Verschiedenes. Also dies und das. Hart, aber ehrlich.

Puh. Ein paar Tage Schreibpause. Könnte man meinen!

Ihr habt mir viele Kommentare da gelassen. Danke Euch allen dafür. Deshalb hatte ich auch ohne neue Artikel zu veröffentlich einiges zu beantworten. Es ging auf meine letzten Artikel, insbesondere zu Monogamie, Polygamie und… Teil 2 von 2, ziemlich ab. Es ging aber auch in meiner Whatsapp-Gruppe ganz gut ab, Family&Friends. Wie Ihr von früher her wisst, nehme ich nicht nur mit diesem Blog die Welt mit auf meine Reise zu meiner Traumfrau. Meine Familie und engsten Freunde eben auch parallel auf einem weiteren Kanal, live und mit mehr Details. Das wäre für hier zu persönlich. Dort mache ich mich über einzelne Situationen lustig und nehme mich auch mal selbst auf die Schippe. Jedenfalls wurde auch in unserem Familienchat diskutiert, durchaus kontrovers.

Ich glaube auch, dass die meisten Menschen tatsächlich nicht verstehen (können), worum es mir tatsächlich geht. Was ich gut nachvollziehen kann. Warum sollte man auch versuchen mich zu verstehen?

Ein Beispiel: Ich bin gerade im Stadion und schaue Fußball und dann kommt plötzlich jemand und will mir sagen, dass die Regeln in dem Spiel ganz anders auszulegen sind. Wer will das schon hören? „Der Ball soll doch einfach nur ins Eckige.“ Das tut er doch regelmäßig. Bumm. Tor. Jubeln. Flasche Bier auf. Fertig.
Was soll da jetzt jemand um die Ecke kommen und mir sagen, dass ich bisher „falsch“ unterwegs gewesen sein könnte.

Schon vergessen, dass wir schon ganz oft die Sorten und die Marken gewechselt haben?

Das Bier hat doch schon immer so gut geschmeckt! Ja, kann man so sehen. Oberflächlich betrachtet. Aber hat das Bier bisher wirklich IMMER geschmeckt? Oder war das Bier in Wahrheit in unserem Leben manchmal auch schon verdorben oder einfach abgestanden? Und wie oft haben wir auch schon die Sorte und die Marke gewechselt? Schon vergessen? Alles weg? Alles wie weggefegt? Schade. Aber ja, ich kann es verstehen.

Die Wahrheit tut eben oft weh. Und so lange das Fußballspiel sich schick ansehen lässt und das Bier gut schmeckt und alle weiter feiern, warum sollte man dann sein eigenes Handeln hinterfragen? Ist doch ganz normal. Alles läuft so vor sich hin. Es gibt doch keinen Grund sich aktiv Gedanken über sich selbst zu machen, oder? Naja… bis…? Bis eines Tages die Party aus ist und Du alleine da stehst, weil alle anderen gegangen sind.

Einfacher formuliert: Möchten die Menschen einfach keine Fehler an sich selbst feststellen müssen oder möchten sie – falls sie einen Fehler erkannt haben – einfach nichts an sich ändern müssen?

Vermutlich beides. Aber überwiegt eines? Irgendetwas muss ja der Grund sein, warum wir dazu neigen andere Meinungen pauschal als „falsch“ oder „total abgedreht“ oder „extrem“ abzutun.

Ich kann auch nur vermuten, warum die meisten Menschen so sind, dass sie sich selbst oder auch abstrakt bestimmte Themen, die sie momentan vermeintlich nicht betreffen, gar nicht erst hinterfragen. Ist es die Angst? Angst sich selbst einzugestehen, dass man falsch liegen könnte? Also ist es die Angst sich einen (Denk-)Fehler einzugestehen? Oder ist es vielmehr die Angst, die sich aus der Notwendigkeit von Folgemaßnahmen aus den identifizierten Fehlern ergibt? Könnte es sich hier um klassische Fälle einer Normopathie handeln? Einfach mal nachschlagen.

Wikipedia (Vorsicht bei politischen Themen! Wikipedia ist nicht neutral! – bei vielen wissenschaftlichen Themen allerdings durchaus zu gebrauchen) sagt dazu:
„Unter Normopathie wird eine Persönlichkeitsstörung des Menschen verstanden, die sich in einer zwanghaften Form von Anpassung an vermeintlich vorherrschende und normgerechte Verhaltensweisen und Regelwerke innerhalb von sozialen Beziehungen und Lebensräumen ausdrückt.“

Mehr will ich dazu nicht sagen. Weil es mir auch nichts bringt. Soll jeder tun was er für richtig hält. Die Quittung gibts immer am Ende. So wie beim Einkaufen. Auch wenn man das nicht wahrhaben möchte, während man seinen Warenkorb immer schön weiter voll lädt.

Woher kommen denn sonst für gewöhnlich Gedankenänderungen und daraus resultierend Verhaltensänderungen? Sie entstehen sicher nicht aus dem Nichts. Meist geht ein mehr oder weniger gravierendes Ereignis voraus, vielleicht eine gravierende Veränderung der Lebenssituation. Man selbst oder ein naher Angehöriger oder der Partner wird schwer krank oder eine Beziehung geht zuende. Solche Dinge lassen uns in der Regel umdenken, das sind Klassiker. In solchen Lebenssituationen greifen wir zu Selbsthilferatgebern. Zum Buddhismus. Zur Meditation. Zur Persönlichkeitsentwicklung. Zu was auch immer. Aber ist das wirklich nötig, immer erst auf ein tragisches Ereignis zu warten? Können wir unsere doch so zahlreich vorhandenen Gehirnzellen nicht viel früher schon anzapfen? Müssen wir uns immer allem verschließen, das eigentlich so offenbar auf der Hand liegt? Müssen wir immer erst so lange zum Brunnen gehen, bis der Krug bricht?

Ich hatte heute nicht vor einen philosophischen Artikel zu schreiben. Aber die paar Fragen da oben drängen sich ja förmlich auf, wenn ich die Reaktionen mancher meiner Leser sehe. Ich erkenne ja durchaus die guten Absichten dahinter. Aber gute Absichten alleine ändern die Realität nicht. Naja, es gibt ja auch viele zustimmende Äußerungen. Die kommen dann in der Regel allerdings nicht als Kommentare unter meine Artikel und auch weniger in meiner Whatsapp-Gruppe. Sondern die bekomme ich dann persönlich mitgeteilt. Ist doch auch okay.

Präzisierungen eines jungen Redpillers

Aber nun auch nochmal ein paar Worte zu meinen zuletzt geäußerten „neuen“ Ansichten der letzten Artikel. Ansichten, die ich jüngst durch das „Aufwachen“ erlangen habe dürfen. Ja, meine Beziehung wurde mir gegenüber beendet. Soweit mal der Fakt. Aber nein, ich werde nicht weiter machen wie bisher. Das ist auch Fakt.

Ich möchte gar nicht so viele weitere Worte zu meinen letzten Artikeln verlieren. Wem Statistiken nicht reichen als hinreichender Beleg der Realität, dem ist nicht zu helfen. Eine Scheidungsquote von ca. 50% und eine Fremdgeherquote von 50 – 70 % (je nach Umfrage) müssten jedem geblendeten Menschen reichen, um sich zumindest mal dem Fokus des Lichtstrahls zu entziehen. Man kann aber auch immer weiter hinein laufen in den Laserstrahl, dann wird man eben weggelasert. Wer mir dann noch mit „Du hattest halt mal Pech, bleib cool“ kommt,  hat nichts verstanden. Tut mir leid. Das mag ja auch okay sein für manch anderen. Aber es ist nicht mein Weg. Eine Scheidungsquote von 50%, da steckt noch nicht einmal eine Aussage dazu drinnen, wieviele Menschen sich zum x-ten Mal scheiden lassen. Das gibts nämlich auch. Ständig die Biersorten wechseln (zu müssen?). Egal.

Eines nur noch dazu: Ihr müsst Euch keine Sorgen um mich machen. 🙂 Ich bin jetzt nicht abgedreht. Ich bin nicht abgestumpft. Bin nicht total verkopft. Bin nicht psychisch krank. Bin nicht zu einem verbitterten Pickupper geworden, der es der Frauenwelt heimzahlen möchte. Nichts davon. Was soll das denn? Ich beschreibe meine Realität. Das wars. Mehr nicht. Und ich habe nirgends auch nur eine verachtende Zeile über Frauen geschrieben, nicht nach meiner Weltanschauung. Ansonsten hätte ich den Blognamen geändert, z. B. zu „Projekt Heimzahlung – Eine Reise. Meine Reise. Zu so vielen Frauen wie möglich. Benutzen und liegen lassen!“. Liebe Leser, es ist alles gut. Mir geht es (inzwischen) wieder recht gut. Ich bin gerade nur dabei meine Denkmuster zu hinterfragen und aus der Vergangenheit zu lernen.

Einstein sagte einmal:
„Die reinste Form des Wahnsinns ist es, alles beim Alten zu lassen und gleichzeitig zu hoffen, dass sich etwas ändert.“

Ich bin zwar nicht Einstein, aber ich bin auch nicht wahnsinnig. Und deshalb ändere ich gerade wieder einmal alles. Und zwar dahin zurück woher ich gekommen bin. Der Punkt vor zwei Jahren. Der Punkt, an dem ich in Teil 1 bereits war. Damals war ich weiter als heute. Nicht in allen Aspekten des Lebens. Natürlich war ich ärmer in Sachen Lebens- und Beziehungserfahrung. Aber ich war glücklicher, fröhlicher, hatte mehr Kontakt zu Menschen, war öfter draußen, hatte mehr Spaß und Abwechslung, habe mein Leben genossen. War ständig unterwegs. Und das hatte sich durch die Beziehung geändert. Was per se nicht schlecht ist. Aber ICH habe mich verändert. Leider teilweise zum Negativen. Ich wurde teilweise faul, träge und vielleicht auch dadurch ein Stück weit unausstehlich (?). Aber vor allem habe ich nicht an der Entwicklung meiner Männlichkeit gearbeitet. Ich hatte meine Frau an meiner Seite, das hatte mir gereicht. Und das soll, darf und kann mir hoffentlich nicht noch einmal passieren. Den Lebenssinn auf eine Frau zu reduzieren. Ich versuche dieses mal – im Teil 2 des Projekts – so an mir zu feilen und zu schleifen, dass sich bestimmte Lebenseinstellungen betonieren. Ich will auch in Zukunft immer einen guten Körper haben, weiterhin meine Freunde regelmäßig treffen, auch mal alleine raus gehen. Egal wie toll die Frau sein mag. Es muss mir einfach egal sein. Es wird mir egal sein.

Herr van Onnetuschn sagte – auch gestern auf unserem „Männerabend“ wieder einmal zu mir: „Wir sind alleine auf die Welt gekommen und wir gehen auch wieder alleine.“

Er will damit ausdrücken, dass wir verdammt nochmal auch auf UNS SELBST achten sollen. Welche Frau bleibt an Deiner Seite, wenn Du ein Bein verlierst? Welche? Mal ehrlich? Wie lange spielt sie das Spiel mit? Okay, vielleicht geht es ja mit einer Prothese. Aber was ist wenn Du halbseitig gelähmt wirst? Was ist, wenn Du keinen Sex mehr haben kannst mit ihr? Bleibt sie dann auch noch an Deiner Seite? Sicher? Oder holt sie sich mindestens den Sex woanders? Vergiss es. Wäre ich an der Seite meiner Frau geblieben? Ja verdammt nochmal. Bis zum letzten Atemzug. So bin ich. Aber so ist nicht die Welt. Akzeptieren. Abhaken. Die Welt als das begreifen was sie ist: Eine überwiegend verkappte Gesellschaft, die nichts kann außer leasen.

Verantwortlichkeiten existieren nicht mehr. Und die Ausnahmen kannst Du nicht bewusst suchen. Die kommen dann, wenn sie kommen sollen, ins eigene Leben. Also kannst Du nur versuchen so gut es geht Spaß zu haben. So waren meine Artikel gemeint. Mehr möchte ich zu meinen Artikeln im Sinne einer Präzisierung nicht mehr hinzufügen. Versteht es wie ich es gemeint habe oder lasst es einfach. Beides für mich okay. Aber ich weiß – an einigen Reaktionen -, dass es Menschen da draußen gibt, die ich damit inspirieren konnte. Und für Euch mache ich das. Nicht für die Nein-Sager. Für Euch und mich schreibe ich diesen Blog. Und aus den selben Beweggründen lese ich Artikel anderer Menschen, die es auch höchst positiv meinen mit ihren Ideen.

Meine letzten paar Artikel sind absolut positiv gemeint, sie kommen aus einer positiven Grundeinstellung für die Zukunft aus meiner Mitte. Und wer nicht geerdet ist, für den mögen sich meine Ansichten negativ anhören. Aber was positiv und was negativ ist, ist kein Fakt, sondern erfährt diese Bewertung erst durch eigene aktive Denkprozesse. Und in den kann ich nicht eingreifen, Freunde. Das muss jeder für sich selbst entscheiden, ob für ihn das Glas halb leer oder halb voll ist. Aber für mich ist es einfach halb. Punkt. Nix leer, nix voll. Halb. Realität an Erde. Einmal aufwachen bitte. Ende.

