In kleinen Schritten nach vorne

Gestern gab es so eine Art Abschiedsartikel für die vergangene Frau meiner Träume, kurz meiner Traumfrau. Oder auch einfach nur für Fr. Schlange. Es war eine Hommage.

Als ich nun diese Zeilen schreibe, ist es Nacht. Die Nacht vor Veröffentlichung des Artikels. Gerade bin ich fertig geworden mit dem Krafttraining. Ich kann noch nicht viel machen, da ich sofort Muskelkater bekomme. Also muss ich zunächst noch leicht trainieren. Ich spüre die Muskelgruppen, die ich zu aktivieren versuche. Da die Bauchmuskeln und dort die Oberarme. Es brennt, aber es brennt nur leicht. Ein bisschen Wissen um Trainingslehre schadet ja mal nicht.

Es fühlt sich gut an, wieder was zu tun für mich selbst. Lauf- und Krafttraining schüttet bekanntlich Glückshormone aus. Und ich bin davon überzeugt, dass das einer der Schlüssel für das Glücklichsein ist. Der Hormonhaushalt. Wir achten gemeinhin zu wenig darauf. Zu wenig Schlaf. Zu viel schlechter Konsum, beispielsweise negative Filme oder zu viele negative Nachrichten. Ich hatte in den letzten Monaten zu viele Nachrichten konsumiert. Auch das hat mich runter gezogen. Obwohl ich erfolgreich in meinen Finanzaktivität war. Wer mich kennt, weiß, dass Finanzen mein Hobby ist. Negativmeldung über Negativmeldung ziehen einen Menschen allerdings runter.

Darum habe ich meinen Nachrichtenkonsum – sicherlich zwangsläufig ob der aktuellen Umstände der Trennung – erheblich gen null reduziert. Es interessiert mich derzeit überhaupt nichts Sachliches. Keine Nachrichten und auch keine Vorträge oder Videos, die ich sonst in hoher Zahl konsumiert habe. Zumindest von der Seite prasselt nun nichts mehr auf mich ein, was mir das letzte bisschen Hoffnung auf gute Laune rauben könnte. Stattdessen spüre ich gerade nach dem Krafttraining meinen Körper. Der Rücken war dran, morgen wird er danke sagen. Und ich spüre vor allem, was mir gut tut.

Ich denke zwischendurch natürlich oft an Fr. Schlange, immer wieder. Aber ich merke auch, dass ich umso stärker an sie denke, je öfter ich aktiv über sie nachdenke. Soll heißen: Gedanken verstärken Gedanken. Das kann jeder positiv oder auch negativ nutzen. Gedanken werden ein Stück weit immer auch Realität. Und negative Gedanken bedeuten nicht sofort, dass die Gedanken Realität werden. Allerdings führen die negativen Gedanken zu einer negativ wahrgenommenen Realität. Die eigentlich gar nicht so negativ ist. Der eigene Filter liegt nur darüber. Grauschleiher, könnte man sagen. Das war wohl auch nicht sehr positiv für meine Beziehung. Da hat auch das liebe Geld nichts genützt. Obwohl ich es immer nur in unserem Sinne tat. Damit sie nicht mehr arbeiten gehen muss und stattdessen für die Familie da sein konnte. Wie sie es eigentlich auch wollte. Aber ja, ich sage ja… verdrehte Welt.

