Was bisher geschah… Fr. Tinder und ich – Teil 4 von 3

Jetzt ist es Sonntag, 20:32 Uhr, und ich fange an diesen Artikel zu schreiben. Teil 4 von 3. Klingt merkwürdig, ein vierter Teil von einem Dreiteiler. Wenn dieser Artikel aber erscheint, wird Feiertag sein, der Tag der Arbeit. Den vierten Teil gibt es einfach noch kurz angefügt, so viel ist nämlich nicht passiert, dass es eine neue Serie zu Fr. Tinder und mir rechtfertigen würde. Also gibt es eine kleine Fortsetzung der bestehenden Story, mit einem fulminanten Ausgang. Fasten your seatbelts please, schnallen Sie sich an bitte.

Die Rückkehr von Fr. Tinder

Fr. Tinder war zuletzt nach ihrer 14-tägigen Reise wieder bei mir zu Hause, vier Tage lang. Während der Zeit musste ich an den meisten Tagen arbeiten, so dass wir uns meist abends nach meiner Arbeit trafen und anschließend zu mir fuhren. Morgens verließen wir immer gemeinsam das Haus. Sie ging ihren Dingen nach und ich meiner Arbeit. Am Telefon fragte sie mich vor ihrer ersten Ankunft: „Kann ich meine Yoga-Matte mitbringen? Ich hab zwei, dann kann ich eine bei Dir lassen zum Yoga machen.“ Was es damit aufsicht hat, darauf kommen wir später noch zurück.

Und bereits nach wenigen Stunden war es wieder da. Dieses Gefühl. Dieses Gefühl, das ich in den letzten drei Artikeln über sie auch schon beschrieb. Irgend etwas stimmte nicht, grundsätzlich nicht. Es fühlte sich nicht leicht an, nicht frei. Zwischenzeitlich konnte es immer wieder sehr liebevoll und harmonisch sein, allerdings stellte ich zunehmend fest, dass dies immer dann der Fall war, wenn es nicht um uns beide und unsere zwischenmenschliche Situation zueinander ging. In sachlichen Themen konnten wir verständnisvoll und bereichernd miteinander sprechen. In emotionalen Themen hingegen kam kaum mehr rechtes Verständnis auf.

Und nach zwei oder drei Tagen stellte sich ein Gefühl in mir ein, das mir sagte: „Puh. Ist das anstrengend mit ihr.“ Warum?
Fr. Tinder läuft nicht ganz rund. Sie sieht Probleme in der Bewältigung ihrer Vergangenheit, vermutlich (mindestens auch) in Bezug auf ihre gescheiterte Ehe. Ehe? Ja, Ehe. Das hab ich hier nie thematisiert, weil es für mich nicht so wichtig ist. Jedem Menschen begegne ich möglichst frei, es gibt schon genug äußerliche „Filter“, die ich an den Tag lege. Gewollt oder ungewollt. Das geht jedem von uns so. Optik und solche Dinge. Aber ob nun jemand viel Geld verdient oder wenig, oder gebildet ist oder nicht, oder verheiratet war oder ist oder nicht… was solls. „Erstmal eine Chance geben“, lautet da ganz meine Devise.

Zurück zu ihren Problemen, bzw. denen, die sie sich (selbst) macht. Sie sieht viele existentielle Fragezeichen am Horizont, Jobsituation, Familiensituation der Verwandten, Wohnungssituation. Dies und das. Und dann fühlt sie sich in Deutschland nicht so wohl wie dort, wo sie zuletzt eine Zeit lang im Ausland lebte. Dort, wo sie zuletzt 14 Tage „Urlaub“ machte. Aber irgendwie sei Deutschland doch für sie besser, weil alles geordneter sei.

Auch bei mir sei das so, sie fühle sich in meiner Nähe aufgeräumt. Alles sei so klar und so strukturiert, das gebe ihr Sicherheit und halt. Andererseits fühle sie sich aber auch nicht so frei wie in einer eigenen Wohnung.
Hm, relativ logisch, wie ich finde. Eigene vier Wände sind eigene vier Wände, andere vier Wände sind andere vier Wände. Deshalb sollte das Ziel sein beides bestmöglich zu verschmelzen. Will aus meiner Sicht heißen: Die jeweils anderen vier Wände mittel- bis langfristig zu den gemeinsamen vier Wänden zu machen.
Aber halt, nicht so schnell. Der Reihe nach.

Fleißig oder unfleißig, das ist hier die Frage

Ich bemerkte über die Tage wieder, dass ich mich zu Hause mehr einbrachte als sie. Darauf habe ich keine Lust (mehr). Also sprach ich auch das klar an. Sie sah das völlig anders. Was mir wiederum klar war. Und so diskutierten wir mehr über unsere unterschiedlichen Ansichten, anstatt zu einem gemeinsamen Ergebnis zu kommen. Worauf ich an sich gar keine große Lust habe. Weil… ich da eine klare Meinung vertrete, und die teilte ich ihr auch mit: „Sieh mal, wenn es wirklich passt zwischen zwei Menschen, dann müssen sie sich nicht darüber unterhalten wer nun mehr oder weniger tut und ob der eine nun zwei mal abgespült hat und der andere aber dafür zwei mal öfter das Bett gemacht hat. Es passt dann einfach.“

