Mein erstes Fotoshooting

Heute war es soweit! Ich hatte ein ganz persönliches Fotoshooting! Premiere! Referenzerfahrung! Was für ein cooler Abend. Ein cooler Abend mit einem alten Bekannten, eigentlich wäre er ein idealer Freund. Ein aufrichtiger Mensch. Ein intellektueller Mensch. Ein hilfsbereiter Mensch. Ein Mensch, den ich gerne einen Freund nennen können würde. Er ist eher ruhig, auch eher sachlich unterwegs, sehr belesen auf den verschiedensten Gebieten. Keiner mit dem ich Feiern gehen kann. Eher mal auf einen Wein oder ein Bier in eine Kneipe, wie gestern nach dem Fotoshooting. Ja, ich hab mir gestern tatsächlich ein 0,33er Bier gegönnt.

Wir haben uns vor vielen Jahren beruflich kennen gelernt und damals regelmäßig etwas zusammen unternommen. Später haben sich unsere Wege getrennt und wir verloren uns etwas aus den Augen. Telefonieren zusammen vielleicht einmal im Jahr. Sehen uns vielleicht alle zwei Jahre. So in diesem Rythmus. Er war und ist beruflich stark eingespannt. Ich war bis vor 3 oder 4 Jahren beruflich stark eingespannt, seither nicht mehr. Prioritäten ändern sich. Meine änderten sich mehr und mehr in Richtung Privatleben: Studium und Pickuppen. Das ging ziemlich zeitlich einher, so vor ca. 3 Jahren. Ja gut, und dann kam da diese Beziehung, vor ca. 2 Jahren. Damit änderte sich alles noch mehr ins Private. Beruf? Egal (übrigens ganz schlecht, um bei Frauen zu landen! Der Beruf ist DAS Statussymbol! Bzw. die Motivation im Beruf!). Bin ich gut im Job? Weltklasse! Ich behaupte, dass mir kaum einer das Wasser reichen kann, dort wo ich arbeite. Brachte oder bringt mir das etwas? Nein! Dazu müsste ich woanders nochmal neu richtig durchstarten. Macht für mich aber keinen Sinn. Dann verdiene ich ein paar Tausender mehr im Jahr. Na und. Was ist schon Geld wert, das man mit unnützen Dinge verdient, die keinen Spaß machen. Ich habe keinen Spaß an meiner Arbeit. Arbeit an sich macht mir keinen Spaß. Spaß macht mir meine Familie, machen mir meine Freunde. Gut, meine eigene kleine Familie ist nun weg. Aber dafür geht es eben wieder mit dem Pickuppen los. Habe ich ich es ruhig und angenehm in der Arbeit? Ja! Mit „fast nichts tun“ noch immer herausragend gut zu sein, ermöglicht mir viele Freiheiten und Freizeiten. Die nutz(t)e ich. Studium und Pickuppen… und dann die Beziehung… so in diesem Kreislauf.

Aber wieso Kreislauf?

Nun, jetzt wiederholt sich die Geschichte. Ich konzentriere mich jetzt wieder mehr aufs Studium, das ich für die Beziehung und die vermeintliche Frau meiner Träume etwas nach hinten schob. Und ich konzentriere mich zunehmend mehr aufs Pickuppen. Und dann eines Tages auch wieder auf die nächste neue Beziehung… irgendwann…. wenn ich SIE finde! Und ich werde SIE finden! Ich habe noch ein paar Jährchen vor mir im Leben, glaube ich. Vor einigen Monaten sagte ich mal zu meiner EX-Freundin, als wir abends zusammen im Bett lagen:

„Weißt Du, jetzt wo ich gerade in Deinen Armen liege und ich nun weiß wie es ist mit zwei Kindern… auch wenn sie nicht meine sind… wenn ich JETZT sterben würde hier in Deinen Armen… wäre es für mich insgesamt ein schönes Leben gewesen. Ich habe so viel vor Dir erlebt, Dinge, die ich mir im Traum nicht gedacht hätte. Dich kennen gelernt zu haben und all die schöne Zeit mit Dir und den Kindern verlebt zu haben. Ich habe viele Frauen bis zu Dir kennen gelernt, seit ich mich auf meine Reise zu mir selbst begeben habe. Aber keine Frau hat meiner Seele etwas Ernsthaftes gegeben. Mit Dir ist das anders. Du bist umwerfend. Und dazu darf ich nun auch so etwas wie ein Papa sein und weiß wie es ist, Kinder groß zu ziehen und bei mir zu haben. Ich bin glücklich. Ich liebe Dich. Ich habe alles was ich brauche und möchte. Mit diesem Leben bin ich auf der Ebene durch. Wenn ich jetzt gehen müsste, würde ich glücklich von dieser Welt gehen.“

Verrückt eigentlich, wie sich alles so ändern kann. Heute habe ich das Gefühl, dass ich noch lange nicht fertig bin. Ganz anders als erst vor wenigen Monaten. Wie kommt so eine Gedankenänderung zustande? Ich weiß es nicht. Damals war ich einfach glücklich, mit ihr. Heute bin ich (noch) nicht glücklich mit mir. Aber auf dem Weg dahin. So wie damals vor ihr. Und ich werde wieder dahin kommen und glücklich sein mit mir ganz alleine. Und vermutlich werde ich dann auch wieder nicht mehr länger alleine sein. So funktionieren die Natur und die Welt. Wir bekommen oft das, was wir eigentlich gar nicht mehr brauchen.

