Was bisher geschah… Fr. Tinder und ich – Teil 2 von 3

Heute gibts Teil 2 zu Was bisher geschah… Fr. Tinder und ich – Teil 1 von 3.

Erst Nähe zu einem Menschen ermöglicht echtes kennenlernen

Erst wenn man einen Menschen doch mal über längere Zeit gesehen und erlebt hat, lernt man ihn wirklich kennen. Es ist mir zu müßig hier über Macken oder sonst etwas Negatives zu Fr. Tinder zu schreiben. Jeder Mensch hat seine guten und schlechten Seiten. Aber eines ist einfach für mich im Moment klar:
Die Zeit ist bei mir so sehr knapp im Moment, dass es mich gerade einholt und hier fängt das Dilemma an. Die Zeit mit Fr. Tinder ist so ausgiebig gewesen in letzter Zeit, dass ich keine mehr für mich und noch weniger für meine sachlich zu erledigenden Dinge hatte. Sogar Briefe liegen noch immer ungeöffnet herum. Nicht erst seit gestern. So etwas kann auch mal nach hinten los gehen. Mindestens aber beschert es im Nachgang doppelte Arbeit.

Es ist zu viel. Job. Studium. Und eine… (ja was eigentlich ?)… Partnerin in spe? Aber zuviel ist es nur, wenn… ja wenn es nicht genau passt. Und seit dem vorletzten Wochenende, an dem wir durchgehend zusammen waren, wandelt sich mein Bild ein wenig. Oder auch viel. Das weiß ich noch nicht abschließend.

Ich spüre, dass ich mich zunehmend eingeengt fühle. Und das erzeugt Stress in mir. Es sind so viele kleine Dinge. Ob wir heute dies und noch das tun. Noch da oder dort hin fahren, ins Grüne. Und ja, morgen auch. Morgen dann erst dies und dann das und dann jenes und kochen auch noch. Und noch spazieren, aber nicht nur kurz.
Ich dachte mir innerlich nur: „Oh mein Gott, wann soll ein normaler Mensch das alles nur tun???!!!“

Zuviel ist zuviel

Es ist zuviel. Zuviel ist zuviel. Ich brauche mit Vollzeitjob und Studium auch mal wenigstens einen Tag am Wochenenende, an dem ich nichts, aber auch gar nichts, tun MUSS. Tun dürfen und können ist ja gut, aber das Gefühl etwas tun zu müssen?! Nein. Nicht mehr. Nein danke. Ich habe eine lange Zeit meines Single-Daseins damit verbracht zu lernen alleine klar zu kommen. Ohne, dass da jemand für mich da ist und Rücksicht auf mich nimmt. Mir einfach auch mal hilft bei meinen Dingen. Mich tröstet, wenn ich schwach bin. Mir Kraft gibt, wenn mich mal mein Mut verlässt. Mein Lachen teilt, wenn ich mich freue. Mich in den Arm nimmt, wenn ich mir Zweisamkeit wünsche. Ich habe gelernt zu verzichten. Das Leben als Asket hat seine harten Seiten. Aber Asket zu sein, heißt für mich auch mit dem Minimalsten im Leben auszukommen zu lernen und gelernt zu haben.

Und das Minimalste im Leben, es ist DAS Minimum (Tautologie!), ist man selbst!

Und Fr. Tinder legt großen Wert auf Ausgeglichenheit und Harmonie. Ich stehe auch auf Harmonie und Ausgeglichenheit. Aber nicht als Selbstzweck. Wenn ich sehe und merke, dass ich zeitlich unter Druck gerate, weil ich kaum mehr mein Zeug schaffe und sie lieber weiter schön ins Grüne fahren will, dann ist das das Eine. Wenn ich aber dann auch mal klar äußere, dass es mir zuviel wird und ich dann gesagt bekomme, dass ich „so einen unausgeglichenen Ton“ an den Tag lege und sie das gerade nicht gut findet, dann ist das das Andere.
Nur mit Meditieren und „ommmmm“ alleine erledigen sich die Alltagsdinge auch nicht. Buddhismus hin und Meditieren her. Irgendwo ist auch wieder gut. Und da ist für mich schon noch ein Unterschied zwischen Spiritualität und einem irdischen Leben in sachlicher Nüchternheit.

Und wenn ich auch nicht meine Gefühle oder Emotionen äußern soll oder darf, dann ist für mich die Herrlichkeit der Meditation an einem Punkt angelangt, der nur mehr auf philosophischer Ebene wirkt. Aber nicht in der Realität. Nicht für mich. Und die heißt für mich im Moment nun mal: Arbeit, Studium, viele angestaute unerledigte Dinge und ja… dann irgendwo ganz am Ende auch vielleicht ein bisschen ich?!

Und so bleibt ein bittersüßer Nachgeschmack nach einem eigentlich schönen Wochenende.
Wenn? Ja wenn da nicht auch ihre Ansicht bestünde, dass ich nicht ausgeglichen und entspannt genug wäre.

Und natürlich war es schön, dass sie teilweise das Frühstück hergerichtet hat. Oder dann mittags sogar (?) komplett (?) für uns gekocht hat. Und zwischendurch auch mal abgespült hat. Aber hey. Das darf sie auch, wenn sie ein paar Tage bei mir ist. Ich würde das nicht anders machen, wenn ich irgendwo zu Besuch bin. Doch halt, würde ich schon. Ich würde mehr machen. Viel mehr. Und das ist es, was ich für mich mitnehme:

Für sie und für uns habe ich mein Bestes gegeben, und meine Zeit, die ich eigentlich gar nicht habe. Auch weil ich eine Hausarbeit fürs Studium schreiben muss, mit meinem Kommilitonen zusammen.
Aber im Endeffekt habe ich mehr Arbeit Zuhause gehabt, als sie da war. Mehr Geschirr, mehr Wäsche, mehr Einkauf, mehr Zeug aufräumen, mehr dies und mehr das. Mehr Ausflüge hier und mehr Spazieren und mehr dies und mehr das. Mehr dies und mehr das, sagte ich ja schon. Aber wo ist mein Mehrwert, außer das Gefühl ständig irgendwas tun zu (fasch schon) müssen?! Ja natürlich habe ich die Zeit draußen genossen mit ihr, auch das Kochen und die Gespräche und die Zweisamkeit.

Aber meine Reifen am Auto haben sich nicht von alleine gewechselt. Also bin ich wieder über meinen Schatten gesprungen und habe den Reifenwechsel auf während der Woche verschoben. Und das Auto aber natürlich davor und danach schon dafür verwendet sie abzuholen, irgendwohin zu bringen oder heim zu fahren. Dafür reichen die Winterreifen. Wenn…? Ja wenn da nicht einfach schon der Sommer wäre bzw. der Frühling. Und der bringt nun mal einen Reifenwechsel mit sich.

Gewünscht hätte ich mir: „Hey, sieh mal. Ich weiß, dass Du einen Haufen Zeug im Haushalt zu tun hast. Geh Du Reifen wechseln, ich mache derweil hier oben die Sachen, die ich machen kann.“

Eigentlich darf das aus meiner Sicht nicht mal ein Wunsch sein, es ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Aber nicht mehr in der heutigen Zeit, da ist scheinbar alles anders.
Wenigstens hat mein Freund Herr van Onnetuschn in diesem Punkt wirklich viele Sorgen weniger. Seine bessere Hälfte kümmert sich zu Hause wirklich reizend um alles und sorgt dafür, dass er wiederum mit klarem Kopf für sie da sein kann. Liebe Freundin von Herr van Onnetuschn, ich find Dich cool. Wenn wir manchmal zu dritt draußen sind und uns über meine mehr oder weniger „phänomenalen“ Dates unterhalten, dann finde ich es einfach nur hammermäßig wenn Du dann auf meine Erzählungen gut gemeint raus donnerst: „Hau sie weg! Geht gar nicht! Wie, sie kümmert sich nicht um den Haushalt???!!!“

An der Stelle ein Bussi für Dich! Dafür, dass du bist wie du bist.
Und eines an Herr van Onnetuschn, damit Du Dich nicht vernachlässigt fühlst. 🙂

Versteht mich nicht falsch: Eine Frau, die auch nur halb so viel für ihren Mann macht wie Fr. van Onnetuschn ( 😉 ) würde mir völlig reichen! Wirklich. Irgendwas mache ich gehörig falsch! 🙂

Ist Gegenseitigkeit denn wirklich so ein Fremdwort in der heutigen Welt geworden?