Nur wenn es eben mal nicht passt, dann spreche ich das klar an. Besonders wenn der eine der beiden Personen arbeitet und studiert und die andere Person nicht arbeitet und auch nicht studiert. Einer hat also nicht nur für die „restliche Freizeit“ Zeit und eine schon.
Und so ging es an einem Abend auch wieder um das Thema Playstation spielen oder nicht. An zweiten Tag, an dem ich kurz mit Herr van Onnetuschn Fifa spielen wollte, ging wieder eine Diskussion los. Warum das wieder mal sein müsse, wenn sie da sei. Woraufhin ich ihr erklärte: „Du warst auch gestern da und ich habe nicht gespielt. Du wirst morgen und übermorgen vermutlich auch da sein und da werde ich wahrscheinlich nicht spielen. Was ist der Unterschied zwischen heute oder morgen oder übermorgen?“

Und so stellte ich mir nicht nur selbst die Frage: „Worüber reden wir hier eigentlich???“

Ich gönne ihr das doch immer, wenn sie sich auch mal 30 Minuten für sich selbst Zeit nehmen möchte. Ich spiele nicht 5 Stunden, sondern vielleicht 30 oder 40 Minuten.

Wehret den Anfängen

Vorsicht liebe Männer, am Anfang werden die Weichen gestellt!

Natürlich gehe ich mit diesen Dingen hier schon sehr ins Detail, mir geht es dabei in meinen Erlebniserzählungen nicht um einen Selbstzweck, sondern darum darzustellen über was für einen Käse man allen ernstes diskutieren muss. Vor Fr. Tinder war die Klette. Sie hatte ähnliche Anzeichen und Anstalten der „Vereinnahmung“ getätigt, anders zwar, aber auch. Das ist mal ein eigener Artikel wert, das Thema „Wie eine Frau still und heimlich versucht Besitz über Dich zu ergreifen.“ Vielleicht sollte ich den als schlaue Selbsthilfe-Anleitung im Stile von „5 wichtige Tipps, um sich nicht beherrschen zu lassen“ veröffentlichen.

Stoff hätte ich genug!

Und so drehte ich den Spieß um und sagte: „Was ich stattdessen echt toll von Dir fände, wäre wenn Du mir auch mal eine Auszeit gönnen und mich fragen würdest, ob Du in der Zwischenzeit etwas tolles für uns oder für mich tun könntest. Vielleicht etwas im Haushalt oder etwas kochen oder oder oder.“

Rumps, der hat gesessen. Bei ihr. Wie ich gemerkt habe.

Genug ist genug. Es ist meine Wohnung und ich hatte sie immer gerne bei mir, auch wenn es stets sehr anstrengend war. Aber irgendwann – zwischen sie abholen und hier oder dort hin bringen – ist es auch mal Zeit selbige für sich zu nehmen. Besonders wenn es nur 30 Minuten in einer Woche sind. Darüber soll man allen ernstes diskutieren? Wo doch eigentlich/angeblich sonst so gravierende Probleme in ihrem Leben existieren. Job. Arbeit. Wohnung. Familie. Ehemalige Beziehung. Und was weiß ich noch alles. Wie ich immer sage: Es ist immer irgendwas!
Das alles gegen 30 Minuten Playstation spielen gegenübergestellt…?!

Ich bin auch noch immer sehr verletzt in Bezug auf meine Vergangenheit. Aber ich ziehe niemanden runter. Im Gegenteil. Ich bot ihr nicht nur meine Hilfe an, sondern ich half ihr zwischendurch auch. Aber ich habe auch keine Lust mein Leben durch Negativität in der Lebensqualität zu senken. Und auch ein Energiefresser ist nicht mein liebstes Haustier. Also hab ich für mich beschlossen Negativenergiefresser zu meiden. Ein schönes Wort. Negativenergiefresser. Gibts auch Positivenergiefresser? Sicher. Geh mal eine Runde joggen.

Als ich sie Samstag nach Hause gefahren habe, war wieder so eine insgesamt etwas genervt wirkende Stimmung im Raum. Gerne fuhr ich sie, nachdem sie mich darum bat. Auch wenn es mit den Öffentlichen recht einfach wäre. Solche Dinge sind mir aber egal, ich mache das wirklich gerne. Schließlich gönnt sie mir es ja auch, wenn ich Fifa auf der Playstation spielen möchte, oder? 😉
Sie sprach sich zwar in den Tagen öfter aus und teilte mir ein paar mal mit, dass ich sie nicht verstehen würde, geholfen hat es uns jedoch nichts. Einige der Dinge, die sie vortrug, zeigten mir, dass sie meine Intention hinter manchen Dingen oftmals doch nicht so verstand wie ich sie positiv beabsichtigt hatte. Verständnis auf Sparflamme, sozusagen. Außerdem komme sie mit meiner ironischen Art nicht so klar. Zur Zeit, wo es ihr nicht so gut gehe, sei ihr nicht immer nach lachen zumute.
Okay, dann gehe ich damit eben in den Keller. Aber schade, dachte ich mir. Das war es doch gerade am Anfang, was ich toll an ihr fand. Ihren Humor und ihre Fähigkeit meinen Humor mitzutragen. Hm, okay.

Kein Lebenszeichen ist auch eine Botschaft

Und so verabschiedeten wir uns Samstag kurz und knapp vor ihrer Wohnung. Ich fuhr davon, zu meinen Eltern. Dort blieb ich über Nacht. Und den gesamten Samstag kam keine Nachricht. Mein Anrufversuch in der Nacht blieb erfolglos und unbeantwortet. Komisch fand ich es nicht, auch wenn es sonst immer anders war.

