Die Sinnfrage und das schweizer Uhrwerk

Der letzte Artikel ist fast einen Monat her. Wie die Zeit vergeht. Und richtig vermisst habe ich das Schreiben in der Zwischenzeit nicht, da bin ich ehrlich. Selten habe ich daran gedacht, das ja. Aber den Drang verspürt, mich literarisch zu betätigen? Fehlanzeige. Heute sollte das anders sein, „es wird mal wieder Zeit“, dachte ich mir heute Vormittag.

In den letzten Wochen war ich unter anderem eine Woche auf Mallorca. Den Urlaub habe ich entgegen sämtlichen Klischees und Gewohnheiten der üblichen Sauf-Touristen nicht mit dem Saufen verbracht, sondern mit Sport, Erholung und Persönlichkeitsentwicklung… und Weiterbildung. Ich war in 7 Tagen genau 7 mal sportlich aktiv. Mal mehr, mal weniger intensiv. Aber auch zwei mal bei 37 Grad joggen. Einmal eine Stunde, einmal 45 Minuten. Im Kraftraum des Hotels war ich auch mehrmals. Und wisst Ihr was recht witzig war? Die verschiedenen Jungs, die in den Kraftraum kamen, mich beim Trainieren sahen und mir solche Dinge sagten wie „hey, was machst Du denn da?! Es ist Urlaub. Chill mal!“. Wohlgemerkt unabhängig voneinander kamen die Personen in den Kraftraum und unabhängig voneinander äußerten sie das so oder so ähnlich. Was dachte ich mir jedes mal nur: „Du musst das ja wissen, wie das geht. Du mit Deiner Wampe!“ oder alternativ auch „Du musst das ja wissen, wie das geht. Du mit Deinen Zahnstocher-Ärmchen.“ Läuft bei denen. Vielleicht sollten sie aber auch einen Fitnessratgeber veröffentlichen, klugscheißen können sie ja schon recht gut. Dumme Tipps geben auch. Läuft also doppelt bei ihnen. 🙂

Das waren für mich die richtigen Komplimente im Urlaub. Denn mit Frauen habe ich dieses mal kaum etwas zu tun gehabt. Aber solche Sprüche von faulen, bier trinkenden, teilweise übergewichtigen Möchtern-Männern, die fand ich sehr motivierend. Anschub-Motivation. Denn motiviert war und bin ich auch alleine. Aber wenn Menschen versuchen Dich runter zu ziehen, dann weißt Du, dass Du gerade alles richtig machst und voll auf Kurs bist. Danke Euch Pappnasen dafür. 😉

Gut, warum fliegt jemand auf Malle, wenn er nicht saufen möchte und auch sonst in Sachen Frauen sehr zurückhaltend ist? Nun, ich bin 3 Jahre weiter als damals bei meinem ersten Mallorca-Urlaub. Damals ging es ums Gas geben und lernen. Heute nicht mehr. Nicht dass ich ausgelernt hätte, denn das haben wir Menschen nie. Jedenfalls nicht die, die ein Erfolgs-Mindset pflegen. Aber Gas geben? Wofür? Für wen? Für mich? Um was heraus zu finden? Ob ich innerhalb eines 2-Minuten-Gesprächs eine Frau küssen kann? Oder ihre Nummer bekomme? Oder was? Damit ich dann in meiner Liste einen Strich machen kann? Neben all den anderen Strichen? Wozu? Ich bin kein Kerben-Sammler, das weiß jeder, der mich kennt. Mir war die Insel wichtig, das Wetter, die Sonne, der Strand, das Meer und einfach die tolle Insel. Mallorca ist einfach klasse, ganz ohne Ballermann.

Ich bin kein kleiner Junge und demzufolge auch kein Kerben-Sammler mehr. Vor ein paar Jahren sicher noch. Heute nicht. Ich komme zuletzt aus einem Familienleben, an dem die Dinge ihren festen Platz hatten. An dem alles einen Ablauf hatte. Und dementsprechend einen…?

Sinn!

Und da kommen wir auch genau zum Thema des heutigen Artikels: Dem Sinn?!

Welcher Sinn? War es tatsächlich so, dass das sinnvoll war, was ich vor meinem aktuellen Single-Dasein, also in der Beziehung, tat? Gaben mir der Halt, der feste Tagesablauf, die (Familien-)Aufgaben einen (Lebens-)Sinn? Wirklich?