Ich fühle mich einfach so, wie es das Bild hier ausdrückt:

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Woran erkennst Du gute Zweisamkeit?

„Gute“ Zweisamkeit?! Ja! Ganz einfach…

Wahrscheinlich kann ich das hier im Artikel gar nicht ganz rüber bringen, wie es ablief. Aber eines möchte ich einfach sagen: Wenn ich zu zweit bin, dann sollte sich das für mich doch besser anfühlen als alleine zu sein, nicht wahr?! Oder hab ich da etwas falsch verstanden zum Thema Beziehung bzw. Partnerschaft?! Und richtig richtig gut hat es sich für mich nur an den Tagen angefühlt, an denen wir uns nur begrenzt sahen. Nun übers Wochenende haben wir viel Zeit miteinander verbracht und es wurde zunehmend einengend.

Natürlich hat sie ihre sehr lieben Seiten. Die ich toll finde, allesamt!

Und am dem Montag morgen nach dem Wochenende gingen wir noch gemeinsam aus dem Haus. Zur Bahn. In der Wohnung war sie bereits etwas genervt, weil ich ihr nicht ausgeglichen genug war, wie sie sagte. Und in mir kam ein Gefühl des Abschieds auf, ich merkte, dass sie irgendwie froh zu sein schien, dass sie wieder gehen „durfte“?! Obwohl sie mir am Abend zuvor noch das Gegenteil mitteilte. Ich hab keine Ahnung womit ich es hier zu tun habe. Ich weiß nur, dass Stress in mir nichts positives bringt. Und ich will auch mal sagen dürfen, wenn ich etwas – mit Verlaub – SCH**** finde. Deswegen mag ich den Menschen doch genauso. Aber warum sollte ich mein Ich unterdrücken?

Wenn ich merke, dass eine Frau ins Schwimmen kommt, aus welchen Gründen auch immer, dann würde ich alles für sie tun, um ihr zu helfen. Und wenn es einfach kleine Dinge im Haushalt sind. Oder schon mal etwas vorarbeiten oder sonst etwas für sie draußen erledigen. Egal was. Aber ich würde sie nicht alleine damit lassen und gleichzeitig die gesamte Zeit für mich einfordern. Ganz im Gegenteil. Das hat mir einfach gefehlt.

Natürlich komme ich da schon selbst ins Straucheln, wenn ich mir Gedanken darüber machen muss, ob ich in dem Fall alleine besser lebe als zu zweit?! Irre.

Ich merke, dass der Artikel ab der Hälfte mehr Frustbewältigung und Stressabbau ist. Und weniger eine kleine Geschichte der Poesie. Dabei kann ich einfach auch nicht meine vollständigen Beweggründe darstellen, weil ich gar nicht auf alle Details eingehen kann. Besonders kann ich nicht fein genug abzeichnen, was in mir so viele Gefühle des Unbehagens auslöste. Es waren teilweise die Gespräche mit ihr, teilweise die Gesprächsinhalte. Und dennoch, ich muss einfach auch ehrlich sagen: Sie ist lieb. Sicher nicht nur wegen ihrer süßen Stimme. Sie ist zwischendurch einfach unglaublich lieb, sie kann so sanft und gutmütig sein. Das ist es, was es so schwer für mich macht. Sonst wäre das alles kein Problem, dann wüsste ich ja was zu tun wäre. Dann würde ich das tun, was ich immer tue, seit Beginn des Projekts Beziehung. Meine Sachen packen und weiter ziehen.
Ich sitze noch immer auf meiner Couch. Der Artikel ist fertig.

Und das Einzige, das bleibt… ist… dass mich schreiben beruhigt.

Fortsetzung folgt…

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Prä Philisophischer Sonntag – Einblicke eines ungewöhnlichen Schreibers

Es ist Sonntag, laut Wikipedia ist heute der ranghöchste Feiertag des Kirchenjahrs. Wikipedia sagt außerdem: „Der Ostersonntag ist der erste Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling […].“
Das ist wohl faktisch so, nicht nur postfaktisch.

Philosophischer_Sonntag

Aber heute wird es präfaktisch

Es wird ein Philosopischer Sonntag. Endlich mal wieder, Zeit wurde es. Obgleich es heute kein gewöhnlicher, weil gewohnter, wird. Es wird ein Prä Philosopischer Sonntag, ein Einblick in einen Sonntag aus meinem Leben. Ein Sonntag, der damit begann, dass ich kurz nach dem Aufwachen Lust bekam zu schreiben. Und dann tue ich das. Jetzt.
Aber der Reihe nach…

Ich wache auf in meinem gefühlt riesigen Doppelbett, wie immer auf meiner Seite. Als wäre jemand auf der anderen. Und mein Alltag an freien Tagen hat in kleinen Dingen Routine bekommen, eine andere als früher. Noch im Bett schaue ich mir erst mal Motivations-Videos an, Youtube macht es möglich. Nein, nicht diesen „tschakka-Du-bist-der-Beste“-Quatsch, sondern Videos zur Persönlichkeitsentwicklung. Natürlich auch „wie spreche ich eine Frau an?“, aber auch „worauf kommt es an, in der Ausstrahlung?“ oder „was ist Attraktivität?“. Könnte man nun sagen, „aber Du weißt doch inzwischen längst wie Du eine Frau ansprichst!“. Ja, natürlich weiß ich das. Darum geht es mir aber nicht. Es geht darum den Lebensstil zu festigen. Eine eigene – neue – Realität zu erschaffen. Bzw. zu erhalten und auszubauen. Keine Postrealität. In diesem Fall durch die Wiederholungsmethode. Je öfter Du etwas machst, desto besser wirst Du darin. Wo wir wieder beim Prinzip von Ursache und Wirkung sind. Es wäre arrogant zu glauben, dass man „etwas bereits kann“. Aus dem Standpunkt einer Fortschrittszeitachse kann man gar nichts. Relativ gesehen. Ein Christiano Ronaldo hätte mit 16 auch sagen können: „Ach, ich kann doch schon alles!“. Die Frage stellt sich dann nur nicht einmal, ob er später auch 2008 und 2016 Weltfußballer geworden wäre. Hätte er 2008 praktisch aufgehört besser zu werden, wäre er auch 2016 nicht erneut Weltfußballer geworden. Das ist es, was ich meine. Nicht aufhören besser zu werden!

Franz Beckenbauer soll mal gesagt haben: „A bisserl was geht immer!“

Es gibt aus meiner Sicht keinen besseren Start in den Tag, als sich beim Aufwachen bereits bewusst zu machen, worum es geht. Weiterbildung und Motivation zugleich. Jeder Coach hat eine andere Art. Jeder Journalist eine andere Ansicht. Jeder Lehrer eine eigene Didaktik. Also schau ich mir so viele an wie möglich, Coaches, Journalisten und Lehrer.

Während für mich Youtube seitlich liegend im Bett anlief, kamen ein paar Whatsapp-Nachrichten rein. Der Flugmodus in der Nacht sorgt für einen Stau auf der Datenautobahn.

Also ab ins Bad und kurz waschen. Ab in die Küche. Baguette mit Camembert, stand für mich schon im Bett fest. Mit Ei? Ja, heute schon. Ein Spiegelei, sunny side down – ich mag generell nichts Rohes.
Dazu kurz die Kaffeemühle angeschmissen, frisch gemahlene Espressobohnen in die Mokka-Kanne gepackt und ab dafür. Mit heißer Hafer-„Milch“, mal nichts von der Kuh. Denn ich bin ja auch kein Kalb.

(Anmerkung: Weil Du Dich an der Stelle bestimmt fragst: „Was kostet die Hafermilch denn?“ 😉 1,25 Euro bei DM, pro Liter. Man kann sie sich leisten, wenn man will. Und sie schmeckt besser als Milch, finde ich.)

Nur mal nicht größenwahnsinnig werden

Alleine esse ich meist auf meinem Couchtisch und nicht an meinem 6-Mann-Riesen-Tisch. Wobei es fast etwas königliches an sich hat, alleine auf einem der 6 Stühle zu sitzen. Ich überlege bei der Gelegenheit den Platz zu wechseln. An die Längsseite statt an der Breitseite, das wärs. Würde meiner gerecht(er) werden. Jetzt wird er größenwahnsinnig, der Junge.

