Philosophischer Sonntag – Alles über nichts

Der heutige Philosophische Sonntag wird ein kurzer. Einer zum kurzen knackigen Nachdenken. Wenige Worte statt vieler.

Philosophischer_Sonntag

Heute geht es um Besserwisser und Expertentum

Das ist nicht nur auf den Job zu beziehen. Es geht auch um das Privatleben. Die Tendenz auf unserer Welt geht immer mehr in Richtung Expertentum. Wer ist denn heute noch in der Lage relativ viel selbst zu tun? Kaum tropft mal ein Wasserhahn, benötigen wir einen Handwerker. Geht mal der PC nicht, dann muss irgendwer aus der Familie oder dem Freundeskreis einspringen. Bei Versicherungen haben wir schon drei mal keine Ahnung welche nun nötig ist und welche nicht. Sofort muss der Vertreter her. Beim Kochen wird nur noch exakt nach Rezept nachgemacht. Eigene Entscheidungen auf fremdem Terrain? Fehlanzeige! Alles Beispiele aus dem Privatleben.

Und im Job sieht es noch schlimmer aus. Da gibt es zig verschiedene Experten für jedes unterschiedliche System. Egal welcher Art. In der Produktion das Gleiche. Am Fließband macht jeder Arbeiter fast nur noch einen Handgriff, dafür den ganzen Tag immer den gleichen. Wie ein Roboter. Aber seinen Nachbarn am Posten daneben kann er nicht ersetzen. Selbst in den einfachsten Tätigkeiten sind wir Experten geworden. Experte für dies, Experte für das.

Ist das wirklich gut?

Es gibt einen weisen Mann, den ich sehr verfolge. Besser gesagt seine Reden und Texte. Und er sagt so schön:

„Die Menschen wissen immer mehr von immer weniger. Bis sie irgendwann alles über nichts wissen. Dann überschlägt es sich.“

4 Kommentare zu „Philosophischer Sonntag – Alles über nichts

  1. Wissen ist großenteils eine Illusion.
    Was heißt schon „Wissen“. Wichtig ist das „Machen“. Nicht das vermeintliche „Wissen“ im Sinne von „Denken“.
    Du kannst Dich 1 Tag in die Wildnis begeben und „wissen“ wie Du ein Feuer entfachen kannst (Wärme, Nahrung zubereiten). Du kannst Dir auch 1 Tag Gedanken darum machen wie und wann und wo genau so ein Feuer perfekt wäre.
    Und solange Du es nicht einfach machst, gibt es auch kein Feuer. So auch keine Wärme und keine Nahrung.

    1 Tag denken bringt kein Feuer. 1 Streich mit dem Streichholz hingegen schon.
    Die Antwort fiel nun ganz dem Philosophischen Sonntag gemäß aus.

    Schönen Abend 🙂

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  2. Die Welt wird immer komplexer und wir mit ihr. Jeder einzelne von uns ist auf verschiedenen Gebieten Experte, deshalb ist es so wichtig, sich zu vernetzen. In HH gibt es eine Unternehmensberatung (Thomsen Group), die Zukunftsforschung betreibt, die nicht nach Zielgruppen sucht, sondern nach Sinngruppen differenziert. In einem Video sprach Ben Thomsen von den Zukunftstrends der kommenden Jahre: Communities werden immer wichtiger und das Tauschprinzip. Deshalb seh ich das Expertending ganz entspannt. Und ich finds z.B cool, dass ich mir für alle möglichen Fragen (ob perfekter Lidstrich oder das Anschließen einer Lampe ans Stromkabel) Videos bei YouTube ansehen kann – beim ersten Versuch mit der Lampe hat’s trotzdem mächtig geknallt 😂.

    Gefällt 2 Personen

    1. Ich finde es mega wichtig sich zu vernetzen. Da gebe ich Dir total Recht. Youtube nutze ich zu diesen Zwecken auch. Eher als Lern-Plattform. Mehr als nur als kurzes Nachschlagewerk. Weniger als Handbuch, mehr als Lehrer. Es gibt unglaublich tolle Kanäle dort.

      Aber noch mehr versuche ich das Prinzip der Vernetzung im Privatleben umzusetzen. Freundschaften bzw. Bekanntschaften sind so unglaublich hilfreich. Nicht notwendig, aber hilfreich. Es geht alles viel leichter…

      PS: Mit Strom ist nicht zu spaßen, Messer, Gabel, Scher‘ und Licht… 😉

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