Damals habe ich das so gesehen, in der Situation seiend. Aber heute? Aus der Retrospektive…? Ganz anders! Ich stelle mir aktuell die Sinnfrage. In jeder Hinsicht. Bitte nicht verwechseln mit Depressivität. Davon bin ich meilenweit weg. So meilenweit davon wie jeder Frau, die mir gefällt, 50 Meter hinher zu springen, um sie auf offener Straße anzusprechen. Zeiten ändern sich, damit vor allem die eigene Entwicklungsstufe und die Gedanken.

Was damals aufregend war, langweilt mich heute ein großes Stück weit. Ich hätte viel mehr Spaß daran, das anderen Menschen beizubringen, was ich gelernt habe. Egal in welchem Gebiet. Das motiviert mich. Und manchmal tue ich das auch. So zum Beispiel im Urlaub. Ich sah einen Jungen neben mir, der auf ein Mädchen stand. Aber zu schüchtern war, um sie anzusprechen. Er war angetrunken, okay. Aber er war in Ordnung. Und er wollte mit ihr tanzen, teilte er mir beinahe ratsuchend mit. Ich erwiderte: „Dann mach einfach!“ Er grinste verlegen. Ich wiederholte: „Gefällt Dir das Mädchen?“ Er: „Ja!“ Ich: „Dann überlege nicht. Geh hin, streck Deine Hand aus, lächle sie an und dreh sie einmal!“ Er schaute ungläubig. Also wiederholte ich: „Mach Dir keinen Kopf, wenn Du etwas tun möchtest, tue es einfach!“ Er konnte damit nichts anfangen. Was völlig normal und okay ist. Uns trennten ein paar Lebensjahre und außerdem – dem optischen Eindruck nach – auch erheblich unsere Charaktere. Er war „ein anderer Typ“ als ich, das meine ich nicht wertend. Aber beschreibend. Ein Typ der Kategorie: „Ich bin ein Normalo!“ Was völlig okay ist. Normalo war ich auch mal. Bis ich verstand, dass das Leben ein Spiel ist und wie Herr van Onnetuschn gerne zu sagen pflegt: „Ein großer Witz! Es ist alles ein großer Witz!“

Also stand ich auf, denn ich saß ganz gemütlich am Stand auf der Steinbank. Ich blickte ihn an und fragte: „Soll ich es Dir zeigen?“ Er: „Ja!“ Also ging ich die 3 Meter zu dem Mädchen, das sich ein wenig mit den Menschen um sie herum unterhielt. Dann lächelte ich das Mädchen an, streckte ihr meine Hand entgegen und sagte: „Gib mir Deine Hand!“ Das tat sie. Ich nahm ihre Hand und drehte sie schwungvoll, aber dezent, über ihre Schulter. Et voilà, würde ein Franzose sagen. Ich sagte dem Mädchen, dass sie das ganz toll gemacht hat, dreht mich zu dem Jungen und sagte: „Sieh, so einfach geht das. Einfach tun, nicht überlegen! Nimm Dir was Du möchtest im Leben!“ Er grinste, fasste seinen Mut zu sammen und ging auf das Mädchen zu. Sie tanzten.

Fertig. So etwas macht mir Spaß. Ich war auch immer schon lieber Fußballtrainer als Fußballspieler. Das ist einfach ein anderes Level. Fußballspielen ist langweilig, wenn Du 11 von ihnen dirigieren kannst. Wenn Du ein Orchester zum Klingen und Strahlen bringen kannst. So gilt das für alles im Leben. Ich liebe Systeme. Klein-Klein ist nur eine Weile etwas für mich. Das fordert mich zu wenig heraus und wirkt auf Dauer bisweilen sinnbefreit. So ist es gleichfalls mit dem Job. So ist es für mich ein bisschen auch in Sachen Beziehungen, glaube ich. Vielleicht muss ich lernen, mich mehr aufs Klein-Klein einzulassen? Aber irgendwie sehe ich im Leben stets das große Ganze im Fokus. Ich weiß auch nicht was richtig oder falsch ist. Ich weiß nur was mir Spaß macht und was nicht.

Und es macht mir keinen Spaß mir die 500. Telefonnummer einer Frau zu holen, „um zu“…? Um zu lernen?! Ich empfinde nicht mehr das Bedürfnis lernen zu müssen. Und „um zu“ schon gar nicht.

