Der Himmel soll warten

Heute nur ein ganz kleiner Beitrag von mir.

Gestern Nacht, auf dem Weg nach Hause von einer Bar… habe ich ein Lied von früher wieder entdeckt. Mein Smartphone ist für mich längst mehr ein Abspielgerät für Youtube-Videos denn ein Kommunikationsmedium geworden. Der Rum war übrigens verdammt gut und teuer. Plantation Pineapple. Ein Hochgenuss, Prädikat: Besonders empfehlenswert! Diese Ananas-Note. Meine Flasche zu Hause ist vor ein paar Wochen zuneige gegangen. Genuss-Trinker. Einmal im Monat vielleicht.

Die Location war hammermäßig, ein Rum passt dort einfach wie die Faust aufs Auge. Erhaben. Etwas laut da vielleicht, aber Musik muss auch mal hinten anstehen können, wenn dafür die Menschen gut gekleidet und gepflegt sind. Vor allem die Damen. Da passe ich hin. Wobei ich gestern abwechslungsweise mal kein Hemd und auch kein Poloshirt getragen habe. Stattdessen ein Henley, langärmlig. Hauteng. Gut so. Wobei ich im Vergleich zu vielen Typen in solchen Locations noch immer ein Lauch bin. Ärmchen wie Zahnstocher. Selbstwahrnehmung. Auch so eine Sache im Auge des Betrachters. Für die Einen top, für die anderen ein Lauch. Für mich selbst…? Irgendwo auf dem Weg.

Es gibt eine eindeutige Korrelation zwischen Körper und Geld. Da kann mir jemand sagen was er will. Wenn ich in diesen Edel-Schuppen unterwegs bin, ist es fast immer das Gleiche: Die Typen sind braun gebrannt (sicherlich Solarium-Bräune), haben einen trainierten Körper, tragen enge stylische Klamotten, sehen ultra-gepflegt aus und vor allem strahlen sie diese „mir gehört die Welt“-Botschaft aus. Nicht alle, natürlich nicht. Aber einige. Und in deren Nähe – meistens direkt daneben – hält sich eine Frau auf. Meistens nicht nur eine.

Mein Lied von gestern Abend, einfach gut zuhören und genießen:

Klar, ein paar Tage alt. Spielt aber keine Rolle. Der Text ist Hammer. Die Message stimmt. Auch die passt wie die Faust auf (mein) Auge. Ich hab derzeit einfach wieder richtig Lust. Lust zu leben. Lust das auszuprobieren was ich vorher noch nie tat. Das herauszufinden, was ich vorher noch nie herausgefunden habe. Dinge zu machen, die andere sich nicht trauen oder zu denen sie zu schwach sind. Wobei das total egal ist. Was andere tun interessiert mich insofern nicht. Ich möchte Dinge tun, einfach so. Nicht einmal deshalb weil sie sinnvoll sein können. Sondern weil ich es kann. Können will. Mir selbst zeigen möchte, dass das Leben ein großer Witz ist. Und das meine einzige Antwort sein kann. Wie Herr van Onnetuschn manchmal sagt: „Das Leben ist ein großer Witz.“ Du hast Recht. Mehr ist es tatsächlich nicht. Sehe ich inzwischen auch so. Und wie Peter Maffay sagt, wollte ich auch nie derart erwachsen sein, wie ich mich heute fühle. Ich wollte erwachsen sein, aber nicht auf diese Art werden. Es war ein Frontalaufprall. Ich dachte, dass das Leben einem einen Streich spielt. Einen bitteren. Das ist schon ein paar Jahre her.

Dass das Leben Streiche wiederholt, wie nun zuletzt, war mir damals nicht klar. Im Gegenteil, ich schloss das für mich restlos aus. Einmal Unglück zu haben, sollte reichen. Einmal ins Unglück geraten und dem Unglück entgegen treten, sollte reichen. Oder? Heute verstehe ich, dass es noch nicht einmal Wiederholungen sind. Das Leben an sich ist ein einziger Streich. Es ist System. Von Menschen geschaffen. Ich mag ein Gesellschaftskritiker sein, ja. Wenn ein stiller Beobachter ein Gesellschaftskritiker ist, dann bin ich gerne Gesellschaftskritiker. Es ist einfach absurd, wenn das Leben so einfach sein könnte und wir Menschen es uns anstatt einfach zu machen, gegenseitig Stöcke in die Speichen stecken. Und Knüppel zwischen die Beine werfen.

Sido sagt das in dem Lied schon ganz richtig: „…Heute will ich mit Frauchen im ’nem Haus leben und gesund bleiben…“
Will ich das wirklich? Der nächste Streich?!

Es gibt so viele Dinge im Leben, die ich beeinflussen kann. Dinge, bei denen sich Ehrlichkeit auszahlt. Krafttraining zum Beispiel. Selbst im Job ist es ziemlich beeinflussbar. Aber bleiben wir beim Krafttraining. Wenn Du systematisch trainierst, wirst Du stärker. Das Muskelwachstum setzt ein. Dazu Proteine und Du wirst Dein Lauch-Dasein hinter Dir lassen. Ganz sicher. Egal was Andere sagen oder denken. Denken und sagen spielt keine Rolle. Tun spielt eine Rolle. Gewichte stemmen. Nicht planlos, sondern mit Plan. Und die Resultate werden kommen. Nötig? Nein. Machbar? Ja. Sinnvoll? Bedingt. Spaßbringend? Nicht wirklich. Trotzdem tun? Definitiv. Warum? Ausprobieren.

PS: Apropos Solarium-Bräune… bin auf dem Weg. Einmal die Woche. 😉 Danach Schulter, Brust und Trizeps Workout. Danach viel grünes Gemüse und Fisch. Bis dahin ist es schon später Nachmittag. So gehen die Stunden auch langsam vorbei. Einfach tun. Nicht hadern, weder mit der Gesellschaft noch mit dem eigenen Leben. Handeln! Aktiv sein! Einfach tun. Sinn? Egal. Unsinn? Egal. Einfach tun. Projekt Maschine. Es ist sowieso alles ein großer Witz, nicht wahr? Nein?! Sicher…? Abwarten. 😉

PPS: Nein, ich bin nicht frustriert. Enttäuscht vom Leben. Das ja. Aber ich habe dafür die Chance bekommen es als das zu sehen was es ist: Ein großer Witz, der am Ende ganz sicher tödlich ausgeht. Dazwischen gibt es manchmal schöne und manchmal böse Ereignisse. Wenn Ihr nicht nur wisst, sondern Euch tatsächlich komplett gewahr seid, dass es allerdings enden wird… dass vor allem das Leben enden wird… welche Einschränkungen solltet Ihr dann noch in dieser begrenzten Zeit für Euch in Kauf nehmen? Eben. Also streif den Ballast ab und flieg! Seit mir klar geworden ist, dass das alles ein großer Witz ist, fällt es mir leichter die Pointen des Alltags zu erkennen und mit zu lachen. Schauen wir mal wie ich das in ein paar Monaten sehe. Im Prinzip sind es keine Enttäuschungen. Erst unsere Bewertung lässt Ereignisse zu Enttäuschungen werden. Es sind Ereignisse. Die wir uns selbst ins Leben holen. Dafür gibts Quittungen. Wie an der Kasse. Auch wenn Du die selten möchtest, reicht sie Dir die Kassiererin meistens trotzdem ungefragt. 😉