Gestern fuhr ich von meinen Eltern zurück im Auto. Und mein Display im Tacho zeigte einen Anruf von ihr. Also nahm ich auf der linken Spur der Autobahn das Telefonat an, drosselte etwas die Geschwindigkeit und fuhr auf die rechte Spur. Ob ich denn gerade telefonieren könne, fragte sie mich. „Klar“, sagte ich, „wie immer kann ich beim Fahren ganz in Ruhe telefonieren“.

Sie: „Ich habe nachgedacht, der Umgang zwischen uns tut mir nicht so gut. Irgendwie verstehen wir uns nicht so gut wie ich dachte. […]“

Ich kürze das hier etwas ab. Sie sprach noch drei oder vier Sätze mehr. Mich hingegen hat es nicht dazu hingerissen viel zu sagen. Ich fragte nur: „Du hast noch eine Kleinigkeit bei mir auf dem Wohnzimmertisch liegen, schick mir eine Adresse, ich schick es Dir dann zu. Alles Gute für Dich für die Zukunft.“

Ich merkte, dass sie damit nicht gerechnet hatte. Sie diskutierte bisher immer sehr gerne und sehr viel. Mir war nicht mehr nach diskutieren. Aber ich bemerkte auch, dass sie das aus dem Konzept brachte. Damit hatte sie nicht gerechnet, dass ich so kurz und knapp darauf reagieren würde.

Sie hatte aber auch nicht damit gerechnet, dass ich sehr aufmerksam war. Tags zuvor. Sie hatte alle ihre restlichen Sachen, auch ihre Yoga-Matte, wieder eingepackt und mit nach Hause genommen. Mir war klar was das zu bedeuten hatte. Ich war gedanklich längst darauf vorbereitet.

Und so ist heute der Tag der Arbeit. Für die Rechte der Arbeiter. In der Hinsicht sehe ich mich echt als Arbeiter. Wieder daygamen und clubgamen gehen, wieder von Bar zu Bar ziehen. Wieder Gas geben. Wieder Körbe kassieren, wieder Daten. Wieder ganz der Arbeiter sein.

Ein guter Anlass für mich, ich nehme das als Wink mit dem Zaunpfahl. Oder doch mit dem ganzen Zaun… auch weiterhin meine Rechte einzufordern. Ganz wie es der Feiertag auch für die Arbeiter vorgesehen hat. Das Projekt Beziehung bleibt also ein hartes Stück Arbeit für einen inzwischen abgehärteten Arbeiter. Malocher.

Was bleibt in mir zurück?

Ich fühle mich wieder frei. Keine negativen Schwingungen mehr. Keiner mehr neben mir, der mit seinem eigenen Leben nicht klar kommt und – rein aus meiner Sicht – deshalb Fehler bei anderen sucht. Keine Ahnung ob ich mit meiner subjektiven Sicht Recht habe oder nicht. Darum geht es gar nicht. Recht haben ist uninteressant. Aber es ist meine Sicht der Dinge und die zählt. Ihre zählt für sie. Meine für mich. Und wenn ich mich unwohl fühle, dann ist es gut für mich, wenn ich aktiv etwas tue um wieder ins Grüne zu kommen.

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Menschlich ist das schon schade. Ich weiß nämlich, dass sie unter anderen Umständen eine tolle Frau sein würde. Vielleicht auch für mich. Mindestens aber für jemand anderen. Ich würde vermuten, dass sie ähnliche Erfahrungen wie nun mit mir auch schon gemacht hat, bzw. mit dem nächsten Mann erneut machen wird. Ein bisschen wie in einem Kreislauf. Solange… ja solange sie nicht aus dem Strudel heraus kommt. Raus aus der Opferrolle. Das wünsche ich ihr. Und bis zu ihrem Telefonat hab ich auch versucht das bestmögliche beizutragen. Aber ich bin nicht ihr Psychiater, erst recht nicht in so einer frühen Phase. Über meine „Probleme“ bzw. Verganganheit habe ich nie etwas erzählt. Warum auch. Es sind nicht ihre Sorgen. Sie hat dafür keine Verantwortung zu tragen, also verschone ich sie damit. So denke ich in dieser Frage.

Menschlich ist es schon schade, dass es zwischen uns maximal für eine kleine Frühlingsromanze reichen sollte. Glücklich und frei zu sein (egal ob mit oder ohne Beziehung) ist aber auf Dauer wichtiger, als einem Menschen noch vor Beginn einer Beziehung beim Gesunden zu helfen und die eigenen Interessen auf Dauer zurück zu stecken.

Und deshalb ist die Story mit Teil 4 von mir auch gut zu Ende geführt. Ohne sie in die Länge zu ziehen. Das hab ich ja mit dem „Schluss-mach-Telefonat“ von ihr so gelernt, am Ende eines Kapitels einfach etwas kurz anzufügen, fertig. Ob nun zwischen zwei Menschen oder bei einem Artikel. Ein kurzes „tschüss!“.

Sachen packen, weiterziehen. Wie immer. Ganz der lonesome rider. Kein Happy-End, auch wenn ihr mir das alle so gewünscht habt. Danke Euch wirklich!
Seht es bitte positiv, es bleibt auf diese Art hier auch weiterhin spannend…

Auf eine Art ist es dennoch ein Happy-End: Ich habe mich wieder. Danke Pickup, für die Kraft, die Du mir inzwischen gibst. Die Kraft, machen zu können was ich für richtig erachte. Aussprechen zu können, was ich denke. Wievielen Menschen da draußen geht es ganz anders? Wieviele Menschen müssen sich täglich ducken, müssen ertragen und „dürfen“ etwas in einer Beziehung nicht tun, was total objektiv betrachtet „völlig in Ordnung“ wäre?

