Experiment 2 – Vitamin D3

Mit dem Artikel Experiment – Kein Anstand, keine Erziehung habe ich soeben nachträglich eine neue Kategorie hier auf dem Blog eingeführt. Projekt Beziehung goes „Projekt Experiment“. Da kommen zukünftig alle meine Experimente rein.
Wie ich Anglizismen nicht ausstehen kann. Aber sie sind doch so schön schick. Und trendy, äh, im Trend. Ups.

Bei Experimenten muss ich doch glatt an Daniel Düsentrieb denken. Kennt ihr den noch? Den von Duck Tales. UUUUHUUU!

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Mit dem Artikel heute startet ein neues Experiment, Nr. 2. Ohne das alte abzulösen, warum auch. Das erste Experiment (im Artikel oben nachzulesen) geht es um die Erforschung der Auswirkung von Direktheit in der Kommunikationsbeziehung zwischen Mann und Frau, insbesondere auf dem ersten Date.
Auf Deutsch: Ich sag der Frau beim ersten Date zukünftig immer sofort, wenn mir was nicht passt. Charmant, aber klipp und klar. Und dann schaue ich mal, wie die Damenwelt darauf so reagiert. Anstatt mir jedes Date nur etwas dabei zu denken, wenn ich irgend eine Aktion von der Frau mal wieder merkwürdig, unpassend oder uncharmant finde. Ich finde grundsätzlich ja vieles merkwürdig, unpassend oder uncharmant. Das geht uns allen so.

Aber bisher hab ich einfach die Klappe gehalten. Wenn man sich zurücknehmen lernen möchte, lässt man einfach über sich ergehen. Ist aber irgendwie auch nicht so das Wahre, hab ich festgestellt, jedenfalls nicht auf Dauer. Für die Situation und zum Üben ist das prima, man lernt seine Komfortzone zu erweitern. Man wird geduldiger, man wird rücksichtsvoller, man wird insgesamt ruhiger. Vieles aus dieser Phase habe ich für mich übernommen. Kleinigkeiten stören mich tatsächlich nicht mehr. Einzelheiten innerhalb der Kleinigkeiten gleich zwei mal nicht mehr. Aber es hilft mir nichts auf dem Weg meine Traumfrau zu finden. Zu mir selbst finde ich damit schon, absolut. Mich selbst finde ich auf diese Art, aber nicht sie. Nicht Fr. Traumfrau.

Kann natürlich passieren, dass dem Druck nicht jede Frau stand halten kann. Den Druck erzeuge allerdings nicht ich, den macht sie sich dann selbst. Kraft ihrer Gedanken. Ich spreche nur an wenn mir etwas nicht passt oder ich etwas komisch finde.
Umgekehrt muss ich aber sagen, dass ich es auch schon öfter erlebt habe, dass mir eine Frau irgend etwas „vorwirft“. Meistens inhaltlich im Gespräch, wenn ich eine klare Meinung zu etwas habe. Dann wird schon oft mal nachgefragt wie man denn zu „so“ einer Meinung kommen könne. Ein Weltverbrechen? Nein. Im Gegenteil, eine eigene Meinung zu haben ist eine Weltverbesserung! 🙂

Direktheit sorgt in jedem Fall für eine richtungsweisende Konsequenz, es trennt die Spreu vom Weizen! Und eines gehört zu einem guten Projekt wie das Salz in die Suppe, das Zeitmanagement. Dates mit langweiligen Frauen hatte ich genug in den letzten Monaten. Dates mit uncharmanten Frauen genauso, mit merkwürdigen umso mehr. Dates mit hinreißenden und bezaubernden Frauen jedoch auch, nur mit denen ist bis jetzt nichts Ernstes draus geworden. Ob ich nicht hinreißend und bezaubernd genug für hinreißende und bezaubernde Frauen bin? Das ist wohl die Quizfrage…?

