Ein Leser(in) Kommentar – Danke, mit einem eigenen Artikel

Tatsächlich hab ich zunächst darüber nachgedacht, ob ich einen eigenen Artikel zu einem Kommentar einer Leserin auf meinen Artikel vom vorletzten Sonntag – Philosophischer Sonntag – Über Zeitfenster im Leben und Deine Rolle darin (Teil 2 von 2) bastle.

Es ging in diesem Artikel um aufkommende und verschwindende Zeitfenster und welche Rolle wir in diesem Leben innerhalb dieser Zeitfenster einnehmen. Es ist nicht umsonst ein Zweiteiler über zwei Philosophische Sonntage geworden. Daher empfehle ich sehr, die beiden Artikel (Teil 1 und Teil 2) von mir zu lesen. Sie stellen (m)eine Sicht auf das Leben dar. Elementar.

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Nun zum Kommentar von „lunarterminiert“ (Seelenfunkeln), den ihr exakt so auch unter dem ursprünglichen Artikel findet.

Danke schon mal vorab für Deinen ehrlichen Kommentar. Und das schätze ich am Bloggen im Allgemeinen, und an Deinen wirklich durchdachten Kommentaren im Speziellen, sehr, dass es in dieser Welt einen Rückkanal gibt. Es ist eben keine Einbahnstraße mehr, was wir hier tun.
Ein Tagebuch im Nachttisch neben dem Bett sieht hingegen niemand. Einen Blog im www sieht jeder, der ihn sehen möchte. Und jeder, der ihn finden möchte. Passendes findet übrigens immer zueinander, auch im echten Leben… früher oder später, wenn das richtige Zeitfenster da ist! 😉

Der Leserkommentar war für mich so wertvoll, dass ich auch eine sehr ausführliche Antwort darauf schrieb. Und schmunzeln musste ich innerlich, weil ich den Eindruck beim Lesen ihres Kommentars bekam, dass wir mit unserer Sicht gar nicht so weit auseinander liegen. Meine Antwort hätte aus meiner Sicht alleine schon inhaltlich fast das Potential zu einem eigenen Artikel. So viel Information steckt da drinnen, inklusive einem (Hör)Buchtipp. Deshalb will ich das in diesem Gesamtkontext mit dem ursprünglichen Artikel, dem Leserkommentar und meinem Leserkommentarkommentar gesammelt bringen.

Und nun viel Spaß! 🙂

lunarterminiert schrieb mir also, ich zitiere:

„ALSO, mich regt dieser Post immer wieder auf, seitdem ich ihn kurz nach Veröffentlichung gelesen habe! Ja, ich folge Blogs, die mich touchen. Manchmal sinds schöne Fotos oder Kopfkino, manchmal regen Blogs mich zum Nachdenken an oder bringen mich auf neue Ideen oder beleuchten ein Thema einfach mal auf andere Art und Weise als ich das tun würde. Und wenn ich meine, dass ich gern auch andere Sichtweisen aufgezeigt bekomme, dann ist es für mich elementar, dass diese vom Grundsatz her positiv/optimistisch sind. Weil für mich das Glas IMMER halbvoll ist.

Nein, mich regt nicht der Negativismus des Posts auf, sondern der Absolutismus, die Überzeugung oder auch der Unglaube dahinter. Denn man kann den Sachverhalt ebenso andersherum sehen. Was also alles passiert ist/ dass es passieren musste, damit ich an dieser Stelle (evtl. mit Mr. Right) stehe. Schon mal was von Seele gehört? Die Entwicklung der Ahnen bis zu dem Punkt, der mich gezeugt hat, dann weiter mein Weg und der des Mr. Right. Es sind immer bestimmte Erfahrungen mit absolut vorherbestimmten Menschen, die die Seele machen will. Das sieht für unser „Ameisenbewußtsein“ zusammenhanglos aus, ist aber m.E. Teil eines großen Plans. (Der normale Menschenverstand bezeichnet das immer gern als Wunder.) Und ja, ich glaube daran – die Physik übrigens auch, nennt sich determiniertes Chaos. Vielleicht schreib ich dazu mal was…nämlich, dass ich an Wunder und das Universum glaube.

PS: nicht falsch verstehen, Mr. Right ist nicht unbedingt für ein ganzes Leben gedacht, sondern solange er für die Entwicklung wichtig ist – und andersherum auch.“

Meine Antwort dazu an „lunarterminiert“:

„Vielen Dank für Deinen kritischen Kommentar. Das schätze ich an Dir.

Irgend etwas hat mein Artikel also in Dir hinterlassen. Das freut mich sehr. Egal welche Meinung Du dazu entwickelt hast. Wichtig ist für mich nur, dass ich Dich bzw. meine Leser, berühren konnte. Und wenn Du jetzt im Nachgang für DICH festgestellt hast, dass Du anders denkst, dann ist das prima. Dann hast Du nämlich so gesehen NOCH DEUTLICHER WEITERHIN DEINE Meinung. Das finde ich gut. Wichtig ist nicht ob a oder b richtig ist, sondern selbst klar zu wissen ob man a oder b möchte.

