Was bisher geschah… Fr. Tinder und ich – Teil 3 von 3

Kommen wir zum Abschluss dieser aktuellen Miniserie… Nach Teil 1 folgte bereits Teil 2 (Was bisher geschah… Fr. Tinder und ich – Teil 2 von 3).

Zu aller erst muss ich sagen, dass mich Eure vielen Kommentare sehr gefreut haben. Der letzte Artikel über Fr. Tinder war der meist diskutierte seit Bestehen meines Blogs. Was ich dabei so klasse finde, sind Eure teils unterschiedlichen und teils gleichartigen Ansichten, aber eines haben alle Kommentare gemeinsam: Sie sind authentisch, gut gemeint, offen, auch schonungslos. Andere Meinungen tun mir gut, sie erweitern die eigene (beschränkte) Sicht. Sie regten und regen mich zum Nachdenken an. Danke Euch!

Bevor es ins Wasser fällt oder ich ins Wasser falle?

Wie Ihr mir in den vielen Kommentaren geschrieben habt, sollte ich dringend darauf achten selbst nicht zu kurz zu kommen und notfalls einen Ganz zurück zu fahren, bevor „das Ganze“ ins Wasser fällt. Oder um es sogar zu präzisieren: Bevor ICH ins Wasser falle.
Mehr als je zuvor bin ich bei jedem Date und bei jeder Geschichte bereit alles loszulassen und meine sieben Sachen zu packen, um wieder weiter zu ziehen.
Freiheit und Unabhängigkeit. Das ist natürlich ein Produkt des inzwischen gewohnten Alleinseins. Man bekommt im Leben nichts geschenkt, Freiheit und Unabhängigkeit bedingen (in der Phase?) eben auch einen geringeren Bindungswunsch oder gar eine verminderte Bindungsfähigkeit.

Denn ich habe den Eindruck aus Euren Kommentaren herausgelesen zu haben, dass es nicht im Fokus steht ob es nun mit Fr. Tinder was wird oder nicht. Sondern dass der Fokus darauf liegen sollte, ob es mir gut geht. Egal ob mit oder ohne Fr. Tinder. So sehe ich das jedenfalls. Deshalb finde ich andere Meinungen so toll, sie beleuchten Sichtweisen, die ein einzelner Mensch nie haben könnte. Eines kann ich versprechen, vor allem mir selbst: Es wird auch weiterhin bei Fr. Tinder – wieder mehr als zuletzt – um mich gehen.

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Genau das und noch mehr habe ich instinktiv in letzter Zeit bereits getan. Mein eigenes Gespür hat mich also nicht verlassen, im Gegenteil. Nur mal kurz den Staub von der Kompassnadel abpusten, mein Instinkt scheint noch ganz gut zu funktionieren.

Fr. Tinder befindet sich aktuell noch – und schon länger geplant – im Urlaub. Das hieß für mich zuletzt wieder durchgehend allein sein. Das, was ich doch so gewöhnt bin und womit ich so gut klar komme. Die „Pause“ kam eigentlich wie gerufen, muss ich sagen. Das ist dieser von Euch vorgeschlagene Schritt zurück. Ob ich oder sie wollten oder nicht, weg ist weg. 🙂

In dem Fall ist die Verbindung zwischen ihr und mir lediglich eine Illusion

Und ich verspüre für mich wieder – frei nach Eckhart Tolle -, dass die Abwesenheit mich eines lehrt: Ein Mensch, der JETZT nicht neben Dir ist, ist eine Illusion. Derjenige dort, Du hier. Was ist daran real, außer die Abwesenheit und die Distanz? Die „Verbindung“ zwischen ihr und mir ist nichts als ein Gedankenkonstrukt und damit eine Illusion. Berechtigt kannst Du nun einwerfen und (gegen-)fragen:
„Und was soll der Unterschied sein zu der Situation wenn sie neben Dir wäre und Ihr Euch in den Armen liegen würdet?“ Und ohne zu groß ausholen zu wollen, aber: „Die Verbindung“ zwischen diesen zwei Menschen ist selbst dann natürlich ein Gedankenkonstrukt. Der einzige feine (und sehr wichtige!) Unterschied ist, dass die Person in dem Moment real bei Dir ist. Rein auf der körperlichen Ebene ist der Mensch real und keine Illusion. Ich weiß, dass das auf den ersten Blick verwirrend zu klingen scheint. Ist es aber weit weniger, wenn man sich damit befasst. Es ist das Realste, das tatsächlich existiert.

