Und dann ist da noch Eckhart Tolle

Eigentlich ist er da nicht noch. Sondern immer noch.

Ich habe seine Hörbücher vor Jahren täglich, teils stundenlang, gehört. Als ich dann meine vermeintliche Traumfrau gefunden hatte, das ist nun knapp 2 Jahre her, habe ich nach wenigen Wochen damit aufgehört.

Ein Fehler. Mein Fehler. Ich wurde dadurch wieder mehr der Mensch, der ich früher – viele Jahre vorher – einmal war. Aber nicht der Mensch, der ich bis zum Beginn der Beziehung gewesen bin und der ich für den Rest meines Lebens bleiben wollte.

Fröhlich, bewusst, ruhig, achtsam, mitfühlend, zuhörend.

Wenn ich diese Eigenschaften mir so ansehe, fällt mir selbst auf, dass ich sie im Laufe der Beziehung durch völlige Unbewusstheit teilweise abgelegt hatte. Genau jene Eigenschaften, die ich mir Dank meiner neuen Lebenseinstellungen und Lebensweisen vorher monatelang durch Eckhart Tolle eingeimpft hatte.

Der Schlüssel zum Glück liegt nicht in der Verbissenheit. Auch wenn ich stets nur die Beziehung schützen wollte. Verbissenheit hilft da nicht. Klammern auch nicht. So groß die Liebe auch sein mag, so sehr muss ich lernen, dass ich sie nicht schützen kann. Die Liebe. Entweder schützen beide sie oder sie ist unschützbar. Strample und kämpfe ich noch so sehr um sie und um die Frau, wird aus dem herzlichen Versuch wahrscheinlich mehr ein Klammern. Für sie hat es sich wohl mehr nach klammern angefühlt, zuletzt.

Die Frage ist, warum ich nur so wurde? Ich war vorher nicht so. Und ich war auch zu Beginn der Beziehung nicht so. Aber da stand von Anfang an etwas im Raum, das mir nie so ganz aus dem Kopf ging, nämlich meiner Traumfrau Fr. Schlange von Anfang an nicht so recht trauen zu können. Anfangs gar nicht. Das ließ mich auch die Entwicklung meiner Gefühle für sie sehr zurückhalten und nur langsam aufbauen. Später wurde es besser. Sie ging auf meine Ängste ein. Angst sie zu verlieren, gepaart mit Ängsten durch sie verletzt zu werden. Sie ging immer wieder darauf ein und sprach mit mir darüber. Sie wollte mir helfen. Tatsächlich half sie mir auch. Und öffnete mein Herz immer weiter. Sie erklärte mir immer, dass sie Angst hätte mich zu verlieren. Dass ich einfach gehen würde, dass mir die Situation mit den beiden Kindern eines Tages zu viel werden würde. Und so weiter. Ich dachte mir innerlich immer nur: „Wenn Du mich schon richtig kennen würdest, wüsstest Du, dass ich Dich bis in die Ewigkeit begleiten werde!“

Es ist allmählich Zeit, mich mehr mit mir auseinanderzusetzen. Viel habe ich über sie nachgedacht und warum sie dies oder jenes getan haben mag. Wirklich erfahren werde ich es doch nie ganz. Manches ist auch nicht rational erklärbar. Aber ich kann zumindest bei mir beginnen. In mir wühlen, grübeln und fühlen. Versuchen herauszfinden, warum ich mich in der Beziehung so sehr aus meiner Mitte entfernt habe. Um es beim nächsten Mal besser zu machen.

