Eine wie (fast) alle – Fr. Fashion

Irgendwie hat es mich erst heute gepackt, einen Artikel zu schreiben. Am Wochenende kam es ja zum Date Nr. 3 mit Fr. Fashion. Der Titel verrät natürlich schon ein bisschen was. Oder auch schon fast alles. Aber ein paar Details sind auf jeden Fall berichtenswert.

Sie kam direkt zum Start mit einer tollen Story um die Ecke: „Hey, es tut mir wirklich leid und ich weiß, dass wir uns heute Abend ganz entspannt Zeit füreinander nehmen wollten. Aber meiner besten Freundin geht es nicht gut. Sie hat gestern Abend herausgefunden, dass ihr Freund sie seit einem Jahr mit einer anderen betrogen hat.“

Es ist immer irgendwas

Info und Anekdote am Rande:
Erster Gedanke dazu in mir, innerlich schmunzelnd: „Hey! Das ist die Story, die Du als Pickupper normal bringst, wenn Du so schnell es geht das Date verlassen willst.“ Dann tust Du einfach so als hätte Dir gerade Dein bester Freund geschrieben und nimmst das als Vorwand, das Date zu verlassen. Natürlich nur, wenn Dich die Frau einfach nur tierisch langweilt. Ich habe das bisher noch nie gemacht, finde es persönlich auch albern. Wenn ich keinen Bock auf eine Frau habe, dann sag ich ihr das inzwischen direkt ins Gesicht, stehe auf (…zahle meinen Teil der Rechnung…) und gehe einfach. Egal was sie sagt. Lebenszeit ist kostbar und meine eigene mir persönlich am Meisten. An der Stelle kann ich auch auf einen früheren Artikel von mir zu diesem Thema verweisen (Meine neue Art „Tschüss“ zu sagen). Hat schon fast einen philosophischen Touch.

Das Doofe war, dass wir beide bereits einen gewissen Weg auf uns genommen hatten. Hätte mir die Trulla – äh Entschuldigung, ich meine natürlich „die Liebste“ – gesagt, dass sie so eine Story im Gepäck hat, dann hätte ich das Date sofort abgeblasen. Das bringt doch nichts. Entweder hat sie Bock auf und Zeit für mich oder eben nicht. Aber es war so, dass wir nun schon voreinander standen. Sie dann direkt heim schicken wollte ich auch nicht. Sie schob nochmal ein: „Es tut mir wirklich leid. Aber wir haben ja Zeit füreinander, nur nicht ganz so lange. Wir machen es uns entspannt und genießen die Zeit, ich muss ja auch erst gegen Mitternacht los.“

Zweite innerliche Reaktion von mir: „Hm. Wahrscheinlich wartet Dein Freund zu Hause auf Dich. So selten wie Du Dich seit dem ersten Kontakt meldest bzw. auch spontan NICHT ans Handy gehst, wenn ich einmal anrufe.“

Die ganze Story mit ihr hat mir ab dem ersten Tag bis zum Himmel gestunken. Sie habe ständig viel zu tun und ihr Terminplan sei schon ziemlich voll und sie unternehme immer so viel und bla bla. Ich glaube einfach, dass sie (mindestens) einen Typen hat. War mir aber egal, weil ich es nicht weiß. Und da ich ein freier Mensch bin, schaue ich mir Dinge erstmal frei an. Ich mache mir zwar Gedanken, aber ich lebe nicht in Interpretationen.

Jedenfalls fand ich sie noch nie Weltklasse, aber interessant genug, um ihr die Chance zu lassen, mich vom Gegenteil zu überzeugen. Hat sie nicht geschafft. Soviel vorweg. 🙂
Das Date an sich lief relativ unspektakulär. Ja, gemeinsam gekocht. Wobei ich den Hauptteil der Arbeit tat. Sie stellte sich beim Vorbereiten bzw. Kochen aber auch an wie ein Pferd, das Eier legen soll. Naja, die heutige Generation halt. Außer Tiefkühlpizza in den Ofen schieben kennt die nix und kann auch nix. Das Essen war aber gut. Ist mir gut gelungen. Muss mich durchaus selbst loben. Garnelen in Knoblauch-Öl, dazu einen gemischen Salat und ein frisches dunkles Baguette. Hm. Für die Trulla hab ich meinen sonst so stringenten Ernährungsplan für den Tag aufgegeben. Abends gibts bei mir normal nur Low Carb. Ja, es war alles okay bis dahin. Wir haben gelacht, ja. Wir haben Spaß gemacht, ja. Aber spektakulär war es nicht. Muss es ja auch nicht immer sein, schon klar. Wenn…? Ja wenn da nicht diese Sache mit der Stimmung gewesen wäre…

Wenn die Zicke zickt, aber der Mann nicht mitmacht

Sie kann zwar weder Kochen, noch fleißig sein (z. B. den Tisch von sich aus decken) noch… sonstwas (okay, der ist böse *hehe*). Dafür kann sie aber ganz gut Weißwein und sonstigen Alkohol trinken… und ihn nicht (!) vertragen. Nachdem die Gute dann doch ein paar Dinger gebechert hatte, sprach sie „komplizierte Themen an“, wurde zickig und die eigentlich relativ entspannte Stimmung kippte plötzlich. Ich hätte das Kippen verhindern können. Definitiv. Ich hätte die heiklen Themen umschiffen können. Aber nee, sicher nicht, Freunde! 🙂

Ich bin nicht mehr der Pickupper aus Teil 1. Ich bin inzwischen ganz anders drauf. Ich stehe ganz anders zu meinen Themen, zu meinem Charakter und zu meinem Ich. Und mein Ich weicht nicht aus, wenn es haarig wird, nur um… ja was eigentlich? Um etwa eine Frau in die Kiste zu bekommen, die ich mindestens mal charakterlich gar nicht toll finde? Sicher nicht. 🙂 Also – darauf angesprochen – habe ich meine Ansichten rausgedonnert, wie sie gerade daher geflogen kamen. Auf jede ihrer noch so abstrusen Ansichten gab es von mir meinen passenden Standpunkt. Ehrlich und fair, die schnellste Art mich kennen zu lernen.

Beispiel? Ob ich Kinder möge? Ja ich mag Kinder, dazu stehe ich. Ihre Aussage: „Ich hasse Kinder!“ Das ist nur ein Beispiel für viele Dinge, die da an heißer Luft von ihr in den Raum geblasen wurden. Wie kann man Kinder hassen? Hä?! Jeder von uns war mal Kind. Das würde ja bedeuten, dass sie sich selbst hasst. Wobei… jetzt wird mir alles klar! 🙂

Ich wusste zwischendurch ehrlich gesagt nicht, ob ich weinen oder lachen soll. Ausbreiten und weiter ins Detail gehen möchte ich hier gar nicht, das ist sie nicht wert, die Frau. Nicht mal als gutes Date-Review taugt das. Es war einfach gehirngewaschen, Frauen sollten lieber Karriere machen und der Mann sollte zu Hause bleiben und überhaupt hätten Mütter zu Kindern keine engere Bindung als die Väter. All solches Zeug. Wenn ich noch beim Essen gewesen wäre, hätte ich mich vermutlich übergeben müssen. Blieb mir glücklicherweise erspart.

Jedenfalls zeigte sich dann ihr wahres Ich. Plötzlich meinte ich neben Alice Schwarzer zu sitzen. Pfui Teufel. Was für ein verdrehtes Weltbild. Die leichten Emanzen-Anflüge aus den ersten beiden Dates entpuppten sich als ein großes Donnerwetter. Und das ist für mich so in etwa der größte Grund einen großen Bogen um eine Frau zu machen. Danke, aber ich bin nicht schwul. Solche Frauen überlasse ich lieber den (leider vielen) anderen speichelleckenden Schoßhunden. Die dann von so einem Mistvieh in 1000 Einzelteile zerfetzt werden. Vermutlich müssen die sich bei Fr. Fashion auch nach dem Sex bedanken, erwartet sie wahrscheinlich so. Dass man im Anschluss artig „danke“ sagt. Und ihr eine Handtasche dafür kauft. Es war an diesem Abend wirklich egal was ich sagte, auf jede Aussage – sei so noch so neutral – folgten auf Krawall gepolte Widerworte.

Sie meinte jedenfalls in ihrer zunehmend mieser werdenden Stimmung mich etwas aus der Reserve locken zu können. Sorry, schaffst Du nicht! Da musst Du früher aufstehen. 🙂 Ich bin doch längst wieder täglich im Hier und Jetzt. Und ich habe abgesehen davon stets meine Beobachter-Kamera dabei. Und wann immer es brenzlig wird, wechsle ich diese Perspektive. Wenn ich mich dann beim Sprechen selbst beobachte, kann ich mit Dir Möchtegern-Power-Emanze nicht streiten. Ich kann dann innerlich nur Schmunzeln. Hm. Irgendwie war es ihr dann selbst zu doof, so dass sie mich bat irgendetwas zu tun, um die Stimmung wieder aufzuhellen.

Innerlich dachte ich mir nur: „Du langweilst mich.“ Aber ich bin eben auch kein unfreundlicher Mensch. Mama hat mich einfach zu gut erzogen, wird mir immer wieder klar. Charakterlich bin ich weitestgehend nicht geeignet für diese Welt. Geeignet für die Generation davor, ja. Nicht für die heutige allerdings. Heute gibt es nur mehr fressen und gefressen werden. Und fressen lasse ich mich von keiner Frau mehr. Die Zeiten sind vorbei. Aus. Ende. Da könnt Ihr Euch einen anderen Dummen suchen. 😉

Sie wurde dann doch noch etwas anhänglich. Aber Lust hat das in mir keine mehr ausgelöst. Überhaupt nicht. Ich machte ihr irgendwann den Vorschlag, dass es besser sei zu ihrer Freundin zu fahren, da sie doch bestimmt schon wartete.

Der Abschied viel kurz und knapp aus. Und ich verspürte wieder diesen innerlichen Frieden in unseren letzten gemeinsamen Minuten. Denselben Frieden, den ich in Teil 1 regelmäßig verspürte. Immer dann wenn ich merkte, dass es vermutlich (oder sehr sicher!) das letzte Treffen sein würde und es kein Wiedersehen mehr gäbe. Tut gut, diese Freiheit. Diese innerliche Nicht-Verhaftetheit gegenüber einer bestimmten einzelnen Frau.

Nummern zu löschen befreit

Jetzt springen wir zum nächsten Tag. Ich ging spazieren mit einem Freund. Es war schönes Wetter. Wir genossen die Sonne und schlenderten durch die Stadt. Dabei erzählte ich ihm die Story vom Vortag. Seine Reaktion: „Und ihre Nummer hast Du bei der Geschichte noch nicht gelöscht?!“ „Stimmt eigentlich, warum nicht?“, antwortete ich mich selbstfragend.

Gesagt, getan. Weg war die Nummer. Aus den Kontakten und auch der Chatverlauf aus WhatsApp. So einfach geht das heute. Das ist meine Antwort auf das ganze Dating-Gebahren einer völlig verrückten Generation.

Und zwei Tage nach dem Date war es dann soweit. Mein Telefon klingelte. Eine unbekannte Nummer. Vermutlich hatte sie bemerkt, dass ich sie gelöscht hatte. Mein WhatsApp-Profil ist so eingestellt, dass man mein Profilbild nur sieht, wenn ich die Person in meinen Kontakten eingespeichert habe. Und gerade das hatte ich bei ihr eben nicht mehr.

Sie wollte sich entschuldigen dafür, wie das Date lief. Sie sei manchmal launisch. Sie wisse auch nicht so genau was für die Stimmungsschwankung gesorgt hatte. Eigentlich finde sie mich als Mensch mega interessant und hat sich auch nach den beiden Dates total gefreut. Und auch beim Kochen sei es toll gewesen usw. bla bla bla. Aber sie hätte jetzt das Gefühl, dass ich sauer auf sie sei. Und sie wollte nachfragen.

„Ja, nachfragen? Was eigentlich?“, dachte ich mir nur. Mit 2 Tagen Abstand lässt sich einiges klarer sehen. Also nutzte ich die „überraschende“ Gelegenheit… die gar nicht so überraschend ist… denn Frauen hassen es einfach, wenn der Mann ihnen nicht hinterherdackelt… sie kommen dann doch meistens von alleine zurück gekrochen… ist nur eine Frage der Zeit… hab ich gelernt… (siehe den Brief von Fr. Tinder damals, der plötzlich in meinem Briefkasten lag, nachdem sie „Schluss gemacht“ hatte: Ein lange angekündigter Rundumschlag). Zurück zum Text: Ich nutzte also die Gelegenheit und habe ihr einfach mal alles vor den Latz geknallt, was so Sache ist.

Ich: „Erstens fand ich es nicht toll, dass Du Dich beim Herrichten, Kochen, Abräumen und Abspülen kaum beteiligt hast. Ich stehe auf Frauen, die aktiv sind. Geht gar nicht. Zweitens ist mir meine Zeit wertvoll und ich verbringe meine Zeit nur mit Menschen, die mir gut tun. Schlechte Laune ist nichts für mich. Und auf Machtspiele stehe ich nicht. Ich weiß was ich will, darum gab es von mir auch kein Streitgespräch oder eine ellenlange Diskussion an dem Abend über irgendein belangloses Thema. Du hast eine andere Meinung? Fein. Deine Sache. Akzeptiere ich. Kein Grund sauer zu werden. Aber ich stehe auf Frauen, die genug Selbstvertrauen haben, auch Frau zu sein. Die ihre Weiblichkeit an sich selbst lieben und nicht versuchen wollen einem Mann künstlich die Stirn zu bieten. Das mag bei den Meisten da draußen funktionieren, bei mir nicht. Keine Ahnung was genau an dem Abend dazu geführt hat, dass die Stimmung kippte. Ist mir auch egal, das was ich da von Dir kennengelernt habe, ist nicht das, was ich für mich in meinem Leben brauche.“

Da war sie etwas perplex, die gute Fr. Fashion. Nun, also… ob wir denn in Kontakt bleiben könnten und „einfach mal sehen, wie wir in ein paar Tagen so denken würden“, fragte sie. Ich antworte: „Wir haben die Möglichkeit uns kennenzulernen. Wenn Du mir zeigen möchtest, dass Du ein anderer Mensch bist als der, den ich an dem Abend zugesicht bekommen habe. Aber ich sammle keine Telefonnummern. Freundschaften zu Frauen gibt es bei mir nicht.“

Sie: „Ist das dann für Dich gleich endgültig aus?“

Ich: „Das hängt von Dir ab, was Du bereit bist zu investieren. Ich brauche keine lauwarmen Geschichten. Und da Dein Prinzessinnenkalender (O-Ton, ich schwörs! *hehe*) sowieso von morgens bis abends voll geplant ist (wie gesagt, meine Vermutung: Weil sie einen – mindestens einen! – Freund hat, ich würde darauf wetten!), langweilt mich das alleine schon. Wenn Du einen Menschen kennernlernen möchtest, dann musst Du Dir dafür auch die Zeit nehmen. So interessant kann ich gar nicht für Dich sein, dass Du für eine ganze Woche im Voraus nicht weißt, wann Du mal ein paar Stunden übrig hast.“

Sie: „Ja, aber ich habe halt auch viele andere Sachen zu tun und mache auch viel mit Freunden, wir sind ja gerade erst am Kennenlernen, da kann ich doch nicht einfach alles andere hinten anstellen.“

Ich musste innerlich wieder nur schmunzeln und dachte mir: „Wenn das ein Kennenlernen sein soll, also SO… ohne Zeit miteinander zu verbringen… hahaha… was für ein Paradoxon!“

Ich: „Genau da liegt das Problem. Du meinst so viel zu tun zu haben, dass eben gar keine Zeit ist einen Menschen kennen zu lernen. Ich hab auch viel zu tun und im Moment bestimmte Prioritäten, aber Zeit für ein Date alle paar Tage nehme ich mir einfach. Und deswegen verstehe ich auch nicht was Dein Anruf soll. Im Prinzip ist doch klar, dass das zwischen uns so gar nicht geht.“

Sie: „Ich wollte Dir auf jeden Fall sagen, dass Du Dir nichts Komisches denken sollst. Du hast nichts falsch gemacht oder so. Deswegen wollte ich mich auch entschuldigen, damit da nichts zwischen uns hängen bleibt.“

Ich: „Das ist nett von Dir. Aber entschuldigen brauchst Du Dich nicht. Da stehe ich drüber. Alles okay. Mach Dir keine Gedanken.“

Sie: „Ja ich möchte nur, dass wenn wir uns mal irgendwo begegnen, dass wir uns nicht einfach aus dem Weg gehen.“

Ich: „Keine Sorge. Ich sag bestimmt hallo. Aber mehr auch nicht. Bei mir gibts nur 0% oder 100%. Dazwischen ist kein Platz.“

Sie: „Du siehst das aber generell ziemlich hart.“

Ich antworte also: „Ich weiß was ich möchte und was ich nicht möchte. Deswegen wünsche Dir einfach nur leb wohl, alles Gute, pass auf Dich auf und viel Spaß noch.“

Damit war es das dann auch.