Was ich aber die letzten Wochen festgestellt habe, an mir selbst: Mir machen Gespräche mit Menschen (wieder? erstmals?) sehr viel Spaß. Ich unterhalte mich inzwischen auch beim Weggehen gerne mit Männern. Und ich betrachte jedes Gespräch nicht mehr so verkopft aus der Perspektive eines Mannes, der auf der Suche nach seiner Traumfrau ist. Sondern aus der Perspektive eines Mannes, der Dinge über die Welt lernen möchte. Und zuletzt habe ich – weil untertags gerade Zeit war – beispielsweise die Bundesländer eines Nachbarstaates auswendig gelernt. Und im Gespräch mit Menschen, die aus diesem Land kommen, frage ich sie immer nach bestimmten Städten ihrer Region. Inzwischen kann ich nicht nur die Bundesländer, sondern auch deren zugehörige Hauptstädte.

Klingt albern und unnütz?

Ich finde nicht. Weil? Weil aus 99% der Gesprächen bzw. Begegnungen doch sonst nichts kleben bleibt. Das heißt Du hast ein angeregtes Gespräch mit einer Frau, sie erzählt dies, das, Ananas. Okay. Gut. Und dann? Vielleicht tauscht man Nummern, okay. Vielleicht gibts ein Wiedersehen, meistens aber nicht. Frauen tauschen Nummern meistens einfach so, ganz ohne weiteren Sinn. Da ist für sie nichts dabei. Sie finden Dich für den Moment cool und wenn etwas daraus werden soll, dann kommt (meist) nichts mehr. Immer auf der Jagd nach Bestätigung. Instagram-Kussmund-Selfie-F**k-You-Generation würde ich das nennen. Natürlich frage ich im Gespräch kein Wissen ab. Das ist keine Lehrveranstaltung. Aber ich habe mir angewöhnt gut zuzuhören und Dinge aufzugreifen, die mich wirklich interessieren und nachzufragen.

Das Schöne daran ist, dass ich dabei etwas lernen kann. Und wenn es „nur“ die Hauptstädte der Bundesländer eines anderen Staates sind. Das hat den Effekt, dass ich stets neugierig bleibe, jedem Menschen gegenüber. Besonders da ich doch weiß, dass – wie gesagt – sonst nichts kleben bleiben wird. Am Ende des abends werden wir wieder auseinandergehen, vielleicht Nummern getauscht haben, aber uns vermutlich nie wieder sehen. So ist das meistens. Klar kommt es manchmal auch zu Dates, zuletzt aber eher nicht. Da gab es wieder zwei Absagen. Das letzte „echte“ Date war Frau Kaufhaus. Achja, und dann noch die eine Frau, mit der ich letztens aus der Bar und nachts noch zum Pizza essen gegangen bin und sie anschließend heim gebracht habe.

Inzwischen hatte ich aber auch mehrere Nummern getauscht, Datevorschläge gemacht und…? Nichts. Eine sagte mir wenigstens diese Woche mal sehr freundlich ab, da sie derzeit jemand anderen date und nichts parallel machen möchte. Erste Reaktion meiner Freunde/Bekannten, wenn ich ihnen das erzähle? „Wenigstens ist sie ehrlich!“, sagten zwei zu mir, unabhängig voneinander. Ich antworte: „Ob das ehrlich ist, weiß ich nicht. Das glaube ich nicht einmal. Aber es ist zumindest freundlich und höflich. Das finde ich gut.“

Schließlich hatte ich erst tags zuvor die Nummer von ihr bekommen, nachdem ich sie im Vorbeigehen auf der Straße angesprochen hatte. Ihr Parfüm hat mir einfach gefallen. Grund genug sie anzusprechen. Sie strahlte dabei wie in kleines Kind. Also habe ich den Vorschlag zu einem gemeinsamen Getränk unterbreitet. Da sie es extrem eilig hatte, musste ich schnell auf die Nummer gehen und konnte das Gespräch nicht laufen lassen. Aber sei es drum, Nummer getauscht und dann abgesagt bekommen. Ob sie nun jemand anderen aktuell datet oder nicht. Geschenkt. Mir doch egal. Die Quintessenz bleibt stets dieselbe: Die Nummer wird rausgerückt und dann passiert meist nichts mehr. Das war vor ein paar Jahren so. Das ist auch heute noch so. Gefühlt wird es sogar schlimmer, aber das kann ich noch nicht empirisch unterlegen. Ich bin ja derzeit kaum aktiv. 😉

