Was ist mit anderen Meinungen? Mein Meta-Meta-Ebenen-Prinzip!

Nur allzu gerne beschäftige ich mich mental, wie jeder – der mich kennt – weiß. Gehirnnahrung, wie Walnüsse. Es macht einfach Spaß auf diese knusprigen Hülsenfrüchte zu beißen und diese nussige Geschmacksexplosion auf dem Gaumen entfalten zu lassen. Genauso bereit es mir große Freude, in jede Art mentaler Herausforderung oder Themenstellung sprichwörtlich hinein zu beißen.

2019-08-09

Vielleicht hat das Eine auch unmittelbar mit dem Anderen zu tun. Die richtige Ernährung setzt körperliche Energie frei. Wenn ich vergleiche, meine Situation vor ein paar Monaten, wird mir das ein Stück weit klar. Damals ernährte ich mich stark kohlenhydratlastig und auch sonst nicht nur gesund, vollwertig und bewusst. Sowohl mittags im Job als auch abends zu Hause. Ich bin Vegetarier (der allerdings Fisch isst), wenn man sich dann keine Gedanken um seine Makronährstoffe (Protein/Kohlenhydrat/Fett) macht, kommt man schnell in ein ungesundes Verhältnis und liefert seinem Körper vieles, nur nicht das was er benötigt. Oft gab es abends beispielsweise Nudeln, weil ich sie einfach geliebt habe. Oder ein frisches Brot mit knuspriger Rinde. Davon konnte ich nie genug bekommen.

Inzwischen bin ich bei Low Carb, manche sagen auch „zuckerreduziert“, das klingt für die auf diesem Gebiet weniger Interessierten („Ernährungsunreflektierte“, würde ich dazu sagen) etwas kompatibler. Glaubenssätze und so. Wobei das inzwischen besser wird, stelle ich fest. Die Zahl der dummen Sprüche nimmt über die letzten Jahre ab, wenn ich irgendwo nur Fisch mit Gemüse esse. Kollegen, Bekannte, Familie. Den Meisten fehlen zwar weiterhin ihre Kartoffeln, Nudeln oder das Brot bei so einer Komposition. Aber zumindest tun sie das sachlicher kund als noch vor einiger Zeit. Danke dafür. Die Zeit schreitet voran und manchmal ist man auf der (Zeit-)Achse einfach weiter vorne. Als Juri Gagarin als erster Mensch im Weltall war, haben ihn die anderen auf der Erde vermutlich auch ungläubig angesehen und vielleicht das gesamte Vorhaben spöttisch oder argwöhnisch betrachtet. Heute sind Reisen in den Weltraum fast eine massentouristische Attraktion.

Und warum komme ich auf dieses Thema? Nun, vor einigen Monaten begann einer meiner Kollegen morgens bereits Gemüse zu essen, mit Käse. Mittags Fisch, mit Gemüse. Dazwischen öfter Äpfel. Aber das klassische Brot gab es bei ihm nicht. Er sagte, er wolle abnehmen. Damals entgegnete ich: „Sag mal, wie machst Du das? Ich würde nie satt werden davon, wenn da keine Nudeln oder kein Brot dabei sind!“ Er sagte immer nur: „Ach, das geht schon. Man gewöhnt sich daran.“ Ich glaubte ihm kein Wort. Heute weiß ich: Nicht der Verzicht auf Kohlenhydrate macht Heißhunger, sondern die Kohlenhydrate ansich lösen den nächsten Heißhunger danach aus. Es ist also nicht die Lösung, Kohlenhydrate zu essen, um „nicht mehr hungrig“ zu sein. Sondern Kohlenhydrate lösen Hunger aus, Insulintal und so weiter. Ihr wisst schon.

Lange Rede, kurzer Sinn: Nachdem er mich in der Arbeit regelmäßig Skyr (so etwas wie Magerquark!) essen sieht, war er ganz interessiert. Inzwischen isst er zu all seinem Gemüse, dem Käse und Fisch und seinen Äpfeln fast täglich Skyr. Er wollte genau wissen, was ich seit kurzem „anders“ mache, weil ich:
a) Abgenommen hätte
b) Athletischer aussehen würde

Öfter mal was Neues, oder einfach ANDERS!

