Womit ich mich aktuell voll ballere…

… sicherlich nicht mit Alkohol. Da habe ich mich nie geändert. Besonders nicht wenn ich das Haus verlasse, beispielsweise zum Feiern. Wenn ich bei mir selbst sein und bleiben will, dann geht das in der reinsten Form der Persönlichkeitsentwicklung nur ohne giftige Chemiecocktails.

In der Beziehung hingegen hatte ich mich etwas an Fr. Schlange angepasst. Sie trank abends gerne ein Glas Rotwein. Und meist trank ich mit. Rotwein trank ich früher höchstens wenn einmal Besuch kam. Mit Fr. Schlange war es nie viel und alles im Rahmen, aber dennoch habe ich immer wieder darauf geachtet, dass es auch mal alkoholische Pause-Tage gibt. Meinen Appellen folgte sie stets, manchmal allerdings mit etwas Widerwillen oder Unverständnis. Ich dachte dabei auch nur an das Gute. Meine Begründung ist ganz einfach, so hatte ich das stets kommuniziert: „Sieh mal, ab und an ein Glas ist doch okay. Aber jeden Tag Alkohol finde ich nicht gut. Auch wenn es jeden Tag nicht viel Alkohol ist. Wichtig ist mir nur, dass es Dir gut geht. Körperlich. Du hast genug Stress mit der Arbeit und den Kindern und dem Haushalt. Da hilft Alkohol nicht. Außerdem ist Schlaf sehr wichtig. So bleiben wir beide länger gesund und haben ein Leben lang mehr voneinander. Vertrau mir einfach.“

Manche würden alleine das – mich – langweilig nennen. Ich wusste aber wofür ich in der Beziehung stehe. Wofür meine Beziehung stehen sollte. Für Zweisamkeit und Glücklichsein. Gesund zu sein und gesund zu bleiben, sind die Grundvoraussetzungen dafür.
Nenn mich langweilig. Okay. Aber ich weiß, dass es Frauen gibt, die so ticken wie ich. Frauen, die auch keinen Alkohol trinken (besonders nicht regelmäßig) und früh schlafen gehen wollen. Und sie haben aus meiner Sicht Recht damit. Egal. Ich fand immer, dass es eine gute Balance war in der Beziehung. Ich fühlte mich stets wohl mit dem Maß. Alles in Maßen.

Alkohol ist es also nicht, sondern?

Ich tue das, was ich damals tat. D.h. ich beschäftige mich derzeit mit meinem Mindset. Meiner inneren Einstellung zum Leben. Hauptsächlich um aus dem derzeitigen Tief herauszukommen. Und weiterführend besonders, um mich wieder gerade zu machen und aus der neuen (Negativ-)Lebenserfahrung heraus weiter ein Stück nach vorne zu schieben. So höre ich mir morgens auf dem Weg im Auto und abends vor dem Einschlafen auf der Couch Vorträge/Videos zum weiten Feld der Persönlichkeitsentwicklung an.

Da ich mir gleich die totale Kante gebe, sind das momentan ausschließlich Pickup-Videos. Ich folge einem bestimmten Pickup-Coach, das tat ich damals und das tue ich jetzt wieder. Der Typ war damals exzellent, heute ist er noch besser. Ich sehe mir all seine Videos nochmal an. Obwohl ich sie damals schon gesehen hatte. Es geht dabei gleichermaßen um einfache Themen („Wie spreche ich eine Frau auf der Straße an?“) wie um weiterführende Themen („Wie werde ich mental so frei, dass ich die Bedürftigkeit ablegen lerne und mich unabhängig von Reaktionen der Frauen mache?“).

Diese Videos ballere ich mir rein. Ich bin so froh, dass ich davon einen ganzen Vorrat habe. Das reicht für Tage, wenn nicht für Wochen der mentalen Weiterbildung. Oder besser gesagt zur mentalen „Zurückbildung“, dorthin wo ich herkomme. Wo ich schon mal war. Wohin ich wieder will. Ich will zurück zu mir. Gehirnwäsche alá Pickup.

