Blog-Statistik und die Sinnfrage (Teil 1 von 2)

Pinky und der Brain

Mir fiel die letzten Wochen unübersehbar auf, dass die Zahl meiner Blogleser angestiegen ist und weiter ansteigt. Projekt Beziehung im Aufwind! Projekt Beziehung erobert die Welt?!
Na na! Füße still halten! Schließlich bin ich weder Pinky noch der Brain. Und dass deren immer gleichen Versuche die Weltherrschaft an sich zu reißen gescheitert sind, wissen wir dank deren 65 kläglichen Versuchen in 65 erfolglosen Folgen. Also nicht erfolglose Folgen im Sinne von erfolglose Serie, sondern erfolglose Folgen im Sinne von erfolglose Versuche in erfolglosen Folgen einer erfolgreichen Serie. Denn das war sie, erfolgreich. Die Serie.

(Anmerkung: Immer gleich kann man „immer gleich“ oder „immergleich“ schreiben. Ist wohl nach neuer Rechtschreibung Geschmacksache. Warum ich das extra erwähne? Weil ich als ausgewiesener Perfektionst selbst beim Schreiben einer Einleitung eines Blogartikels mit solchen Nebensächlichkeiten viel Zeit zubringen kann.)

Gut, die 65 Folgen habe ich hier mit meinen eigenen selbigen jedenfalls schon geknackt, dafür habe ich noch 65 Versuche – um die Weltherrschaft an mich zu reißen – übrig. Schade, dass die Serie irgendwann zu Ende ging. Und wenn ich es mir so recht überlege: Ich will weder Pinky noch Brain sein. Beide finde ich auf ihre ganz eigene Art unsexy.

Heute ein bisschen was für die Statistik-Freunde

Verhältnismäßig läuft das alles hier noch auf sehr niedrigem Niveau ab, keine Frage. Also die Zahl der Leser befindet sich auf niedrigem Niveau, will ich damit sagen. Nicht die Leser selbst, Gott bewahre. Und meine Artikel auch nicht. Die sind hochintellektuell, wie ich finde. Beide, also die Leser und die Artikel. 😉

Ohne aggressive Werbung meinerseits ist das jedoch kein Wunder. Und ich mache weder aggressive Werbung noch überhaupt Werbung für meinen Blog. Warum auch?

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Ja, warum auch?

Ich hab bewusst die absoluten Zahlen in dieser Statistik rausgelassen. Ich weiß schon, ich bin oft selbst neugierig und ertappte mich zuletzt mehrfach dabei, wie ich nochmal schnell nachgesehen habe, ob sich die Reichweite meiner Artikel erhöht hat. Aber selbst wenn… nicht…? Na und?

Und jetzt beginnt das Grübeln. Ich glaube, dass sich die Qualität meiner Beiträge im Laufe der letzten Monate verändert hat. Aus persönlicher Sicht würde ich klar sagen: Verbessert!

Objektiv würde ich sagen (schließt sich an sich schon aus! Wie kann man denn selbst über sich objektiv berichten?! Verrückt! 🙂 ), dass sich sicherlich der Inhalt dieses Blogs verändert hat. Der Fokus ist ein Anderer als zu Beginn. Anfangs ging es um das Game als solches:
Wieviele Frauen habe ich gestern angesprochen, wieviele Telefonnummern hab ich bekommen. Wieviele Dates hab ich ausgemacht? Weviele Dates hatte ich dann tatsächlich?

Zahlen hier und Zahlen da.
Zahlen sind in Wahrheit Makulatur! Nichts als Schall und Rauch!

Zahlen sind etwas für Menschen, die ganz viel weißes Papier mit schwarzer Tinte schmutzig machen. Nennen wir sie zum Beispiel Banker. Oder Bankster. Oh, wieder diese Kapitalismus-Kritik. Mensch. Reiß Dich am Riemen Junge, es geht hier nicht immer um Politik und die Systemfrage, manchmal geht es doch auch einfach um Frauen und Männer!

Also weiter ohne Politik und Systemfrage. Bleiben wir bei den nackten Frauen, äh nackten Zahlen. Wenn mir Zahlen wichtig wären, Zahlen an sich, dann müsste ich mir selbst die Frage stellen: „Was unterscheidet mich ab dem Moment von einem Zahlenjunkie?!“ Wo wir wieder bei den Bankstern wären. Da wollen wir aber nicht hin. Wir sind ja anders.

Und so stelle ich mir selbst die Frage

Will ich mehr Leser auf meinem Blog? Oder reicht es mir nicht auch schon zu wissen, dass es täglich überhaupt welche gibt? Ich bin also nicht alleine hier. Andere Menschen nehmen teil an meinem Leben. Oder anders gesagt: Andere Leben nehmen teil an meinem Leben.
Ich gehe sogar einen Schritt weiter und sage, dass es nicht nur ein „teilnehmen“ ist, sondern bisweilen sogar ein „Anteil nehmen“. Das ist mehr als lediglich teilzunehmen. Teilnehmen ist eher ein „dabei sein“. Anteil nehmen ist mehr ein „ich fühle und denke mich auch hinein“.
Ein schöner Gedanke.

Spielt die Zahl dabei eine Rolle?
Ja und nein. Eigentlich sogar nein und nein. Aber irgendwie auch ein bisschen ja.
Unmittelbar betrachtet: Nein. Denn eine Zahl ist eine Zahl. Die bringt mir per se gar nichts.
Mittelbar betrachtet: Ja. Denn, und das darf ich inzwischen regelmäßig selbst spüren, mehr Leser bedeuten auch mehr Kommentare. Und mehr Kommentare bedeuten für mich mehr andere Ansichten. Und das erweitert meinen Horizont. Bei der relativ geringen Zahl an Lesern bzw. in dem Fall besser gesagt Kommentierern ist das zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch keine Druckbetankung für mich, aber es gibt sie… die Kommentierer(innen) und ihre Kommentare.

Und das freut mich.

Eine Hommage an den Leser

Wie ich dargestellt habe, sind Kommentare zu meinen Artikeln für mich mehr wert, als blanke Zahlen. Habe ich stille Leser, freut mich das. Habe ich aktive Leser, die kommentieren, freut mich das noch viel mehr. Denn dann nehmen die Leser nicht nur (An-)teil am Leben des Schreibers. Sondern der Schreiber auch am Leben des Lesers bzw. des dann schreibenden Lesers. Also des Lesers, der ebenfalls zum Schreiber wird. Dann tun wir einander Schreiben schreiben. Unförmlich zum Glück.

Also schreibt mir. Danke! 😉

Morgen gehts weiter mit Teil 2, der irgendwie zu Teil 1 gehört, aber irgendwie auch total für sich alleine stehen könnte.
So wie die Dollar-Trilogie mit Clint Eastwood. Die drei Teile gehören irgendwie zusammen, haben aber dennoch nichts miteinander zu tun. Und mein Zweiteiler hier hat zwar nichts mit einer Trillogie gemein, dafür ist es ein Teil zu wenig. Spannend wie die Dollar-Trillogie bleibt es trotzdem. Daher.. Fortsetzung folgt…