Ich sagte ihm, dass ich ALLES anders mache. So ist es tatsächlich. Alles anders als vorher. Und wenn ich „alles“ sage, meine ich das auch. Ich war in einem relativ gemütlichen Zustand, es ging mir „ganz gut“. Kennt Ihr Menschen, die auf die Frage „wie geht es Dir?“ mit „ganz gut“ antworten. Standard. In Wahrheit ging es mir – aus heutiger Sicht – gar nicht gut. Ich war vollgepumpt mit Kohlenhydraten, die mich schlapp machten. Deswegen nahm ich im Laufe der Beziehung auch etwas zu und reduzierte gleichzeitig meine Bewegung. Ein Teufelskreis. Dann bist Du zu Hause vielleicht nicht immer so gut drauf. Das spürt Deine Partnerin. Gut, dann gibt es solche und solche. Die Einen arbeiten dann mit Dir, die anderen dann irgendwann gegen Dich. Aber darum soll es jetzt nicht gehen. Schnee von gestern. 🙂

Jedenfalls mache ich seither alles anders, nicht nur im Bereich der Ernährung. Die Ernährung ist einer meiner Liebings-Lebensmittelpunkte geworden. Genau wie der Sport. Genau wie wieder viel viel mehr zu lesen. Genau wie mein völlig anderer Fokus auf die Persönlichkeitsentwicklung und Weiterbildung, vor allem im menschlichen/charakterlichen Bereich. „Persönlichkeit kommt vor Frauen“, könnte man meine Prioritätenverschiebung auch nennen.

Und so habe ich mich zuletzt in meinem Artikel „Die Sinnfrage und das schweizer Uhrwerk“ mit meiner gegenwärtigen mentalen Situation beschäftigt. Das Fazit lautete im Prinzip, dass ich keinen tiefergehenden Sinn mehr im bzw. am Leben sehe. Und dennoch top motiviert weiter mache, wie ein schweizer Uhrwerk. Vielleicht sind die Walnüsse Schuld daran.

Und es kam wie es kommen musste. Viele Gespräche dazu, persönliche. Und auch viele Kommentare hier. Euch allen danke ich dafür. Zusammen mit meinen Antworten hat es der letzte Artikel auf 23 Kommentare gebracht. Das ist, glaube ich, hier noch nie dagewesen. Ihr bereichert mich ungemein, auf unterschiedliche Art. Die „lieben“ Kommentare freuen mich, die „harten“ Kommentare bringen mich zum Nachdenken, die „ablehenden“ Kommentare treiben mich weiter an, genau so weiter zu machen wie bisher, und ich weiß insbesondere an denen, dass ich richtig bin. Nur die zustimmenden Kommentare sind äußerst selten. Aber das ist nicht so schlimm, die meiste Zustimmung gebe ich mir sowieso stets selbst. Also bleibt wie Ihr seid, haut rein in die Tasten, was immer ihr denkt. Ich freue mich über jede Eurer Meinungen. Und wenn es neben vielen Meinungen auch die einen oder anderen faktischen oder sachlichen Ratschläge (Buchtipps. Videos, Vorträge, Veranstaltungen, Orte, was auch immer) in die Kommentare oder Gespräche schaffen, freue ich mich besonders. Denn Meinungen sind… ja… Meinungen. Aber Meinungen sind nicht die Realität. Meinungen sind Glaubenssätze. Glaubenssätze sind nicht die Realität. Glaubenssätze sind Teil einer Realität. Mehr nicht. Die Realität ist komplexer als ein einzelner Glaubenssatz. Und die wechseln manchmal. Hat auch was mit dem Alter und der Reife zu tun. Wie oft ich wohl meine Glaubenssätze noch wechseln werde…?

Die Einen glauben dies, die Anderen das

So wie ich vor kurzem meinem Kollegen nicht glaubte, dass man von Gemüse, Fisch, Käse und Äpfeln in der Früh, mittags und abends satt werden und lange bleiben könne. Das war mein Glaubenssatz: „Kohlenhydrate machen und halten satt!“

Heute weiß ich, dass das – gelinge gesagt – Bulls*** ist. So ist das mit vielen Meinungen. Gelegenheitlich höre ich auch nicht gut genug hin, wenn andere Menschen andere Meinungen haben, das ist die Kehrseite der Medaille. Ich hätte früher auf meinen Kollegen hören können oder sollen, um früher an den Punk zu kommen, an dem er damals schon war. Dafür bin ich heute auf diesem Gebiet weiter als er. Er isst inzwischen zusätzlich Skyr und auch Eier. Und Leinsamen, Chiasamen und knusprig-knackige Nüsse. Und vielerlei weiteres Zeug. Ob er das wohl von mir aufgeschnappt hat…? Hmm…

So ist das nun einmal. Wir tun was wir tun. Wir essen was wir essen. Aber in der Regel tun und essen wir nur das, was wir kennen. Was der Bauer nicht kennt… Ich bin aber kein Bauer. Und was ich nicht kenne, macht mich in der Regel neugierig. Jedenfalls spätestens seit Teil 2 hier! Auch damals schon in Teil 1. Und dazwischen wurde ich wieder unbewusst. Selbst Schuld!