Ich mache ein (Gegen-)Extrembeispiel: Ein guter Bekannter befindet sich auf einem längeren Geschäftsaufenthalt. Vor der Abreise trefft Ihr Euch auf ein Getränk in einer Bar. Für vier Wochen später ist seine Rückreise geplant. Und dazwischen passiert etwas Tragisches, der Bekannte erleidet einen Herzinfarkt und verstirbt tausende Kilometer entfernt in einem Krankenhaus im entlegensten Winkel dieser Erde.
Nach Ablauf der vier Wochen meldet er sich vereinbarungsgemäß natürlich nicht. Du wirst skeptisch und rufst ein paar Tage später bei ihm und ein paar weitere Tage später bei seinen Eltern an und erfährst die traurige Nachricht: Er ist tot.

Hat diese Person nun seit dem Tod real existiert? Eine rhetorische Frage, ich weiß. Die Frage ist auch nicht interessant. Interessant ist eine andere Frage: Hattest Du seit seinem Tod eine Verbindung (welcher Art auch immer) zu dieser Person oder war die vermeintliche Verbindung lediglich eine Illusion, ein Gedankenkonstrukt?

Es ist eine Illusion zu glauben, dass eine Verbindung zwischen zwei Menschen auf Distanz existiert. Es ist lediglich ein Kontstrukt aus mehr oder weniger deutlich ausgesprochenen Absichtserklärungen. Du hast keine Ahnung darüber, was der andere Mensch (die ganze liebe lange Zeit) tut. Und der andere Mensch hat keine Ahnung davon was Du tust. Man mag vielleicht abschnittsweise telefonieren. Man mag sich nette Bilder schicken. Man mag dies und man mag das. Unter dem Strich steht aber geschrieben: Sie ist unterwegs mit ihren Leuten. Vielleicht auch nicht. Und ich bin auch unterwegs, vielleicht mit meinen Leuten. Vielleicht auch nicht. Was dazwischen passiert steht in den Sternen. Als ich in den letzten Tagen abends zu Bett gegangen bin, dann hab ich mir immer gedacht: Was unterscheidet diese Situation von all der Zeit davor? Ich mache es einfach: Nichts. Mit einem Unterschied: Davor gab es keine Illusionen.

Deshalb ist es so wichtig für mich in mich hinein zu horchen und zu spüren. Und da spüre ich im Moment Unbehagen. Unerklärbar für mich selbst, es ist nur (?) ein Gespür. Aber für einen zu einem mehr und mehr werdenden Herzmenschen, so sehe ich mich, ist „nur ein Gespür“ ein verdammt gutes Zeichen.

Was macht derweil eigentlich das Studium?

Und ja, in der Zeit ihrer Abwesenheit habe ich einiges erledigt. Unter anderem meine Präsentation mit meinem Kommilitonen für mein Studium fertig gestellt und gehalten. Note im mittleren eins Komma Bereich. Passt.

Die Kommentare der anderen Studenten nach meinem Vortrag war überwältigend positiv, so habe ich das auch noch nie erlebt, eine so tolle Kultur miteinander: „Man merkt, dass das total Dein Element ist. Du sprichst so frei, richtig gut. Kein „äh“ oder sonst was. Es war mit Abstand der beste Vortrag von allen bisher.“
Danke. 🙂

Dazu kann ich nur sagen: Wenn Du eine fremde Frau auf der Straße ansprechen kannst, im Cafe, in einer Bar, in einem Club, und immer schauen mehr oder weniger viele Menschen zu (meistens mehr!) und bekommen Deine Körbe mit… bekommen mit wie Du sprichwörtlich Dreck frisst…. dann, ja dann… ist da dieses kleine Ding, das sich „Ego“ nennt, kaum mehr da. Wovor also Angst haben? Vor einer Gruppe interessierter Mit-Studenten einen Vortrag zu halten ist doch dann eine nette Abwechslung. Mal kein Korb, mal kein Dreck fressen. Applaus bekommst Du sowieso am Ende, auch wenn der Vortrag noch so schlecht sein mag. Also gibts doch nur etwas zu gewinnen. Und wenn man ein paar hundert mal in kurzer Zeit diese ekeligen Körbe bekommen hat, dann ist ein kleiner Vortrag vor echt netten und wohlgesonnenen Menschen doch etwas richtig schönes. Wenn Du eine Frau draußen spontan über Minuten oder teilweise sogar Stunden unterhalten kannst, dann ist ein trainierter Vortrag vor einer großen Gruppe – die nicht mal fiese Shit-Tests wie aus der Stalinorgel abfeuert – echt Urlaub.