Und so ist es, wie es bisher (fast) immer war… ich packe mental wieder einmal meine Sachen und ziehe weiter…

Auswahl gibts genug. Und unter Wert verkaufe ich mich für keine Frau. Und mein Wert ist seit dem Beziehungsaus so unendlich gestiegen. Alleine schon ganz unabhängig davon, wie andere – besonders Frauen – mich sehen. Es ist mir egal. Ich bin ich. Einen Wert zu haben, impliziert Werte zu vertreten. Man kann nicht etwas wert sein, ohne Werte zu verkörpern. Die Summe der eigenen Werte machen den eigenen Gesamtwert aus. Also geht es für mich doch ganz einfach nur noch darum, der Frau zu begegnen, die in der Lage und fähig ist (geistig und mental!), Werte im Leben überhaupt entdecken zu können. Und dann muss die Eine dazu doch nur den Blick einmal auf mich richten und hinsehen. 😉

Irgendeine wird das hinbekommen. Ich bin total überzeugt davon. Geduld, junger Padawan. In diesem Sinne wünsche ich der Frau meines nächsten Dates jetzt schon einmal viel Erfolg. Gepaart mit einem Tipp nach dem Motto vom ZDF: „Mit dem Zweiten sieht man besser!“

2019-06-11

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Zwischen Studium und den Frauen und Fr. Fashion

Eigentlich hänge ich unter Hochdruck an einer Arbeit für mein derzeitiges Studium. Eigentlich, ja. Ich habe mal wieder spät begonnen. Vielleicht zu spät. Vielleicht aber auch nicht. Wir werden sehen. Wann immer es in meinem Leben zeitlich gesehen eng wurde und ich liefern musste, habe ich noch immer geliefert. Meist sogar Höchstleistungen. Fokussieren. Eingrenzen. Beschränken. Liefern. Fertig. Und bevor ich das tue, kam mir vorhin die Idee, noch eben einen Artikel raus zu donnern. Schreiben für mich selbst bereitet mir noch immer am Meisten Freude.

Die letzte Projektarbeit gab eine 1,0. Hatte ich auch recht knapp fertig gestellt. Damals hatte ich aber auch noch Lebensgefährtin und zwei Kinder „um die Ohren“. Heute bin ich auf mich alleine gestellt. Knapp ist es vielleicht gerade deshalb, weil ich die letzten Wochen eben gerade nicht mehr die mir bis dahin so lieb gewonnenen Personen um mich herum hatte. Stattdessen musste ich wieder lernen auf mich alleine gestellt zu sein. Und dafür musste ich Prioritäten ändern. Und zunächst nur mich selbst als Menschen in den Vordergrund rücken. Die entstande Leere durch das Fehlen meiner gewohnten Menschen mit mir selbst auffüllen. Und auch das Studium weiter hinten anhängen.

Und anstatt all meine Energie in mein Studium zu investieren, habe ich es ins Studium meines eigenen Körpers investiert. Ein wenig auch in Spaß und das Kennenlernen neuer Frauen, jedoch letzteres wirklich nur sehr wenig. Naja, ich finde, dass sich die neuen Prioriäten bislang gelohnt haben. Auch wenn sie zulasten des Hochschulstudiums und meiner Projektarbeiten gehen. Einen leichten Anflug eines Sixpacks kann ich jedenfalls schon erkennen. Meine Motivation ist schon gigantisch, muss ich sagen. Bezogen auf mein Körperstudium im Selbstexperiment. Ich habe noch nichts jemals so brutal durchgezogen wie das Projekt Maschine. Wenn ich bedenke, wie ich vor wenigen Monaten noch gerne abends fast rituell Chips gegessen habe. Gerne kuschelnd, beim Filmschauen. Und mir dabei in meiner Wohlfühloase namens „eigene Familie“ meiner selbst so sicher war.

Nebenbei, eine Haupterkenntnis in aller Kürze: Alles was Du besitzt, kannst Du auch wieder verlieren. So nüchtern und sachlich sollte ich das sehen. Ich bin hingefallen. Schlecht. Ich bin aufgestanden. Gut. Mund abwischen. Weiter machen. Inzwischen sehe ich es auf meiner Reise der Persönlichkeitsentwicklung selbstreflektierend so, dass ich über mich selbst lachen muss. Was auch zuletzt an den neuen Trainern liegt, denen ich folge. Sie sind so schonungslos offen und so unglaublich hart in der Selbstreflexion, dass Granit nichts dagegen ist. Ich bin beeinflussbar von guten Leuten, zum Glück. Ja, zum Glück gibt es verdammt gute Trainer da draußen in der Welt. Die einem in 2 Wochen mehr beibringen, als man selbst in mehreren Jahrzehnten lernen könnte. Und das auch noch ausschließlich durch Video-Vorträge und Podcasts. Irre.

Jedenfalls bringen diese Menschen mich zum Sinnieren über mich selbst bzw. mein Leben. Diese Gedanken führen mich bisweilen immer öfter zu inneren Dialogen gegenüber meinem Leben, im Stile von: „Was für einen dreckigen Schicksalsschlag Du mir beschert hast! Was willst Du mir damit nur sagen?! Du willst mich kleinkriegen, gibs zu! Gib es zu! Niemals! Du bist eine widerliche Hydra. Und wenn Dir verdammter Hydra noch so viele Köpfe nachnachwachsen, ich schlag sie Dir immer wieder alle ab!“

2019-05-31

Genug des Ausflugs in die griechische Mythologie. Kommen wir zurück in die Realität. Oder verschwimmen nicht längst die Grenzen zwischen Mythologie und echtem Leben? Ist das ganze Leben nicht vielleicht eine einzige Hydra? Ist das Leben nicht irgendwie ein Kampf, in dem nur die Wenigsten je zu kämpfen begonnen, sondern sich noch vor jeglichem aufkeimendem Konflikt ergeben haben? Es ist heute kein Philosophischer Sonntag, also brechen wir hier ab. Fullstop.

Ich hatte wie angekündigt mein zweites Date mit Fr. Kaufhaus. Die ich übrigens ab jetzt Fr. Fashion nenne. Weil sie für ein Modelabel arbeitet. Fr. Kaufhaus klingt so steril, finde ich. Nennen wir sie lieber Fr. Fashion.

Zum Date selbst gibt es nicht so wahnwitzig viel zu sagen. Das Sensationelle ist: Ja, tatsächlich, es gab ein Folgedate!!! Wahnsinn! Eine Frau wollte mich also wieder sehen! Das ist doch mal ein Glas Champagner wert oder? Auf mich selbst! Prost! Auf mich, den alten Langweiler.

Ach Freunde, was gibt es Köstlicheres als Sarkasmus gegen sich selbst? Einfach geil!

Wir wollen demnächst zusammen kochen. Oho. Klingt also nach einem weiteren Date. Spricht also definitiv für die Frau, dass sie mich wiedersehen möchte. Da können sich all die anderen Damen aber mal eine Scheibe abschneiden von ihr. Ich meine all die Damen, die im Projekt Beziehung (Teil 1 und 2) meinen Weg als einmalige Dates mit ihren Leichen gepflastet haben. Ich fuhr schon einen ordentlich hohen Verschleiß. Friedhof der Kuscheltiere. Fr. Fashion muss also irgend etwas an mir entdeckt haben, was es aus ihrer Sicht Wert sein muss, mich wieder sehen zu wollen. Was das wohl ist? Vielleicht steht sie auf Langweiler? Passt. Damit kann ich dienen! 🙂

Ach Freude. Ich muss mal aufhören mit diesem Sarkasmus. Nein, im Ernst. Eigentlich freue ich mich gerade wirklich nur. Über einen wesentlichen Umstand am allermeisten. Lasst es mich so sagen, ich war in Sachen Pickup doch kaum mehr aktiv. Insgesamt so wenig, wie ich in meinen Spitzenzeiten damals als kleines 2-Tages-Pensum erfüllt hatte. Und speziell die letzten 2 Wochen habe ich kaum mehr Frauen angesprochen. Insgesamt vielleicht 5, oder so? Ich beobachte viel und suche draußen sehr den Blickkontakt. Ohne aktiv zu werden. Ich lasse mehr auf mich zukommen was das Leben zu bieten hat. Dazu zählen auch die Frauen. Und ganz besonders deshalb freue ich mich, dass das Date mit Fr. Fashion so „leicht“ entstanden ist. „Leicht“ im Sinne von „Leichtigkeit“. Kein verbissenes Hinterherrennen einer jeden Frau. Keine 100-Meter-Sprints auf offener Straße, nur um die nächste Granate noch einzuholen. Das Date, bzw. nun schon das 2. Date, ergab sich also mehr aus der Ruhe. In der Ruhe liegt die Kraft, sagt man.

Ich freue mich also darüber am Meisten, dass ich mir dieses Date (und auch das mit Ms. Osteuropa) mit so viel Gelassenheit in mein Leben zog. Fast erhaben, würde ich sagen. Und neben diesem Umstand der Freude, nehme ich aus der aktuellen Situation noch ein paar weitere Erkenntnisse bzw. offene Fragen für mich ganz persönlich mit:

  1. Ich habe in ihr eine Frau getroffen, die viel schneller (!) spricht als ich. Premiere! Das ist ein bisschen anstrengend, gebe ich zu. Jedenfalls wenn es für aus meiner Sicht um nicht so spannende Themen geht. Aber was ich auch feststellen muss ist, dass ich die Anstrengung lieber habe als Langeweile durch ein einschläääääferndeeeeeees Spreeeeechtempoooooooo. Keine Sorge, ich versuche dennoch weiterhin immer überall schööööööön langsaaaaaaaam zuuuu spreeecheeeeeeen.
  2. Unser Kontakt zwischen den Dates ist schon äußerst spärlich. Das habe ich so auch noch nie erlebt. Besonders nachdem… äh… naja… es jetzt zwischen uns nicht bei einem Eskimo-Bussi geblieben ist. Das kenne ich so nicht. Normalerweise kleben sich die Frauen dann an meine Fersen. Ich denke da beispielsweise an die Klette oder auch an Fr. Schlange. Bei Fr. Schlange war es schon sehr extrem. Ich habe das jedenfalls immer so erlebt, dass die Frauen – bereits nach den ersten Dates – stark kontaktbedürftig geworden sind. Was mir immer gut gefallen hat, da ich normalerweise genauso bin. Allabendliche Telefonate waren dann Gang und Gäbe. Und auch die eine oder andere WhatsApp-Nachricht zusätzlich untertags. Fr. Fashion handhabt das anders. Sie kommt wohl auch kontaktlos oder mit spärlichem Kontakt ganz gut klar. Ich stelle das bis hier erstmal wertfrei fest. Passt. Und jetzt führt mich das zum 3. Punkt meiner Aufzählung.
  3. Werde ich gegamed (englisch „to game“ = spielen)? Ich kann mir das im Moment nur so erklären, indem ich mir selbst die Frage stelle: Wann würde ich einer Frau nur sehr spärlich oft schreiben und auch nicht jeden Hebel in Bewegung setzen, damit so schnell wie nur möglich das nächste Date zustande kommt? Na?! Interessante Frage, oder? 😉
    Ich jedenfalls würde das nur dann tun, wenn ich auf keinen Fall eine tiefere emotionale Bindung zu diesem Menschen aufbauen wollen würde. Während den Dates ist sie sehr wohl emotional und auch durchaus… sagen wir… sinnlich. Was im Umkehrschluss für mich bedeutet, dass sie jedenfalls nicht auf der Suche nach der Beziehung ihres Lebens ist. Dazu unternimmt sie für meinen Geschmack an vielen Tagen schon zu viele andere Dinge, mit wem auch immer. Daher die interessante Frage: Werde ich gegamed? Müsste ich 5 Euro wetten, würde ich es tun. Und davon ausgehen, dass ich einer von mehreren bin.

Und mit dieser Frage entlasse ich mich selbst ins Wochenende. Und schei** auf eine Antwort. 😉

PS: Jeder soll in seinem Glauben sein dürfen. Aber eines ist klar, mich gamed niemand mehr. Definitiv nicht. Gegamed wurde ich von Fr. Schlange, schon in der ersten Nacht. Das passiert mir nie wieder. Also nicht das Ding mit der ersten Nacht. Das kann schon mal wieder passieren. 🙂 Aber zu meinen, dass nur ich der Pickupper sei… Nee. Witzig ist doch: Ich pickuppe derzeit gar nicht. Ich habe längst begonnen authentisch(er) zu sein. Ich bin draußen unterwegs, ja. Aber ich mache wonach mir ist. Ich feuere keinerlei Routinen (mehr) ab, wie es im Pickup-Jargon heißt. Keine Techniken und keine Sprüche mehr. Ich komme aus meiner Mitte. Ende. Ich bin inzwischen so gut es geht einfach nur „real“. Möchte die Frau zunächst nur sprechen und sehen, ob sie überhaupt etwas für mich sein könnte. Das ist mein Mindset, inzwischen. Und das gefällt mir verdammt gut. Und die 2 Dates mit 2 verschiedenen Frauen trotz der geringen Anzahl an Damen, die ich überhaupt angesprochen habe, zeigt mir schon den richtigen Weg.
Und wenn es so ist, dass Fr. Fashion mich tatsächlich „nur“ gamed? Läuft. Leasing-Fahrzeuge fährt man auch nicht den ganzen Tag. Car2go und DriveNow sind doch das neue Prinzip oder? Schaut mal in die Großstädte! 😉 Hab ich von Fr. Schlange gelernt, der extrem-hypergamen Hydra. Redpill. MGTOW. Danke. Nachricht ins Logbuch an mich selbst: Nimm das Leben wie es kommt, Mr. Projekt Beziehung!

Date-Review mit der Frau aus dem Kaufhaus

Gestern hatte ich ein Date angekündigt. Und ja, es fand auch statt. Wunder geschehen immer wieder! 😉

Vorweg gleich mal, es wurde ein recht langes Date. So lange, dass ich am Ende die letzte Bahn verpasst habe und deshalb mit dem Taxi heim fahren musste. Ist mir noch nie passiert. Buh!

Aber jetzt mal der Reihe nach: Sie war pünktlich auf die Minute (wow!). Kurze Begrüßung, Umarmung. Sie strahlte. Und ich freute mich wirklich auf das Date. Sie hatte mir nachmittags am Telefon einfach Lust gemacht auf mehr, durch ihr Lachen und ihre freudige Art.