Und um auf meinen letzten Artikel zurück zu kommen… ich bin neugierig zu entdecken, ob es mir gelingt (wieder) einen Sinn im Leben zu finden oder aber überzeugt sinnlos weiter zu machen. Wie ein schweizer Uhrwerk. Ist doch geil, ist wie Sport. Du hast heute keinen Bock und tust es trotzdem. Du fühlst Dich danach oft gut, weil Du es getan hast. Oft aber auch nicht besser oder anders als vorher. Aber Du hast es getan. Und das unterscheidet den Macher vom Mit-Sich-Machen-Lasser.

Wir haben immer 2 grundsätzliche Möglichkeiten im Leben

Wir tun Dinge „einfach“. Wir tun „einfache“ Dinge. Und die meisten tun „einfache Dinge“ „einfach“. Das sind, wenn sie ausschließlich „einfache Dinge“ „einfach“ tun, die Mit-Sich-Machen-Lasser. Die gehen auf die Straße und demonstrieren gegen CO2 oder Pro-Asyl oder was weiß ich nicht alles, wovon sie sich das Hirn durch Medien oder ihr Umfeld weichkochen haben lassen. Anstatt selbst zu denken und zu recherchieren. Ich will da jetzt gar nicht tiefer einsteigen, ein bisschen provokante Thesen in den Raum stellen und dann verschwinden macht mehr Spaß. 🙂
Jedenfalls tun diese Menschen Dinge recht unreflektiert. Die Gründe sind vielfältig, meist Stress und Bequemlichkeit. Gerne in Kombination. „Einfache Dinge“ möglichst „einfach“ tun. Gut, klar. Führt auch zum Tod. Immerhin.

Und dann gibts die andere Möglichkeit im Leben: Du machst meinetwegen auch nur „einfache Dinge“ ganz „einfach“ oder herausfordernde Dinge ganz einfach oder auch ganz kompliziert. Völlig egal. Aber jetzt kommt der entscheidende Punkt: Du denkst darüber nach was Du tust. Du reflektierst und Du machst somit die Dinge bewusst. So werden „einfache Dinge“ zu „reflektierten einfachen Dingen“. Oder „einfaches“ Tun wird zu „reflektiert einfaches Tun“. Bewusst eben. Das ist DER wesentliche Schlüssel im mentalen Bereich. Die Meta-Ebene.

Und dann kommen die Gegenmeinungen

Die Frage ist, wozu die Gegenmeinungen kommen. Zur 1. Möglichkeit oder zur 2.? Sprechen Menschen mit Dir über „einfache Dinge“ „einfach“? Oder sprechen sie mit Dir reflektiert über „einfache Dinge“? Und auch über Dinge, „reflektiert einfach“? Hier weiß ich sehr genau zu unterscheiden. Und hier weiß ich auch, warum ich Kritik kaum mehr an mich heranlasse. Ich klopfe Aussagen, ganz besonders wenn sie „einfache“ Glaubenssätze – sind, nach diesen zwei Kategorien ab. Und fast immer – das ist aber ganz natürlich – bewegen wir uns im Rahmen der 1. Möglichkeit. Wir sind so. Wir sind Menschen, wir sind nicht immer super bewusst.

Aber mein Ziel ist es, das möglichst oft zu sein. Besonders wenn es für mich wichtig wird. Und wenn mich ein Thema interessiert, zum Beispiel über den Sinn des Lebens nachzudenken, dann passe ich schon sehr genau auf. Der lange Lauf zählt für mich. Und das ist kein Widerspruch zum „Leben im Jetzt“ (Eckhart Tolle). Denn jeder lange Lauf beginnt immer im Jetzt. Jeder neue Moment ist Teil des langen Laufes. Und wenn wir jetzt nicht anfangen, wird es weder ein Lauf und erstrecht noch kein langer.