PS: Ich sehe gerade auf die Uhr. Der Artikel hat fast eineinhalb Stunden verschlungen. Die Zeit ist es mir wert. Wert um dadurch auch innerlich loszulassen. Einen lieben, aber leider aus meiner Sicht nicht freien, Menschen. Dafür bin ich es nun wieder. Frei. Auch auf diese Art frei. Anders sowieso längst. Playstation hatte ich an dem oben genannten Tag übrigens trotzdem noch gespielt. Alles hat seine Grenzen. Und die endet inzwischen spätestens bei einer Einschränkung meiner Freiheit.

PPS: Ab 22. April bin ich nach einer mehrwöchigen Approach-Abstinenz wieder nebenher bei passender Gelegenheit aktiv geworden. Bis vorgestern Nacht stand es 7 zu 0. Bis gestern Nacht 8 zu 1. Das ist meine passende Reaktion auf das Ende mit Fr. Tinder. Und dieses PPS kann ich erst heute – Montag, also am Tag nach Beginn der Erstellung dieses Artikels – ergänzen.
Es war gestern wieder so weit, so einer dieser Rockstar-Momente… Darüber werde ich diese Woche noch berichten.
(Für alle neuen Leser: 7 zu 0 bedeutet nach meiner Zählart => 7 Frauen angesprochen, 0 Telefonnummern bekommen, macht 7 exklusive Körbe, nur für mich. 8 zu 1 bedeutet => 8 Frauen angesprochen, 1 Telefonnummer bekommen.)

Letztes Wochenziel erreicht oder verfehlt? Der Schlaf…

Am 13.02.2017 schrieb ich im Artikel Für diese Woche (KW 07/2017) gibt es nur ein Ziel, dass die Woche im Zeichen des Schlafes stehen würde.

8 Stunden Schlaf aus Prinzip!

„Im Zeichen des Schlafes“ heißt in diesem Sinne, dass mein Schlaf-Tagesziel bei mindestens 8 satten Stunden liegen sollte.
Ein Ziel festlegen? Das ist ja einfach! Die Frage ist also nur noch, ob ich dieses Ziel für letzte Woche eingehalten und somit erreicht habe. Oder nicht?

Um es vorweg zu nehmen: Nein. Aber ein bisschen auch ja. An fünf von sieben Tagen habe ich es geschafft. An zwei Tagen nicht. Zu lange war ich an den beiden Nächten wieder mal am Laptop gesessen, habe telefoniert oder allerlei anderen Unsinn veranstaltet.

Das klingt im ersten Schritt gar nicht so spektakulär. „Ja gut, hat er halt nicht so viel Schlaf gehabt, was will er uns damit sagen?“, würde in einem Hollywood-Streifen jetzt eine Stimme aus dem Off sprechen. Es geht mir mit diesem Artikel gar nicht mal nur um mich. Acht volle Stunden Schlaf sollte jeder Mensch haben, ein Drittel des Tages. Klingt vernünftig, oder? Null Komma Periode drei des Tages.

Manche Menschen schaffen nicht mal vier oder fünf

Mir ging das zwischenzeitlich auch mal sehr lange so. Tja, die lieben Frauen halt. „Bringen einen um den verdienten Schlaf“, könnte ich klagen. Depression, trifft es eher. Tat ich eine Zeit lang auch, mich darüber zu beklagen, dass mir Andere den Schlaf rauben. Heute klage ich nicht mehr. Heute weiß ich, dass ich selbst Schuld war und wieder bin, sobald ich es erneut zulassen würde.
Inzwischen kann ich wieder ganz gut schlafen, auch wenn mich alte Erinnerungen von Zeit zu Zeit einholen. Einstweilen ist mein Fokus des Schlafes jedoch auch ein anderer. Und um den sollte es im Leben immer gehen! Bei jedem Menschen. Der gesundheitliche Aspekt sollte stets an erster Stelle stehen! Viele Jahre sah ich den Schlaf als eine lästige Pflicht. „Man muss eben schlafen, damit man am nächsten Tag nicht müde ist“, war mein Denken.

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Viele Menschen leider unter Schlafmangel, aus den diversesten Gründen. Darauf möchte ich gar nicht näher eingehen. Das kann so unterschiedliche Ursachen haben, teils körperlich bedingt und teils psychisch bedingt. Es soll hier nicht um den physiologischen Abriss gehen, nichts über irgendwelche REM-Phasen, Melatonin rauf oder Serotonin runter. Wenn das jemanden interessiert, dann kann er Medizin studieren und Bücher auswendig lernen. Mir geht es stattdessen nur um den eigenen Fokus. Der mentale Aspekt! Ich hab einfach den Eindruck gewonnen, dass Schlaf im Leben der meisten Menschen nicht den verdienten Stellenwert einnimmt.

Inzwischen weiß ich, dass der Schlaf zum Wachsein gehört wie das richtige Besteck zum Auslöffeln einer Suppe. Und zwar nicht nur der, die man sich selbst zuvor eingebrockt hat. Nein, generell. Es ist wie mit Ying und Yang. Ohne gesunde Wachphase gibt es keine gesunde Schlafphase, und umgekehrt.

Aber wieviel bist Du Dir selbst wert?