Der neue Fokus (und ich meine nicht das Schundblatt an der Tanke)

Derzeit beschäftige ich mich höchst intensiv mit einem neuen Fokus auf dem Thema Persönlichkeitsentwicklung. Es geht nicht mehr (nur) ums Pickuppen. Das Thema „Frauen Ansprechen“ kann ich inzwischen ganz passabel. Das reicht für den Haus- und Hofgebrauch. Ich beschäftige mich derzeit damit, vom Thema „Frau kennen lernen“ Abstand zu gewinnen. Und dem Thema zwangsläufig durch die Hintertüre näher zu kommen, das wird sich ganz automatisch ergeben. Wie meine ich das?

Ich beschäftige mich derzeit damit, mein eigenes Leben zu ordnen. Selbst wieder zufrieden zu sein mit mir alleine. Mir Sinnfragen zu stellen. Mir Ziele zu setzen. Mich zu ändern. Meine Zeit auch wieder gerne alleine zu verbringen. Klar auch mit Freunden. Aber auch alleine. Ich gehe oft raus, laufe durch die Stadt. Spreche auch mal Frauen an, ja. Aber ungezwungen. Nicht so besessen oder fixiert. Eher nebenbei. Ich laufe stattdessen durch die Stadt, weil ich die Sonne genieße. Oder weil ich mich mit Parfüms beschäftige und neue Düfte in Kaufhäusern teste. Oder auch einfach so gerne spazieren gehe und mir bewusst und achtsam Dinge ansehe. Mir zwischendurch einen Espresso in einer Bar gönne, einfach so. Wenn mir danach ist. Ich bewusst Menschen beobachte. Und Blicke und Reaktionen auf meine Outfits oder mein Verhalten versuche wahrzunehmen. Frauen gaffen genauso, nur dezenter. Ich verteile auch manchmal Komplimente an Frauen und Männer, ohne eine Reaktion (zumindest bei den Frauen) abzuwarten. Geben statt nehmen. Einfach weiterlaufen. Keine Bedürftigkeit. Gebermentalität. Siegermentalität. Ich konzentiere mich auch wieder mehr auf mein Studium. Und derzeit vor allem auf meinen Kraftsport und das Projekt „Maschine“.

Das Projekt „Maschine“

Derzeit dreht sich mein Tagesablauf im Großen und Ganzen um zwei Themen:

1. Was esse ich und wann esse ich es?
2. Was und wann trainiere ich?

Ich lebe zielich wie ein Asket. Süßigkeiten gibt es gar nicht. Hab ich auch noch nie gemocht. Aber es gibt auch sonst keine Knabbereien. Dafür viele nicht so gut schmeckende Eiweißshakes. Viel Fisch. Viel Skyr (eine Art Magerquark). Viele Eier. Viel Obst. Viele Nüsse. Viel Gemüse. Und wenige Kohlenhydrate.

Es ist anstrengend. Aber es ist ein geiles Gefühl, seinen Körper zu spüren. Regelmäßig Muskelkater an Stellen, an denen ich bisher nie Muskelkater hatte. Letztens war ich zur Abwechslung im Gym. War gut. Wieder etwas andere Reize. Der Brustumfang ist schon gestiegen. Arme ebenfalls. Rücken vermutlich auch, aber das sehe ich selbst nicht so gut im Spiegel. Das Körperfett schwindet langsam. Aber von einem Sixpack fehlt noch (fast) jede Spur. Obwohl ich fast täglich Bauchmuskeln trainiere. Nur das hilft nichts, solange das Fett die Muskulatur überlagert. Mein erstes Ziel ist, den Körperfettanteil so weit runter zu bringen, dass man die Bauchmuskulatur sieht. Einmal im Leben möchte ich das auch mal an mir selbst erleben düfen. Die ganzen Fitness-Youtuber haben das auch geschafft. Und die ganzen Nasen in den Hochglanzprospekten. Es ist etwas, das ich bisher noch nie so intensiv gemacht habe, auf Ernährung und Sport Wert zu legen. Aber immer alles so zu tun wie bisher, ist ganz sicher nicht mein Anspruch.

2019-05-24

Letztens kam mir auch der Gedanke, dass ich mal Fallschirmspringen möchte. Einfach so. Weil ich es bisher noch nicht getan habe. Das reicht mir als Argument. Ken Jebsen sagt dazu immer: „In die Tür und Exit!“

Solche Dinge tat ich vor meiner Zeit meiner letzten Beziehung. Ich ging in die Tür und Exit. Regelmäßig. Ich wurde dadurch unabhängig, frei und glücklich. Ganz ohne Frau. Und was war das Resultat? Ich konnte mich vor Frauen gefühlt nicht mehr retten. Ich ging raus und wusste: Das wird wieder nicht lange dauern, dann habe ich die nächste Bekanntschaft. Und die Zahl der Dates wurde weniger, dafür die Kontakte umso intensiver. Geht auch gar nicht anders. Und die Erlebnisse wurden qualitativer, teilweise auch skurriler. Es war lustig. Es war Spaß pur. Mit diesem Thema befasse ich mich derzeit deshalb am Meisten: Mit der Wechselwirkung zwischen der Unabhängigkeit eines Mannes und seinen sich daraus zwangläufig ergebenden „Erfolgen“ bei Frauen.

Nur wenn Du in Dir selbst ein Mann bist und weißt was Du möchtest, wird eine Frau das spüren. Und ich bin noch nicht an dem Punkt, an dem ich jetzt sagen könnte: In mir ist alles 100% geordnet und gefestigt und ich weiß was ich will. Ich arbeite daran. Und ich fange bei meinem Körper an.

Ich merke, dass meine engen Poloshirts und engen Hemden einfach andere Blicke aufsich ziehen als vor ein paar Monaten noch meine Pullover. Obwohl auch die nicht hässlich waren. Aber sie waren eben nicht (haut)eng. Ich zog sie an, weil meine engen Hemden nicht mehr passten. Ich fühlte mich unwohl. Auch so etwas überträgt sich dann auf eine Beziehung. Attraktivität geht flöten. So einfach ist das. Innerliche Unattraktivität wird so zur äußerlichen Unattraktivität.

Gestern sagte Herr van Onnetuschn zu mir: „Du hast echt ganz schön abgenommen. Da im Bauchbereich ist ja nichts mehr dran. Willst Du so dünn sein?!“

Ich antworte: „Keine Sorge. Dünn ist nicht das Ziel. Das Ziel ist, dass ich meinen Sixpack sehen kann. Bis dahin kämpfe ich bis zum Umfallen. Und bei mir ist das leider auch Veranlagung, d.h. ich hatte noch nie einen ganz niedrigen Körperfettanteil. Es wird ein harter Weg.“

Aber das Krafttraining gibt mir derzeit einen Tagesablauf, Stabilität. Und es hat eben mit MIR zu tun. Und nicht mit dem Pickuppen und Erfolgen bei Frauen. Im Moment geht es mir mehr darum zurück zu mir zu finden, das hatte ich schon öfter beschrieben. Aber ich bin vor ein paar Tagen auf einen anderen Persönlichkeitsentwickler gestoßen, der mir gefühlt nochmal so richtig ins Kreuz getreten hat. Danke an der Stelle an Dich, auch wenn Du meinen Blog natürlich nicht liest. Dafür gibts viele Videos von Dir, die ich mir ansehe. Du bist ein guter Mann. Ein echter Mann. Also etwas, das ich auch noch werden möchte. Ein Mann. Daran arbeite ich.

PS: Dieser Artikel ist mal wieder lang geworden. Dafür schreibe ich aber auch nicht mehr jeden Tag. Gleicht sich also aus. 😉

PPS: Zeit für die nächste Einheit Krafttraining, Schulter und Brust. Auf gehts!

PPPS: Wer sich für die zahlreichen Kommentare meines kontrovers diskutierten Artikels interessiert, hier ist alles nachzulesen: Monogamie, Polygamie und… Teil 2 von 2. Darin bin ich nochmal auf viele inhaltliche Details eingegangen, wie ich es in einem normalen Artikel nicht tun kann. Das würde den Rahmen sprengen. Interessant und bereichernd finde ich das allemale. Ich freue mich auch über jeden Kommentar, auch wenn er noch so viel Gegenwind mitsich bringt. Meistens ist es doch so: Je heftiger der Gegenwind, desto richtiger ist der eingeschlagene Weg. Stichwort Normopathie… Peace out! 🙂

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Monogamie, Polygamie und… Teil 1 von 2

Heute gibt es ernstere Kost. Es wird ein längerer Artikel. Den ich in 2 Teilen veröffentliche. Aber ich habe auch eine ganze Weile an dem Artikel geschrieben, insgesamt an zwei Tagen daran gearbeitet. Eigentlich sollte er schon letzte Woche erscheinen, aber ich kam nicht eher dazu ihn fertig zu erstellen.

Und nun…

Dieses „Wissen“ aus diesem Artikel ist so ernst, dass es jeder Mann kennen und im Bestfall die Erkenntnisse daraus in sein tägliches Handeln übernehmen sollte. Für Frauen ist das Thema nicht minder interessant, da sie dadurch die Möglichkeit erhalten, ihr eigenes Tun zu reflektieren. Und vielleicht aus dem unbewussten Hamsterrad auszubrechen. Denn um sie geht es im Kern dieses Beitrags, um die lieben Frauen. Die lieben Frauen und ihr (nicht so) liebes Verhalten. Es geht um die Themen Monogamie, Polygamie und… noch mehr. Und darum, warum Beziehungen wechseln. Und warum zumindest wir Männer damit „gerne“ Schriffbruch erleiden ohne zu verstehen woran das eigentlich (immer wieder) liegt.

Ein kleiner Disclaimer vorweg: Ich erhebe keinerlei Anspruch auf Wissenschaftlichkeit oder Faktentreue. Ganz im Gegenteil. Auf die verkopfte Wissenschaft gebe ich generell gar nichts. Denn jedenfalls auf dem Gebiet der Soziologie sind größteneils sowie nur links-rot-grün-verblendete (versiffte) Ideologen am Werk. Sie erforschen das, was an Ergebnissen schon längst feststeht. Sie finden keine (neuen echten) Ergebnisse, sondern machen eigene (konstruierte) Wege zu den bereits feststehenden Ergebnissen. Klassische Auftragsforschung heißt man das. Bleibt mir bitte fern mit dem Zeug!

Vielmehr habe ich die letzten Wochen Folgendes getan: Ich habe mir unzählige Videos zu den Themen Pickup, Beziehungen und den mit Beziehungen einhergehenden Illusionen angesehen. Dazu lese ich sehr viel. Die gesammelten neuen Eindrücke aus den letzten Wochen habe ich dann mit meinen bisherigen Lebenserfahrungen abgeglichen. Ich teile das – also mein Leben – in 4 Phasen ein, wobei die erste Phase für die Betrachtung hier keinerlei Rolle spielt:

  1. Die Zeit vor dem Pickuppen, d.h. vor dem Start des Projekts Beziehung
  2. Meine Zeit im Projekt Beziehung (Teil 1)
  3. Die Zeit in der Beziehung zu Fr. Schlange
  4. Die Zeit seit der letzten Beziehung (Projekt Beziehung Teil 2)

Den Start des Projekts Beziehung im Juli 2016 sehe ich dabei als Stunde Null an. Natürlich hatte ich damals einige Wochen vorher schon im Stillen mit dem Pickuppen begonnen, als blutiger Anfänger, ohne gleich diesen Blog zu starten. Bis ich verstanden habe, dass das Ding tatsächlich funktioniert. Und ab da gab es kein Halten mehr, ich wollte Vollgas geben und alles niederschreiben, was mir auf meinem Weg widerfuhr. Und bis zum Beginn des Pickuppens war ich noch immer ein naiver kleiner Junge, so würde ich mich rückblickend beschreiben. Davon ein Mann zu sein, war ich (noch) weit entfernt, meilenweit. Obwohl es mein Alter damals schon mit sich hätte bringen können. Ich glaubte an die bedingungslose Liebe und an das Gute in Mann und besonders Frau. Schließlich ist die Frau ein edles Wesen, emotional, nah an der Liebe. Näher als der Mann. Viel mehr Herzmensch als ein Mann. Kommt mir direkt lächerlich vor, wenn ich das hier gerade zum Besten gebe. Wie naiv, mein Denken. Damals!

Frauen sind genauso (oder mehr!) triebgesteuert wie Männer. Nur anders. Frauen sind emotional unterwegs, Männer rational. Eigentlich wäre damit schon alles gesagt. Aber wir gehen natürlich noch etwas ins Detail. Jedenfalls gehen Männer mehr mit ihrer Rationalität fremd und kehren – weil sie ihre Frauen wirklich (!) lieben – stets wieder nach Hause zurück und es ist für sie „kein Problem“. Frauen hingegen gehen erst fremd, verlieben sich dann dabei allerdings, in den Neuen natürlich, nicht in den bisherigen (alten) Typen. Und verlassen ihren Mann anschließend gerne, nachdem sie fremd gegangen sind. Männer machen aus dem Fremdgehen weiter kein großes Ding. Sie können Sex und Liebe trennen. Sie können ihre Frau lieben und dennoch mit einer anderen schlafen. Frauen sind da einfach anders, da sie eine andere Beziehung zur Sexualität verspüren, eine emotionalere. Sie sind deutlich weniger rein-körperlich gesteuert unterwegs. Männer haben eben ein drittes Bein, mit dem sie denken. Frauen nicht. Deswegen können Männer „einfach so“ fremdgehen. Frauen haben hingegen ein hochsensibles emotional tickendes Gehirn. Das aber ebenso leicht ausgetrickst werden kann. Sobald von einem Typen irgendwo ein bisschen Charme versprüht wird, erliegen sie diesem einfach. Also dem Charme, meine ich. Gut, und dem Typen auch. Beidem eigentlich. Insgesamt gesehen sind Frauen hinsichtlich Treue keinesfalls das „bessere“ Geschlecht. Fakt!

