Die gefühlte Leere nach dem Erfolg

Nein, es geht hier nicht um ein Wahnsinnsereignis. Nein, ich habe keinen riesigen neuen Erfolg zu verzeichnen. Nichts, das es spektakulär zu berichten gäbe. Vielmehr geht es mir um eine übergeordnete, eine allgemeinere Selbstreflexion.

Inspiriert zum heutigen Artikel haben mich zwei Dinge:

  1.  War ich zum Zeitpunkt der Artikelerstellung unterwegs auf einer Fortbildung. Nennen wir es eine Fortbildung aus der Kategorie „ich will nicht, aber sinnvollerweise mache ich es einfach“. Viele Stunden Anreise. Kosten für eine extra Unterkunft aufgrund der notwendigen frühzeitigen Anreise. Kosten für die Fortbildung an sich. Kosten für das Benzin. Die Anreise zu dieser Fortbildung hat mich nicht inspiriert, wozu auch. Was mich inspiert hat, war die Leere und Stille am Tag vor Beginn der Fortbildung. Als ich alleine war. Im Hotel.
  2. Ein Blogartikel von Romy Hausmann von mymonk.de (Warum Du Dich nach großen Erfolgen so leer fühlst). Aus irgend einem Grund lädt sich die Webseite bei mir allerdings seit gestern nicht mehr.

Doch zunächst der Reihe nach…

Die lange Anreise bis zum Hotel habe ich – wie immer auf meinen Fahrten – mit dem Lauschen vieler verschiedener Vorträge von Youtube ganz gut gefüllt. Irgend etwas muss schließlich von den Rückenschmerzen durch das lange Sitzen beim Fahren ablenken. 37 Grad. Keine Klimaanlage. Ich bin nämlich nicht mit meinem Auto gefahren. Hätte auch nichts geändert. Das hat nämlich auch keine Klima! 😉 Die Zeiten der Sportwagen sind für mich inzwischen vorbei. Diese Zeiten stammen aus Teil 1. Heute ist Teil 2. Mit Beginn meiner letzten Beziehung ging folgerichtig Teil 1 zuende und damit auch ein großer Teil meiner damaligen Lebensführung. Ich tauschte Spaß und Freerider-Sein gegen Vernunft, als neu gebackener Stiefpapa und (für mich zumindest gefühlt Ehe-)Partner. Stiefpapa bin ich nicht mehr. Partner auch nicht. Die Vernunft ist aber geblieben. Das Freerider-Sein kehrt langsam wieder zurück. Nur ohne Sportwagen. Mal sehen.

Die Pausen jede Stunde auf der Autobahn bringen nur einen kurzen lindernden Effekt für die Rückenmuskulatur. Außerdem habe ich zum Zeitvertreib immer wieder telefoniert mit Freunden. Und Nachrichten und Sprachnachrichten mit einer Frau ausgetauscht, die ich vor kurzem kennen gelernt habe.

Der Unterschied zwischen „Mädchen“ und „Frau“

Vielleicht ein kurzer Einschub diesbezüglich:
Sie ist eine Frau, die ich menschlich echt Klasse finde. Mir fällt dabei gerade auf, dass ich meine Bekanntschaften manchmal „Mädchen“ nenne und manchmal „Frau“. Sie ist eine Frau, kein Mädchen. Das ist keine Wertung, es ist eine Feststellung. Eine, die ich am jeweiligen Charakter und an der Reife der Person festmache. Sie hat Klasse und Stil. Und das Kennenlernen war eine echt witzige Begebenheit. Ich bin mir gar nicht sicher, ob ich unsere erste Begegnung in einem meiner Artikel bereits berichtet habe. Hm. Egal.

Ich hatte sie jedenfalls in einer Bar angesprochen, als sie recht gelangweilt wirkend herumstand. Ich war gerade auf dem Sprung nach draußen, um nach Hause zu gehen, allerdings konnte ich die Location nicht verlassen, da es aus allen Eimern geregnet hatte. Also habe ich die Zwischenzeit nutzen wollen und sie angesprochen. Ich rechnete mit einer bitteren Reaktion, etwas wie „ach komm, lass mich einfach in Ruhe!“. Ja wirklich, so wirkte sie. So stand sie da, angelehnt an die Wand. Genervter Blick. Keine Ahnung warum. Körpersprache ist ja meins. „Wie ansprechen“, war die Frage? Einen Mega-Korb abholen? Klar! Immer nur zu. Was solls. Schlimmer im Leben kann es nicht kommen, als Single zu sein, beziehungstechnisch betrachtet. Im schlimmsten Falle bleibe ich auch nach dem Ansprechen noch Single. 😉 Und ein Korb tut nicht weh. Der prallt ab. Yes! Früher hätte ich noch gesagt: „Abgehärtet. Hart wie Krupp-Stahl.“ Heute ist das anders, da kann ich durchaus stolz sagen: „Ja und, ein Korb. Kein Korb? Egal. Ein Korb? Egal. Ändert nichts daran, dass ich ein toller Mensch bin.“

