Von außen nach innen

Nun nach 3 Tagen mal wieder ein Lebenszeichen von mir.

Freitag ging es mal wieder raus, Bar- und Clubgame. Eher Barhopping und Clubgame. Mehr hin und her und Wechsel der Locations. Zählbares kam nicht heraus… ja außer… Motto des Abends war: „Interaktionen üben.“

Wir waren zu zweit draußen, mein Wingman und ich eröffneten abwechselnd Sets. Ich nahm bewusst jede ansprechbare Frau als Gelegenheit zum Üben an. Die fehlenden Interaktionen in den vielen letzten Monaten fehlen mir, ich bin noch weit weg davon wieder ganz der „Alte“ zu sein. Deswegen sprach ich in den Bars alles an, was sich gerade als Gelegenheit bot. Selbst Frauen, die ein paar Jahre älter waren als ich oder die mir auch gar nicht wirklich gefielen. Oder beides. Die Gespräche hielten einige Minuten.

2 Mal geriet ich an relativ selbstbewusste Frauen, das ist ideal zur Übung. In einem Gespräch ballerte mir die Frau 2 oder 3 Statements vor den Latz, provokante Dinge. Ich nahm diese auf und konterte sie – ich würde sagen – charmant. Sofort erhielt ich die Resonanz: „Also die meisten Männer sind dann gleich weg, wenn ich so etwas bringe.“ Meine Antwort: „Die meisten Männer machen aber auch so ein Hokus-Pokus-Ding aus einem Gespräch mit einer Frau.“

Ab da hatte sie verstanden, dass ich kein Weichei bin. Die nächsten Minuten hatten wir Spaß und tauschten uns Smalltalk-mäßig aus. Alles nichts besonderes… aber irgendwie für mich schon. Für mich waren die Gespräche an dem Abend deswegen gewinnbringend, weil meine Ziele waren:

– Möglichst Lange in den Sets zu bleiben
– Langsam sprechen, mit Pausen
– Mit tiefer Stimme zu sprechen
– Nur selten Aussagen der Frau zuzustimmen, dafür mehr das Gespräch zu beobachten. Männer neigen dazu, jeder Aussage einer Frau sofort ein: „Ja, stimmt!“ und „Ja, sehe ich auch so!“ anzufügen. NEIN! Nix da, nicht an dem Abend! Möglichst auch in Zukunft nicht mehr so oft. Das sind Verhaltensweisen von „nicht trainierten“ Männern und das zeigt Bedürftigkeit.

Ich ertappte mich zuletzt immer wieder bei solchen Verhaltensweisen. Fürchterlich. 🙂 Die meisten Männer freuen sich ja wie die Schnitzel-Kinder, wenn sie mal ein Gespräch mit einer Frau führen… dürfen (!). In hatte alleine in der einen Bar 3 Gespräche selbst initiiert. Wozu dann bedürftig sein?! Das sind die psychologischen Fragen, die sich ein Pickupper stellen muss. Bzw. sich einer stellen sollte, der wieder erfolgreich werden will.

Reiten und schießen gleichzeitig?

Ein wenig fühle ich mich wie ein in die Jahre gekommener Revolverheld. Das letzte Duell lag Jahre zurück, das Schießeisen ist inzwischen etwas angerostet. Aber er kann es noch, nur fehlt ihm die Übung und er schießt derzeit öfter daneben. Reiten auf einem Gaul verlernt man nicht. Schießen auch nicht. Aber als erster ins Ziel zu reiten und dabei auch noch alles perfekt zu treffen sind wieder eine andere Stufe. Da will ich wieder (!) hin.

Viel mehr gibts zu dem Tag auch nicht zu sagen, es geht derzeit für mich stark um meine „innere Einstellung“. Die alt hergebrachten und bekannten offenen Fragen des Lebens. Klingt hochtrabend, ist es aber nicht. Es geht für mich noch immer um die selben Fragen, um die es immer ging… wenn wir uns bewusst machen, wozu wir hier sind auf dieser Welt:

– Wer bin ich? Was macht mich aus? Wer ist dieses Ich, das gerade über sich selbst nachdenkt? Wo will ich hin? Wozu bin ich da? Warum tue ich gerade dies oder das? Was bringt mir das gerade auf lange Sicht?