Schlaf regeneriert beschädigte Körperzellen. So wie ein Muskel auch nur in der Regeneratiosphase wachsen kann und nicht bei Belastung während dem Sport. Das ist auch so ein Irrglaube. Hört man auch oft: „Ich trainiere heute hart, dann wächst mein Muskel mehr!“ Richtig wäre: „Ich trainiere heute hart, danach wächst mein Muskel mehr!“

Klingt nach einer Feinheit, diese Unterscheidung. Sie ist aber essentiell. Nicht hinsichtlich dem Verständnis für seine Auswirkung, sondern um sich selbst zu verstehen und sich den eigenen Umgang mit der körperlichen Ruhephase bewusster zu machen.

Auch wenn die Gründe für nicht guten oder nicht ausreichenden Schlaf bei jedem Mensch unterschiedlich sein mögen, so sehr sollte im eigenen Leben der Stellenwert des Schlafes einen ebenso hohen wie die Wachseinsphase einnehmen. Um nicht zu sagen: Mindestens!

Ich betrachte das ein wenig wie den Akku meines Smartphones. Hierbei ist jedem Menschen klar, dass man zunächst laden muss, um danach davon zehren zu können.
Und wie machen wir das beim Schlaf? Da wird gezehrt und gezehrt. Montag bis Freitag wird jeden Abend spät ins Bett gegangen und dann „kommt schon noch das Wochenende“. In der Realität hält das Wochenende oft jedoch auch nicht zum Schlafen her, sondern als Rechtfertigung doch einfach später ins Bett gehen zu können, „morgen kann ich ja dann ausschlafen!“.

Ich kann sagen, dass ich mich letzte Woche deutlich weniger müde gefühlt habe. Zumindest im Tagesdurchschnitt. Es ist nichts, das man sofort als ein Extrem wahrnimmt. Zu wenig Schlaf äußert sich zwar brachial durch alles überragende Müdigkeit. Ausreichend Schlaf hingegen macht sich nicht umgekehrt ebenso deutlich bemerkbar durch exorbitante Leistungsfähigkeit und Leistungssteigerung. Der Mehrwert ist nur sanft spürbar. Doch bin ich absolut davon überzeugt, dass man viele Probleme im Alltag nicht hätte, wenn man ausgeschlafen wäre. Weniger Gereiztheit, klarerer Verstand. Dazu muss man nur mal in sich hinein horchen. Aufmerksam sein, mit sich selbst. Zu sich selbst. Und man wird jederzeit spüren können, ob man genügend Schlaf hatte. Unabhängig dessen was einem der Wecker sagt, ein großer Unterschied!

Die Stimme aus dem Off!

Übrigens: Ich liebe Filme mit Stimmen aus dem Off. Denn die wahren Gedanken eines Menschen können sich so sehr von dem Gesagten unterscheiden. Mehr Schein als Sein, ist das beherrschende Thema des üblichen Alltags aller Menschen. Auch wenn es nur ein Film sein mag, so ist es ein großer Unterschied, ob ich die Gedanken des Protagonisten wahrnehme oder lediglich dessen Gespräche. Letztlich sind es die Gedanken des Regisseurs bzw. des Drehbuchautors, aber darum geht es gar nicht. Es geht um die Gedanken dahinter, die Gedanken hinter dem Gesagten.

Gestern Abend habe ich einen Film fertig gesehen (ja, bin ein Etappenschauer!), bei dem mehr aus dem Off gesprochen wird als sonst während des restlichen Films. Der Hauptdarsteller spricht in seiner Rolle fast gar nicht. Sehr wortkarg, der Typ. Dafür lässt er an seinen Gedanken umso mehr teilhaben, aus dem Off. Gefühlt in fast jeder Szene.

Welcher Film das ist? Wird noch nicht verraten! Aber es wird dazu hier noch ein Film-Review kommen. Ich habe gestern erst die letzten 30 Minuten des Films gesehen, und ich kann sagen: Mega gut! Prädikat: Außergewöhnlich! Und das, obwohl er ziemlich unbekannt ist.
Nur soviel sei vorab verraten: Er passt thematisch in diesen Blog wie die Faust aufs Auge.

Nur eines hat mich nicht verwundert: So sehr ich den Film auch mitreißend und vor allem sogar inspirierend fand, die Klette ist am Wochenende neben mir dabei weggenickt. Und so schließt sich der Kreis thematisch. Stimmen aus dem Off und der Schlaf.

200!!! Ein echter Zufall!

Was für ein Zufall! 200!!!

Dieser Blog erblickte das Licht der Welt am 31.07.2016.
Heute ist der 17.02.2017.

Ich hätte mit dem Zeigefinger am Wandkalender alle Tage einzeln Revue passieren lassen und durchzählen können. Über den letzten Sommer, hinein in den Herbst und weiter bis jetzt in den zum Glück inzwischen nicht mehr nur eiskalten Winter. Und mein Wandkalender, oder viel mehr meine Zählkunst, hätte mir verraten, dass dieser Blog heute 200 Tage alt geworden ist. Rekord. Heute. Tadaaaaa!

Und jetzt kommt der echte Hit!
Meine Administrationsoberfläche in WordPress verrät mir natürlich ebenso etwas. Und zwar sagt sie mir, dass dies der 200. Artikel ist! Tadaaaa!

200 Artikel in 200 Tagen!?
Unglaublich! Verrückt! Wahnsinn! Total durchgeknallt! Absolut irre!

Während Jules Verne in 80 Tagen einmal um die Erde rum ist, hab ich das jetzt schon 2,5 mal geschafft! Nebenbei überholt. Auf der linken Spur sozusagen. Gaspedal durchgedrückt und BRRRRRR mit donnernd vibrierendem Auspuffrohr vorbei. Sorry Jules!
Ich hab Dich nie kennen gelernt. Dafür bist Du 112 Jahre zu früh gestorben oder anders gesagt, ich lebe 112 Jahre zu spät für Dich. Da Du aber Franzose warst, wäre es mit der Verständigung kompliziert geworden.