„Sie ist nicht SO Eine!“

Die Motive liegen schlicht anderen (hormonellen) Ursachen zugrunde. Im Resultat würde ich sogar so weit gehen zu sagen: Frauen sind die verlogeneren Fremdgeher(innen). Kennt Ihr solche Sprüche wie: „Das würde meine Frau nie tun! Sie ist nicht SO Eine!“ Das hebt eine Frau kognitiv aus Sicht des Mannes wieder auf ein unbeflecktes Podest. Was für eine Farce! Vorsicht lieber Mann. Wenn Du denkst bei Deiner Frau wäre alles anders… dann hast Du an der Stelle schon verloren. Dann wird es Dich mit großer Wahrscheinlichkeit eines Tages auch erwischen wie mich. Aber anders herum wird ein Schuh draus, ich sage es mal so: Wenn die Frau mit Dir in die Kiste gestiegen ist, dann tut sie das potenziell auch mit jedem anderen Typen. Du bist auch nur ein Mensch. Und Du bist nicht der Beste der Welt. Du bist ein Typ. Punkt. Heute Du. Morgen ein Anderer. Warum? Das beschreibe ich noch… bitte noch etwas Geduld… 🙂

Um mal auf meine eigene Geschichte zu schauen: Alles war schick und fein. Und ich war in einer langjährigen Beziehung, in dieser Phase 1, also in meiner ersten Beziehung. Um die es hier gar nicht schwerpunktmäßig gehen soll. Aber ein paar Worte dazu sind im Kontext nötig. Es war eine Beziehung mit allem, was sich ein naiver kleiner Junge in seiner kleinen verträumten Welt nur wünschen kann. Es war alles gut. Es gab keine bösen Wölfe und auch keine Alpträume. Und ja… dann machte es bumm. Die Hintergründe dazu spielen gerade nicht die Rolle. Aber so war es. Es änderte sich für mich gefühlt von heute auf morgen alles. Und plötzlich stand ich da, umgeben von jaulenden Wölfen mit fletschenden Zähnen und im freien Fall von Klippen und Hochhäusern. Einmal aufwachen bitte! Achso, ich täume gar nicht? Also ist das hier alles real?! Ich war „Schuld“ am Scheitern, das weiß ich aber auch. Das ist mein Paket, das ich für den Rest meines Lebens karmatisch mit mir herum tragen werde. Aber ich kämpfe wie ein Berserker daran, dass ich mein Karma wieder in den grünen Bereich schiebe. Darum habe ich auch in meiner letzten (zweiten) Beziehung (= Phase 3) alles für diese neue Frau getan, was mir menschenmöglich war. Ich wollte der beste Beziehungsmensch aller Zeiten sein, die beste Beziehungs-Version von mir selbst, sozusagen. Es gelang mir aus meiner Sicht vollkommen! Aus meiner Sicht. Aber eben nur aus meiner Sicht.

Ich mache es kurz, für alle, die meine alten Rückblenden von hier nicht kennen: Ich fiel noch während dem schleichenden Ende dieser ersten Beziehung in eine Depression, inkl. fast vollständigem Rückzug aus sämtlichen sozialen Interaktionen. Das ist inzwischen grob gesagt 3 Jahre her. Das Ganze depressive Dilemma zog sich einige Monate. Bis ich eines Tages auf das Thema Pickup gestoßen bin und mich vor allem dadurch lernte selbst aus der Lethargie zu befreien. Ich beschäftigte mich mit allen möglichen Aspekten der Persönlichkeitsentwicklung. Ziel war zunächst eine „neue“ Frau zu finden. Aber es sollte dann auch gleich meine (neue) Traumfrau werden müssen. Allerdings nun zum ersten Mal in meinem Leben durch systematisches Vorgehen. Ich reifte als Mensch und als Mann. Ich lernte den Umgang mit Frauen. Ich lernte ein Stück weit auch die Regeln der Verführung, dank Pickup.

Ich war allerdings auch noch weit weg von „sehr gut“, denn ich beschäftigte mich gerade einmal insgesamt vielleicht 1,5 Jahre mit dem Pickuppen, davon nur etwas über ein Jahr mit rein praktischer Erfahrung. Es war durchaus intenstiv, allerdings eben nicht sehr lange. Von großer Erfahrung kann also keine Rede sein. Aber für meine Verhältnisse waren das Fortschritte, die unbeschreiblich sind. Und es sollte zum Schluss auch klappen, ich lernte tatsächlich eine Traumfrau kennen. Die dann meine Traumfrau werden sollte. Um nach knapp 2 Jahren zu erkennen, dass es nicht meine Traumfrau gewesen war. Dass sie – aufgrund ihrer Art – gar keine Traumfrau sein kann. Nicht einmal für den neuen Typen an ihrer Seite.

Willkommen Aphrodite!

Der weiß nur noch nichts von seinem Glück. Aber das ist nicht mein Problem. Es ist seines bzw. es wird vermutlich eines Tages seines werden. Das wird er selbst noch sehen und erfahren (müssen). Grüße gehen raus an Dich, auch wenn Du das hier nicht liest Herr Schlangen-Mann. Genieße die süße Kost, die Dir diese Frau häppchenweise reichen wird, um Dich abhängig von ihr zu machen. Aphrodite war ein Dreck gegen sie!

2019-05-13

Dir wird es genauso gehen wie mir, wage ich zu prognostizieren. Und wenn nicht, sei es Dir gegönnt! Aber den Menschen, den Du nun an Deiner Seite hast… diese Frau… hat zwei Gesichter. Wie das bei Schlangen nun einmal so ist. Ich meine das alles wirklich nicht böse. Ich versuche stets nur meine aufrichtige Sicht zu beschreiben. Sie ist ein wundervoller Mensch. Genauso wie Volkswagen wundervolle und hervorragende Diesel baut. Wenn da nicht die Sache mit dem Betrügen und Bescheißen der Kunden gewesen wäre. Kunden zu betrügen und mit allen weiteren parallelen Handlungen in gutem Glauben zu lassen. Volkswagen hat eine tolle Welt vorgespielt und den Menschen gleichzeitig ein X für ein U vorgemacht. Und das konstant, lange und geplant. Ich kann von Glück sprechen, dass für mich keine „schlimmeren“ sachlichen Schäden hinterlassen wurden. Mehr möchte ich dazu nicht sagen. Das reicht. Körperliche Schäden hinterließ es leider schon, meine Hauterkrankung von damals hat sich wieder verschlimmert. Ich merke, dass es einen eindeutigen Zusammenhang zwischen Stress und dieser Krankheit gibt. Solche Ereignisse im Leben sind einfach toxisch. Und wir sind alle nur aus Fleisch und Blut. Da kann ich Mann sein so viel ich möchte. Ich bin verwundbar, ist so.

Jedenfalls lernte ich das Spiel der Verführung allmählich. Und erzielte gute bis sehr gute Resultate. Ich hatte in einem Jahr nicht nur mehr Interaktionen mit Frauen (und Männern) als in meinem ganzen bisherigen Leben zuvor, sondern auch mehr Erfolge mit Frauen als je zuvor. An die Qualität meiner ersten Beziehung (ich hatte so gesehen erst 2 in meinem Leben) kam trotzdem nie wieder etwas heran, nicht einmal die Zweite. Das liegt aber grundsätzlich weniger an den Frauen, sondern am Umstand, dass es in der „ersten echten Liebe“ bzw. ersten echten Beziehung nun einmal keine bösen Wölfe gibt. Jedenfalls war das bei mir so. Es gab eine bedingungslose Liebe auf einem weißen Feld. Da gab es keine Lebenserfahrungen, die beide Seiten bis dahin beziehungstechnisch hätten negativ prägen können. Jeder, der sich an seinen ersten Partner oder an seine erste Partnerin erinnert, weiß was ich meine. Man liebt von Herzen, ohne sich vorstellen zu können oder zu müssen, dass es je eines Tages auch wieder auseinander gehen könnte. So wie die eigene Mama immer die eigene Mama bleiben wird und der eigene Papa immer der eigene Papa bleiben wird.

Nun, das Pickuppen lehrte mich, auf den Pfad zu kommen, der schnurstracks in die Frauenwelt führt. Frauen ansprechen. Körbe kassieren. Noch mehr Frauen ansprechen. Noch mehr Körbe kassieren. Noch viel mehr Frauen ansprechen. Treffen! Bumm. Basketball spielen. Rockstar-Momente feiern. Die Zahl der Körbe wurde im Laufe der Zeit geringer. Die Treffer wurden mehr. Und die Resultate atemberaubend. Es war wie ein Rausch, der sich über Monate zog. Jeden Tag Adrenalin und Glückshormone! Ich genoss es. Ich wurde ein Mann. Dachte ich.

Aus einer Sicht heraus stimmt das auch: Ich wurde enorm selbstbewusst. Auch nach außen hin. Ich lernte auch alleine weg zu gehen, alleine in Clubs und Bars. Wer tut das schon?! Seid mal ehrlich zu Euch selbst. Wer tut das? Welcher Typ? 1 von 1000? Nee. 1 von 10.000 vielleicht. Sich stark fühlen kann jeder, aber wer kann schon stark handeln? Wer kann schon in einem Club oder in einer Bar, in der 4 Frauen exponiert an einem Tisch sitzen, direkt auf die Damen zugehen, sie ansprechen und sich „rotzfrech“ zu ihnen setzen, während der ganze Laden das mitbekommt?! Wer kann das? Verdammt Wenige! So einer wurde ich. Darauf war ich enorm stolz. Ich hatte mein Ego zerstört, was eine enorm gute Sache ist! Das schafft Freiheit! Ich hatte gelernt mir auch Körbe vor den Augen aller Menschen abholen zu können. Oder eben auch Volltreffer zu erzielen. Nur wer viel wagt, gewinnt auch viel. So läuft das Leben eben.

Der weiterhin naive Idiot

Und was ich dabei stets völlig außer Acht ließ, naiv wie ich im Kern noch immer geblieben war, ist das Thema Beziehung. Ich Idiot – muss ich heute sagen – beschäftigte mich ausschließlich mit dem Thema „Frauen verführen“, also mit der Ansprechphase des Pickuppens. Aber ich hatte keine Minute investiert in „wie kann ich eine Frau auch an meiner Seite halten“ bzw. „wie ticken Frauen in Beziehungen“ oder „wie funktionieren die Instinkte einer Frau außerhalb der ersten Anbahnungsversuche“. Das war mein großer Schwachpunkt… geblieben, muss ich leidlich eingestehen. Selbst Schuld! Da war ich noch der kleine naive Junge von damals aus Phase 1, siehe oben. In Phase 1 in meiner ersten Beziehung war das so noch okay, weil die Frau an meiner Seite genauso war wie ich. Naiv und ein Herzmensch. Ich sollte leider erst in Phase 4 spüren lernen müssen, dass ich nichts, aber auch gar nichts, in Bezug auf Beziehungen dazu gelernt hatte, trotz aller Erfolge beim Pickuppen. Aber das war ja auch logisch. Ich konnte ansprechen, ich konnte verführen. Aber ich konnte genauso gut oder schlecht eine Beziehung führen wie vorher. Eigentlich sogar schlechter. Da die neue Frau kein naives Mädchen war, sondern ein Raubtier. Aber ich war noch immer der brave Hase. Und Hasen werden von Wölfen nun einmal gerissen. So ist die Natur.

Ich verlebte also die Phase 2 (meine Zeit im Projekt Beziehung Teil 1) mit viel Spaß und Freude und lernte viel. Ich verlebte die Phase 3 (die Zeit in der Beziehung zu Fr. Schlange) aus oben genannten Gründen wieder ähnlich kindlich naiv wie meine erste Beziehung der Phase 1. Allerdings war meine Partnerin ein völlig anderer Mensch als es meine Partnerin in meiner ersten Beziehung gewesen war. Unvergleichbar. Für die Eine war ich der erste Freund, für die andere einer von vielen. Auch wenn sie sich redlich bemühte mir ein anderes Gefühl zu geben. Aber Realitäten kann man auf Dauer nicht leugnen und maximal auch nur falsch suggerieren. Das schafft nicht einmal ein super Schauspieler wie Christoph Waltz, das auf Dauer erfolgreich hinzubekommen. Trotz aller bester schauspielerischer Ausbildung. Und ich nehme die Realität sehr bewusst war. Es waren zwei völlig verschiedene Frauen und deshalb gab es auch große Unterschiede in der Beziehung. Ganz normal und auch gut so. Aber? Ja, eine hatte ein Herz aus purem Gold, die Andere – wie ich Naivling erst danach erkannte – beschäftigte sich auch mit Herzen. Allerdings nur damit, durch ihre gespitzten Krallen in regelmäßiger Abwechslung die Herzen ihrer eroberten Männer zu zerfetzten wie es sonst nur der Bombenhagel eines Krieges mit Kinderbäuchen zu schaffen vermag.