Ich stieß inzwischen auf zwei Dinge:

1.
Ich wollte die Beziehung um jeden Preis nach außen schützen. Dazu zählten „falsche“ Freunde von ihr ebenso wie „alte Bekanntschaften“ ihrer Vergangenheit. Oder Lebensweisen, die ich für ungut hielt. Das ist vielleicht zu weit gedacht von mir, das geht über meinen Verantwortungskreis hinaus, könnte man sagen. Ich fand auch am Anfang recht schnell heraus, dass für sie das Thema „Hintergehen“ nicht unbekannt war. Sie spielte oft mit dem Verrat. Wie sollte ich so einem Menschen leicht trauen können? Fremdzugehen war ihr leider gar nicht fremd. Der Start stand unter „schwierigen Bedingungen“, zweifelsfrei. Mit solch einer Vorgeschichte wie ihrer, zweimalig verheiratet mit zwei Kindern. Aus einer aktuell gescheiterten Ehe kommend. Wilde Partys feiernd. Mehr mit „falschen Freunden“ unterwegs als darauf aus, auf sich selbst zu schauen und im Leben (endlich?) anzukommen. Ich wollte ihr Fels in der Brandung sein. Und war wohl – eine Zeit lang – ihr Fels in der Brandung. Ich lernte ihr sogar zunehmend zu vertrauen. Und just am Höhepunkt meines Vertrauens erfolgte ihr Verrat.

2.
Ich hatte im Laufe der Beziehung offenbar solch eine große Liebe für diese Frau entwickelt, dass ich sie nie wieder verlieren oder hergeben wollte. Daraus resultierten vermutlich Verhaltensweisen, die mir heute – jetzt – selbst fremd vorkommen. Ich hatte versucht, wann immer es ging, so sehr für sie da zu sein, wie nur menschenmöglich. Das war wohl zuviel. Ich wollte ihr zeigen, dass es ihr gut gehe mit mir. Ich ordnete Alltäglichkeiten dem Ziel unter, ein Familienleben mit möglichst viel gemeinsamer Freizeit zu ermöglichen. Beispiele? Sparsames Leben, um ihr zu ermöglichen auf ihren Teilzeitjob verzichten zu können. Unsere Ansichten ergänzten sich stets komplett, für sie war die Arbeit nur ein Mittel zum Zweck, das Mittel zum Leben. Sie wollte leben. Ich auch. Wir wollten miteinander leben. Viel Zeit miteinander verbringen können, jedoch nicht an fremden unterschiedlichen Orten in der Arbeit. Sondern für die Kinder da sein, gemeinsam Mittag- und Abendessen wann immer es möglich war. Also konzentrierte ich mich wieder auf meine Stärken und Hobbys, um uns das zu ermöglichen, die Finanzwirtschaft. Ich begann wieder mit der aktiven Geldanlage. Und es lief. Aber ich verbrachte eben auch viel Zeit am PC. Und mit vielen Nachrichten und Börseninformationen. Ich driftete für das Familienglück von ihr ab, ohne es offenbar gemerkt zu haben. Dadurch, dass sie dies auch nie äußerte, gab es für mich keine Chance, aus dem Strudel auszubrechen.

Heute, ein paar Wochen nach dem Aus, sehe ich noch immer keinerlei Nachrichten. Keine aus aller Welt und noch weniger irgendwelche von den Börsen dieser Erde. Und ich merke, dass ich wieder viel mehr draußen bin und trotz der Traurigkeit positiver gelaunt bin. Diese Nachrichten ziehen Menschen runter… außer… ja außer man ist vollkommen achtsam und bewusst. Ich ließ mich runter ziehen, meine Laune runter ziehen. Viele Negativmeldungen. Die sicherlich real sind, aber die nicht im eigenen Leben real sind. In der eigenen Wohnung wird – normalerweise – niemand abgestochen. Es bricht niemand ein. Wir zünden keine Bomben in unserer Küche oder betrügen einander finanziell. Gut, wir werden dafür in der Liebe betrogen, aber das ist ein anderes Thema. Diese vielen Horrormeldungen ließen mich in eine Richtung driften, die nicht gut war für mich. Weil mir der Ausgleich dazu fehlte. Ich grub mich zudem immer tiefer in die Finanz- und Börsenwelt ein. Zu Lasten der Beziehung und zu Lasten der Kinder. Ich tat nie etwas Böses, ich habe mir da absolut nichts vorzuwerfen. Ganz im Gegenteil. Mein Ziel war: So schnell wie möglich so viel Geld wie möglich zur Seite zu bringen, damit wir beide nurmehr so wenig wie möglich arbeiten müssten. Sie sollte in erster Linie zu Hause bleiben können. So war auch immer ihr Wunsch. Aber das echte Leben findet nicht am PC statt. Dieser Spagat gelang mir offenbar nicht.