Pickup ist viel mehr als nur „wie schleppe ich eine Frau ab“ und deshalb werde ich meinem Sohn eines Tages im entsprechenden Alter nichts anderes zeigen und beibringen als genau das. Erstmal sich selbst zu finden und zu sich zu stehen, danach kann der Junge den ganzen Krimskrams aus den vielen unnützen Schulbüchern lernen.
Und was ist, wenn es eine Tochter wird? Haha. 😉

Außerdem habe ich noch meine Note für eine vor einigen Wochen abgelegte schriftliche Prüfung erhalten, Note im niedrigen eins Komma Bereich. Passt auch.
Studium ist also soweit gut angelaufen, auch faktisch.

Ein Gefühl von (wieder) mehr Freiheit

Während der Abwesenheit von Fr. Tinder telefonierten wir zwar täglich, aber meist nur kurz. Ansonsten war sie gut beschäftigt und viel unterwegs mit ihren Freundinnen oder Freunden, was weiß ich. Worüber ich nicht traurig war, im Gegenteil. Die Stille habe ich zu Hause sehr genossen. „Endlich“ wieder machen können was ich will.

So wie ich auch den Samstag Abend genossen habe. Draußen mit einem Kumpel. Es wurde spät.

Es sind so kleine Dinge, die plötzlich wieder real werden und in den Vordergrund rücken: Den Teller vom Abendessen auf dem Couchtisch liegen lassen?! JA! Wenn mir danach war, JA! Wenn nicht, nicht. Dann hab ich ihn aufgeräumt.
Und das leere schwere Glas vom Schluck Rum am Abend zuvor – ein Cubaney Ron Exquisito – blieb über Nacht auch einfach mal stehen. Nur um es dann in der Früh aufzuräumen. Warum nicht.
Natürlich kann ich mir selbst die Frage stellen: „Ja, warum lasse ich es nicht auch einfach so stehen, wenn eine Frau da ist?“
Es ist einfach anders, ich fühle mich da nicht so frei. Jedenfalls nicht bei ihr, vielleicht bei einer anderen Frau. Ich weiß es nicht. Dementsprechend räume ich mein Zeug einfach weg. Innere Freiheit sieht anders aus, ich weiß.
Auch wenn ich außerdem weiß, dass diese Art Freiheit erst mit der Zeit kommen kann und vermutlich auch würde. Dennoch fühlt es sich unfrei hat. Eigentümlich unfrei.

Da fällt mir gerade noch so ein Beispiel ein, eines das allerdings tatsächlich nichts mit meinem Denken zu tun, sondern eines, das Fr. Tinder getriggert hat: Letztens wollte ich am Abend mit Herr van Onnetuschn Fifa 17 spielen, online, er von zu Hause aus und ich von zu Hause aus. Zwei gegen zwei, machen wir seit Jahren.
Also rief er mich an und fragte: „Na, hast Du Lust?“
Woraufhin ich antwortete: „Na sicher, ich kläre das hier mal schnell ab und melde mich nochmal bei Dir.“

Und was war? Natürlich begann eine kleine Diskussion darüber ob „es denn sein müsse“, dass ich spiele wenn sie da sei. Nun, wenn wir uns nur einen Abend sehen, dann würde ich nicht auf die Idee kommen zu spielen. Sehen wir uns hingegen tagelang ununterbrochen, dann ist das auch so ein Beispiel für „unfrei“ zu sein. Sie bestand mehr oder weniger darauf, dass ich sehr wohl spielen könne, allerdings wenn sie nicht da sei. Rumps.

Gut, dann wird heute eben nicht Fifa gespielt. Einmal ist kein mal, sagt man. Zwei mal ist einmal zu viel! Ein zweites Mal wird es nicht geben. Will ich spielen, dann werde ich spielen.

