Beim Tanzen sieht man sich immer zweimal…

Die letzten Tage habe ich sehr viel geschrieben, so viel, dass ich nicht mehr weiß, ob ich diese „nette“ Anekdote schon zum Besten gab. Im Detail tat ich das sicher nicht, daran könnte ich mich erinnern. Aber vielleicht hatte ich es erwähnt? Ich weiß nicht genau. Egal, los geht’s.

Am letzten Wochenende bin ich zum Clubgamen raus gegangen, wie ich im letzten Artikel schon erwähnte. Sehr viel ist dabei jedoch für mich nicht rum gekommen. Aber hey, es war mein erstes Mal seit ca. 2 Jahren. Bis auf die Erkenntnis, dass ich es im Kern „noch kann“. Es. Das Ansprechen von Frauen. Allerdings hatte ich das „Vergnügen“ in der Location Fr. Schlange zu begegnen. Sie hatte mir gegenüber im „Abschiedsgespräch“ angedeutet, dass sie plane, an jenem Tag des Wochenendes mit „ihren Freundinnen“ dorthin zum Tanzen gehen zu wollen. Ich antwortete, dass ich das ebenfalls vorhätte. Genau genommen hatte ich das vorher schon mit meinem Wingman so vereinbart, ohne zu diesem Zeitpunkt das Vorhaben von Fr. Schlange zu kennen. Ihre Reaktion darauf fiel nicht sehr glücklich aus, genau genommen sagte sie halb schockiert: „Nein, tu das nicht!“

Ich entgegnete, dass es mir egal sei, ob sie auch dort wäre oder nicht. Wir würden uns aus dem Weg gehen und das wäre auch schon alles, ergänzte ich.
Nun, Angst zu haben, ist ein Gefühl, dass ich in meinem Leben grundsätzlich lieber anderen überlasse. Besonders egal ist mir, wer irgendwo „auch noch da ist“ wo ich bin. Selbst wenn es meine EX-Freundin zusammen mit dem Papst wäre.
An just jenem Abend sollte ich sehen, wer „ihre Freundinnen“ sind. Die Freundinnen waren zwei Personen. Freundin Nummer 1 war jene Freundin, in deren Haus wir erst vor wenigen Wochen noch gemeinsam ins neue Jahr hinein feierten. Ironie des Lebens.

Bevor es im Text weiter geht, noch ein Hinweis an Fr. Schlange persönlich

Ich weiß nicht, ob Fr. Schlange meinen Blog kennt. Sie weiß seit kurzem, dass ich einen Blog betrieben hatte. Das sagte ich ihr, nachdem sie sich von mir trennte bzw. ich herausfand, dass sie innerlich längst getrennt war und äußerlich bereits neu vergeben war. Urgs. Wir hatten ein einigermaßen menschliches gutes Gespräch zum Abschied. Was von ihren Ausführungen wahr oder unwahr ist, kann ich allerdings überhaupt nicht beurteilen, besonders nicht nach all den Umständen. Fr. Schlange gab im Gespräch zu, dass sie vor einigen Wochen/Monaten meinen einzigen kleinen abgesperrten Rollcontainer in unserer Wohnung geöffnet hatte. Sie fand daran Erinnerungen aus meiner Vergangenheit vor. Sie entschuldigte sich für das Verhalten, teilte mir jedoch mit, dass sie das Aufgefundene sehr verletzt habe. Ja hallo, aber das war alles aus meiner längst abgeschlossenen Vergangenheit?! Nichts davon aus der Gegenwart, alles weit zurück liegend. Und sie muss das Interpretieren angefangen haben, ob ich noch an meiner Ex-Freundin hängen würde usw. Nein, tue ich nicht! Sie ist längst glücklich vergeben und das freut mich menschlich unendlich.

