Einmal Papa… und zurück

Hallo Freunde!

Es ist vollkommen verrückt, mein letzter Artikel ist vom August 2017. Jetzt ist der 20. März 2019. Dazwischen liegen ganze 589 Tage. Es ist unfassbar für mich. Was ist passiert? Wo war ich so lange?

Es gibt einen wundervollen Grund, warum ich so lange abwesend war. Tatsächlich ist es mir doch gelungen meine Traumfrau zu finden. Ich sollte glücklich sein. Ich sollte glücklich werden. Ich wurde glücklich.

Doch der Reihe nach…

Ich habe sie im Club kennen gelernt. Und im letzten veröffentlichten Artikel (vom August 2017) war mal kurz die Rede von Ihr. Bis dahin hatte ich 46 Dates mit ihr gezählt. Nie hatte ich im Projekt Beziehung mehr mit einer Frau. Es wurden unzählige mehr, wir zogen zusammen. Es wurden fast zwei Jahre Beziehung daraus.

Das Projekt war damit für mich zu Ende. Ich ließ den Stift fallen, den Stift des Pickuppers. Ein paar andere Dates hatte ich noch parallel zu ihr, anfangs. Als ich aber merkte, dass es eine Beziehung werden könnte, habe ich alles andere sofort gestoppt. Ich wurde wieder ich. Der feinfühle, treue, sensible und liebevolle Mensch. Kein Partygänger mehr. Kein Draufgeher mehr.

Das Projekt Beziehung war zu Ende. Dieser Blog war zu Ende. Und damit war auch das Projekt erfolgreich zu Ende gegangen. Dachte ich. Ich hatte eigentlich nie wieder wirklich vor, hier etwas von mir und meinen Lebensgeschichten zu schreiben. Es war meine Vergangenheit und der Blog war mein Tröster, mein Aufmunterer, meine Motivation und Zeitweise mein hauptsächlicher Lebensinhalt. Nie als Selbstzweck, sondern stets als mein Wegbegleiter bis zum scheinbar immer näher zu kommenden Ziel. Das Ziel war sie. Und ich fand sie. Doch es sollte alles anders kommen.

Sie war Mama und ich wurde ein bisschen Papa

Sie war Mama, Mama mit zwei Kindern. War das ein Problem für mich? Kein Problem! Ich hatte mir damals gesagt: Ich mache diesen Blog solange, bis ich meine Traumfrau finde. Sie war meine Traumfrau, sie wurde zu meiner Traumfrau. Ich habe mich wirklich in sie verliebt und sie sich in mich. Zum ersten Mal seit vielen Jahren hatte ich mich wirklich verliebt und war wieder richtig glücklich. Mit allen Umständen. Egal was kam. Ich habe alles akzeptiert an ihr, bedingungslos. Ich habe alles aufgegeben für sie. Meine eigene tolle sehr günstige Wohnung in einer großen Stadt und bin mit zu Ihr aufs Land raus gezogen.

Ihre beiden Kinder habe ich im Laufe der Zeit immer besser in mein Leben integrieren gelernt. Ich bin schließlich fast über Nacht Papa geworden. Und das dazu noch doppelt. Das war für mich nicht leicht. Manche haben mir abgeraten, Sätze wie „Was willst Du mit einer Frau, die zwei Kinder hat?“, hörte ich oft. Alles war mir egal. Ich war auf meiner Reise angekommen. Ich fand die Frau einfach Weltklasse. Vielleicht gegen jede Vernunft. Die Art wie ich sie kennen gelernt hatte und auch die Umstände, sollten die Geschichte anfangs nicht unter einem guten Stern stehen lassen. Scheinbar. Es war mir egal. Ich hatte zu mir gefunden und im Laufe meiner unzähligen Geschichten hier im Blog gelernt, Menschen zu akzeptieren wie sie sind und mich auf sie einzustellen. Danke Eckhart Tolle. Sie hatte mir mit ihrer unglaublich fröhlichen, lebendigen, aufgeweckten und unglaublich süßen Art einfach mein Herz entführt.

Ich liebte mein neues Leben. Ich war glücklich, wirklich sehr sehr glücklich mit ihr. Alles schien perfekt. Sicherlich gab es auch mal kleine Meinungsverschiedenheiten, aber nie ein böses Wort. Es war fast immer sehr harmonisch, wir lachten, hatten Spaß und erzählten uns. Wir redeten oft und viel. Im Nachhinein betrachtet sieht das allerdings ein bisschen anders aus. Vielleicht dazu mal mehr, in einem anderen Artikel.