Es ist natürlich ein bisschen unfair die Rückblende alleine als Bewertungsmaßstab herzuhalten. Natürlich war Fr. Schlange im Nachgang betrachtet eine Schlange, nach dem Lug und Betrug und all den parallel stattgefundenen Handlungen ihrerseits, die mir eine weiter gefestigtere gemeinsame Zukunft suggerierten. Beispiele? Ein Wohnungskauf stand an. Der nächste gemeinsame Urlaub mit den Kindern war schon gebucht. Ein gemeinsames Auto hatten wir gerade erst erworben. Anfangs war sie ein Engel, aber auch nur, weil ich die Warnzeichen allesamt übersehen habe bzw. bewusst weggesehen habe. Eckhart Tolle hat aus mir einen bedingungslos akzeptierenden Menschen gemacht. Damit wurde ich stark verwundbar. Ich wurde ein Mensch, der eine Frau einfach nur lieben wollte und einfach nur Liebe empfangen wollte. Ich sah nur das Gute in der Frau. In Wahrheit aber sprang ich aus einem Flugzeug, ohne einen Fallschirm mitzunehmen. Mein Fehler. Einfach nur meiner. Fertig.

Und jetzt kommen wir zu den dahinter liegenden Mechanismen. Ich glaubte in Phase 1 bis 3 an die Monogamie. Ich glaubte daran, dass Partnerschaft bedeutet, dass man einander treu ist. Das bedeutet nicht, dass keiner Fehler macht. Meine Fehler in Phase 1 wiegen bis heute schwer genug. Aber wir Menschen lernen für gewöhnlich daraus. Das sollte doch der Sinn dahinter sein. Wir lernen aus unserem Handeln und den Erfahrungen. Und das Ziel einer Partnerschaft sollte die gelebte Monogamie sein. Oder was?! Was sonst wäre denn der Sinn einer festen Partnerschaft? So dachte ich. Also lebte ich so. Ich tat in Phase 3, also in der Beziehung, mehr und mehr für die Frau, ihre Kinder und die Beziehung als Ganzes. Ich schraubte meine eigenen Interessen etwas zurück, um dadurch das Wertvollste und Kostbarste im Leben zu erhalten und zu fördern, Liebe. Und gleichzeitig bereitet mir seit jeher das Geben mehr Freude als das Nehmen in einer Beziehung. Das klappte eine Weile auch. Und erfasste mich dann leider wie eine Bugwelle gegen Ende. Ich hatte mich eben nicht mit den Wirkmechanismen der menschlichen bzw. fraulichen Instinkte beschäftigt. Mein Fehler. Alleine mein Fehler.

Fortsetzung mit Teil 2 folgt…

Dialog mit Herrn van Onnetuschn, persönliche Einblicke und Erkenntnisse

Gleich vorab: Das wird ein längerer Artikel, knapp über 3000 Wörter. Aber ein inhaltlich wertvoller. Da das mein Tagebuch ist hier, nehme ich mir die Freiheit heraus alles nieder zu schreiben, was mir wichtig erscheint. Und dieser Artikel ist ein kleiner Meilenstein, in meiner mentalen Problem-Bewältigung, wie ich nach Fertigstellung des Artikels gemerkt habe. Deshalb habe ich ihn auch nicht gesplittet. Und es gilt noch immer was ich damals sagte: Eines Tages zeige ich diesen Blog meinem Sohn oder meiner Tochter. Dich muss und werde ich mir aber erst noch hart erarbeiten. Für Dich werde ich erst noch meine Frau finden müssen. Diesen Artikel widme ich Dir, kleiner Junge oder kleines Mädchen! Wenn Du alt genug bist, wirst Du das alles lesen. Und mich und alles verstehen. Warum ich so war und warum ich so wurde. Und warum ich bis dahin der Papa wurde, den Du nun hast. Ich freu mich auf Dich.

 

Gestern Abend war ich mit Herrn van Onnetuschn draußen, um Fußball zu schauen. Kein Pickuppen, einfach nur Fußball. Zur zweiten Halbzeit kam auch noch ein weiterer Freund dazu. Lustig wars. Gut, der Elfmeter jetzt nicht. Aber der Abend. Richtiger Männerabend. Verrückt. Kannte ich gar nicht mehr, sowas.

Und nun zum Gespräch, das ich auf der Rückfahrt mit Herrn van Onnetuschn führte. Wir telefonierten, da wir beide mit dem Auto in getrennte Richtungen unterwegs waren.

Ich sagte in etwa zu ihm: „Das ist so krass! Ich hab die alten Chats gelesen. Und ob Du es glaubst oder nicht, aber ich hab das alles verdrängt, was damals passiert ist. Irgendwie gar nicht mehr in mir präsent! Kommt mir so fremd vor!“

Er: „Was meinst Du?“

Ich: „Schau mal, kurz bevor ich sie (Fr. Schlange) kennengerlernt habe… ich hatte ständig ganz unterschiedliche Erlebnisse, Spaß und auch Frauen um mich herum. Stellenweise wurde es mir sogar zuviel. Manchmal war ich regelrecht froh, wenn ich mit einer keinen Kontakt mehr hatte.“

Er: „Ja!“

Ich: „Weißt Du noch die Eine verrückte Pferdetussi… die ich im Club kennen gelernt und zu ihr nach Hause gebracht habe, über Nacht dort war… und ein paar Tage später war sie über Nacht bei mir. Ich fand sie ab dem ersten Moment scheiße. Optisch war sie echt okay. Aber charakterlich echt scheiße. Immer schlecht drauf und so. Und ich war damals mega auf Eckhart Tolle… Ego ausblenden… einfach tun… Menschen akzeptieren wie sie sind… das Gute sehen… bla bla… und ich hab einfach immer gelächelt und sie einfach dummlabern lassen.“

Er: *Lacht*

Ich: „Und als sie über Nacht bei mir war und am nächsten Morgen in die Arbeit musste… und meine Wohnung verließ… hatte ich im Gespür, dass wir uns nie wieder sehen würden. Wir verabschiedeten uns und sie ging die Treppen runter. Ich machte die Türe zu und dachte mir: Endlich ist sie weg.“

Er: *Lacht wieder*

Ich: „Und ich wusste: Ich werde mich nicht bei ihr melden. Und ich spürte, dass auch sie sich nicht mehr bei mir melden würde. Zusätzlich hoffte ich das auch. So eine schräge Frau. Ein richtiger Energiefresser. So eine komische Frau hab ich nie wieder kennen gelernt.“

Gedankeneinschub:

Es war übrigens meine erste und bis jetzt einzige blonde Frau in meinem Leben, mit der ich mich nicht nur unterhalten habe. Auch merkwürdig eigentlich. Offenbar stehe ich auf dunkel. Obwohl es mir eigentlich egal ist.

 

Er: „Du hattest ja noch mehr Frauen zu dem Zeitpunkt, kann ich mich erinnern.“

Ich: „Ja. Es war eigentlich immer irgendwas los. Ich hab das damals gar nicht so wahrgenommen. Ich hab einfach gemacht. Hat sich frei und gut angefühlt. Und irgendwann war sie einfach da, „die Richtige“. Naja. Dachte ich halt.“

Er: „Das wird auch wieder so sein!“

Ich: „Ob Du es mir glaubst oder nicht. Aber anfangs hatte ich gar keine intenstiven Gefühle für sie. Sie war echt mehrere Wochen lang für mich gefühlt ziemlich nur Eine von Vielen. Klar fand ich sie heiß und es machte einfach Spaß mit ihr, ihre Art und so. Aber wenn ich so überlege… alleine die ganzen Begleitumstände und ihre Lebenssituation waren schon… scheiße. Aber sie war die erste und einzige Frau, die sich in Projekt Beziehung Teil 1 wirklich richtig richtig intenstiv um mich bemüht hat und jede Minute mit mir verbringen wollte. Sie hatte ja sogar extra ihre Kinder stundenweise betreuen lassen, damit wir uns irgendwie sehen können. Und deshalb hab ich mich dann irgendwann recht schnell in sie verliebt. Aber das lag an IHR. Nicht an mir. Ich war es doch gewohnt, dass es recht bald wieder auseinander geht. Weil es immer irgendwie nicht ganz passte. Und es wäre mir echt egal gewesen damals. Wenn es nach kurzer Zeit nix mehr gewesen wäre. Wirklich! Das ist so. Ich kann das gar nicht glauben, aber es war so!“

Er: „Und dann hast Du Fr. Schlange gehabt. Ich weiß noch. Du hast sogar zu Beginn Deiner Beziehung zu mir gesagt: „Weißt Du, eigentlich muss ich gar nicht in dieser Beziehung sein. Ich könnte alle haben. Wann ich will. Irgend eine oder eine andere.“

Ich: „Habe ich das IN DER BEZIEHUNG wirklich zu Dir gesagt? Hör auf!“

Er: „Jaaaa!!! Es war wirklich so. Du warst schon in Deiner Beziehung. Es war noch ganz am Anfang. Aber Du sagtest zu mir: „Ich vermisse es schon irgendwie, dass ich jetzt so festgelegt und eingeschränkt bin!““

Ich: „Das ist doch total verrückt. ICH???!!!“

Er: „Ja, glaub es mir halt. Ich weiß es noch ganz genau!“

Ich: „Da siehst Du mal. Was ist nur aus mir geworden in der Zeit?! Ich hab echt viel verdrängt und vergesse manchmal wirklich Dinge, die länger her sind. Ich bin so froh, dass Du mir solche Dinge von früher erzählst. Danke!“

Herr van Onnetuschn: „Ja, Du sagtest sogar wörtlich damals zu mir, IN Deiner Beziehung mit ihr: „Sex mit anderen Frauen wäre auch mal wieder schön.““

Ich: „Hahahaha. Das kann sein. Hab ich anfangs vielleicht echt mal gedacht und gesagt, aber Du weißt ja, dass das in der Beziehung nie ein Thema für mich gewesen wäre.“

Er: „Als ihr noch nicht in der Beziehung gewesen seid… sondern in der Kennernlernphase… da hattest Du doch auch andere Frauen weiter parallel kennen gelernt!“

Ich: „Das stimmt. Ich kann mich an einmal erinnern, da weiß ich gar nicht mehr genau wie ich das gemacht hatte. Ich hatte Besuch von der Einen aus dem Land X, Du weißt schon, über Nacht und am nächsten Tag wollte ich mich zu einem weiteren Date mit Fr. Schlange treffen… Abends telefonierten wir zu dem Zeitpunkt schon recht regelmäßig, also Fr. Schlange und ich… und deshalb hatte ich ein organisatorisches Problem, wie ich das gebacken bekommen soll. Eine zu Besuch über Nacht da, kann aber nicht parallel mit Fr. Schlange telefonieren und soll sie am nächsten Tag treffen, ohne dass es wiederum die andere mitbekommt. Aber irgendwie hab ich das gelöst. Lustig eigentlich, im Nachhinein und so wertvoll, dass wir darüber reden und ich mich dank Dir daran erinnern kann!“

Gedankeneinschub:

Ich verfolgte damals die Devise: Ich date so lange jede Frau, die mir gefällt… bis? Ja bis mir DIE EINE das klare Signal gibt, dass sie eine Beziehung möchte. Das war zu diesem Zeitpunkt noch nicht der Fall. Es war in diesem Stadium noch nicht so weit. Erst als es hieß: „Ich möchte mit Dir zusammen sein!“ habe ich sofort sämtliche anderen Kontakte abgebrochen. Tatsächlich sofort. Keine weiteren Dates mehr. Keine weiteren Frauen mehr angesprochen. Nix. Ende. Das ist mir wichtig klarzustellen. Ich habe Prinzipien und die werde ich auch in Zukunft einhalten. Ich bin kein 08/15-Pickupper gewesen und will ich auch nie werden. Sex ist nicht das Wichtigste im Leben. Und Sex mit möglichst vielen verschiedenen Frauen hat mir im Nachgang gesehen nicht mehr Spaß gebracht als in einer festen monogamen Beziehung. Das ist höchstens dann anders, wenn dieser Aspekt in der Beziehung mal zu kurz kommen sollte. Dann stimmt aber generell etwas nicht. Ich will meine Traumfrau kennen lernen. Ende. Und auf dem Weg dahin habe ich damals alles getan, was ich tun konnte, um zu sagen: „Ich lern was!“ So sehe ich das jetzt auch wieder. Ich starte nicht bei 0. Völlig klar.

Aber ich bin auch noch nicht wie damals bei 60 oder 70 Prozent. Auch damals war ich noch nicht ganz oben angelangt auf der Erfahrungs-Skala. Noch lange nicht bei 100. Ich war schon weit, würde ich sagen. Aber da gibt es auch immer noch Potenzial nach oben. Das kann man nur erreichen, wenn man alle Erfahrungen bewusst macht und annimmt. Seine Komfortzone erweitert und sich seinen Ängsten stellt. Die Größte Entwicklung im Leben ist immer nur dort möglich, wovor man die meisten Hemmungen hat. Bitte merken! Manchmal fühlte ich mich auch ein bisschen schäbig, das gebe ich schon zu. Bei dem Zeug, das ich teilweise mitgemacht und getan habe… manches tat ich einfach nur um zu lernen. Es gehört dazu, wie für ein kleines Kind das Laufen lernen und dabei hinzufallen. Nicht jedes Date war schön. Auch nicht jeder Kuss war schön. Und manches andere auch nicht.