Also ab auf die Couch, Playstation anschmeißen. Zum Frühstück?! Ja, zum Frühstück. Auf der Playstation gibts nämlich auch Youtube. Und? Richtig…! Da gibts die gleichen Videos wie auf dem Handy. Also gehts weiter mit der Bildungslektüre. „Was, wenn sie sagt, dass sie einen Freund hat?“ oder auch „Auftreten vor Gruppen“ oder „Was einen Mentor von einem Schüler unterscheidet“ und so weiter und so fort. Es gibt so viele Fragen und noch viel mehr Antworten. Letztens sah ich mir einen Vortrag über Outfits an, wie Mann sich kleiden sollte. Fand ich witzig, dass der Redner den selben Stil pflegt, einfarbige Hemden ohne Brusttaschen. Skinny Jeans. Keine Markenprahlerei. Dezente Accessoires. Es gibt also auch noch Männer mit Geschmack, dachte ich mir. Noch (?) nicht jeder läuft also herum wie ein Schlumpf.

(Anmerkung: Ich habe nichts gegen die Schlümpfe. Die finde ich sogar cool. Aber der Ausdruck „Schlumpf“ gefällt mir so gut und den nutze ich gerne als Synonym für grotesk aussehende Humanoide.)

„Wie läuft denn ein Schlumpf herum?“

Ganz ehrlich, einfach mal Augen auf in der Stadt. Fast alle, so viele. Wirklich. Da würde mich wirklich interessieren, besonders da ich so viele weibliche Leserinnen hier habe, was Ihr dazu denkt. Weibliche Leserinnen, gibts den Ausdruck eigentlich? Egal. Also Ihr wisst schon. Weibliche Leser halt. Oder weibliche Leserinnen. Euch meine ich in diesem Fall, nicht jedoch männliche Leser oder männliche Leserinnen. Euch nicht. Mich interessiert wirklich sehr, ob nur mir das so vorkommt, dass die meisten Männer (sagen wir die Jungs ab 18 – drunter wäre „Schlumpf“ ja für die meisten Kiddies noch ein Kompliment!) wie Schlümpfe herumlaufen? Bling bling hier und da, irrwitzige Farben der Schuhe (rote Sneakers!), Klamotten die so groß wie Zelte sind. Apropos enge/weite Klamotten, der Redner auf dem Youtube-Video hat etwas echt Gutes gesagt: „Du solltest die Klamotten formen, nicht die Klamotten Dich!“ Falsche (Kunst-!)Lederjacken, zerrissene Hosen mit so vielen Seitentaschen, als würde die Person selbst einen wandernden Rucksack mimen wollen. Dazu Tattoos so weit das Auge reicht und Piercings, die trotz vielen Gramm an zusätzlichem metallernen Körpergewicht auch keine bessere Seele aus dem Träger machen.

Prä- und Post-Philosophie

Und während ich das Youtube-Video schaue, sprudeln die Ideen für einen neuen Artikel. „Es ist Zeit für den Philosophischen Sonntag“, denke ich mir. Nur heute mal anders. Prä-philosophisch, sozusagen.

Und wo ich langsam ans Ende meines Artikels komme, wird mir bewusst, dass ich heute noch meine Präsentation fürs Studium fertig stellen muss. Es geht auch dort um Philosophie. Aufgabe ist eine Recherche zu einem philosophisch-wissenschaftlichen Text eines Philosophen aus der Neuzeit. Irrwitzig, dass ich Texte von Philosophen recherchieren und analysieren soll, wo ich doch längst meine eigenen Texte solcher Art schreibe. Das ist für mich Studium par excellence. „Post-Studium“ aus meiner Sicht. Meiner Zeit hinterher.

Oft kommen mir die Ideen für die Artikel live. Erst sobald ich dann anfange zu schreiben, passiert etwas in mir. Aus der Stille entwickeln sich Gedanken. Youtube läuft längst nicht mehr. Ich schreibe dann nur noch, und beschreibe. Dann ist das für mich wieder diese Art der Meditation, die mir so gut tut. Es geht darum sich weiter zu entwickeln, schrieb ich oben. Schreibe ich hier auch schon seit Monaten. Es geht aber auch darum – und das ist der zweite große Grund warum ich mich so wiederholend mit den gleichen Themen beschäftige – das eigene Profil zu festigen und zu schärfen. Verbesserung und Fortschritt sind zwei Dinge, denen viele Menschen nachjagen. Manchmal hilft aber auch erst mal stehen bleiben und schauen wo man steht. Und das was man ist, sich bewusst zu machen, anzunehmen und (auszu)leben. Verbessern kommt erst danach.

Ob das der Grund ist, warum viele Menschen sich stets verbessern wollen und letztlich nur irgendwo an sich herumdoktern, ohne auch nur einen Millimeter voran gekommen zu sein? Weil der eigene Ausgangspunkt unbekannt und deshalb unklar ist. Bleiben deshalb viele Menschen auch „nur“ kognitive Schlümpfe?

Und so wird aus einem prä Philosophischen Sonntag doch noch ein bisschen ein post Philosopischer Sonntag. Nicht wahr?

Projekt politisch – KenFM – Me, Myself and Media 33

Und endlich wieder eine neue Folge…

Es geht diesmal unter anderem um Terror, das von oben aufgedrückte Feindbild Russland, die NATO, Martin Schulz (die Mogelpackung der SPD!), den zunehmenden Überwachungsstaat und die israelische Regierung und deren ständiger Bruch des Volkerrechts.

Mein Beitrag für ein friedliches Miteinander ist täglich dafür einzustehen, dass das Bomben aufhört. Überall auf der Welt. Wahrheit tut weh, aber Wahrheit ist auch etwas, das nur von Menschen mit Herz ausgehen kann.
Jeder von uns kann das täglich im Kleinen tun und seinen Teil zum Frieden beitragen. Aufklärung ist dazu der beste Weg. Und im Kleinen heißt für mich eben auch meinen kleinen Blog dazu zu verwenden neben all den irrwitzigen Frauen-Geschichten aus dem Projekt Beziehung etwas nicht aus dem Fokus zu verlieren. Das ist der Frieden, denn das ist die Grundvoraussetzung für unser tägliches Handeln.

Im Bombenhagel lässt sich für mich als Mann ebensowenig eine Frau approachen, wie sich vielleicht für einen anderen Mann im Bombenhagel nicht gemütlich mit einer Pulle Bier in der Hand die Fußballbundesliga verfolgen lässt.

Der Vergleich hinkt? Mitnichten, und zwar in doppelter Hinsicht! Einfach mal drüber nachdenken. 🙂

Bühne frei für Ken Jebsen und eine neue spannende Folge von „Me, Myself and Media“, die dreiunddreißigste.

Was bisher geschah… Fr. Tinder und ich – Teil 1 von 3

Zunächst ein paar einleitende Worte.

Ich wünsche Euch allen frohe Feiertage. Wer mich kennt, weiß um meine wenig religiöse Ader. Daher nehme ich die freien Tage als Geschenk dankbar an und feiere die Freizeit. Und danke dem Erfinder dieser beiden Feiertage im Sinne echter arbeitsfreier Freizeit. Nutzt die Zeit mit Euren Liebsten, hoffentlich arbeitsfrei. Die Freizeit.

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Und nun zum eigentlichen Artikel…

So ähnlich oder genau so beginnen Fortsetzungen in Serien doch für gewöhnlich:

„Was bisher geschah…“

Da war also eine Frau, seit kurzem hier bekannt als Fr. Tinder. Und ihr habe ich zuletzt bereits ein dreiteiliges Date-Review gewidmet. Und die Story endete mit:

Am nächsten Tag, ich weiß nicht mehr wann, schrieb mich eine unbekannte Nummer über Whatsapp an. Wie mein Tag bisher verlaufen sei und warum ich kein Profilbild mehr in meinem Whatsapp-Profil hätte…

Und an der Stelle nehme ich nun wieder Fahrt auf, in dieser kleinen Frühlings-Romanze (oder was auch immer es sein soll).