Und dann gibt es aber auch andere Frauen. So zum Beispiel die, die ich letztens eben nach der Pizza noch nach Hause brachte. Da ich im Urlaub war, hat sich in der Zwischenzeit mit ihr auch nichts ergeben. Kein Date oder so. Es drängt mich aber auch nicht. Jedenfalls hab ich sie letztens in meiner Stammbar zufällig wieder gesehen. Natürlich bin ich zu ihr hin und sie hat sich gefreut mich zu sehen und gestrahlt wie ein Honigkuchenpferd. Das wiederum hat mir große Freude bereitet. Sie kam aus dem Umarmen und mich Betatschen nicht mehr raus. Da sie allerdings mit Arbeitskolleginnen und Freunden dort war, wollte ich mich nicht so lange bei ihr aufhalten. Ich stehe da dann doch auch mehr auf Exklusivität zwischen Mann und Frau.

Und dann kam der Moment, an dem die Spotlights in der Bar an gingen. Und auf mich gerichtet wurden. Der Moment, an dem für mich die Zeit kurzzeitig komplett angehalten wurde. Das war der Zeitpunkt der Verabschiedung, als ich aus dem Gespräch raus wollte. Sie beugte sich hinüber zu mir und wollte ein Küsschen auf den Mund. Mitten in der voll besetzten Location. Für mich fühlte es sich an, als würde die Zeit angehalten werden und ich wäre plötzlich im Fokus. So als wenn der Rockstar die Bühne im Dunkeln betritt und plötzlich die Lichter angehen und ausschließlich auf ihn gerichtet werden.

Ein witziger Moment. Kopfkino. „Mache ich es oder mache ich es nicht?!“, dachte ich mir. Aber irgendwie auch doof, eine Frau „stehen zu lassen“. Gehört sich irgendwie nicht. Zumal wir uns echt gut verstehen und ich sie cool finde. Für mich wäre das an sich kein großes Ding. Aber ich bin nicht (mehr?!) der Typ, der da draußen unterwegs ist, um möglichst viele Nummern zu holen, möglichst viele Frauen zu daten und was weiß ich noch mehr. Und irgendwie fühlte sich das in dem Moment so für mich an, als wäre ich der Typ, der in der Bar herum rennt, mit allen Frauen quatscht und sich dann mal ein Küsschen hier oder dort abholt und den Macho spielt. Kopfkino eben. Das bin ich aber nicht. Ich bin James Bond näher als Don Juan. Gut, am Ende sind sie sich dann irgendwie doch wieder ganz ähnlich. Aber der Stil ist ganz sicher ein anderer. Und den von James Bond sagt mir eindeutig mehr zu. Ich weiß nicht, ob ich das jetzt gut genug beschreiben konnte, was ich eigentlich aussagen möchte. Falls nicht, egal. Nicht so wild. 🙂

Solcherlei Ereignisse mischen sich derzeit manchmal in den Alltag zwischen Sport und Ernährung. Zwischen Arbeit und Schlaf. Aber was bleibt ist die Frage nach dem Sinn. Nein, ich bin nicht mies drauf. Im Gegenteil. Ich funktioniere derzeit wie ein schweizer Uhrwerk, würde ich sagen. Präzise, auf den Punkt. Aber ich sehe keinen Sinn darin. Es liegt auch nicht am Ende der jüngsten Beziehung. Denn das hatte ich mir zuerst gedacht. Zunächst dachte ich mir: „Ohje, jetzt bist Du in einem Loch!“ Das Beziehungsende war sicher der Auslöser, für das neue Denken. Klar. Aber wenn ich mir jetzt aussuchen könnte, ob ich wieder eine Beziehung möchte…? Selbst wenn ich vorher die Garantie hätte, dass es dieses mal endlich eine ehrliche, liebenswerte, tolle Frau wäre? Ich sähe darin aktuell dennoch keinen Sinn!

Genauso wenig wie beim oder im Sport. Klar stemme ich die Gewichte und gehen joggen, manchmal sogar als gäbe es keinen Morgen. Aber wozu? Ich stelle mir aktuell ständig die „Wozu-Frage“? Wie bei kleinen Kindern. Die immer nach dem Warum fragen. Die mit keiner Antwort zufrieden sind und auf jede Antwort von Dir noch genauer wissen wollen… „warum?“. Und ich habe keine Antwort. Ehrlich nicht. Ich funktioniere, ich funktioniere gut. Ich fühle mich gut. Aber ich sehe keinen Sinn darin. Weder am Ansprechen von Frauen, noch an meinem Job, noch an meiner Lebensstiuation, noch am Leben als Ganzes. Dringender nochmaliger Disclaimer: Nein, ich bin nicht depressiv! 🙂

Ich mache mir nur reale Gedanken um etwas, das für mich zunehmend wie Science Fiction wirkt. Wir haben täglich lügende, dämliche, ausgebrannte, rohe, wilde Menschen vor uns. Und selten mischen sich auch gut gelaunte, positive und tolle dazwischen. Aber ändern tut das alles nichts am Gesamtzusammenhang. Und das Ziel der Reise ist mir nicht ganz klar. Das Ziel meiner Reise. Klar ist in Wahrheit der Weg das Ziel, sagt man. Und das ist auch derzeit der einzige Aufhänger, der mich motiviert immer weiter zu machen.