Ich muss nach vorne blicken, trotz allem. Vor allem muss ich aus meinen Fehlern lernen. Der größte Fehler war nicht das Sitzen vor dem PC. Auch nicht meine Welt der Nachrichten und Börseninformationen. Kryptowährungen zuletzt auch sehr stark. Sondern mein Fehler war, keinerlei Ausgleich dazu geschaffen zu haben. Keine Meditationen mehr, kein Eckhart Tolle mehr. Börseninformationen auf der einen Seite sind dann okay, in Ordnung oder sogar gut, wenn wir öfter zu viert auf der anderen Seite beispielsweise zum Klettern gegangen wären. Oder andere Unternehmungen, genau wie zu Beginn der Beziehung. Gemeinsame freudige Erlebnisse schaffen. Wir gingen mit den Kindern oft raus in die Natur. Machten Lagerfeuer, genossen die Sonne. Genossen jeden Moment. Überall. Ich habe das alles verlernt zu schätzen. In den letzten Monaten immer mehr. Natürlich ärgere ich mich über mich selbst. Auch das beste Geld bringt einem Menschen kein Glück. Nicht einmal dann, wenn es eigentlich für die Frau und die eigene Familie gedacht ist. Denn plötzlich ist sie weg, die Familie.

Ich verlernte in meiner Mitte zu bleiben. Aus genau jener Mitte heraus lernte ich sie kennen. Diese Mitte habe ich ausschließlich Eckhart Tolle zu verdanken, seinen Ansichten und Einsichten. Ich möchte wieder der Mensch sein, der ich bereits war. Auf dem Weg befinde ich mich bereits. Viel draußen sein, Daygamen und Clubgamen sind dabei doch nicht wichtig. Wichtiger ist, dass ich wieder Spaß am Leben entwickle. Ohne Nachrichten und ohne Börse. Scheiß auf das Geld. Nun, komplett keinen Wert mehr aufs Geld zu legen, ist sicherlich auch keine gute Lösung. Aber der Spagat wäre und ist möglich, davon bin ich überzeugt. Der Ausgleich ist entscheidend. Den Ausgleich kreiere ich durch Achtsamkeit und Bewusstsein. Dafür hilft mir Eckhart Tolle. Ich verstehe nicht, warum ich so unachtsam wurde. Sie, meine Traumfrau, aus meinen Augen verlor. Obwohl ich doch immer in ihrer Nähe war. Immer greifbar, immer für sie da. Immer bestrebt ihr das bestmögliche Leben zu bieten. Ihr jeden Tag zu sagen, wieviel sie mir bedeutet.

Doch verlor ich meine Fröhlichkeit, ich wurde zu verbissen, denke ich. Ich wollte den totalen Erfolg. Und der sah so aus, dass ich möglichst viel zu Hause mit ihr und den Kindern gemeinsam Zeit verbringen wollte. Natürlich nicht jetzt. Schließlich erfordert dies einen langen Weg mit finanziellen Einschränkungen. Sie wollte hingegen jetzt leben, jetzt genießen. Ich verschob das stets in die Zukunft. Jetzt sparen, um später gar nicht mehr arbeiten zu müssen. Und wir tendierten wohl beide immer weiter auseinander. Ich bemerkte dies nicht. Sie schon, sie sagt nur nichts. Ich ging während der ganzen Zeit davon aus, dass ich das im Guten tue. Für uns. Ich irrte mich. Ich glaube auch, dass ich mir der Festigkeit unserer Beziehung zu sicher war.