Es ist ein mentaler Unterschied. Mindset 2.0. Ein Unterschied, der mit Worten nicht beschreibbar ist. Jedenfalls „wollte ich es wissen“. Also sprach ich sie an. Es hatte mich tatsächlich interessiert, warum sie so schlecht gelaunt ist. Und es hat mich tatsächlich interessiert, ob ich einen mega Korb bekomme. Oder nicht… Oder nicht! Ich hatte sowieso keine Gelegenheit die Bar zu verlassen, außer ich wollte mich auf eine Wildwasserfahrt mittem im Tsunami begeben. Nein danke. Dann lieber den mega Korb mitnehmen, anstatt die Zeit nur zu verbummeln. Also habe ich einfach mit dem eröffnet, was auf der Hand lag. Ihrer offenbar nicht gerade perfekten Laune. Es entwickelte sich daraus doch ca. eine Stunde Gespräch. Im Zwischengang einer Bar, wohlgemerkt! Im Stillen. Der Regen hatte in unserer Quatscherei längst aufgehört. Und sie war wieder gut gelaunt. Einen Menschen „zu heben“ hat was, ich mag das. Inzwischen tauschen wir uns täglich aus, im Moment würde ich da eher von dem Beginn einer Freundschaft sprechen als vom Beginn etwas anderem. So betrachte ich das auch, ein Kennenlernen des Menschen. Sie interessiert mich. Ich bin neugierig. Aber ich weiß auch, dass sie ein paar Jahre älter ist als ich. Ist mir aber egal, die Seele interessiert mich in dem Fall mehr als irgend ein „Ergebnis“. Ich möchte sie kennen lernen. Und sie mich. Das wars. Oder auch nicht. Was weiß ich.

Zurück zum Hotel, am Vortag der Fortbildung:
Als ich im Hotel angekommen bin, war ich ziemlich geschlaucht. Einfach fertig. Allerdings hatte ich für diesen Tag noch keinen Sport gemacht, also bin ich erstmal los gezogen. Joggen und Freiluft-Ganzkörpertraining. Nur nicht rosten. Der Sixpack kommt nicht vom Herumliegen, sondern vom sich schinden. Ich war echt müde und so wurde es zwar nur eine kurze Schinderei, aber eine wertvolle. Denn sich zu schinden, obwohl man müde ist und keine Lust hat, das unterscheidet den Macher vom… ja… nennen wir ihn… äh… „faulen Sack“.

Doch nach dem anschließenden Duschen passierte es. Ich fühlte diese Stille und Ruhe in dem gelinde gesagt doch sehr kleinen Hotelzimmer. Es war günstig, keine Frage. Es erfüllte seinen Zweck. Aber Komfort ist etwas anderes. Was gönnt man sich (eben nicht), wenn man Hotels aus eigener Tasche bezahlen muss. 😉

Stille und Einsamkeit bewirken…?

Und so saß ich auf meinem Bett und stellte fest, dass es nicht nur im Zimmer ruhig war. Ich wurde ruhig. So ruhig, dass es unbehaglich wurde. Etwas fühlte sich anders an als sonst. Die letzten Wochen zuvor war ich bereits tagein und tagaus alleine. Dabei befand ich mich in meiner neuen inzwischen gewohnten Umgebung und das Alleinsein tat vielleicht auch deshalb gut. Nun aber verweilte ich in der Fremde. Irgendwo im Nirgendwo. Gefühlt am anderen Ende des Landes. In einem (viel zu) kleinen Hotelzimmer. Alles etwas abgewirtschaftet, das Licht im Bad viel zu dunkel. Die Vorhänge alt, dafür gab es Lärm von der Hauptstraße. Sauber war es immerhin, das ist ja das Wichtigste. Und ich wurde still und nachdenklich. Einfach mal kein Youtube. Kein neuer Input. Und auch keine körperliche Anstregung durch Krafttraining.