Nun, so tat der Schritt zurück gut. Sie nicht da. Ich alleine. Mehr oder weniger alleine. So alleine fühle ich mich gar nicht. Kommen eben die Treffen mit Freunden bzw. Ausflüge in die Stadt wieder mehr zum Tragen. Das tat verdammt gut.

Wiedersehen

Wir freuen uns beide dennoch aufs Wiedersehen, keine Frage. Und klar ist auch, dass dann einige Dinge anders laufen werden. Mit oder ohne ihrem Einverständnis. Was eine Anfangsphase betrifft, bin ich sicherlich sehr tolerant und oft bereit mich etwas zurück zu nehmen. Richtig ist das dennoch nicht. Richtig wäre, wenn es einfach passt wie es ist. Aber gut… ich gebe nicht meine Freiheit auf, um in ein Korsett gepresst zu werden. Ihr zugute halten werde ich jedoch, dass sie das gar nicht vor hat. Nicht bewusst, aber das entschuldigt auch nicht, dass sie es eben doch tut. Ohne es zu merken, wie ich nochmal betone. Aber eine Frau handelt oft subtil und unterbewusst in solcherlei Angelegenheiten. Frauen sind Strategen. Männer nicht. Männer sind trieb- und instinktgesteuert. Nur gut, dass ich aber zusätzlich auch Stratege bin. Nichts liebe ich mehr als das Vorausdenken. 😉

So viel „Neues“ zwischen Fr. Tinder und mir hat sich also in der letzten Zeit gar nicht entwickeln können. Außer einigen Telefonaten und sonst nur Distanz und ein paar Illusionen. Dementsprechend kann ich hier in Teil 3 auch nicht mit den großen Fakten auffahren. Es geht in Teil 3 also erneut wieder mehr um mich, als um Fr. Tinder. Und vielleicht ist das gerade das Notwendige?

Was ich sicher sagen kann: Wenn man sich einander nicht sieht, ist das dementsprechend auch nicht meine Realität. Das hat mich die Zeit wieder klar werden lassen. Ob jemand 14 Tage auf Barbados, auf dem Bahamas oder in Saint-Tropez verbringt und sich die Sonne auf den Bauch bzw. aus dem Hintern scheinen lässt oder ob jemand gar nicht so weit weg seine Zeit mit was-auch-immer zubringt, spielt letztlich keine Rolle. Die Person ist nicht neben mir. Nicht meine Realität. Nicht mein Problem.
Es ist einfach surreal nur zu telefonieren und den Menschen nicht bei sich zu haben. Wenn ich mir überlege wie viele Frauen ich in der Zwischenzeit hätte ansprechen können… und es nicht getan habe. Das lasse ich einfach mal so stehen. Ohne Kommentar.

Wieviele Dates waren in all der Zeit schon mit irgendwem ausgemacht und wurden dann mehr oder weniger kurzfristig abgesagt? Nicht meine Realität. Nicht mein Problem.

Was ich aber auch sicher sagen kann, und das beziehe ich gar nicht auf Fr. Tinder und ihren aktuellen Urlaub, ist:
Ist es die richtige Person, dann ist sie bei Dir. Und umgekehrt. Und dahinter gehört ein Ausrufezeichen!

Und so werden wir uns diese Woche wieder sehen. Heute. Wenn es keine Illusion sein sollte.
Ausgeruht. Mit Abstand. Ich sehe es – spätestens nach der „Pause“ – ganz entspannt. Vielleicht zu entspannt. Vielleicht auch nur wegen der Pause entspannt. Ein bisschen ist es für mich auch mehr als nur entspannt. Warum? Wer weiß. Nur so ein Gespür.

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9 Kommentare zu „Was bisher geschah… Fr. Tinder und ich – Teil 3 von 3

  1. Ich hab mich ja schon bei Teil 1 von 3 gefragt, wie du eigentlich vorher genau wissen kannst, dass es nur drei Teile geben wird. Nachdem die Geschichte ja noch am Entstehen war. Aber dann war dies wohl auch nicht das Ende eurer Geschichte. 😉
    Vielleicht hat euch die Zwangspause ja wirklich gut getan. Ansonsten klingt die Dame in diesem Beitrag irgendwie nach einer ziemlich einengenden Klette. Da kann mein Eindruck jetzt auch falsch liegen. Und vielleicht magst du so viel schnelle (erzwungene?) Enge ja auch, da ist nun mal jeder Mensch anders. Für mich persönlich wär das nix, wenn ich mich und mein Leben von Anfang an einschränken müsste. Und dass man das Alleinseins so sehr genießt, wie du es beschreibst, kommt mir für eine so frische „Verbindung“ auch komisch vor. Versteh mich nicht falsch, ich schätze das Alleinsein sehr. Und nach einer langen Beziehung ist ein solches Gefühl absolut plausibel. Aber wenn alles noch so frisch und neu ist… Sollte es da nicht anders sein?!