Auch so ein Ding für die Zukunft, der Nachrichtenkonsum wird erheblich reduziert. Ich schaue normalerweise sehr viele Youtube Videos aller Art, Bildungsfernsehen 2.0. Auf einen schlechten Nachrichtenkonsum muss erst mal eine Meditation folgen. Reinigen des (Unter-)Bewusstseins. So werde ich das angehen. Damit es mich nicht wieder in einen Strudel nach unten zieht. Nicht mehr. Damit ich das Leben wieder lockerer sehe. Sie hatte mich oft gemahnt, Fr. Schlange. Ich säße zu viel vor dem PC und schaute zuviele solcher Videos an. Ja, stimmt. Was soll ich sagen. Stimmt schon. War mir aber eben nicht bewusst. Hättest Du mir auch das mal deutlicher gesagt…

Jedenfalls tut das Training gut. Wir waren bei den Glückshormonen stehen geblieben. Da wollte ich noch ergänzen, dass der Hormonhaushalt für fast alles verantwortlich ist. Davon bin ich inzwischen überzeugt. Beispiel gefällig? Ist eine Frau verliebt, hat sich objektiv an der vorhergehenden Situation kaum etwas geändert. Es ist nur ein „Gefühl“ des Verliebtseins. Aber dieses Gefühl wird ausgelöst durch eine massive Veränderung des Hormonhaushalts. Und der führt zu völlig anderem Verhalten. Wir verlassen plötzlich unsere Partner, obwohl wir lange mit ihnen zusammen waren. Obwohl der Partner gestern noch der gleiche (eigentlich?) tolle Mensch war und ist, soll er es heute plötzlich nicht mehr sein. Objektiv betrachtet kann das gar nicht sein. Aber die Hormone lassen einen glauben, dass so sei. Liebe macht eben blind. Wenn auch nur einen der beiden Beteiligten, leider.

Am Partner selbst hatte sich über die gesamte Zeit hinweg betrachtet doch nur kaum etwas verändert, man selbst sorgt jedoch für die Veränderung. Innerhalb weniger Tage oder Wochen. Dafür werfen wir lange bestehende Liebesbeziehungen einfach in den Mülleimer. Und so eine Veränderung erfolgt selten aus rationalen Beweggründen. Ein Mensch ist verliebt, also wirft er den Verstand über Board, sich selbst auch, indem er springt. Ohne zu wissen, ob das Wasser da unten seicht oder tief genug ist. Manchmal landen wir dann weich, manchmal härter als wir denken. So ging es mir vor meiner Zeit des Pickuppens, vor Fr. Schlange. In Nachgang betrachtet, habe ich mich selbst nicht wieder erkannt damals in meinem Leben und meinem Verhalten. Ich bin mir auch da sicher, dass es bei mir Hormone waren. Ihr Biester. Aber ich habe daraus gelernt. Mit Menschen spielt man nicht.

Jedenfalls geht es mir gerade ganz passabel. Obwohl? Ja obwohl sich objektiv doch kaum etwas verändert hat. Ich bin nach wie vor verlassen von meiner Traumfrau. Ich wohne auf einer Couch in einem kleinen Zimmer anstatt einer recht geräumigen eigenen Wohnung. Ich habe die gewohnten Menschen nicht mehr um mich herum. Vor allem die (durchaus lauten) Kinder nicht mehr. Und dennoch geht es mir gerade relativ gesehen ganz okay. Vermutlich hat das Krafttraining eine mitentscheidende Rolle gespielt für diesen kurzen (?) Moment. Denke ich mal.

Ich werde am Wochenende wieder Gas geben, ich weiß nur noch nicht wo und wann. Aber bestimmt zum Daygamen raus gehen und vermutlich auch an einem Abend zum Clubgamen. Harte Schule. Alleine. Derzeit habe ich nur wenige Bekannte oder Freunde, die menschliche Positivenergielieferanten sind. Die mir wirklich gut tun. Ein paar Bekanntschaften habe ich auch schleifen lassen, natürlich um für meine (neue) wundervolle (?) Familie da gewesen zu sein. Aber die übrig gebliebenen Bekannten sind entweder in ihrem Alltagstrott gefangen (so wie ich es bis vor kurzem war) oder mögen das Weggehen grundsätzlich nicht. Die meisten sind in Beziehungen und sehen keinen Bedarf aus zu gehen. So wie ich vor kurzem. Bleibt nur alleine raus zu gehen. Harte Schule, wie gesagt. Aber ich bin ein Kämpfer, wenn ich was tue, dann richtig. Die Frau kommt nicht zugeflogen. Also muss ich zur Frau fliegen.