Ich verstehe Deine positive Lebenseinstellung. Und das ist wirklich toll für Dich. Früher war ich auch so. Ich nahm alles als gut an oder gut auf. Aber schlechte Dinge stimmten mich auch schnell traurig oder ich bezog sie auf mich. Und legte damit mein Schicksal in die Hände anderer. Das stürzte mich dann vor einiger Zeit geradewegs ins Verderben. Heute kann ich sagen, dass ICH mich ins Verderben stürzen ließ. Nur im Sinne dessen, dass ich Verantwortung abgegeben habe. Keine Schuldzuweisung an andere in meinem bisherigen Leben, sondern an meine eigene Entscheidung Verantwortung abzugeben. Das habe ich seither nicht mehr. Weil ich nicht mehr per se positiv auf Menschen oder Situationen zu gehe, sondern zunächst beobachtend. Erst DANACH fange ich für mich zu fühlen an. Und spüre dann ob mir etwas gut oder schlecht tut. Dank dieser Sichtweise bin ich wesentlich freier von Enttäuschungen und ermögliche mir selbst sogar MEHR Freude als früher.
Das ist ein mega komplexes Feld. Darüber hab ich heute mit der Klette auch gesprochen. Sie hat kein Wort verstanden davon. Das ist aber auch ganz normal. Das kann ich wirklich nicht in wenigen Minuten oder Worten erklären.

Ich kann Dir aber sagen, dass wenn Dich mein Denken wirklich interessiert, Du einfach mal ein Buch oder Hörbuch von Eckhart Tolle lesen oder anhören kannst. Das ist der Mann, der mich im Denken in meinem Leben mehr beeinflusst hat, als jeder Mensch vor ihm und bisher auch nach ihm. Wenn Du seine Bücher (oder zumindest eines) kennst, wirst Du mein Handeln und Denken verstehen können.

Dennoch zurück zu Deinem Kommentar:
Tatsächlich sehe ich meinen Artikel weder Pessimistisch, noch absolut. Sondern nur realistisch. Es ist keine Wertung in die eine oder andere Richtung, das was ich da beschreibe. Sondern es ist meine Beobachtung. Dass der Artikel negativ sein soll, entstammt dabei Deinem Denken. Deine Gedanken lassen ihn negativ oder positiv erscheinen, nur für Dich. Ein anderer Mensch mag da anders denken. Aber natürlich ist der Artikel im ersten Moment ein Knaller.

Dessen war ich mir vorher schon bewusst, ich denke immer voraus… 😉
Darum schrieb ich im Artikel extra dazu:

Achtung:
Ich warne an der Stelle ausdrücklich davor weiter zu lesen. Bei sensiblen Menschen mit geringem Selbstwertgefühl können die nachfolgenden Zeilen ungewünschte Nebenwirkungen auslösen. Diese beabsichtige ich zwar nicht, kann und will sie aber auch nicht verhindern. 🙂

Und jetzt zurück zum für mich wichtigsten Punkt in Deinem Kommentar:

Die Sache mit der Seele, den Ahnen und der Vorherbestimmung:
Ob Du es glaubst oder nicht – ICH SEHE DAS GENAU WIE DU!
Hammer, oder? 🙂
Und an der Stelle treffen wir uns wieder mit unseren Ansichten. Nur der Einstieg bzw. der Weg dahin ist ein anderer. Und das ist in Ordnung so.

Erst diese Woche schrieb mir eine praktizierende Buddhistin, die eine sehr gute Bekannte und mittlerweile echte Freundin (meine einzige freundschaftliche Freundin in meinem Leben!) ist, dass ich inzwischen längst ein Buddhist sei, in meinem täglichen Handeln.

Ich sehe das Leben wesentlich spiritueller als es für Außenstehende in diesem Artikel erscheinen mag.
Gerade deshalb kann ich seit einiger Zeit glücklicherweise das Werten aufhören und die Realität mehr denn bisher in meinem Leben wahrnehmen, akzeptieren und beeinflussen.
An das Universum glaube ich dabei exakt auch.
Und an das von Dir genannte Wunder ebenso, ich würde es nur anders bezeichnen. Eher als Zufall, es haben einfach die Zeitfenster übereinander gepasst…! Um im Sinne meines Artikels zu bleiben.

Aber Achtung: Ist das nicht genau Wunder genug? 😉

PS: Zum Beispiel mit Deinem halb vollen oder halb leeren Glas kann ich nur sagen wie ich es sehe.
Für mich ist das Glas weder halb voll noch halb leer. Es ist als Metapher gesagt: „einfach halb“.
An Stelle von halb voll oder halb leer ist es für mich so gesehen einfach nur „halb“. Das ist jetzt natürlich abstrakt, aber so denke ich. Die Wertung „voll“ oder „leer“ habe ich nicht mehr, seit meinem inzwischen eingeschlagenen Weg.“