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    1. Verzeih die Verzögerung bis zu meiner Antwort.

      Nun, vorher wusste ich nur, dass es genug Stoff für drei Artikel werden würde. Ungefähr kann ich vorher einschätzen wieviel ich zu sagen habe. Außerdem wollte ich verschiedene Etappen des Weges zwischen Fr. Tinder und mir beleuchten.

      Was ich vorher nicht wissen konnte: Dass es (seit gestern) einen Teil 4 von 3 gibt. Insofern kann man tatsächlich nicht immer alles im Leben voraus planen… 🙂

      Viel Nähe ist für mich an sich toll. Nein, sogar weltklasse. Da ist jeder anders. Für mich ist Nähe das Wichtigste in der Partnerschaft.
      Demgegenüber sind nur die Gefühle dahinter entscheidend. Nähe fühlt sich also mal richtig an oder mal falsch, es „kommt darauf an“. Und in diesem Fall fühlte sich die Nähe nie 100% richtig an, weder die Nähe fühlte sich richtig an noch die zwischenzeitlichen „Pausen“, egal ob länger oder kürzer.
      Wenn man getrennt ist vom Partner, dann kann man innerlich unmittelbar nach dem Abschied ein Gefühl von „ich vermisste Dich jetzt schon“ oder von „man, bin ich froh, dass ich wieder meine Ruhe habe“ verspüren. Und bei ihr war es meist letzteres. Das realisiere ich nun auch erst mit mehr Abstand. Aber ich gebe auch nicht immer sofort auf, deshalb habe ich schon innerlich über die Zeit ein wenig „gekämpft“, ohne mich dabei aber selbst aufzugeben.

      Du hast also völlig Recht mit Deiner Frage bzw. viel mehr mit Deiner Aussage am Ende!

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  2. Zuerst mal herzlichen Glückwunsch, dass das Studium so toll für Dich startet. Aber Du hast auch was dafür getan, also Respekt! Ich freu mich für Dich ❤
    Die Pause tat Dir spürbar gut. Deine Gedankengänge sind klarer. Und ich hoffe, dass das alles nicht ruckzuck aus dem Kopf ist, sobald sie vor Dir gestanden hat. Weißt ja, verliebte Kerls und so 😉

    Was genau meinst Du eigentlich mit dem oben erwähnten Gespür von Unbehagen? Hast Du nicht näher erläutert oder ich bin zu blind zum Lesen.

    Und jetzt ans Eingemachte *fiesgrins*:

    Bei Deiner Abhandlung über Realität und Illusion schrie alles in mir :"NEIN!!!". So genau konnte ich das anfangs nicht ausformulieren, aber eine Blumen-Freundin half mir ein wenig auf die Sprünge. Für Dich besteht also nur eine Verbindung, wenn die Person neben Dir sitzt. Du kennst meine Mutter nicht, die kann ewig neben Dir sitzen und es besteht nicht einmal das Staubkorn einer Verbindung.

