ganz andere Art der Auslegung ist. Es ist meine Auslegung.
Für mich blieb deshalb der Eindruck zurück, dass auch da der Schein größer ist als das Sein. Es passte für mich nicht ins sonst so perfekte Gesamtbild dieses Menschen bis dahin. Schade. Ich kann das schwer beschreiben, es war einfach mein Gefühl. Ein bisschen nahm das für mich etwas vom Glanz dieser Frau.

Materielles ist mir völlig unwichtig. Aber eben tatsächlich so unwichtig, dass ich mich weder beeindrucken lasse davon, wenn jemand etwas besitzt, noch umgekehrt davon beeindrucken lasse, wenn jemand etwas nicht besitzt.
Kurz: Ich bin dann weder negativ beeindruckt, wenn ich mir vorher dachte, dass jemand etwas besitzen könnte und feststelle, dass derjenige Arm wie eine Kirchenmaus ist. Noch bin ich positiv beeindruckt, wenn ich mir vorher dachte, dass jemand ein armer Schlucker sein müsste und ich plötzlich erfahre, dass er eine Villa besitzt. Es ist mir einfach egal. Wirklich egal. Beides ist gleich gut für mich. Herz ist wichtig. Seele ist wichtig. Alles andere kann ich mit einer großen Ausholbewegung vom Tisch fegen! Es spielt keine Rolle. Für mich einfach keine Rolle. Alles ist vergänglich. Materielles oft viel eher als der Mensch. Und manchmal ist der Mensch noch vergänglicher als Materielles.
Alles hat ein Ende. Das müssen wir alle noch lernen, spätestens aber erleben.
Aber um jetzt nicht nur zu bitter ernst zu sein: Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei. 😉

Diese Reaktion von ihr war zwar nur eine kleine, für mich aber eine eher große. Denn sie stellte eben ihre Sicht der Dinge für mich verständlich dar. Man könnte auch von einem Fettnäpfchen sprechen.
Bis dahin war sie sehr frei, sehr tolerant. Sehr mit sich im Reinen und Klaren. Sie wirkte für mich bis dahin völlig frei von äußeren Einflüssen unbeeindruckt als Person. Das hatte für mich etwas Magisches. Danach nicht mehr in der Form. Um zum Edelmetall zu zurück zu kehren: Vorher war sie für mich noch ein riesiger Goldbarren. Und plötzlich nur noch eine Figur, überzogen mit Blattgold. Und das Ganze fing auch noch an abzublättern. Die Frage war dann nur noch: Was ist darunter…?

Aber ich wäre nicht ich, wenn ich das nicht sofort wieder beiseite schieben könnte. Also hielt ich ihr selbstverständlich die Türe des Autos auf und wir fuhren in eine Bar.

Erstmal einen Wein trinken. Rosé, um genau zu sein. So einen hatte ich bisher noch nie getrunken. Ich kenn mich mit Wein nicht so gut aus, aber dieser Rosé war etwas Besonderes. Hat mir geschmeckt. Copper Ridge, Zinfandel. Interessant. Der Duft. Hat mich an Whiskey oder braunen Rum erinnert. Und geschmacklich eher süß, was mir sehr entgegen kommt. Kann ich empfehlen, wenn man einfach mal „etwas anderes“ probieren will. Definitiv nicht normal.

Es war von Minute eins an klar:
Das wird ein extrem klassisches Date. Sie ist da eher vom alten Schlag. Bleibt von sich aus vor der Türe stehen, bis ich sie aufmache. Da sie weiß, dass ich Türen aufhalte. Dann kommt die zweite Durchgangstüre zur Bar, wieder bleibt sie stehen, damit ich sie mit zwei schnellen Schritten überholen konnte, um auch diese Türe zu öffnen. Zwei mal Danke mit einem netten Lächeln. Ja, so ist das schon gut, finde ich. Geht doch.
(Anmerkung: Sie ist die erste Frau in meinem Projekt, die das in Gänze checkt. Allen anderen konnte ich die Türe aufhalten so oft ich wollte, aber sobald da eine zweite Türe kommt, rennt sie wieder voraus. Ohne jede Chance für mich auch die zweite Türe öffnen zu können.)