Jetzt kannst Du aber nicht immer den eigenen Maßstab an alle anderen anlegen. Gut, kannst Du schon. Aber die Erwartungshaltung ist nicht erfüllbar. Kein Mensch ist exakt auf dem Stand des Anderen. Das geht gar nicht. Das mag bisweilen Frust erzeugen. Frust, nicht verstanden zu werden. Das mag sich mein Kollege auch gedacht haben, als ich ihm damals schockiert entgegnete: „Ohne Brot wirst Du satt davon?!“

Achtung, Meta-Ebene: Die Frage ist also, wie gehe ICH damit um, wenn andere Menschen andere Meinungen haben? Andere Glaubenssätze. Soll ich diese annehmen? Sollen ich mich beeinflussen lassen (was ein Stück weit mindestens unterbewusst sowieso passiert)? Soll ich das gegen meine Meinungen und Glaubenssätze abgleichen? Was ist richtig und was ist falsch? Willkommen in der Welt der Persönlichkeitsentwicklung.

Und jetzt sind wir in der Meta-Meta-Ebene

Du machst nicht mehr einfache Dinge einfach. Du machst sie nicht einmal mehr reflektiert, Meta-Ebene. Sondern Du denkst über die Meta-Ebene nach. Meta-Meta. Meta im Quadrat, könnte man sagen. Hoch 2. Mit Stern. Am Horizont.

Kein Mensch kann sagen was richtig und falsch ist. Jeder muss einen Weg im Leben finden mit den Dingen dieser Welt zurecht zu kommen. Ich glaube aber nicht nur, sondern bin davon überzeugt, dass die meisten Menschen in Möglichkeit 1 (siehe oben) feststecken und da auch nie herauskommen. Sie glauben es vielleicht, manchmal Möglichkeit 2 wahrzunehmen. Aber jedem das Seine. Es muss Gazellen geben, die gefressen werden. Und es muss Löwen geben. So ist die Natur. Ob das gerecht ist? Hat niemand versprochen! Ob das sinnvoll ist? Ich finde das Leben – zumindest derzeit – an sich bereits ziemlich sinnlos. Wie können dann einzelne Teile des großen Ganzen sinnvoll sein? Fehlanzeige.

Ich kann aber sagen, was FÜR MICH richtig oder falsch ist. Und das sind ganz wenige einfache Punkte.

  1. Bleibe ich nicht in Möglichkeit 1 kleben, Tat ich früher, brauche ich heute nicht mehr. Sondern ich versuche immer (was kaum ganz gelingt, außer vielleicht Eckhart Tolle 🙂 ) möglichst rasch in Möglichkeit 2 zu kommen. Danke liebe Walnüsse (nur als Metapher, macht bitte nicht im nächsten Supermarkt das Regal mit den Walnüssen leer!).
  2. Mache ich mir Gedanken um meine Gedanken und gehe in die Meta-Meta-Ebene. Und checke die Meinungen und Glaubenssätze anderer Menschen, egal ob Buchautoren, Youtuber oder persönliche Gesprächspartner oder Blog-Kommentatoren dahingehend gegen meine eigenen ab. Mache mir Gedanken um deren Gedanken, im Abgleich gegen meine Gedanken. Und denke darüber nach, warum sie so denken, was sie antreibt, wie sie auf ihre Meinungen gekommen sind und ob deren Quellen „gültig“ sind.

Gut, wie wird da jetzt ein Schuh draus?

Wenn ich feststelle, dass wir auf unterschiedlichen Ebenen miteinander sprechen, macht es keinen Sinn. Das ist so wie wenn Einer Englisch spricht und Einer Französisch. Und dabei meinen sich miteinander unterhalten zu können. Mag lustig sein, bringt aber nix. Gut, Italienisch und Spanisch finde ich noch sexy, selbst wenn ich kein Wort verstehen würde. Aber Englisch und Französisch sind wirklich nur noch von slawischen Sprachen zu unterbieten, wenn es um das Sexappeal geht. 😉 Auch wenn ja alle immer auf die französische Sprache abfahren, besonders die Männer, hab ich mir sagen lassen.

Also prüfe ich einfach die Ebenen. Und auf der Meta-Ebene miteinander zu sprechen ist nicht nötig, um sich zu entwickeln. Es reicht auch die einfache Kommunikation nach Möglichkeit 1. Aber ich versuche zumindest auf der Ebene zueinander zu finden oder es eben bleiben zu lassen. Das ist schon mal essentiell. Ohne die selbe Ebene geht gar nichts. Du kannst nicht mit jemandem, der mit seiner Bierflasche und Chips in der Hand vor Dir sitzt und sich dessen nicht bewusst ist, dass er das gerade tut, darüber sprechen, ob er das bewusst tut oder nicht. Wenn er es nicht bewusst tut, was er tut, macht es keinen Sinn. Er wird Dir nicht folgen können. Aber so kannst Du Dir einen Feind erzeugen, wenn Du mit ihm darüber sprichst. Das ja. Erstrebenswert? Nee.

Also: Ebenen-Check!