Hier ist die Antwort:

Auf meinem… hmm… ich weiß nicht… vorvorletzten Date – glaube ich – musste ich mir sagen lassen, dass ich sprechen würde wie auf einem Vorstellungsgespräch. Habe ich so noch nie gehört. Was sie aber nicht dazu sagte: Egal was ich äußerte, sie war stets gegenteiliger Meinung. Meistens noch bevor ich meinen Satz zu Ende gesprochen hatte. Kurios. Das Date hat sich mal unreal angefühlt, muss ich sagen. Natürlich wird es dann frostig. Ich hab mich dann zunehmend zurück gehalten und sie erzählen lassen. Das konnte sie gut. Sinnfrei zwar, aber erzählen konnte sie. Also ließ ich sie labern, äh erzählen. Abwechselnd ließ ich sie erzählen und dann wieder mich unterbrechen. Das ging dann eine ganze Weile so, bis es mir zu doof wurde. Dann hab ich fast gar nichts mehr gesagt. Geile Erfahrung.
Jedenfalls war das so ein Moment, bei dem Dir mal direkt was ins Gesicht geknallt wird. Ob sie das gut oder schlecht um uns meinte, spielte dabei keine Rolle. Es war der direkte Ausdruck eines Gedankens von ihr. Das nenne ich doch ehrlich. Und so wusste ich wenigstens, dass irgend etwas nicht passt zwischen uns – und zwar auch (!) aus ihrer Sicht.

Und nun zum neuen Experiment (Experimentzweivitamindedrei):
Vor ein paar Wochen habe ich eine Krankheit attestiert bekommen. Der Krankheitsverlauf ist weder prognostizierbar noch ist vorhersehbar, ob die Krankheit überhaupt geheilt werden kann. Wenigstens ist sie nicht lebensbedrohlich, wäre ja noch schöner. Ansteckend ist sie auch nicht. Wäre ja noch noch schöner.
Es wurde in zahlreichen Studien (die in aller Regel immer so gut sind wie dessen zugehöriger Auftraggeber es möchte – Lobbyismus sei Dank!) jedoch ein signifikanter Zusammenhang mit einem Mangel an Vitamin D festgestellt.
Gerade in Nord- und Mitteleuropa leiden laut übereinkommenden Untersuchungen die meisten Menschen an einem chronischen Mangel an diesem Vitamin. Vitamin D – das muss man wissen – wird im Körper selbst produziert, und zwar durch die Aufnahme von Sonnenlicht, genauer gesagt UVB-Strahlung. Dies setzt eine entsprechend ausreichende Versorgung der eigenen Haut mit Sonnenlicht voraus. In den Wintermonaten ist jedoch gerade dies ein Problem, der größte Teil der Haut ist fast permanent bedeckt (Pullover/Jacke, Mütze, Handschuhe). Damit kann – bis auf wenige Menschen, die sich auch im Winter ständig in der Sonne aufhalten – das lebensnotwendige Vitamin D nicht in genügender Menge produziert werden.

Zu diesem Zweck ist eine Zuführung durch Nahrungsergänzungsmittel unerlässlich, um gesunde Werte im Körper zu erreichen. Diese Mittel sind nicht verschreibungspflichtig und dementsprechend in den üblichen Drogerien frei käuflich. Nicht frei verkäuflich, denn ich verkaufe sie ja nicht in den Drogerien. Ich kaufe sie nur. Komische deutsche Sprache.

Ich beginne mal mit einer Tablette in der Früh und einer am Abend, eine entspricht 1000 I.E. (Internationale Einheiten). Und dann beobachte ich mal was passiert. Über Wochen, wenn nicht Monate.

Für nächste Woche möchte ich in jedem Fall eine Blutuntersuchung und darüber hinaus auch eine Hormonuntersuchung durchführen lassen. Da kommt aus den USA ein neuer Trend rüber zu uns nach Europa. Die Endokrinologe. Die Lehre von den Hormonen. Das geht weit über eine gewöhnliche Blutuntersuchung hinaus. Für solche Dinge bin ich immer offen.

Viel kann ich dazu noch nicht sagen, außer dass ich gerade ganz am Anfang mit diesem Thema stehe. Aber ich lege inzwischen mehr Wert auf meine eigene Gesundheit und meinen Körper als auf meine Gedanken. Gedanken können krank machen. Also weniger Gedanken und stattdessen mehr Körper, lautet die Devise!

Seit kurzem hab ich im Büro einen höhenverstellbaren Schreibtisch, elektrisch höhenverstellbar. Also fahre ich ein paar mal am Tag das Ding einfach hoch, arbeite im Stehen, und wenn es mir zu viel wird, fahre ich den Tisch auch wieder runter und setze mich.
Natürlich fahre ich nicht öfter hoch als runter oder öfter runter als hoch, man muss ja schließlich einmal runter fahren, um danach wieder hoch fahren zu können und vice versa.
Das ist wie wenn ein Mensch in einem Raum ist. Da können dann auch nicht erstmal zwei raus und einer muss wieder rein, damit der Raum wieder leer ist.
Ein Aufzug ist der Tisch auch nicht, also fahre ich nicht mit hoch und runter. Wobei es vielleicht sogar gehen würde, wenn ich mich vorher drauf setze. Hm, lieber nicht. Lustig wäre es aber schon.