Plötzlich jedenfalls, zwei Tage nach dem Date, zeigte Fr. Tinder wieder (?) Interesse an mir. Warum ich kein Profil-Bild mehr in Whatsapp hätte…?
Nun, das ist ganz einfach. Weil nur meine Kontakte im Handy aufgrund meiner Einstellungen mein Profilbild sehen können. Da ich ihre Nummer zuvor doch gelöscht hatte, konnte sie das Profilbild folgerichtig auch nicht mehr sehen (siehe letzer Artikel Date-Review zu Fr. Tinder – Teil 3 von 3). Die Frage ist nun also wie ich ihr das rüber gebracht habe. Besonders da wir kurz darauf wieder telefoniert hatten und sie mich darauf nicht nur per Chat, sondern auch im Telefonat ansprach. Offensichtlich roch sie, dass an dem Braten etwas faul war. Vielleicht hat sie sich deshalb nochmal gemeldet? Weil es ihr suspekt vor kam, dass mein Bild für sie nicht mehr sichtbar war? Immerhin war das auch eine Frage in ihrer Nachricht. Man wird es nie erfahren.

„Wolltest Du ab jetzt anonym sein, so dass man Dein Bild und Deinen Status nicht mehr sehen kann?“, fragte sie mich am Telefon erneut.
„Nein, mein Whatsapp hat scheinbar nicht mehr richtig funktioniert. Aber Du bist jetzt schon die dritte Person, die mir das sagt. Danke für den Hinweis.“

Seidene Fäden sind gefährlich

Warum habe ich hier geflunkert? Nicht weil ich ihr nicht per se die Wahrheit verschweigen wollte. Die Wahrheit lautet ja doch, dass ich keine Lust auf Spielchen hatte und deshalb auch keine Lust lange herum zu tun und sie deshalb gelöscht hatte.

Um loszulassen. In dem Fall etwas, das ich noch nicht mal richtig festgehalten hatte. Frei machen, wenn es sich besser anfühlt als gefühlt gefangen genommen zu werden. Von seinen eigenen Emotionen. Gefühle möchte ich leben, aber ich möchte mich weniger von meinen Emotionen lenken lassen. Es ist ein Unterschied zwischen Gefühlen und Emotionen. Ein feiner Unterscheid, mit großer Auswirkung. Und wenn ich spüre, dass dies droht, Emotionen überhand gewinnen lassen zu müssen, ist es Zeit zurück zu gehen. Mindestens einen großen Schritt. Und zu riskieren keinen Strohhalm mehr in der Hand zu halten, an den man sich klammern kann. Nenne ihn Hoffnung, diesen Strohhalm. Aber begreife auch, dass es meist nur ein Strohhalm ist, kein dünnes Seil und schon gar kein dicker Ast einer robust gewachsenen Eiche.
Hoffnung hängt meist am seidenen Faden. Und lässt Dich baumeln. Bis der Faden reißt und Du fällst. Durch das Löschen ihrer Nummer komme ich aus einer Spirale der Hoffnung und der Abhängigkeit nicht heraus, sondern ich komme gar nicht erst hinein. So einfach ist die Erklärung.

Ein kurzer Gedankeneinschub: Jetzt, da ich gerade wieder Schreibe, merke ich, wie ich mich innerlich aufgrund der Erlebnisse der letzten Tage beruhige. Es ist wie meditieren für mich. Schade, dass ich so wenig in letzter Zeit schreibe. Aber gut, dass ich sie erkenne, die Notwendigkeit dahinter und das Sprudeln meiner Gedanken als Quell der Ruhe und des Friedens. Entschleunigen um herunter zu kommen.
Und dabei höre ich, was ich oft höre, wenn ich auf meiner Couch sitze und schreibe… Musik von der Panflöte.

Die süßeste Stimme des Frühlings

In den folgenden Telefongesprächen fanden wir auf eine Art zueinander, die mich erstaunen ließ. Was mich bis heute am Meisten an ihr fasziniert, ist ihre Stimme. Sie hat die wundervollste Stimme, mit der je eine Frau persönlich mit mir gesprochen hat. Sie ist so zart und weich und manchmal auch ein bisschen hoch. Ihre Stimme klingt erfrischend naiv jung. Obwohl sie älter ist als ich. Jedes Telefonat war für mich Musik in meinen Ohren. Es war mir egal was sie erzählte, Hauptsache sie sprach.

Und inzwischen trafen wir uns wieder. Nicht nur einmal. Das zweite und das dritte Date fanden erneut draußen statt. Zum vierten Date besuchte sie mich Zuhause. Alles war so frei und einfach. Unbeschwert und leicht. Wir ließen uns aufeinander ein und nahmen uns alle Zeit der Welt, nur für uns. In den Tagen zwischen den Dates telefonierten wir bis tief in die Nacht hinein. Wir konnten nicht voneinander ablassen. Schlafmangel ersetzte oftmals seither mein Vorhaben mir täglich acht Stunden davon zu nehmen. Und ich merke, dass es mir nicht gut tut. Trotz allen Frühlingsgefühlen, die inzwischen in mir entstanden waren.

Meine private Nachricht an Lotosblume

Und da schrieb ich meiner guten Bekannten, die längst eine Freundin für mich geworden ist, eine Nachricht. Übrigens, meine einzige „echte Freundin“ in meinem Leben. Jemals. Und an der Stelle wird es Zeit auch ihr einen Namen zu geben, immerhin hatte sie hier mehrmals – wenn auch selten – bereits einen Platz in meinen Artikeln bekommen. Ich nenne Dich hier ab jetzt in ganz tiefem Respekt und voller Anerkennung für alles was Du bis hier hin getan hast, nicht nur in Bezug auf mich, aber auch, sondern auch in Bezug auf Deine Umgebung und Deine Familie, in täglich sehr wundervolle Art und Weise, Lotosblume.

Herzlich willkommen an Dich als Protagonistin, neben Herr van Onnetuschn bist Du nun die zweite Person aus meinem Privatleben hier in meinem Blog. Premiere! 🙂

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Auszug aus meiner Nachricht an Lotusblume:

“ […] Mit Fr. Tinder ist es nun anders verlaufen als zunächst gedacht. Wir haben uns inzwischen ein paar mal öfter getroffen und so gesehen viel Zeit miteinander verbracht.

Sie wirkt auf mich unglaublich beruhigend und zeigt an mir echtes Interesse, jedenfalls fühlt es sich so an. 🙂
Ich will mich nur ganz bewusst nicht so schnell hinein stürzen, bekanntlich kann der Fall danach tief werden, falls etwas doch nicht so passt.
Bisher hatte ich aufgrund ihres Verhaltens zu keinem Zeitpunkt das Gefühl misstrauisch zu sein. Und das ist mir schon viel wert. Insofern genieße ich das was gerade passiert. Wir telefonieren oft und bei mir war sie auch schon.
Ich habe das Gefühl, dass sie mir viel zeigen und beibringen kann. Und vor allem mich verstehen und mir folgen kann.
Sie fordert mich in vielen kleinen Dingen auf spielerische Art sehr heraus und das gefällt mir. Es ist kein ernstes und schon gar kein einengendes Miteinander, sondern frei und offen. Und ehrlich, merke ich. Sie agiert auch und reagiert nicht nur, wie viele andere…
Ein bisschen fühlt es sich surreal an. Ich bin es nicht mehr gewöhnt eine Frau an mich heran zu lassen. Jedenfalls nicht auf der Ebene der Gefühle, nicht in der Tiefe. Und das bereitet mir tatsächlich Angst. Ich merke, dass ich sehr vorsichtig bin. Vielleicht zu vorsichtig. Vielleicht ist es aber auch gut so. Ich weiß es nicht.
Ich merke, dass ich nicht einfach vertrauen kann. Vielleicht kommt es mit der Zeit.
Mein langes alleine Sein hat definitiv Spuren hinterlassen. Je näher wir uns kommen, desto mehr wächst gleichzeitig meine Angst, dass es „wieder mal vergebens war“ was ich tue.
Andererseits habe ich umgekehrt auch die Sorge für sie nicht „der Richtige“ zu sein, nicht mal aus Selbstzweifel, sondern weil ich echt auf Gefühlsebene ziemlich am Boden bin. Also mein Herz selbst ziemlich zugrunde gerichtet habe und nun spüre, dass es da noch einen weiten Weg gibt, um wieder in Ordnung zu kommen. Dafür kann sie nichts, gar nichts. Aber dennoch ist es so.
Schwierig. Besonders jetzt, da ich eigentlich etwas Abstand wollte von dem Thema Frauen.
Andererseits bin ich sehr gespannt, ob sie mit ihrer rücksichtsvollen und fürsorglichen Art womöglich sogar so gesehen sehr zur „Heilung“ beitragen kann. Ohne dass es ihr bewusst ist oder werden soll.