Stille bewirkt regelmäßig etwas in uns. Besonders jedoch dann, wenn wir in der Fremde sind. So jedenfalls meine gerade getane bewusste Erfahrung. Zeit zum Nachdenken, aber viel mehr Zeit zum in sich hinein horchen. Irgendwie fühlte es sich beklemmend an. Ich weiß nicht einmal was genau. Es war ein Gefühl der Einsamkeit, vielleicht gemischt mit einem Gefühl der Orientierungslosigkeit. Vermutlich hat es damit zu tun, dass ich eine Fortbildung besuche, die ich nicht gerne besuche. Vielleicht geht es uns allen so, wenn wir etwas tun müssen, das wir nicht tun wollen, besonders an einem Ort, an dem wir nicht sein wollen, aber sein müssen.

Ich habe das Gefühl nur wahrgenommen und gar nicht versucht dagegen anzukämpfen. Das hätte ich vielleicht ganz früher noch getan, dagegen anzukämpfen. Das Gefühl versuchen zu kaschieren, zu überspielen oder auch mal zu ertränken. Heute ist das anders, da nehme ich mein Gefühl wahr als das was es ist. Nur ein Gefühl. Das gekommen ist, um ein bisschen zu bleiben. Mich vielleicht auch ein bisschen zu ärgern, wer weiß. Und schon bald wieder gehen wird. Gefühle lösen Gefühle ab. Dessen bin ich mir längst bewusst. Da ist sie wieder, die so oft von mir angesprochene Beobachterperspektive. Ich bin dankbar um meine eigene Entwicklung. Dankbar für all die Wege, Mühen, Tränen, Qualen, Diskussionen und Ausprobierereien, bis ich letzlich in den letzten Jahren dahin gekommen bin, wo ich nun stehe. Wenn wir ein schlechtes Gefühl verspüren, dann haben wir es selbst in der Hand diese Gefühle nicht zu durchleben. Sondern sie nur wahrzunehmen, zu benennen und vorüber ziehen zu lassen. Das ist Gedankenfreiheit. Und Gefühlsfreiheit.

In dem oben verlinkten Artikel geht es um Erfolg und darum, warum wir uns nach einem Erfolg so leer fühlen. Die Quintessenz ist, dass wir zwar das Erreichen eines Zieles als Erfolg definieren und auch so empfinden, jedoch dann eine Leere spüren. Warum?

Sie bringt ein Zitat, das ich hier gerne 1 zu 1 übernehme, weil es einfach passt:

„Wonach sich die menschliche Natur in ihrem Inneren sehnt, ist gar nicht Erfolg, sondern Wachstum. Das sind zwei völlig unterschiedliche Dinge. Wenn wir etwas erreicht haben und uns dann plötzlich auf dem Gipfel des Berges wiederfinden, wird uns bewusst, dass es nun eigentlich keinen anderen Weg mehr gibt, als den Abstieg. Daher führen Erfolg, Ruhm und Reichtum oft zu Melancholie und Depressionen. Dabei ist es nicht so, dass wir undankbar wären oder nicht zu schätzen wüssten, was wir erreicht haben. Nur wird uns bewusst, dass es nicht das Stehen auf dem Gipfel ist, was uns erfüllt. Es war der Aufstieg.“

Die Autorin des Artikels erklärt, dass Wachstum und Erfolg voneinander getrennt zu betrachten seien. Und dass diese beiden Dinge im Wechsel stattfinden würden. Wobei in uns Glücksempfinden ausschließlich durch das Wachstum, also durch den Aufstieg auf den Gipfel des Berges, entsteht. Erfolg an sich ist also nur die letzte Spitze des Eisbergs. Und wenn man da oben auf dem Gipfel steht, kann es anschließend nur bergab gehen.

Chancen-Risiko-Verhältnis

Und was hat das mit mir und meinem Alleinsein im Hotelzimmer zu tun? Ich habe nachgedacht. Irgendwie empfinde ich meine persönliche Weiterentwicklung in den letzten Wochen als einen großen Erfolg. Aus der an sich depressiven Situation sich selbst wieder ins Lachen drehen zu können, ist ein Erfolg. Einer, den kein Mensch mit Geld bezahlen kann. Inzwischen pumpt mein Herz das Lebenselexier wieder durch meine Adern. Ich weiß, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Aber ich verspüre dabei auch, dass ich bereits Erfolg habe. Und irgendwie fühlt es sich derzeit für mich auch ein wenig so an, dass ich bereits da oben auf dem Gipfel stehe. Oder fast ganz oben.

