Von fettigen Haaren und dicken Bäuchen

Heute geht es mal eher back to the roots! So werde ich berichten über meine menschlichen Beobachtungen aus den letzten Wochen. Es wird wieder einmal schonungslos, hart, offen, aber wie immer höchst fair! Warum kann ich es fair nennen? Weil ich stets pro und kontra abwäge. Es gibt nie nur „so“ oder „so“. Der Kontext entscheidet! Und damit auch die Gültigkeit und Aussagekraft der eigenen Thesen.

Und der Artikel wird nichts mit Corona an sich und auch nichts mit meinen Aktivitäten an den Kapitalmärkten zu tun. Heute kommen also endlich mal auch wieder alle „Stammleser“ auf Ihre Kosten, versprochen. 😉
Wir werden uns also mit Dingen wie Lifestyle und dem eigenen sexuellen Marktwert beschäftigen.

Die Einen so, die Anderen so

Die letzten Wochen bin ich sportlich fleißig wie selten zuvor. Intensives Krafttraining für den Muskelaufbau und relativ viel Cardio für die Gesundheit. In diesen Zeiten ist es nicht nur wichtig nach außen hin Stärke zu zeigen (Stichwort „Fels in der Brandung“!), sondern auch seinen Geist in Balance und Stark zu halten. Cardio ist für den Muskelaufbau eher kontraproduktiv. Aber von allem das absolute Top geht nun einmal nicht, auch wenn ich mir das fast immer wünsche.

Nun, was fällt mir aber die letzten Wochen verstärkt auf? Nicht weil es sich plötzlich geändert haben würde, sondern weil ich einfach darauf achte…? Ich bin zur Zeit bei meinen Eltern und daher in meiner Heimatstadt. Das ist keine Großstadt und wenn ich dort mehrmals pro Woche durch die Stadt spaziere (Seele baumeln lassen) oder auch durch die Gegend jogge, dann treffe ich hin und wieder alte Weggefährten, ehemalige Schulkollegen, Bekannte oder Freunde von früher.

Und was soll ich sagen? Ich bin im Allgemeinen schockiert! Es ist eine Katastrophe! Fast alle sehen aus wie personifizierte Müllhalden. Nicht nur die mir bekannten Menschen von früher, auch die mehrheitlich anderen Menschen, die durch die Stadt schlendern. Am Anständigsten sehen aus meiner Sicht die älteren Menschen aus. Aber die Generation 25 bis 50 ist optisch ein einziges Desaster. Ich kann es leider nicht anders ausdrücken. Die Alten (> 70) sehen zwar anständig aus, wirken dafür aber total verstört und verängstigt. Die tun mir am meisten leid. Besonders wenn ich sie alleine herumalufen sehe. Bei einem Großteil gibt es vermutlich keinen Partner mehr. Das kann man erkennen, finde ich. Aber die Generation (genau genommen sind es ja 2 Generationen) 25 bis 50 ist nur noch hoffnungslos am Ende, so mein Eindruck. Leerer Gesichtsausdruck. Geistig abwesend. Kopf stets gesenkt ins Smartphone. Optische Müllhalden. So hart ist das, ich weiß. Aber es ist wie es ist. Ich habe das nicht erfunden. Ganz im Gegenteil, mit meinem Blog versuche ich einen Gegenpol zu bilden und kämpfe seit Jahren gegen den Wahnsinn an.

Fett in den Haaren, Fett auf den Hüften

Frauen in fettigen Haaren und Männer mit dicken Bäuchen. Ich fahre zur Zeit sehr gerne irgendwo mit dem Auto hin, habe mein Essen dabei oder kaufe mir unterwegs etwas im Supermarkt, entspanne dann bei einem Youtube-Video oder beobachte drum herum die Szenerie, während ich esse. Und wen traf ich jüngst? Einen alten Schulkameraden. Freudestrahlend begrüßte er mich. Und auch ich freute mich gleichfalls. Aber ich war perplex. Er hatte einen Ranzen bekommen, der sein T-Shirt ausfüllte wie das eines Michelin-Männchens. Allerdings nicht an den Armen, sondern nur um die Hüften herum. Ich bin schockiert! Einfach nur schockiert! Wie kann man sich so gehen lassen?

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Nicht nur das, auch fast all die anderen Typen da draußen… zerschlissene Hosen… abgetragene und schmutzige Schuhe… viel zu große T-Shirts oder Jacken… Man o man! Und dann haben sie manchmal eine Dame im Arm, die ihnen in nichts nachsteht. Die strahlt regelrecht. Allerdings liegt das nicht an deren Laune, sondern tatsächlich an dem sich in ihren fettigen Haaren reflektierenden Licht.