Aber es ist auch nicht auszuschließen, dass Fr. Schlange in der Beziehung meine elektronischen Geräte durchleuchtet haben könnte. Dann wäre sie auf diesen Blog gestoßen. Sie bat mich außerdem, ihr die Adresse dieses Blogs zu verraten, damit sie wenigstens in Zukunft wisse, wie es mir gehe. „Nein!“, sagte ich entschieden und ergänzte: „Ich halte es so wie immer, wenn es aus ist, ist es aus. Dann regeln wir eine gewisse Zeit noch das Sachliche und dann bin ich weg. Wenn Du mich aus Deinem Leben wirfst, werde ich mit Dir nichts mehr zu tun haben. Wenn ich es Dir jetzt nicht wert bin, dass Du an meiner Seite sein möchtest, dann brauchst Du mich auch nicht zukünftig zur Gewissensberuhigung. Außerdem wird sich meine nächste Partnerin darauf verlassen können, dass ich zu meiner Ex-Freundin keinerlei Kontakt mehr pflege. Ich bin ein treuer Mensch.“

Ein paar Tage später sagte sie mir, dass sie nach meinem Blog gesucht, ihn aber nicht gefunden habe. Ich kommentierte: „Den wirst Du auch nie finden. Keine Namen, keine Orte, keine Daten.“

Liebe Fr. Schlange, falls Du diesen Blog doch eines Tages finden solltest oder ihn bereits kennst oder mitliest, dann soll es halt so sein. Dann lernst Du mich wenigstens quasi postum kennen, nach dem Tod unserer Beziehung. In der Beziehung war ich es Dir vermutlich nicht wert genug, mich wirklich richtig kennen lernen zu wollen. Eine Rolle für uns spielt das nicht mehr. Aber ich war die letzten Monate immer mehr dabei Dir aus meiner Vergangenheit zu erzählen, das ganze Pickup-Ding und so. Ich hatte angefangen Dir zu vertrauen, in jeder Hinsicht. Auch was Deine Vergangenheit mit dem anderen Geschlecht betrifft. Denn diese ist schon sehr speziell. Und GENAU zu diesem Zeitpunkt, hast Du angefangen Dich zu entfernen. Und ich hab es nicht gemerkt. Es war nicht zu vermeiden für mich, ich musste und sollte in diese Falle hinein laufen. Opferrolle schon wieder, ich weiß. Aber sei es drum. Falls Du also hier mitliest, dann wünsche ich Dir viel Spaß dabei. Es wird meine Zukunft nicht beeinflussen.

Und wer war Freundin Nummer 2?

Freundin Nummer 2 war sehr unweiblich und hatte einen Bart. Außerdem verhielten sich Freundin Nummer 2 und Fr. Schlange äußerst turteltäubchenmäßig-verliebt miteinander. Händchenhaltend und eng tanzend. Vor wenigen Wochen hingegen erst waren Fr. Schlange, Freundin Nummer 1 und ich noch gemeinsam in derselben Location zum Feiern. Alles schien ganz normal für mich, zu jenem Zeitpunkt. Keinerlei Verdacht auf Abnormalitäten.

Danke für Deine Loyalität, Fr. Freundin Nummer 1. Und ich dachte, dass wir uns immer einigermaßen sympathisch waren. Immerhin hatten wir uns die letzten Monate ein paar Mal gezielt als zwei 2er-Pärchen getroffen, weil ich mich auch mit Deinem Ehemann gut verstand. So schnell verfliegt für Dich also eine menschliche Beziehung in die Bedeutungslosigkeit. Hauptsache Du hast wieder jemanden zum regelmäßigen Feiern und Spaß haben, dafür gehst Du auch über Leichen. In dem Fall über meine. Insgesamt gingen wir (Fr. Freundin Nummer 1 mit Fr. Schlange und mir) zusammen zwar „nur“ zwei oder drei Mal zum Tanzen, in der Zeit der Beziehung, allerdings machte es mir immer Spaß mit Dir und Euch. Dir sicher auch, wie Du auch immer sagtest.