Ich verspüre kein sonderliches Bedürfnis mehr eine neue Partnerin kennen zu lernen. Ich lerne lieber wieder Menschen kennen. Aller Art. Aber nicht speziell eine Partnerin. Wenn es doch so kommt, okay. Wenn nicht, ist es mir inzwischen egal. Weil es keine große Rolle spielt. Es würden sich lediglich negative Erlebnisse auf der einen Seite als Single mit positiven Erlebnissen auf der anderen Seite einer Partnerschaft abwechseln. Toll, oder? Ja. Zweifelsfrei. Aber es würde sich eben auch umgekehrt abwechseln. Ich müsste positive Dinge des Alleinseins tauschen gegen Negatives einer Partnerschaft.

Lassen wir auch mal den Kopf zu Wort kommen, nicht nur das Herz:
An der Börse spricht man vom Chancen-Risiko-Verhältnis. Ein kluger Investor macht den Deal nur, wenn es hinsichtlich den Chancen zum Risiko mindestens 2 zu 1 für ihn steht. Also mindestens eine 2 mal so lange potenzielle Upside einer maximal einfachen Downside gegenüber steht. Aus der Sicht ist der Deal einer Partnerschaft kaum ein 2 zu 1. Nicht einmal. Anfänglich sieht es vielleicht so aus, ja. Später…? Hm. An der Börse mache ich gerne Trades mit einem Chancen-Risiko-Verhältnis von 3:1 oder besser mehr. Also ist ein 2:1 schon nichts besonderes. Das wäre eine Durchschnitts-Frau, so betrachtet. Es wäre ein Durchschnitts-Trade. Einer, den man gerne mitnimmt. Aber er bringt nicht die ganz große Performance in den Jahresabschluss. Wäre vielleicht eine 5, wenn wir das rein auf die Optik einer Frau reduzieren. Wie groß ist die Chance, dass eine Beziehung für immer hält? Hm. 1 zu wieviel? Wieviele Partner hatte ein Mensch in der westlichen Welt, bevor er stirbt? Wieviele Beziehungen führte ein Mensch, bevor er stirbt? Wieviele Frauen hat ein Mann „verschleißen“ müssen, ohne zu merken von ihnen selbst verschlissen zu werden, bis er endlich seine „letzte“ Frau kennen lernen darf und mit ihr (vielleicht glücklich?) stirbt? Es ist einfach ein maximal schlechter Deal. Von 2:1 ist man meilenweit weg. Es ist ein 1 zu X oder 1 zu XX. An der Börse würde ich von so einem Trade die Finger lassen. Es wäre ein Zock. Mehr nicht.

Ich hatte die letzten Tage Stress bis zum Anschlag. Eine Projektarbeit termingerecht zu erledigen zum Beispiel. Wieder einmal habe ich geliefert. Ergebnis abwarten. Eine Fortbildung ewig weit entfernt über mehrere Tage hinter mich gebracht. Und dann ist zu allem Überfluss auch noch der Auspuff meines Autos kaputt gegangen und einfach abgebrochen, weil abgerostet. Ja, ich fahre eine alte Kiste. Nicht mehr (zusätzlich) einen nagelneuen Sportwagen wie in Teil 1. Brauche ich derzeit nicht. Und es war wahnwitzig wieviele Kilometer ich die letzten Tage auf den Autobahnen herunter gerissen habe. Hätte ich eine Partnerin, hätte sie organisatorisch geholfen. So war es in der letzten Beziehung. Ich wäre bei der Fortbildung gewesen. Derweil hätte sie sich um den Auspuff und die Werkstatt gekümmert. So allerdings habe ich alles alleine erledigt.

Und was habe ich dabei wieder einmal gesehen? Ich kann das alleine auch. Auch wenn es noch so anstrengend ist. Na und. Und musste mich dabei weder betrügen noch verarschen noch vereinnahmen lassen. Das soll nicht gequält klingen. Eine Partnerschaft bringt viele Vorteile mit und ist über weite Strecken echt schön. Sage ich doch auch ehrlich. Aber sie ist das eben nicht nur. Das Dicke Ende kommt (in der Regel) zum Schluss. Und das ist die Illusion, die mir in den letzten Wochen langsam aber stetig klarer wird und sich in Luft auflöst. Nochmal: Eine Partnerin zu haben, bringt Vorteile.