2019-04-04

Das was ich für mich am meisten gelernt habe, jetzt schon, ist:

Verliere Dich nie selbst aus den Augen und aus Deiner Mitte. Dann wirst Du auch niemals Deine Mitmenschen aus den Augen verlieren können. Auf diesen Weg zurück zu finden, wird mir wieder Eckhart Tolle helfen. Er half mir damals. Er hilft mir jetzt wieder. Ich werde nicht nur Pickup-Videos ansehen, sondern unterwegs und überall auch wieder Eckhart Tolle hören. Es half mir damals loszulassen von meiner Vergangenheit. Es hilft mir hoffentlich auch dieses mal wieder. Ich bin sogar überzeugt davon. Vermutlich kehrt dann auch wieder die Gelassenheit auf dem Weg zu meiner Traumfrau 2.0 zurück.

Den totalen Erfolg zu wollen, ist zwar heldenhaft, aber Helden sterben bekanntlich meist einen Tod. Sie werden in Geschichtsbücher verewigt und werden zu Bronzestatuen gegossen. Wozu, was bringt ihnen das? Die Helden verlieren mit dem Tod das Wichtigste, das sie besitzen. Ihr kostbares Leben. Deshalb ist der totale Erfolg eine Illusion. Am Ende sitze ich mit Geld, das ich mit niemandem Teilen kann, an diesem Laptop. Dem Geld, das ich so gerne eintauschen würde, gegen mein geliebtes Leben von noch vor kurzem. Gegen Zeit. Gemeinsame Zeit.

Hätte es die Beziehung wirklich gerettet oder gar von Anfang an weiter in Glücklichkeit gehalten? Ich vermute es nicht. Denn ich bin nur ein Teil der Münze. Es gehören zwei Seiten zu einer Münze. Kopf und Zahl. Gleichberechtigt. Ich handelte moralisch absolut integer und für mich war mein Lebensinhalt das Familienglück. Über die Wahl meiner Mittel lässt sich streiten. Ich wünschte, sie hätte mit mir darüber gestritten. Dies tat sie nie. So konnte ich nicht – jedenfalls nicht alleine – bemerken, dass meine Mittel trügerisch für uns sein würden. Nur das alleine rechtfertigt auch keinen Verrat. Und vor dem Verrat steht die Entfernung und Entfremdung von einem Menschen. Die Entfremdung und Entmenschlichung stet am Anfang, der Verrat am Ende des Weges. Deshalb lege ich meinen Fokus in der mentalen Aufarbeitung meines jüngsten Lebensabschnittes auch nicht auf die Analyse des Endes der Geschichte. Ich versuche zur Quelle zu gelangen.

Nicht jeder muss diesen Artikel verstehen. Heute schreibe ich einen Artikel – diesen hier – mal wieder eigentlich nur für mich. Aufarbeiten. Vieles mag von außen wirr und unverständlich klingen. Aber es hilft mir. Ich blicke in Frieden auf alles. Und ich nehme mir vor, Eckhart Tolle nie wieder aus den Augen zu verlieren im Leben. Auch wenn ich seine Hörbücher schon so viele Male gehört habe. Sie erden mich. Das ist so nötig, ich hatte vollkommen die Bodenhaftung verloren. War mehr mit träumerischen Illusionen eines glücklichen Familienlebens beschäftigt, als das Familienleben real zu leben. Ich bin auf dem besten Weg zu mir selbst zurück. Noch ganz am Anfang.

Aber alles hat seinen Sinn und Zweck im Leben. Meine Seele musste offenbar auch dieses tragische Ereignis mit dem dahin führenden Weg erleben. Das akzeptieren zu können, wird mich Zeit kosten. Aber es wird mich befreien, früher oder später. Es ist nur so schade, dass meine kürzliche Traumfrau in der Zwischenzeit davongeglitten sein wird und schon ist. Sie ist nicht bei sich, obwohl sie meint ihr Glück jetzt durch die massive Lebensänderung erfahren zu können. Ob nund mit dem neuen Partner oder nicht, spielt dabei gar nicht die entscheidende Rolle. Ich wünsche es ihr von Herzen, dass es ihr gelingen mag.