Frage:
Kann man sich nicht mal die Haare waschen? Wenigstens das? Corona hin oder Corona her. Ja, Corona ist total tödlich. Das wissen wir jetzt alle und glauben auch artig daran. Überall Leichen und so… und deswegen tragen wir ja auch alle artig unseren Maulkorb… bla bla bla… Aber Haare waschen kann man doch trotzdem oder ist jetzt in den Supermärkten außer dem Toilettenpapier überall auch das Shampoo ausgegangen? Außerdem sagen die Wirtschaftsdaten, dass der Onlinehandel derzeit boomt. D.h. Firmen wie Zalando oder Amazon profitieren enorm von dem Irrsinn da draußen. Also müssten die Menschen doch auch „tolle“ Klamotten tragen. Oder nennen wir zumindest „neue“ Klamotten. Aber nein, abgewetzte Schuhe bei den Männern und schlabberige Shirts so weit das Auge reicht. Warum nur? Was zum Teufel bestellen all die Leute bei Amazon und Zalando?! Und alle haben sie ordentlich Speck um die Hüften. Dabei ist der Winter doch vorbei und wir sind keine Tiere im Wald, die sich Fett anfressen müssten. Oder hab ich was verpasst? Zeit aus dem Winterschlaf zu erwachen oder nicht? Besser gar nicht erst hinein geraten… wir sind Menschen… keine Winterschlaf-Tiere.

Also ich kann nur von mir sprechen, was mich antreibt. Was andere Menschen antreibt weiß ich nicht. Ich kann es nur vermuten und kann es nur kurz und knapp ausdrücken: Offensichtlich nichts. Gar nichts. In der Wirtschaft wird von „Zombi-Firmen“ gesprochen, das sind Unternehmen, die eigentlich pleite sind, aber durch staatliche Rettungsmaßnahmen künstlich am Leben gehalten werden (auf Kosten von uns Steuerzahleridioten). Ich stelle auf ganz kleiner Ebene, nämlich durch aufmerksames Spazierengehen, fest, dass das gar nicht unser eigentliches Problem ist. Zombie-Firmen sind ein kleines Übel, gegen diese Zombie-Menschen.

Heute sind das echt harte Worte, ist mir auch klar. Aber Wahrheit ist Wahrheit und es wird nicht weniger wahr wenn ich davor die Augen verschließe. Irgendwie komme ich mir ein wenig verar***t vor, wenn ich mir überlege was für einen Aufwand ich betreibe, um gesund und in Form zu sein. Und wieviele Gedanken ich mir täglich um meine Ernährung mache. Kalorienmengen beachte, auf jegliche Kohlenhydrate verzichte und zwischen 5 bis 6 Sporteinheiten pro Woche durchjage. Dazu unzählige Artikel und Bücher lese und Youtube-Videos schaue. Und mich dennoch pflege. Geduscht bin, gekürzte und saubere Fingernägel habe, perfekt sitzende und saubere Klamotten trage. Wie mache ich das nur, im Gegensatz zu denen?! Und warum komme ich mir verar***t vor? Nicht weil ich mich ins Verhältnis zu den Anderen setze. Andere dürfen nie ein Maßstab für sich selbst sein.

Merke: Es gibt niemals eine Konkurrenz zu Dir (-> „Wo ich bin ist vorne!“)! Verar***t komme ich mir besonders deshalb vor, weil ich ja auch noch einem Job nachgehe. Bei derzeit ca. 10.000.000 (in Worten: 10 Millionen!) Arbeitslosen oder Kurzarbeitern in Deutschland – mit rasch steigender Tendenz ! – gehe ich davon aus, dass viele „der Anderen“ also mindestens 8 Stunden mehr Zeit in 5 Tagen pro Woche haben müssten als ich. Nur wofür?

Oder anders gefragt: Was machen die denn dann den ganzen Tag, wenn die all die Dinge nicht tun, die ich tue? Und nebei bin ich – ganz abgesehen von allem – auch noch zig Stunden am Tag dabei das Börsengeschehen aktiv zu managen. Neben meinem eigentlichen Job, versteht sich!

Frage ans Universum:
Hat mein Tag mehr als 24 Stunden und sind die Tage der Anderen wesentlich kürzer?