Jetzt kommt das Aber!

Selbst wenn Dein Gegenüber auf einer Ebene mit Dir spricht, so bleiben die meisten Kommunikationen dennoch oft „unnachhaltig“ für einen selbst. Was woran liegt?

Und das ist genau mein Problem! Es ist meines, okay. Es muss nicht Deines sein. Es ist meines. Mein Problem. Etwas, das ich seit meiner Kindheit habe. Damit muss ich alleine klar kommen. Und das ist hart genug. Glückwunsch an alle, die dieses Problem nicht kennen. Kommt von Herzen, wirklich. Diese Menschen sind auf eine Art gesegnet. Aber dennoch möchte ich nicht den Platz mit ihnen tauschen. Auch wenn es „einfacher“ ist. Da ich dann ebenso die „einfachen“ Dinge „einfach“ tun könnte. Will ich aber gar nicht! Insofern betrachte ich es weniger als Problem denn als Gabe. Inzwischen ist es eine Gabe für mich. Glaubenssätze? Auf den Kopf gestellt!

Und ich kann nur für mich sprechen, nochmal! Ich kann nur für mich sprechen. Was andere tun, tun andere. Ich weiß jedenfalls, dass das Ebenen-Modell nicht ausreicht, um für mich selbst sagen zu können, dass ich eine gute Kommunikation hatte. Wenn es um die Kommunikation als Selbstzweck geht, mag das noch ausreichen. Aber ich will lernen. Ich will reflektieren. Ich will besser werden. In allen Bereich, auf allen Ebenen.

Und wie erreiche ich das? Das ist ja mein Problem. Das ist mir interaktiv super selten möglich! Ich versuche mich stets an Menschen (und natürlich deren Meinungen und Glaubenssätzen!) zu orientieren, die etwas BESSER können als ich und WEITER sind. „Lerne von den Besten“, ist das Motto. Orientiere Dich an ihnen, sauge auf wie ein Schwamm, passe es an Dich und Deine Ziele an und dann… VOLLGAS!

Einfach gesagt gibt es also zwei Probleme, mit denen ich persönlich stets zu kämpfen habe:

  1. Bin ich nur selten mit Menschen auf der selben Ebene. Und gemeinsam auf der Meta-Ebene schon gar nur super super selten. Also folgen zwangsläufig Gespräche nach dem Schema: „Findest Du die Grünen besser oder die Roten?“, Fuck off! Weder noch! Du wirst von beiden verarscht, checkst Du das nicht?!“ Meta-Ebene ist DA und „einfache Dinge“ „einfach“ tun ist DORT. Geht einfach nicht. Und immer nur „einfach“ mag ich nicht. Ich brauche Walnüsse. Bitte die extra knusprigen!
  2. Selbst wenn wir auf der selben Ebene sind, wobei es nicht um eine Wertung dessen geht, ob es gerade „nur“ um „einfache Dinge“ geht, ist mein Gegenüber höchst selten „besser“ in einem Gebiet. Ja ich weiß, klingt überheblich. Sei es drum, lassen wir das einfach mal so stehen. Kurz mal drauf gepfiffen, wonach es nun für Dich klingt und wie es Dich triggert, okay? 🙂 Danke. Also weiter im Text… Deswegen suche ich mir ständig Herausforderungen. Weil ich gemerkt habe, dass ich mich dann zwangsläufig mit Dingen beschäftigen muss, in denen sich ANDERE besser auskennen. Gehirnnahrung. Meine Walnüsse, sozusagen.

    Anders gesagt: Menschen, die etwas auf einem bestimmten Gebiet wirklich richtig richtig gut können oder wissen, sind generell vergleichweise selten. Es gibt nicht viele Christiano Ronaldos, nur als Beispiel. Eigentlich nur einen. Das ist der Haken. Oder wie ist es beispielsweise beim Musizieren…? Wieviele Menschen können ein Musikinstrument zumindest einigermaßen „gut“ spielen? Wenige überhaupt, im Vergleich zum Rest der Bevölkerung. Und wieviele davon sind zumindest sogar „richtig gut“? Fast keiner. Das ist ja genau mein Problem, das weiß ich aber inzwischen (!) auch. Wie soll ich also die richtig guten Musiker finden? Wenn ich selbst doch schon ganz ordentlich spielen kann. Die Luft wird einfach verdammt dünn. Ich hoffe, ich konnte das klar genug herüber bringen. 🙂 Und dann kommt noch abschließend besonders erschwerend hinzu, dass Einen selbst auch das interessieren muss, was der Andere so toll kann. Mich interessiert angeln nicht, ich würde dem amtierenden Weltmeister zwar zuhören, aber ich würde nicht brennen dafür. Schwierig.

