Unlust vs. Selbstmotivation

Heute ist Samstag, es ist bereits abends, und ich komme gerade vom Daygamen zurück.

Ich war in der Stadt, danach außerdem mit Herrn van Onnetuschn  und seinen Bekannten auf einer Veranstaltung, und anschließend wieder in der Stadt. Ich ließ das Spiel laufen. Der erste Approach des Tages am Mittag verlief direkt mal sehr ungünstig. Die zwei Frauen kommen mir entgegen, eine sieht mir mehrmals in die Augen, ich werde langsamer und lasse sie an mir vorbeiziehen. Augenkontakt, sogar mehrmaliger ist ein sehr gutes Indiz für Interesse. Also drehe ich mich anschließend direkt um und gehe den Zweien hinterher, tippe der Linken auf die Schulter und sage: „Hey, Du hast mich im Vorbeilaufen mit Deinen Augen fast aufgefressen. Ich muss einfach mal hi sagen!“ Sieh sah mich über ihre Schulter kurz und desinteressiert an, sagte nur „Oh nein. Nee.“, oder irgend so etwas und lief mit ihrer Freundin geradewegs weiter. Ich schob hinterher: „Hey, alles okay. Was ist los? Ich beiße nicht.“

Dann drehte ich um und ging wieder in meine ursprüngliche Richtung. Komischer erster Approach. Nicht gerade ein Motivater-Approach. Normalerweise fallen die Reaktionen freundlicher aus, offener. Dabei wollte ich es dann auch fürs Erste bleiben lassen und ging zur Veranstaltung zum oben genannten Freund mit seinen Bekannten. Dort befanden sich viele Menschen, relativ dicht gedrängt. Es waren auch viele Frauen da, viele 2er und 3er Gruppen. Ich machte mich bei der Veranstaltung überwiegend auf die Suche nach einem guten Set und kam auch ganz gut in ein paar Gespräche. Allerdings funkte es für mich irgendwie nicht und ich blieb deshalb auch nicht hartnäckig in den Konversationen. Zweimal unterbrach ich selbst mit Worten wie… bla bla… „ich dreh nochmal eine Runde weiter, wir sehen uns ja noch…“.

Vielleicht hätte es bei einer geklappt, möglich. Ich weiß nicht. Ich fühle mich blockiert, gehemmt. Irgendwie lust- und kraftlos. Obwohl ich die Gespräche kann, Ansprechangst hab ich keine. Das ist an sich schon eine mega gute Grundvoraussetzung. Viel besser geht es erst mal gar nicht. Aber ich spüre trotzdem eine Art Unlust. Das ist vielleicht das, was manche meiner Freunde und Bekannten zu mir in in den letzten Tagen öfter sagten: „Sieh zu, dass Du erstmal über die Eine hinweg kommst, bevor Du Dich auf die nächste stürzt.“ Ich glaube, dass mich Fr. Schlange im Hinterkopf leider massiv begleitet. Überall, als ich heute unterwegs war, und irgendwo eine ähnliche Frisur wie ihre sah, hielt ich Ausschau nach ihr. Ob sie es sei. Verrückt. Natürlich würde sie nicht da sein wo ich bin. Es ist eine andere Stadt, ein anderer Ort. Aber ich merke, wie ich psychisch echt zu kämpfen habe. Sie hat mir echt ein Paket hinterlassen, kein schönes. Diese Zeilen zu schreiben, helfen mir allerdings sehr. Ich gehe damit in die Beobachterperspektive und merke auf diese Art, dass dies nur Gedanken sind. Psychische Hirngespinste. Wenn auch präsente Gedanken. Aber ich bin nicht meine Gedanken. Und meine Gedanken sind nicht ich. Ich bin ich. Ohne Gedanken. Alles weitere findet im Kopf statt. Das zu reflektieren hilft.

Ein Mädchen gefiel mir mega gut, eine glatte 7,5 oder 8. Die hatte ich ziemlich direkt angesprochen, das Gespräch lief auch zunächst mal richtig gut, auch noch als ihre Freundin dazu kam. Ich versuchte beide ins Gespräch zu integrieren und wollte es einfach wissen, schug deswegen direkt ein Treffen vor. Antwort: „Wir sehen uns ja sowieso noch hier, lass uns später weiter reden.“ Mir ist klar was das heißt, da bleibe ich auch nicht mehr aktiv dran. Keine Bedüftigkeit meinerseits, Frauen gibt es genug. Wenn Du nicht willst, will vielleicht eine andere.