Fragen über Fragen. Antworten wird es darauf wie immer nicht geben. Weil sich niemals jemand mit den fettigen Haaren und den dicken Bäuchen klar zu seinem Status bekennen würde. Aus Sicht derer seien ihre Haare natürlich gepflegt und die dicken Bäuche seien gar nicht so schlimm… denn „da gibt es ja noch viel dickere Menschen als mich…„? Kennst Du sicher, diese Sprüche und Wahrnehmungsstörungen. Immer alles schön ins Verhältnis zu anderen setzen, dann fällt das eigene Versagen nicht so ins Gewicht. Wie kleine Kinder, die ihre Augen zu halten und rufen: „Du siehst mich nicht!“. Nur geht es hier nicht um kleine Kinder. Da ist das ja noch total süß, aber bei Erwachsenen? Da ist das einfach nur bitter und sauer.

Es geht auch anders, ganz anders!

Aber eine sehr interessante Beobachtung habe ich auch gemacht. Und das macht mir Mut und treibt mich zusätzlich an, nicht in das selbe Zombie-Loch zu fallen. Ich sehe beim Spazierengehen hin und wieder auch echt stylische Typen. In tollen Klamotten. Letztens bin ich an einem vorbei gelaufen, der hatte nahezu den selben Modestil wie ich. Er trug eine enge schwarze Lederjacke und ein Poloshirt, in Kombination mit einer engen Jeans. Und innerlich freute ich mich, dachte mir: „Endlich mal einer mit Geschmack!“ Er war offensichtlich mit einem Freund unterwegs, sie gingen nebeneinander und unterhielten sich.

Dann wanderte mein Blick einige Meter nach rechts vorne und ich sah zwei verdammt attraktive Frauen. Sehr gepflegt, sportlich, tolle Klamotten, lächelnd, um nicht zu sagen… strahlend. Die Eine lächelte mich an. Ich lächelte natürlich zurück. Und bemerkte, dass die beiden stehen blieben und nach hinten blickten. Ich verstand in diesem Moment, dass die beiden Typen, an denen ich vorbei ging, zu ihnen gehörten. War klar. Und wenn ich jetzt einfach mal Gedankenraten spielen würde, nehme ich an, dass sie sich gefreut hat, außer ihrem Partner auch mal sonst in der Stadt einen Nicht-Zombie sehen zu dürfen. Jemanden der strahlt. Der lächelt. Der gut gekleidet ist usw… Du weißt schon. Ich kann mich irren, klar. Aber ich war ja nicht der Einzige in der Stadt. Und ich sah die beiden Damen sonst niemanden angrinsen. Ganz nach dem (sehr gesunden!) Motto: „Nichtbeachtung schenkt Befreiung.“

Und so oder so ähnlich beobachte ich das die letzten Wochen ständig. Die Erfolgsformel ist recht einfach: Sieht der Typ trainiert und gut gekleidet und gepflegt aus, dann ist die heiße Braut nicht weit entfernt. Meistens läuft sie direkt neben ihm, oft Hand in Hand. Beide strahlen. Wirken glücklich.

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Jetzt kann ich mir aus der ganzen Story selbst eine Frage ableiten, um daraus etwas für mich zu schließen. Und die Frage lautet: Wenn ich mich selbst für einen gepflegten und attraktiven Mann halte, sportlich, gebildet und fleißig bin, warum zum Teufel habe ich dann keine heiße Braut an meiner Seite?

Hier kommt das Fazit an mich selbst

Nun gibt es genau zwei mögliche Antworten:
1. Ich bin weder attraktiv noch gepflegt noch sportlich oder gebildet oder fleißig oder trage anständige Klamotten! Ich leide also an einer maßlosen Selbstüberschätzung und Wahrnehmungsverzerrung.
Oder
2. Ich habe einfach keine Lust auf eine „heiße“ Braut an meiner Seite!

Wenn ich nun ein Influencer wäre, würde ich jetzt sagen: „Schreibt es mir in die Kommentare, was denkt Ihr?!“ Aber ich bin weder Influencer noch bekomme ich viele Kommentare. Also antworte ich stellvertretend für alle gleich selbst. Wie folgt…

Ich kenne meine Antwort auf die Frage. Ob sie jedoch wirklich stimmt und ich nicht doch einfach nur unter einer Wahrnehmungsstörung leide, ist eine andere Frage. Und soll ich Dir etwas sagen? Es spielt keine Rolle. Wichtig ist nur, was Du selbst über Dich denkst! Alles andere ist nicht real. Mach Dir Deine eigene Realität, es lebt sich darin wesentlich gesünder und macht einfach verdammt viel mehr Spaß!

