Auch Top-Speaker sind nur Menschen, in Wahrheit manchmal kein Schritt voraus

Vielleicht hast Du es die letzten Tage mitbekommen, falls Du die Speakerszene in Deutschland verfolgst. Da ist eine regelrechte Schlammschlacht ausgebrochen. Anlass war ein Zeitungsartikel zu einer Veranstaltung von Tobias Beck.

Wer ist Tobias Beck? Tobias Beck ist einer der bekanntesten Coaches und Speaker in Deutschland. Und zweifelsfrei vermittelt er gute Botschaften und eine Lebenseinstellung, die inspirierend ist. Ich verfolge seine Youtube Videos, wenn auch nicht alle. Manche Themen sind mir einfach zu langweilig und teilweise sind seine Gäste auch nicht interessant genug. Das ist aber ganz normal und kein Problem von diesem Speaker. Es können nicht immer alle Themen super spannend sein.

Wenn ich also beispielsweise irgend einer Psycho-Tante zuhören soll, die mir eben etwas über das menschliche Gehirn und dessen Funktionsweise erzählen will, dann höre ich genau 2 Minuten lang zu. Und wenn dann nur schulkluges Geschwätz kommt, schalte ich ab. Da nutzt es mir auch nichts, wenn ein Top-Speaker moderiert. Wenn schulkluge Streber interviewt werden, bin ich raus. Schulkluge gibt es genug. Danke. Aber nein danke.

Nun, in dem Zeitungsartikel wurde Tobias Beck offensichtlich zerrissen. Er sei auf der Bühne verbal so lange auf eine Teilnehmer losgegangen, bis diese zu weinen begonnen habe. Die Leute hätten stundenlang nicht auf die Toilette gehen dürfen und hätten bis tief in die Nacht wach bleiben müssen. Es soll wohl irgend eine Gruppenübung durchgeführt worden sein. Und aufgrund der fortgeschrittenen Zeit, sei Tobias Beck derweil nach Hause gefahren und habe sein Team den Rest der Veranstaltung durchführen lassen.

Soweit alles nicht speaktakulär. Aber was macht die Story für mich so interessant?

Das gegenseitige Zerfleischen einer Branche

Nun, ich folge beispielsweise auch Dirk Kreuter. Auch den kann man kennen, wenn man sich für Persönlichkeitsentwicklung interessiert. Wobei er eher aus dem Bereich Vertrieb kommt und mehr mit Verkaufsschulung und Marketing zu tun hat.

Da haut der gute Dirk Kreuter ein Video raus und zerfetzt den Tobias Beck. Kommt vor, sowas. Aber Achtung: Ausschließlich auf Basis dieses oben erwähnten Zeitungsartikels!

What???!!!

Er fällt sein Urteil auf Basis eines (!) Artikels von irgendwem (!). Ich habe den originalen Artikel nicht gelesen. Ich habe mir nur die Video-Statements von Tobias Beck und Dirk Kreuter angesehen. Der originale Artikel interessiert mich gar nicht. Schrott lese ich nicht. Ich beschäftige mich lieber direkt mit den Menschen. In dem Fall Tobias und Dirk.

Jedenfalls ist es ein Wahnsinn, wie ein millionenfach bekannter Mann einen anderen Menschen aus der gleichen Branche (!) so niedermachen kann. Er würde niemals seine Veranstaltungsteilnehmer vom Gang auf die Toilette abhalten. Er würde niemals einen Teilnehmer auf der Bühne zum Weinen bringen. Er würde sowieso alles ganz anders machen als dieser Tobias Beck und die Message zu Ende: „Kommt lieber in meine Veranstaltungen!“

Einen Kommentar auf einen Zeitungsartikel zu stützen und mit in den Canon einzustimmen, halte ich für äußerst fragwürdig. Wenn ich nicht selbst auf einer Veranstaltung war, dann würde ich mich mit angreifenden Kommentaren zu einer Person zurückhalten. Um nicht zu sagen: Ich lasse solche Gedanken gar nicht erst aufkommen.

Es gibt auch Coaches mit Hirn

Ich meine das nicht abfällig und auch nicht abwertend. Aber das was der Dirk da getan hat, ist für mich nicht analytisch. Es ist einfach emotional. Vielleicht ist es auch kaluliert, dass er einen Branchenkollegen in die Pfanne haut. Vielleicht steckt da nur ein Marketinggag dahinter. Um all das geht es mir gar nicht. Es geht mir um etwas anderes.