Mir ist schon klar, dass Freundinnen zusammenhalten. So wie Freunde zusammenhalten. Nichts anderes ist zu erwarten. Allerdings scheint Dir das alles nicht sehr viel auszumachen bzw. scheinst Du solch einer „Menschenaustausch-Aktion“ wenig Bedeutung beizumessen. Zwischenmenschlich traurig. Es stand nämlich der Plan im Raum, den nächsten Urlaub – womöglich im Sommer – gemeinsam zu viert zu verbringen. Weil Fr. Schlange und Du so gerne Zeit miteinander verbringen und der Ehemann von Fr. Freundin Nummer 1 auch mich sehr sympathisch finde. Deshalb sollte es ein 4er Urlaub werden (die Kinder wären derweil woanders geparkt worden).

Ich sagte spontan mein Einverständnis zu. Warum auch nicht. „Deine Freunde sind auch meine Freunde“, lautet meine Grunddevise im Leben. Denkfalle. Aus Sicht von Fr. Freundin Nummer 1 muss es dann wohl aber heißen: „Heute Du an unserer Seite, morgen schon ein Anderer.“

Danke. Dazu kann ich nur eines sagen: Das lässt tief auf Deinen Charakter blicken. Dein Ehemann tut mir leid. Der arme Mensch ist wirklich ein gerader Kerl, finde ich. Ob Du das auch bist, kann ich nur stark bezweifeln. Also kein Kerl natürlich, wenn dann eine Kerlin. Aber vom Geradesein bist Du, glaube ich, ein Stück weit weg. Ein Rückgrat zu besitzen, sieht anders aus.

Ich musste zuletzt erkennen, dass neben Fr. Freundin Nummer 1 auch die anderen sog. Freundinnen von Fr. Schlange offenbar nicht allzu viel von mir halten. Da war niemand, der irgendetwas in meine Richtung unternahm, um die Beziehung „zu versuchen zu retten“. Der Versuch zählt, sagt man im Leben. Nichts zu versuchen, zählt auch. Nur in die andere Richtung. Dann kann auch nichts Positives dabei herauskommen. Wieder etwas gelernt im Leben:

Freundinnen der Partnerin sind wohl selten auch Freunde von mir.

Es gilt aus Sicht der Freundinnen (von Fr. Schlange) eher die Devise: „Hauptsache meine Freundin verbringt Zeit mit mir, so wie ich das will, dann ist mir egal wen sie an ihrer Seite hat. Soll sie ihn notfalls zum Mond schießen. Und jetzt ab zum Feiern!“

Was fällt an dieser Devise einem klar denkenden und vor allem mitfühlenden Menschen auf? #EgoismusRegiert

Keine gute Grundzutat für eine aufrichtige Freundschaft, selbst unter Frauen. Meiner bescheidenen Meinung nach. Aber wie schrieb mir Lotusblume (Was bisher geschah… Fr. Tinder und ich – Teil 1 von 3) letztens zu diesem Thema per Whatsapp: „Zeig mir Deine Freunde, dann weiß ich wie Du tickst.“

Und dann ist da noch die Fr. Freundin Nummer 2

Über sie, bzw. besser gesagt über ihn, verliere ich gar keine Worte. Nicht wert. Das ist auch schon der ganze Absatz zu dieser Person. Ich kenne Dich nicht. Was ich (sogar direkt von Dir persönlich per Sprachnachricht) gesagt bekommen und sonst von Dir gehört und gesehen habe, erübrigt alle weiteren Worte meinerseits. Aber ich bin an jenem Abend dennoch zu Euch dreien gekommen und habe Euch allen kurz und sachlich die Hand gegeben und bin weiter gelaufen. Rückgrat haben nicht alle. Stolz und Ehre erstrecht nicht.

Aber ich habe mein Rückgrat noch. Und Stolz und Ehre kenne ich nicht nur vom Hörensagen.

