Date-Review zu Fr. Tinder – Teil 1 von 3

Wie angekündigt, gibt es von mir noch das Date-Review zu letzten Freitag. Mein aller aller aller erstes Tinder-Date meines Lebens. Premiere. Unglaublich. Wahnsinn. ICH und Tinder?! Ja, ich und Tinder!
OH MEIN GOTT! ICH HAB ES GETAN! 🙂

Wobei ich in dem Fall ein paar Worte voraus schicken muss. Tatsächlich habe ich keine Ahnung wie Tinder-Dates normalerweise zustande kommen. Keine Ahnung, keine Erfahrung. Also hab ich es einfach mal laufen lassen. Bis es neben all den anderen Matches zu einem Match kam, mit der späteren – nennen wir sie – Fr. Tinder.

2017-03-22.png

Nur ein Foto von Fr. Tinder ohne Text

Keine Beschreibung im Text. Nur ein Foto.
Hm. Okay.
Erfüllt ja den Zweck, denke ich mir. Reduziert bis aufs Minimum. Passt ja perfekt. Tinder ist für Minimalisten, ein Bild reicht. 😉
Tinder ist ja nicht zum Kennenlernen da, sondern bereitet nur den Weg dorthin. Es ist sozusagen das Vehikel. Genauso wie Whatsapp beim Pickuppen nur das Vehikel zum Transport zum nächsten Date darstellt. Und selbst das idealerweise nicht mal. Je weniger man schreiben muss, um zum Date zu kommen, desto mehr Grundanziehung ist da und desto wahrscheinlicher wird das Erscheinen der Frau zum Date.
Ein großer Fehler, den viele Männer machen, wenn sie ellenlange Texte schreiben, noch vor dem ersten Date. Weil sie die Realität ausblenden. Wenn eine Frau nicht will, dann will sie nicht plötzlich nur deshalb, weil Du ihr den Tim Bendzko machst. Vergiss das Ding mit „Nur noch kurz die Welt retten“ und 148 Mails checken. Das läuft so nicht.

Wenn sie Dich attraktiv findet (nicht nur optisch, sondern Attraktivität durch Ausstrahlung), dann brauchst Du keine Romane schreiben. Dann will sie Dich wieder sehen. Am liebsten Jetzt. Dann steigt sie ins Auto und fährt sofort los. Punkt.

„Knutschen ist für eine Frau kein großer Deal“

Letztens habe ich in einem „Lehrvideo“ – ich bilde mich ja ständig weiter fort – folgende Aussage eines Pickuppers gesehen und gehört: „Und wenn eine Frau mit Dir im Club knutscht… Männer denken dann sofort, dass die Frau unbedingt mehr will. Das ist nicht so. Für Frauen ist das sehr oft gar kein großer Deal. Sie hat mit Dir geknutscht, fertig.“

Als ich das Video letztens sah, dachte ich mir: „Ja, kann ich nach meiner Erfahrung bestätigen.“
Meiner kleinen Traumwelt des kleinen Jungen (von früher, muss ich inzwischen – leider – dazu sagen) versetzt das einen derben Schlag ins Gesicht, ich sehe die Traumblasen platzen, plopp plopp, und so sah das für mich bislang bis zu meiner Zeit vor dem Abtauchen in die Untiefen des Pickuppens so aus:

Ich finde ein Mädchen toll.
Irgendwie nehme ich Kontakt zu ihr auf (schüchtern war ich noch nie).
Alles ohne Plan und Verstand natürlich, woher auch.
Ist ja an sich auch gar nicht nötig.
Und dann machte ich irgendwann und irgendwie ein Treffen aus.
Im Rückblick betrachtet muss ich feststellen: Wann immer es etwas „Festeres“ geworden ist, hatten wir beim ersten Date geknutscht.
Und umgekehrt: Wann immer geknutscht wurde, wurde es etwas „Festeres“.
So war ich viele Jahre lang gepolt.
Das war meine Erfahrung und mein Horizont.
Ich dachte, dass das immer so wäre.
Knutschen ohne Gefühl kam für mich nicht in Frage.

Und daran musste ich nie wieder etwas ändern.
Bis… ja… bis… zum Ende meiner mehrjährigen Beziehung.