Von dem Blog weiß sie nichts. Dafür wäre es definitiv zu früh. Und ob überhaupt? Ich weiß es nicht… […]“

Aufrichtiger kann ich zum Stand bis vor kurzem nichts sagen. Das beschreibt meinen Gemütszustand exakt, jedenfalls bis zum vorletzten Wochenende. Das war, als ich begann diesen Artikel zu schreiben. Seither ist es anders, was sich bisweilen so richtig und gut anfühlte, bereitet mir seither Unbehagen.
Fortsetzung folgt…

Date-Review zu Fr. Tinder – Teil 3 von 3

Heute Teil 3 und den vollständigen Abschluss der Geschichte. Jedenfalls des ersten Dates. 🙂

Auf gehts ins große Finale.
Und ich setze die Geschichte direkt ohne viele einleitende Worte nach Teil 2 (Date-Review zu Fr. Tinder – Teil 2 von 3) fort.

Alles eine Frage der Eskalation

(An der Stelle ein kurzer Ausflug: Ja, es steht noch ein eigener Artikel zu diesem Thema an. Das habe ich versprochen. Kommt noch! 😉 )

Als wir nach dem Essen ins Auto gestiegen sind (ja, natürlich habe ich ihr hierbei das zweite Mal die Türe aufgehalten), hielt ich das erste Mal ihre Hand. Sie reagierte etwas überrascht, aber ließ meine Berührungen zu. Sie ließ sie zu. Sie erwiderte sie nicht.

Mit dem Auto an der zweiten Location angekommen, verbrachten wir noch einige Minuten mit Musikhören. Sie zeigte mir einige ihrer Lieblingslieder. Also schnell ihr Handy per Bluetooth-Verbindung mit meinem Auto verbunden. Schwuppdiwupp und sie ließ mich Eintauchen in ihre Musikwelt. Auf diese Art bestand also auf jeden Fall schon mal eine Verbindung zwischen ihr und mir! Oder jedenfalls zwischen ihrem Handy und meinem Auto. Wie auch immer. 😉

Wir lachten und lauschten. Und ich massierte ihr die eine Hand, anschließend die andere. Das genoss sie. Und dabei merkte ich zum ersten Mal, dass sie noch nicht auf dieser Ebene angekommen war. Kein Problem, also wieder einen Schritt zurück.

Wir gingen in ein Bistro, obwohl es in Anbetracht unserer inzwischen beiderseitigen Müdigkeit schon echt spät war. Es wurde ein relativ kurzer Aufenthalt. Wir setzten uns nebeneinander und wieder nahm und hielt ich ihre Hand.

Es war nicht sonderlich spektakulär, aber innerlich stellte ich völlig abseits der Müdigkeit fest, dass irgend etwas nicht mehr so war wie am Anfang. Schon seit vorhin nicht mehr, einen genauen Zeitpunkt kann ich bis heute nicht ausmachen. Ich versuche es auch nicht. Ich stelle es nur für mich fest, dass irgendwo ein „Bruch“ drinnen war.

Wenn Frau (noch ?) Zeit braucht

Draußen auf dem Weg zurück zum Auto sagte ich etwas zu ihr. Sie hatte ihre Hände in ihrem Mantel. „Wenn es nicht so kalt wäre und ich nicht wissen würde, dass Du gerade frierst, dann würde ich jetzt auf dem Weg Deine Hand halten.“

Sie sagte: „Oh. Ich bin ehrlich gesagt noch gar nicht so weit.“

Ein echtes Statement. Eines, das mein Gefühl bestätigte. Jede weitere Eskalation war damit an dem Abend unnötig, weil zum Scheitern verurteilt. Also ließ ich es.

So fuhr ich sie nach Hause, wir waren beide inzwischen noch müder und so hielten wir es kurz, verabschiedeten uns mit einer raschen Umarmung und ich fuhr zurück zu mir. Ich genoss das Alleinsein im Auto und verspürte für mich innerlichen Frieden. Damit, dass es das vermutlich wieder einmal gewesen sein könnte. Alltag inzwischen. Ich kenne das ja, es ist nicht überraschend für mich, dass ich nicht völlig überschwänglich und in Euphorie blind vor Liebe herum renne.
Das habe ich lange nicht mehr getan, mir etwas von einem Date zu versprechen oder zu erwarten. Diesmal war aber echte Vorfreude da. Aber ohne mir etwas davon zu versprechen oder mir etwas zu erhoffen. Ein Unterschied.

Vielmehr spürte ich ja, dass irgend etwas nicht ganz passte. Man könnte vielleicht sagen, dass der Funke nicht übersprang. Andererseits lief es am Anfang echt gut, aus meinem Bauchgefühl heraus. Irgendwie war das Ganze dann genau deshalb für mich etwas widersprüchlich. Erst läuft etwas so gut an und dann gibt es einen Knick, warum auch immer. Ich hab kurz darüber nachgedacht, ob es an der Müdigkeit liegen könnte. Ich reiße mich dann aber immer sehr zusammen und gebe dennoch stets mein Bestes. Und ich wusste nicht, was sie nun fühlt. Dazu passte ihre Aussage oben für mich in ein Bild, das mir signalisierte: „Es stimmt etwas nicht.“

Dennoch bin ich so, dass ich meine Anerkennung und mein Interesse signalisiere. Es hängt ja immer von beiden ab, was passiert. Ich lasse sie auf diese Art zumindest wissen, dass ich sie mag. Was sie dann daraus macht, liegt sowieso nicht in meiner Hand.
So spiele ich das Spiel. Und deswegen bin ich kein gewöhnlicher Pickupper. Ich eskaliere nicht durch bis zum Abgrund, sondern trete davor auch einen Schritt zurück. Lasse Mensch Mensch sein und Gefühle Gefühle sein und wenn Gefühle auch mal nicht da sind, dann lasse ich sie eben auch mal nicht da sein.

Dann mache ich, was ich immer mache. Ich packe meine Sachen und ziehe weiter. Einsam in die Nacht. Nicht mehr traurig, wie vor einigen Monaten, nach einem gefühlt „gescheiterten Date“. Sondern inzwischen ganz zufrieden damit, dass ich alleine sein darf. Ja, richtig. Sein darf. Nicht sein muss. Alleine weiß ich noch immer am besten für mich selbst was ich mag und was mir gut tut. Freiheit. Genug zu tun habe ich mit meinem Studium auch. Mir ist nicht langweilig. Im Gegenteil. Ich schätze meine Freizeit noch mehr als vorher, da sie knapper ist als je zuvor.

Eignen sich Themen wie Zalando und H&M besser, um das Herz einer Frau für sich zu gewinnen?

Was ich mir am nächsten Morgen dachte: „Hm… vielleicht hast Du wieder mal zu tiefgründige Themen angeschnitten.“
Selbstreflexion halte ich für enorm wichtig, es geht dabei nicht darum herauszufinden „warum sie dies oder das“ so oder so gemacht oder gesagt hat. Sondern es geht darum sich selbst weiterzuentwickeln. Enorm wichtig. Ansonsten tritt man täglich in die selbe Pfütze und vermag es nie das zu ändern. Sich zu ändern.

Und ich hab mir für alle weiteren Dates mit Frauen erst mal vorgenommen: „In Zukunft keine Gespräche mehr über ihre oder meine Ziele, Wünsche und Träume oder die Gesellschaft. Keine Kritik über nichts. Einfach immer schön „ja“ und „toll“ sagen. Ein bisschen letzter Urlaub hier, gepaart mit einer Prise Lieblingsmusik und gespickt mit dem Lieblingsessen da. Das soll an „Tiefe“ reichen.“
Ich kann auch den total oberflächlichen flüchtigen Typen spielen. Mal ausprobieren…? Definitiv ja, dachte ich mir. Warum?
Ich habe Fr. Tinder in den Tagen vor dem Date in vielen ausgiebigen Telefonaten als eine sehr tiefgründige und einfühlsame Frau kennen gelernt. Ja, zugegeben, in den Telefonaten. Aber trotzdem… etliche Stunden erlauben es auch sich über eine Telefonleitung ein Bild zu einem Menschen zu machen.
Und das Bild sagte mir: „Bei ihr kannst Du auch mal Du sein! Also sei Du!“

Das dachte ich mir aber einige Wochen vorher bei Fr. Unnahbar auch. Und das Schiff lief auf Grund. Rumps.