Ich habe nämlich auch ein drittes Video gesehen. Von einem weiteren Speaker. Julian Hosp. Der ist vielleicht nicht so bekannt in der Speakerszene, aber ihm fühle ich mich geistig näher als den anderen beiden. Er kommt mehr aus einer realen Betrachtungsschiene und kerngesunden Weltanschauung. Wie Du weißt, sehe ich Dinge gerne so wie sie sind. Nicht übertrieben in eine und nicht übertrieben in eine andere Richtung.

Julian Hosp analysiert mehr. Er geht auf Wahrscheinlichkeiten und Statistiken. Und das bei einem kerngesunden Mindset. Man muss also nicht immer nur seinen Namen tanzend im Kreis singen und dazu ein paar Räucherstäbchen abfackeln, um erfolgreich und fokussiert zu sein oder sein zu können. Ich will dem Tobias und dem Dirk nix abtun. Beide halte ich insgesamt für gut bis sehr gut. Aber während der Tobias mir die Haare einfach zu schön hat, ist mir der Dirk zu verkaufslastig. Der verkauft Dir seine Oma auch noch als Jungfrau, würde ich annehmen. Das ist mir zu geschleckt und zu manipulativ. Dennoch werde ich dieses Jahr eine seiner Veranstaltungen besuchen. Das Eine schließt das Andere nicht aus. Gegen den Tobias habe ich nix, auch wenn er die Haare schön hat. Aber den ganzen Tag nur grinsend in die Kamera zu lächeln und alles und jeden toll zu finden, halte ich für unreal. Dennoch: Von beiden kannst Du viel lernen. Von beiden durfte ich viel lernen. Danke Euch beiden, ist also gut gemeinte Kritik! 😉

Was dieser Julian Hosp allerdings so toll gemacht hat: Er ging professionell an das Thema heran. Er nahm einen neutralen Standpunkt ein. Er kennt beide Speaker persönlich, nehme ich an. Er kritisierte den Dirk Kreuter scharf für dessen platte Angriffe. Er lobte allerdings auch nicht den Tobias Beck in den Himmel hoch. Er zeigte Unterschiede zwischen den anderen beiden und sich auf. Er brachte dabei ein paar wesentliche Denkanstöße mit: Glaubt denn heute – im Jahre 2020 – irgendwer ernsthaft, dass man bei einer Veranstaltung „einsperrt“ wird? Glaubt denn jemand ernsthaft, dass man nicht auf die Toilette gehen darf? Glaubt denn jemand ernsthaft, dass bei hunderten oder tausenden von Teilnehmern es nicht auch mal sein kann, dass ein Teilnehmer auf der Bühne emotional wird und vielleicht zu weinen beginnt?

Es ist ganz normal und statistisch völlig im Rahmen, dass auch mal (!) irgendwer irgendwas als nicht so toll empfindet. Mir geht das in meinem Leben sogar recht häufig so, stelle ich zur Zeit immer wieder fest. Menschen, die mich kaum kennen oder meinen zu kennen, kritisieren mich am lautesten. Oft Arbeitskollegen. Mal sind es meine Investments. Mal mein Style. Mal meine Lebensweise. Heute dies und morgen das. Es geht mir am Ar*** vorbei. Der Neidfaktor ist eklatant hoch. Ich habe gestern einen tollen Spruch gelesen, von einem anderen wahnsinnig guten Coach: „Wenn Du mit einem Idioten diskutierst, bist Du selbst einer!“

Daher: Danke Julian, für Deine nüchterne Analyse und Deine faire Herangehensweise und den Umgang mit zwei potentiellen „Konkurrenten“. Du zeigst, dass man auch mit Hirn und Verstand und aus einer Positionen des Abstands anständig Themen und Situationen und Menschen (!) beleuchten kann. Das ist ein sehr sehr seltenes Gut heutzutage. Ich denke da nur an die aktuelle Medienberichterstattung zu Hanau. Da würgt es mich im Magen. Aber lassen wir das, das ist ein anderes Thema. Um Politik soll es heute nicht gehen. Alle gegen einen oder alle gegen ein Thema. Da ist immer etwas faul, mehr sag ich nicht. Menschen sind Herdentiere, klar dass dann alle der Masse folgen.

Was mich an der ganzen Sache so erstaunt hat

2 Dinge:
1. Wie persönlich Tobias Beck diesen reißerischen Artikel über seine Veranstaltung und über sich genommen hat. Er war richtig angefressen und rechtfertigend in seinen Statements. Ich sage dazu nur: „Junge, das ist Deiner nicht würdig!“
2. Wie ein so anerkannter Top-Speaker einfach einen Berufskollegen attackiert.