Fan von mir selbst

Ein witziger Einschub: Ich hatte das gar nicht als etwas „Besonderes“ angesehen, aber ich habe in meinem Handy als Hintergrundbild…? Mich selbst! Ja, tatsächlich. Ein Bild aus dem Fotoshooting kürzlich. Und ich finde meine eigenen Bilder immer noch so cool, dass ich eines davon doch glatt als Hintergrundbild eingestellt habe. Sie sah das und fragte ganz erstaunt: „Du hast ein Bild von Dir selbst als Hintergrund?!“
Ich dachte mir: „Äh. Oh. Stimmt. Hm. Kommt vielleicht komisch, haben wohl die Wenigsten. Aber ich find es Hammer!“ und antwortete: „Ja klar!“

Jetzt könnte man meinen, dass das ein riesen Thema werden würde. Ob ich selbstverliebt sein könnte. Oder überheblich. Oder oder oder. Nein, ich finde mich einfach (wieder!) toll. Punkt. Mehr nicht. So toll, dass ich doch lieber mich ansehe als irgend ein Trival oder Pseudo-Strandfoto von den Malediven. Oder ein Wappen meines Lieblings-Fußballvereins. Ich muss mich jeden Tag ertragen. Also kann ich auch einfach den Spieß umdrehen und mich selbst einfach toll finden. Ich dachte mir dann in dem Moment ehrlich, dass sie das irgendwie „abschreckt“. Tatsächlich lächelte sie nur kurz darüber und das Thema war vom Tisch und kam auch nie wieder zur Sprache. Was sie sich dazu dachte, weiß ich nicht. Vielleicht irgendwas, vielleicht auch nichts. Was ich damit sagen will ist: Steh zu Dir selbst! Und wenn Du etwas tust, sei kongruent! Wenn Du Dein Bild cool findest, dann mach das. Wenn die Frau das dämlich findet? Nicht mein Problem! Wenn sie es außergewöhnlich findet? Auch gut! Mach, worauf Du Lust hast. Das ist die Devise. Ich stelle kein Bild von mir selbst rein, UM einer Frau ZU zeigen oder auszusagen: „Ich finde mich selbst toll, sieh mal!“, sondern UM ZU…? GAR NICHTS! Kein „um zu“!

Ich vermute, dass ich wohl derzeit auch einen erhöhten Testosteronspiegel habe. Das Krafttraining ist bestimmt ein Auslöser dafür. Adrenalin mit Testosteron ist wohl teuflisch. Aber dann doch lieber auf Testo als depri. Oder? Ehrlich sein, bitte. Wenn ich mich selbst betrachte, muss ich sagen: Nach dem jüngsten dicken Beziehungaus ist das schon eine irrsinnige Leistung, nach gerade einmal 2,5 Monaten so einen Schub zu machen. Ich fühle mich, als wäre ich 10 Jahre gewachsen. Vor wenigen Wochen noch fühlte ich mich so, als wäre ich auf offener See unter gegangen. Ausgesetzt worden, ganz ohne Rettungsinsel. Einfach mit einem Arschtritt raus und über Board. Kein Mensch auf dieser Welt kann in das Innenleben eines Anderen blicken. Wahrscheinlich auch gut so. Gerade deshalb versuche ich auch selbst mein größter Motivator zu sein! Wer, wenn nicht ich selbst, kann mich am Besten aus dem Dreck ziehen?

Ich schlug also direkt eine Bar zum Einstieg vor. Eine, die sie noch nicht kannte.
Ihre Reaktion: „Ja, dann gehen wir doch da hin, was Du vorschlägst.“
Ich dachte mir: „Passt. Gutes Mädchen.“
Warum? Es ist nicht so einfach das direkt in Worte zu fassen. Aber es ein Gefühl, das die Frau einem in diesem Moment direkt zum Start vermittelt. Die Botschaft dahinter lautet sub-kommunikativ: „Du bist der Mann. Wenn Du den Weg vorgibst, folge ich Dir.“

Die letzten Wochen hatte ich ja schon immer wieder mal dazu ein paar Worte verloren, wie wichtig es aus meiner Sicht ist, dass der Mann führt und die Frau sich auch führen lassen möchte (!). Sie ist definitiv eine Frau, die kein Problem damit hat ihre Meinungen klar zu äußern und dahinter zu stehen. Auch wenn sie merkt, dass ich eine andere Meinung vertrete. Das zeugt zunächst von äußerer Sträke. Im Laufe des Dates kristallisiert sich dann doch meist heraus, dass die Frau eigentlich eine eher unsichere Persönlichkeit hat. So ist das auch bei ihr. Und das ist ganz normal. Das ist okay so. Aber vordergründig ist sie stark. D.h. als Mann darf man sich dann einfach nicht von der einen oder anderen Äußerung beeindrucken lassen. Und einfach weiter im eigenen Frame und Mindset bleiben: „Ich bin der Mann. Punkt.“
Das soweit mal nur als Gedankeneinschub.

Nun zum Date an sich.
In der ersten Bar angekommen, hielt ich ihr selbstverständlich die Türe auf. Sie: „Oh, danke. Ganz klassisch!“ Ich dachte mir nur: „Oh Wunder geschehen. Endlich wieder eine Frau, die das überhaupt bemerkt!“

Eine Frau, die nicht um Führung kämpft

Wir sprachen erstmal darüber was wir uns zum Trinken bestellen möchten und sinnierten über verschiedene Getränke. Anti-Alkoholisch? Oder lieber Weißen oder Roten. Ich legte mich auf einen Weißwein fest. Sie schwankte zunächst zwischen verschiedenen Möglichkeiten und sagte dann: „Ich kenne mich bei Weißwein nicht so aus. Ich nehme einfach das Gleiche, das Du nimmst. Ich mag ja auch wissen was Dir schmeckt!“ Der hat gesessen! Das ist ’ne Ansage. Hat mich verzückt. Nicht wegen mir, sondern wegen ihr. Sie ließ mich einfach machen. Und wann immer das in meinem bisherigen Dating-Leben passierte, dass ich machen sollte und durfte, verhieß das nur Positives. Letztlich für beide.

Wir streiften verschiedene einfache Themen und kamen dabei immer weiter zu nicht gerade typischen Dating-Themen. Ich hatte mir vorgenommen, wieder – wie auch letztens mit Ms. Osteuropa – mehr zuzuhören als zu sprechen. Und langsam zu sprechen. Der Vorsatz war nicht durchhaltbar. Zumindest ersterer. Sie stellte unentwegt Fragen. Sie zeigte so viel Interesse, dass es mir schier unmöglich war weniger zu sprechen als sie. Selbst Versuche meinerseits, das Gespräch immer wieder auf sie zu lenken, umkurvte sie hartnäckig. Ich fühlte mich etwas, als wäre ich der Star des abends. Und müsste Autogrammkarten verteilen. Ohne eigentlich der Star sein zu wollen. Ich wollte eher der genießende Mann auf den hinteren mittleren Spitzenplätzen eines großartigen Konzerts sein und mich entspannt unterhalten lassen. Mich zurücklehnen dürfen und zuhören. Aber keine Chance, die Rechnung hatte ich ohne die Frau gemacht. 🙂

Sie spiegelte meine Körpersprache beispielsweise immer wieder. Außerdem streifte sie sich immer wieder durch die Haare und spielte damit. Ich liebe glatte dunkle Haare. Und ich finde das schon ein bisschen erregend, wenn die Körpersprache der Frau so eindeutig Interesse signalisiert. Früher – in Teil 1 – habe das Spiegeln der Körpersprache teilweise bewusst selbst eingebaut. Das mache ich heute gar nicht mehr bewusst. Aber sehr wohl nehme ich bewusst wahr, wenn die Frau mich spiegelt. Ich bin im Moment. Es gelingt mir nicht ein gesamtes Date lang. Aber phasenweise immer wieder. Ich versuche so fokussiert und im Moment zu sein wie nur irgendwie möglich. Und das brachte mir am Meisten Genuss gestern, die Szenerie wahrzunehmen wie sie war.

Das Gespräch verlief intensiv, witzig. Wir verstanden uns gut. Ich hatte das Gefühl, dass sie mich anhimmelt. Das, also ich, ist übrigens der selbe Junge, der beim letzten Date mit Ms. Osteuropa offenbar nocht so total langweilig gewesen sein soll. Hm. Ich weiß nur, dass ich immer noch der selbe Mensch bin, sowohl beim letzten Date mit dieser einen anderen Frau und auch gestern beim Date mit einer weiteren Frau. Ich hatte mir für gestern Abend aber auch vorgenommen, etwas mehr für „Knistern“ und „Spannung“ zu sorgen. Es gelang mir irgendwie ganz offensichtlich auch. Aber?

Selbstläufertum!

Ja, aber! Ich muss ganz eindeutig dazu sagen: Es ist einfach merkwürdig! Gestern Abend war das Ganze irgendwie ein Selbstläufer. Ich musste keine großen Feuerwerke zünden und ständig „so tun als ob“. Und sie war dennoch gut unterhalten, sogar bisweilen fasziniert. Keine Ahnung, ob ich das hier gut genug beschreiben kann, um verständlich auszudrücken worum es mir geht. Ich möchte damit sagen: Es ist ein Irrglaub zu denken, dass man als Mann alleine (!) dafür verantwortlich sein soll, die Frau zu begeistern. Mitnichten! Gestern war es einfach gefühlt ein Selbstläufer, die Frau machte mit. Und so wurde ein Tanz daraus. Und bei Ms. Osteuropa hatte ich eher den Eindruck, dass ich ein Bildhauer sein sollte oder sein müsste. Ich, bewaffnet mit Hammer und Meißel. Und sollte aus dem Klotz im Alleingang eine Figur zaubern. Wie kühl. Wie unmöglich!

Ich konnte gestern tatsächlich viel mehr ich selbst sein, obwohl ich mir vorgenommen hatte, überhaupt nicht über „Nicht-Dating-Themen“ zu sprechen. Ich wollte unbedingt nicht der nette Mann sein, der ich eigentlich bin. Ich wollte nicht zu nett sein. Nicht zu „gewöhnlich“. Und wie kam es dann? Ich war mehr ich selbst als ich dachte. Weil sie es zuließ und selbst bei Themen, die ich umschiffen wollte, immer weiter nachhakte. Selbst als ich mehrmals etwas in der Art sagte, wie beispielsweise: „Hey, mein Job ist zwar mega spannend für mich. Und ich mache total gerne was ich tue. Aber das ist doch nichts Spannendes für Dich.“, reagierte sie immer wieder in der Art wie: „Nein nein. Ich finde das total interessant. Erzähl mir unbedingt mehr davon! Ich möchte das wissen!“ Und so ging das mit Themen wie Job bis hin zu Themen wie Spiritualität und Eckhart Tolle. Es ist selten, dass ich über Tolle spreche und meinen Weg der Persönlichkeitsentwicklung. Doch sie wollte all das erfahren, ohne zugleich zu persönlich zu den Hintergründen zu werden. Sie war neugierig, allerdings überschritt sie keine Grenzen, was meine Vergangenheit betraf. Sie blieb respektvoll und hakte nicht weiter nach, wenn ich im Abstrakten bleiben wollte. Das gefiel mir.

Ich hätte mir gewünscht mehr über sie zu erfahren. Es war nicht einfach. Sie hörte nicht auf, an meinen Worten zu kleben. Ich musste meine Themen geschickt nutzen, um dadurch auf sie zu lenken. Was ihre Ziele, Wünsche und Träume sind. So bekam ich dann ab der Hälfte des Dates doch noch die Kurve zu ihr. Das war wohl auch deshalb möglich, da wir die Örtlichkeit verlagert hatten. Von Sesseln in einer Bar in eine Location, auf der wir auf einer Couch Platz nehmen konnten. Nah beieinander.

Endlich wurde etwas auch etwas körperlicher. Ich rutschte etwas rüber zu ihr. Es gefiel mir, ihre Hand zu halten. Und es gefiel mir, einen Arm um ihren Rücken zu legen. Und es gefiel ihr, dass ich sie am Rücken streichelte und leicht massierte. Das Interessanteste aus meiner Sicht spielte sich allerdings in mir ab, in meinem Inner-Game. Nicht im Äußeren. Denn ich spürte etwas Besonderes in mir, das sich bei Ms. Osteuropa schon abzeichnete:

Ich muss nicht, aber ich kann und tue – wenn ich will

Ich war nicht so gedankenfixiert auf „was muss ich als Nächstes tun“. Ich tat einfach wonach mir war. Deshalb hielt ich auch nicht die Hand der Frau meines vorherigen Dates letztens, Ms. Osteuropa. Ich hatte bei dem Date vor einigen Tagen schlicht keine Lust beim Spazieren ihre Hand zu halten. Nicht in dem Moment. Und gestern Abend hingegen war es so, dass ich die Hand der Frau halten wollte. Und dann frage ich auch nicht um Erlaubnis, sondern tue das einfach. Weil ich es will. Weil ich es kann. Allerdings reichte mir das auch genau so, das Handhalten. Im Projekt Beziehung Teil 1 taktierte ich dagegen sehr. Legte großen Wert darauf den „richtigen“ Moment zu finden, um sie beispielsweise küssen zu können. Den frühest möglichen Zeitpunkt zu „finden“ bzw. besser gesagt „zu provozieren“. Ja, Pickup war damals eine neue Welt für mich. Und die Erfahrungen, die ich machte, waren so gesehen extrem wertvoll. Auch wenn ich aus heutiger Sicht schon extrem verkopft war. Aber ich habe mich glücklicherweise weiterentwickelt.

Gestern spürte ich, dass ich sie küssen könnte, wenn ich wollte. Auf der Couch. Vielleicht auch vorher. Aber mir war nicht danach. Ich wollte den Moment genießen. Ich wollte einfach nur genießen und Gedanken ans Taktieren kamen mir nur für Sekundenbruchteile. Ich konnte solcherlei Gedanken sofort beiseite schieben und mir selbst antworten: „Das war Teil 1, das war die Vergangenheit. Du bist jetzt einen Schritt weiter. Du brauchst gar nichts. Du musst nichts. Du machst nur noch wonach Dir ist. Sei Du selbst. Bleib Du selbst. Sei glücklich mit Dir selbst.“

Und so verging die Zeit wie im Flug und ich verpasste die letzte Bahn. Was mir noch nie passierte. Ich hatte auch übersehen mich darum zu kümmern, wann die letzte Bahn kommen würde. Also musste ich mit dem Taxi heim fahren. Was ihr auch Leid tat, dass sie ebenfalls die Uhr aus dem Blick verlor und ich nun erstmal überlegen musste, welche Optionen ich hätte, um nach Hause zu kommen. Es war spät. Die Mitarbeiter in der Bar fingen an aufzuräumen und zum Ende zu kommen. Also beschlossen wir zu zahlen und raus zu gehen und nach einem Taxi für mich zu sehen. Es regnete.

Ich schlug vor, uns nochmal kurz unterzustellen zur Verabschiedung. Wir klappten unsere Schirme zu. Und ich spürte, dass es etwas unentspannt wurde, da ich kurzzeitig etwas in Hektik geriet, als ich feststellte, dass ich meine Bahn verpasste. Eigentlich wäre es nicht der Rede Wert gewesen. Objektiv betrachtet. Allerdings bin ich in meinem Leben noch nie aufgrund so einer Situation mit dem Taxi gefahren. Klingt banal, aber ich verpasse normal keine bestimmten Uhrzeiten oder Termine. Und das löste in mir etwas aus, das ich als „ungewohnt“ beschreiben würde. Nichts Dramatisches, klar. Aber neu für mich, so eine Situation. Deshalb verlor ich kurzzeitig die Orientierung und deshalb meine Entspannung. Ich kam aus dem Bauch und dem Herz plötzlich in den Kopf. Als wäre ich mit einem Eimer kalten Wassers übergossen worden.

