Eine wie (fast) alle – Fr. Fashion

Irgendwie hat es mich erst heute gepackt, einen Artikel zu schreiben. Am Wochenende kam es ja zum Date Nr. 3 mit Fr. Fashion. Der Titel verrät natürlich schon ein bisschen was. Oder auch schon fast alles. Aber ein paar Details sind auf jeden Fall berichtenswert.

Sie kam direkt zum Start mit einer tollen Story um die Ecke: „Hey, es tut mir wirklich leid und ich weiß, dass wir uns heute Abend ganz entspannt Zeit füreinander nehmen wollten. Aber meiner besten Freundin geht es nicht gut. Sie hat gestern Abend herausgefunden, dass ihr Freund sie seit einem Jahr mit einer anderen betrogen hat.“

Es ist immer irgendwas

Info und Anekdote am Rande:
Erster Gedanke dazu in mir, innerlich schmunzelnd: „Hey! Das ist die Story, die Du als Pickupper normal bringst, wenn Du so schnell es geht das Date verlassen willst.“ Dann tust Du einfach so als hätte Dir gerade Dein bester Freund geschrieben und nimmst das als Vorwand, das Date zu verlassen. Natürlich nur, wenn Dich die Frau einfach nur tierisch langweilt. Ich habe das bisher noch nie gemacht, finde es persönlich auch albern. Wenn ich keinen Bock auf eine Frau habe, dann sag ich ihr das inzwischen direkt ins Gesicht, stehe auf (…zahle meinen Teil der Rechnung…) und gehe einfach. Egal was sie sagt. Lebenszeit ist kostbar und meine eigene mir persönlich am Meisten. An der Stelle kann ich auch auf einen früheren Artikel von mir zu diesem Thema verweisen (Meine neue Art „Tschüss“ zu sagen). Hat schon fast einen philosophischen Touch.

Das Doofe war, dass wir beide bereits einen gewissen Weg auf uns genommen hatten. Hätte mir die Trulla – äh Entschuldigung, ich meine natürlich „die Liebste“ – gesagt, dass sie so eine Story im Gepäck hat, dann hätte ich das Date sofort abgeblasen. Das bringt doch nichts. Entweder hat sie Bock auf und Zeit für mich oder eben nicht. Aber es war so, dass wir nun schon voreinander standen. Sie dann direkt heim schicken wollte ich auch nicht. Sie schob nochmal ein: „Es tut mir wirklich leid. Aber wir haben ja Zeit füreinander, nur nicht ganz so lange. Wir machen es uns entspannt und genießen die Zeit, ich muss ja auch erst gegen Mitternacht los.“

Zweite innerliche Reaktion von mir: „Hm. Wahrscheinlich wartet Dein Freund zu Hause auf Dich. So selten wie Du Dich seit dem ersten Kontakt meldest bzw. auch spontan NICHT ans Handy gehst, wenn ich einmal anrufe.“

Die ganze Story mit ihr hat mir ab dem ersten Tag bis zum Himmel gestunken. Sie habe ständig viel zu tun und ihr Terminplan sei schon ziemlich voll und sie unternehme immer so viel und bla bla. Ich glaube einfach, dass sie (mindestens) einen Typen hat. War mir aber egal, weil ich es nicht weiß. Und da ich ein freier Mensch bin, schaue ich mir Dinge erstmal frei an. Ich mache mir zwar Gedanken, aber ich lebe nicht in Interpretationen.

Jedenfalls fand ich sie noch nie Weltklasse, aber interessant genug, um ihr die Chance zu lassen, mich vom Gegenteil zu überzeugen. Hat sie nicht geschafft. Soviel vorweg. 🙂
Das Date an sich lief relativ unspektakulär. Ja, gemeinsam gekocht. Wobei ich den Hauptteil der Arbeit tat. Sie stellte sich beim Vorbereiten bzw. Kochen aber auch an wie ein Pferd, das Eier legen soll. Naja, die heutige Generation halt. Außer Tiefkühlpizza in den Ofen schieben kennt die nix und kann auch nix. Das Essen war aber gut. Ist mir gut gelungen. Muss mich durchaus selbst loben. Garnelen in Knoblauch-Öl, dazu einen gemischen Salat und ein frisches dunkles Baguette. Hm. Für die Trulla hab ich meinen sonst so stringenten Ernährungsplan für den Tag aufgegeben. Abends gibts bei mir normal nur Low Carb. Ja, es war alles okay bis dahin. Wir haben gelacht, ja. Wir haben Spaß gemacht, ja. Aber spektakulär war es nicht. Muss es ja auch nicht immer sein, schon klar. Wenn…? Ja wenn da nicht diese Sache mit der Stimmung gewesen wäre…