Aber ich wusste: Ich werde eine wirklich attraktive Frau nie kennen lernen, wenn ich davor nicht alles tue, um die „attraktiven“ Frauen für mich „normal“ erscheinen zu lassen und sie mental vom Podest zu ziehen. Das ist der größte Unterschied zwischen allen (!) normalen (!) Männern und erfolgreichen Pickuppern. Es gibt keine Supergirls. Es gibt Frauen, tolle Frauen. Aber sie sind nicht toller als ich. Um nicht zu sagen: Ich bin Superman und dann schauen wir mal, ob sie auch toll ist. So wird ein Schuh draus. Mindestens mal Augenhöhe bitte. Und das geht nicht, wenn man nie tolle Frauen um sich herum hat. Um sich zu entwickeln als Mann, reicht es einfach nicht, es immer nur beim miteinander sprechen zu belassen. Irgendwie auch klar. Es ist wie eine Fremdsprache lernen. Eine Sprache kann man ein Stück weit autodidaktisch lernen, aber die Kultur wird man nur in dem Land erfahren!

Heute weiß ich: Es reicht nicht, nur ein oder zwei mal im Leben eine tolle Frau in einer Beziehung gehabt zu haben. Besonders nicht wenn es eine extrovertierte Frau ist. Damals dachte ich mir: „Geil, jetzt hab ich alles erreicht, mit dieser Einen.“ Ich war ein Narr! Muss ich heute sagen!!! Ich hatte noch gar nicht begriffen, dass das „Bekommen“ nichts mit dem „auch halten Können“ zu tun hat. Ich war gut im Bekommen, aber noch immer der total naive kleine Junge wenn es darum ging, eine Frau zu halten. Und das kann gleich 5 mal nicht gelingen, wenn es um eine attraktive und gar extrovertierte Frau geht.

Eine, um die auch andere Typen wie die Scheißhausfliegen kreisen. Eine, die überall auffällt. Eine, die selbst jedes Gespräch sucht. Solche Frauen sind eigentlich – aus meiner heutigen Sicht – einfach scheiße (in einer Beziehung). Denn ich brauche keine Puppe zum Angeben. War auch damals nicht mein Ziel. Ich hatte das nur nicht gekannt, dass eine Frau so sein könnte. Extrovertiert. Und wie ich damit umzugehen hätte. Ich war einfach nur ein kleiner Junge in solchen Sachen. Heute weiß ich was ich zu tun hätte, wenn sich so etwas wiederholt. Referenzerfahrung. Heute kenne ich die sich anbahnenden Anzeichen von „Unzufriedenheit“ in so einer Grazie. Ich würde das auf 10 km gegen den Wind riechen, wenn so eine Frau gedanklich nicht mehr ganz bei mir in der Beziehung wäre.

Ich möchte eine herzliche Frau, eine die nicht mit dem nächsten in die Kiste hüpft, obwohl sie in einer Beziehung ist. Eine Frau, die auch mal zufrieden ist im Leben mit dem was sie hat. Und mit dem was ich ihr biete. Und nicht nach anderen schaut und ständig alle Gespräche sucht… Hätte ich einen 911er Porsche gehabt, wäre es ihr irgendwann auch nicht mehr Recht gewesen und sie hätte sich einen Typen mit einem Ferrari geholt. So sind solche Frauen leider. Nichts genügt je. Nichts ist gut genug. Und der liebevolle Mann sowieso nicht.

Ich bin anders. Mir hat alles an dieser Frau genügt. Inklusiver sämtlicher negativer Aspekte. Egal ob äußerlich oder innerlich. Jeder hat „Fehler“, aber ich habe an mir über lange Zeit daran gearbeitet nicht mehr alles an anderen Menschen als Fehler zu sehen. Für mich war sie perfekt. Egal ob sie eine 5, 6, 7, 8, 9 oder 10 war. Selbst wenn sie nur eine 5 gewesen wäre. Für mich wäre nie in Frage gekommen auch nur einmal eine 10 anzusprechen. Die 5 hat mir genügt. Warum auch nicht?! Was soll das?! Das nennt man Treue. Das nenne ich auch Liebe. Das ist – denke ich – einer der Hauptunterschiede zwischen den ganzen üblichen Pickuppern und mir. Es gibt auch ein paar feine Kerle da draußen beim Pickuppen. Aber die meisten – die ich auch draußen treffe – sind unaufrichtig. Den Frauen gegenüber und sich selbst gegenüber. Sie spielen etwas und tun so als ob. Aber es ist ihr leben. Sollen sie machen. Das Recht hat jeder, das zu tun was er möchte.

 

Er: „Siehst Du. Das dauert jetzt einfach nur, bis Du da wieder hin kommst. Und ich weiß, dass Du da wieder hin kommst. Du bist noch jung. Also wir beide sind noch jung. Auch wenn Du jetzt 2 Jahre der (Stief-)Familienvater warst. Aber so traurig es klingt… ich bin so froh für Dich, dass Du mit einer anderen Frau doch noch Papa werden kannst.“

Ich: *Schweigen*… „Du hast Recht. Ich möchte auch Papa werden. Jetzt erst Recht, wo ich einmal gesehen habe wie das so ist mit 2 Kindern.“

2019-04-25

Er: „Eben. Und jetzt kümmere Dich erstmal darum, dass Du zumindest wieder den ersten Erfolg einfährst. Arbeite Dich wieder rein. Lern Eine kennen. Egal ob sie nur ne 5 ist oder nicht.“

Ich: „Wäh! Ne 5?! Niemals!“

Er: „Ist doch egal! Einfach nur so! Und dann kannst Du Dir wieder die Hübschen holen!“

Ich: „Hm…“ *Stille* „Ja, vielleicht hast Du doch Recht.“

Er: „Das ist doch nur so. Hab Deinen Spaß. Dann kommt auch das Selbstvertrauen zurück und Du merkst wieder, dass Du alle haben kannst.“

Ich: „Ja. Es ist doch irre wirklich. Ich habe das Gefühl, dass der Typ damals ein anderer war als ich heute. Das ist doch total verrückt. Das war ICH. Kein anderer. Ich war das. Ich bin raus… und wusste an jedem Tag… egal ob ich daygamen war oder in Clubs oder Bars… ich wusste, dass ich fast an jedem Abend mindestens mit einer oder zwei Telefonnummern heim kommen würde.“

Er: „Ja siehst Du!“

Ich: „Ja, und was noch viel verrückter war: Gegen Ende waren es nicht mal mehr die Telefonnummern. Ich hatte die Frauen immer öfter gerade erst kennen gelernt und noch am selben Tag oder in der selben Nacht bei mir oder bei ihr in der Wohnung. Dazu kommt, dass ich auch immer weniger Frauen ansprechen musste, um solche Resultate zu haben.“

Er: „Da kommst Du wieder hin, ganz sicher!“

Ich: „Ja und das aller Irrste ist, dass ich darüber nicht einmal mehr nachdenken musste. Ich hab einfach gemacht. Wenn ich wollte, hab ich welche angesprochen, sogar immer weniger Frauen… und dabei gleichzeitig immer konstantere und schnellere Ergebnisse erzielt. Ich war in diesem Rockstar-Modus. Gar kein Zweifel daran, dass ich heute Nacht keine kennen lernen würde. Ich ging schon raus mit der Sicherheit: Achja, mal sehen wen ich heute kennen lerne. Ganz selten, dass den ganzen Abend nix rum gekommen ist. Da muss ich schon sehr faul gewesen sein und gar keine angesprochen haben. Und selbst dann… hab ich manchmal nur eine angesprochen und BUMM. So war es auch mit Fr. Schlange. Einziger Approach an dem Abend. Volltreffer.“

Gedankeneinschub:

Das ist doch wirklich nicht normal. Ich hab das alles vergessen. Das ist – auch wo ich diese Zeilen schreibe – so surreal und unglaublich für mich selbst zu beleuchten. Und ich weiß nicht, warum es mir so schwer fällt auch zu verstehen und zu erkennen, dass ich dieser Mensch einmal war. Es geht mir gar nicht darum, wieviele Frauen ich kennen gelernt habe. Oder ob sie alle eine 5 oder 6 oder 8 oder 9 oder sonst etwas waren. Es geht mir um die reine Selbstreflexion. Und ich kann mich schon irgendwie an mich selbst erinnern, an meine Person von damals. Aber es fühlt sich weit weg an. Fremd. Ich stelle mir dabei die Frage: „Wer war das denn? ICH?! Kann doch gar nicht sein!“

Herr van Onnetuschn wieder: „Also bleib jetzt cool. Arbeite wieder dafür. Schnapp mal irgendwas, was vor die Flinte kommt und bau Dich auf. Hab einfach Spaß. Denk nicht an die nächste Beziehung. Genieße Dein Leben jetzt. Und wenn Du 1 Jahr brauchst, bis Du die Richtige findest. Oder 2 oder 3. Egal. Genieße einfach. Du bist jung genug, um noch Papa in einem guten Alter zu werden. Mach einfach.“

Ich: „Du hast Recht. Ich bin ja auch schon dabei. Ich trainiere momentan viel. Achte wie ein Besessener auf meine Ernährung. Hab mein Essverhalten komplett umgestellt. Low Carb und extrem viel Eiweiß. Ich achte wieder zu 110% auf mein Äußeres. Und mein Ziel ist, körperlich eine Maschine zu werden. Nicht mehr nur athletisch wie damals. Ich geb Vollgas!“

Er: „Richtig so, ich bin jetzt zu Hause angekommen. Gute Nacht mein Freund, es war ein cooler Abend!“

Ich: „Auf jeden Fall, gute Nacht!“

 

PS: Mir ging es damals im Projekt Beziehung Teil 1 nie darum, irgendwelche intimen Details zu berichten. Das tat ich auch fast nie. So gut wie nie ging es darum wo ich über Nacht war oder nicht. Wen ich mitgenommen hatte oder nicht. Auch wenn diese Geschichten mitunter bestimmt am Interessantesten für viele Leser sein mögen. Aber ich bin kein Angeber und kein Prahler. Besonders weil ich solche Erfolge nicht einmal über lange Zeit nachweisen konnte. Ich war Anfänger-Pickupper mit einer sehr guten Entwicklung, wie ich meine. Vergleichsweise zu dem, was Pickup-Trainer aus ihrer Erfahrung so berichten. Ich war auf meinem persönlichen Höhepunkt, als ich eine Beziehung eingegangen bin. Aber dieser Höhepunkt hielt eben nicht mehrere Jahre an, wie bei anderen. Ich hatte die guten Ergebnisse erst die letzten 2, 3 oder maximal 4 Monate vor Beginn der Beziehung erzielt. Am Intensivsten wirklich erst unmittelbar vor der Beziehung.

Was ich damit sagen will?

Es ist eigentlich gar nicht auszumalen was wohl damals gewesen wäre, wenn ich diese Beziehung nicht eingegangen wäre. Wen hätte ich noch alles kennen gelernt? Wieviele „noch“ attraktiviere Frauen hätte ich gedatet? Wir können mal spinnen… was wäre die nächste „Stufe“ gewesen? Irgendwann auch mal an einen Star heran zu kommen. Eine Frau, die in der Öffentlichkeit bekannt ist. Das ist nur ein Beispiel. Dort wo ich mich umtreibe, gibt es immer wieder solche Personen. Ich bin kein Hartz4-Pickupper. Und die besten Pickupper deutschlands lernen auch regelmäßig Playboy-Models kennen. Auch nur ein Beispiel. Kommt es mir darauf an? Nein, sicher nicht. Das wisst Ihr auch. Mir ging es immer nur um mich und meine Entwicklung. Aber als Pickupper eine Entwicklung zu durchlaufen… bedeutet umgekehrt aus meiner Sicht keine Beziehung haben zu können. Entweder oder. Beziehungstechnisch habe ich kaum Erfahrung vorzuweisen. Eine lange und eine kurze Beziehung… hm… macht…? 2. Nicht gerade viel. Heißt umgekehrt nicht, dass ich nun viele weitere Beziehungen haben möchte. Mir hätte die letzte bis für mein Lebensende gereicht.

Aber ich denke, dass dieser jüngste Crash notwendig war – aus reiner Pickupper-Sicht. Denn dadurch habe ich aufgezeigt bekommen was notwendig ist, um SO eine Frau zu halten. Und wenn ich SO eine Frau halten kann, kann ich auch DIE EINE halten, die weder gleich die Beine für alle breit macht noch ständig auf der Suche nach neuen Typen ist. Das ist dann wie im Fußball. Dann hast Du Dich als das kleine Werder Bremen ganz hoch gekämpft und gelernt gegen Bayern München zu gewinnen. Selbst wenn die mal wieder einen Hoyzer-Elfmeter geschenkt bekommen.

Mir geht es also wirklich nur um die Selbstreflexion und darum wieder ein Mann zu werden. Immerhin sind mir durch die widerliche Beziehungs-Story meine Cojones abgerissen worden. Und die suche ich gerade wieder. Wird schon! Versprochen! 😉

Von kleinen Rückschritten – Poesie der Verletzlichkeit

Im Leben eines jeden Menschen tun sich täglich Irrungen und Wirrungen, Absurditäten, Kuriositäten sowie auch ganz gewöhnliche Dinge. Manchmal ereignen sich es persönliche Highlights. Jeder Mensch schreibt auf seine eigene Weise Geschichte.