Und diesmal? Offenbar schon wieder.
Vielleicht waren bzw. sind meine Einschätzungen auch nur falsch. Vielleicht denke ich nur, dass ich über solche Themen mit einer Frau reden könne und tatsächlich kann ich das – jedenfalls mit der jeweiligen Dame – gar nicht. Neueste Angebote von Zalando oder H&M taugen in diesen Fällen vielleicht besser als Gespräche über alles andere.

Wie ging es weiter?

Am Tag des Dates – bzw. in der Nacht – kam von ihr keine Nachricht mehr. Nun, sie habe ich ja gut nach Hause gebracht. Und ich? Ja, ich bin auch gut nach Hause gekommen. Danke der Nachfrage. Oder eben nicht.
Jedenfalls hatte sie mich in dieser Nacht nicht mehr angeschrieben. Sie interessierte es vermutlich nicht, ob ich trotz Müdigkeit auch noch gut zu Hause angekommen bin oder aber sie hat so viel Urvertrauen zu mir, dass sie wusste, dass ich gut zu Hause angekommen sein werden würde. Was für ein Deutsch.

Ich tat es ihr gleich. Keine Nachricht. Erstmal. Man muss das respektieren, wenn eine Frau sagt „Oh. Ich bin ehrlich gesagt noch gar nicht so weit.“, dachte ich mir an der Stelle. Also trete ich einen Schritt zurück. Aufdringlich zu sein, ist nicht meins.

Und am nächsten Morgen?
Normalerweise hatten wir uns in der Früh und am Abend immer kurz eine Nachricht geschickt. All die Tage zuvor. Wie gesagt, alles war seit dem Date anders.

Also schrieb ich sie in der Früh an, warum auch nicht. Ja, ich zuerst. Was solls. Mir ist dieses Warten-Gelasse zu albern. Es kam eine kurze Antwort zurück. Keine Anzeichen oder Anstalten von ihr noch weiter Nachrichten austauschen zu wollen oder sonst etwas. Passt, dachte ich mir. Dann weiß ich Bescheid.

Was sagt Herr van Onnetuschn dazu?

Am Abend traf ich mich mit meinem besten Freund, meinen Lesern hier auch bekannt als Herr van Onnetuschn. Und wir saßen in einer Bar. Natürlich war Fr. Tinder ein Thema des Abends. Er verstand das alles auch nicht. So viele Telefonate. So viel Interesse, offensichtlich beiderseits. Und dann funkte es „mal wieder“ nicht. Er sagte zu mir, dass ich noch etwas warten soll. So nach dem Motto, „die Flinte nicht zu schnell ins Korn zu werfen“.

Lieber Herr van Onnetuschn, mein Freund, welche Flinte? Welches Korn denn?

Dazu muss ich sagen, dass es mir tatsächlich egal war, ob bei der Geschichte etwas heraus kommt oder nicht. Gleichgültigkeit auf emotionaler Ebene bezüglich dem einzelnen (!) Ergebnis hat meine Euphorie im Projekt Beziehung längst ersetzt. Es ist mir nur erst in den letzten Wochen zunehmend klar geworden. Das ist nicht schlimm, aus meiner Sicht nicht. Es ist nicht negativ gemeint, auch nicht positiv. Es ist wie es ist. Wichtig ist für mich nur die Erkenntnis: „Wenn es passen soll, dann wird es passen“.
Egal ist es mir also wirklich nicht in negativer Hinsicht! Es ist viel mehr die sichere Erkenntnis, dass der Weg wichtig ist. Und der führt nur über mich selbst. Ein einzelnes Ereignis ist nicht wichtig, besonders wenn es von außen kommt. Ich bin nämlich auch keine Aneinanderreihung von einzelnen Ereignissen, sondern ein großes Ganzes. Ein ganzes Menschenleben. Ein großes ganzes Menschenleben. Wie jeder von uns. Nur am Bewusstsein darüber mangelt es meistens und den Meisten.
Wir neigen dazu einzelne Ereignisse zu übergewichten. Und deshalb schaukelt es uns von links nach rechts, ständig wenn es etwas „Unerwartetes“ passiert. Erwarte nichts, dann schaukelt auch nichts, dann passiert auch nichts „Unerwartetes“, dann ist Dir auch „egal“ was unterwegs passiert. Ein herrliches Gefühl der Freiheit macht sich gerade in mir breit, da ich diese Zeilen schreibe.

Und so sagte ich zu ihm an diesem Abend: „Sieh mal, gestern Nacht hat sie mir nicht mehr geschrieben, anders als sonst. Heute Morgen hat sie mir kurz und knapp geantwortet. Seither nicht mehr. Heute Nacht auch nicht. Auch anders als sonst. Wenn diese Frau tatsächlich Interesse an mir hätte, wirkliches Interesse, dann würde sie mich doch mit Nachrichten, Telefonaten oder sonst etwas bombardieren. Zumindest wenn der Funke wirklich übergesprungen wäre.“

Herr van Onnetuschn schwieg.

Und ich fuhr fort, „Sieh nochmal, das ist unser bisheriger Whatsapp-Chat.“, ich machte zwei Klicks und gelöscht war er. Und weiter sprach ich zu ihm, „und schau, das ist ihr Kontakt in meinem Handy.“. Erneut zweimal aufs Display gedrückt und auch da war Fr. Tinder gelöscht.

Er sagte etwas überrascht, wobei er mich kennt wie kein zweiter auf dieser Welt:
„Meinst Du nicht, dass das ein bisschen zu früh ist?“

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Das ist Freiheit in meinem Leben. Ich definiere Freiheit für mich heute völlig anders als früher. Freiheit ist für mich eine Mischung aus innerer Frieden und äußerer und innerer (körperlicher und Gedanken-)Freiheit.

Ich sagte zu ihm: „Wenn sie wirklich möchte, dann kann sie sich melden.“
Und innerlich dachte ich mir: „Ich habe keinen Kontrollzwang. Wenn sie möchte ist gut, wenn nicht, ist auch gut.“
Es liegt nun in ihrer Hand.
Kontrolle nicht (!) zu haben, ist ein schönes Gefühl. Es befreit. Es nimmt einem die Last und die Gedanken von vielem.
„Lass ruhig die Anderen mal machen“, denke ich mir inzwischen und kann mich daran gut gewöhnen.

Normal will man(n und oft besonders auch Frau!) Kontrolle. Hat man keine Kontrolle, fühlt es sich „schlecht“ an. Man fühlt sich schlecht. Warum?
Es ist doch heute genau umgekehrt für mich an vielen Stellen des Lebens, jedenfalls in Bezug auf andere Menschen! Wozu etwas kontrollieren? Habe ich Kontrolle, dann habe ich etwas zu verlieren, die Kontrolle selbst. Und das ist für die meisten Menschen ein Problem. Verlustangst. Kontrollverlustangst.
Kein Ego, keine Kontrolle. Kein Problem.

Und so endet eine so hoffnungsvolle Geschichte tragisch?

Am nächsten Tag, ich weiß nicht mehr wann, schrieb mich eine unbekannte Nummer über Whatsapp an. Wie mein Tag bisher verlaufen sei und warum ich kein Profilbild mehr in meinem Whatsapp-Profil hätte…

Sieht so aus, als wenn…
Ja, Du vermutest richtig… 🙂

Fortsetzung folgt. Liebe Leser, und wieder einmal… Geduld bis zum nächsten Artikel. Auch wenn das Date-Review mit diesem Dreiteiler zu Ende gegangen ist… so ist es nicht das Ende der Geschichte mit Fr. Tinder. Es bleibt spannend.

Date-Review zu Fr. Tinder – Teil 2 von 3

Im letzten Artikel gab es das Vorgeplänkel zu meinem ersten Tinder-Date und ein paar philosophische Gedanken zur Welt und zu mir (Date-Review zu Fr. Tinder – Teil 1 von 3).

Heute gehts weiter mit Teil 2 und ich steige direkt ein mit der Frage…

Wer genau ist denn Fr. Tinder eigentlich?