Aber wer Eckhart Tolle folgen kann, weiß, dass das Glück nur im Jetzt zu finden ist. Alles was nötig ist, um glücklich zu sein, ist bereits da. Heute bin ich wieder der Mensch wie am Anfang der Beziehung. Ich bin bei mir, achtsam, ruhig, aufmerksam, bewusst. Nur diesen Menschen hat sie hergegeben. Eingetauscht, sicherlich gegen jemanden, mit dem sie im Moment mehr Spaß hat. Es wäre so einfach gewesen… ein Mensch der einmal achtsam war, kann das durch intensiven Austausch wieder werden. Ich wünschte, sie hätte sich intensiv mit mir beschäftigt. Anstatt den einfachsten aller Wege zu gehen und „lebe wohl“ zu sagen. Wie Eckhart Tolle sagt, finden wir dabei nicht das Glück. Wir tauschen dadurch nur Formen aus. Anstatt im Jetzt in die Tiefe zu gehen. Das wäre so einfach möglich, wenn wir Menschen miteinander intensiv aufeinander zugehen. Welch falsches Bild sie wohl von mir bekommen haben muss, die letzten Monate. Real betrachtet ist es nicht falsch, denn ich war wie ich war. Aber so war ich vorher nicht und so wollte ich nie wieder sein. Und ich bin es jetzt auch nicht mehr.

Das tut weh, diesen Menschen davongleiten zu sehen. In sein vermeintliches Glück. Doch das Kostbarste hatte sie doch längst. Menschen würden sich ihrem Partner zu liebe ändern, sagen sie. Oft aus Verzweiflung. Um etwas zu retten oder wieder gut zu machen. In mir merke ich, dass ich mich eigentlich gar nicht ändern muss. Sondern dass ich jetzt einfach wieder der bin, der ich davor schon war. Was ist nur geschehen, dass das aus mir wurde, ist die Frage.

Welche tiefgehenden Probleme trage ich offenbar mit meiner Seele umher? Ich stoße immer wieder auf die beiden Punkte Verlustangst und Vertrauen. Unabhängig davon, ob die Beziehung überhaupt haltbar gewesen wäre… denn es befinden sich immer zwei Protagonisten in jeder Geschichte… jeder mit seinen eigenen Problemen… muss ich dennoch an mir arbeiten. Mit Verlustangst und Vertrauen umgehen zu können, ist einfach möglich. Dazu darf nur etwas nicht aufkommen, Liebe. Ohne Liebe kann auch keine Verlustangst entstehen. Das kann ich für mich sehr gut beschreiben, denn damals beim Pickuppen war ich zwischendurch sogar immer wieder aktiv dabei mich von Menschen sehr leicht „zu trennen“ die mir nicht gut taten oder mit deren Handlungen ich nicht einverstanden war. Dies ist so leicht, da wir keine Bindung zu diesen Menschen haben. Fehlende Liebe. Aber soll es das wirklich sein? Keine Liebe mehr zu empfinden, nur damit keine Verlustangst und erst gar kein Misstrauen entstehen können.

Keine Ahnung welches Maß an Nähe in einer Beziehung „gut“ ist. Vermutlich wäre mir am Liebsten, wenn ich einen Menschen an meiner Seite hätte, der das selbe Maß an Bindung zu mir möchte wie umgekehrt auch ich. In meiner Beziehung sagte Fr. Schlange am Anfang schon immer warnend zu mir: „Du, ich sag es Dir gleich. Ich bin eine ganz schöne Klette! Magst Du sowas wirklich?“ Innerlich habe ich wie ein kleiner Junge Luftsprüge gemacht. Ja! Genau das mag ich wirklich! Genau das habe ich gesucht. Das habe ich mitunter am Meisten an Dir geschätzt und geliebt. Eine Frau, die vollständig mit und bei mir sein möchte. Am Ende hieß es dann von ihr: „Soviel Nähe wie Du möchtest… das bin ich nicht. Ich brauche meine Freiheiten.“

Oder wie Eckhart Tolle es sagt: „Formen kommen und gehen. Formen können sehr schön sein, wenn sie da sind. Und tragisch, wenn sie gehen. Aber das ist normal. Das Gegenständliche ist genau wie alles andere nicht für die Ewigkeit.“ Was gestern noch gut war, ist heute einfach zu viel. Und das ist so traurig mitzuerleben, dass anstatt zu kämpfen, mit- und füreinander, der Kampf vermieden und stattdessen weitergemacht wird wie bisher im Leben. Formen austauschen. Neuer Partner. Weiter gehts.