Und Nachteile! Du tauschst etwas gegen etwas anderes. Aber ob das Eine oder das Andere unter dem Strich einen größeren Mehrwert bringt, ist in jedem Fall noch ungewiss. Das bleibt also abzuwarten. Und zeigt sich dann im Laufe der Zeit. Aber am Ende zeigt sich (fast immer) was?

Ihr kennt mich inzwischen ja, mich und meine (neue) Einstellung… 🙂 Eben, am Ende zeigt sich (fast immer), dass alles für die Katz war. Weil es aus irgend einem Grund wieder einmal zu Ende ist. Außer man hat das Glück unter all den Bekanntschaften endlich „die Eine“ gefunden zu haben. Mit der man alt wird und gemeinsam die Erde verlässt. Unglücklicherweise kann das keiner vorher wissen. Es ist also jedes neue Mal eine weitere Reise ins Ungewisse. Und jedes Mal hauen wir uns den Kopf an. Und jedes Mal hoffen wir wieder, dass diesmal alles anders werden würde. Erst lieben wir uns. Und am Ende wünschen wir uns am liebsten eine Zeitmaschine, um zurück zu reisen. Wer mir etwas anderes erzählen möchte…? Behaltet es für Euch. Ich glaub das nicht. 😉

Und ich weiß, dass ich gerade Erfolg habe. Mein ganz persönlicher Erfolg. Wieder sehr frei zu sein. Unabhängig. Auf einem guten Weg, das spüre ich. Aber eben nicht nur auf dem Weg. Sondern teilweise schon am Ziel. Viel früher als gedacht. Und vermutlich habe ich im Hotelzimmer, alleine, deshalb eine Leere verspürt. Ich hatte mich selbst gefragt: „Und jetzt? Du brauchst keine Frau mehr. Du hast so gekämpft, um frei zu sein. Jetzt bist Du frei. Und nun?“

Gute Frage, oder? Und nun? Hm.

Zwischen Freiheit und Fesseln.

Neue Ziele anvisieren. Neue Wege gehen. Neue Erfolge verbuchen. Ich bin motiviert bis in die Haarspitzen. Ich werde wieder im finanzwirtschaftlichen Bereich angreifen und mich wieder aktiv um meine Investments kümmern. Denn Schönheit vergeht, trotz all dem „Hauptsache hübsch“. Geld aber bleibt. Aus einer 8 oder 9 oder 10 wird irgendwann auch eine alte Frau. Eigentlich ist doch alles egal, was solls. Frau hin, Frau her. Geld hin, Geld her. Was ändert es. Spaß und Zufriedenheit im Leben sind wichtig. 🙂

Und Dummheit bleibt übrigens auch. Herzlosigkeit meistens ebenfalls, erst recht. Ich will keine Entscheidung treffen zwischen erfolgreich sein in finanzieller Angelegenheit oder erfolgreich sein in Sachen Beziehung. Derzeit zieht es mich allerdings eher in Richtung Unabhängigkeit und Freiheit. Und eine Frau steht nicht gerade für diese beiden Aspekte des Lebens.

Wenn überhaupt jemand absolut verlässlich auf der Welt ehrlich sein kann, dann nur jeder Einzelne sich selbst gegenüber. Am Meisten. Ich habe mein erstes Etappenziel erreicht, noch viel früher als mir klar war. Viel früher als mir überhaupt bewusst war, dass es ein Etappenziel darstellt. Frei zu sein. Frei vom Wunsch eine Partnerin zu finden. Besonders schnell eine Partnerin zu finden. Brauche ich nicht. Nicht wieder dieses ganze Hollywood-Drama von vorne. Wieder dieses „ich liebe Dich, Du bist so toll, mit Dir möchte ich für immer zusammen sein“, gefolgt von einem „verpiss Dich“. Auch wenn letzteres so wörtlich nie gefallen ist, in Wahrheit ist das aber Tatsache und doch das, was ein „ich möchte Dich nicht mehr“ bedeutet.