Am Samstag passierte etwas Erstaunliches. Es war der erste Tag, an dem ich alleine einfach so draußen herumgelaufen bin in einem großen Shopping-Center. Geschlendert. In viele verschiedene Läden gelaufen. Menschen beobachtet. Wirken lassen. In mich selbst hineingehorcht. Halt bei einem Asiaten gemacht und mir bewusst ein paar Minuten Zeit genommen um Sushi zu essen, Maki mit Avocado. Einfach so. Ich weiß, nichts besonderes an sich. Für mich derzeit schon. Es bewegt sich gerade einiges in mir und versucht neue Wege zu erfühlen und Perspektiven zu ergründen.

Vom Ergründen der Bewusstheit

Sushi ist nicht der Punkt. Sondern die Bewusstheit. Bewusst das Sushi auszuwählen, bewusst jedes Stückchen mit den Stäbchen an den Mund heranzuführen, in Ruhe zu kauen und zu essen und zu guter letzt bewusst an die Kasse zu gehen und bewusst zu bezahlen. Jedes Geldstück aus dem Geldbeutel zu holen und der Kassiererin in die Hand zu geben.

Diese Bewusstheit hatte ich früher und hatte sie in den letzten Monaten immer mehr verloren. Und nun war es Samstag so weit, dass ich zum ersten Mal seit dem Beziehungsende wieder so etwas wie Freude entwickelt habe im Alleinsein. Dieses Gefühl hielt phasenweise nur wenige Minuten an. Natürlich kommen dann wieder Trauer aufgrund der vergangenen Situation in mir auf, gepaart mit Unsicherheiten und Ängsten betreffend dem weiteren Lebensweg. Es ist für mich ein harter Cut, sachlich gesehen. Eigene Wohnung weg. Täglicher Ablauf weg. Alleine sein. Punkt. Aber hey, immerhin gelang es mir phasenweise! Ein kleiner (großer!) Fortschritt im Vergleich zu von vor 1 oder 2 Wochen.

Ich verlagere derzeit meine Wahrnehmung zunehmend von außen nach innen. Das ist der entscheidende Aspekt auf dem Weg. Natürlich spreche ich noch Frauen an. Aber ich merke, dass ich es – die letzten Tage – aus einem anderen Fokus heraus tue. Es geht mir wieder mehr um die Interaktion und das Üben. Weniger darum DIE Frau kennen zu lernen. Ich merke – auch dank wichtiger und guter Anregungen einzelner Menschen – dass ich noch gar nicht bereit bin für eine neue Beziehung. Innerlich sträubt es mich gerade beim Gedanken daran. Zu tief sitzt die jüngste Enttäuschung. Und gleichzeit spüre ich das Begehren erst einmal wieder zu mir zurück zu finden, anstatt zu versuchen mein gebrochenes Herz einer anderen Frau zu schenken. Das wäre einfach keine gute Voraussetzung für einen neuen Start. Niemandem gegenüber.

Das Ding mit der Kamera über der Schulter

Aber ich weiß, dass ich ein totaler Kämpfer bin. Und mental zum Glück reif genug, um immer wieder einen nötigen Perspektivenwechsel durchführen zu können. Immer wieder in die Beobachterrolle zu gehen. Mit der Kamera über meine Schultern zu schweben und mich zu beobachten wie ich hier gerade diese Zeilen in den Laptop tippe. Oder in einer Bar stehe und mich beim Reden mit einer Frau selbst beobachte. Es hat eine andere Qualität im Sein, zu wissen, dass mein Körper nicht ich ist. Und ich nicht meim Körper bin. Ich bin nicht mal meine Gedanken. Ich bin die Seele, manche sagen auch Energie, die meine Gedanken beobachten kann. Damit kann ich nicht mein Gehirn sein. Und erstrecht nicht mein Körper.