Für mich geht gar nichts einfach weiter. Ich tausche sie nicht aus. Auch wenn ich mich bereits wieder auf der Suche befinde. Ich tausche nichts. Gar nichts. Niemanden gegen niemanden. Ich habe sehr viele Emotionen zu geben und ein riesiges Herz. Das war immer so und so habe ich auch immer das Gefühl, dass ich es teilen möchte mit jemandem. Das war stets meine Triebfeder.

Ich habe aus meiner Vergangenheit – ein paar Jahre vor meiner jüngsten Beziehung – gelernt und mir gesagt, dass ich nie wieder meine Frau hängen lassen würde. Nie wieder, das kommt für mich nicht in Frage. Ich würde kämpfen bis zum Umfallen, um nicht auseinanderzureißen, was zusammen bleiben kann und zusammen gehört. Tränen fließen während des Schreibens dieses Artikels. Viele. Ich könnte immer weiter tippen, nur den Menschen, den es am meisten interessieren sollte, wird es nie erreichen. Dieser Mensch lebt woanders. Denkt woanders. Und hat sich losgerissen von diesem Band der Verbundenheit.

Mir bleibt für heute wirklich nichts Positives zu schreiben. Tut mir leid. Manchmal ist da nichts Positives. Heute nicht. Vielleicht morgen.

2 Kommentare zu „Und dann ist da noch Eckhart Tolle

  1. Genau hier liegt die Krux: Du schreibst; „dass ich möglichst viel zu Hause…gemeinsam Zeit verbringen wollte. Natürlich nicht jetzt.“ Das hier und jetzt ist wichtig, lässt sich nicht mehr nachholen.

    Gefällt 1 Person

    1. Hi. Danke für den Kommentar. Das sehe ich auch so. Absolut korrekt. Das Jetzt lässt sich nie nachholen.
      Andererseits dürfte irgendwie auch klar sein, dass man manchmal im Leben etwas vorab investieren muss, um später davon profitieren zu können.
      Wichtiger finde ich, den Spagat zu schaffen zwischen dem Jetzt und dem Investieren.
      Beispiel: Wir schicken unsere Kinder zig Jahre in die Schule. Kein einziges Jahr an sich bringt etwas für später. Sondern nur der gesamte absolvierte Weg zählt dann erst am Ende (Hauptschulabschluss, Realschulabschluss, Abitur usw.). Hier investieren wir im JETZT ohne jegliches sinnvolles Ergebnis im Jetzt erhalten zu können. Das Ergebnis kommt später. Dennoch machen wir das. Warum? Weil es sich lohnt, auch mal ein Stückchen auf die reine Unterhaltung oder den Spaß im Jetzt zu verzichten, da wir später dafür den x-fachen Mehrwert zurück bekommen. So jedenfalls die Wunschvorstellung.

      Das ist beim sparsamen Leben und Investieren nichts anderes.
      Es ist eine Illusion zu glauben, dass Reisen, Gegenstände anhäufen oder „nur noch schnell der eine Cocktail da vorne“ tatsächlich Glück ins Leben bringen. Das alles ist rein materielles Denken und reicht von hier bis zur Haustüre. Und danach kommt wieder das Gefühl etwas anderes, neueres, größeres, schöneres unbedingt besitzen zu wollen. Egal ob eine neue Reise, eine neue Handtasche oder auch ein neuer „sooo toller“ Abend im Club.

      Das eigene Denken ist hier der Schlüssel.
      Ich habe mich frei gemacht von so einem Denken, dass diese Dinge Glück bringen würden.
      Aber scheinbar nur ich, die bessere Hälfte wanderte weiterhin auf ihren eigenen Pfaden.

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