Aber eines ist dann auch klar: Es wird dann eben ein klassisches Date. Ich denke da an die Werbung zum Ei-Phone. „Wenn Du kein i-Phone hast, dann hast Du kein Ei-Phone.“
In dem Fall von dem Date ist das so: Hast Du ein klassisches Date, dann hast Du ein klassisches Date. Punkt.
Da weißt Du was gespielt wird. Das Terrain ist klar abgesteckt. Das Spiel ist also eher vornehm. Eher etepetete. Ist ja okay, man muss eben damit umgehen können und ein bisschen auch drauf stehen. So ein Date in der Form hatte ich länger nicht. Aber sie ist eben eine Frau, kein Mädchen. Und eine vom alten Schlag. Aber das sagte ich ja bereits.

Sie ist höflich. Sie hat Stil. Sie weiß was sich gehört. Ich aber auch. Hat Mama mir schon früh beigebracht. Gell Mama. 😉
(Selbsttest für Anfänger: Ein halbes Hähnchen komplett mit Messer und Gabel essen, ohne sich die Finger schmutzig zu machen und ohne Fleisch an den Knochen zurück zu lassen. Tipp: Vorher unbedingt mit der Anatomie eines Huhnes beschäftigen. Macht es einfacher. Zwei geübte Schnitte benötigt es, sonst wird das nix mit dem Huhn. Ganz wie im echten Leben. :-))

Es war ein durchwegs tolles Gespräch, über den ganzen Abend hinweg. Körperkontakt hingegen war schwer aufzubauen, dazu hat ihr wohl noch Vertrauen gefehlt, wie ich gemerkt habe. Obwohl sie umgekehrt auch hin und wieder Körperkontakt gesucht hat. Was sehr positiv ist. Aber ansonsten war es schwierig. Steigern konnte ich es zu keinem Zeitpunkt. Nur immer wieder einstreuen. Ich fühlte mich zwar wohl im Gespräch, aber irgendwie nicht wohl auf der Ebene ihr näher zu kommen. Selbst bei einfachen Berührungen fühlte ich mich nicht zu 100% wohl.
Warum? Das hab ich für mich auf der Rückfahrt schon versucht zu ergründen. Später mehr dazu.

Zum Wein gab es noch etwas zu Essen. Sie kannte den Barchef. Schon mal keine gute Voraussetzung übrigens. Das war das erste Mal, dass ein Date irgendwo stattfand, wo die Frau bekannt war und nicht ich. Man selbst fühlt sich dann etwas beobachtet. Umgekehrt ist das kein Problem, wenn ich irgendwo mit einer Frau bin und man mich kennt. Denn ich zeige der Frau ab der ersten Sekunde, dass wir uns deshalb in keiner Form zurückhalten müssen. Aber an diesem Abend wusste ich nicht so recht etwas damit anzufangen. Und sie löste das auch nicht gleich auf. Besonders nicht mit der Erklärung, dass es sich beim Barchef um die Verwandtschaft einer Freundin handelt.
Wie soll ich das werten? Was schließe ich daraus für den restlichen Abend?
Muss ich mich jetzt zurück halten?! Weniger Berührungen?! Keine?! Oder kann ich trotzdem ganz normal auf Tuchfühlung gehen?!

Nach dem Essen und dem Bezahlen ging es noch in eine andere Bar. Eigentlich mega cool. So eine Shisha-Bar. Ein paar komische Leute in der verrauchten Bar um uns herum. Wir haben uns lustig gemacht über die Location. Über die Menschen und über uns. Das war das totale Kontrastprogramm zu vorher. Aber sie ist spontan. Also hatte sie die spontane Idee dahin zu gehen. Sie ist auf eine Art locker. Das gefällt mir. Sie kann etepetete. Aber sie kann auch mal einfach sein.

In den Laden sind wir übrigens nur gegangen, weil sie in der Bar zuvor mein Angebot – zu ihr auf einen Tee zu gehen – ausschlug. „Auf keinen Fall!“, trällerte sie mir entgegen und lachte verschmitzt dabei.