Wenn die Zicke zickt, aber der Mann nicht mitmacht

Sie kann zwar weder Kochen, noch fleißig sein (z. B. den Tisch von sich aus decken) noch… sonstwas (okay, der ist böse *hehe*). Dafür kann sie aber ganz gut Weißwein und sonstigen Alkohol trinken… und ihn nicht (!) vertragen. Nachdem die Gute dann doch ein paar Dinger gebechert hatte, sprach sie „komplizierte Themen an“, wurde zickig und die eigentlich relativ entspannte Stimmung kippte plötzlich. Ich hätte das Kippen verhindern können. Definitiv. Ich hätte die heiklen Themen umschiffen können. Aber nee, sicher nicht, Freunde! 🙂

Ich bin nicht mehr der Pickupper aus Teil 1. Ich bin inzwischen ganz anders drauf. Ich stehe ganz anders zu meinen Themen, zu meinem Charakter und zu meinem Ich. Und mein Ich weicht nicht aus, wenn es haarig wird, nur um… ja was eigentlich? Um etwa eine Frau in die Kiste zu bekommen, die ich mindestens mal charakterlich gar nicht toll finde? Sicher nicht. 🙂 Also – darauf angesprochen – habe ich meine Ansichten rausgedonnert, wie sie gerade daher geflogen kamen. Auf jede ihrer noch so abstrusen Ansichten gab es von mir meinen passenden Standpunkt. Ehrlich und fair, die schnellste Art mich kennen zu lernen.

Beispiel? Ob ich Kinder möge? Ja ich mag Kinder, dazu stehe ich. Ihre Aussage: „Ich hasse Kinder!“ Das ist nur ein Beispiel für viele Dinge, die da an heißer Luft von ihr in den Raum geblasen wurden. Wie kann man Kinder hassen? Hä?! Jeder von uns war mal Kind. Das würde ja bedeuten, dass sie sich selbst hasst. Wobei… jetzt wird mir alles klar! 🙂

Ich wusste zwischendurch ehrlich gesagt nicht, ob ich weinen oder lachen soll. Ausbreiten und weiter ins Detail gehen möchte ich hier gar nicht, das ist sie nicht wert, die Frau. Nicht mal als gutes Date-Review taugt das. Es war einfach gehirngewaschen, Frauen sollten lieber Karriere machen und der Mann sollte zu Hause bleiben und überhaupt hätten Mütter zu Kindern keine engere Bindung als die Väter. All solches Zeug. Wenn ich noch beim Essen gewesen wäre, hätte ich mich vermutlich übergeben müssen. Blieb mir glücklicherweise erspart.

Jedenfalls zeigte sich dann ihr wahres Ich. Plötzlich meinte ich neben Alice Schwarzer zu sitzen. Pfui Teufel. Was für ein verdrehtes Weltbild. Die leichten Emanzen-Anflüge aus den ersten beiden Dates entpuppten sich als ein großes Donnerwetter. Und das ist für mich so in etwa der größte Grund einen großen Bogen um eine Frau zu machen. Danke, aber ich bin nicht schwul. Solche Frauen überlasse ich lieber den (leider vielen) anderen speichelleckenden Schoßhunden. Die dann von so einem Mistvieh in 1000 Einzelteile zerfetzt werden. Vermutlich müssen die sich bei Fr. Fashion auch nach dem Sex bedanken, erwartet sie wahrscheinlich so. Dass man im Anschluss artig „danke“ sagt. Und ihr eine Handtasche dafür kauft. Es war an diesem Abend wirklich egal was ich sagte, auf jede Aussage – sei so noch so neutral – folgten auf Krawall gepolte Widerworte.

Sie meinte jedenfalls in ihrer zunehmend mieser werdenden Stimmung mich etwas aus der Reserve locken zu können. Sorry, schaffst Du nicht! Da musst Du früher aufstehen. 🙂 Ich bin doch längst wieder täglich im Hier und Jetzt. Und ich habe abgesehen davon stets meine Beobachter-Kamera dabei. Und wann immer es brenzlig wird, wechsle ich diese Perspektive. Wenn ich mich dann beim Sprechen selbst beobachte, kann ich mit Dir Möchtegern-Power-Emanze nicht streiten. Ich kann dann innerlich nur Schmunzeln. Hm. Irgendwie war es ihr dann selbst zu doof, so dass sie mich bat irgendetwas zu tun, um die Stimmung wieder aufzuhellen.