Ich weiß, dass ich mich selbst möchte. Und schon habe. Wozu dann noch strampeln. Um eine Frau, die mir was geben kann? Aufmerksamkeit. Okay. Aber ich gebe mir doch längst die maximale Aufmerksamkeit. Früher hat die Frau einen großen Teil meiner Aufmerksamkeit bekommen. Die ich jetzt wieder zurück erhalten habe. Mag es der viele Sport sein, 5 bis 7 mal pro Woche.  Mag es meine konsequent durchgezogene Ernährung sein. Mögen es Ausflüge, mein nächster Urlaub oder auch meine wochenendlichen Bar- und Clubbesuche sein. Ich habe doch schon die Aufmerksamkeit von dem Menschen bekommen, der mir am Wichtigsten ist. Die von mir selbst. Wird Zeit, endlich.. Ich will nicht sagen, dass ich schon bei 100% bin. Aber nicht mehr weit weg. Und ich weiß, dass ich bei 100% ankommen werde.

Was bringen mir dann noch die weiteren Prozente einer anderen Person, die das im Fall der Fälle als Druckmittel in die Waagschale werfen wird. Die mir zwangsläufig – nicht einmal böse gemeint – Aufmerksamkeit, die ich mir im Moment selbst schenke, absaugen wird. Und sich dann aller Voraussicht nach mit all den Prozenten (wieder) aus dem Staub machen wird. Wie all die Shopper mit den Prozenten beim Mid-Summer-Sale. Statistisch betrachtet wird das höchstwahrscheinlich passieren. So wie es höchstwahrscheinlich auch nächstes Jahr wieder einen Mid-Summer-Sale geben wird. Geschichten wiederholen sich leider. Schön, dass beim Mid-Summer-Sale alle ihre Einkaufstaschen voll packen und aus dem Laden verschwinden. Ich musste kürzlich erst all meine Umzugskartons packen und verschwinden. Mein ganz eigener Mid-Summer-Sale. Ich wurde eben ausverkauft. Leider geil.

Außer…? Ich weiß es nicht. Vielleicht „außer, wenn wir aufhören irgendwelche Geschichten schreiben zu wollen“. Vielleicht passieren dann Wunder. Andere Dinge. Magische Dinge. Miracles. Keine Ahnung. Aus jetziger Sicht ist es mir auch wirklich egal. Soll eine Frau in mein Leben treten. Oder es bleiben lassen. Klar würde ich gerne Papa werden. Und wenn nicht? Dann habe ich einige Vorteile gegen einige andere eben nicht eingetauscht. Und behalte meine Nachteile ohne sie gegen andere Nachteile einzutauschen. Kein schlechter Deal, so gesehen. Nix für nix. Passt doch. Chancen-Risiko-Verhältnis von 1:1. Ein No-Deal. Ein Münzwurf. In 50 Prozent aller Fälle gewinnst Du. Wie der Brexit ein No-Event ist. Das sagte ich schon vor Monaten einem meiner Kollegen voraus. Wer nicht ganz doof ist und selbst denken kann, den überrascht das alles doch nicht. Der No-Brexit genauso wenig wie die Geschichten mit bzw. von all den Frauen. Alles also nicht schlechter als vorher. 😉

Ich glaube es ist die Zeit gekommen, in der ich nun vollständig unabhängig und frei werden kann und das auch tun sollte. Und so wie ich mein bisheriges Leben kenne, kommt genau dann wieder „die Eine“ um die Ecke. So war es beim letzten Mal. Ich hatte das damals hier beschrieben. Als ich anfing keine Freundin mehr zu wollen bzw. zumindest deutlich weniger aktiv draußen in Bezug auf Frauen zu sein… ja genau zu dem Zeitpunkt hat mich die Granate meines Lebens getroffen. Zunächst im Positiven doppelten Sinne. Um mir danach granatenartig alle Gliedmaßen zu zerfetzten. Wer mit dem Feuer spielt… verbrennt sich. Das sind eben diese Granten mit Zeitzünder. Besonders fies. Die explodieren nicht gleich, sondern dann, wenn Du es am wenigsten erwartest. Das demoralisiert den Feind ganz besonders, wenn im Hinterland die Bomben hochgehen.

Ich werde beim nächsten Mal meine Finger von Frauen lassen, die nicht aus vollständig geklärten familiären oder beziehungstechnischen Situationen kommen. Ich werde meine Finger von Frauen lassen, deren Umfeld aus nicht-integeren Party-Girls besteht. Ich werde meine Finger von Frauen lassen, die mir suggerieren, dass zwischen uns alles absolut perfekt sei. Ich werde nicht mehr wegsehen, wenn ich kleine Dinge entdecke, die mich viel mehr stutzig machen sollten, anstatt mir selbst einzureden, dass es „bestimmt eine vernünftige Erklärung“ für das oder jenes Verhalten der Frau geben würde. Nicht Wert jetzt ins Detail zu gehen, soll reichen.