Das zu wissen macht mich derzeit etwas unabhängiger von meiner Vergangenheit. Auf der einen Seite. Auf der anderen Seite tut es noch immer weh, dass ich meine vermeintliche Seelenverwandte verlieren habe müssen. Es war unnötig, einfach unnötig. Andererseits war sie eben nur vermeintlich meine Seelenverwandte. Nicht in der Realität. Sie gab sich anders als sie war. In meinem Kopf habe ich aufgrund der langen Zeit jedoch nur das „tolle“ Bild und die „tollen Erinnerungen“ an sie. Wie ich schon schrieb, geht es mir dabei in erste Linie nicht darum um sie zu trauern, sondern mit mir selbst hart ins Gericht zu gehen. Und zu hinterfragen, wie ich – diese beobachtende Seele mit der Kamera auf der Schulter – dieses Gefühl überhaupt entwickeln konnte, dass sie meine Seelenverwandte sein könnte. Was habe ICH übersehen? Was habe ICH übersehen wollen? Oder konnte ich gar nicht anders als alle negativen Anzeichen (von Anfang an!) zu übersehen? Warum ließ ich mich darauf ein und was ist nötig, um dies nicht zu wiederholen?

Auch muss ich eben eingestehen, dass wir in dem Punkt auf unterschiedlichen Ebenen unterwegs waren. So funktioniert das nicht. Wenn einer links lang läuft und der andere rechts lang. Seele hin oder Seele her. Wenn nur einer in der Lage ist, die Kamera über seine Schultern zu packen und durch die Linse auf sich selbst zu blicken… während der andere irgendwelchen tollen Momenten und Ereignissen hinterherjagt, funktioniert das auf diese Art nicht. Dann sind wir Menschen einfach auf unterschiedlichen Ebenen unterwegs. Und diese nötige Tiefe in einer Beziehung kann sich gar nicht bilden.

Na klar war ich unbewusst in der Beziehung zuletzt, sage ich ja immer wieder. Aber in mir steckt sehr wohl dieses tiefe Bewusstsein, wenn es um etwas geht. Immer wenn es brenzlige Situationen gab, betreffend „wichtiger“ Dinge… die Kinder… Schule der Kinder… Sportverein der Kinder… Arbeitssituation von ihr… ihr Stress… gesundheitliche Probleme von ihr… war ich sofort auf den Punkt da. Absolut bewusst. Kamera an, auf die Schulter damit und uns am Küchentisch beobachtend. Wie wir sprachen. Stets ihre Ängste im Blick und dazu passend nach kurzem Hineinfühlen meine möglichen Lösungswege bereits in der Hinterhand.

Wie das wohl Cristiano Ronaldo macht?

Ich denke mir das so: Wenn Cristiano Ronaldo das Haus verlässt, dann hat er auch nicht immer einen Ball am Fuß und dribbelt damit zum Auto, in einen Supermarkt oder zu den Nachbarn rüber. Und auch wenn er mit seiner Frau intim wird, dribbelt er nicht mit dem Fußball aus der Dusche ins Schlafzimmer zu seiner Frau. Wo sie im Nachtkleid auf ihn wartet. Er macht nicht erst noch 3 Kopfbälle und spielt ihr dann den Ball zu, um sie dann zu küssen. Nein.

Er ist durch und durch Fußballer, aber eben im Training und auf dem Fußballplatz. Er mag eine gewaltige Kraft haben, einen gewaltigen Kopfball und einen unglaublichen Torinstinkt. Aber doch nicht IMMER?! Beim Mittagessen steht er doch nicht nach jedem Happen von seiner Gabel auf und spielt kurz einen Pass gegen die Wohnzimmerwand. Auch wenn es lustig sein mag, sich das gerade bildlich vorzustellen. Nein. Er haut den Ball in den Winkel, dann wenn es darauf ankommt. Und zwar NUR DANN! Wenn er merkt: „Meine Mannschaft braucht mich jetzt! Es steht verdamm nochmal 0 zu 0 und ich kann und werde dieses Ding für die Jungs, den Trainer und die Fans heute entscheiden!“

Dann ist er auf den Punkt da. Die Flanke kommt… und er haut das Ding Vollspann in den Winkel. In DIESEM Moment war er vollkommen bewusst. Für ihn muss der Ball aus der Flanke gefühlt in Zeitlupe auf ihn zugekommen sein. Genug Zeit, um sich 100% bewusst zu werden, was nun für ihn nötig ist. Ende.