Etwas schade für das Ende eines schönes Dates, dachte ich mir. Also versuchte ich den Abschied möglichst sanft zu gestalten. Wir sprachen kurz über den schönen Abend. Und zum Schluss nahm ich ihre Hand, blickte ihr in die Augen, beugte mich zu ihr hinüber bzw. leicht hinunter und gab ihr ein Küsschen zum Abschied auf den Mund. Dabei spürte ich, dass sie es am Liebsten nicht bei einem einfachen Küsschen belassen würde. Aber mir war genau danach, nach einem einfachen Küsschen.

2019-05-28

Nicht, weil ich grundsätzlich mit ihr nicht mehr hätten haben wollen. Sondern weil ich es derzeit genieße, dass ich nichts mehr muss. Ich habe das Gefühl, dass nach dem Ende meiner letzten Beziehung etwas in mir gestorben ist. So ehrlich bin ich. Ein Teil von mir und ein großer Teil meines Herzens sind zumindest im Moment nicht mehr da. Vielleicht auch für immer weg, ich weiß nicht. Ich gab alles und noch mehr. Und ich verlor alles und noch mehr. Und ein großes Stück weit sehe ich keinen unmittelbaren Sinn mehr dahinter – jedenfalls im Moment – nach meiner Traumfrau zu suchen. Ich habe mehr das Bedürfnis jegliche Suche aufzugeben. Und stattdessen mich selbst zu finden. Und dabei mehr zu beobachten, was auf mich zukommt bzw. was ich anziehe. Ein großartiger Persönlichkeitscoach sagt dazu: „Wenn Du ein Magnet bist, kommen die Stecknadeln zu Dir. Und nicht der Magnet folgt den Stecknadeln! Sei ein Magnet!“

Es reicht mir, dass ich den gestrigen Abend sehr genießen konnte. Und ich hatte kein Bedürfnis, die Situation – auch nicht auf der Couch in der Bar – zu eskalieren. Jedenfalls nicht weiter als mir danach war. Es reichte mir ihre Hand zu halten und sie zu streicheln. Es reichte mir, in ihre Augen zu blicken und zu spüren, dass ihr der Abend Freude bereitete. Aber ich bin kein Schulbub mehr. Und ich brauche keinem etwas beweisen. Zuletzt nicht einmal mir selbst. Ich bin auf dem Weg mir selbst zu genügen. Das reicht. Und das fühlt sich so verdammt toll an. Ich weiß, dass ich ein großartiger Mensch bin. Daran kann auch das Beziehungsende mit Fr. Schlange nichts ändern. Ganz im Gegenteil. Das Ende an sich und die Art und Weise, wie sie es enden ließ, lassen mich zurück zu mir selbst finden. Ich bin dabei mich mit der Mannwerdung zu beschäftigen. Frauen sind dabei gar kein Baustein. Sondern vielmehr und stattdessen Früchte, die ich auf dem Weg ernten kann, wenn mir danach ist. Und ich tue nur noch wonach mir ist. Das fühlt sich natürlicher an, als alles was ich zuvor je tat.

Wir wollen uns die Woche wiedersehen und haben ein Folgedate vereinbart. Schon während dem Date wurde klar, dass wir uns wiedersehen wollen. Es freut mich sehr, dass der selbe „langweilige Mr. Projekt Beziehung“, der vorletzte Woche noch abserviert wurde aufgrund jener Langeweile, gestern Abend ganz und gar nicht langweilig zu sein schien. Ich lerne daraus, obwohl es sicherlich nicht mein erstes Date im Leben war: Es gehören einfach immer 2 Menschen dazu. Wenn die Frau mitmacht, wird es ganz automatisch ein schöner Abend. Ich bin nicht David Copperfield und kann schlicht nicht im Alleingang weiße Kaninchen aus dem Hut zaubern. Es sind 2 Menschen verantwortlich für das Geschehen. Alles andere ist eine Illusion.

Nicht Selbstreflexion, sondern Fremdreflexion

Ich fragte sie übrigens auch, wie sie es empfand, als ich sie im Kaufhaus ansprach. Sie lachte und sagte, dass sie zunächst etwas gelangweilt war. Weil viele Kunden auch einfach so ein Gespräch suchen würden. Und ich stellte wohl ähnliche Fragen, was das für Artikel seien, die sie verkaufen würden usw. Aber sie merkte schnell, dass ich echtes Interesse an ihr gehabt hätte. Sie empfand es als sehr sympathisch, wie ich sie ansprach, was und wie ich es sagte und ich sei nicht mit einem „typischen Anmachspruch“ auf sie zu gekommen. Sie fand meine Art einfach toll, sagte sie. Ihr sei relativ schnell klar geworden, dass sie sich mit mir treffen wollte. Und eine Aussage von ihr fand ich faszinierend. Ich fragte sie: „Sag mal, wann war Dir klar, dass es mir um Dich geht und ich Dich wieder sehen möchte?“
Sie: „Nach 1 Minute.“
Puh! Ich musste laut lachen und sagte zu ihr: „Was??? Nach 1 Minute war mir das selbst noch nicht einmal klar!“

Da sehen wir wieder einmal: Frauen nehmen unterbewusst und auf emotionaler Ebene offenbar mehr war, als wir Männer uns rational selbst erklären können. Was für eine Lehrstunde für mich.

Ein toller Abend. Sie sorgte für mehrere Rockstar-Momente für mich. Ich freue mich, wenn wir uns wiedersehen.

PS: Ich hatte in letzter Zeit darüber nachgedacht, mir ein paar Accessoires zu besorgen. Ein Armband, einen Ring, evtl. eine Kette. Und auch eine Uhr. Gestern unterhielten wir uns auch über ihren Schmuck. Ich fand ihren Goldschmuck wirklich schön, alles aufeinander abgestimmt. Und was sagte sie zu mir? Eine Uhr würde mir gut stehen, würde gut zu meinem Style passen. Nehm ich doch gerne an, den Hinweis.

Date-Review mit Ms. Osteuropa

So Freunde, ein Date-Review steht an! Tadaaaaaa!

Es ist zwar eigentlich schon mein zweites Date im Projekt Beziehung Teil 2. Das erste Date zähle ich aber nicht, da ich es mir im strengen Sinne nicht selbst „erarbeitet“ habe. Mein Social Circle hatte da seine Finger im Spiel. Nehme ich natürlich auch gerne an, allerdings hat das nicht die Wertigkeit im Sinne echter Pickup- und Persönlichkeitsentwicklung.

Nun gut, also zum Auftakt ins Wochenende war es dann so weit. Sie war pünktlich, ich war pünktlich (sowieso, na klar!). Treffen in der Stadt. Ich lief in Richtung unseres vereinbarten Treffpunktes und sah neben vielen anderen Menschen eine Frau, die offenbar in ihr Handy blickte. Anfangs sah ich sie allerdings nur von hinten. Sah zunächst ihre sportlichen Sneakers, ihre knallenge dunkelblaue Jeans und dann wanderte mein Blick direkt nach oben und ich sah lange glatte dunkle Haare an ihrem Rücken hinab hängen. Nun musste ich sie erst einmal umkreisen und mich ihr von vorne nähern. Könnte sonst schließlich passieren, dass ich die falsche Osteuropäerin überfalle. Und das wollen wir ja nicht.

Die Begrüßung fiel freundlich aus, so würde ich es beschreiben. Allerdings auch keine große Sache, kurz ein Küsschen links und rechts. Und irgendwie hatte ich das Gefühl, dass sie etwas unsicher war. Sie wollte sofort wissen was wir denn tun würden. Also schaltete ich sofort einen Gang runter. Ich hatte mir für diesen Tag sowieso vorgenommen ruhig und langsam zu agieren. Insbesondere sprachlich, da sie der deutschen Sprache nicht so mächtig ist. Übrigens zwang mich alten Schnellsprecher dieser Umstand tatsächlich bewusst auf mein Sprachtempo zu achten. Schlicht deshalb schon, da sie mich anderenfalls nicht verstand. Oft musste ich einzelne Wörter umschreiben. Das macht eine Konversation irgendwie auch lustig. Und so startete ich mit zwei angezogenen Handbremsen ins Date. Die erste Handbremse hatte ich schon selbst vorgenommen zu betätigen, die zweite bedingte ihre Nervosität.

Ganz Alpha-mäßig schlug ich also die Route vor und wollte ihr zunächst einen ruhigen und wirklich schönen Park zeigen. Wir verständigten uns auf einen kleinen Spaziergang mit anschließendem Abendessen. Passt soweit. Nun spazierten wir in einer viel belebten Fußgängerzone entlang. Und ich bemerkte zwei Dinge:

  1. Sie lief so nah neben mir, dass sich unsere Körper gefühlt bei jedem zweiten oder dritten Schritt leicht berührten. Das hatte ich so noch nie bei einem Date erlebt. Generell nie. Ein bisschen fühlte sich das so an wie Autoscooter in der Light-Variante, nur gerade aus. Aber ich fand es amüsant und Körperkontakt ist immer gut. Meinetwegen soll sie also Autoscooter mit mir spielen dürfen. 😉
  2. Ich achtete beim Spazieren bewusst auf die Blicke der anderen Menschen. Das ist etwas, das ich in meiner vorherigen Beziehung nach einiger Zeit (natürlich?) nicht mehr tat. Es war enorm! Es war extrem! Ich bekam so viele Blicke wie nie. Wenn ich alleine durch die Stadt laufe, habe ich immer wieder einmal Blickkontakt mit einzelnen Frauen. Allerdings natürlich nur sporadisch. Männer sehen mich auch mal an, allerdings (glücklicherweise! *hehe*) noch seltener. Nur an diesem Tag war das anders. So sehr, dass ich mir dachte ich wäre auf einem Präsentierteller und gerade vom 3-Sterne-Koch am Tisch des Abends auf dem Silbertablett serviert worden. Definitiv ein Zeichen, dass die Umgebung diese Frau heiß fand.

2019-05-19

Gerade zu diesem Punkt 2 komme ich am Ende nochmal zurück. Manch Einer wird sich jetzt schon denken können worauf ich genau zurück kommen werde. Jedenfalls alljene, die mein Leitmotto kennen… 😉

Zur Optik

Es war ein gutes Gefühl mit ihr Spazieren zu gehen. Sie ist eine attraktive Frau, zweifelsfrei. Eine top Figur und vor allem die glatten dunklen Haare sind eine Augenweide. So, das sage ich allerdings ohne für sie zu schwärmen. Es ist eine sujektiv-objektive Beschreibung meiner Wahrnehmung. Sie bekam von mir auf jeden Fall das Präsidat: „Definitiv ansehenswert.“

Wir lachten, wir hatten Spaß, wir unterhielten uns über alles Mögliche. Allerdings hatte ich das Date bewusst nicht „künstlich“ sexualisiert. Ich bin eher smart geblieben, da ich im Hinterkopf hatte: „Erstmal warm werden mit der Frau und ihr auch umgekehrt die Chance geben. Später beim Essen kommen wir uns sowieso näher und dann reicht das genauso noch. Jetzt erstmal die Sonne genießen, ein bisschen bewegen und im Moment sein.“

Zwischendurch legte sie ein paar Verhaltensweisen an den Tag, die ich allerdings etwas merkwürdig fand. Beispiel? Gerne. Also auf dem Weg durch die Stadt sagte ich zwischendurch zu ihr: „Sieh mal, da vorne ist eine Parfümerie. Ich wollte für mich sowieso noch nach einem echt guten Duft schauen, den ich entdeckt habe. Lass uns kurz rein gehen, wir spazieren danach einfach weiter.“

Ich hatte mir nicht viel dabei gedacht. Ich wollte einfach nach einem Parfüm schauen, fertig. Badabim Badabam Badabu. Mehr nicht. Kein Hokus-Pokus-Pickup-Trick des Jahrtausends. Möchte man meinen. Sie sagte zu. Wir gingen auf die Parfümerie zu und kurz bevor ich durch den Eingangsbereich gehen wollte, sagte sie: „Ah nein, ich möchte da doch nicht rein gehen. Ich möchte spazieren gehen.“

Ähhhh?! Hääääää? Was?! Erde an Mars. Was ist jetzt los? Es ist nur eine Parfümerie. Kein Bordell! Hallo?! Also ganz ehrlich mal, ich hab auch schon echt komische Dinge erlebt. Aber SO ETWAS noch nicht. Als hätte sie einen Geist gesehen. Als hätte ihr der Anblick der vielen Parfüms durch den Eingangsbereich einen Schreck eingejagt. Also ehrlich Freunde, wie soll Mann da reagieren?! Das ist so surreal, dass jede Reaktion eigentlich an sich schon lächerlich wirkt. Schleife ich sie rein (Alpha!), kommt das irgendwie nicht gerade einfühlsam rüber. Drehe ich stattdessen auf der Hacke um und spaziere mit ihr weiter, sieht das irgendwie nicht minder lächerlich aus. Keine Ahnung.

Ich wollte keine große Sache daraus machen und bin also nicht in den Laden, sondern drehte um. Warum beschreibe ich diese Szene?! Nun, sie ist sicherlich insgesamt nicht „so wichtig“. Allerdings ist das ein Date-Review aus Sicht eines Pickuppers, der sich im Rahmen dieses Projekts nichts mehr wünscht, als seine Traumfrau zu finden. Und deshalb halte ich es für besonders berichtenswert, auch speziell die Momente zu berichten, bei denen ich mir als normaler Mensch (?!) nur denken kann: „Sag mal… hat die Frau nen Sprung in der Schüssel?!“

Dieser Blog soll ein authentisches Abbild der Realität sein. Meiner Realität. Meiner kleinen Wahrheit, wie ich sie wahrnehme. Nicht mehr und vor allen Dingen keinesfalls weniger.

Also liefen wir wieder. Und irgendwann bekam ich Hunger, sie wollte allerdings noch weiter spazieren. „Gut“, dachte ich mir, „dann spazieren wir eben noch“. Da sie zwischendurch auch fragte, was ich heute noch vor hätte und wir beide davon sprachen, dass das heute auch noch länger dauern könnte mit unserem Treffen, ging ich weiterhin davon aus, dass wir danach noch etwas Essen gehen würden.

Sind alle Models so?

Nach fast 2 Stunden kamen wir auf das Thema Fotoshooting zu sprechen. Ich wusste, dass sie in ihrer Heimat als Model arbeitete, das erzählte sie mir beim Kennenlernen am ersten Tag. Sie war ganz stolz darauf und zeigte mir allerlei Bilder aus ihrem Handy. Jetzt muss ich sagen, dass die Frau enorm wandlungsfähig ist. Sie sah auf jedem Bild irgendwie völlig anders aus. Also das hat sie definitiv drauf. Von Prinzessin, über Diva, über verrucht bis verspielt kann sie alles mimen. Den Fotos nach zu urteilen wäre sie definitiv eine 9 oder 9,5. Eine Halbgöttin, könnte man sagen. In echt?

Hm… ja gut… eine 7 oder so?! Allerdings gelte ich im Bekanntenkreis als extrem anspruchsvoll und eine 7 bei mir ist bei vielen anderen Männern bereits eine 9 oder 10. Aber sie ist auch in echt hübsch, keine Frage. Aber was die heutige digitale Retuschearbeit zu leisten im Stande ist… nicht von dieser Welt! Wahnsinn. Photoshop ist schon ein Star! Macht aus 7 eine 9. Schwupp. Fertig. Deswegen sind mir echte Begegnungen dann doch lieber als Onlinegaming (Tinder und so Zeug). Auf Fotos kann dann doch jeder toll aussehen.