    Also ich weiß, was Du meinst, schon klar. Aber wenn Du davon ausgehst, dass wir alle miteinander verbunden sind, dadurch, dass wir nämlich Energie und nicht nur Materie sind, ist eben auch die spezielle spürbare Verbindung über eine große Distanz möglich. Ich sage nur möglich, nicht, dass sie immer da ist. Und Verbindung hat so überhaupt nichts mit unserer materiellen Hülle oder dass jmd neben uns sitzt, sondern eher wer neben uns sitzt, zu tun
    Beweisführung:
    Dass es Dinge gibt, die wir nicht sehen, da stimmst Du mir sicher zu. Stell Dich unter einen Starkstrommast und Du spürst die Spannung auch wenn sie nicht sichtbar ist. Stell Dich ans Meer und Du spürst Weite. Ist das alles Illusion? Alles was nicht materiell ist, erleben wir nur auf einer anderen Ebene, aber ist diese deshalb Illusion? Wenn Du mit Deinem Kumpel auf einer Party einem Sprecher lauschst und dieser erzählt etwas, was ihr als Bullshit empfindet, dann seht ihr Euch in dem Augenblick an und verdreht die Augen. Nicht weil ihr wißt, wie der andere denkt, sondern weil ihr verbunden seid.
    Trotz allem pflichte ich Dir bei, Du hast Deinen eigenen Kosmos, Dein eigenes Erleben und er seines. Und diese jeweiligen Welten werden nie zu einer einzigen verschmelzen – das verhindert nicht nur Eure sex. Orientierung sondern auch die Materie aus der ihr besteht. Eins sein, is nich! Also ist auch die Couchnummer (also Du und sie auf der Couch ist ja Deiner Meinung nach real), eigentlich eine Illusion, denn wirklich verbunden seid ihr nicht, weil es nicht möglich ist, so materiell.
    Wenn Du aber in diesem Moment Deines Seins spürst oder träumst (denn auch nachts existierst Du ja), dass Dein todkranker Vater Dich nochmal sehen will, fährst Du hin oder nicht?

    Danke, dass Du mir die Chance gibst, alles mal eben auf den Kopf zu stellen. Denn so schaffe ich auch für mich Klarheit zu dem "Nein", das da während des Lesens in mir schrie.
    Der wichtigste Satz für mich da oben, den schreib ich mir trotzdem mal hinter die Ohren, wenn auch in etwas abgewandelter Form: Ist es die richtige Person, dann will sie bei Dir sein. Und nicht nur umgekehrt!!! An dem werd ich jetzt lange knabbern, mennoo
    Sonnige Grüße zum bald beginnenden langen Wochenende 🙂

    Gefällt 2 Personen

    1. Danke danke. 🙂

      Jetzt, da sich die Welt und die Zeit weiter gedreht haben, kann ich sagen: Nein, meine klaren Gedankengänge sind nicht wieder verschwunden, nachdem ich sie wieder gesehen habe. Im Gegenteil. Ich bin meinen klaren Gedanken stärker gefolgt als vorher. Zum Glück.

      Deiner Frage zum „Unbehagen“ gehe ich im aktuellsten Teil (Teil 4 von 3 von gestern) nach. Es ist und bleibt ein Gefühl des „an ihrer Seite nicht richtig seins“.

      Zu dem tiefgründigen Aspekt zur Verbindung zwischen zwei (bzw. allen Menschen): Das was Du beschreibst, verstehe ich. Das kann ich voll nachempfinden und sehe es im Wesentlichen genauso wie Du. Das wird sehr philosophisch nun.
      Schmunzeln durfte ich wieder, als Du von Deiner Mama schreibst. Haha! Ja, auch so etwas gibt es. Gut, dass wir uns zumindest größtenteils aussuchen können, mit wem wir unsere Freizeit verbringen möchten. 😉

      An eine Verbindung zwischen Menschen glaube ich definitiv auch. Mir ging es dabei weniger um die Verbindung auf Meta-Ebene. Sondern mir geht es um die „Realität“, die anfassbar und nicht nur spürbar ist. Wie gesagt, es wird nun wieder philosophisch.

      Das Beispiel mit der Couch, darauf kann ich eingehen, um nochmal darzustellen was und wie ich es meine.
      Gemeint sind meine Gedankengänge folgendermaßen: Wenn Fr. Tinder (oder jeder andere) zwei Wochen irgendwo anders verbringt, dann ist sie nicht hier. Nicht bei mir.
      Ich kann dann – zur „richtigen“ Person an meiner Seite – sicher eine Verbindung spüren und jede Minute an sie denken, und evtl. tut sie das auch umgekehrt. Das sieht man dann in so krassen Verliebtheitsphasen wie meist zu Beginn, wenn beide das Gleiche im selben Moment schreiben oder aussprechen oder sich gleichzeitig anrufen und bei beiden ist besetzt. Dann ist da diese Verbindung.
      Das hatte ich mit Fr. Tinder allerdings nicht. Im Gegenteil, ich nahm – und das kann ich nicht in Worte fassen, sondern nur so beschreiben wie ich es fühlte – den Abstand als surreal war. Eher so: Ich schreibe und telefoniere mit einer Frau, die nicht an meiner Seite ist und bei der es sich nicht einmal „komplett richtig“ anfühlt, wenn sie an meiner Seite ist.