Deswegen habe ich mich selbst ins Welpenschutzprogramm gesteckt, d.h. derzeit spreche ich fast keine Frauen an. Was wollen die auch mit einem (zwar nur noch halb) gebrochenen Mann? Macht keinen Sinn. Aber ich taue auf. Das spüre ich jeden Tag wenn ich draußen bin. Ich finde zurück zu mir und kämpfe mich täglich einen Schritt zurück ins echte Leben. Wie mein Tagesablauf derzeit aussieht, müsste ich eigentlich auch mal einen Artikel spendieren. Echt verrückt. Doch, darüber schreib ich auch mal noch etwas… nun zurück zum Fotoshooting.

Und so kam es, dass mein alter Bekannter und ich kaum mehr etwas zusammen machten. Was sehr schade ist. Aber wir sind uns noch immer sehr vertraut. Und so erzählte ich ihm vor ein paar Wochen, dass ich wieder Single bin. Und da ich wusste, dass er in seiner Freizeit unter anderem Models fotografiert, hab ich ihn einfach gefragt, ob wir uns mal auf einen Kaffee und gerne auch für ein paar Stunden zum Fotografieren treffen könnten. Er nahm sich Zeit sich in meine aktuelle Lebenssituation hineinzufinden und sagte außerdem sofort zu. Ein feiner Kerl. Einer der Marke „Freund fürs Leben“.

Gestern Abend war es dann soweit. Er und ich durch die Stadt. Er bewaffnet mit der Kamera. Ich bewaffnet mit meinem unnachahmlichen Astral-Körper – *hehehe* – und in tollen Klamotten. Ich hatte vorher schon einige seiner Aufnahmen gesehen, fotografieren kann er definitiv. Auch wenn es meistens Frauen sind. Und nur leicht bekleidet. Hm… Ich sollte vielleicht Pickup-Fotograf werden?! 🙂

2019-05-03

Ich hatte mehrere Outfits dabei. Einmal etwas Elegantes. Einmal etwas Sportliches. Wir liefen in der Stadt umher. Machten Fotos vor Gebäuden, in Gebäuden, in Bars und auf Plätzen. Das war mal wirklich eine interessante Erfahrung. Anfangs wusste ich gar nicht wie ich mich hinstellen, verhalten oder schauen soll. Viele Fotos sind nichts geworden, weil mal die Position nicht passt oder auch sehr oft mein Blick nicht passt. Woher auch wissen, wenn man nie derart fotografiert wird? Nach 1 Stunde ging es dann allmählich, ich wurde langsam warm. Und es war nichts mehr Aufregendes, sondern wurde etwas Schönes. Es fühlte sich lebendig an. Ich fühlte mich lebendig.

Ich bin gespannt auf die Ergebnisse. Und ich frage mich, was ich damit tun soll. Ich habe bisher auf jeden Fall eine echte Verwendung. So simpel es klingt: Ich werde die Fotos abwechslungsweise als Whatsapp-Profilbilder nutzen. Immerhin ist das der einzige Eindruck, den eine Frau nach einem Nummerntausch von mir erhalten kann. Und ich mag keine Selfies rein stellen, wie all die anderen Menschen. Ich leiste mir lieber einen Fotografen. Oder auch mehrere, im Laufe der Zeit. Andere Orte, andere Stilrichtungen. Das hat mich auf den Geschmack gebracht. Ist echt cool, so richtig gute Bilder von sich zu haben. Selbst gut in Szene gesetzt zu werden. Und da komme ich auch schon zur zweiten Idee.

Ich überlege mir doch tatsächlich unter meinem echten Namen einen Instagram Account zu erstellen. Ohne private Details. Keine Bilder mit Freunden oder der Familie. Nur Fotos von mir. An verschiedenen Orten in verschiedenen Outfits. Nichts Übertriebenes, aber als eine Art Visitenkarte. Falls mal jemand nach meinem Namen sucht, soll er ein paar richtig tolle Bilder finden. Derzeit findet man (sogut wie) nichts über mich im www. Bewusst und gewollt nicht. Hab ich noch nie gemocht. Datenschutz und so. Privatsphäre. Ich wollte immer schon mich und meine eigene zukünftige kleine Familie schützen. Hat mit Paranoia nichts zu tun. Es sollte nur einfach nicht jeder in mein Wohnzimmer gaffen können wie bei den Kardashians. Aber Instagram ist wohl heute so ein wichtiges Werkzeug, dass man es haben sollte, denke ich mir?! Wenn man sich dann noch von der Masse abhebt, weil man keine Poser-Fotos von sich reinstellt, sondern nur „richtige“ Bilder… dann sollte das in Ordnung sein. Und über den einen oder anderen zusätzlich Kontakt… kann man ja nicht nein sagen… Hollywood halt mal wieder.

Ich werde hier im Blog natürlich weiterhin keine Bilder, echten Orte, echte Namen usw. veröffentlichen. Sorry Freunde. 🙂 Aber ich werde meine Eindrücke von den Ergebnissen mitteilen. Ergebnisse der Bilder. Und Ergebnisse, die ich durch das Nutzen der Bilder erzielen werde. Jedenfalls bin ich gespannt zu sehen, was denn richtig gute Fotos bringen werden in meinem Spiel der Spiele… auf dem Weg zur Traumfrau.

PS: Auch wenn Du das hier nicht liest: Danke für den tollen Tag. Danke für Deine Arbeit und Deine Mühe. Du bist ein klasse Typ. Und vielleicht wird das ja noch eine richtige Freundschaft zwischen uns… und aus Dir ein großer Fotograf. Ich wünsche es Dir. 😉

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