Sie bringt mich tatsächlich zum Lachen. Sie ist herzlich und ähnlich wie ich auf der Suche nach sich selbst. Wendungen im Leben und der Versuch eine Richtung zu finden. Das Gegenteil von einem „normalen“ Menschen. Sie verstand alle meine Witze. Sie schaffte das, was kaum eine Frau vor ihr in meinem Leben schaffte. Mir voraus zu denken. Vor einigen Wochen gab es mal ein Date mit Fr. Unnahbar, sie war auch intelligent. Aber im Nachhinein muss ich sagen, dass sie mir jedenfalls auf der humoristischen Seite des Lebens nicht voraus war. Fr. Tinder ist das hingegen oft schon. Es war sofort ein Fluss im Chat. Ein Fluss in den Telefonaten. Und auch ein Fluss während des Dates. Ein Wort ergibt das andere. Hin und her. Sie hatte etwas geschafft, das keine einzige Frau in meinem Projekt Beziehung vor ihr schaffte. Sie brachte mich alleine durch einen Text in Whatsapp zum Lachen. Ich musste auf meiner Couch, alleine zu Hause (fast wie Kevin!), einfach laut los lachen. Köstlich.

Und neben den Charaktereigenschaften hat mich vor allem ihre Tiefgründigkeit und darüber hinaus auch ihre Nähe zum Buddhismus und Eckhart Tolle sehr begeistert. Sie beschäftigt sich mit Ernährung und lebt auch sonst ziemlich bewusst, wie ich finde. Sie meditiert, sie macht Yoga. Themen, die mich interessieren. Und es tut gut, sich über so etwas unterhalten zu können.
Mal nicht nur immer über die neuesten Angebote von Pimkie zu quatschen, plakativ und überspitzt gesagt.

Und dann kommt noch eine ganz wesentliche Eigenschaft hinzu, die mich so gefesselt hatte. Sie ist keine Emanze. Endlich mal eine Frau, die gerne Frau ist. Und mich Mann sein lässt. Keine ständigen Besserwissereien, keine ständigen Anfälle von Recht haben wollen nur weil sie eine Frau ist „und auch was zu sagen hat“. Eine Frau kann genauso viel zu sagen haben wie ein Mann, aber nicht WEIL sie eine Frau ist. Sondern weil sie Mensch ist. Das ist meine Meinung.
Sie lehnt diesen übertriebenen Feminismus komplett ab, wie sie sagt. Wenn sie etwas weiß, dann weiß sie es und ich nehme es gerne an und höre ihr gerne zu. Und umgekehrt gilt das auch. Das ist für meine eine Form des einfachsten zwischenmenschlichen Respekts. Da sie in der Welt viel herum gekommen ist, ist es für sie auch nicht schwer mich mit solchen Themen zu begeistern. Ich mache es ihr aber auch zu einfach! 🙂

Land, Leute und Kultur sind für mich immer willkommene Themen. Sie spiegeln das echte Leben wieder. Fernab von Zahlen und Geld, Schein statt Sein, keine große Politik der Herrschenden, sondern das Leben des Volkes. Also wir.

Und viele mehrstündige Telefonate und zwischenzeitliche aufrichtige Anteilnahme am Leben des Anderen, brachten uns letztlich zum Freitag vergangener Woche. Das erste Date stand an.

Und es war das erste Mal in meinem Projekt Beziehung, dass ich eine Frau zu Hause abgeholt habe. Premiere! Schon wieder so eine Premiere! Prost und zum Wohl.

Das Date lief mit einer herzlichen Umarmung vor ihrem Wohnhaus an.

Zum Glück danach nur kurz ein paar Worte zu meinem Auto. Wow. Toll. Und so. Zum Glück nur kurz. Es gibt schließlich Wichtigeres. Aber die Art wie sie das machte, war anders als von den mir bisher gedateten anderen Frauen. Es wirkte wie eine aufrichtige Anerkennung, ein „von Herzen Gönnen“. Kein reines Ergötzen an der Sache. Und schon gar kein Sachneid.
Und mir ist die Art eines Menschen wichtiger als seine Herkunft, sein aktueller Status und sein Geld. Umgekehrt möchte ich das Gleiche verspüren dürfen.

„Hältst Du mir nur beim ersten Date die Türe auf?“

Ob ich ihr immer die Türe aufhalten würde oder nur heute beim ersten Date, fragte sie mich beim Einsteigen. „Finde es heraus“, antwortete ich und machte dabei die Autotüre zu.

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Wir lachten viel und ich fokussierte mich vom Start weg auf sie, in der Art, dass ich ihr die Nervosität zu nehmen versuchte.
Am Tag zuvor und auch am Tag des Dates schrieb sie mir und sprach mich mehrmals darauf an, dass sie total aufgeregt sei. Und ich entgegnete ihr, dass ich das vollkommen verstehen könne. Sie solle das ganz locker sehen, sagte ich ihr, denn ich sei jemand, der Stress nimmt. Keinen erzeugt.

Und nach wenigen Minuten im Auto auf dem Weg zu einem Lokal merkte ich bereits, dass ihre Aufregung sich in Entspanntheit auflöste. Das freute mich, auch und besonders für sie. Ich möchte, dass eine Frau sich an meiner Seite wohl fühlt, wie ich hier immer wieder betone. In ihrem Fall besonders, sie zeigte in den vielen Telefonaten vor dem ersten Date immer wieder auch schwache Momente bzw. Schwächen ihres Lebens. Sie machte sich dadurch angreifbar. Gut, dass ich kein Angreifer bin. Denn da stecken schon viele Punkte in ihr, die, von der falschen Person ungünstig getroffen, Sensibilitäten zu Tage bringen. Um es mal abstrakt zu sagen, sie ist ein sehr feinfühliger Mensch. Im Grunde genau wie ich. Also weiß ich damit umzugehen. Und das bereitet mir Freude.

Drauf hauen und Rüpel spielen kann jeder. Ihr gegenüber konnte und durfte ich anders sein, eher sanft wie eine Feder. Auch Schwächen zeigen und offen ansprechen. Etwas, das ich sonst kaum tue. Weil mir selten jemand einen Anlass dazu gibt mich zu öffnen. Interesse existiert doch meist nur oberflächlich. Es geht um so viele Unwichtigkeiten. Aber nicht um uns Menschen. Ängste schon sehr früh ansprechen? Offenbar ein No-Go. Sagt…? Ja. Gute Frage. Sagt wer?!

Das gemeinsame Essen verlief entspannt, es war wirklich lecker und wir unterhielten uns viel. Dennoch war es ungewohnt, diese Stimme schon so gut zu kennen und dann plötzlich den Menschen vor sich zu haben. Wobei ich dieser Stimme ewig zuhören könnte, weil sie wirklich schön ist. Weich und sie rrrrollt das R so witzig. Das mag ich.

Wie sie es schafft Frau zu sein und mich dabei Mann sein zu lassen

Die Bestellung des Essens beim Kellner verlief ohne Diskussionen. Wir unterhielten uns vorher darüber was wir essen möchten. Und als der Kellner kam, sah sie mich kurz an. „Na also“, dachte ich mir. Es gibt sie also doch noch, diese Frauen!!! Und so bestellte ich für uns beide.
Es gibt sie also doch noch, diese Frauen, die es genießen, dass ihnen Aufmerksamkeit zuteil wird (zu den Hintergründen dieser Situation vgl. Experiment – Kein Anstand, keine Erziehung) und dadurch Frau sind und mich Mann sein lassen. Natürlich kann man hier unterschiedlicher Meinung sein. Aber es ist meine Auffassung des Gentleman-Daseins.

Im Laufe des Abends merkte ich, dass sie zunehmend müde wurde. Es wurde schwerer und schwerer im Gesprächsfluss zu bleiben. Ein Location-Wechsel half leider nichts, es war mein Versuch sie wieder wach zu machen. Sie hatte einen anstrengenden Tag hinter sich, sagte sie. Und sie entschuldigte sich mehrmals dafür. Die Stimmung ging aufgrund der Müdigkeit (vermute ich) zunehmend in den Keller. Sehenden Auges musste ich das hinnehmen. Dennoch verbrachten wir 6 Stunden zusammen.