Und was ist nun das Experiment hinter dem ganzen Ding?
Tabletten nehmen. In mich hinein horchen. Spüren wie es mir damit geht. Nicht kurzfristig, sondern mittel- und langfristig. Untermauert auf objektiver Basis durch Blutergebnisse. Total unspirituell. Fast schon schulmedizinisch. Nee, ist sogar schulmedizinisch. Schulmedizinisches Neuland für mich. Überhaupt Neuland, die Schulmedizin.
Es wird einfach Zeit mal den Fokus zu verändern, um neue Erfahrungen zu machen. Und zu experimentieren. Besonders wenn man krank ist, bzw. eine Krankheit hat. Weiter machen wie bisher bringt nichts. Jedenfalls wenn man weiß, dass man in einer Sackgasse unterwegs ist und gerade auf eine Mauer zu fährt.

Na dann… spiele ich eben in nächster Zeit mal den Daniel. Den Düsentrieb, Daniel. Geschüttelt, nicht gerührt.

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Experiment – Kein Anstand, keine Erziehung

Gestern schrieb ich über Whatsapp mit meiner Cousine. So kam der Stein für diese Geschichte ins Rollen.

Hintergrund war mein gestriges Date mit der Klette. Draußen in einem Lokal, danach in einer Bar. Alles ganz gemütlich, kam mir sehr entgegen, da ich mir eine Erkältung eingefangen habe.

Jedenfalls nach dem Date, zu Hause angekommen, schickte ich erst mal einen kurzen Status per Sprachnachricht zu meiner Cousine. Und schilderte ihr kurz meine gestrigen Erlebnisse mit der Klette.
Ich klagte mein Leid (ja, total dramatisch! 😉 ), dass die Frau – wie eigentlich fast alle Frauen, die ich in meinem Leben bisher kennen gelernt habe – echt einen Abtörner nach dem anderen bringt.

Beispiele? Wo soll ich anfangen?! 😉

Beispiel 1:
Wir bestellen Getränke. Genau genommen noch nicht. Ich fragte sie erst mal, ob sie schon wisse, was sie trinken möchte. Sie verneinte, also sagte ich dem Kellner, dass er in ein paar Minuten nochmal auf uns zu kommen möge.
Kaum war der Kellner wie gewünscht wieder da, bestellte sie ihr Getränk.
Wer zum Teufel sagt in diesem Moment denn, dass ICH schon weiß was ICH möchte?!
Sehr unaufmerksam. Ich fragte sie schließlich vorher, um nicht ohne sie alleine schon zu bestellen. Sie hingegen fragte mich nicht, als sie bestellte. Achja, es geht mir nicht um die explizite Frage. Es hätte auch ein Blick gereicht, mir sowieso. Es geht einfach um die Aufmerksamkeit, das Mitdenken an den Anderen. Irgendwie glaube ich gar nicht, dass es Unaufmerksamkeit an sich ist. Sondern einfach Kälte. Ein Stück weit Kälte.

Beispiel 2:
Einige Minuten nach der Getränkebestellung, ging es an die Essensbestellung. Zack, bumm, wusch! Sie bestellte ihre Pizza. Ja gut, dachte ich mir. Okay. Kann man so machen. Finde ich nur komisch. Weil? Und jetzt wird es arg oldschool, dessen bin ich mir bewusst. In meiner Welt äußert die Frau was sie möchte und meine Aufgabe als Mann ist es dann auf sie einzugehen und das Essen für uns beide zu bestellen. Der Frau Wertschätzung entgegen zu bringen. Das ist mein Part. So verstehe ich das. Ja, oldschool. Mag sein. Eine Frau auf Händen tragen. Aber so bin ich eben. Und genau darauf bin ich verdammt stolz.
Danke und schönen Gruß an der Stelle an die Emanzipation. Die Emanzipation und ihre hässliche Fratze. Frau will nicht mehr Frau sein. Und Mann darf nicht mehr Mann sein. Schade, sehr sehr schade. Sind wir alle von Sinnen?