Diese Austauschbarkeit innerhalb weniger Wochen ist in meinem Falle eine lehrreiche Erfahrung im Leben. Danke an Euch drei. Fr. Freundin Nummer 1, die wir auch Fr. Schlagen-Freundin nennen könnten. Oder Fr. Freundin-Schlange. Ja, Schlange trifft auch auf Dich zu. Nicht nur auf Fr. Schlange. Ich möchte nicht wissen was Deinem Ehemann mit Dir widerfährt. Wenn Du einen Betrug in Deinem engsten Freundinnenkreis gut heißen kannst und Dich aktiv an der Unterstützung beteiligst. Wenn Du, wie letztens, nach dem gemeinsamen Weggehen noch alleine im Club geblieben bist. Ich kann nur vermuten warum. Egal.

Wie gesagt, wir sind keine Kinder mehr. Wir alle machen und machten Fehler im Leben. Aber wir sollten irgendwann etwas dazu lernen. Dieses Stadium hast Du scheinbar übersprungen, bislang. Der Krug geht solange zum Brunnen bis er bricht. 1 Euro und ab damit ins Phrasenschwein, aber warten wir doch einfach. Auch wenn ich den Ausgang dieser – Deiner – (Ehe- und Lebens-)Geschichte nicht mehr mitbekommen werde. Sie interessiert mich auch nicht mehr. Das ist bereits jetzt Vergangenheit für mich. Es ist dann Dein Problem. Aber ich glaube an so etwas wie Karma.

Dann ist da noch Fr. Schlange, die mit Fr. Freundin Nummer 2 (das ist die mit dem Bart und dem halb-maskulinen Aussehen!) verliebt tanzte und händchenhaltend an mir vorbeilief. Nun, zu Fr. Schlange verliere ich zumindest in diesem Artikel auch nicht mehr viele Worte. Nur das: Was Du mit der – unserer, inzwischen ehemaligen – Beziehung getan hast… kann eigentlich nur sprachlos machen. Ich bin Dir nicht böse, wie ich Dir auch in meiner ersten Reaktion sagte. Tanz Du mit Deiner „Freundin Nummer 2“ in die Nacht hinein und sei verliebt. Genieß die Zeit. Sei glücklich. Das hat nichts mehr mit mir zu tun. Genießt Euer Leben, Eure neue Beziehung und Eure Liebe.

Und so ging Eure Nacht, die ihr unter Euch „Freundinnen“ feiern wolltet, irgendwann auch zu Ende.

Meine Nacht irgendwann auch. Danke an meinen Wingman für den tollen Abend und die ehrlichen und harten Gespräche und Deine Kritik zu mir als Person (in Bezug auf meine EX-Beziehung). Ehrliche und aufrichtig gemeinte Hinweise können Menschen nur bereichern. Und ich höre mir solcherlei Hinweise sehr genau an, um daraus zu lernen. Und ich habe bereits jetzt enorm gelernt.

(Umsetzen muss ich es nur noch, im Kleinen, im „Alltäglichen“, ich weiß, liebe Lotusblume… ich weiß. Ich werde mein Bestes geben. Danke für unser Telefonat und auch für Deine aufrichtigen, irgendwie tröstenden und zugleich zukunftsweisenden Worte. Es tat und tut gut. Wie immer. Danke.)

Und zum Abschluss dieses heutigen Artikels noch ein krönendes Häubchen:
Es tat auf eine bittere Art gut, Euch alle drei zu sehen. Referenzerfahrung. Das lässt mich bis jetzt noch mehr mental massiven Abstand zur Situation gewinnen. Abstand zu unserer ehemaligen Beziehung gewinnen. Surreal. Immer noch surreal, das alles. Aber ich war da. Ich war tanzen und hatte meinen Spaß.

Fr. Schlange sagte zu mir am Ende der Beziehung, dass wir nicht zueinander passen würden. Hätte sie „die letzten Monate erkannt“. Weil ich unter anderem nicht gerne tanzen gehen würde und oft ernst sei. Übersetzt gesagt, sei ich wohl langweilig geworden. Mag sein. Für Dich vielleicht. Aber wer war der Mann, der in dieser Nacht so viel tanzte wie in den letzten 4 oder 5 Jahren zuvor nicht mehr, selbst nicht zu meinen besten Pickup-Zeiten…? Haltung annehmen!

2019-03-28