Französisch hatte ich mal freiwillig im Nachmittagsunterricht in der Schule. Das ist schon eine Zeit lang her. Gemerkt hab ich mir gar nichts davon. Vielleicht lag es auch an der alten Französisch-Lehrerin, die war didaktisch so mega schlecht wie das Kratzen der Kreide an einer alten rauhen Tafel. Pfui. Rote Karte.

Nichts gegen das Alter eines Menschen, ganz im Gegenteil. Ich stehe auf Gespräche und den Umgang mit älteren Menschen, deren Sicht auf die Dinge ist in aller Regel weit weniger ich-bezogen.
Bei der besagten Lehrerin ist es jedoch so, dass ich empfohlen hätte sie vorzeitig in den Ruhestand zu schicken. Ihr hat das Alter zwar nicht geschadet, würde ich behaupten, aber geholfen hat es ihr auch nichts. Und das ist tragisch.
Da gibts einen Spruch, den hab ich von meinem Papa, der passt gut zu solchen Situationen: „Dumm geboren und nichts dazu gelernt!“
Wenn das Alter einem Menschen schon nichts bringt, was denn dann? Wenn das Letzte, das niemand aufhalten kann, – Zeit – im Leben eines Menschen auch noch obsolet wird, weil es ihm einfach nichts bringt, die letzte Bastion sozusagen auch noch gefallen ist, dann… ja dann…?

Okay, jetzt aber schnell wieder die Kurve kriegen, vom düster neblig deprimierten Endzeit-Gefühl zum leicht verdaulichen Humor. Apocalypse not now anymore.
Wenn ich damals schon der heutige Dieter Bohlen gewesen wäre, dann hätte ich im Unterricht bei ihr auf den roten Buzzer gedrückt. MÄÄÄÄÄÄP!

Französisch klingt zwar toll, aber ich empfand es als Zumutung diese Sprache zu lernen. Nicht falsch verstehen, nichts gegen die Sprache. Sie ist schön. Sie ist nur wahnsinnig kompliziert. Das ist der Grund, warum ich froh bin mit Deutsch aufgewachsen zu sein. Deutsch ist – glaube ich – ähnlich schwer. Anders ähnlich schwer. Als Ausländer Deutsch zu lernen muss auch eine Zumutung sein. Egal ob freudig oder nicht. Zumutung bleibt Zumutung. 🙂

200 Artikel in Deutsch!
Könnte ich Französisch, hätte ich auch mal einen in Französisch rausgehauen. Kann ja noch kommen.

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Englisch ist herrlich einfach dagegen. Italienisch ist auch noch verhältnismäßig einfach. Aber Französisch…
Ich hatte aber auch noch nie eine französische Freundin, vielleicht würde ich das dann anders sehen…? Ganz sicher würde ich das dann ganz anders sehen! 😉

Von Jules Verne habe ich noch nie etwas gelesen. Am Rande jedoch mit halb offenem Auge mitbekommen, dass er da ein paar Meisterwerke für sich verbuchen kann. Aber für Romane hatte ich auch noch nie viel über. Das kommt erst im Alter wahrscheinlich…? Wenn man bis dahin als junger Rebell erkannt hat, dass alles Wissen und Verstehen auch nicht viel am großen Ganzen ändert. Dann kann man Romane lesen. Nein, das ist nicht pessimistisch gemeint, sondern real.200 Artikel in 200 Tagen. An ein paar vereinzelten Tagen gab es auch mal keinen Beitrag von mir, aufgrund Krankheit. Dafür hatte ich insgesamt über die Zeit auch sehr vereinzelt mal zwei Artikel an einem Tag veröffentlicht. Ein schöner Zufall, der sich da ergeben hat. Manche würden dabei von Wunder sprechen, 200 in 200. So exakt. So punktgenau. So magisch. So einzigartig. 😉Ist das bei 6 Richtigen im Lotto Zufall oder ein Wunder, wenn man derjenige ist, der die Gewinnbenachrichtigung erhält?
Ich will das hier nicht weiter ausführen. Das wäre stattdessen etwas für den Philosophischen Sonntag… *hehe*
Ob es in 400 Tagen dann 400 Artikel sein werden? Ich weiß es nicht. Wie auch. Aber eines kann ich sicher sagen: Mein Projekt Beziehung ging ganz anders los, als es sich bis jetzt entwickelt hat. Die Zielrichtung hat sich bis jetzt nicht verändert. Aber die Sicht auf die Dinge. Und der Weg. Und die Grautöne zwischen Schwarz und Weiß. Wundervoll! Die Zeit hat mir gut getan. Dazu morgen mehr.

Apropos hohes Alter… ich befürchte, dass ich auch im hohen Alter immer noch ein junger Rebell sein werde…! Und immer noch keine Romane mag. Aber bis dahin einen geschrieben haben werde. Vielleicht über einen jungen Rebell, der keine Romane mag.

Meine Cranio-Sacral-Therapie

Gestern sollte es hier schon um den Weg zurück zu mir selbst gehen. Zurück zu meinem Körper. Der Reihe nach.

Cranio was??? Montag. Montag war ich bei einer Physiotherapeutin mit ostheopatischem Ansatz. Und auch heute.
Vor einigen Wochen gingen insgesamt 8 andere Behandlungen bei einem Heilpraktischer zu Ende. Mit Akupunktur und Schröpfen. Die Gespräche mit dem Heilpraktiker taten gut. Die Massagen auch. Aber ein Erfolg stellte sich nicht ein.