Innerlich dachte ich mir nur: „Du langweilst mich.“ Aber ich bin eben auch kein unfreundlicher Mensch. Mama hat mich einfach zu gut erzogen, wird mir immer wieder klar. Charakterlich bin ich weitestgehend nicht geeignet für diese Welt. Geeignet für die Generation davor, ja. Nicht für die heutige allerdings. Heute gibt es nur mehr fressen und gefressen werden. Und fressen lasse ich mich von keiner Frau mehr. Die Zeiten sind vorbei. Aus. Ende. Da könnt Ihr Euch einen anderen Dummen suchen. 😉

Sie wurde dann doch noch etwas anhänglich. Aber Lust hat das in mir keine mehr ausgelöst. Überhaupt nicht. Ich machte ihr irgendwann den Vorschlag, dass es besser sei zu ihrer Freundin zu fahren, da sie doch bestimmt schon wartete.

Der Abschied viel kurz und knapp aus. Und ich verspürte wieder diesen innerlichen Frieden in unseren letzten gemeinsamen Minuten. Denselben Frieden, den ich in Teil 1 regelmäßig verspürte. Immer dann wenn ich merkte, dass es vermutlich (oder sehr sicher!) das letzte Treffen sein würde und es kein Wiedersehen mehr gäbe. Tut gut, diese Freiheit. Diese innerliche Nicht-Verhaftetheit gegenüber einer bestimmten einzelnen Frau.

Nummern zu löschen befreit

Jetzt springen wir zum nächsten Tag. Ich ging spazieren mit einem Freund. Es war schönes Wetter. Wir genossen die Sonne und schlenderten durch die Stadt. Dabei erzählte ich ihm die Story vom Vortag. Seine Reaktion: „Und ihre Nummer hast Du bei der Geschichte noch nicht gelöscht?!“ „Stimmt eigentlich, warum nicht?“, antwortete ich mich selbstfragend.

Gesagt, getan. Weg war die Nummer. Aus den Kontakten und auch der Chatverlauf aus WhatsApp. So einfach geht das heute. Das ist meine Antwort auf das ganze Dating-Gebahren einer völlig verrückten Generation.

Und zwei Tage nach dem Date war es dann soweit. Mein Telefon klingelte. Eine unbekannte Nummer. Vermutlich hatte sie bemerkt, dass ich sie gelöscht hatte. Mein WhatsApp-Profil ist so eingestellt, dass man mein Profilbild nur sieht, wenn ich die Person in meinen Kontakten eingespeichert habe. Und gerade das hatte ich bei ihr eben nicht mehr.

Sie wollte sich entschuldigen dafür, wie das Date lief. Sie sei manchmal launisch. Sie wisse auch nicht so genau was für die Stimmungsschwankung gesorgt hatte. Eigentlich finde sie mich als Mensch mega interessant und hat sich auch nach den beiden Dates total gefreut. Und auch beim Kochen sei es toll gewesen usw. bla bla bla. Aber sie hätte jetzt das Gefühl, dass ich sauer auf sie sei. Und sie wollte nachfragen.

„Ja, nachfragen? Was eigentlich?“, dachte ich mir nur. Mit 2 Tagen Abstand lässt sich einiges klarer sehen. Also nutzte ich die „überraschende“ Gelegenheit… die gar nicht so überraschend ist… denn Frauen hassen es einfach, wenn der Mann ihnen nicht hinterherdackelt… sie kommen dann doch meistens von alleine zurück gekrochen… ist nur eine Frage der Zeit… hab ich gelernt… (siehe den Brief von Fr. Tinder damals, der plötzlich in meinem Briefkasten lag, nachdem sie „Schluss gemacht“ hatte: Ein lange angekündigter Rundumschlag). Zurück zum Text: Ich nutzte also die Gelegenheit und habe ihr einfach mal alles vor den Latz geknallt, was so Sache ist.

Ich: „Erstens fand ich es nicht toll, dass Du Dich beim Herrichten, Kochen, Abräumen und Abspülen kaum beteiligt hast. Ich stehe auf Frauen, die aktiv sind. Geht gar nicht. Zweitens ist mir meine Zeit wertvoll und ich verbringe meine Zeit nur mit Menschen, die mir gut tun. Schlechte Laune ist nichts für mich. Und auf Machtspiele stehe ich nicht. Ich weiß was ich will, darum gab es von mir auch kein Streitgespräch oder eine ellenlange Diskussion an dem Abend über irgendein belangloses Thema. Du hast eine andere Meinung? Fein. Deine Sache. Akzeptiere ich. Kein Grund sauer zu werden. Aber ich stehe auf Frauen, die genug Selbstvertrauen haben, auch Frau zu sein. Die ihre Weiblichkeit an sich selbst lieben und nicht versuchen wollen einem Mann künstlich die Stirn zu bieten. Das mag bei den Meisten da draußen funktionieren, bei mir nicht. Keine Ahnung was genau an dem Abend dazu geführt hat, dass die Stimmung kippte. Ist mir auch egal, das was ich da von Dir kennengelernt habe, ist nicht das, was ich für mich in meinem Leben brauche.“