    Eine kleine Ergänzung noch an der Stelle sei mir erlaubt: Das Paradoxe ist außerdem: Wir entwickeln uns ja weiter. Präziser gesagt: Wir wollen uns weiter entwickeln. Aber unser Umfeld bleibt für gewöhnlich das Gleiche. Das kann eigentlich fast gar nicht mit Dir korrelieren. Das schließt sich fast gegenseitig aus. Deswegen entwickeln wir uns auch kaum. Zu diesem Zweck gibt es Bücher, das Internet, Vorträge usw. Gäbe es das nicht… puh! Ich wäre verloren. Die Menschen, denen wir begegnen, die etwas VIEL besser als wir können… für diese Menschen sind alle anderen umgekehrt aber zu weit weg von ihnen. Für sie lohnt es sich schlicht nicht sich mit Dir zu beschäftigen. Sie haben nichts davon ihre Zeit mit Dir zu verbringen. Deswegen kommen wir kaum an „Stars“ heran. Damit meine ich aber nicht die Promis, sondern die echten Stars. Die, die wirklich etwas können. Nicht die, die doof und einfach nur bekannt sind. Was bleibt? Hoch hangeln! Wie bei einer Leiter. Frauen können das im Allgemeinen sehr gut in Sachen Beziehungen. Ich habe dazu letztens ein paar Artikel verfasst. Hypergamie. 😉 Okay, okay. Ich hör schon auf. Ein bisschen Zynismus muss sein.

Und übrigens geht es ganz sicher nicht nur mir so. Ich weiß, dass es da draußen in der Welt auch andere wie mich gibt. Aber sie sind selten. Selten begegne ich solchen, zum Beispiel beim Weggehen und in Gesprächen. Aber die Luft wird rein quantitativ verdammt dünn da oben. Und dann passiert es eben umgekehrt auch schnell, dass mein Gegenüber merkt, dass er mit mir dasselbe Problem hat, wie ich sonst überall mit den Anderen. Das ist wie es ist, aber es ist ein echtes Problem, diese Gabe. Für alle Beteiligten. Wir sind immer bestrebt danach wachsen zu können. Jeder auf seine eigene Art.

Und ich bin froh, dass ich zumindest in der Lage bin, mir über Ebenen, Meta-Ebenen und Meta-Meta-Ebenen Gedanken zu machen. Auch wenn ich dabei Gefahr laufe, als „überheblich“ oder sonst etwas bezeichnet oder wahrgenommen zu werden. Ich glaube, dass vieles verwechselt wird. Ich spreche mit jedem Menschen. Aber? Aber (!) ich muss nicht alles an mich heran lassen, was andere äußern. Es sind ihre Gedanken, ihre Glaubenssätze. Sollen sie danach leben und glücklich werden. Passt. Und wenn ich sehe, dass ein Mensch irgend etwas besser kann als ich, auf einem Gebiet, das mich interessiert… dann versuche ich mit ihm auf derselben Ebene zu kommunizieren, damit Kommuniaktion rein faktisch überhaupt möglich ist. Wie gesagt, auf Englisch mit jemandem zu sprechen, der nur Französich spricht, macht keinen Sinn. Und wenn die Ebenen stimmen, höre ich gespannt zu und halte gerne meine Klappe. Aber das ist so selten. Lasst die Taschentücher stecken. Ich habe einigermaßen gelernt damit umzugehen. 🙂

Und fast zum Schluss vielleicht noch ein Filmtipp, der ganz gut zum Thema passt. „Inception“, mit Leonardo DiCaprio. Da geht es ein bisschen um so etwas ähnliches, auch um Ebenen. Wer den Film nicht kennt oder nochmal auf eine andere Art nachvollziehen können möchte, was ich hier in genau 3978 Wörtern von mir gegeben habe… einfach anschauen. Und gerne berichten! Sowohl vom Film als auch von Euren Meinungen und Ideen zu diesem Artikel oder wonach Euch sonst so der Sinn steht. Feuer frei.