Mein rechter Bereich zwischen Nacken und Schulter schmerzt noch immer. Um genau zu sein sogar mehr als je zuvor.

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Sport zu machen ist für mich nach wie vor ausgeschlossen, jedenfalls Fitness. Alles was diesen Muskelbereich beanspruchen würde, bleibt tabu. Und so baut sich mein mühsam antrainierter Adonis-Stahlkörper (*hüstel*) zusehens ab. Was für ein enormer Aufwand zuvor. Was für ein schneller Abbau danach. Immer mitten in die hässliche Visage des harten Schweißtreibens. So ist das Leben. Keiner sagte, dass irgend ein Aufwand sich je lohnen würde. Es gibt keine Garantie. Nicht für ein zusammen bleiben mit dem Partner. Und noch viel weniger für ein gesundes zusammen bleiben mit dem eigenen Körper. Alles ist vergänglich. Alles ist endlich. Manches hält halt länger. Am Ende löst sich jedoch alles gleichermaßen auf. Am Ende kehrt alles zu seinem Ursprung zurück. Dazwischen kann man ein paar Ausrufezeichen und ein paar Marker setzen. Größere und Kleinere, aber das wars.

Und so kann ich es nicht mit meinen Muskelschmerzen nach über 4 Monaten einfach dabei auf sich beruhen lassen. Und hab mit einer Therapie bei der eben besagten Ostheopatin angefangen. Als nächsten Schritt mach meinem Heilpraktiker.

Vor Weihnachten hatte ich meine erste Behandlung. Montag war die zweite. Und in der zweiten Behandlung kam sie recht schnell auf die möglichen Ursachen zu sprechen. Um es kurz zu sagen: Sie sieht die Hauptursache in meinem seelischen und psychischen Zustand. Ich sei vollkommen verspannt und körperlich aus dem Gleichgewicht geraten. Wir unterhielten uns über meine Erlebnisse (ganz unabhängig vom Pickup – das war nicht das Thema), möglichen weiteren Ursachen aus meinem bisherigen Leben und meine gegenwärtige Situation. Sie erklärte mir, dass ich alleine anhand meiner Aussagen und Antworten auf ihre Fragen selbst schon aufzeigen würde, was konkret aus dem Ruder gelaufen sein musste.

Sie sagte: „Bei allem Arbeiten auf ihrer psychischen Ebene, bei allen Bemühungen am Auflösen Ihres bisherigen Ego-Denkens und all Ihrer an sich sehr tollen Arbeit in diesen Bereichen, haben Sie eines völlig vergessen. Ihren Körper mitzunehmen. Ihr Körper ist keine Maschine. Er muss nicht einfach nur funktionieren und für Ihren Verstand oder Ihre Psyche da sein. Ihr Körper ist das Wichtigste, das Sie besitzen.“

Ich spürte ihre offenbar warmen Hände nicht an meinen Füßen unten, während der Behandlung. Als sie ihre Hände an meinem Bauch und Oberkörper einsetzte, spürte ich hingegen eine wohltuende Wärme. Ihrer Aussage nach seien die Hände allerdings auch schon vorher so warm gewesen. Ich würde also meine eigenen Füße tatsächlich nicht mehr richtig spüren. Der Körper sei nicht nur verspannt, sondern völlig vom Weg abgekommen.

Die nächsten Behandlungen wird es daher erstmal um meine ganzheitliche Entspannung gehen. Erst im Anschluss wird man sich um mein eigentliches Problem kümmern. Nämlich meine Muskelschmerzen am Nacken.

Keine guten Aussichten irgendwie. Es stimmt mich seit Montag nachdenklich. Meine Gesamtsituation sowieso schon lange, nun aber spezieller aus körperlicher Sicht. Deshalb bin ich seither auch mental etwas geschafft, kann man sagen. Und das ist noch untertrieben. In der Arbeit verspüre ich keinerlei Antrieb mehr. Dort aber schon lange nicht. Lediglich im persönlichen privaten Bereich fühle ich mich insgesamt auf einem guten Weg, wenn auch die momentane Situation nicht zufriedenstellend ist. Daran arbeite ich aber. Insofern sehe ich meinen Job als Hobby. Und den Rest meines Lebens als Berufung.

Sie gab mir den Ratschlag zu meditieren. Allerdings nicht außen, sondern innen. Keine Gedanken während der Meditation. Keine Beschäftigung mit Problemen. Keine Ideenfindung. Sondern lediglich die Konzentration auf mich selbst. Meine Atmung. Das Spüren meines Körpers. Überhaupt sollte in nächster Zeit nur noch mein Körper im Vordergrund stehen.

Wird nicht leicht. Hoffentlich bringe ich die nötige Stärke auf. Ich geb aber mein Bestes. Versprochen an mich selbst.

Sich selbst Schwäche eingestehen

Für heute hatte ich vor einen Artikel über eine Erkenntnis zum Weg zu mir selbst zu schreiben. Den Artikel verschiebe ich. Vielleicht auf morgen.

Stattdessen geht es mir heute um das Thema Schwäche. Ganz persönliche Schwäche. Ein schwacher Moment. Gedanken der Schwäche. Und teils der Hilflosigkeit.

Dank Pickup weiß ich aber auch, dass es maximal ein kurzes Tal ist. Zumindest die oberflächliche aktue Schwäche. Die tieferliegende chronische Schwäche wird Pickup alleine nicht lösen können. Auch so eine Erkenntnis.