Seither stelle ich genau das Gegenteil fest und kann dem jungen Mann aus dem Video nur Recht geben. Knutschen? Ganz offensichtlich kein großer Deal für die Frau. Für mich? Inzwischen auch nicht mehr. Nicht weil ich es nicht wollen würde, sondern weil ich es nicht mehr kann, da etwas rein zu interpretieren was offensichtlich nur von einer Seite vorhanden ist, nämlich von meiner. Gefühle, oder zumindest der Anflug davon. So viele neue Erfahrungen verdrängten die alten. Ich habe seit meinem Beginn mit dem Pickuppen so unglaublich merkwürdige Situationen erlebt, unvorstellbar. Man fällt dann zwangsläufig irgendwann vom Glauben ab, ich jedenfalls. Aber ein bisschen Rest-Menschlichkeit habe ich mir bewahrt, keine Sorge. Ich bin immer noch keine Maschine geworden und werde es auch nie werden. Für mich wird sich zu küssen immer etwas besonderes sein und bleiben, nur bilde ich mir nichts mehr darauf ein. Das ist der einzige Unterschied zu früher, ein zwangsläufiger Fortschritt der eigenen Evolution. Auch wenn ich im Herzen immer der kleine Junge bleiben werde, wenigstens ein Stück weit. Und darauf bin ich stolz.

Früher ging ich dann noch von einem „Oh, sie mag mich und will mit mir zusammen sein!“ aus. Heute weiß ich hingegen: „Sie küsst mich, weil sie gerade Bock auf küssen hat. Das ist alles. Punkt.“

Ich bin ganz schön abgeschwiffen vom Thema Date-Review zu Fr. Tinder.
Aber ich musste diese kleine Hommage an das Besondere des Küssens einfach los werden. Von Herzen gerne bin ich Poet.

Fr. Tinder ist nicht gleich, Fr. Tinder ist anders

Aufgrund meines „Lernstresses“, kann man schon so sagen, in den letzten Wochen, haben wir das Kennenlernen kurzerhand auf häufiges Chatten und viel Telefonieren verlegt.

Der aufmerksame Leser wird jetzt einen direkten Widerspruch zum ersten Teil meines Artikels erkennen können. Kennenlernen über Telefon?!
So bin ich eben. Ein Mensch der Gegensätze.

Im Grundgesetz ist das sog. Willkürverbot verankert. Staatsrecht mag ich. Regelt es doch die Rechte der Bürger gegenüber dem Staat, zumindest theoretisch. (Aber lassen wir das an der Stelle.)

Zurück zum Willkürverbot, Art. 3 Abs. 1 Grundgesetz. Es besagt:
„Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.“

Und es gibt da einen Satz, den ich mir für mein Leben gemerkt habe, als ich ihn zum ersten mal hörte:
„Der Staat darf nicht willkürlich wesentlich Gleiches ungleich bzw. wesentlich Ungleiches gleich behandeln.“

Nun bin ich nicht der Staat. Und Fr. Tinder ist auch nicht meine Bürgerin. Nur was sie eben auch nicht ist: Gleich. Also muss ich Ungleiches ungleich behandeln. Sie ist anders. Und in diesem Fall nahm ich mir vor von meiner Norm abzuweichen.

Warum?

Fr. Tinder ist sehr tiefgründig. Sie ist ein bisschen älter als ich, für mich sehr ungewohnt so etwas. Sie hat Humor, nicht irgend einen Humor. Meinen Humor. Und umgekehrt ich ihren. Wow. Oft mal sarkastisch und meistens knackig. Gerne mal von hinten durch die Brust ins Auge.

Da fällt mir ein, ein ehemaliger Mathelehrer sagte mal zu mir: „Sie drehen aber immer gerne eine Pirouette auf dem Weg zur Lösung, gell?!“
Recht hat er. Das bin ich. Ein guter Mann, er. Nicht ich. Das müssen andere beurteilen. Einer der wenigen Lehrer jedenfalls, die ich gut fand. Ihm hab ich mein Fachabitur zu verdanken. Danke an der Stelle an Sie. Oder an Dich, heute bist Du ja nicht mehr mein Lehrer und ich nicht mehr Dein Schüler. Heute sind wir normale Menschen. Also nehme ich das Du. Danke Dir!

Und da es ein langer Artikel wurde, teile ich ihn hier zum ersten Mal auf.
Teil 2 folgt… 😉

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