Als wenn ich Korbflechter wäre

Heute (in der Nacht) doch noch ein Artikel, sehr müde aber weil ich morgen vermutlich keinen schreiben werde…

Ich war heute draußen, mehrere Stunden zum Daygamen. Ich wollte wirklich was reißen. Gas geben bis zur Erschöpfung, bis zum totalen Erfolg. Ich wollte eine Datezusage.

Meine Woche ist dicht bepackt mit Terminen oder sonstigen Verpflichtungen. Also bleiben nicht viele Zeitfenster, um für einen zählbaren Erfolg zu sorgen. Heute war so eine Möglichkeit. Ich hatte früh Schluss gemacht mit der Arbeit und bin in die Stadt gefahren, um mich wie in besten Zeiten (vor 3 Jahren) in die Untiefen des Pickuppens zu begeben.

Ich rechnete mit Körben. Ich rechnete mit einigen Körben bis zum Erfolg. Ich war auf viele Körbe eingestellt. Jeder Korb ist an sich ein positives Erlebnis, denn es bringt mich (alleine schon statistisch) dem nächsten Date näher. Mit zunehmender Korbanzahl steigt die Wahrscheinlichkeit für den nächsten Treffer.

Und deshalb gab ich den gesamten Nachmittag und Abend nicht auf, bis mir der Erfolg glücken sollte. Oder? Eben nicht!

Ich holte mir 18 Stück ab

18! Satte 18! Ich könnte zum Korbflechter werden. Wer soviele Körbe bekommt, kann das zum Beruf machen!

Es gab zwei kleine Lichtblicke dabei. Einmal hatte ich eine 7,5 im Gespräch, eine echt tolle Frau. Wir lachten ab Sekunde 1 und unterhielten uns prächtig. Hauptsächlich über Mode und unsere Herkunft. Sie bewunderte meinen Mut und bedankte sich fürs Ansprechen. Sie würde sich sehr gerne mit mir treffen, sagte sie. Sie merke auch, wie gut wir uns verstehen würden. Sie könne nur leider nicht, sie heirate noch dieses Jahr. Sie entschuldigte sich mehrmals dafür, dass es zwischen uns kein Date geben könne. Sie ermutigte mich genau so weiter zu machen, so sympathisch Frauen anzusprechen. Ich beruhigte sie und erklärte, dass das doch kein Problem sei und wünschte ihr für ihre Beziehung alles Gute. Das war mal ein mega netter Korb.

Dann gab es noch ein zweites kleines Highlight. Eine 20 jährige Studentin, ich würde ihr eine 8 geben. Eine echte Waffe, wie Witz vom Olli (einfach mal auf Youtube danach suchen! Geheimtipp!) sagen würde. Auch da hat sich von Anfang an eine Verbindung ergeben, sie stellte viele Gegenfragen (ungewöhnlich!). Da es so gut lief, fragte ich sie, ob sie spontan Lust hätte mit mir ganz ungezwungen für eine halbe Stunde auf einen Kaffe zu gehen. Sie sagte sofort zu, mit dem Zusatz: „Wenn es Dir nichts ausmacht, dass ich einen Freund habe.“ Buh!

Mit dem Thema Partner von Frauen habe ich doch gerade selbst erst leidliche Erfahrung machen müssen. Als „Freund“ einfach durch einen neuen „Freund“ ausgetauscht zu werden. Ich spürte sofort eine innere Blockade bei dem Gedanken, dass sie einen Freund hatte. Mir fehlt an der Stelle auch die Erfahrung, mit so einer Situation beim Ansprechen umzugehen. Sie wäre spontan mit mir in ein Café gegangen, obwohl sie einen Freund hatte. Darauf war ich mit meinem Pickup-Werkzeugkasten nicht eingestellt. Das kommt dann wieder mit der Zahl der Approaches. Normalerweise läuft so eine Situation beim Pickuppen unter dem Motto „Sie hat einen Freund? Na und, mir egal! Ich will Dich ja nicht heiraten!“. Ich bin aber kein klassischer Pickupper. Ich habe keine Lust (mehr!) auf ausspannen und ausgespannt werden.

Im Nachgang sagte Herr van Onnetuschn am Telefon zu mir, dass ich es hätte machen sollen. Die Situation annehmen, einfach um Spaß zu haben. „Vielleicht wäre ja was gegangen!“, meinte er. Ja. Aber moralisch auch einfach irgendwie nicht in Ordnung. Andererseits weiß ich ja wie es läuft: Wenn eine Frau unzufrieden mit ihrer Beziehung ist, dann macht sie so etwas. Wenn sie glücklich wäre, gäbe es da keine Chance. Ich bin mir innerlich auch im Nachhinein uneinig, was nun „besser“ gewesen wäre – für mich. Es wäre mein erstes „Date“ (wenn auch nur ein sog. spontanes Date) nach Fr. Schlange gewesen. Ich glaube auch nicht, dass da „mehr“ draus geworden wäre. Aber zum Üben…? Hm… Immernoch uneinig innerlich. Moral gegen meine persönliche Entwicklung einzutauschen? Ich hab keine Ahnung.