Ich werde einfach nicht mehr illusorisch eine Frau kennen lernen. Ich game allerdings auch nicht mehr. Ich pickuppe also nicht mehr. Wenn ich inzwischen merke, dass hinter dem hübschen Gesicht nur eine leere Hülle steckt, bin ich weg. So einfach ist das. So habe ich das die letzten Wochen auch mit all meinen Gesprächspartnerinnen gemacht. Ich will den Menschen kennen lernen. Keine Erwartung. Vielleicht sogar das Gegenteil einer Erwartung. Ich gehe rein und schaue was passiert. Mehr nicht.

Es spart Nerven. Es spart Zeit. Und es bewahrt meine Unabhängigkeit. Es ist ein Luxus, einer Frau sagen zu „können“, dass ich sie in dem Moment nicht mehr in meiner Nähe oder in meiner Wohnung haben möchte und sie gehen solle. Wie bei Fr. Kaufhaus letztens. Wenn sie einfach dämlich, dreist, unerzogen, unaufmerksam oder eine Möchtegern-Poweremanze ist. Oder auch eine Mischung aus all den Dingen. Dann erst recht. Tschüsschen. Geh einfach. Geh mit Gott, aber geh.

Ich könnte längst joggen gehen, stattdessen soll ich mich mit ihr unterhalten oder Schlimmeres, vielleicht sogar körperlich werden? Weil ich mich selbst in so eine Situation manövriere. Weil ich ich bin. Weil ich offenbar interessant genug bin, dass man (bzw. Frau) seine Zeit mit mir verbringen möchte. Weil ich nicht einer von vielen bin. Weil ich weiß was ich möchte. Macht attraktiv. Weiß ich inzwischen doch. Die Miss Universum auf dem goldenen Podest. Drauf geschi****n. Peep. Aber wer fragt mich, ob ich sie attraktiv finde? Ihre Art? Die Optik mag okay sein, bisweilen auch granatenartig. Und weiter…?

Endstation Freiheit

Und ich sage: Geh Deinen eigenen Weg, ganz ohne Frau. Und irgendwann wird da am Wegesrand eine Frau stehen. Eine, die es nicht mit jedem für einen Fuffi macht. Sondern die da wartet, weil sie der letzte Mann mit einem Arschtritt aus dem Wagen befördert hat. Genau wie ich mit einem Arschtritt aus dem Wagen befördert wurde. Ich habe mir nichts zu Schulden kommen lassen, ganz im Gegenteil. Und dafür dennoch den Arschtritt bekommen. Es gibt ganz bestimmt Frauen da draußen, denen es genauso erging. Die zu schätzen wissen, wen sie nun kennen lernen dürfen und vor sich haben. Und die erkennen, dass ich jemand bin, der es Ernst meint. In allen Belangen. Zu ernst, für viele. Gerade recht ernst genug, für die eine ganz Bestimmte.

Und besonders ernst meine ich es nun mit mir. Es geht nun um neues Wachstum. Der letzte Erfolg ist verbucht. Freiheit. Ist abgehakt. Passt. Neues Ziel: Die totale Unabhängigkeit. Von allem. Bis auf von mir selbst. Mich möchte ich nie wieder hergeben müssen, nicht mal an eine Frau, die mir einreden möchte, dass ich etwas Besonderes wäre. Weiß ich schon. Nicht böse gemeint, aber ich weiß es schon. Danke für die lieben Worte. Es geht nun um mich. Und ob es auch um Dich geht, das sehen wir dann. Nicht sofort. Nicht jetzt. Sondern dann. Wachstum ist angesagt, den Gipfel hoch steigen. Auf dem Gipfelkreuz weiß ich schon, was stehen wird: „Endstation Unabhängigkeit“.

2019-07-03

PS: Ich habe mir gerade ein Glas Sekt eingeschenkt. Der erste Alkohol seit Wochen. Darf auch mal sein. Trotz Training und Ernährung und sonst was. Zum Wohl. Und auf mich selbst…! 😉

4 Kommentare zu „Die gefühlte Leere nach dem Erfolg

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