Später fuhr ich sie zurück zu ihrem Auto. Es war spät. Nach 1 Uhr bereits, und am nächsten Tag musste ich wieder arbeiten. Im Auto war es nun mal langsam an der Zeit einen Gang hochzuschalten. Der Wagen hat ja ein Doppelkupplungsgetriebe. So sanft schaltet der für mich die Gänge hoch und runter.
Aber ihr gegenüber war ich an der Reihe. Ohne Doppelkupplungsdingda. Jetzt war ich gefragt. Und bis dahin hat sich das für mich einfach irgendwie nicht 100% richtig angefühlt. Im Auto wollte ich dann mal Druck aus dem Kessel lassen. Habe sie beim Fahren kurz angesehen und mit meiner rechten Hand ihre linke Hand angefasst. Kurz weg wieder gesehen, zurück auf die Straße. Denn ein bisschen fahren musste ich auch noch. Einfach weiter unterhalten. Ganz normal. Und wieder kurz zu ihr gesehen. Sie zog die Hand nicht weg. Und ich meine auch nicht. Ich fing an während der Fahrt ihre Hand zu streicheln. Und nach ein oder zwei Minuten tat sie es mir gleich. Das ging so bis zum Parkplatz mit ihrem Auto. Einige Minuten lang.
Sie kann zärtlich sein, das habe ich gemerkt. Sie hat definitiv Bandbreite.

Sie erzählte mir im Laufe des Abends viele tolle Dinge. Viel im Bereich Persönlichkeitsentwicklung. Viel von ihrer Vorliebe für Meditation, Entspannung und Ruhe.
Ihre Erzählungen aus dem Alltag widersprachem dem Ganzen jedoch etwas. Sie erzählte von einem großen Freundeskreis. Sie erzählte vom Feiern und vom Ausgehen. Von Champagner und von Wein. Sie kennt sicher viele Menschen und ist gern gesehen und viel gefragt. Ja. Schön. Für sie. Schön für sie.

Und irgendwie machte das trotz der sehr tiefgründigen Gespräche über das Leben für mich diese Frau im Laufe des Abends zunehmend unattraktiv. Unattraktiv ist vielleicht das falsche Wort. Hm. Sagen wir es so:
Ich suche kein Glamour-Girl. Keine Sause-Brause-Frau. Es ist für mich vielmehr an der Zeit zur Ruhe zu kommen. Auch mal – und öfter – meine Zeit mit meiner Partnerin in den eigenen vier Wänden zu verbringen. Sesshafter zu werden. Weniger Kasperletheater. Das hatte ich die letzten Jahre genug. Und mit dem Projekt nochmal im Qudrat. Es langt. Es reicht wirklich.

Meditation, Ruhe und Entspannung waren gute Themen. Aber ihr Leben drum herum ist nicht meins. Und ich merkte für mich:
Mit dieser Frau würde ich – ganz unabhängig davon was sie überhaupt von mir hält – zwar vermutlich die cleverste Frau meines Lebens (nicht jedoch die gebildetste!) an der Seite haben. Sie würde in vielen Dingen vorausdenken. Sicher für uns beide. Sie würde mir in vielen Dingen auch neue Wege aufzeigen können und mich voran bringen. Andererseits würde ich jedoch auch immer einen Pol an der Seite haben, an dem man sich reiben könnte. Ja müsste. Oder eben immer wieder zurückzustecken hätte.
Denn ihr eigener Kopf, ihr eigener Charakter und ihre eigenen Wertevorstellungen sind schon stark ausgeprägt.

Und ich will doch nur leicht und unbeschwert sein.