Heute ist für mich nicht einer solcher Tage. Ich sitze einfach nur vor dem PC, fühle mich innerlich extrem aufgewühlt. Unzufrieden mit mir selbst und meiner Situation. „Selbstmitleid!“, höre ich eine Stimme aus dem Off zu mir sprechen. Mir geht es nicht um Selbstmitleid, wirklich nicht. Ich habe heute – gerade – einen Tag des mentalen Rückfalls. Es ist kein gewöhnlicher Tag mit gewöhnlichen Dingen. Das wäre gut. Nicht einmal Absurditäten und Kuriositäten taten sich bislang auf. Es ist ein fader, bisweilen langweiliger und allen voran ein gefühlt sehr einsamer Tag. Obwohl ich im Büro sitze und genügend Kollegen da sind. Es fehlt eine Connection. Kein Verstehen und verstanden werden. Es sind eben nur Kollegen, keine Freunde. Meine Lebensgeschichte ist nicht ihre. Soll es auch nicht werden. Ich erzähle ihnen die Tage manchmal weiterhin von der Fahrt nach Hause zu den Kindern. Obwohl ich dieses Zuhause nicht mehr habe, die Kinder auch nicht.

Ich habe genau genommen in diesem Moment nicht einmal irgend etwas zu erzählen. Nicht einmal meinem Blog. Stattdessen schreibe ich gerade einfach, weil es mir hilft. Plötzlich aufkommende Gedanken zu Papier zu bringen, beruhigt. Das tat ich damals und fühlte dabei, dass ich Emotionen ablassen konnte. Keine überschwänglichen, sondern ganz normale kleine Emotionen. Die, die zerbrechliche oder gebrochene Menschen genauso in sich tragen, wie glückliche und starke.

Was ich gerade tippe, entstammt dem Jetzt. Ich versuche zu fühlen und schreibe nieder, was mir in den Sinn kommt. Es ist ein Gespräch meines Verstandes mit meinem Herzen. Keine Diskussion. Es ist ein Gespräch. Fast ein Monolog. Der Verstand schaltet sich ein und meldet sich zu Wort, will raus, will sich äußern. Will sich wichtig machen. Viel wichtiger als er ist. Gemeint ist das alt bekannte Ego. Es ist angeknackst, um nicht zu sagen richtig derbe angeschossen. Taumelnd wie ein abgehalfterter Revolverheld nach einem Herztreffer im letzten Duell mit seinem Gegenüber.

Auf der anderen Seite ist das Herz

Das sich versucht zu wehren. Es übernimmt alleine durch seine Grundveranlagung die passive Rolle. Steckt viel ein, hält aus und hält aus. Es ist das Taschentuch des Verstandes. Es fühlt und spürt und versucht gleichzeitig dem Verstand die Energie zu entziehen. Es tut weh. Zuerst wird ein Mensch im Verstande getroffen, es ist sozusagen die erste Bastion, der erste Schutzwall im Leben. Die alltäglichen kleinen Herausforderungen und Wehwehchen prallen an diesem Mauerwerk ab. Dazu ist es da, dafür ist es gut.

Doch manchmal – selten – erzielt das Leben Wirkungstreffer. Die Bastion hält nicht. Sie wird durchbrochen und durchbohrt und beginnt zu bröckeln. Plötzlich schlagen die Treffer zunehmend schutzlos ein. Einer, zwei, drei. Immer weiter. Ein ganzes (Un)Naturschauspiel, eine Welle zerstörerischer Gewalt. Stalinorgel. Jeder Treffer erzielt seine ganz besondere eigene Wirkung. Der erste kommt plötzlich und unerwartet. Trifft hart, bleibt zunächst fast unentdeckt. Die Wirkung tritt nur mit zeitlicher Verzögerung ein, ein fieser Schlag mit Langzeitwirkung. Kurzfristig nicht realisierbar. Brennt dafür umso länger wie Napalm. Qualm macht sich breit, es entsteht nur verzögert ein Schwelbrand. Das dicke Ende kommt erst noch.

Denn hinter der Bastion liegt das Herz. Ist dieser Schutzwall erst überwunden, schlagen die Geschosse auf dieses, als gäbe es keinen Morgen. Das Herz wehrt sich nicht. Es steckt nur ein, es fühlt, aber versteht nicht. Es ist den Treffern ausgeliefert, wie ein Neugeborenes seiner Umwelt. Jede noch so starke Schutzmauer wird früher oder später im Leben eingerissen werden. Je niedriger die Mauer steht, desto leichter wird sie zerstört werden können. Leider stören Menschen Mauern. Unnötig. Vertrauen ist die Quelle der Verletzlichkeit. Vertrauen wir, sind wir umso leichter verletzlich. Nur durch Vertrauen können wir aber intensiver lieben. Gefühle in der Tiefe überhaupt erst zulassen. Es ist ein Licht- und Schattenspiel zugleich. Die Liebe von gestern ist die Quelle des Vollstreckungstreffers von heute.

2019-04-02

Sogleich war es einmal umgekehrt, der Lebenstreffer von früher war die Quelle der tiefen Liebe von gestern. Als der Qualm sich etwas legt… „Licht und Schatten wechseln sich. Eines Tages wieder.“, spricht das Herz.

Zeit für ein neues Auto

Ein später zweiter Teil.
Ca. sechs Monate ist es her. Da hatte ich mir ein neues Auto gegönnt. Und meine Beweggründe dazu geschildert (Nur ein Auto? Nur ein Sportwagen! – Warum es mir wichtig ist, authentisch zu sein!) und weitere Einblicke in meine neue Welt gegeben.

Irgendwie neu, irgendwie aber auch nicht

Das „alte“ Auto habe ich abgegeben. Und mir letzte Woche ein neues geholt. Dazwischen lagen drei Wochen ohne, jedenfalls ohne einer meiner beiden Autos.
Die Frage ist also was es diesmal wurde. Oder ist die Frage erst mal ob man wirklich nach sechs Monaten ein neues Auto braucht. Das können wir abkürzen: Nein. Natürlich nicht. Nicht nach sechs Monaten schon. Erst recht nicht, wenn ich doch noch ein zweites (altes) Auto besitze.
Für einen Menschen, der auf Nachhaltigkeit Wert legt – dazu zähle ich mich – ist das schon eine Meisterleistung der (Geld-)Verschwendung. Ja. Wenn. Wenn da nicht dieses Projekt Beziehung wäre. Und dem ordne ich alles unter, beizeiten ebenso mich selbst obendrein.

Was ist es also geworden?
Bis zuletzt war es ein Sportwagen. Den gab ich wieder ab. Nicht ganz freiwillig, mir hat das schwarze Ding wirklich gefallen. 6 Monate mit dem Wagen haben mir Spaß gemacht. Natürlich ein teurer Spaß, nach irdischen Maßstäben. Auch wenn der Spaß bezahlbar ist, Erlebnisse sind es hingegen nicht. Erlebnisse sind unbezahlbar. Die hat man oder man wünscht sie sich. Das gilt für Autos genauso wie für alles andere im Leben. Ersetze die Variable Auto nach eigenem Gusto durch einen schicken Urlaub oder ein Haus. Oder einen Partner. Die einen haben ihn, die anderen nötig.

Und diesmal… ist es wieder ein Sportwagen. Es ist dem letzten Auto verdammt ähnlich. Innen komplett, außen nicht. Was daran liegt, dass ich nur die Farbe gewechselt habe. Nicht in einer Lackiererei. Kurzerhand habe ich das Auto einfach in einer anderen Farbe neu bestellt und sonst alles identisch belassen. Premiere in meinem Leben. Zweimal nacheinander das gleiche Fahrzeug zu besitzen. Es ist aber auch zu schön, um ihm untreu zu werden. Wäre es eine Frau, würde ich ihr eine 8 geben. 😉

Wärst Du immer noch hier?

Die drei Wochen ohne Sportwagen habe ich übrigens auch gut überlebt. Im Nachgang habe ich gemerkt: „Hey, ohne dieses Auto ist es auch okay. Da kann ich auch ganz gut drauf verzichten.“ Und jetzt, wo ich es wieder habe – bzw. seinen Bruder in Blau – habe ich bei jeder Fahrt wieder gespürt: „Hammermäßig ist es schon!“, um es in Bohlen’scher Sprache auszudrücken.

Für mich nehme ich mental mit, dass es ohne teures Auto gut geht. Mit hingegen noch besser. Das sieht man – wie vieles im Leben – auch erst richtig ein, wenn man mal darauf verzichten „musste“. Zu schätzen wissen, ist das Stichwort. Lässt sich natürlich übertragen, auf all die anderen wichtigen Lebensbereiche. Ihr wisst was ich meine.

Ein teures Auto hat mich in all der Zeit nicht negativ verändert. Genauso wenig wie teure Kleidung oder sich den Luxus einer großen Wohnung für sich alleine zu gönnen. Selbst oft in teure Clubs zu gehen nicht. Oder was auch immer. Ich gehe immer noch genauso gerne in günstige Bars und liege auch genauso gerne auf der grünen Wiese und gehe spazieren. Und ich bin jederzeit bereit meine „mach-alle-Schotten-weit-auf“-Mentalität gegen die Vernunft einzutauschen. Zurückzutauschen. Wenn mir Eine einen Grund dafür gibt! Die Eine.

Und während dem Verfassen dieser Zeilen denke ich an einen schönen Song von Bushido. Man muss ihn nicht mögen, den Bushido. Manche Songs von ihm mag ich doch sehr. Aber er wirft mit seinem Text wichtige Fragen auf. Fragen, die nur jeder für sich selbst beantworten kann.

 

Was bisher geschah… Fr. Tinder und ich – Teil 3 von 3

Kommen wir zum Abschluss dieser aktuellen Miniserie… Nach Teil 1 folgte bereits Teil 2 (Was bisher geschah… Fr. Tinder und ich – Teil 2 von 3).

Zu aller erst muss ich sagen, dass mich Eure vielen Kommentare sehr gefreut haben. Der letzte Artikel über Fr. Tinder war der meist diskutierte seit Bestehen meines Blogs. Was ich dabei so klasse finde, sind Eure teils unterschiedlichen und teils gleichartigen Ansichten, aber eines haben alle Kommentare gemeinsam: Sie sind authentisch, gut gemeint, offen, auch schonungslos. Andere Meinungen tun mir gut, sie erweitern die eigene (beschränkte) Sicht. Sie regten und regen mich zum Nachdenken an. Danke Euch!

Bevor es ins Wasser fällt oder ich ins Wasser falle?

Wie Ihr mir in den vielen Kommentaren geschrieben habt, sollte ich dringend darauf achten selbst nicht zu kurz zu kommen und notfalls einen Ganz zurück zu fahren, bevor „das Ganze“ ins Wasser fällt. Oder um es sogar zu präzisieren: Bevor ICH ins Wasser falle.
Mehr als je zuvor bin ich bei jedem Date und bei jeder Geschichte bereit alles loszulassen und meine sieben Sachen zu packen, um wieder weiter zu ziehen.
Freiheit und Unabhängigkeit. Das ist natürlich ein Produkt des inzwischen gewohnten Alleinseins. Man bekommt im Leben nichts geschenkt, Freiheit und Unabhängigkeit bedingen (in der Phase?) eben auch einen geringeren Bindungswunsch oder gar eine verminderte Bindungsfähigkeit.

Denn ich habe den Eindruck aus Euren Kommentaren herausgelesen zu haben, dass es nicht im Fokus steht ob es nun mit Fr. Tinder was wird oder nicht. Sondern dass der Fokus darauf liegen sollte, ob es mir gut geht. Egal ob mit oder ohne Fr. Tinder. So sehe ich das jedenfalls. Deshalb finde ich andere Meinungen so toll, sie beleuchten Sichtweisen, die ein einzelner Mensch nie haben könnte. Eines kann ich versprechen, vor allem mir selbst: Es wird auch weiterhin bei Fr. Tinder – wieder mehr als zuletzt – um mich gehen.

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Genau das und noch mehr habe ich instinktiv in letzter Zeit bereits getan. Mein eigenes Gespür hat mich also nicht verlassen, im Gegenteil. Nur mal kurz den Staub von der Kompassnadel abpusten, mein Instinkt scheint noch ganz gut zu funktionieren.

Fr. Tinder befindet sich aktuell noch – und schon länger geplant – im Urlaub. Das hieß für mich zuletzt wieder durchgehend allein sein. Das, was ich doch so gewöhnt bin und womit ich so gut klar komme. Die „Pause“ kam eigentlich wie gerufen, muss ich sagen. Das ist dieser von Euch vorgeschlagene Schritt zurück. Ob ich oder sie wollten oder nicht, weg ist weg. 🙂

In dem Fall ist die Verbindung zwischen ihr und mir lediglich eine Illusion

Und ich verspüre für mich wieder – frei nach Eckhart Tolle -, dass die Abwesenheit mich eines lehrt: Ein Mensch, der JETZT nicht neben Dir ist, ist eine Illusion. Derjenige dort, Du hier. Was ist daran real, außer die Abwesenheit und die Distanz? Die „Verbindung“ zwischen ihr und mir ist nichts als ein Gedankenkonstrukt und damit eine Illusion. Berechtigt kannst Du nun einwerfen und (gegen-)fragen:
„Und was soll der Unterschied sein zu der Situation wenn sie neben Dir wäre und Ihr Euch in den Armen liegen würdet?“ Und ohne zu groß ausholen zu wollen, aber: „Die Verbindung“ zwischen diesen zwei Menschen ist selbst dann natürlich ein Gedankenkonstrukt. Der einzige feine (und sehr wichtige!) Unterschied ist, dass die Person in dem Moment real bei Dir ist. Rein auf der körperlichen Ebene ist der Mensch real und keine Illusion. Ich weiß, dass das auf den ersten Blick verwirrend zu klingen scheint. Ist es aber weit weniger, wenn man sich damit befasst. Es ist das Realste, das tatsächlich existiert.