Für heute sollte aber keine andere wollen. Ich habe es dann nach der Veranstaltung noch in der Stadt bei einer Verkäuferin in einem Kaufhaus versucht. Kurzes nettes Gespräch. Sie nahm es sehr „professionell“ auf, bedankte sich für mein Kompliment, blieb kurz im Gespräch mit mir und wimmelte mich dann direk mit den Worten „alles klar, dann wünsche ich Dir noch einen schönen Tag“ ab.

Hm. Im Gegensatz zu früher notiere ich mir nicht mehr die genaue Anzahl meiner Approaches. Heute waren es vielleicht 6 oder 7. Im Prinzip alles Körbe bzw. einen Teil der Gespräche hatte ich selbst zwischendurch abgebrochen. Das ist an sich auch noch keine schlechte Quote. Ich hatte schon Tage, an denen ich 14 Körbe nacheinander bekam. Und das 15. Set dann zu einem Date mit mehreren Folgedates und Übernachtungen usw. führte.

Natürlich reflektiere ich dennoch, was ich womöglich verbessern könnte. Um ehrlich zu sein gehe ich ganz aktiv in die Gespräche. Ich versuche es manchmal direkt und manchmal indirekt. Ich achte bereits wieder auf Details wie Stimmlage und Lautstärke (tief und laut).Aber ich bin einfach (noch?) nicht in dieser mentalen Verfassung, Glücklichkeit oder gar noch mehr als „nur“ Glücklichkeit auszustrahlen. Was soll dann schon groß heraus kommen.

Ich hatte heute sogar kurzfristig direkt vor den Augen von Herr van Onnetuschn und seinen Bekannten einen mentalen Rückfall, nasse Augen meinerseits. Er bemerkte das sofort, separierte mich und nahm mich gleich mal auf eine Runde nach draußen mit. Danke mein Freund. Keine Ahnung. Heute war (bisher?) mental nicht mein Tag.

Jetzt ist es ca. 19 Uhr und ich hatte mir für heute Nacht vorgenommen, in jedem Fall zum Clubgamen raus zu gehen. Bei so einem – Entschuldigung – gefühlten Scheißtag. Man. Ich weiß aber auch, dass ich aus dem Loch nur herauskomme, wenn ich einfach alles gebe. Vielleicht ganz besonders viel Engagement an den besonders schlechten Tagen. Selbstmotivation, selbst wenn keine Motivation aufzubringen möglich scheint.

Ich schwanke innerlich zwischen:
a) am Liebsten einfach schlafen gehen
b) einen ruhigen Abend auf der Couch alleine verbringen, vielleicht etwas persönlichkeitsentwickelndes lesen
c) mit der Familie am Abend einfach nur unterhalten
oder
d) doch meine sieben Sachen zu packen und verdammt nochmal in den Club zu fahren.

Ich sage ja sonst immer: „Wenn man Lust auf etwas hat, dann ist es sowieso einfach. Etwas zu tun, gerade wenn man gar keine Lust darauf hat, das ist die Kunst!“ Und das Schlimme ist, dass ich mir bewusst bin, dass mit schlechter Stimmung die Wahrscheinlichkeit für Erfolge massiv sinkt. Ich weiß aber auch, dass mit schlechter Stimmung Erfolge dennoch möglich sind.

Beispielsweise reicht da ein gutes erstes Eröffnungsset im Club, hatte ich früher auch schon. Ein bisschen mit ihr und ihrer Freundin gesprochen, kurze Zeit später liefen wir zu dritt aus dem Club. Davon eine der Beiden mit mir händchenhaltend. Der Abend bzw. die Nacht endete bei den Beiden in der Wohnung inkl. gemeinsamem Frühstück am nächsten Morgen. Es gab auch mal einen Artikel hier dazu, lange ist es her.

Will heißen: Schlechte Stimmung steigert das Misserfolgspotenzial. Aber schlechte Stimmung alleine ist noch kein Garant für Misserfolg. Es sind nur mehr Sets nötig. Mehr Approaches. Und genau das ist das Harte daran, wenn man, wie ich jetzt, eigentlich fast keine Lust hat überhaupt raus zu gehen. Teufelskreis. Den muss ich durchbrechen. Wir werden sehen…

2019-03-30

PS: Früher bin ich dann manchmal einfach raus gefahren, kurz in den einen Club und kurz noch in einen anderen. Einmal schnell durchschauen, ob was dabei ist. Sehen und gesehen werden. Und wieder nach Hause. Vielleicht ist das das heutige Mittel der Wahl? Hat Vorteile und Nachteile. Wenn man rausgeht, sollte man auch approachen. Wozu geht man sonst raus? Hm. Wirre Gedanken.

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