2019-03-27

Dass ich Frauen nach wie vor ansprechen kann, habe ich mir am Wochenende erfolgreich bewiesen. Die meisten Gespräche verliefen kurz und schmerzlos, unerfolgreich aus der Perspektive. Das wäre jedoch zu kurz gedacht, alleine es weiterhin fast ohne Aufregung getan zu haben, ist ein Achtungserfolg für mich. Ich habe mich also in dem Punkt „Schüchternheit“ in den ca. zwei Jahren der Beziehung nicht zurück entwickelt. Wieso auch, ich wurde immer stark geredet durch Fr. Schlange. Ich wurde stärker als je zuvor, das alles korrelierte leider nur mit einem Rückfall in die Unbewusstheit. Es gibt da einen Spruch, den ich mir im Leben gemerkt habe, als ich ihn hörte. Der trifft hier unglaublich exakt auf mich zu:

Disziplin schafft Erfolg, Erfolg zerstört Disziplin!

Und so war das mit dem Starkreden durch Fr. Schlange. Als ich sie kennen gelernt hatte, war ich diszipliniert bis in die Fußspitzen. Ich war auf dem Höhepunkt meines Pickupper-Daseins. Ich hatte bis dahin für meine Verhältnisse extrem viel im Umgang mit Frauen gelernt. Ich hatte aufregende und extrem horizonterweiternde Erfahrungen gemacht. Rockstar-Momente gesammelt. Aber ich war wach wie ein Jäger, der auf das Rascheln im Gebüsch wartet. Nur um zuzuschlagen, sobald sich der Hase aus dem Dickicht wagt.

Und diese Wachheit, dieses Bewusstsein, diese Achtsamkeit… und all diese Dinge… gingen durch das Starkredenlassen in mir schleichend flöten. Es ärgert mich im Nachgang schon. Natürlich ist das, was Fr. Schlange aufgrund ihrer offensichtlichen charakterlichen Veranlagung tat, mit einer Beziehung aus tiefer Verbundenheit und purer Liebe unvereinbar. Aber sie sprach mich eben stets stark. Und ein selbstsicherer Mann war ich vor ihr, wie gesagt, definitiv. Nun wurde ich in der Beziehung noch selbstsicherer. Und nach fest kommt ab, heißt es. So war es wohl auch bei mir. Nach selbstsicher kommt selbstherrlich, kommt selbstverliebt. Ich bin kritisch mit mir, vielleicht der größte Kritiker dieser Erde. Vielleicht auch zu kritisch. Bestimmt sogar. Aber ich bin da um zu lernen, das ist der Grund unseres irdischen Seins, so meine derzeitige Annahme zum Sinn des Lebens.

Sie hat unbewusst meine Disziplin zerstört, und genau jenes hat uns letztlich beiden geschadet. Komischerweise hat sie mich im Alltag selten gelobt für konkrete einzelne meiner Taten, was ich sogar oft angesprochen habe. Sie habe wohl Probleme damit, Leistungen anderer wirklich anzuerkennen, teilte ich ihr immer wieder mit. Aber abends beim Einschlafen flüsterte sie mir immer wieder mal ins Ohr, dass sie mich so stark finde und es so klasse sei, dass ich im Leben einfach wisse, welcher der richtige Weg wäre. Erfolg zerstört Disziplin. Wer weiß, vielleicht sind das gerade alles völlig unnötige Gedanken meinerseits. Vermutlich sind sie das. Hätte dies gepasst, dann hätte stattdessen einfach etwas anderes nicht gepasst. Es ist immer irgendwas (siehe Philosophischer Sonntag – Es ist immer irgendwas).