Und so war ich auch, wann immer es wirklich nötig wurde, war ich zu 100% da. Für alle. Für sie. Für die zwei Kinder… ja… aber irgendwie nicht für mich. Und dieses zusätzliche bisschen Bewusstheit im Alltag fehlte mir. Und daran arbeite ich derzeit. Ich spüre wieder (! wie damals vor Fr. Schlange !), dass es nicht nötig sein kann und sein darf eine Frau an der Seite zu haben, NUR um glücklich zu sein. Eine Frau sollte die Ergänzung im eigenen Leben sein, niemals der Hauptaspekt. So auch die Aussagen der vielen Trainer und Persönlichkeitsentwickler. Denn ich sehe ja, was passiert, wenn die eigene Frau oder Freundin oder Lebensgefährtin oder Lebensabschnittsgefährtin (ganz modern! zum kotzen!) plötzlich die Reißleine zieht und Du nicht mehr mehr wert für sie bist, als ihr Gefühl des Triumphs durch das Aufstellen einer weiteren Trophäe in ihrem Schrank. Du bist dann eines dieser Panini-Bilder für sie geworden. In ihrem Stickeralbum. Wieder eine Kerbe mehr. Dann stehst Du gottverlassen (oder für die unreligiösen: universumsverlassen 😉 ) alleine da. Ist das wirklich nötig?

Aber ich weiß… es gibt da draußen Seelenwesen, Energiewesen. Die Themen, die mir wichtig sind… sind auch anderen (ganz wenigen zwar nur!) Menschen wichtig. Statistisch müssten davon doch 50% Frauen sein. Da es eher „weiche“ Themen sind, sollten es sogar mehr sein. Und auf dieser Ebene ist echter Austausch möglich. Eine echte Beziehung. Nur bin ich gerade noch nicht so weit, ich bin noch nicht wieder bei mir angekommen. Ich gönne mir jetzt erst einmal die Zeit zurück zu mir zu finden. Danke an Freunde, Familie und Bekannte für Eure Hinweise. Es hat einige Tage gedauert, bis ich realisiert habe, dass ich direkt nach dem Beziehungsaus auf dem Holzweg war.

Und wie es wohl weitergeht?

In mir arbeitet viel, wie ich sagte. Derzeit mache ich mir nicht nur viele Gedanken wie ich mit dem Thema Pickuppen weiter umgehen möchte… sondern auch wie ich eigentlich mein Leben strukturieren will. Es ist jetzt die Möglichkeit da, einige Dinge so umzugestalten, dass sie sich für mich gut anfühlen. Sobald es konkreter wird, tue ich das hier kund. Ein paar verrückte Ideen sind auch dabei.

Gestern holte ich mit Freunden meine restlichen Sachen aus ihrer Wohnung. Da ist auch viel auszumisten. Ballast der Vergangenheit loszuwerden. Alles Dinge, die im Alltag zu kurz kommen. Ich will wieder frei sein. Mental frei. Und dann ist da wieder Platz, um die Freiheit zu teilen. Freiheit ist möglich. Freiheit mit Vertrauen. Nicht nur Freiheit oder Vertrauen. Ich möchte nie mehr wieder das Eine gegen das Andere abwägen oder gar eintauschen müssen. Freiheit und Vertrauen gehören zusammen. Weil ich es mir wert bin. Nicht alle Menschen sind gleich, nicht alle Frauen sind gleich. Es gibt ganz ganz sicher auch Frauen mit Anstand und Moral.

Und bis dahin sehe ich jetzt erstmal zu, dass ich aus mir statt einem abgehalfterten Revolverhelden wieder einen ganz echten mache, der sich auch als Revolverheld fühlt. Revolverhelden sind gemeinhin viel und gerne alleine. Aber am Ende schnappen sie sich dann doch die Frau ihrer Träume. Damit dürfte der Weg für mich klar sein…

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PS: Da ich heute frei habe, mache ich mich auf den Weg in die Stadt. Mal sehen, vielleicht einen Kaffee trinken und ansonsten einfach in einen Bücherladen setzen und lesen. Ich denke da an Osho…

2 Kommentare zu „Von außen nach innen

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