Zum Kuss habe ich zur Verabschiedung nicht angesetzt. Es hätte nicht gepasst. Irgendwie nicht. Ich habe mich in dem Moment mit dem Gedanken auch nicht wohl gefühlt. Und glaube, dass sie das auch nicht gewollt hätte. Die Feine. Weil ich etwas schon spürte, was daraufhin folgte…

Die letzten Tage nach dem Date schrieben wir uns täglich ein bis zweimal kurz. Kein großes Engagement von ihr. Das war nur am Anfang in der Nacht im Club bei unserem Kennenlernen einmalig so. Danach war die treibende Kraft stets ich.
Und das Engagement habe ich inzwischen runter gefahren. Ich habe mir sie einfach zum Vorbild genommen. Sie macht wenig. Dann ich eben auch.
Ein paar Tage Denkpause taten mir nun gut. Dabei spüre ich, dass sie es auch nicht ist – die Richtige.
So toll sie sein mag als Mensch. Als Frau. Aber nicht als meine Frau. Als die Frau eines anderen bestimmt. Einen, der in ihren Augen vielleicht mehr High-Value ist. Ich weiß es nicht. Ist mir auch egal eigentlich.

Bei ihr ist das irgendwie anders als bei anderen Frauen bisher. Mein Gefühl sagt mir einfach, dass es nicht das Richtige ist für mich. Andere tolle Frauen, die ich bisher gedatet habe, hinterließen bei mir ein anderes Gefühl. Teilweise ein Gefühl von Sehnsucht. Bei ihr ist das anders.

Ich glaube es ist etwas Einschneidendes passiert über die letzten Monate: Ich bin mir mehr wert als je zuvor. Und weiß was ich kann und wer ich bin. Wenn mir jemand dann nicht klar das Gefühl gibt, dass ich der Richtige bin, dann bin ich schneller weg wie ein herrenloser Geldbeutel zwischen zehn Langfingern.
Und das ist für mich insofern eine wundervolle Erfahrung. Unabhängig zu sein. Mehr als je zuvor. Unabhängig als Mensch sowieso. Und mindestens dafür tat mir dieses Date richtig gut. Aber jetzt auch unabhängig vom Gefühl unbedingt eine Frau kennenlernen zu wollen oder gar zu müssen. Deswegen bin ich glücklich darüber, dass es lief wie es lief. Und ich diese Frau kennen lernen durfte.

=> Ich komm ganz gut auch ohne klar. Danke Pickup.

Es war nichtsdestotrotz wirklich ein menschlich toller Abend mit ihr. Da will ich der Sache nichts abtun. Genauer kann ich es im Moment auch nicht beschreiben. Keine Ahnung.

Und am Ende ist es wie immer: Es ist immer irgendwas!

PS: Zurück zu Beginn des Textes:
Versteht mich nicht falsch. Jede Frau darf in Fettnäpfchen treten. Jede Frau darf auch mal etwas sagen, das vielleicht nicht ganz okay für mich ist. Wer weiß was ich alles „uncooles“ aus Sicht manch einer Frau tue. Oder sage. Alles okay. Jede Frau hat ihre eigenen Ansichten und ihre eigene Meinung. Das ist alles prima und auch die Fettnäpfchen sind bis zu einem gewissen Grad in Ordnung und gesund.
Jetzt kommt das aaaaber, oder? Ja! 😉
Aaaaaaaaaber: Wenn ich selbst keine Lichtgestalt bin, dann tue ich einfach auch nicht so. Einfach mal etwas tiefstapeln ist nämlich auch gut. Hochstapeln kann jeder.

PPS: Seit einem Tag kam keine Antwort mehr von ihr auf meine letzte Nachricht. Ich glaube wir machen es wie immer: Lasst uns ein Ei drauf hauen. Da gibts doch diese Spiegeleierformen. Gibts die auch mit einem Winke-Winke anstatt in Herzform? 🙂

PPPS: Vielleicht fragt sich der eine oder andere ja, warum ich dann im Auto ihre Hand genommen habe? Ich kann es nicht mal sicher sagen. Vielleicht weil ich spürte, dass es das letzte mal sein würde, dass wir uns sehen? Ich weiß es nicht. Vielleicht weil ich ihr einfach zeigen wollte, dass ich sie toll finde. Was auch wirklich stimmt. Vielleicht auch nur für den Nervenkitzel. Auch das weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass es kein Nervenkitzel war in dem Moment, das hab ich ja gleich darauf gemerkt. Ich blieb ruhig und gelassen. Es ist nichts Besonderes mehr eine Hand einer Frau zu halten. Es hat sich einfach abgenutzt. Nicht mal die Hand einer Frau, die ich toll finde. Pickup sei Un-Dank.