Sie zeigte mir also stolz ihre Bilder. Wir unterhielten uns darüber, ich neckte sie ein wenig zu einzelnen Fotos. Wir lachten. Ich würde sagen wir hatten Spaß. Punkt. Und ich freute mich wirklich darauf, endlich etwas Essen zu gehen. Schließlich hatte ich an dem Tag am Mittag schon mein Workout hinter mir und Sport macht bekanntlich hungrig.

Und dann kam etwas, das irgendwie doch immer kommt. Ihr ahnt es? Sehr gut. Eine Lebensweisheit hier aus dem Projekt Beziehung: „Es ist immer irgendwas!“ Hahahaha.

Sie sagte plötzlich: „Ich bin müde.“
Ich dachte mir nur: „What the f**k?!“ und sagte stattdessen: „Was?!“
Sie: „Ja, ich glaube ich bin schon etwas müde und möchte heim. Ich hatte einen anstregenden Tag.“
Ich: „Oookay. Das heißt Du möchtest nicht mehr Essen gehen?“
Daraufhin sie: „Ich würde noch mitkommen, um etwas zu trinken, aber so in ungefähr 30 Minuten würde ich dann gerne fahren.“
In mir kam nur der Gedanke hoch: „Tickt die noch ganz richtig, wie soll ich denn in 30 Minuten bestellen, essen und wieder abzischen?! Hab ich es eilig oder was?! Es ist Wochenende!“ und sagte stattdessen: „Ja, in 30 Minuten kann ich unmöglich etwas essen. Das macht keinen Sinn.“
Sie wurde kurz still, dachte nach… ich hörte das Oberstübchen in ihr rattern… und sie entschied sich, gleich zu fahren.
Sie fragte noch: „Und was machst Du dann jetzt?“
Ich dachte mir wieder: „Hä?! Was interessiert Dich das denn jetzt noch?!“ und antwortete stattdessen: „Ja, etwas essen eben. Ich habe hunger. So einfach. :-)“
Ich wie immer ganz der Gentleman, schlug vor: „Ich begleite Dich noch die paar Meter zu Deiner Bahn.“
Das lehnte sie ab.
„Okay“, sagte ich und kam ihr zur Verabschiedung etwas näher.
Sie (!) umfasste dabei mit ihren Händen meine Taille (in der Form etwas ungewöhnlich!), wir gaben uns ein Küsschen links und rechts.
Sie sagte noch: „Danke für den schönen Tag!“

Und im Prinzip war es das auch.
Hat sie mir seither geschrieben? Nein, natürlich nicht.
Und ich ihr? NEIN! Um Himmels Willen! Wer bin ich denn. Offenbar bin ich der langweiligste Dating-Partner der Welt. Solche Langweiler wie ich schreiben nichts von sich aus! 😉
„Ich bin dann mal müde“ ist die allgemeine Übersetzung von: „Ich finde Dich so scheiße langweilig, dass ich froh bin wenn ich Dich Knecht nicht mehr sehen muss!“

Hahaha. Natürlich hab ich mir danach Gedanken gemacht, was denn „dieses Mal“ wieder schief gelaufen sein könnte. Ehrlich gesagt hab ich keinen blassen Schimmer. Das Date lief aus meiner Sicht echt gut. Wir lachten viel, ich hatte zwischendurch sogar so ein Gefühl einer „echten Verbindung“. Das ist etwas, das im Flirten normal sehr wichtig ist. Allerdings basiert das mehr auf natürlicher Empfindung, weniger manipulativ. Und so etwas spürte ich an diesem Tag zumindest Abschnittsweise tatsächlich. Also echte Verbindung. Etwas, das ich relativ selten hatte auf Dates. Ich hatte Dates oft bewusst eskaliert, aber selten diese „Chemie“ in der Luft liegen gespürt. Ein wenig davon war da. Allerdings nicht durchgehend.

Nun zur Selbstreflexion

Ich kann mir nicht erklären wo das Problem lag. Jedenfalls weiß ich nur, dass ich es in den knapp 2 Stunden ganz bewusst (!) nicht eskaliert habe. Einfach deshalb, weil ich wusste – und so war es ja subkommuniziert -, dass ich beim Essen noch genug Zeit haben werde. Wir wollten etwas Essen gehen und anschließend noch irgendwo etwas trinken. Es sollte ein längerer Abend bzw. Nacht werden können. Also dachte mir: „Wozu die Eile?! Nicht nötig.“ Stattdessen wollte ich den Moment genießen. Mit ihr spazieren. Lachen. Vertrauen aufbauen. Kennenlernen.

Das extrem Merkwürdige ist auch: Unmittelbar bevor ihr einfiel, dass sie müde war, zeigte sie mir jene oben erwähnten Modelfotos. Das tat sie nicht lustlos sondern relativ freudig und fast überschwänglich. Es passte für mich einfach nicht zusammen, dieses Verhalten. Sie brach das Date aus meiner Sicht genau auf dem Höhepunkt ab. Das macht es so surreal. Unfassbar.

Hm. Vielleicht war es zu wenig Körperkontakt und ich habe es ihr zu wenig eskaliert? Vielleicht ist sie der Typ „Bordellschlampe“ und ich hätte sie sofort auf ein Hotelzimmer mitnehmen „müssen“? Keine Ahnung. Aber den Eindruck machte sie mir einfach nicht. Sie wirkte eher lieb, eher schüchtern. Weniger verrucht. Ich kann mich aber täuschen, kein Plan.

Ich kann (inzwischen) zwar längst beides, den harten Macker spielen oder einfach ich selbst sein. Und ich bin nun einmal der smarte Typ und kein Pickupper, der viele Bettgeschichten sammeln möchte. Und sie kam mir eben nicht wie eine Bordellschlampe vor. Keine Ahnung wie das bei ihr in ihrer Heimat ist. Keine Ahnung wie das die Männer dort machen. In unseren Bordellen gibt es viele Frauen aus ihrer Heimat, hab ich mir sagen lassen. Aber das heißt doch umgekehrt nicht, dass sie auch auf nichts anderes aus ist, als nach 30 Minuten mit mir aufs Hotelzimmer genommen zu werden? Hab ich es also zu wenig eskaliert? Hätte ich beim Spazieren gleich ihre Hand halten sollen?

Hm. Mir war einfach nicht danach. So einfach ist das erklärt. Mir war nicht danach das Date, also die Frau, schnell zu eskalieren. Ich wollte das Date bewusst genießen. Ich bin kein bedürftiger kleiner Junge (mehr). Und wenn mir nicht nach Händchenhalten ist, dann mache ich das nicht. Ende. Ich möchte erstmal die Frau kennen lernen, wenigstens ein paar Dinge von ihr wissen.

Wenn ich eine Frau sofort Küssen möchte, dann kann ich das im Club machen. Da muss ich nicht reden und kann sofort sexualisieren. Hatte ich auch schon oft genug. Aber das gibt mir nichts. Ich bin einfach nicht „so einer“. 😉 Nee, wirklich nicht. Ich habe echtes Interesse an meinem Gegenüber! Und ich möchte bitteschön gerne erstmal herausfinden, ob ich die Frau auch wirklich küssen usw. möchte.

Ist ja auch völlig egal. Mir fällt gerade ein… früher habe ich nach solchen Ereignissen immer die Nummern der Frauen gelöscht. Immer wenn ich das Gefühl hatte, dass da so oder so nichts mehr von ihr kommen wird. Ihre Nummer habe ich bisher noch nicht gelöscht. Warum eigentlich? Keine Ahnung, gute Frage. Glaube ich ernsthaft noch, dass sie sich wieder meldet? Unsere Ms. Osteuropa?! Nein. Und deshalb… Moment kurz…

Jetzt ist sie gelöscht. 🙂
Dann mal auf nimmer wiedersehen.

Danke Pickup, für Deine Optionen, die Du mir bietest. Nur zahlreich sind sie noch nicht wieder, denn dafür fahre ich zu geringe Schlagzahlen beim Gamen.

Aber gestern war ich auch wieder unterwegs. Zur Abwechslung Daygamen. 1 Korb und 1 Nummer mit Date sprangen dabei heraus. Geht doch. Wer war nochmal Ms. Osteuropa? Achja, stimmt. Das war eine (leider weitere) Frau mit Sprung in der Schüssel.

Nicht böse gemeint, ehrlich nicht. Aber anders als mit viel Humor kann ich das nicht mehr entgegen nehmen. Es hat sich bisher nichts verändert zu von vor 3 Jahren. Gut, ich darf jetzt auch nicht von einem Date auf alle schließen… aber es ist ein Indikator. Natürlich werde ich mir weiterhin Gedanken darum machen, warum sie offenbar zu wenig Anziehung empfunden hat für mich. Was ich denn „falsch“ gemacht habe beim Date. Aber bis auf das Eskalieren mag es mir einfach nicht so recht in die Birne gehen.

Egal. Gestern war ein guter Tag. Ich war gut drauf, fühle mich derzeit richtig wohl mit meinem „neuen“ Körper. Trage wieder enge Poloshirts und Hemden und der Treffer gestern beim Daygamen hat mir den richtigen Weg schon gezeigt: Voller Selbstvertrauen einfach weiter machen. Es gibt genug Auswahl. Und wenn die Frau den Jackpot nicht möchte, soll sie es eben bleiben lassen. Nicht mein Problem! Ihres!

PS: Ganz oben im Artikel kündigte ich an, dass ich nochmal auf Punkt 2 zurück komme. Da ging es darum, dass ich viele Blicke bekommen habe, mit Ms. Osteuropa. Von mir entgegen kommenden Frauen und Männern. Und was zeigt und sag mir das? Was bleibt „hängen“ vom Date? Was war gut? Na klar… Ihr wisst schon: Hauptsache sie war hübsch! 😉
Mehr hinterlassen Frauen leider selten, außer das Gefühl in mir, dass sie hübsch waren. Das ist einer der wenigen Dinge, die ich selbst in der Hand habe. Mir aussuchen zu können, welche Frauen ich daten möchte. Und ich bleibe dabei: Ich werde auch in Zukunft nur die hübschen daten. Alles andere ist wirklich Zeitverschwendung.

Dieses Date hat es mir wieder gezeigt: Die hübschen Frauen unterscheiden sich in keinem einzigen Merkmal von durchschnittlich attraktiven oder hässlichen Frauen. Außer in der Optik. Aber Sprünge in der Schüssel haben selbst die Hübschesten! 😉

PPS: Keine Sorge. Es überwiegt trotz dem Ende die Freude über mein erstes eigens erarbeitetes Date im Projekt Beziehung Teil 2. Wo eines ist, folgen viele weitere. Alles easy. Alles kein Problem. Ich nehme das als Erfolg mit. Dieses mal ein Date. Beim nächsten Mal ein Date mit Eskalation. Beim nächsten Mal ein Date mit Folgedate usw. und irgendwann gibts auch wieder eine länger laufende Liebesgeschichte oder gar… die nächste „Traumfrau“… So läuft das Spiel der Spiele eben. Locker sehen. Locker machen.

PPPS: Osteuropäischen Akzent finde ich immer noch nicht sexy. Danke.

Der Tag an dem Frau Tinder Schluss machte

ist ja jetzt schon wieder ein paar Wochenenden her und… war für mich der schwärzeste Tag meines Lebens und ich habe mich seither nicht wieder von diesem Schock erholt. Noch immer sitze ich wie paralysiert dran und frage mich, was ich nur falsch gemacht habe. Ich! War ich zu offen, oder zu verschlossen oder war ich als Mensch insgesamt einfach nicht gut genug? Diese Fragen quälen mich.

So oder so ähnlich

… wäre es mir vor einem Jahr vielleicht noch gegangen. Gerade und bis hier her schrieb ein Stück weit mein altes Ich. Etwas überspitzt vielleicht schon, zugegeben. Das alte Ich existiert glücklicherweise nur noch in meinen Erinnerungen. Und ab nun schreibe ich. Mein neues selbiges. Herzlich willkommen in meinem Leben. Fr. Tinder hatte es ja ganz „anständig“, nach einer kurzen Abwesenheitspause, telefonisch beendet. Hüstel. Schrieb ich ja im letzten Vierteiler. Besser gesagt im vierten Teil des eigentlichen Dreiteilers. Genug der Verwirrung. Let’s go.

Wie ging es denn dann weiter? Nun, als sie anrief, befand ich mich gerade auf der Autobahn, das weiß ich noch genau. Warum? Es fühlte sich so befreiend an. Endlich diesen Ballast los haben. Dieses ständige Genörgle, diese ständigen Spitzen gegen meinen Humor und diese letztlich Die-Ganze-Welt-Macht-Es-Mir-So-Schwer-Mentalität zehrten einfach zu sehr an meinen Nerven. Nein Mädchen, niemand hat sich gegen Dich verschworen. Noch nicht einmal ich. Im Gegenteil, ich habe echt auf Dich geachtet so gut es nur ging. Dafür habe ich meine eigenen Sachen schleifen lassen. Aber gut, wäre es nicht so ausgegangen wie es ausging, wäre das ja auch komisch, bei diesen Voraussetzungen. Konnte ja gar nicht anders kommen. Gut so. Meine Cousine sagt bei jeder gescheiterten meiner Liebeleien immer nur vier Buchstaben, die ein Wort ergeben, und schickt mir dies als Bild im Projekt Beziehung-Family&Friends-WhatsApp-Chat:

NEXT

Damit ist wirklich alles Wichtige gesagt. Mehr bedarf es nicht. Sofort ohne Umschweife weiter machen. Gesagt, getan. Ein paar Kumpels angeschrieben, wegen abends. Einer sagte sofort zu. Ab ins Clubgame. Treffen jedoch erst um 22.30 im Club. Puh. Und bis dahin? Es war ja erst Nachmittag. Ich wurde müde. Gegen 20 Uhr hätte ich ihm am liebsten abgesagt. Und dann waren ja noch 2 Stunden drüber zu bringen. Hm, so passierte dann, was ich inzwischen durch mein Projekt gelernt hatte. „Lauf die extra Meile!“

Immer wenn Du mal überhaupt keinen Bock hast… steh auf und kämpfe! Tu etwas (es!) einfach trotzdem! Das ist der eigentliche und wahre Unterschied zwischen den erfolglosen und den erfolgreichen Menschen. Denn etwas tun, wozu man sowieso Lust hat, kann jeder… Das ist zu einfach. Billig. Alleine dieser Absatz rechtfertigt einen eigenen Artikel für einen meiner Philosophischen Sonntage. Muss zur Zeit aber warten.

Ich war pünktlich im Club, alleine. Der Wingman mit seinem Kumpel sollte bald eintreffen. Ich lief gar nicht groß umher, blieb im Eingangsbereich, sah mich wie immer scannend um. Da war nichts besonderes für den ersten Blick für mich dabei. Also bestellte ich mir schon mal zur Trauer des Tages etwas passendes, um die Schmerzen zu ertränken. Bitterlemon auf Eis, mein Lieblingsgetränk. Das haut so schön rein, wenn man down ist. Ironiemodus wieder aus. Hab ich das hier schon mal verraten? Hm. Nun ist es raus. Bitterlemon. Tatsächlich. Immer wenn ich aus gehe. Ich… was für ein Draufgänger, gell.