Beispiel 3:
Sie bestellte ihre Pizza. Raus gedonnert. Bumm. Okay.
Ich bestellte vorweg ein Schälchen Oliven zu meiner Hauptspeise, einen Teller Nudeln. Mit Trüffeln. Ich liebe frische Trüffel. Mmmhhh…
Und nach ein paar Minuten brachte der Kellner die Oliven. Achtung, Reaktion der Frau: „Was bringt der Kellner denn da. Hast Du Oliven bestellt?!“
Oh mein Gott! JAAAAA. JAAAAAAHAAAAAAA. Ich hab Oliven bestellt. Unglaublich. Wahnsinn. Irre. Total krass. Mega. Unvorstellbar super hyper verrückt. Aber was noch krasser ist, sind meine Gedanken dazu: „Warum weiß ich was Du bestellt hast und Du hörst nicht mal zu was ich bestelle?!“
Sprachlosigkeit machte sich in mir breit.

Beispiel 4:
Zwei Getränke auf dem Tisch. Zwei Personen am Tisch. Last man standing sozusagen. Und dann macht Mann (!) was? Na klar, er möchte das Glas erheben, der Frau in die Augen sehen und mit ihr anstoßen: „Schön, dass wir zwei hier sind. Ich freue mich auf den Abend mit Dir.“
Was auch immer. Irgend so etwas eben. Und dann?
Ja dann… macht Frau ihre eigene Show draus. Und wie sieht die aus? Der geneigte Leser wird an der Stelle sicher wissen was passiert ist. Beispiel 1 bis 3 ist ja wohl aussagekräftig genug. 🙂
Richtig, ja. Die Frau trinkt einfach los. Nix Gläser erheben. Nix nette Worte. Stattdessen einfach nur… auf die Plätze, fertig, los.
Toll.

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Vier Beispiele reichen, um zu erklären worauf ich hinaus will. Meine Cousine sagte dann zu mir: „Wenn ich mich mit jemandem treffe, egal mit wem, egal ob mit Kollegen oder Geschäftsessen oder Date oder sonst etwas, dann spreche ich solche Situationen sofort an. Wenn ein Mann mir die Türe vor der Nase zu knallt oder einfach los trinkt.“

Ich fragte sie, wie denn die überwiegende Mehrheit der Reaktionen aussehe?
Die Männer seien dann wohl peinlich berührt, würden rot werden und ihr Verhalten dann damit rechtfertigen und halb entschuldigen, dass „die moderne Frau doch gar nicht wolle, dass der Mann ein Gentleman sei“.
Sie regt das nicht Vorhandensein von echten Männern genauso auf wie mich das nicht Vorhandensein von echten Frauen.

Liebe Cousine, sind wir denn die einzigen Menschen auf dieser Welt, die ein bisschen Anstand und Erziehung genossen haben?! Wirklich…?

Also, ab heute gibts ein Experiment, sowohl für das nächste Date mit der Klette, als auch mit allen nächsten folgenden Dates mit anderen Frauen:
Ich werde mir da nicht mehr nur meinen Teil denken, wenn solche Szenen wie die Beispiele 1 bis 4 auftauchen, sondern ihr das vor den Latz knallen. Charmant natürlich, aber ich werde der Frau sagen, was ich davon halte und was ich mir wünsche, wie es stattdessen aussieht.
Mal ausprobieren. Ein Experiment.

Ich habe das bisher so nie gemacht, aber nicht weil es mir etwas ausmachen würde, sondern weil ich mir dabei denke: „Sie ist bestimmt ein toller Mensch. Jeder hat seine Eigenheiten. Akzeptiere sie so wie sie ist.“
Tue ich dann auch weiterhin. Aber zwischendurch werde ich einfach mal klar äußern wo bestimmte Grenzen sind.
Es ist anderenfalls eine Art sich selbst anzulügen, wenn man tatsächlich versucht einen anderen Menschen so zu akzeptieren wie er ist, wenn man selbst jedoch etwas ganz anderes möchte.

Warten wir mal ab wie die Frauenwelt auf so viel Direktheit reagieren wird… 😉

PS: Die Frau, die Anstand und Erziehung mitbringt, darf sich gerne auch von sich aus bei mir melden. Meine Cousine tut das ja auch. 😉

PPS: Warum treffe ich mich mit der Klette dann trotzdem weiterhin? Ganz einfach deshalb, weil ja auch ein paar tolle Charakterzüge bei ihr vorhanden sind. Auch wenn ich mir bewusst bin, dass sie nicht die Frau ist, die ich wirklich suche.