Dann stemme ich eben das Gewicht. Und noch einen Satz. Und noch eine Übung. Bis der Muskel brennt und der Pump da ist. Klar wächst dadurch Muskel. Aber wozu? Klar gehe ich in die Arbeit oder betreibe mein Studium. Klar werde ich dadurch demnächst mittelbar mehr verdienen oder was auch immer. Aber wozu? Klar spreche ich hin und wieder immer noch bzw. seit Teil 1 erneut Frauen an, nicht mehr häufig, dafür mit mehr Tiefgang – aus meiner ganz eigenen Sicht. Klar kommt es dann auch zu Dates. Aber wozu? Wie gesagt, selbst wenn mir klar wäre, dass die nächste Frau vor mir meine absolute Traumfrau sein könnte oder sogar ist, und selbst wenn ich eine Gewissheit verspüren würde, dass es endlich mal ein Herzmensch wäre, der vor mir steht… ja… okay… aber das würde mir gerade dennoch keine schlüssige oder nachgehenswerte Antwort auf meine Sinnfrage liefern. Genauso wenig wie ein gestählter Körper mir diese Antwort nicht liefern kann. Dennoch trainiere ich. Dennoch gehe ich weg und mache mein Ding und spreche auch manchmal Frauen an. Dass das dann eher nebenbei passiert, spielt wirklich keine Rolle. Es ist gemütlicher, ich bin gemütlicher. Das ist aber auch schon alles.

Diese Woche habe ich zum zweiten Mal in meinem Leben das Buch „Das Café am Rande der Welt“ empfohlen bekommen, damals von Lotusblume. Diese Woche von einer Followerin. Gelesen habe ich es damals (leider?) nicht. Ich glaube, ich werde es auch dieses Mal nicht lesen. Wozu? Das selbe Wozu wie oben. 🙂

Oder aber ich mache es wie mit dem Krafttraining, der Ernährung, dem Clubgamen… und besorge und lese das Buch einfach. Einfach so. Ganz ohne den Sinn darin und erstrecht dahinter zu sehen. Einfach nur ein schweizer Uhrwerk sein?!

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Also ist der Sinn im Leben vielleicht auch nur zu erkennen, dass wir alle Uhrwerke sind? Manche kommen aus den USA, manche aus Mosambik und andere vom Asienmarkt. Aber wenn das alles schon keinen Sinn macht, dann will ich wenigstens das schweizer Uhrwerk sein und mir dabei bis in die Haarspitzen treu bleiben! Kopf hoch, Mund abwischen, weiter machen! Ganz ohne Sinn.

PS: Über Eure Meinungen zum Thema „Sinn des Lebens“ bzw. vielleicht auch nur zur Suche nach dem Sinn in meiner gegenwärtigen Lebensphase freue ich mich. Schreibt es mir gerne. Vielleicht ging es Euch auch mal so? Vielleicht immer noch? Vielleicht habe ich die rote Pille nicht nur in Sachen Mann-/Frau-Beziehungen geschluckt, sondern sogar in Bezug auf das ganze Leben? Willkommen in der Matrix? Ich weiß es nicht. Es fühlt sich komisch an. Ich kann nicht sagen, dass ich ausgebrannt bin. Ich könnte Bäume ausreißen, so gut geht es mir derzeit körperlich und mental – jedenfalls auf eine Art. Aber ich sehe keinen Sinn darin auch nur irgend etwas zu tun. Der Tiefgang fehlt. In allem. Wenn ich bei „Wer wird Millionär?“ sitzen würde, würde ich jetzt gerne Platon, Sokrates oder Shakespear anrufen wollen. Vielleicht hätten die Rat für mich? Vielleicht sollte ich es mit den Worten von Hape Kerkeling sagen? „Ich bin dann mal weg!“ Und auf der Suche nach Inspiration!