Und letzten Donnerstag hat es mir den Boden unter den Füßen weggerissen

Die ganze Geschichte ließe sich gar nicht in einen Artikel packen. Und im Moment bin ich auch nicht in der mentalen Verfassung, einen literarisch hoch anspruchsvollen Artikel zu schreiben. Stattdessen mache ich gerade das, was ich damals auch schon tat. Damals als es mir noch schlecht ging und ich den Blog startete. Also noch weit bevor ich meine (vermeintliche) Traumfrau fand. Ich schrieb mir einfach von der Seele was ich fühlte. So tue ich es auch jetzt. Das hilft mir.

Die traumhafte Beziehung war tatsächlich nur ein Traum. Ein Luftschloss. In Wolken aufgelöst. Ich habe sie verloren und sie mich. Sie wollte mich verlieren, ich sie nicht. So spielt das Schicksal. Es traf mich wie ein Brett. Die letzten paar Wochen wurde sie kühler und in sich gekehrter. Anfangs vermutete ich Stress, sie äußerte dies auch vor einigen Monaten schon. (Halbtags-)Arbeit, Kinder, Haushalt und Beziehung sind nun mal für eine Frau echt viel. Sie war tatsächlich eine Frau nach klassischer Art. Mit Klasse. Auf allen Ebenen. Tüchtig, fleißig, liebevoll. Eine tolle Mama und eine tolle Partnerin.

Um es kurz zu sagen… sie hat die letzten Wochen und Monate jemand anderen kennen gelernt. Parallel zu mir. Weil sie unglücklich gewesen sei. Sie wisse, dass sie Schuld sei. Sie hielt ihre Gedanken und Gefühle stets zurück, anstatt sie zu äußern. Anstatt in der Beziehung zu sprechen. Miteinander. Anstatt jeder für sich zu laufen. Sie hat die Beziehung geradewegs mit 180 km/h gegen einen Betonpfeiler gedonnert. Dann ist sie ausgestiegen und in das Auto eines anderes eingestiegen.

Wer mich kennt, der weiß, dass ich mich immer äußere. Ich bin direkt. Bisweilen auch sehr direkt. Aber ich hätte diese Frau vermutlich niemals verlassen. Ich bin ein kämpfer. Eher hätte ich mir nächtelang die Seele aus dem Leib gequatscht, nur um zu versuchen zu retten was möglich ist. Doch stopp! So war es für mich gar nicht! Ich war glücklich! Für mich schien es die perfekte Beziehung zu sein. Jeden Abend zusammen eingekuschelt einschlafen. Es fühlte sich so an als wäre ich endlich endlich endlich angekommen.

Angekommen bin ich auch, nämlich jetzt am Ende der Beziehung. Und sie ist angekommen am Beginn einer neuen. Es tut weh und es ist schwer meine Gefühle in Worte zu fassen. Ich wurde so sehr überrascht und es fühlt sich noch immer an, als hätte mir jemand meine Frau bei einem Autounfall entrissen.

Es tut einfach weh und es tut mir unendlich leid, dass das geschehen ist. Nicht nur für mich, sondern in erster Linie für sie und für uns. Ich war überzeugt von unserer neuen kleinen Familie. Alles war so makellos. Und nicht nur ich glaubte stets, dass ich der Richtige für sie sei. Sie selbst sagte es auch immer so. Und das ganze Umfeld, jedenfalls meiner Familie und meiner Freunde… muss ich wohl nachträglich erkennen.

Sie spielte ein Spiel, die letzten Monate. Und ich habe es erst spät bemerkt. Zu spät. Jedenfalls habe ich zu spät bemerkt, dass sie tief in sich nicht mehr glücklich war. Ich war mit mir selbst beschäftigt und habe ihre wenigen still geäußerten Wünsche überhört oder überhören wollen. Sie bestärkte mich durchgehend in der Beziehung. Ich sei so toll und so stark und wisse immer den Weg. Sie fühle sich so geborgen und beschützt. Natürlich mache ich dann einfach weiter mit allem und fühle mich bestätigt. Meine das Richtige für uns und für sie zu tun.

Doch in ihr sah es wohl anders aus. Ich werde es nie wirklich ergründen können. Aber es tat mir weh, wie sie gestern bei unserem „Abschiedsgespräch“ wirkte. Kühl. Mit den Gedanken bei einem anderen Menschen. Nicht mehr hier. Nicht mehr jetzt. Nicht mehr mit mir. Ich kannte sie so nie. Und ich habe für mich entschieden, dass ich diese Frau auch am Liebsten nicht mehr kennen möchte. Diese Leere und Kühle waren mir neu. Völlig fremd.