Heißt das, dass ich nie wieder eine Partnerin möchte? Nein. Sicher nicht. Aber auf absehbare Zeit bin ich raus aus dem Datingmarkt. So einfach ist das. Ich überlasse den Markt der Menschen mit den dicken Bäuchen und den fettigen Haaren lieber sich selbst. Vielleicht stolpert mir zufällig mal wieder eine attraktive Frau über die Füße, dann spreche ich sie schon an. Keine Sorge. Aber mehr ist mir das Thema nicht mehr Wert. Liebe ist die schönste Nebensache der Welt, könnte man sagen. Aber mehr auch nicht. Mehr auch nicht! Danke.

PS: Ich habe die Woche mal wieder beruflich bedingt mit Fr. Distanz telefoniert. Sie hat nun einen Partner, hat sie mir freudestrahlend erzählt. Und sie sei happy darüber, dass mir „das nichts ausmache“. Ich musste laut lachen dabei und sagte ihr: „Ganz ehrlich, das Letzte, worauf ich momentan Lust hätte, ist eine Partnerin!“ Innerlich dachte ich mir nur: „Was mir derzeit alles entgehen würde, wenn ich ständig irgendwen daten müsste?!“ Irre. Und mein zweiter Gedanke war, dass ich froh bin, dass sie nun „gut weiter“ ist. Hahaha. Das Leben ist einfach geil! 🙂

PPS: Mal angenommen, ich würde unter keinen Wahrnehmungsstörungen leiden und wäre tatsächlich einigermaßen trainiert, fleißig, attraktiv, gut gekleidet, sportlich, gebildet und kein armer Schlucker… nur mal angenommen… für einen kurzen Moment… okay? Komm bitte kurz mit auf meinen Gedankengang, ich lade Dich ein… Wäre das dann nicht so als würde man einen Ferrari das ganze Jahr nur in der Garage stehen lassen und täglich fein polieren, ohne ihn je zu fahren? Wäre es keine reine Verschwendung? Ich sehe es anders. Ich betrachte das eher wie den Umgang mit einem Mercedes Benz SL 300 „Flügeltürer“ von 1954. Wenn Du einen Wagen in der Garage hast und damit möglichst wenige Kilometer auf den Tacho jagst, dann passiert mit seinem Wert, oft erst nach vielen Jahren, über all die Zeit was? Er steigt. Du kannst natürlich auch alle Teile einfach plump verschleißen und dem Ding unnötig viele Kilometer drauf ballern. Und von Partnerin zu Partnerin wechseln. Aber ich hebe mir die Kilometer lieber auf. Für eine Frau, bei der es sich wieder lohnt. Die Beziehungsuhr kann man lange aufziehen. Aber auch da ist es wie mit jeder Schraube: „Nach fest kommt ab!“ Und ich schone meine ganz persönliche Beziehungsuhr lieber. Und auch außerhalb jeder Beziehung verschleißen andere Menschen einen selbst permanent. Nimmt man nicht so wahr, ist aber so. Auch Fr. Respektina, eine mehrmonatige Geschichte vor kurzem, war so ein Fall. Wir arbeiten uns an anderen Menschen immer ab, so sehr sie uns auch bisweilen Positives ins Leben bringen mögen. Wir sollten das nie vergessen. Wir verschleißen eineinander stets. So ist das Leben. Das kostet letztlich viele Nerven, ohne echten Mehrwert. Und wenn es nur die eigene Lebenszeit ist, die es kostet. Das Kostbarste also. Und deswegen poliere ich den Flügeltürer täglich nur und fahre erst dann wieder damit raus, wenn es sich für mich lohnt. Derzeit lohnen sich andere Dinge mehr für mich. Es ist schön, einen 1954er Flügeltürer in der Garage zu haben. Und die Zeit wird kommen, wo sich ein Ausritt dafür lohnt. Wieviele 54er Flügeltürer gibt es denn noch auf der Welt, in gutem Zustand? Es ist eine Rarität. Denk gerne kurz darüber nach. Und bis zu dem Zeitpunkt, an dem es sich für mich wieder einmal lohnt, den Wagen über deutschlands Straßen zu fahren… freue ich mich inzwischen über die viele wundervolle Zeit, die ich mir selbst für mich nehme. In dem Wissen, dass es sowieso niemals eine Konkurrenz gibt.

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