Im damaligen Projekt Beziehung (Teil 1) hätte ich es gemacht. Weil ich um jeden Preis jede (!) nur erdenkliche Lernsituation annehmen wollte. Das hatte mir einen enormen Schub gegeben, was meine Persönlichkeitsentwicklung betrifft. Selbst aber das „arme Schwein“ zu sein, das betrogen wird… prägt. Ja ich weiß, Selbstmitleid schon wieder. Aber so ist doch die Realität!

Nun, das waren jedenfalls auch schon die beiden Highlights des Tages. Alle anderen Situationen waren mehr oder weniger schnell abgehandelt. Ich war aber heute auch nur direkt unterwegs, d.h. ich habe keine indirekten Ansprachen gemacht. Sämtliche Approaches im Stile von „Hi. Ich hab Dich gerade an der Rolltreppe runter fahren sehen und finde Dich extrem attraktiv. Mein Name ist…“, verbunden mit meiner ausgestreckten rechten Flosse.

Insgesamt sollte es heute 18 Körbe geben. 18? 18! 18 Körbe ohne einen einzigen zählbaren Erfolg? JA! Kein Plan warum. Ich hatte damals auch mal ein paar schlechte Tage dabei, aber 18 mal in die Mülltonne greifen zu müssen, passierte mir also nur höchst selten. In der Regel wurde Durchhaltevermögen immer vom Schicksal belohnt. Heute nicht. Obwohl ich gerade derzeit ein Erfolgserlebnis gut brauchen könnte.

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Zurück bleiben in mir folgende Erkenntnisse:

  • Keinerlei Ansprechängste (absolut hervorragende Grundvoraussetzung!)
  • Ich hab es gemacht! (Tschakka!) Und zwar immer weiter! Korb für Korb, über Stunden!
  • Ich wollte den totalen Erfolg, bis zur Erschöpfung! D.h. die Selbstmotivation ist vollkommen da.
  • Selbst die vielen Körbe haben mir insoweit gut getan, als dass sie mich von meiner gegenwärtigen Situation des kürzlichen Aus meiner Beziehung sehr abgelenkt haben. Ich fühlte mich während der Approaches wesentlich besser als zuvor. Auch jetzt, während ich diese Story schreibe, geht es mir besser als noch den halben Tag bis zum Beginn des Daygames.

Aber 18 Körbe?

Ich habe nicht alle Zahlen von damals im Kopf, meine mich aber an eine Quote von ca. 8 oder 9 zu 1 zu errinnern. D.h. auf ca. 8 oder 9 Approaches habe ich eine Telefonnummer bekommen. Entsprechend konnte ich durch zweimal Daygamen meistens 1 oder 2 Dates generieren.

Liegt es am Klamottenstil?

Beim nächsten Mal werde ich es im Businesslook versuchen, Stoffhose mit weißem Hemd. Letztes Wochenende beim Clubgamen hatte ich das so gemacht. Das war heute anders. Heute trug ich eine enge Jeans mit einem dunklen Hemd über der Hose. Aber auch das war nicht anders als damals, vor 3 Jahren. ich hatte eigenlich mit allen Klamotten und Farben meine Erfolge.

Keine Ahnung ob das einen Unterschied machen wird. Oder ob es an meiner mentalen Situation und demzufolgen einer möglicherweise verkorksten Ausstrahlung liegt? Wir werden sehen.

Ich gehe nun schlafen, müde vom vielen Umherlaufen. Aber auch ein bisschen stolz auf mich selbst. Immer weiter gemacht zu haben. Und irgendwann ist auch mal wieder eine dabei, mit der nicht nur eine Verbindung da ist, sondern die auch nicht vergeben ist. Über die 18 Körbe lache ich. Ich finde es tatsächlich lustig. Die Freude überwiegt alles andere deutlich. Das ist wirklich kein Problem für mich. Aber ich mache mir natürlich Gedanken, wie ich das verbessern könnte. So viel Aufwand für 0 Erfolg? Uncool.

Früher hab ich oft indirekt angesprochen. Mehr im Stil von: „Hi, dieses Dingsda, das Du da in der Hand hast… weißt Du ob das gut ist?“, beispielsweise wenn sie im Schreibwarenladen steht und gerade etwas in der Hand hält. Durch solche Ansprachen ergeben sich in der Regel längere Gespräche, falls ich der Frau dann nicht recht schnell klar mache, dass es mir eigentlich nicht um den Gegenstand geht, sondern um sie. In dieser Zeit kann ich Vertrauen aufbauen, weil sie zunächst noch nicht sofort realisiert, dass das hier ein Flirt werden soll. Der Einstieg sieht schließlich auch nicht nicht Flirten aus. Manchmal verballerte ich damals auf diese Art 5 oder gar 10 Minuten. Um dann zu erfahren, dass sie einen Freund habe und sich deswegen nicht treffen könne. Aber das Gespräch sei so sympathisch verlaufen, deswegen habe sie sich gerne mit mir unterhalten. Mich nervte das oft. Zeitverschwendung. Deswegen wollte ich heute Vollgas geben. Alles direkt machen.

Hm. Mir fehlt einfach die Übung. Ob dann direkt oder indirekt, ist wohl eine andere Frage. Vielleicht beim nächsten Mal doch wieder gemischt?

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