      Was ich – besonders nach dem aktuellsten Teil 4 – sagen kann, jetzt kann ich das nämlich noch klarer in Worte fassen: Möglicherweise ist sie in den zwei Wochen „fremdgegangen“, möglicherweise auch ich. Kann sie es wissen? Kann ich es wissen? Nein. Man hat eine Illusion von einer „Verbindung“ im Kopf. Das ist die Realität bzw. Illusion von der ich spreche. Ich bin in der Zwischenzeit zuletzt wieder approachen gegangen. Nicht häufig, aber immerhin in der Zeit mit ihr hab ich 7 Frauen konkret und aktiv angesprochen. Das würde ich nie tun, wenn ich mich „richtig“ fühlen würde an ihrer Seite. Besonders nicht wenn sie mir das Gefühl gegeben hätte. Wenn sie in mir nicht bei jedem kleinen Mist (entschuldige bitte!) ein Unbehagen ausgelöst hätte. Das ist jetzt auch nicht so einfach kurz und knapp zu beschreiben, eigentlich müsste ich dazu einen ganzen Artikel verfassen. Dennoch will ich es in der Kürze versuchen:
      Ich habe 2 Wochen „auf sie gewartet“, während sie irgendwie irgendwo irgendwann was anderes getan hat. Lena hat das damals in ihrem Lied sicher anders gemeint. Aber in dem Fall ist es so. Das gilt für Fr. Tinder umgekehrt auch, auch sie hat so gesehen „auf mich gewartet“, schon klar.
      Ich habe keinen blassen Schimmer was sie in der ganzen Zeit getan hat. Es sind Vermutungen und es Konstrukt aus Gedanken, die sie in mir erzeugen kann. Es gab ein paar (bzw. viele) Fotos und einige Telefonate. Manchmal lange, oft nur kurz. Dazwischen war sie oft nicht oder nur schwer erreichbar, weil „sie gerade mit ihren Freunden beschäftigt“ war. Ja, keiner muss dauerhaft erreichbar sein. Aber real ist das für mich nicht, wenn jemand woanders ist. Ich kann ihr glauben was sie sagt oder auch nicht. Ändern wird es nichts, erfahren werde ich es erst recht nicht. Sie macht irgendwie irgendwo irgendwann irgendwas. Ohne mich, dafür mit wem auch immer. Ich bekomme von ihr zwischendurch Informationen, genauso wie ich ihr welche zukommen lasse. Komischerweise hat sie sich dort sogut wie gar nicht mit männlichen Freunden getroffen, könnte ich den Eindruck haben. Obwohl sie mir umgekehrt erzählte, dass sie einen so riesigen männlichen Freundeskreis hat. Jetzt kann ich mir natürlich meinen Teil dazu denken. Kann. Könnte. Tue ich aber nicht.
      Genau darum geht es ja frei nach Eckhart Tolle bzw. „Leben im Jetzt“. Es ist nicht meine Realität. Und DIE Realität werde ich nie erfahren. Wir werden täglich nur gefüttert mit den Informationen, die uns gefüttert werden sollen. Das gilt für die Medien genauso wie für eine Beziehung.
      In einer Beziehung läuft das oft unterbewusst ab, dass man den anderen manipuliert. Bei den Medien sieht das schon anders aus, da sind wir uns zumindest einig. 😉

      Nochmal zu mir: Ich bin in der Zwischenzeit approachen gewesen, obwohl ich mit ihr in Kontakt stand. Aber 14 Tage Abwesenheit einer Frau, mit der ich mich (noch) nicht mal im Status „Beziehung“ befinde, ist für mich nicht DIE Realität. Es ist eine Illusion. Ein Wunsch maximal. Nenne es wie Du möchest. Oder auch nur ein „es könnte etwas mit ihr werden“. Was weiß ich, letztlich läuft es auf das Gleiche hinaus. Auf die Frage: „Ist sie JETZT gerade neben mir?“ Nein?! Na dann bitte, sage ich mir: „Dann geh approachen und verschwende Deine Zeit nicht mit einer Illusion.“