2019-03-26

Letztes Wochenende war ich bereits zwei Mal zum Clubgamen draußen. Einmal sechs Stunden Schlaf und einmal fünf. Zu wenig. Die Schlafdevise hat sich nie geändert. Das Ziel sind stets acht Stunden. Deshalb bin ich auch heute noch etwas gerädert vom Wochenende. Aber wer schön sein will muss leiden. Wer eine Schönheit neben sich haben will, noch mehr. Ich bin mir sicher, dass neue Bekanntschaften mich ablenken. Das hat schon mal so geklappt. Und irgendwann wurde aus einer Phase der Ablenkung eine neue Lebensphase des Glücklichseins, nämlich als ich Fr. Schlage kennen lernte. Damals war sie noch nicht Fr. Schlange. Ganz im Gegenteil. Aber ich habe sie aus einer Phase der Ablenkung und Selbstfindung heraus kennen gelernt. In dem Moment weiß man nicht, ob es noch immer „nur“ eine Frau auf dem Weg zu der EINEN Frau sein wird. Es fühlt sich beim Kennenlernen erstmal so an wie immer, ich rechne immer mit dem Schlimmsten und bin gleichzeitig stets offen für das Beste und maximal Mögliche.

In der Realität sehe ich die meisten Frauen nach dem ersten Date nie wieder. Da ist meine Quote schon erstaunlich schlecht gewesen in meinem vorhergehenden Pickupper-Dasein. Aber die Quote wurde damals zunehmend besser. Wie ich vor ein paar Artikeln schon schrieb, hatte ich zuletzt kurz vor Fr. Schlange (vor ca. 2 Jahren) teilweise mehrere Dates gleichzeitg in der selben Woche. Wobei es sich nicht um neue, sondern um Folgedates handelte. Es war irgendwie im Nachgang betrachtet eine coole Zeit. Ich war aber eben auch köperlich und mental top fit und voll gepumpt mit Hormonen ganz positiver Art. Und da will ich wieder hin. Wenn ich schon keine (Traum-)Frau neben mir und bei mir habe, dann soll das Leben wenigstens wieder Spaß machen. Und ich glaube, dass es das schon sehr bald wieder tun kann.

Jetzt, während ich das schreibe, spüre ich schon erste positive Veränderungen in mir selbst. „Gut so, Junge!“, höre ich mich mit mir selbst sprechen. Eigentlich spreche ich mit dem Artikel. Mit meinem Blog. Meinem Seelenbegleiter. Mal sehen wie weit mich das aktuelle Gefühl trägt.

Denn vorgestern Nacht bin ich zwischendurch einmal wach geworden, ich weiß nicht wie spät es es war. Ich bin mit meinem linken Bein gegen etwas gestoßen und leicht aufgewacht. Dann habe ich mich auf meine linke Seite drehen und meinen rechten Arm darum legen wollen, umarmen. Es war nur niemand da. Sie war nicht mehr da. Sie ist nicht mehr da. Es waren die Rückenlehnen der Couch, auf der ich schlafe. Diese lassen sich nur schlecht umarmen. Bitter. Das Unterbewusstsein lässt sich eben nicht sofort auf die Realität nachziehen.

Das tat ich oft in der Nacht, dass ich mein Mädchen umarmt habe, wenn ich aufgewacht bin. Vorbei die Zeit. Aber ich habe meine Arme noch. Und ich kann noch umarmen. Ganz sicher sogar. Fehlt nur noch die Frau dazu. Meine Arme spüre ich bereits wieder, dem Muskelkater sei Dank. Die Arme sind so gesehen noch schlapp. Mein Herz auch. Aber es wird. Und wenn beides wieder im Lot ist, werde ich meinen Arm auch nicht mehr um die Couchpolsterung legen müssen…