Tag 1 nach 200. The Day After.

Gestern gab es ein Jubiläum, dank meines 200. Artikels am 200. Lebenstag dieses Blogs.
Heute ist Tag 1 danach. The Day After, sozusagen.

Gestern stellte ich die mehr oder weniger rethorische Frage, ob es in 400 Tagen dann 400 Artikel sein werden.

Nichts Genaues weiß man nicht, was ich aber sicher weiß ist, dass sich das Projekt Beziehung inzwischen zunehmend in eine andere Richtung entwickelt. Sogar in viele verschiedene andere Richtungen. Es läuft nicht mehr auf Schienen. Weder als Blog, noch als Projekt an sich. Da der Blog aber nur Symbol meines Leben ist, heißt das wohl, dass mein Leben weniger starr verläuft.
Es verläuft also nicht diametral zu vorher, sondern eher sternförmig. Aus einem Punkt entwickeln sich permament viele neue Dinge und Verzweigungen.
Viele neue Ideen. Viele neue Einflüsse. Eines ergibt das Andere… ergibt das Nächste.

Vorgestern fuhr ich spät abends mit dem Auto auf der Autobahn. In Richtung nach Hause. Und ich drehte die Musik auf und genoss die Zeit alleine. Das mache ich in letzter Zeit öfter, bewusst und genießend Musik im Auto zu hören. Besonders wenn ich von irgendwoher auf der Rückfahrt bin.

Was sich geändert hat in mir, im Vergleich zu von vor ein paar Monaten: Ich fühlte mich so toll alleine – auch, aber nicht nur – in diesen Momenten. Ich verspürte tiefe Dankbarkeit meinem Leben gegenüber, dass ich in diesem Moment nicht zu zweit im Auto sitzen… ja… musste. Nein, ich durfte… alleine sein. Welch ein tragisch schöner Moment.
Alleine sein als Zukunftsmodell?

Soweit würde ich nicht gehen. Es ist nur eine Phase. Diese Phase des Alleinseins. Aber ich merke, dass sie mir inzwischen gut tut, die Alleinseinsphase. Und ich besser und lieber… und irgendwie auch immer mehr.. alleine bin.

Vor ca. 1 Jahr noch wusste ich mit meiner ganzen Freizeit nichts anzufangen. Ich hatte auf nichts Lust und war zu nichts zu gebrauchen. Wie ein Schluck Wasser in der Kurve, saß ich meist da. Elendig, aus heutiger Sicht. Was für ein Anblick muss das für Außenstehende gewesen sein.

Heute ist das anders. Ich habe wieder einen Tagesablauf, der sich darüber hinaus auch stetig ändert. Vor ein paar Monaten noch war ich jeden Tag draußen beim Daygamen. Heute empfinde ich selbst das nicht mehr als oberstes Ziel und Hauptkriterium zur Bemessung des Glücklichkeitsgrades meines Tages. Umso glücklicher bin ich über alles, was ich gelernt habe. Besser gesagt mir selbst beigebracht habe.
Wieder einmal habe ich mir selbst bewiesen, dass man sich selbst der beste Lehrer ist. Ich werde wohl immer ein Autodidakt bleiben.

Wann immer ich mir extra meinen Blaumann angezogen und meinen Werkzeugkoffer gepackt habe, um auf den Straßen deutschlands zu daygamen und allerlei Frauen anzusprechen, so war ich doch ein gewöhnlicher Handwerker.
Wenn man sich extra einen Blaumann anzieht, weil man heute Handwerker sein will, dann ist man ein gewöhnlicher Handwerker, dann ist das ein Job.
Wenn aber ein Handwerker auch ohne Blaumann handwerkt, dann ist er kein gewöhnlicher Handwerker mehr, dann ist das (s)eine Passion.

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Das ist der Unterschied.

Was ich mit diesem Artikel sagen möchte, hoffe ich, habe ich zum Ausdruck bringen können. Falls nicht:
Ich habe es im Laufe und auch dank dieses Projekts geschafft, unabhängig und frei zu werden, so frei, dass ich jederzeit alles tun und lassen kann was ich möchte. In erster Linie jede Frau anzusprechen und kennen zu lernen. Wann und wo immer ich will. Das ist ein unglaublicher Fortschritt in Sachen eigenes Ego und in der eigenen Wahrnehmung der Welt. Und heute brauche ich vom Gefühl her selbst genau das nicht mehr, Frauen anzusprechen. Ich brauche es nicht mehr. Ich habe mich also nicht nur vom Ego weitestgehend frei gemacht, sondern vom Gamen oben drauf gleich mit dazu. Freiheit in der Freiheit. Dabei ist das Projekt Beziehung doch als persönliches Freiheitsprojekt gestartet. Che, lass Dich herzlich grüßen.

Und gerade höre ich ein Lied, das ich sehr liebe. Es passt gerade gut, also verlinke ich es hier rein. Ich liebe R’n’B. Schon immer. So wie dieses Lied:


Werde ich jetzt mit dem Daygamen und Clubgamen aufhören?

NEIN! Sicher nicht.
Jetzt gehts doch erst richtig los. Aber auf einem vollkommen anderen mentalen Level.

Ich bin inzwischen an dem Punkt, an dem ich lieber alleine bin als zu zweit. Und es wird spannend sein zu beobachten wie sich das auf mein Game auswirkt. So wie mit der Klette, als ich ihr schon vor Wochen versuchte klar zu machen, dass wir uns total gegensätzlich sind und eigentlich gar nicht zueinander passen.
Aber ihren Namen „Klette“ bekam sie ja nun nicht sinnbefreit von mir. Ob das (auch?) an meiner zwischenzeitlich anderen Ausstrahlung liegt, dass sie so klettet?
Das sind Fragen, die mich interessieren und beschäftigen. Auch wenn sie eher subjektiver oder philosophischer Natur sind.

Nun ja, jedenfalls… wir sehen uns draußen, mit Werkzeugkoffer, aber inzwischen ohne Blaumann!