Die Sache mit dem Werkzeugkasten

Zuletzt am Wochenende… eine Interaktion mit einer Frau in einer Bar dauerte etwas länger, vielleicht ein paar Minuten. Und ich merkte regelrecht, wie mich das innerlich etwas aufblühen ließ. Ich gab ihr meine Nummer, wir sprachen darüber uns Freitag oder Samstag zu treffen. Mir war allerdings noch im Gespräch klar, dass es dazu nie kommen würde. Selbstverständlich meldete sie sich auch nicht mehr. Früher habe ich meine Nummer nie herausgegeben, wenn die Frau ihre nicht ebenfalls herausgeben wollte. So ist der Deal. Das ist ein recht deutliches Zeichen für: „Eigentlich habe ich kein Interesse an Dir, aber es ist schon irgendwie ein geiles Gefühl, dass ich die Aufmerksamkeit von Dir bekomme!“

Solche kleinen Situationen sind es, die ich wieder neu handzuhaben „lernen“ muss. Früher war ich in solchen Situationen souveräner, habe die Situationen oft drehen können, bzw. habe einfach mit ihrem Handy meine Nummer angerufen und die Situation so einfach überspielt. Das erfordert viel Sourveränität und Wissen, einfaches Handwerkszeug. Diesen Werkzeugkasten hatte ich vor Fr. Schlange, also vor meiner letzten Beziehung, immer dabei. Aber Dank und für Fr. Schlange habe ich ihn vor fast zwei Jahren in hohem Bogen bei voller Fahrt aus dem Fenster geworfen: „Tschüss, ich brauche Dich nicht mehr, Du Pickup-Werkzeugkasten! Du hast mir gute Dienste erwiesen und mir meine Traumfrau geschenkt, dazu zwei liebe Kinder. Ich habe was ich möchte. Danke!“

Heute weiß ich, dass ich den Werkzeugkasten nicht komplett hätte hinfort werfen sollen. Er hatte mir nie etwas getan. Ganz im Gegenteil. Er hatte (!) mich zu einem selbstbewussten und sourveränen Mann gemacht. Dank viel Fleiß bin ich zu einem Mann geworden. Vom Jungen zum Mann gereift. Es ist nur ein Werkzeugkasten. Aber hey, es ist ein verdammt guter Werkzeugkasten! Ich hätte Elemente dieses Repertoires beibehalten sollen, auch in der Beziehung. Eine Beziehung besteht genauso wie die Kennenlernphase aus Attraktivität und Anziehung. Ich ging immer davon aus, dass beides bis zuletzt vorhanden war. So fühlte es sich doch an, wohl nur für mich.

Pickup-Elemente beizubehalten schadet sicher nicht. Im Gegenteil, es kann immer wieder einen Kick in die Beziehung bringen. Dieser Kick ging ihr wohl verloren. Mir nicht. Ich war glücklich als „Familien(stief)papa“. Ich bin keine 14 mehr. Ich brauche nicht jeden Tag Halli Galli. Keine Kunstwelt, keine Traumwelt. Ich genieße lieber die Realität und diese findet im Hier und im Jetzt statt. Nicht nur „dort“ auf der Jagd nach dem stets neuen Ereignis. Einmal im Monat einen größeren Ausflug zu unternehmen oder ein größeres Ereignis reicht mir völlig. Die restliche Zeit ging ich lieber mit ihr (und den Kindern und dem Hund) spazieren oder wir unterhielten uns am Tisch über alles, bis auf Gott. Und über die Welt.

In Zukunft werde ich bewusst darauf achten, immer wiederkehrend Reize innerhalb der Beziehung zu setzen. Pickupper sind schließlich beim Pickuppen auch nicht „zufrieden mit dem gegenwärtigen Zustand“, sondern sie wollen die neue Frau erobern. Ich glaube, dass – bei aller Verliebtheit oder bei allem Gefühl der zweisamen Glücklichkeit – solcherlei Reize ein Erfolgsgarant für die Beständigkeit einer Beziehung sein können. So wie sie Erfolg in der Eroberung einer neuen Partnerin bringen. Unerwartete Aktion zu bringen. Der Partnerin z.B. zwei Karten für eine Veranstaltung in die Hand zu drücken und zu sagen: „Zieh Dich an, mach Dich fertig, wir fahren in einer Stunde los, Überraschung!“ Wie gerne hätte ich das im Nachgang betrachtet öfter getan, wenn das doch alles wäre, nur um eine tolle Beziehung zusammen zu halten. Zu selten tat ich so etwas in der Art, und zu wenig spontan und dadurch erzeugte es wohl keinen Reiz. Aber wie sollte ich auch daran denken, wenn ich doch der festen Meinung war, dass für sie alles perfekt gewesen sei zwischen uns so wie ES war, so wie ICH war.