Ich habe mich getäuscht. Ich habe mich in Dir so tief getäuscht wie noch nie in meinem Leben bei einem Menschen. Jeder Mensch erlebt schlimme Dinge in seinem Leben, so war es auch bei mir vor der Zeit dieses Blogs. Aber so sehr getäuscht in einem Menschen habe ich mich nie, bzw. habe ich mich nie lassen. Alles eine Frage der Betrachtung. Ich denke ich habe mich täuschen lassen.
So wie sich die Männer vor Dir täuschen ließen. Es war eine wundervolle Zeit, aber ich weiß nicht, was und wann davon DU überhaupt DU warst. Sie habe sich aus Liebe so verhalten wie sie dachte, dass sie mir gefalle. Sagte sie. Verrückt. Ich wünschte, Du hättest je den Mund aufgemacht. Zum ersten Mal im Leben. Und nicht wieder in einer Beziehung Dich in Dich selbst zurück gezogen. Um dann erneut fremd zu gehen. Es war nicht Dein erstes Mal. Aber ich wünsche Dir, dass es das letzte Mal war. Sei frei. Schwebe davon, mein Mädchen. Ich wünsche Dir alles Gute. Mir fehlen die Worte.

Für den Moment reicht das.

Und was ist mein Anteil daran?

Ich werde mich sehr damit beschäftigen was ich „falsch“ gemacht habe und was ich beim nächsten Mal in einer Beziehung besser machen möchte. Ich bin nicht unfehlbar. Ganz im Gegenteil. Ich wurde sehr unbewusst. Unachtsam. Und auf eine gewissen Art auch unaufmerksam. Meine Fehler.

So war ich am Anfang nicht. So war ich auch in meiner Zeit als Pickupper nicht. Ich war der wachste Mensch der Welt. Aufmerksam. Auf jede Kleinigkeit achtend. Und dann ließ ich mich gehen… offensichtlich…

Gibt es denn von meinen Followern von damals noch aktive Leser hier? Liest diesen Artikel jemand? Oder ist es da inzwischen genauso still wie ich hier im Blog lange war und so still wie es in meinem Herzen derzeit ist…?

Doch ein Pickupper gibt nicht auf. Mental bin ich gerade zwar überfahren. Aber ich bin bereits dabei mich wieder auf mein altes Leben vorzubereiten. Mein Leben als (nicht mehr ganz) junger Pickupper. Volle Kraft voraus. Projekt Beziehung Teil 2 wird in Kürze starten. Bis dahin werde ich meine Erlebnisse erstmal verarbeiten müssen. Ob nun in Form von Beiträgen oder indem ich das alleine mit mir ausmache. Wir werden sehen. Ich nehme ich Euch wieder mit. Wer möchte ist herzlich eingeladen mir wieder über die Schulter zu schauen. Mein Schreibstil ist nicht mehr der Gleiche. Ich werde mich erst wieder hinein finden müssen. Und dazu muss sich auch erstmal das Dickicht der Trauer lösen. Ich werde daran arbeiten. Das bin ich mir schuldig.

Danke an meinen besten Freund, Herr van Onnetuschn (siehe Quid pro quo – Viel Kohle gegen einen tollen Körper). Danke, dass Du mir Deine Couch leihst. Danke an meine Familie. Danke an meine Schwester, dass Du mir Deine (eigentlich meine 🙂 ) Couch leihst. Danke an meine Eltern, dass Ihr für mich da seid. Danke an alle, die mich nicht fallen lassen. Ich habe Euch unendlich lieb.

6 Kommentare zu „Einmal Papa… und zurück

  1. He is back ! I am so glad you came back to your followers and share with us your lifetime story. I love your articles they are breath taking … sending you lots of love and power for the start of a new chapter in your life. Volle Kraft voraus ! Yours pick up mascot 🐝🍀

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    1. Das ist es in der Tat. Als wäre mir ein Teil von mir plötzlich entrissen worden. Genau genommen ist es auch so. Sie und die Kids waren mein Leben. Alles wofür ich täglich gearbeitet, gelebt und geliebt habe. Und nun ist sie auf glücklicheren Pfaden unterwegs. Aber da ist nur Frieden in mir, ich wünsche ihr das Beste. Kein Groll oder so etwas. Hauptsache sie wird glücklich und ich… ich werde erst mal schauen wieder auf die Beine zu kommen. Meine Ahnung was das Leben von mir will und warum das passiert ist. Ich verstehe es nicht.

      Danke für den Kommentar.

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