Ich mache ein (Gegen-)Extrembeispiel: Ein guter Bekannter befindet sich auf einem längeren Geschäftsaufenthalt. Vor der Abreise trefft Ihr Euch auf ein Getränk in einer Bar. Für vier Wochen später ist seine Rückreise geplant. Und dazwischen passiert etwas Tragisches, der Bekannte erleidet einen Herzinfarkt und verstirbt tausende Kilometer entfernt in einem Krankenhaus im entlegensten Winkel dieser Erde.
Nach Ablauf der vier Wochen meldet er sich vereinbarungsgemäß natürlich nicht. Du wirst skeptisch und rufst ein paar Tage später bei ihm und ein paar weitere Tage später bei seinen Eltern an und erfährst die traurige Nachricht: Er ist tot.

Hat diese Person nun seit dem Tod real existiert? Eine rhetorische Frage, ich weiß. Die Frage ist auch nicht interessant. Interessant ist eine andere Frage: Hattest Du seit seinem Tod eine Verbindung (welcher Art auch immer) zu dieser Person oder war die vermeintliche Verbindung lediglich eine Illusion, ein Gedankenkonstrukt?

Es ist eine Illusion zu glauben, dass eine Verbindung zwischen zwei Menschen auf Distanz existiert. Es ist lediglich ein Kontstrukt aus mehr oder weniger deutlich ausgesprochenen Absichtserklärungen. Du hast keine Ahnung darüber, was der andere Mensch (die ganze liebe lange Zeit) tut. Und der andere Mensch hat keine Ahnung davon was Du tust. Man mag vielleicht abschnittsweise telefonieren. Man mag sich nette Bilder schicken. Man mag dies und man mag das. Unter dem Strich steht aber geschrieben: Sie ist unterwegs mit ihren Leuten. Vielleicht auch nicht. Und ich bin auch unterwegs, vielleicht mit meinen Leuten. Vielleicht auch nicht. Was dazwischen passiert steht in den Sternen. Als ich in den letzten Tagen abends zu Bett gegangen bin, dann hab ich mir immer gedacht: Was unterscheidet diese Situation von all der Zeit davor? Ich mache es einfach: Nichts. Mit einem Unterschied: Davor gab es keine Illusionen.

Deshalb ist es so wichtig für mich in mich hinein zu horchen und zu spüren. Und da spüre ich im Moment Unbehagen. Unerklärbar für mich selbst, es ist nur (?) ein Gespür. Aber für einen zu einem mehr und mehr werdenden Herzmenschen, so sehe ich mich, ist „nur ein Gespür“ ein verdammt gutes Zeichen.

Was macht derweil eigentlich das Studium?

Und ja, in der Zeit ihrer Abwesenheit habe ich einiges erledigt. Unter anderem meine Präsentation mit meinem Kommilitonen für mein Studium fertig gestellt und gehalten. Note im mittleren eins Komma Bereich. Passt.

Die Kommentare der anderen Studenten nach meinem Vortrag war überwältigend positiv, so habe ich das auch noch nie erlebt, eine so tolle Kultur miteinander: „Man merkt, dass das total Dein Element ist. Du sprichst so frei, richtig gut. Kein „äh“ oder sonst was. Es war mit Abstand der beste Vortrag von allen bisher.“
Danke. 🙂

Dazu kann ich nur sagen: Wenn Du eine fremde Frau auf der Straße ansprechen kannst, im Cafe, in einer Bar, in einem Club, und immer schauen mehr oder weniger viele Menschen zu (meistens mehr!) und bekommen Deine Körbe mit… bekommen mit wie Du sprichwörtlich Dreck frisst…. dann, ja dann… ist da dieses kleine Ding, das sich „Ego“ nennt, kaum mehr da. Wovor also Angst haben? Vor einer Gruppe interessierter Mit-Studenten einen Vortrag zu halten ist doch dann eine nette Abwechslung. Mal kein Korb, mal kein Dreck fressen. Applaus bekommst Du sowieso am Ende, auch wenn der Vortrag noch so schlecht sein mag. Also gibts doch nur etwas zu gewinnen. Und wenn man ein paar hundert mal in kurzer Zeit diese ekeligen Körbe bekommen hat, dann ist ein kleiner Vortrag vor echt netten und wohlgesonnenen Menschen doch etwas richtig schönes. Wenn Du eine Frau draußen spontan über Minuten oder teilweise sogar Stunden unterhalten kannst, dann ist ein trainierter Vortrag vor einer großen Gruppe – die nicht mal fiese Shit-Tests wie aus der Stalinorgel abfeuert – echt Urlaub.

Pickup ist viel mehr als nur „wie schleppe ich eine Frau ab“ und deshalb werde ich meinem Sohn eines Tages im entsprechenden Alter nichts anderes zeigen und beibringen als genau das. Erstmal sich selbst zu finden und zu sich zu stehen, danach kann der Junge den ganzen Krimskrams aus den vielen unnützen Schulbüchern lernen.
Und was ist, wenn es eine Tochter wird? Haha. 😉

Außerdem habe ich noch meine Note für eine vor einigen Wochen abgelegte schriftliche Prüfung erhalten, Note im niedrigen eins Komma Bereich. Passt auch.
Studium ist also soweit gut angelaufen, auch faktisch.

Ein Gefühl von (wieder) mehr Freiheit

Während der Abwesenheit von Fr. Tinder telefonierten wir zwar täglich, aber meist nur kurz. Ansonsten war sie gut beschäftigt und viel unterwegs mit ihren Freundinnen oder Freunden, was weiß ich. Worüber ich nicht traurig war, im Gegenteil. Die Stille habe ich zu Hause sehr genossen. „Endlich“ wieder machen können was ich will.

So wie ich auch den Samstag Abend genossen habe. Draußen mit einem Kumpel. Es wurde spät.

Es sind so kleine Dinge, die plötzlich wieder real werden und in den Vordergrund rücken: Den Teller vom Abendessen auf dem Couchtisch liegen lassen?! JA! Wenn mir danach war, JA! Wenn nicht, nicht. Dann hab ich ihn aufgeräumt.
Und das leere schwere Glas vom Schluck Rum am Abend zuvor – ein Cubaney Ron Exquisito – blieb über Nacht auch einfach mal stehen. Nur um es dann in der Früh aufzuräumen. Warum nicht.
Natürlich kann ich mir selbst die Frage stellen: „Ja, warum lasse ich es nicht auch einfach so stehen, wenn eine Frau da ist?“
Es ist einfach anders, ich fühle mich da nicht so frei. Jedenfalls nicht bei ihr, vielleicht bei einer anderen Frau. Ich weiß es nicht. Dementsprechend räume ich mein Zeug einfach weg. Innere Freiheit sieht anders aus, ich weiß.
Auch wenn ich außerdem weiß, dass diese Art Freiheit erst mit der Zeit kommen kann und vermutlich auch würde. Dennoch fühlt es sich unfrei hat. Eigentümlich unfrei.

Da fällt mir gerade noch so ein Beispiel ein, eines das allerdings tatsächlich nichts mit meinem Denken zu tun, sondern eines, das Fr. Tinder getriggert hat: Letztens wollte ich am Abend mit Herr van Onnetuschn Fifa 17 spielen, online, er von zu Hause aus und ich von zu Hause aus. Zwei gegen zwei, machen wir seit Jahren.
Also rief er mich an und fragte: „Na, hast Du Lust?“
Woraufhin ich antwortete: „Na sicher, ich kläre das hier mal schnell ab und melde mich nochmal bei Dir.“

Und was war? Natürlich begann eine kleine Diskussion darüber ob „es denn sein müsse“, dass ich spiele wenn sie da sei. Nun, wenn wir uns nur einen Abend sehen, dann würde ich nicht auf die Idee kommen zu spielen. Sehen wir uns hingegen tagelang ununterbrochen, dann ist das auch so ein Beispiel für „unfrei“ zu sein. Sie bestand mehr oder weniger darauf, dass ich sehr wohl spielen könne, allerdings wenn sie nicht da sei. Rumps.

Gut, dann wird heute eben nicht Fifa gespielt. Einmal ist kein mal, sagt man. Zwei mal ist einmal zu viel! Ein zweites Mal wird es nicht geben. Will ich spielen, dann werde ich spielen.

Nun, so tat der Schritt zurück gut. Sie nicht da. Ich alleine. Mehr oder weniger alleine. So alleine fühle ich mich gar nicht. Kommen eben die Treffen mit Freunden bzw. Ausflüge in die Stadt wieder mehr zum Tragen. Das tat verdammt gut.

Wiedersehen

Wir freuen uns beide dennoch aufs Wiedersehen, keine Frage. Und klar ist auch, dass dann einige Dinge anders laufen werden. Mit oder ohne ihrem Einverständnis. Was eine Anfangsphase betrifft, bin ich sicherlich sehr tolerant und oft bereit mich etwas zurück zu nehmen. Richtig ist das dennoch nicht. Richtig wäre, wenn es einfach passt wie es ist. Aber gut… ich gebe nicht meine Freiheit auf, um in ein Korsett gepresst zu werden. Ihr zugute halten werde ich jedoch, dass sie das gar nicht vor hat. Nicht bewusst, aber das entschuldigt auch nicht, dass sie es eben doch tut. Ohne es zu merken, wie ich nochmal betone. Aber eine Frau handelt oft subtil und unterbewusst in solcherlei Angelegenheiten. Frauen sind Strategen. Männer nicht. Männer sind trieb- und instinktgesteuert. Nur gut, dass ich aber zusätzlich auch Stratege bin. Nichts liebe ich mehr als das Vorausdenken. 😉

So viel „Neues“ zwischen Fr. Tinder und mir hat sich also in der letzten Zeit gar nicht entwickeln können. Außer einigen Telefonaten und sonst nur Distanz und ein paar Illusionen. Dementsprechend kann ich hier in Teil 3 auch nicht mit den großen Fakten auffahren. Es geht in Teil 3 also erneut wieder mehr um mich, als um Fr. Tinder. Und vielleicht ist das gerade das Notwendige?

Was ich sicher sagen kann: Wenn man sich einander nicht sieht, ist das dementsprechend auch nicht meine Realität. Das hat mich die Zeit wieder klar werden lassen. Ob jemand 14 Tage auf Barbados, auf dem Bahamas oder in Saint-Tropez verbringt und sich die Sonne auf den Bauch bzw. aus dem Hintern scheinen lässt oder ob jemand gar nicht so weit weg seine Zeit mit was-auch-immer zubringt, spielt letztlich keine Rolle. Die Person ist nicht neben mir. Nicht meine Realität. Nicht mein Problem.
Es ist einfach surreal nur zu telefonieren und den Menschen nicht bei sich zu haben. Wenn ich mir überlege wie viele Frauen ich in der Zwischenzeit hätte ansprechen können… und es nicht getan habe. Das lasse ich einfach mal so stehen. Ohne Kommentar.

Wieviele Dates waren in all der Zeit schon mit irgendwem ausgemacht und wurden dann mehr oder weniger kurzfristig abgesagt? Nicht meine Realität. Nicht mein Problem.

Was ich aber auch sicher sagen kann, und das beziehe ich gar nicht auf Fr. Tinder und ihren aktuellen Urlaub, ist:
Ist es die richtige Person, dann ist sie bei Dir. Und umgekehrt. Und dahinter gehört ein Ausrufezeichen!

Und so werden wir uns diese Woche wieder sehen. Heute. Wenn es keine Illusion sein sollte.
Ausgeruht. Mit Abstand. Ich sehe es – spätestens nach der „Pause“ – ganz entspannt. Vielleicht zu entspannt. Vielleicht auch nur wegen der Pause entspannt. Ein bisschen ist es für mich auch mehr als nur entspannt. Warum? Wer weiß. Nur so ein Gespür.

Date-Review zu Fr. Tinder – Teil 3 von 3

Heute Teil 3 und den vollständigen Abschluss der Geschichte. Jedenfalls des ersten Dates. 🙂

Auf gehts ins große Finale.
Und ich setze die Geschichte direkt ohne viele einleitende Worte nach Teil 2 (Date-Review zu Fr. Tinder – Teil 2 von 3) fort.

Alles eine Frage der Eskalation

(An der Stelle ein kurzer Ausflug: Ja, es steht noch ein eigener Artikel zu diesem Thema an. Das habe ich versprochen. Kommt noch! 😉 )

Als wir nach dem Essen ins Auto gestiegen sind (ja, natürlich habe ich ihr hierbei das zweite Mal die Türe aufgehalten), hielt ich das erste Mal ihre Hand. Sie reagierte etwas überrascht, aber ließ meine Berührungen zu. Sie ließ sie zu. Sie erwiderte sie nicht.

Mit dem Auto an der zweiten Location angekommen, verbrachten wir noch einige Minuten mit Musikhören. Sie zeigte mir einige ihrer Lieblingslieder. Also schnell ihr Handy per Bluetooth-Verbindung mit meinem Auto verbunden. Schwuppdiwupp und sie ließ mich Eintauchen in ihre Musikwelt. Auf diese Art bestand also auf jeden Fall schon mal eine Verbindung zwischen ihr und mir! Oder jedenfalls zwischen ihrem Handy und meinem Auto. Wie auch immer. 😉

Wir lachten und lauschten. Und ich massierte ihr die eine Hand, anschließend die andere. Das genoss sie. Und dabei merkte ich zum ersten Mal, dass sie noch nicht auf dieser Ebene angekommen war. Kein Problem, also wieder einen Schritt zurück.