Hallo?! Junge?! Du bist Bestseller-Autor. Du bist Top-Speaker. Du bist vermutlich Multimillionär. Hallo?! Was ist denn los mit Dir. Komm mal klar. Das war ein (!) blöder Artikel zu Deiner Arbeit. Du lachst den ganzen Tag, wie oben geschrieben, in die Kamera. Jeder scheint Dich zu lieben und ganz toll zu finden. Everybodys Darling. Dem die Sonne gefühlt von morgens bis abends aus dem Hintern scheint. Und da kommt irgendwer (!) um die Ecke und bricht Dich mit einem lächerlichen Artikel? Und spätestens komplett knickst Du weg, nur weil ein Kollege aus der Branche mit drauf drischt?!

Was ist denn hier los?! Ich dachte, dass Du da bist, um den Menschen den Geist zu öffnen. Ihnen den Weg zur inneren Erfüllung, zum Erfolg, zum Glücklichsein und zum Abrufen ihres Potentials zu verhelfen. Der stabil und stark ist. Hä?! Hab ich was verpasst. Verdammt nochmal! Wenn der größte Sturm tobt und der Kälteeinbruch kommt, dann hast Du wie eine deutsche Eiche stehen zu bleiben! Man. Was ist da los?! Du kannst zig hunderttausend Menschen doch nicht Wasser predigen und selbst Wein trinken. Ich bin schockiert!

Hater gehören dazu. Dem muss ich mich täglich genauso aussetzen. Das haben wir so an uns. Wenn wir polarisieren. Wenn wir von der Masse abweichen. Wenn wir herausragen. Das ist ganz normal, dass das anderen Menschen nicht gefällt. Menschen mögen es nicht sonderlich, wenn sie mit anderen Menschen zu tun haben, die ihnen voraus sind. Das ist der Grund, warum echter Hass nur von Taugenichtsen kommt. Nicht meine Spielwiese. Da bin ich raus.

Und dennoch, was Dirk Kreuter da abgeliefert hat, war eine Null-Leistung. Unter null, sogar. Man man man. Was ist das denn. Wer bist Du denn? Ja mag sein, dass ich Deine Veranstaltung besuche, dieses Jahr. Aber hey, man kann doch nicht auf Basis eines dämlichen Artikels einen anderen Menschen in der Öffentlichkeit attackieren. Was geht da bei mir sofort in meinem Kopf vor? Ganz einfach: Wenn Du die Inhalte, die Du Deinen Kunden (dazu zähle auch ich) vermittelst, genauso „toll“ recherchierst und reflektierst, wie die Kritik an Tobias Beck… was erwartet mich dann? Ich kann Top-Inhalte nur liefern, wenn ich Top-Leistung von mir selbst abrufe. Aber eine Null-Leistung abzurufen führt nicht zu Top-Inhalten. Ich erwarte von einem Top-Speaker eine absolut saubere Leistung, nimm Dir ein Beispiel an Julian Hosp. Und vor allem: Bleib fair! Hier geht es um Menschen!

Wahnsinn!

2020-02-23

Und zu guter Letzt noch eine Schelte!

Ein wenig habe ich mich ja echt gefreut. Warum? Darüber, dass selbst die tolle Branche der Persönlichkeitsentwickler auch mal sein Fett abbekommt. Im politischen Bereich wird durch die Mainstream Propaganda- und Lügenpresse ständig nur auf die Kernbereiche eingedroschen, für die ich mich interessiere. Kapitalismus ist böse. Wer Geld an der Börse verdient ist böse. Konservativ zu sein ist böse. Nazi ist so jemand sogar. Eigenverantwortung ist böse. Und auf der Gegenseite? Sozialismus ist gut. Soziale Hängematte für alle ist gut. Wenn die CDU mit Links paktiert, dann ist das das neue Deutschland. So geht Thüringen 2020. Es ist immer das gleiche Schauspiel.

Und nun hat es mal eine eigentlich überhaupt nicht politisch relevante Branche erwischt. Jetzt hat der Mainstream seine hässliche Fratze auch mal gegenüber anderen ehrenwerten Menschen gezeigt. Leute wie ich, die freiheitlich, konservativ und marktwirtschaftlich denken, gelten in der Masse und in der Lügenpresse ja als alles mögliche, nur nicht als Menschen. Armes Deutschland. Aber in diesem Fall, hat es jemand abbekommen, der sich sonst so für Arme, für Benachteiligte und vom Schicksal getroffene einsetzt. How dare you!