Warum ich zwar provoziere, aber gerade darin der Mehrwert liegt

Da meine – zugegeben – provokanten Artikel hin und wieder auch gerne mal etwas anders verstanden werden können, als sie eigentlich gemeint sind… erlaubt mir nur eine kleine Präzisierung: Es gibt nicht per se „solche“ und „solche“ Menschen. Sondern nur „solche“ und „solche“ Situationen. Wir sind einander alle Lehrer und Schüler. Wechselseitig! Das wechselt je nach Situation ständig, das ist ganz wichtig zu betonen! Es geht nicht um Überheblichkeit oder Dinge besser zu wissen. Genau das Gegenteil ist der Fall. Es geht darum, Dinge die man selbst eben gerade NICHT besser weiß, an sich heran zu lassen und an Anderen zu wachsen. Deswegen bin ich offen für Input. Aber ich weiß eben auch sehr genau und strikt auszusortieren. Ich bin kein Gummiball für alle Anderen und diese Erkenntnis wünsche ich jedem, auch für sich selbst zu erlangen.

Jede Materie entstammt Gedanken. Nichts was existiert, existiert ohne vorangegangene Gedanken Anderer. Ein Auto ist ein Auto, weil sich jemand dachte eines zu bauen und es dann auch tatsächlich gebaut hat. Deswegen gibt es immer Menschen, die etwas besser können als man selbst! Weil nicht jeder von uns Autobauer ist und mit Vornamen „Volks“ und mit Nachnamen „Wagen“ heißt. Aber je nach Standpunkt „wird manchmal die Luft eben dünn“. Und ich stehe zu 100% dazu, dass ich das Problem schon immer hatte und vermutlich in exzessiver(er) Form immer weiter haben und noch ausbauen werde. Aber ich bin so reflektiert und gehe damit um. Aktiv. Proaktiv. Meta-Meta. 😉

Fazit, ganz allgemein: Achte auf die Ebene, in der Du mit Deinem Gegenüber sprichst. Und jedenfalls wenn es Dir nicht um reine Unterhaltung geht, dann sieh zu, dass Dein Gegenüber in einem Thema (materiell oder kognitiv) etwas „besser“ kann als Du oder zumindest etwas so kann, wie Du es auch können möchtest. Und ganz wichtig dabei: Lerne „NEIN“ zu sagen und verwirf ablehnende Meinungen umgehend, wenn sie von Menschen mit anderen Zielen stammen. Wenn deren Ziele nicht zu Deinen passen. Und wenn es Dich faktisch in keiner Form weiter bringt. Denke daran: Es sind die Glaubenssätze anderer Menschen, nicht Deine!

Und deshalb zum Abschluss noch ein bekanntes Zitat, das ich mir stets vor Augen führe. Im Projekt Beziehung Teil 2 mehr als je zuvor! Ich dachte auch lange Zeit es geht „einfach“. Geht es nicht! In Wahrheit nicht. Früher oder später macht es bumm… aber das muss jeder für sich selbst herausfinden und dann entweder daraus lernen oder „einfach“ immer weiter „einfache Dinge“ machen. Und dann auch nur das, ganz unreflektiert.

Achte auf Deine Gedanken, denn sie werden Worte.
Achte auf Deine Worte, denn sie werden Handlungen.
Achte auf Deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheiten.
Achte auf Deine Gewohnheiten, denn sie werden Dein Charakter.
Achte auf Deinen Charakter, denn er wird Dein Schicksal.

Und ich erlaube mir hier noch eine Zeile von mir persönlich zu ergänzen:

Achte auf die Menschen, mit denen Du Dich umgibst, denn sie sind Deine Lehrer!

Es liegt an Dir alleine mit was oder wem Du Dich umgibst. Du hast die Wahl. Mach das Beste daraus!

Und in diesem Sinne wünsche ich viel Glück den Einen (Philosophischer Sonntag – Warum man nicht viel Glück braucht). Und viel Erfolg den Anderen. Und nun ran an den Speck! Sonst gibts auf die (Wal-)Nüsse! 😉

Philosophischer Sonntag – Alles über nichts

Der heutige Philosophische Sonntag wird ein kurzer. Einer zum kurzen knackigen Nachdenken. Wenige Worte statt vieler.

Philosophischer_Sonntag

Heute geht es um Besserwisser und Expertentum

Das ist nicht nur auf den Job zu beziehen. Es geht auch um das Privatleben. Die Tendenz auf unserer Welt geht immer mehr in Richtung Expertentum. Wer ist denn heute noch in der Lage relativ viel selbst zu tun? Kaum tropft mal ein Wasserhahn, benötigen wir einen Handwerker. Geht mal der PC nicht, dann muss irgendwer aus der Familie oder dem Freundeskreis einspringen. Bei Versicherungen haben wir schon drei mal keine Ahnung welche nun nötig ist und welche nicht. Sofort muss der Vertreter her. Beim Kochen wird nur noch exakt nach Rezept nachgemacht. Eigene Entscheidungen auf fremdem Terrain? Fehlanzeige! Alles Beispiele aus dem Privatleben.