Wir gingen in ein Bistro, obwohl es in Anbetracht unserer inzwischen beiderseitigen Müdigkeit schon echt spät war. Es wurde ein relativ kurzer Aufenthalt. Wir setzten uns nebeneinander und wieder nahm und hielt ich ihre Hand.

Es war nicht sonderlich spektakulär, aber innerlich stellte ich völlig abseits der Müdigkeit fest, dass irgend etwas nicht mehr so war wie am Anfang. Schon seit vorhin nicht mehr, einen genauen Zeitpunkt kann ich bis heute nicht ausmachen. Ich versuche es auch nicht. Ich stelle es nur für mich fest, dass irgendwo ein „Bruch“ drinnen war.

Wenn Frau (noch ?) Zeit braucht

Draußen auf dem Weg zurück zum Auto sagte ich etwas zu ihr. Sie hatte ihre Hände in ihrem Mantel. „Wenn es nicht so kalt wäre und ich nicht wissen würde, dass Du gerade frierst, dann würde ich jetzt auf dem Weg Deine Hand halten.“

Sie sagte: „Oh. Ich bin ehrlich gesagt noch gar nicht so weit.“

Ein echtes Statement. Eines, das mein Gefühl bestätigte. Jede weitere Eskalation war damit an dem Abend unnötig, weil zum Scheitern verurteilt. Also ließ ich es.

So fuhr ich sie nach Hause, wir waren beide inzwischen noch müder und so hielten wir es kurz, verabschiedeten uns mit einer raschen Umarmung und ich fuhr zurück zu mir. Ich genoss das Alleinsein im Auto und verspürte für mich innerlichen Frieden. Damit, dass es das vermutlich wieder einmal gewesen sein könnte. Alltag inzwischen. Ich kenne das ja, es ist nicht überraschend für mich, dass ich nicht völlig überschwänglich und in Euphorie blind vor Liebe herum renne.
Das habe ich lange nicht mehr getan, mir etwas von einem Date zu versprechen oder zu erwarten. Diesmal war aber echte Vorfreude da. Aber ohne mir etwas davon zu versprechen oder mir etwas zu erhoffen. Ein Unterschied.

Vielmehr spürte ich ja, dass irgend etwas nicht ganz passte. Man könnte vielleicht sagen, dass der Funke nicht übersprang. Andererseits lief es am Anfang echt gut, aus meinem Bauchgefühl heraus. Irgendwie war das Ganze dann genau deshalb für mich etwas widersprüchlich. Erst läuft etwas so gut an und dann gibt es einen Knick, warum auch immer. Ich hab kurz darüber nachgedacht, ob es an der Müdigkeit liegen könnte. Ich reiße mich dann aber immer sehr zusammen und gebe dennoch stets mein Bestes. Und ich wusste nicht, was sie nun fühlt. Dazu passte ihre Aussage oben für mich in ein Bild, das mir signalisierte: „Es stimmt etwas nicht.“

Dennoch bin ich so, dass ich meine Anerkennung und mein Interesse signalisiere. Es hängt ja immer von beiden ab, was passiert. Ich lasse sie auf diese Art zumindest wissen, dass ich sie mag. Was sie dann daraus macht, liegt sowieso nicht in meiner Hand.
So spiele ich das Spiel. Und deswegen bin ich kein gewöhnlicher Pickupper. Ich eskaliere nicht durch bis zum Abgrund, sondern trete davor auch einen Schritt zurück. Lasse Mensch Mensch sein und Gefühle Gefühle sein und wenn Gefühle auch mal nicht da sind, dann lasse ich sie eben auch mal nicht da sein.

Dann mache ich, was ich immer mache. Ich packe meine Sachen und ziehe weiter. Einsam in die Nacht. Nicht mehr traurig, wie vor einigen Monaten, nach einem gefühlt „gescheiterten Date“. Sondern inzwischen ganz zufrieden damit, dass ich alleine sein darf. Ja, richtig. Sein darf. Nicht sein muss. Alleine weiß ich noch immer am besten für mich selbst was ich mag und was mir gut tut. Freiheit. Genug zu tun habe ich mit meinem Studium auch. Mir ist nicht langweilig. Im Gegenteil. Ich schätze meine Freizeit noch mehr als vorher, da sie knapper ist als je zuvor.

Eignen sich Themen wie Zalando und H&M besser, um das Herz einer Frau für sich zu gewinnen?

Was ich mir am nächsten Morgen dachte: „Hm… vielleicht hast Du wieder mal zu tiefgründige Themen angeschnitten.“
Selbstreflexion halte ich für enorm wichtig, es geht dabei nicht darum herauszufinden „warum sie dies oder das“ so oder so gemacht oder gesagt hat. Sondern es geht darum sich selbst weiterzuentwickeln. Enorm wichtig. Ansonsten tritt man täglich in die selbe Pfütze und vermag es nie das zu ändern. Sich zu ändern.

Und ich hab mir für alle weiteren Dates mit Frauen erst mal vorgenommen: „In Zukunft keine Gespräche mehr über ihre oder meine Ziele, Wünsche und Träume oder die Gesellschaft. Keine Kritik über nichts. Einfach immer schön „ja“ und „toll“ sagen. Ein bisschen letzter Urlaub hier, gepaart mit einer Prise Lieblingsmusik und gespickt mit dem Lieblingsessen da. Das soll an „Tiefe“ reichen.“
Ich kann auch den total oberflächlichen flüchtigen Typen spielen. Mal ausprobieren…? Definitiv ja, dachte ich mir. Warum?
Ich habe Fr. Tinder in den Tagen vor dem Date in vielen ausgiebigen Telefonaten als eine sehr tiefgründige und einfühlsame Frau kennen gelernt. Ja, zugegeben, in den Telefonaten. Aber trotzdem… etliche Stunden erlauben es auch sich über eine Telefonleitung ein Bild zu einem Menschen zu machen.
Und das Bild sagte mir: „Bei ihr kannst Du auch mal Du sein! Also sei Du!“

Das dachte ich mir aber einige Wochen vorher bei Fr. Unnahbar auch. Und das Schiff lief auf Grund. Rumps.

Und diesmal? Offenbar schon wieder.
Vielleicht waren bzw. sind meine Einschätzungen auch nur falsch. Vielleicht denke ich nur, dass ich über solche Themen mit einer Frau reden könne und tatsächlich kann ich das – jedenfalls mit der jeweiligen Dame – gar nicht. Neueste Angebote von Zalando oder H&M taugen in diesen Fällen vielleicht besser als Gespräche über alles andere.

Wie ging es weiter?

Am Tag des Dates – bzw. in der Nacht – kam von ihr keine Nachricht mehr. Nun, sie habe ich ja gut nach Hause gebracht. Und ich? Ja, ich bin auch gut nach Hause gekommen. Danke der Nachfrage. Oder eben nicht.
Jedenfalls hatte sie mich in dieser Nacht nicht mehr angeschrieben. Sie interessierte es vermutlich nicht, ob ich trotz Müdigkeit auch noch gut zu Hause angekommen bin oder aber sie hat so viel Urvertrauen zu mir, dass sie wusste, dass ich gut zu Hause angekommen sein werden würde. Was für ein Deutsch.

Ich tat es ihr gleich. Keine Nachricht. Erstmal. Man muss das respektieren, wenn eine Frau sagt „Oh. Ich bin ehrlich gesagt noch gar nicht so weit.“, dachte ich mir an der Stelle. Also trete ich einen Schritt zurück. Aufdringlich zu sein, ist nicht meins.

Und am nächsten Morgen?
Normalerweise hatten wir uns in der Früh und am Abend immer kurz eine Nachricht geschickt. All die Tage zuvor. Wie gesagt, alles war seit dem Date anders.

Also schrieb ich sie in der Früh an, warum auch nicht. Ja, ich zuerst. Was solls. Mir ist dieses Warten-Gelasse zu albern. Es kam eine kurze Antwort zurück. Keine Anzeichen oder Anstalten von ihr noch weiter Nachrichten austauschen zu wollen oder sonst etwas. Passt, dachte ich mir. Dann weiß ich Bescheid.

Was sagt Herr van Onnetuschn dazu?

Am Abend traf ich mich mit meinem besten Freund, meinen Lesern hier auch bekannt als Herr van Onnetuschn. Und wir saßen in einer Bar. Natürlich war Fr. Tinder ein Thema des Abends. Er verstand das alles auch nicht. So viele Telefonate. So viel Interesse, offensichtlich beiderseits. Und dann funkte es „mal wieder“ nicht. Er sagte zu mir, dass ich noch etwas warten soll. So nach dem Motto, „die Flinte nicht zu schnell ins Korn zu werfen“.

Lieber Herr van Onnetuschn, mein Freund, welche Flinte? Welches Korn denn?

Dazu muss ich sagen, dass es mir tatsächlich egal war, ob bei der Geschichte etwas heraus kommt oder nicht. Gleichgültigkeit auf emotionaler Ebene bezüglich dem einzelnen (!) Ergebnis hat meine Euphorie im Projekt Beziehung längst ersetzt. Es ist mir nur erst in den letzten Wochen zunehmend klar geworden. Das ist nicht schlimm, aus meiner Sicht nicht. Es ist nicht negativ gemeint, auch nicht positiv. Es ist wie es ist. Wichtig ist für mich nur die Erkenntnis: „Wenn es passen soll, dann wird es passen“.
Egal ist es mir also wirklich nicht in negativer Hinsicht! Es ist viel mehr die sichere Erkenntnis, dass der Weg wichtig ist. Und der führt nur über mich selbst. Ein einzelnes Ereignis ist nicht wichtig, besonders wenn es von außen kommt. Ich bin nämlich auch keine Aneinanderreihung von einzelnen Ereignissen, sondern ein großes Ganzes. Ein ganzes Menschenleben. Ein großes ganzes Menschenleben. Wie jeder von uns. Nur am Bewusstsein darüber mangelt es meistens und den Meisten.
Wir neigen dazu einzelne Ereignisse zu übergewichten. Und deshalb schaukelt es uns von links nach rechts, ständig wenn es etwas „Unerwartetes“ passiert. Erwarte nichts, dann schaukelt auch nichts, dann passiert auch nichts „Unerwartetes“, dann ist Dir auch „egal“ was unterwegs passiert. Ein herrliches Gefühl der Freiheit macht sich gerade in mir breit, da ich diese Zeilen schreibe.

Und so sagte ich zu ihm an diesem Abend: „Sieh mal, gestern Nacht hat sie mir nicht mehr geschrieben, anders als sonst. Heute Morgen hat sie mir kurz und knapp geantwortet. Seither nicht mehr. Heute Nacht auch nicht. Auch anders als sonst. Wenn diese Frau tatsächlich Interesse an mir hätte, wirkliches Interesse, dann würde sie mich doch mit Nachrichten, Telefonaten oder sonst etwas bombardieren. Zumindest wenn der Funke wirklich übergesprungen wäre.“

Herr van Onnetuschn schwieg.

Und ich fuhr fort, „Sieh nochmal, das ist unser bisheriger Whatsapp-Chat.“, ich machte zwei Klicks und gelöscht war er. Und weiter sprach ich zu ihm, „und schau, das ist ihr Kontakt in meinem Handy.“. Erneut zweimal aufs Display gedrückt und auch da war Fr. Tinder gelöscht.

Er sagte etwas überrascht, wobei er mich kennt wie kein zweiter auf dieser Welt:
„Meinst Du nicht, dass das ein bisschen zu früh ist?“

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Das ist Freiheit in meinem Leben. Ich definiere Freiheit für mich heute völlig anders als früher. Freiheit ist für mich eine Mischung aus innerer Frieden und äußerer und innerer (körperlicher und Gedanken-)Freiheit.

Ich sagte zu ihm: „Wenn sie wirklich möchte, dann kann sie sich melden.“
Und innerlich dachte ich mir: „Ich habe keinen Kontrollzwang. Wenn sie möchte ist gut, wenn nicht, ist auch gut.“
Es liegt nun in ihrer Hand.
Kontrolle nicht (!) zu haben, ist ein schönes Gefühl. Es befreit. Es nimmt einem die Last und die Gedanken von vielem.
„Lass ruhig die Anderen mal machen“, denke ich mir inzwischen und kann mich daran gut gewöhnen.

Normal will man(n und oft besonders auch Frau!) Kontrolle. Hat man keine Kontrolle, fühlt es sich „schlecht“ an. Man fühlt sich schlecht. Warum?
Es ist doch heute genau umgekehrt für mich an vielen Stellen des Lebens, jedenfalls in Bezug auf andere Menschen! Wozu etwas kontrollieren? Habe ich Kontrolle, dann habe ich etwas zu verlieren, die Kontrolle selbst. Und das ist für die meisten Menschen ein Problem. Verlustangst. Kontrollverlustangst.
Kein Ego, keine Kontrolle. Kein Problem.

Und so endet eine so hoffnungsvolle Geschichte tragisch?

Am nächsten Tag, ich weiß nicht mehr wann, schrieb mich eine unbekannte Nummer über Whatsapp an. Wie mein Tag bisher verlaufen sei und warum ich kein Profilbild mehr in meinem Whatsapp-Profil hätte…

Sieht so aus, als wenn…
Ja, Du vermutest richtig… 🙂

Fortsetzung folgt. Liebe Leser, und wieder einmal… Geduld bis zum nächsten Artikel. Auch wenn das Date-Review mit diesem Dreiteiler zu Ende gegangen ist… so ist es nicht das Ende der Geschichte mit Fr. Tinder. Es bleibt spannend.