Da kam mein Kumpel mit seinem Kumpel auch schon. Kurze Begrüßung, abklatschen, umarmen. Kurzes Vorstellen. Und da standen zwei Mädels nur zwei Meter weg von mir. Ich sagte zu meinem Wing: „Lass uns mal weiter gehen, aber ich quatsche die beiden noch kurz an.“

Damit konnte ich nicht rechnen

Guter Einstieg. Situative Eröffnung. Und ich musste kleben bleiben. Geht auch ganz ohne Schleimspur. Die blonde Kleine fand ich süß. Die braunhaarige Freundin nicht. Typ Attention-Bit**. Dennoch waren sie im Doppelpack cool, und ich merkte, dass die Blonde – nennen wir sie Sweetie – mehr und mehr Interesse an mir hatte. Die geldgeile und nur so mit Job und Wohnung protzende Göre hingegen spürte, dass Sweetie ihr gerade den Rang abzulaufen drohte. Also erhöhte auch sie ihr Investment, köstlich. „Lass uns unbedingt mal Pizza essen gehen“, sagte sie zwischendurch. Ich dachte mir nur: „Ja, klar. Schau sie Dir an. Platz zwei reicht Dir wohl nicht.“

Also zusammen an die Bar, Sweetie war mega offen für mich. Sofort mit viel scharfem Humor, Sarkasmus, um die Ecke lachen. Danke, endlich mal. Endlich mal mein Humor bei einer Frau. Dachte ich bei Fr. Tinder ja auch, allerdings nur anfangs. Die Fassade begann ja bald zu bröckeln. Egal. Es gibt also auch Menschen neben Herrn van Onnetuschn, die mir da ähnlich sind. An der Bar kurz zusammen mit Sweetie getanzt. Ich hab einfach nur schrittweise durcheskaliert. Lehrbuchmäßig.

Dazwischen kam auch mal zur Sprache, was ich für gewöhnlich so trinken würde. Für sich und ihre Freundin bestellte Sweetie 15 Minuten später Gin Tonic. Ich tanzte weiter, inzwischen kam ein weiterer Kumpel in den Club zu uns dazu. Ich ließ die Mädels mal machen. Und als ich mich mal umdrehte, blickte mich Sweetie lächelnd an und streckte mir ein Glas mit Eis und eine Flasche…? Bitterlemon! entgegen. Wie süß. Jetzt hatte sie mich für sich gewonnen. Endgültig. Nicht wegen dem Getränk. Zwei Mark fufzig hab ich auch selbst gerade noch in der Hosentasche, aber ihre unglaubliche Aufmerksamkeit. Ich weiß liebe Leser, was ist daran schon besonders aufmerksam? Doch ist es! Das ist meine persönliche traurige Wahrheit, solchen Mädels begegne ich verdammt selten. Woran das liegt? Ich weiß es nicht. War für den Moment auch nicht wichtig. Ich genoss einfach, dass da mal eine Frau war, die zuhören, aufmerksam sein und sogar aktiv sein konnte. Natürlich gibt’s immer auch Haken. Beide rauchen. Also fragte sie mich (seltene Sache bei Frauen nach so kurzer Zeit!), ob ich mit raus kommen wolle. Klar. Draußen zu viert weiter gequatscht. Und nach den Kippen trennten sich die Wege. Von uns Vieren, nicht aber von Sweetie und mir. Wir blieben draußen und setzten uns im Außenbereich auf die Stühle.

Die Gesprächsinhalte wurden zunehmend persönlicher. Ich baute mehr und mehr emotionale und private Themen ein. Romantische Dinge zum Beispiel, da ich ja längst wusste, dass sie eher eine klassische Frau war, denn so eine neumodische Poweremanze. In ihren Augen sah ich ihr die sich langsam steigernde Erregung durch das Gespräch und durch die Körpersprache die ersten leichten „zufälligen“ Berührungen an. Und es war mir ein Hochgenuss damit zu spielen und die Situation zu kitzeln. Also küsste ich sie einfach… nicht. Sondern streichelte sie und massierte ihr den Nacken. Noch nicht genug der Sinneseindrücke und Gedankengänge für sie? Doch, bestimmt. Für mich? Nein.

Bewusst hab ich uns einen Platz in der Nähe der Türsteher ausgewählt. Warum? Damit diese mich dort auffällig mit einem Mädchen sehen. Wofür? Nun… Es ist eine harte Türe. Und nicht immer kam ich anfangs problemlos in den Schuppen. Je nachdem welcher Gorilla die Tür machte. Seit dem Abend erkennen sie mich wenigstens und ich muss nicht mehr unnötig ein paar Sekunden mit Warten verbringen, bis auch ich Einlass finde. Das ist Hollywood. Für so einen Gedankenwirrwarr habe ich neben Flirten, Streicheln, gestreichelt werden, Händchen halten und massieren Zeit? That’s it. Willkommen in der Welt der Persönlichkeitsentwicklung 2.0.

Irgendwann wird auch mir das schönste Spiel zu bunt und die Erregung zu hoch, um sie weiter leiden zu lassen, die Kleine. Also streichelte ich ihren Hals, zog sie zu mir und… Der Rest ist Geschichte.

Wieder drinnen im Club angekommen, tanzten wir nochmal kurz und ab da wusste auch Miss Geldgöre, dass sie heute nur Platz zwei bekommt. Ich wäre aber nicht längst auch ich, wenn ich nicht wüsste, dass Du Dir besonders Deinen Feind zu Deinem Freund machen musst. Sweetie war nur die eine Nacht bei Miss Geldgöre zu Besuch. Also in meiner Stadt. Inzwischen – auch doch durch meine Toleranz und Lebensfreude – kann ich aber nahezu jeden Menschen nehmen wie er ist und Spaß mit ihm haben. Also sorgte ich dafür, dass Miss Geldgöre sich dennoch wohl fühlte, auch mit Platz zwei. 😉 Und stellte ihr ein gemeinsames Pizza Essen in Aussicht. Urkomisch fand ich ihre Frage an Sweetie: „Sag mal, ist schon für Dich okay, wenn ich mit ihm mal zum Pizza Essen gehe, oder?“ Das ist mal ein Machtkampf und ein Ringen um Aufmerksamkeit par excellence. Sweetie schaute ganz schön verdattert aus der Wäsche.

Ich geb auch mal einen aus

Die Fame-Göre wollte noch in einen anderen Club zum Feiern weiter ziehen. Und so liefen wir des Weges zu dritt aus dem einen Club schnurstracks in den nächsten. Sweetie und ich dabei Hand in Hand. Sie hatte etwas an sich, das sich für mich nicht nur weiblich, sondern vor allem natürlich anfühlte. Und sie ließ nicht nur mit sich machen, wie fast alle bisherigen Frauen meines Projektes, sondern Sweetie war proaktiv. Vorwärts verteidigen, wie es in Neusprech heißt. Unsere (Angriffs-)Kriegsministerin Ursula lässt grüßen.
Zurück zum Thema, Sweetie streichelte, sie nahm meine Hand von sich aus. Im Club an der Bar angekommen, bestellte ich uns etwas zu trinken. Natürlich bezahlte diesmal ich. Revanche. Dann ist das auch in Ordnung. In meinem Leben habe ich noch nie einer Frau ein erstes Getränk ausgegeben, weil ich irgendwelche Absichten hatte. Wie billig ist das denn. Entweder bin ich der Preis oder nicht. Sicher ist der Preis aber nicht mein Geldbeutel.

Du kannst gerne…

An der Bar gaben wir uns weiter wie ein verliebtes Pärchen. Pattex in Reinkultur. Kaum drehte ich mich mal um, suchte ihre Hand meine. Ich nahm sie in den Arm und sie streichelte mich. Wir tanzten und genossen die Nähe, besonders die emotionale. Es fühlte sich an, als wäre sie seit langem meine Freundin und als wären wir seit langem schon und noch immer frisch verliebt. So etwas ist ein emotionales und auch zugleich unbeschreibliches Gefühl für mich. Endlich mal kein Hollywood. Weder für mich noch von ihr. So etwas habe ich in der Art noch nicht erlebt. Diese Nähe und dieses füreinander da sein. Kaum in Worte zu fassen in so einem kurzen Text.

Und unsere Geldgöre? Sie wollte sich unbedingt auch einen angeln. Dazwischen sagte sie zu Sweetie und mir: „Also Du bist mir so sympathisch, Du kannst gerne heute Nacht bei mir in der Wohnung bleiben, ihr seid so süß zusammen. Du bist eingeladen.“ Oh, das ist mal das Gegenteil von einem Blocker. Läuft bei Dir! Sweetie war damit kurz überfordert. Ihr Blick verriet umso mehr ihre Freude bei dem Gedanken daran, dass das kurze Märchen noch etwas andauern würde. Geldgörchen grinste ständig nur. Und sie selbst? Sie angelte sich ihren eigenen Prinzen. Bei ihr ging das ganz schnell, Hauptsache irgendwer. Hehe. Schwupp hatte sie einen. So läuft das also bei einer „Pickupperin“, ohne dass sie sich dessen bewusst ist, eine solche zu sein. Die Grundvoraussetzung dazu bringt sie mit. Die Zutaten heißen, ähhh, moment, ich überlege kurz…: „Weiblich“
Gut, das war jetzt nur eine Zutat. Reicht aber auch für eine Pickupperin. Mehr bedarf es für die Männerwelt gemeinhin nicht. Dafür hat die Evolution gesorgt. Es ist für ein Mädchen nicht schwer erfolgreich zu angeln. Da beißen irgendwelche Fische auch ganz ohne Köder an. Irgendwelche Männer… Der Unterschied zwischen Pickuppern und Pickuppern, übrigens. Einer, auf den ich großen Wert lege.

Einfach nur schweineteuer

Mit Sweetie in meinem Auto zur Geldgöre gefahren, ein Zweisitzer erlaubt nichts anderes. Die anderen beiden fuhren mit dem Taxi. Angekommen. Drei Zimmer Wohnung, 100 Quadratmeter, Bestlage. Puh. Mit meinem Wagen musste ich mich da in der Gesellschaft wahrlich nicht verstecken. Der machte sich da ganz gut. Hollywood ist Hollywood. Sweetie ist das egal. Gut so. Richtig so. Echt dekadent eigentlich, so wie sie wohnt. Die Gastgeberin. Wer aber mit 90.000 Jahresgehalt prahlt (brutto, die Zahl muss sich ja groß anhören), darf das Geld auch per Schaufel zum Fenster raus werfen. Meine Erlaubnis erteilt. Geile Wohnung, definitiv. Neubau vom Feinsten. Große lange Räume. Extra Bad im bzw. am Schlafzimmer. Küche im Wohnzimmer, versteht sich an der Stelle von selbst.

2017-05-28

Eine echte Freundin

Sweetie war die gesamte Zeit eine echte Freundin für mich. Meine. Und ich ihr Freund, vielleicht sogar ihr Mann. Aber eben nicht für ein ganzes restliches Leben. Und so blieb es bei einem wunderschönen und gefühlvollen Abend, einem gemeinsamen Einschlafen Arm in Arm, kuscheln und jedenfalls für mich dem Gefühl „es könnte so einfach sein“…

Sie wäre eine tolle Frau. Definitiv intelligent. Sehr fürsorglich, sehr aufmerksam, warmherzig. Eigenschaften einer potentiellen Traumfrau für den Bachelor vom Projekt Beziehung. Und dann folgt der nächste Morgen und der fällige Abschied. Zuvor richtete Frau Geldgöre ein Frühstück für vier her. Sehr gastfreundlich. Muss ich schon sagen. Frühstück mit vier Menschen, die ich vor wenigen Stunden noch nicht einmal kannte. Undenkbar früher für mich. Scheinbar normal heute. Der Abschied fiel kurz und herzlich aus. Die Aussicht auf einen Gegenbesuch meinerseits in ihrer Stadt inklusive. Womit ich natürlich nicht ernsthaft rechnete. Ihr wisst ja…

PS: Wer war Fr. Tinder nochmal?

PPS: In der Zwischenzeit, es war eine Woche vergangen, schrieben wir uns ein paar wenige Male… Und meine Frage nach einem konkreten Treffen am Wochenende, schob sie auf. Gerade viel zu tun und so. Wir würden das später noch klären. „Okay“, dachte ich mir. Ich weiß längst was das bedeutet. Und so war es selbstverständlich auch. Die Nummer mit dem Exfreund kam wieder aus der Schublade. Deshalb würde sich das nun für sie nicht richtig anfühlen, sich erneut zu treffen. Der Alte wäre nun wieder in ihrem Leben. Und sie meinte damit nicht den aus der Fernsehserie, glaube ich. Sie dankte mir nochmals sehr für den schönen Abend, wie auch schon mehrfach persönlich. Und das war es. Wie immer bisher. Wenn es nur nicht immer schon vorher irgendwie klar wäre. Entweder stirbt der Wellensittich einer Frau und kommt allem weiteren dazwischen oder der Exfreund, der eigentlich längst tot war, steigt aus seinem Grab und kommt dazwischen. Glaube ich ihr das? Unwichtig. Aber nein, natürlich nicht. Keiner Frau glaube ich mehr irgendwas. Generell nicht. Auch sonst keinem „neuen“ Menschen. Ich glaube nur noch was ich sehe und während dem ich selbst dabei bin. Alles andere ist, da wiederhole ich mich immer wieder allzu gerne, nicht meine Realität. Es ist die Realität der Frau. Aus der Welt von Grimms Märchen. Und auch diese (Lügen-?)Geschichten haben ihre Berechtigung auf dieser Welt. Sonst hätten viele kleine Kinder und liebevolle Eltern keine nette gemeinsame Unterhaltung und Gute Nacht Geschichten zum Einschlafen…

PPPS: Das erste Mal in meinem Leben, dass ich es erlebt habe, am selben Clubabend zur Frau heim zu fahren, während sie nicht alleine in der Wohnung ist. Premiere. Referenzerfahrung. Auch das ist möglich. Haken dran, weiter gehts.

Was bisher geschah… Fr. Tinder und ich – Teil 4 von 3

Jetzt ist es Sonntag, 20:32 Uhr, und ich fange an diesen Artikel zu schreiben. Teil 4 von 3. Klingt merkwürdig, ein vierter Teil von einem Dreiteiler. Wenn dieser Artikel aber erscheint, wird Feiertag sein, der Tag der Arbeit. Den vierten Teil gibt es einfach noch kurz angefügt, so viel ist nämlich nicht passiert, dass es eine neue Serie zu Fr. Tinder und mir rechtfertigen würde. Also gibt es eine kleine Fortsetzung der bestehenden Story, mit einem fulminanten Ausgang. Fasten your seatbelts please, schnallen Sie sich an bitte.

Die Rückkehr von Fr. Tinder

Fr. Tinder war zuletzt nach ihrer 14-tägigen Reise wieder bei mir zu Hause, vier Tage lang. Während der Zeit musste ich an den meisten Tagen arbeiten, so dass wir uns meist abends nach meiner Arbeit trafen und anschließend zu mir fuhren. Morgens verließen wir immer gemeinsam das Haus. Sie ging ihren Dingen nach und ich meiner Arbeit. Am Telefon fragte sie mich vor ihrer ersten Ankunft: „Kann ich meine Yoga-Matte mitbringen? Ich hab zwei, dann kann ich eine bei Dir lassen zum Yoga machen.“ Was es damit aufsicht hat, darauf kommen wir später noch zurück.

Und bereits nach wenigen Stunden war es wieder da. Dieses Gefühl. Dieses Gefühl, das ich in den letzten drei Artikeln über sie auch schon beschrieb. Irgend etwas stimmte nicht, grundsätzlich nicht. Es fühlte sich nicht leicht an, nicht frei. Zwischenzeitlich konnte es immer wieder sehr liebevoll und harmonisch sein, allerdings stellte ich zunehmend fest, dass dies immer dann der Fall war, wenn es nicht um uns beide und unsere zwischenmenschliche Situation zueinander ging. In sachlichen Themen konnten wir verständnisvoll und bereichernd miteinander sprechen. In emotionalen Themen hingegen kam kaum mehr rechtes Verständnis auf.