Da war sie etwas perplex, die gute Fr. Fashion. Nun, also… ob wir denn in Kontakt bleiben könnten und „einfach mal sehen, wie wir in ein paar Tagen so denken würden“, fragte sie. Ich antworte: „Wir haben die Möglichkeit uns kennenzulernen. Wenn Du mir zeigen möchtest, dass Du ein anderer Mensch bist als der, den ich an dem Abend zugesicht bekommen habe. Aber ich sammle keine Telefonnummern. Freundschaften zu Frauen gibt es bei mir nicht.“

Sie: „Ist das dann für Dich gleich endgültig aus?“

Ich: „Das hängt von Dir ab, was Du bereit bist zu investieren. Ich brauche keine lauwarmen Geschichten. Und da Dein Prinzessinnenkalender (O-Ton, ich schwörs! *hehe*) sowieso von morgens bis abends voll geplant ist (wie gesagt, meine Vermutung: Weil sie einen – mindestens einen! – Freund hat, ich würde darauf wetten!), langweilt mich das alleine schon. Wenn Du einen Menschen kennernlernen möchtest, dann musst Du Dir dafür auch die Zeit nehmen. So interessant kann ich gar nicht für Dich sein, dass Du für eine ganze Woche im Voraus nicht weißt, wann Du mal ein paar Stunden übrig hast.“

Sie: „Ja, aber ich habe halt auch viele andere Sachen zu tun und mache auch viel mit Freunden, wir sind ja gerade erst am Kennenlernen, da kann ich doch nicht einfach alles andere hinten anstellen.“

Ich musste innerlich wieder nur schmunzeln und dachte mir: „Wenn das ein Kennenlernen sein soll, also SO… ohne Zeit miteinander zu verbringen… hahaha… was für ein Paradoxon!“

Ich: „Genau da liegt das Problem. Du meinst so viel zu tun zu haben, dass eben gar keine Zeit ist einen Menschen kennen zu lernen. Ich hab auch viel zu tun und im Moment bestimmte Prioritäten, aber Zeit für ein Date alle paar Tage nehme ich mir einfach. Und deswegen verstehe ich auch nicht was Dein Anruf soll. Im Prinzip ist doch klar, dass das zwischen uns so gar nicht geht.“

Sie: „Ich wollte Dir auf jeden Fall sagen, dass Du Dir nichts Komisches denken sollst. Du hast nichts falsch gemacht oder so. Deswegen wollte ich mich auch entschuldigen, damit da nichts zwischen uns hängen bleibt.“

Ich: „Das ist nett von Dir. Aber entschuldigen brauchst Du Dich nicht. Da stehe ich drüber. Alles okay. Mach Dir keine Gedanken.“

Sie: „Ja ich möchte nur, dass wenn wir uns mal irgendwo begegnen, dass wir uns nicht einfach aus dem Weg gehen.“

Ich: „Keine Sorge. Ich sag bestimmt hallo. Aber mehr auch nicht. Bei mir gibts nur 0% oder 100%. Dazwischen ist kein Platz.“

Sie: „Du siehst das aber generell ziemlich hart.“

Ich antworte also: „Ich weiß was ich möchte und was ich nicht möchte. Deswegen wünsche Dir einfach nur leb wohl, alles Gute, pass auf Dich auf und viel Spaß noch.“

Damit war es das dann auch.

Und so ist es, wie es bisher (fast) immer war… ich packe mental wieder einmal meine Sachen und ziehe weiter…

Auswahl gibts genug. Und unter Wert verkaufe ich mich für keine Frau. Und mein Wert ist seit dem Beziehungsaus so unendlich gestiegen. Alleine schon ganz unabhängig davon, wie andere – besonders Frauen – mich sehen. Es ist mir egal. Ich bin ich. Einen Wert zu haben, impliziert Werte zu vertreten. Man kann nicht etwas wert sein, ohne Werte zu verkörpern. Die Summe der eigenen Werte machen den eigenen Gesamtwert aus. Also geht es für mich doch ganz einfach nur noch darum, der Frau zu begegnen, die in der Lage und fähig ist (geistig und mental!), Werte im Leben überhaupt entdecken zu können. Und dann muss die Eine dazu doch nur den Blick einmal auf mich richten und hinsehen. 😉

Irgendeine wird das hinbekommen. Ich bin total überzeugt davon. Geduld, junger Padawan. In diesem Sinne wünsche ich der Frau meines nächsten Dates jetzt schon einmal viel Erfolg. Gepaart mit einem Tipp nach dem Motto vom ZDF: „Mit dem Zweiten sieht man besser!“

2019-06-11