Öfter mal Überraschung schreien und auf Überraschung tun?!

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Eigentlich irgendwie auch irre, dass ich als Mann in einer Beziehung versuchen „muss“ künstlich Spannung rein zu bringen. Ich bin der Typ, der viel lieber zu Hause kuschelt anstatt mich mit Ihr in einer Menschenmenge durch irgend eine Show unterhalten zu lassen. Ich mag beides, aber ich mag das Gemeinsame. Irgendwie egal wo, aber gerne auch einfach zu Hause bzw. bei einfachen Dingen. Zusammen Essen gehen ist mir lieber als Party. Schade ist aber, dass man(n) wohl auf solche Dinge achten muss. Für mich ist die reine Zweisamkeit (oder Viersamkeit mit zwei Kindern) Spannung genug. Es gibt jeden Tag doch so viel zu entdecken am Anderen. Jeden Tag. Nur wenn man sich nicht mehr beachtet, entsteht Langeweile. Das liegt doch an uns selbst, wie wir das Leben betrachten, und unsere Umgebung.

Aber muss man(n) das wirklich?

Oder gibt es nicht genauso auch Partnerinnen, die ihr Glück nicht durch das Verleben von Ereignissen (letztlich auch nur eine Form des Materialismusses), sondern durch das Sein als solches empfinden? Gemeinsames Sein. Hand in Hand. Ich bin mir sicher, dass es solche Frauen gibt. Ich bin mir allerdings auch sehr sicher, dass sie in der totalen Minderheit sind. In unserer heutigen Gesellschaft muss alles bunt und schrill sein. Alles muss blinken und sich bewegen. Regungslosigkeit, beispielsweise Arm in Arm liegend auf dem Bett, reicht wohl nur den Wenigsten (Frauen wie Männern gleichermaßen), um das Gefühl zu verspüren, nicht gerade irgendetwas „zu verpassen“.

Schließlich könnte die Frau ja auch gerade am Strand auf Hawaii in der ach so tollen Sonne liegen oder beim Abfeiern in der Discothek tanzen oder sonst etwas tun. Was für eine Oberflächlichkeit, bei genauer Betrachtung. Was für eine Illusion, genau genommen eine totale Lächerlichkeit. Alles gehört zum Leben, auch tanzen. Auch in den Urlaub zu fahren. Auch mal Geld für Unnötiges auszugeben. Völlig klar. Aber für mich ist dieser Materialismus im Kern ein Graus. Lenkt er doch nur vom Wesentlichen ab. Von der Beziehung zwischen zwei Menschen auf Seelenebene. Dort Du und hier ich. Und das möchte ich immer zusammen bringen. In aller Tiefgründigkeit, so dass daraus ein WIR wird. Kommen sogar noch Kinder hinzu, potenziert sich ansonsten sogar diese Künstlichkeit.

Ich bin mir nicht sicher, was nun richtig ist für meine nächste Beziehung. Ein bisschen fühlt sich das wie Manipulation an, wenn ich durch Voraussehen „künstlich“ Reize in der Beziehung setze. Keine Ahnung was nun richtig oder falsch ist. Ich bin mir ganz ganz sicher, dass ich das in Zukunft beherzigen und umsetzen könnte. Solcherlei Künstlichkeiten einzubringen, um sie „glücklich zu halten“. Aber ob es „mit der Richtigen“ wirklich nötig ist, um ihr wenigstens dann zu genügen?