      Das sieht anders aus in einer festen Beziehung. Da fliegen wir gemeinsam weg und wenn nicht, dann ist mein Augenmerk trotzdem auf der von Dir genannten Verbindung zu dem Menschen. Dann lasse ich auch mal meine Freunde zwischendurch für 5 Minuten alleine um mit ihr zu telefonieren und bin nicht über 2 Tage kaum erreichbar. Das mag jeder anders definieren, wirklich. Aber mein Traum ist das so nicht, denn sonst könnte ich gleich Single bleiben. Da hab ich auch keine Frau, die ständig bei mir ist. Wo ist dann der Unterschied? 🙂

      Ich schreibe nur über meine Gedanken. Nur ich sehe das so, das ist mir bewusst. Also keine Sorge. Auch – aus meiner Sicht – komische Freundschaft-Plus „Beziehungen“ mögen für manche Menschen funktionieren. Oder offene Beziehungen oder was weiß ich. Alles gut und schön, für mich aber nicht. Und daran ändere ich auch nichts, solange es dieses Projekt Beziehung gibt.

      Und was ich für mich sagen kann: Gut, dass ich – wenn auch sehr wenig – fleißig weiter draußen aktiv war. Spätestens seit Sonntag, nach ihrem „ich mach mal Schluss“-Telefonat (<- was noch gar nicht richtig angefangen hatte). Ich will nicht sagen, dass es gut ist sich parallel ständig weiter um zu schauen nach anderen Frauen. Das bin eigentlich gar nicht ich. Aber es gibt ja einen Grund warum ich das tue. Etwas, das sich auf der Herzebene abspielt. Und da hat eben etwas nicht gestimmt, also habe ich gehandelt wie ich gehandelt habe. Das – und NUR DAS – hat mir alleine schon genug gezeigt.

      Es wurde nun ein langer Kommentar von mir, aber das bin ich inzwischen bei uns beiden ja gewöhnt. Und das macht mir Spaß. Gut, dass Du solche Statements raus haust und mich zum Nachdenken bringst.

      Und die 7 Körbe in der Zwischenzeit… DAS war meine Realität. Die habe ich tatsächlich gespürt, ohne auf Erzählungen von irgendwem irgendwie irgendwo und irgendwann zu hoffen. Und sie dann glauben zu "müssen", weil ich nicht dabei war. Selbst wenn ich die Erzählungen glaube, ganz frei und ohne "müssen", sind sie ohne mich passiert. Nicht MEINE Realität.
      7 Körbe, das war keine Illusion, sondern real. Und Sonntag nach das 8 zu 1, das war auch real. Da war die Frau neben mir, ohne weit weg von mir im Urlaub gewesen zu sein. Gut, dass Fr. Tinder Sonntag Mittag es zwischen uns beendet hat. Kann ich im Nachhinein sagen. Dazu gibts dann noch eine Geschichte als Artikel. 😉

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      1. Der war jetzt echt lang. Ganz lieben Dank für Deine Erklärung, ich kann nachvollziehen, was Du meinst. Insbesondere die Erwähnung des surrealen Gefühls hat dazu beigetragen. Ich werd das jetzt aber nicht ebenso lang fortsetzen, nur 2 Sachen:
        Meine Mum muss ich ein wenig in Schutz nehmen, nicht dass ein verzerrter Eindruck entsteht. Klar, sie ist eben, wie sie ist. Mir und ihren Enkeln gegenüber. Bei meinen Schwestern ist sie aber etwas anders. Liegt daran, dass ich meine ersten 5,5 Jahre nicht bei ihr aufgewachsen bin, deshalb fehlt einfach etwas von beiden Seiten. Wie sie zu anderen Personen ihres Umfelds ist, kann ich nicht einschätzen. Dazu sind 2 Besuche im Jahr zu wenig.
        Die zweite Sache ist, dass ich Dich so verstanden hatte, dass in Deiner Realität nur Logik zählt. Mein Fail, sorry dafür.
        Hab einen schönen Sonntag, liebe Grüße

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        1. Alles klar! 🙂

          Da Du so auf meine perfektionistische Ader stehst: Es sollte oben in meinem Artikel natürlich „Nena“ heißen. 😉 Irgendwie, irgendwo, irgendwann.
          Nicht „Lena“. Lena war die andere. Die, die sich immer so komisch bewegt beim Tanzen. :-p

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