Und nach zwei oder drei Tagen stellte sich ein Gefühl in mir ein, das mir sagte: „Puh. Ist das anstrengend mit ihr.“ Warum?
Fr. Tinder läuft nicht ganz rund. Sie sieht Probleme in der Bewältigung ihrer Vergangenheit, vermutlich (mindestens auch) in Bezug auf ihre gescheiterte Ehe. Ehe? Ja, Ehe. Das hab ich hier nie thematisiert, weil es für mich nicht so wichtig ist. Jedem Menschen begegne ich möglichst frei, es gibt schon genug äußerliche „Filter“, die ich an den Tag lege. Gewollt oder ungewollt. Das geht jedem von uns so. Optik und solche Dinge. Aber ob nun jemand viel Geld verdient oder wenig, oder gebildet ist oder nicht, oder verheiratet war oder ist oder nicht… was solls. „Erstmal eine Chance geben“, lautet da ganz meine Devise.

Zurück zu ihren Problemen, bzw. denen, die sie sich (selbst) macht. Sie sieht viele existentielle Fragezeichen am Horizont, Jobsituation, Familiensituation der Verwandten, Wohnungssituation. Dies und das. Und dann fühlt sie sich in Deutschland nicht so wohl wie dort, wo sie zuletzt eine Zeit lang im Ausland lebte. Dort, wo sie zuletzt 14 Tage „Urlaub“ machte. Aber irgendwie sei Deutschland doch für sie besser, weil alles geordneter sei.

Auch bei mir sei das so, sie fühle sich in meiner Nähe aufgeräumt. Alles sei so klar und so strukturiert, das gebe ihr Sicherheit und halt. Andererseits fühle sie sich aber auch nicht so frei wie in einer eigenen Wohnung.
Hm, relativ logisch, wie ich finde. Eigene vier Wände sind eigene vier Wände, andere vier Wände sind andere vier Wände. Deshalb sollte das Ziel sein beides bestmöglich zu verschmelzen. Will aus meiner Sicht heißen: Die jeweils anderen vier Wände mittel- bis langfristig zu den gemeinsamen vier Wänden zu machen.
Aber halt, nicht so schnell. Der Reihe nach.

Fleißig oder unfleißig, das ist hier die Frage

Ich bemerkte über die Tage wieder, dass ich mich zu Hause mehr einbrachte als sie. Darauf habe ich keine Lust (mehr). Also sprach ich auch das klar an. Sie sah das völlig anders. Was mir wiederum klar war. Und so diskutierten wir mehr über unsere unterschiedlichen Ansichten, anstatt zu einem gemeinsamen Ergebnis zu kommen. Worauf ich an sich gar keine große Lust habe. Weil… ich da eine klare Meinung vertrete, und die teilte ich ihr auch mit: „Sieh mal, wenn es wirklich passt zwischen zwei Menschen, dann müssen sie sich nicht darüber unterhalten wer nun mehr oder weniger tut und ob der eine nun zwei mal abgespült hat und der andere aber dafür zwei mal öfter das Bett gemacht hat. Es passt dann einfach.“

Nur wenn es eben mal nicht passt, dann spreche ich das klar an. Besonders wenn der eine der beiden Personen arbeitet und studiert und die andere Person nicht arbeitet und auch nicht studiert. Einer hat also nicht nur für die „restliche Freizeit“ Zeit und eine schon.
Und so ging es an einem Abend auch wieder um das Thema Playstation spielen oder nicht. An zweiten Tag, an dem ich kurz mit Herr van Onnetuschn Fifa spielen wollte, ging wieder eine Diskussion los. Warum das wieder mal sein müsse, wenn sie da sei. Woraufhin ich ihr erklärte: „Du warst auch gestern da und ich habe nicht gespielt. Du wirst morgen und übermorgen vermutlich auch da sein und da werde ich wahrscheinlich nicht spielen. Was ist der Unterschied zwischen heute oder morgen oder übermorgen?“

Und so stellte ich mir nicht nur selbst die Frage: „Worüber reden wir hier eigentlich???“

Ich gönne ihr das doch immer, wenn sie sich auch mal 30 Minuten für sich selbst Zeit nehmen möchte. Ich spiele nicht 5 Stunden, sondern vielleicht 30 oder 40 Minuten.

Wehret den Anfängen

Vorsicht liebe Männer, am Anfang werden die Weichen gestellt!

Natürlich gehe ich mit diesen Dingen hier schon sehr ins Detail, mir geht es dabei in meinen Erlebniserzählungen nicht um einen Selbstzweck, sondern darum darzustellen über was für einen Käse man allen ernstes diskutieren muss. Vor Fr. Tinder war die Klette. Sie hatte ähnliche Anzeichen und Anstalten der „Vereinnahmung“ getätigt, anders zwar, aber auch. Das ist mal ein eigener Artikel wert, das Thema „Wie eine Frau still und heimlich versucht Besitz über Dich zu ergreifen.“ Vielleicht sollte ich den als schlaue Selbsthilfe-Anleitung im Stile von „5 wichtige Tipps, um sich nicht beherrschen zu lassen“ veröffentlichen.

Stoff hätte ich genug!

Und so drehte ich den Spieß um und sagte: „Was ich stattdessen echt toll von Dir fände, wäre wenn Du mir auch mal eine Auszeit gönnen und mich fragen würdest, ob Du in der Zwischenzeit etwas tolles für uns oder für mich tun könntest. Vielleicht etwas im Haushalt oder etwas kochen oder oder oder.“

Rumps, der hat gesessen. Bei ihr. Wie ich gemerkt habe.

Genug ist genug. Es ist meine Wohnung und ich hatte sie immer gerne bei mir, auch wenn es stets sehr anstrengend war. Aber irgendwann – zwischen sie abholen und hier oder dort hin bringen – ist es auch mal Zeit selbige für sich zu nehmen. Besonders wenn es nur 30 Minuten in einer Woche sind. Darüber soll man allen ernstes diskutieren? Wo doch eigentlich/angeblich sonst so gravierende Probleme in ihrem Leben existieren. Job. Arbeit. Wohnung. Familie. Ehemalige Beziehung. Und was weiß ich noch alles. Wie ich immer sage: Es ist immer irgendwas!
Das alles gegen 30 Minuten Playstation spielen gegenübergestellt…?!

Ich bin auch noch immer sehr verletzt in Bezug auf meine Vergangenheit. Aber ich ziehe niemanden runter. Im Gegenteil. Ich bot ihr nicht nur meine Hilfe an, sondern ich half ihr zwischendurch auch. Aber ich habe auch keine Lust mein Leben durch Negativität in der Lebensqualität zu senken. Und auch ein Energiefresser ist nicht mein liebstes Haustier. Also hab ich für mich beschlossen Negativenergiefresser zu meiden. Ein schönes Wort. Negativenergiefresser. Gibts auch Positivenergiefresser? Sicher. Geh mal eine Runde joggen.

Als ich sie Samstag nach Hause gefahren habe, war wieder so eine insgesamt etwas genervt wirkende Stimmung im Raum. Gerne fuhr ich sie, nachdem sie mich darum bat. Auch wenn es mit den Öffentlichen recht einfach wäre. Solche Dinge sind mir aber egal, ich mache das wirklich gerne. Schließlich gönnt sie mir es ja auch, wenn ich Fifa auf der Playstation spielen möchte, oder? 😉
Sie sprach sich zwar in den Tagen öfter aus und teilte mir ein paar mal mit, dass ich sie nicht verstehen würde, geholfen hat es uns jedoch nichts. Einige der Dinge, die sie vortrug, zeigten mir, dass sie meine Intention hinter manchen Dingen oftmals doch nicht so verstand wie ich sie positiv beabsichtigt hatte. Verständnis auf Sparflamme, sozusagen. Außerdem komme sie mit meiner ironischen Art nicht so klar. Zur Zeit, wo es ihr nicht so gut gehe, sei ihr nicht immer nach lachen zumute.
Okay, dann gehe ich damit eben in den Keller. Aber schade, dachte ich mir. Das war es doch gerade am Anfang, was ich toll an ihr fand. Ihren Humor und ihre Fähigkeit meinen Humor mitzutragen. Hm, okay.

Kein Lebenszeichen ist auch eine Botschaft

Und so verabschiedeten wir uns Samstag kurz und knapp vor ihrer Wohnung. Ich fuhr davon, zu meinen Eltern. Dort blieb ich über Nacht. Und den gesamten Samstag kam keine Nachricht. Mein Anrufversuch in der Nacht blieb erfolglos und unbeantwortet. Komisch fand ich es nicht, auch wenn es sonst immer anders war.

Gestern fuhr ich von meinen Eltern zurück im Auto. Und mein Display im Tacho zeigte einen Anruf von ihr. Also nahm ich auf der linken Spur der Autobahn das Telefonat an, drosselte etwas die Geschwindigkeit und fuhr auf die rechte Spur. Ob ich denn gerade telefonieren könne, fragte sie mich. „Klar“, sagte ich, „wie immer kann ich beim Fahren ganz in Ruhe telefonieren“.

Sie: „Ich habe nachgedacht, der Umgang zwischen uns tut mir nicht so gut. Irgendwie verstehen wir uns nicht so gut wie ich dachte. […]“

Ich kürze das hier etwas ab. Sie sprach noch drei oder vier Sätze mehr. Mich hingegen hat es nicht dazu hingerissen viel zu sagen. Ich fragte nur: „Du hast noch eine Kleinigkeit bei mir auf dem Wohnzimmertisch liegen, schick mir eine Adresse, ich schick es Dir dann zu. Alles Gute für Dich für die Zukunft.“

Ich merkte, dass sie damit nicht gerechnet hatte. Sie diskutierte bisher immer sehr gerne und sehr viel. Mir war nicht mehr nach diskutieren. Aber ich bemerkte auch, dass sie das aus dem Konzept brachte. Damit hatte sie nicht gerechnet, dass ich so kurz und knapp darauf reagieren würde.

Sie hatte aber auch nicht damit gerechnet, dass ich sehr aufmerksam war. Tags zuvor. Sie hatte alle ihre restlichen Sachen, auch ihre Yoga-Matte, wieder eingepackt und mit nach Hause genommen. Mir war klar was das zu bedeuten hatte. Ich war gedanklich längst darauf vorbereitet.

Und so ist heute der Tag der Arbeit. Für die Rechte der Arbeiter. In der Hinsicht sehe ich mich echt als Arbeiter. Wieder daygamen und clubgamen gehen, wieder von Bar zu Bar ziehen. Wieder Gas geben. Wieder Körbe kassieren, wieder Daten. Wieder ganz der Arbeiter sein.

Ein guter Anlass für mich, ich nehme das als Wink mit dem Zaunpfahl. Oder doch mit dem ganzen Zaun… auch weiterhin meine Rechte einzufordern. Ganz wie es der Feiertag auch für die Arbeiter vorgesehen hat. Das Projekt Beziehung bleibt also ein hartes Stück Arbeit für einen inzwischen abgehärteten Arbeiter. Malocher.

Was bleibt in mir zurück?

Ich fühle mich wieder frei. Keine negativen Schwingungen mehr. Keiner mehr neben mir, der mit seinem eigenen Leben nicht klar kommt und – rein aus meiner Sicht – deshalb Fehler bei anderen sucht. Keine Ahnung ob ich mit meiner subjektiven Sicht Recht habe oder nicht. Darum geht es gar nicht. Recht haben ist uninteressant. Aber es ist meine Sicht der Dinge und die zählt. Ihre zählt für sie. Meine für mich. Und wenn ich mich unwohl fühle, dann ist es gut für mich, wenn ich aktiv etwas tue um wieder ins Grüne zu kommen.

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Menschlich ist das schon schade. Ich weiß nämlich, dass sie unter anderen Umständen eine tolle Frau sein würde. Vielleicht auch für mich. Mindestens aber für jemand anderen. Ich würde vermuten, dass sie ähnliche Erfahrungen wie nun mit mir auch schon gemacht hat, bzw. mit dem nächsten Mann erneut machen wird. Ein bisschen wie in einem Kreislauf. Solange… ja solange sie nicht aus dem Strudel heraus kommt. Raus aus der Opferrolle. Das wünsche ich ihr. Und bis zu ihrem Telefonat hab ich auch versucht das bestmögliche beizutragen. Aber ich bin nicht ihr Psychiater, erst recht nicht in so einer frühen Phase. Über meine „Probleme“ bzw. Verganganheit habe ich nie etwas erzählt. Warum auch. Es sind nicht ihre Sorgen. Sie hat dafür keine Verantwortung zu tragen, also verschone ich sie damit. So denke ich in dieser Frage.

Menschlich ist es schon schade, dass es zwischen uns maximal für eine kleine Frühlingsromanze reichen sollte. Glücklich und frei zu sein (egal ob mit oder ohne Beziehung) ist aber auf Dauer wichtiger, als einem Menschen noch vor Beginn einer Beziehung beim Gesunden zu helfen und die eigenen Interessen auf Dauer zurück zu stecken.

Und deshalb ist die Story mit Teil 4 von mir auch gut zu Ende geführt. Ohne sie in die Länge zu ziehen. Das hab ich ja mit dem „Schluss-mach-Telefonat“ von ihr so gelernt, am Ende eines Kapitels einfach etwas kurz anzufügen, fertig. Ob nun zwischen zwei Menschen oder bei einem Artikel. Ein kurzes „tschüss!“.

Sachen packen, weiterziehen. Wie immer. Ganz der lonesome rider. Kein Happy-End, auch wenn ihr mir das alle so gewünscht habt. Danke Euch wirklich!
Seht es bitte positiv, es bleibt auf diese Art hier auch weiterhin spannend…

Auf eine Art ist es dennoch ein Happy-End: Ich habe mich wieder. Danke Pickup, für die Kraft, die Du mir inzwischen gibst. Die Kraft, machen zu können was ich für richtig erachte. Aussprechen zu können, was ich denke. Wievielen Menschen da draußen geht es ganz anders? Wieviele Menschen müssen sich täglich ducken, müssen ertragen und „dürfen“ etwas in einer Beziehung nicht tun, was total objektiv betrachtet „völlig in Ordnung“ wäre?

PS: Ich sehe gerade auf die Uhr. Der Artikel hat fast eineinhalb Stunden verschlungen. Die Zeit ist es mir wert. Wert um dadurch auch innerlich loszulassen. Einen lieben, aber leider aus meiner Sicht nicht freien, Menschen. Dafür bin ich es nun wieder. Frei. Auch auf diese Art frei. Anders sowieso längst. Playstation hatte ich an dem oben genannten Tag übrigens trotzdem noch gespielt. Alles hat seine Grenzen. Und die endet inzwischen spätestens bei einer Einschränkung meiner Freiheit.

PPS: Ab 22. April bin ich nach einer mehrwöchigen Approach-Abstinenz wieder nebenher bei passender Gelegenheit aktiv geworden. Bis vorgestern Nacht stand es 7 zu 0. Bis gestern Nacht 8 zu 1. Das ist meine passende Reaktion auf das Ende mit Fr. Tinder. Und dieses PPS kann ich erst heute – Montag, also am Tag nach Beginn der Erstellung dieses Artikels – ergänzen.
Es war gestern wieder so weit, so einer dieser Rockstar-Momente… Darüber werde ich diese Woche noch berichten.
(Für alle neuen Leser: 7 zu 0 bedeutet nach meiner Zählart => 7 Frauen angesprochen, 0 Telefonnummern bekommen, macht 7 exklusive Körbe, nur für mich. 8 zu 1 bedeutet => 8 Frauen angesprochen, 1 Telefonnummer bekommen.)

Was bisher geschah… Fr. Tinder und ich – Teil 3 von 3

Kommen wir zum Abschluss dieser aktuellen Miniserie… Nach Teil 1 folgte bereits Teil 2 (Was bisher geschah… Fr. Tinder und ich – Teil 2 von 3).