Und im Job sieht es noch schlimmer aus. Da gibt es zig verschiedene Experten für jedes unterschiedliche System. Egal welcher Art. In der Produktion das Gleiche. Am Fließband macht jeder Arbeiter fast nur noch einen Handgriff, dafür den ganzen Tag immer den gleichen. Wie ein Roboter. Aber seinen Nachbarn am Posten daneben kann er nicht ersetzen. Selbst in den einfachsten Tätigkeiten sind wir Experten geworden. Experte für dies, Experte für das.

Ist das wirklich gut?

Es gibt einen weisen Mann, den ich sehr verfolge. Besser gesagt seine Reden und Texte. Und er sagt so schön:

„Die Menschen wissen immer mehr von immer weniger. Bis sie irgendwann alles über nichts wissen. Dann überschlägt es sich.“

Zitate – Muhammad Ali

Heute möchte ich ein kleines Zitat von meinem Lieblingssportler bringen. Für mich ist er nicht nur Lieblingssportler, für mich ist er eine der größten Persönlichkeiten der Menschheitsgeschichte. Für mich sogar die größte Persönlichkeit. Sicher nicht nur für mich. Für die meisten Menschen ist er als Boxer bekannt. Das war aber nur der kleinste Teil seines Wirkens. Er hat sich aufgeopfert, eingesetzt für andere und sein Herz stets am rechten Fleck gehabt. Er hat mich inspiriert in meiner Jugend. Er war und ist ein Vorbild.

Ich kenne seine Kämpfe, ich kenne seine Bücher, ich kenne seine Reden.

Einmal sagte er…

„Lebe jeden Tag, als wäre es dein letzter. Irgendwann wirst du Recht behalten.“

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Muhammad Ali
(* 17. Januar 1942 in Louisville, Kentucky, als Cassius Marcellus Clay Jr., † 3. Juni 2016 in Scottsdale, Arizona)

Zitat – Eckhart Tolle

Heute mal ein Zitat von einem Mann, der mich unglaublich inspiriert hat und auf mich und mein Leben mehr Einfluss hatte, als alle anderen Menschen bisher. Und das, obwohl ich ihn nicht persönlich kenne. Nicht einmal seine Bücher habe ich gelesen. Ich habe ihm aber zugehört. Sehr gut zugehört. Seinen Hörbüchern.
Auch sein Einfluss auf mein Pickup und mein Projekt ist riesig.

Ich kann jedem Menschen von Herzen nur empfehlen sich mit den Werken dieses Mannes zu beschäftigen.

Eckhart Tolle (* 16. Februar 1948 in Lünen):

„Zeit ist überhaupt nicht kostbar, denn sie ist eine Illusion. Was dir so kostbar erscheint, ist nicht die Zeit, sondern der einzige Punkt, der außerhalb der Zeit liegt: Das Jetzt. Das allerdings ist kostbar. Je mehr du dich auf die Zeit konzentrierst, auf Vergangenheit und Zukunft, desto mehr verpasst du das Jetzt, das Kostbarste, was es gibt.“

2016-11-08

 

Zitat – unbekannt

Das zweite Zitat im Blog, diesmal ohne den ursprünglichen Autor zu kennen. Vor längerem habe ich so einen ähnlichen Satz einmal gelesen. Und ich fand ihn toll.

Außerdem hat ein Kollege den an seine Bürotüre gehängt. Das fand ich cool. Wenngleich dieser Kollege einer der faulsten und wenigst qualifiziertesten ist, die ich in meinem Berufsleben je erlebt habe. Das ist schon ein Hohn.

Macht aber das Zitat an sich nicht weniger wertvoll. 😉

„Manche finden Gründe, andere finden Wege.“

20161005

Zitat – Dr. Seuss

Es wird Zeit für eine neue Rubrik. Öfter mal was Neues.
Hier werde ich das, wann immer mir etwas inspirierendes, tiefgründiges, lustiges oder einfach nur mitteilenswertes zwischen die Finger kommt, wiedergeben, was aus meiner Sicht wert ist, wiedergegeben zu werden.
Durchaus auch mal solche Schachtelsätze. 😉

Und eröffnen werde ich heute mit einem Zitat, das für meinen Weg nicht treffender sein könnte:

„Sei wer Du bist und sag, was Du fühlst. Denn die, die das stört, zählen nicht und die, die zählen, stört es nicht.“

Theodor Seuss Geisel („Dr.Seuss“), berühmter amerikanischer Kinderbuch-Autor
* 1904, + 1991

2016-09-29