Wie komme ich auf das Thema?
Gestern Abend war so ein Moment. Da war so ein Abend. Ein Abend voller Schwäche. Ein Abend in Melancholie. Gedanken zu früher. Gedanken zu eigener Schuld, besonders aber Schuld einem anderen Menschen gegenüber. Ich habe noch ein paar Sachen aus meiner letzten Beziehung in meiner Wohnung. Immer noch. Nach langer Zeit. Und lang habe ich die Sachen auch einfach bei mir stehen gelassen. Mich nicht mal getraut sie wirklich anzufassen. Bisher nicht. Und gestern ging ich es ganz pragmatisch an. Der Pragmatismus hielt vielleicht für 1 Minute. Spätestens beim Anfassen und Ansehen der alten Gegenstände – ihrer Gegenstände – packte es mich. Ich sah mir die Sachen an und zu jedem einzelnen Gegenstand kamen in mir eine Million Erinnerungen hoch. Zu jedem einzelnen Gegenstand könnte ich wahrscheinlich eine eigene kleine Geschichte erzählen. Und selbst wenn es nur benutzte Taschentücher in einer alter Handtasche sind.

2017-01-10

Unglaublich, dieses Gefühlsbad.

Und das machte mich schwach. So sehr schwach, dass ich minutenlang erstmal nicht in der Lage war klar zu denken. Gehört so etwas hier in den Blog?
Wenn nicht auch das, was dann! Das ist kein Beauty-Blog von Teenager-Mädchen. Und auch nicht für Teenager-Mädchen. Hier ist nicht immer alles total toll. Und es scheint mir auch nicht jeden Tag die Sonne aus dem Allerwertesten. Manche Tage und sogar manche Wochen sind auch echt mal einfach Mist. Um nicht zu sagen… schei**. Gefühlt. Und es gibt hier im Blog keinen Anspruch auf ein Happy-End. Aber einen auf die Wahrheit, meine.

Aber Pickup hilft mir. Dabei mir klar zu werden, dass das nur momentane Situationen sind. Dass es nur eine Phase ist, eine kleine vielleicht. Und sich auch wieder ändern kann. Man lernt seine eigenen Emotionen besser zu kontrollieren oder zumindest besser zu bewerten. Sprichst Du eine Frau an und Du bekommst einen Korb, dann ist das am Anfang zermürbend. Aber gleichermaßen fliegst Du in den Himmel hoch, wenn Du Deine ersten Nummern bekommst und es zu den ersten Dates kommt. Und gleichermaßen haut es Dich vom siebten Himmel zurück auf die Erde. Oder eine Etage tiefer zum Teufel. Jedenfalls immer dann, wenn es mal wieder kurz vor dem Date eine Absage gibt. Oder Madame sich trotz gefühlt tollem Date nicht mehr meldet. Und dieses Gefühlsbad ist es, das man dank Pickup erlernt auszuhalten. Das ständige Erleben und Durchleben desensibilisiert, wie ich schon mal schrieb.

Ich hätte vor Monaten nicht gedacht, dass mir das in allerlei anderen Lebenslagen und -situationen ebenfalls würde helfen können. Doch das tut es. Ich werde mir bewusst, dass meine Erlebnisse von gestern Abend nur eine Momentaufnahme sind. So wie alle anderen Erlebnisse auch. Und dass sie kommen und dass sie gehen. Eckhart Tolle nennt das ein Gewitter. Ein inneres Gewitter. Man nimmt es wahr. Es darf während dem Flug auch Turbulenzen geben. Man nimmt sie nur still wahr und macht sich selbst klar: „Ah, ein Gewitter. Nicht schön. Aber es geht vorbei.“

Dennoch ist man für den Abend schwach. Und sehr nachdenklich. Und ich plädiere dafür, dass man auch mal schwach sein darf. Die ganze Woche bin ich stark, für alles und für jeden. Und dann darf es auch mal einen Abend geben, an dem nichts geht. Mental nichts. Es darf sogar mehr solcher Abende geben. Wir sind Menschen, denke ich mir.

Und alleine als ich gestern Abend schon anfing diesen Text hier zu schreiben, verbesserte sich mein Gemütszustand enorm. Das Schreiben bereichert, indem es befreit. Befreit von Schwächen und Gedanken an früher. Und was wäre wenn. Es ist aber nicht. Was wäre wenn ist kein „es ist wie es ist“. Es ist eine versuchte Ausflucht in ein Realität, die nicht existiert. Dennoch ist man schwach. Man weiß nie wie lange. Und diese Schwäche bedrückt mich innerlich. Das gebe ich zu. Mal sehen wie lange es anhält.

Und sich selbst diese Schwäche einzugestehen finde ich ehrlich gesagt schon einigermaßen stark!
Wenigstens ist es dafür gut genug.

Wie seht Ihr das?

PS: Wenn dieser Artikel online geht, kann es sein, dass ich mich wieder auf den Weg in die Stadt mache. Um zu approachen. Trotz mieser und bedrückter Laune. Aber ich bin mir bewusst, dass ich durch das Tal durch muss. Auch wenn es schon ein verdammt langes Tal ist, durch das ich seit langer Zeit gehe, muss auch ich eines akzeptieren lernen: Es gibt immer wieder mal Rückschläge und jedes Tal hat auch noch kleine Senkungen, die mitunter tiefer sind, als es vom Gipfel oben aussehen mag.
Hoffe meine Wanderschuhe halten noch ein paar Meter…