Teil 3 folgt… und es bleibt spannend. So viel kann ich verraten…. 😉

Date-Review zu Fr. Tinder – Teil 1 von 3

Wie angekündigt, gibt es von mir noch das Date-Review zu letzten Freitag. Mein aller aller aller erstes Tinder-Date meines Lebens. Premiere. Unglaublich. Wahnsinn. ICH und Tinder?! Ja, ich und Tinder!
OH MEIN GOTT! ICH HAB ES GETAN! 🙂

Wobei ich in dem Fall ein paar Worte voraus schicken muss. Tatsächlich habe ich keine Ahnung wie Tinder-Dates normalerweise zustande kommen. Keine Ahnung, keine Erfahrung. Also hab ich es einfach mal laufen lassen. Bis es neben all den anderen Matches zu einem Match kam, mit der späteren – nennen wir sie – Fr. Tinder.

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Nur ein Foto von Fr. Tinder ohne Text

Keine Beschreibung im Text. Nur ein Foto.
Hm. Okay.
Erfüllt ja den Zweck, denke ich mir. Reduziert bis aufs Minimum. Passt ja perfekt. Tinder ist für Minimalisten, ein Bild reicht. 😉
Tinder ist ja nicht zum Kennenlernen da, sondern bereitet nur den Weg dorthin. Es ist sozusagen das Vehikel. Genauso wie Whatsapp beim Pickuppen nur das Vehikel zum Transport zum nächsten Date darstellt. Und selbst das idealerweise nicht mal. Je weniger man schreiben muss, um zum Date zu kommen, desto mehr Grundanziehung ist da und desto wahrscheinlicher wird das Erscheinen der Frau zum Date.
Ein großer Fehler, den viele Männer machen, wenn sie ellenlange Texte schreiben, noch vor dem ersten Date. Weil sie die Realität ausblenden. Wenn eine Frau nicht will, dann will sie nicht plötzlich nur deshalb, weil Du ihr den Tim Bendzko machst. Vergiss das Ding mit „Nur noch kurz die Welt retten“ und 148 Mails checken. Das läuft so nicht.

Wenn sie Dich attraktiv findet (nicht nur optisch, sondern Attraktivität durch Ausstrahlung), dann brauchst Du keine Romane schreiben. Dann will sie Dich wieder sehen. Am liebsten Jetzt. Dann steigt sie ins Auto und fährt sofort los. Punkt.

„Knutschen ist für eine Frau kein großer Deal“

Letztens habe ich in einem „Lehrvideo“ – ich bilde mich ja ständig weiter fort – folgende Aussage eines Pickuppers gesehen und gehört: „Und wenn eine Frau mit Dir im Club knutscht… Männer denken dann sofort, dass die Frau unbedingt mehr will. Das ist nicht so. Für Frauen ist das sehr oft gar kein großer Deal. Sie hat mit Dir geknutscht, fertig.“

Als ich das Video letztens sah, dachte ich mir: „Ja, kann ich nach meiner Erfahrung bestätigen.“
Meiner kleinen Traumwelt des kleinen Jungen (von früher, muss ich inzwischen – leider – dazu sagen) versetzt das einen derben Schlag ins Gesicht, ich sehe die Traumblasen platzen, plopp plopp, und so sah das für mich bislang bis zu meiner Zeit vor dem Abtauchen in die Untiefen des Pickuppens so aus:

Ich finde ein Mädchen toll.
Irgendwie nehme ich Kontakt zu ihr auf (schüchtern war ich noch nie).
Alles ohne Plan und Verstand natürlich, woher auch.
Ist ja an sich auch gar nicht nötig.
Und dann machte ich irgendwann und irgendwie ein Treffen aus.
Im Rückblick betrachtet muss ich feststellen: Wann immer es etwas „Festeres“ geworden ist, hatten wir beim ersten Date geknutscht.
Und umgekehrt: Wann immer geknutscht wurde, wurde es etwas „Festeres“.
So war ich viele Jahre lang gepolt.
Das war meine Erfahrung und mein Horizont.
Ich dachte, dass das immer so wäre.
Knutschen ohne Gefühl kam für mich nicht in Frage.

Und daran musste ich nie wieder etwas ändern.
Bis… ja… bis… zum Ende meiner mehrjährigen Beziehung.

Seither stelle ich genau das Gegenteil fest und kann dem jungen Mann aus dem Video nur Recht geben. Knutschen? Ganz offensichtlich kein großer Deal für die Frau. Für mich? Inzwischen auch nicht mehr. Nicht weil ich es nicht wollen würde, sondern weil ich es nicht mehr kann, da etwas rein zu interpretieren was offensichtlich nur von einer Seite vorhanden ist, nämlich von meiner. Gefühle, oder zumindest der Anflug davon. So viele neue Erfahrungen verdrängten die alten. Ich habe seit meinem Beginn mit dem Pickuppen so unglaublich merkwürdige Situationen erlebt, unvorstellbar. Man fällt dann zwangsläufig irgendwann vom Glauben ab, ich jedenfalls. Aber ein bisschen Rest-Menschlichkeit habe ich mir bewahrt, keine Sorge. Ich bin immer noch keine Maschine geworden und werde es auch nie werden. Für mich wird sich zu küssen immer etwas besonderes sein und bleiben, nur bilde ich mir nichts mehr darauf ein. Das ist der einzige Unterschied zu früher, ein zwangsläufiger Fortschritt der eigenen Evolution. Auch wenn ich im Herzen immer der kleine Junge bleiben werde, wenigstens ein Stück weit. Und darauf bin ich stolz.

Früher ging ich dann noch von einem „Oh, sie mag mich und will mit mir zusammen sein!“ aus. Heute weiß ich hingegen: „Sie küsst mich, weil sie gerade Bock auf küssen hat. Das ist alles. Punkt.“

Ich bin ganz schön abgeschwiffen vom Thema Date-Review zu Fr. Tinder.
Aber ich musste diese kleine Hommage an das Besondere des Küssens einfach los werden. Von Herzen gerne bin ich Poet.

Fr. Tinder ist nicht gleich, Fr. Tinder ist anders

Aufgrund meines „Lernstresses“, kann man schon so sagen, in den letzten Wochen, haben wir das Kennenlernen kurzerhand auf häufiges Chatten und viel Telefonieren verlegt.

Der aufmerksame Leser wird jetzt einen direkten Widerspruch zum ersten Teil meines Artikels erkennen können. Kennenlernen über Telefon?!
So bin ich eben. Ein Mensch der Gegensätze.

Im Grundgesetz ist das sog. Willkürverbot verankert. Staatsrecht mag ich. Regelt es doch die Rechte der Bürger gegenüber dem Staat, zumindest theoretisch. (Aber lassen wir das an der Stelle.)

Zurück zum Willkürverbot, Art. 3 Abs. 1 Grundgesetz. Es besagt:
„Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.“

Und es gibt da einen Satz, den ich mir für mein Leben gemerkt habe, als ich ihn zum ersten mal hörte:
„Der Staat darf nicht willkürlich wesentlich Gleiches ungleich bzw. wesentlich Ungleiches gleich behandeln.“

Nun bin ich nicht der Staat. Und Fr. Tinder ist auch nicht meine Bürgerin. Nur was sie eben auch nicht ist: Gleich. Also muss ich Ungleiches ungleich behandeln. Sie ist anders. Und in diesem Fall nahm ich mir vor von meiner Norm abzuweichen.

Warum?

Fr. Tinder ist sehr tiefgründig. Sie ist ein bisschen älter als ich, für mich sehr ungewohnt so etwas. Sie hat Humor, nicht irgend einen Humor. Meinen Humor. Und umgekehrt ich ihren. Wow. Oft mal sarkastisch und meistens knackig. Gerne mal von hinten durch die Brust ins Auge.

Da fällt mir ein, ein ehemaliger Mathelehrer sagte mal zu mir: „Sie drehen aber immer gerne eine Pirouette auf dem Weg zur Lösung, gell?!“
Recht hat er. Das bin ich. Ein guter Mann, er. Nicht ich. Das müssen andere beurteilen. Einer der wenigen Lehrer jedenfalls, die ich gut fand. Ihm hab ich mein Fachabitur zu verdanken. Danke an der Stelle an Sie. Oder an Dich, heute bist Du ja nicht mehr mein Lehrer und ich nicht mehr Dein Schüler. Heute sind wir normale Menschen. Also nehme ich das Du. Danke Dir!

Und da es ein langer Artikel wurde, teile ich ihn hier zum ersten Mal auf.
Teil 2 folgt… 😉