Dieses mal hat die Lügenpresse auf jemanden eingeschlagen, auf den man nicht einschlagen darf, weil es nichts einzuschlagen gibt. Kritik ist immer okay. Kritik darf hart sein. Ich kritisiere auch viele. Und hart. Aber immer fair und nie unter der Gütellinie. Und wenn ich jemanden kritisiere, habe ich vorher mein eigenes Handeln bereits 2 mal kritisiert. Und meine Kritik ist immer gut gemeint. Sie soll zum Nachdenken anregen. Ich will nicht verdammen. Ich will nicht zerstören. Ich wachse nicht dadurch, dass ich andere unter Wasser drücke.

Und das ist meine ganz einfache Message für heute:

Wann immer wir über andere sprechen, sollten wir vorher denken. Und uns nicht von der Emotion und vom Moment überrollen lassen. Sonst posaunen wir selbst als Top-Speaker und Multimillionär einen Rotz raus, dass sich die Balken biegen!

PS: Und wer der Lügenpresse auch nur eine Story glaubt, dem ist sowieso nicht mehr zu helfen. Da nützt es auch nichts, wenn ich Top-Speaker bin. Gerade dann nicht.

PPS: Wir sind ganz offensichtlich alle nur Menschen. Selbst als Persönlichkeits-Coach…

3 Kommentare zu „Auch Top-Speaker sind nur Menschen, in Wahrheit manchmal kein Schritt voraus

  1. Ich halte von sog. Top-Speakern und sog. Coaches, die solche Massenveranstaltungen machen gar nichts. So etwas macht nur in ganz wenigen Ausnahmefaellen Sinn, also wenn der „Speaker“ einen vorausgewaehlten kleinen Kreis von Leuten (z.B. innerhalb einer Firma) mit neuen Methoden vertraut macht und auch genug Zeit fuer persoenliche Fragen und Probleme mitbringt.

    Ansonsten betreiben diese Leute nur Massenpsychologie, mit dem Ziel sich selbst zu bereichern. Wenn einer im Zuge der Veranstaltung praktisch nur seine Buecher verkaufen will, ist das gerade noch OK, weil offensichtlich fuer jeden (wie z.B. J.B. Peterson mit seiner „10 rules for life“ Tour). Solche Massenauftriebe helfen keinem der Teilnehmer, auch wenn sie es in dem Hype in den sie hineingesteigert werden, erst mal glauben. Wer echte Probleme hat, sollte sich einen Psychologen suchen, und das dort unter 4 Augen besprechen.

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    1. Klare Haltung von Dir dazu. 🙂

      Nun, ich war noch auf keiner solcher Veranstaltung. Deswegen möchte ich mir vor Ort ein Bild machen. Was ich aber schon aus einigen Teilnehmer-Reviews gelesen und gesehen habe ist, dass solche Veranstaltungen motivierend wirken. Du nennst es Massenpsychologie, das trifft großenteils vermutlich auch sehr gut.

      Die Frage ist, was ist die Alternative dazu? Nur Bücher lesen? Sind Youtube-Videos – was ich hauptsächlich konsumiere – nicht auch „Massenveranstaltungen“? Jedenfalls wird dort auch nicht individuell auf mich eingegangen.

      Nun, ich sehe das tatsächlich differenziert. Was für mich tatsächlich eher eine „Massenveranstaltung“ mit negativem Charakter ist, sind beispielsweise Vorwerk- oder Tupper-Partys. Von sowas halte ich mich fern. Ich informiere mich da lieber individuell und kaufe mir was ich für richtig halte.

      Also alles in allem ist ein großes Stück Deiner Kritik ggü. solchen Dingen sicherlich berechtigt. Dass diese Speaker am Ende des Tages viel Geld verdienen wollen, stimmt auch. Aber dass ich davon nicht profitieren kann? Hm. Nun, ich sehe seit Jahren, was es in mir ausgelöst hat und wo ich heute stehe. Und jetzt bin ich auch jemand, der jeden Euro zweimal umdreht, bevor er ihn ausgibt.

      Aber wo ist der Unterschied zwischen einem Buch und der dazu gehörigen Veranstaltung, in der beispielsweise die gleichen Inhalte transportiert werden?

      Freut mich, dass von Dir so ein klares Feedback kommt. Das hilft weiter.

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