Zu aller erst muss ich sagen, dass mich Eure vielen Kommentare sehr gefreut haben. Der letzte Artikel über Fr. Tinder war der meist diskutierte seit Bestehen meines Blogs. Was ich dabei so klasse finde, sind Eure teils unterschiedlichen und teils gleichartigen Ansichten, aber eines haben alle Kommentare gemeinsam: Sie sind authentisch, gut gemeint, offen, auch schonungslos. Andere Meinungen tun mir gut, sie erweitern die eigene (beschränkte) Sicht. Sie regten und regen mich zum Nachdenken an. Danke Euch!

Bevor es ins Wasser fällt oder ich ins Wasser falle?

Wie Ihr mir in den vielen Kommentaren geschrieben habt, sollte ich dringend darauf achten selbst nicht zu kurz zu kommen und notfalls einen Ganz zurück zu fahren, bevor „das Ganze“ ins Wasser fällt. Oder um es sogar zu präzisieren: Bevor ICH ins Wasser falle.
Mehr als je zuvor bin ich bei jedem Date und bei jeder Geschichte bereit alles loszulassen und meine sieben Sachen zu packen, um wieder weiter zu ziehen.
Freiheit und Unabhängigkeit. Das ist natürlich ein Produkt des inzwischen gewohnten Alleinseins. Man bekommt im Leben nichts geschenkt, Freiheit und Unabhängigkeit bedingen (in der Phase?) eben auch einen geringeren Bindungswunsch oder gar eine verminderte Bindungsfähigkeit.

Denn ich habe den Eindruck aus Euren Kommentaren herausgelesen zu haben, dass es nicht im Fokus steht ob es nun mit Fr. Tinder was wird oder nicht. Sondern dass der Fokus darauf liegen sollte, ob es mir gut geht. Egal ob mit oder ohne Fr. Tinder. So sehe ich das jedenfalls. Deshalb finde ich andere Meinungen so toll, sie beleuchten Sichtweisen, die ein einzelner Mensch nie haben könnte. Eines kann ich versprechen, vor allem mir selbst: Es wird auch weiterhin bei Fr. Tinder – wieder mehr als zuletzt – um mich gehen.

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Genau das und noch mehr habe ich instinktiv in letzter Zeit bereits getan. Mein eigenes Gespür hat mich also nicht verlassen, im Gegenteil. Nur mal kurz den Staub von der Kompassnadel abpusten, mein Instinkt scheint noch ganz gut zu funktionieren.

Fr. Tinder befindet sich aktuell noch – und schon länger geplant – im Urlaub. Das hieß für mich zuletzt wieder durchgehend allein sein. Das, was ich doch so gewöhnt bin und womit ich so gut klar komme. Die „Pause“ kam eigentlich wie gerufen, muss ich sagen. Das ist dieser von Euch vorgeschlagene Schritt zurück. Ob ich oder sie wollten oder nicht, weg ist weg. 🙂

In dem Fall ist die Verbindung zwischen ihr und mir lediglich eine Illusion

Und ich verspüre für mich wieder – frei nach Eckhart Tolle -, dass die Abwesenheit mich eines lehrt: Ein Mensch, der JETZT nicht neben Dir ist, ist eine Illusion. Derjenige dort, Du hier. Was ist daran real, außer die Abwesenheit und die Distanz? Die „Verbindung“ zwischen ihr und mir ist nichts als ein Gedankenkonstrukt und damit eine Illusion. Berechtigt kannst Du nun einwerfen und (gegen-)fragen:
„Und was soll der Unterschied sein zu der Situation wenn sie neben Dir wäre und Ihr Euch in den Armen liegen würdet?“ Und ohne zu groß ausholen zu wollen, aber: „Die Verbindung“ zwischen diesen zwei Menschen ist selbst dann natürlich ein Gedankenkonstrukt. Der einzige feine (und sehr wichtige!) Unterschied ist, dass die Person in dem Moment real bei Dir ist. Rein auf der körperlichen Ebene ist der Mensch real und keine Illusion. Ich weiß, dass das auf den ersten Blick verwirrend zu klingen scheint. Ist es aber weit weniger, wenn man sich damit befasst. Es ist das Realste, das tatsächlich existiert.

Ich mache ein (Gegen-)Extrembeispiel: Ein guter Bekannter befindet sich auf einem längeren Geschäftsaufenthalt. Vor der Abreise trefft Ihr Euch auf ein Getränk in einer Bar. Für vier Wochen später ist seine Rückreise geplant. Und dazwischen passiert etwas Tragisches, der Bekannte erleidet einen Herzinfarkt und verstirbt tausende Kilometer entfernt in einem Krankenhaus im entlegensten Winkel dieser Erde.
Nach Ablauf der vier Wochen meldet er sich vereinbarungsgemäß natürlich nicht. Du wirst skeptisch und rufst ein paar Tage später bei ihm und ein paar weitere Tage später bei seinen Eltern an und erfährst die traurige Nachricht: Er ist tot.

Hat diese Person nun seit dem Tod real existiert? Eine rhetorische Frage, ich weiß. Die Frage ist auch nicht interessant. Interessant ist eine andere Frage: Hattest Du seit seinem Tod eine Verbindung (welcher Art auch immer) zu dieser Person oder war die vermeintliche Verbindung lediglich eine Illusion, ein Gedankenkonstrukt?

Es ist eine Illusion zu glauben, dass eine Verbindung zwischen zwei Menschen auf Distanz existiert. Es ist lediglich ein Kontstrukt aus mehr oder weniger deutlich ausgesprochenen Absichtserklärungen. Du hast keine Ahnung darüber, was der andere Mensch (die ganze liebe lange Zeit) tut. Und der andere Mensch hat keine Ahnung davon was Du tust. Man mag vielleicht abschnittsweise telefonieren. Man mag sich nette Bilder schicken. Man mag dies und man mag das. Unter dem Strich steht aber geschrieben: Sie ist unterwegs mit ihren Leuten. Vielleicht auch nicht. Und ich bin auch unterwegs, vielleicht mit meinen Leuten. Vielleicht auch nicht. Was dazwischen passiert steht in den Sternen. Als ich in den letzten Tagen abends zu Bett gegangen bin, dann hab ich mir immer gedacht: Was unterscheidet diese Situation von all der Zeit davor? Ich mache es einfach: Nichts. Mit einem Unterschied: Davor gab es keine Illusionen.

Deshalb ist es so wichtig für mich in mich hinein zu horchen und zu spüren. Und da spüre ich im Moment Unbehagen. Unerklärbar für mich selbst, es ist nur (?) ein Gespür. Aber für einen zu einem mehr und mehr werdenden Herzmenschen, so sehe ich mich, ist „nur ein Gespür“ ein verdammt gutes Zeichen.

Was macht derweil eigentlich das Studium?

Und ja, in der Zeit ihrer Abwesenheit habe ich einiges erledigt. Unter anderem meine Präsentation mit meinem Kommilitonen für mein Studium fertig gestellt und gehalten. Note im mittleren eins Komma Bereich. Passt.

Die Kommentare der anderen Studenten nach meinem Vortrag war überwältigend positiv, so habe ich das auch noch nie erlebt, eine so tolle Kultur miteinander: „Man merkt, dass das total Dein Element ist. Du sprichst so frei, richtig gut. Kein „äh“ oder sonst was. Es war mit Abstand der beste Vortrag von allen bisher.“
Danke. 🙂

Dazu kann ich nur sagen: Wenn Du eine fremde Frau auf der Straße ansprechen kannst, im Cafe, in einer Bar, in einem Club, und immer schauen mehr oder weniger viele Menschen zu (meistens mehr!) und bekommen Deine Körbe mit… bekommen mit wie Du sprichwörtlich Dreck frisst…. dann, ja dann… ist da dieses kleine Ding, das sich „Ego“ nennt, kaum mehr da. Wovor also Angst haben? Vor einer Gruppe interessierter Mit-Studenten einen Vortrag zu halten ist doch dann eine nette Abwechslung. Mal kein Korb, mal kein Dreck fressen. Applaus bekommst Du sowieso am Ende, auch wenn der Vortrag noch so schlecht sein mag. Also gibts doch nur etwas zu gewinnen. Und wenn man ein paar hundert mal in kurzer Zeit diese ekeligen Körbe bekommen hat, dann ist ein kleiner Vortrag vor echt netten und wohlgesonnenen Menschen doch etwas richtig schönes. Wenn Du eine Frau draußen spontan über Minuten oder teilweise sogar Stunden unterhalten kannst, dann ist ein trainierter Vortrag vor einer großen Gruppe – die nicht mal fiese Shit-Tests wie aus der Stalinorgel abfeuert – echt Urlaub.

Pickup ist viel mehr als nur „wie schleppe ich eine Frau ab“ und deshalb werde ich meinem Sohn eines Tages im entsprechenden Alter nichts anderes zeigen und beibringen als genau das. Erstmal sich selbst zu finden und zu sich zu stehen, danach kann der Junge den ganzen Krimskrams aus den vielen unnützen Schulbüchern lernen.
Und was ist, wenn es eine Tochter wird? Haha. 😉

Außerdem habe ich noch meine Note für eine vor einigen Wochen abgelegte schriftliche Prüfung erhalten, Note im niedrigen eins Komma Bereich. Passt auch.
Studium ist also soweit gut angelaufen, auch faktisch.

Ein Gefühl von (wieder) mehr Freiheit

Während der Abwesenheit von Fr. Tinder telefonierten wir zwar täglich, aber meist nur kurz. Ansonsten war sie gut beschäftigt und viel unterwegs mit ihren Freundinnen oder Freunden, was weiß ich. Worüber ich nicht traurig war, im Gegenteil. Die Stille habe ich zu Hause sehr genossen. „Endlich“ wieder machen können was ich will.

So wie ich auch den Samstag Abend genossen habe. Draußen mit einem Kumpel. Es wurde spät.

Es sind so kleine Dinge, die plötzlich wieder real werden und in den Vordergrund rücken: Den Teller vom Abendessen auf dem Couchtisch liegen lassen?! JA! Wenn mir danach war, JA! Wenn nicht, nicht. Dann hab ich ihn aufgeräumt.
Und das leere schwere Glas vom Schluck Rum am Abend zuvor – ein Cubaney Ron Exquisito – blieb über Nacht auch einfach mal stehen. Nur um es dann in der Früh aufzuräumen. Warum nicht.
Natürlich kann ich mir selbst die Frage stellen: „Ja, warum lasse ich es nicht auch einfach so stehen, wenn eine Frau da ist?“
Es ist einfach anders, ich fühle mich da nicht so frei. Jedenfalls nicht bei ihr, vielleicht bei einer anderen Frau. Ich weiß es nicht. Dementsprechend räume ich mein Zeug einfach weg. Innere Freiheit sieht anders aus, ich weiß.
Auch wenn ich außerdem weiß, dass diese Art Freiheit erst mit der Zeit kommen kann und vermutlich auch würde. Dennoch fühlt es sich unfrei hat. Eigentümlich unfrei.

Da fällt mir gerade noch so ein Beispiel ein, eines das allerdings tatsächlich nichts mit meinem Denken zu tun, sondern eines, das Fr. Tinder getriggert hat: Letztens wollte ich am Abend mit Herr van Onnetuschn Fifa 17 spielen, online, er von zu Hause aus und ich von zu Hause aus. Zwei gegen zwei, machen wir seit Jahren.
Also rief er mich an und fragte: „Na, hast Du Lust?“
Woraufhin ich antwortete: „Na sicher, ich kläre das hier mal schnell ab und melde mich nochmal bei Dir.“

Und was war? Natürlich begann eine kleine Diskussion darüber ob „es denn sein müsse“, dass ich spiele wenn sie da sei. Nun, wenn wir uns nur einen Abend sehen, dann würde ich nicht auf die Idee kommen zu spielen. Sehen wir uns hingegen tagelang ununterbrochen, dann ist das auch so ein Beispiel für „unfrei“ zu sein. Sie bestand mehr oder weniger darauf, dass ich sehr wohl spielen könne, allerdings wenn sie nicht da sei. Rumps.

Gut, dann wird heute eben nicht Fifa gespielt. Einmal ist kein mal, sagt man. Zwei mal ist einmal zu viel! Ein zweites Mal wird es nicht geben. Will ich spielen, dann werde ich spielen.

Nun, so tat der Schritt zurück gut. Sie nicht da. Ich alleine. Mehr oder weniger alleine. So alleine fühle ich mich gar nicht. Kommen eben die Treffen mit Freunden bzw. Ausflüge in die Stadt wieder mehr zum Tragen. Das tat verdammt gut.

Wiedersehen

Wir freuen uns beide dennoch aufs Wiedersehen, keine Frage. Und klar ist auch, dass dann einige Dinge anders laufen werden. Mit oder ohne ihrem Einverständnis. Was eine Anfangsphase betrifft, bin ich sicherlich sehr tolerant und oft bereit mich etwas zurück zu nehmen. Richtig ist das dennoch nicht. Richtig wäre, wenn es einfach passt wie es ist. Aber gut… ich gebe nicht meine Freiheit auf, um in ein Korsett gepresst zu werden. Ihr zugute halten werde ich jedoch, dass sie das gar nicht vor hat. Nicht bewusst, aber das entschuldigt auch nicht, dass sie es eben doch tut. Ohne es zu merken, wie ich nochmal betone. Aber eine Frau handelt oft subtil und unterbewusst in solcherlei Angelegenheiten. Frauen sind Strategen. Männer nicht. Männer sind trieb- und instinktgesteuert. Nur gut, dass ich aber zusätzlich auch Stratege bin. Nichts liebe ich mehr als das Vorausdenken. 😉

So viel „Neues“ zwischen Fr. Tinder und mir hat sich also in der letzten Zeit gar nicht entwickeln können. Außer einigen Telefonaten und sonst nur Distanz und ein paar Illusionen. Dementsprechend kann ich hier in Teil 3 auch nicht mit den großen Fakten auffahren. Es geht in Teil 3 also erneut wieder mehr um mich, als um Fr. Tinder. Und vielleicht ist das gerade das Notwendige?

Was ich sicher sagen kann: Wenn man sich einander nicht sieht, ist das dementsprechend auch nicht meine Realität. Das hat mich die Zeit wieder klar werden lassen. Ob jemand 14 Tage auf Barbados, auf dem Bahamas oder in Saint-Tropez verbringt und sich die Sonne auf den Bauch bzw. aus dem Hintern scheinen lässt oder ob jemand gar nicht so weit weg seine Zeit mit was-auch-immer zubringt, spielt letztlich keine Rolle. Die Person ist nicht neben mir. Nicht meine Realität. Nicht mein Problem.
Es ist einfach surreal nur zu telefonieren und den Menschen nicht bei sich zu haben. Wenn ich mir überlege wie viele Frauen ich in der Zwischenzeit hätte ansprechen können… und es nicht getan habe. Das lasse ich einfach mal so stehen. Ohne Kommentar.

Wieviele Dates waren in all der Zeit schon mit irgendwem ausgemacht und wurden dann mehr oder weniger kurzfristig abgesagt? Nicht meine Realität. Nicht mein Problem.

Was ich aber auch sicher sagen kann, und das beziehe ich gar nicht auf Fr. Tinder und ihren aktuellen Urlaub, ist:
Ist es die richtige Person, dann ist sie bei Dir. Und umgekehrt. Und dahinter gehört ein Ausrufezeichen!

Und so werden wir uns diese Woche wieder sehen. Heute. Wenn es keine Illusion sein sollte.
Ausgeruht. Mit Abstand. Ich sehe es – spätestens nach der „Pause“ – ganz entspannt. Vielleicht zu entspannt. Vielleicht auch nur wegen der Pause entspannt. Ein bisschen ist es für mich auch mehr als nur entspannt. Warum? Wer weiß. Nur so ein Gespür.