Experiment – Kein Anstand, keine Erziehung

Gestern schrieb ich über Whatsapp mit meiner Cousine. So kam der Stein für diese Geschichte ins Rollen.

Hintergrund war mein gestriges Date mit der Klette. Draußen in einem Lokal, danach in einer Bar. Alles ganz gemütlich, kam mir sehr entgegen, da ich mir eine Erkältung eingefangen habe.

Jedenfalls nach dem Date, zu Hause angekommen, schickte ich erst mal einen kurzen Status per Sprachnachricht zu meiner Cousine. Und schilderte ihr kurz meine gestrigen Erlebnisse mit der Klette.
Ich klagte mein Leid (ja, total dramatisch! 😉 ), dass die Frau – wie eigentlich fast alle Frauen, die ich in meinem Leben bisher kennen gelernt habe – echt einen Abtörner nach dem anderen bringt.

Beispiele? Wo soll ich anfangen?! 😉

Beispiel 1:
Wir bestellen Getränke. Genau genommen noch nicht. Ich fragte sie erst mal, ob sie schon wisse, was sie trinken möchte. Sie verneinte, also sagte ich dem Kellner, dass er in ein paar Minuten nochmal auf uns zu kommen möge.
Kaum war der Kellner wie gewünscht wieder da, bestellte sie ihr Getränk.
Wer zum Teufel sagt in diesem Moment denn, dass ICH schon weiß was ICH möchte?!
Sehr unaufmerksam. Ich fragte sie schließlich vorher, um nicht ohne sie alleine schon zu bestellen. Sie hingegen fragte mich nicht, als sie bestellte. Achja, es geht mir nicht um die explizite Frage. Es hätte auch ein Blick gereicht, mir sowieso. Es geht einfach um die Aufmerksamkeit, das Mitdenken an den Anderen. Irgendwie glaube ich gar nicht, dass es Unaufmerksamkeit an sich ist. Sondern einfach Kälte. Ein Stück weit Kälte.

Beispiel 2:
Einige Minuten nach der Getränkebestellung, ging es an die Essensbestellung. Zack, bumm, wusch! Sie bestellte ihre Pizza. Ja gut, dachte ich mir. Okay. Kann man so machen. Finde ich nur komisch. Weil? Und jetzt wird es arg oldschool, dessen bin ich mir bewusst. In meiner Welt äußert die Frau was sie möchte und meine Aufgabe als Mann ist es dann auf sie einzugehen und das Essen für uns beide zu bestellen. Der Frau Wertschätzung entgegen zu bringen. Das ist mein Part. So verstehe ich das. Ja, oldschool. Mag sein. Eine Frau auf Händen tragen. Aber so bin ich eben. Und genau darauf bin ich verdammt stolz.
Danke und schönen Gruß an der Stelle an die Emanzipation. Die Emanzipation und ihre hässliche Fratze. Frau will nicht mehr Frau sein. Und Mann darf nicht mehr Mann sein. Schade, sehr sehr schade. Sind wir alle von Sinnen?

Beispiel 3:
Sie bestellte ihre Pizza. Raus gedonnert. Bumm. Okay.
Ich bestellte vorweg ein Schälchen Oliven zu meiner Hauptspeise, einen Teller Nudeln. Mit Trüffeln. Ich liebe frische Trüffel. Mmmhhh…
Und nach ein paar Minuten brachte der Kellner die Oliven. Achtung, Reaktion der Frau: „Was bringt der Kellner denn da. Hast Du Oliven bestellt?!“
Oh mein Gott! JAAAAA. JAAAAAAHAAAAAAA. Ich hab Oliven bestellt. Unglaublich. Wahnsinn. Irre. Total krass. Mega. Unvorstellbar super hyper verrückt. Aber was noch krasser ist, sind meine Gedanken dazu: „Warum weiß ich was Du bestellt hast und Du hörst nicht mal zu was ich bestelle?!“
Sprachlosigkeit machte sich in mir breit.

Beispiel 4:
Zwei Getränke auf dem Tisch. Zwei Personen am Tisch. Last man standing sozusagen. Und dann macht Mann (!) was? Na klar, er möchte das Glas erheben, der Frau in die Augen sehen und mit ihr anstoßen: „Schön, dass wir zwei hier sind. Ich freue mich auf den Abend mit Dir.“
Was auch immer. Irgend so etwas eben. Und dann?
Ja dann… macht Frau ihre eigene Show draus. Und wie sieht die aus? Der geneigte Leser wird an der Stelle sicher wissen was passiert ist. Beispiel 1 bis 3 ist ja wohl aussagekräftig genug. 🙂
Richtig, ja. Die Frau trinkt einfach los. Nix Gläser erheben. Nix nette Worte. Stattdessen einfach nur… auf die Plätze, fertig, los.
Toll.

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Vier Beispiele reichen, um zu erklären worauf ich hinaus will. Meine Cousine sagte dann zu mir: „Wenn ich mich mit jemandem treffe, egal mit wem, egal ob mit Kollegen oder Geschäftsessen oder Date oder sonst etwas, dann spreche ich solche Situationen sofort an. Wenn ein Mann mir die Türe vor der Nase zu knallt oder einfach los trinkt.“

Ich fragte sie, wie denn die überwiegende Mehrheit der Reaktionen aussehe?
Die Männer seien dann wohl peinlich berührt, würden rot werden und ihr Verhalten dann damit rechtfertigen und halb entschuldigen, dass „die moderne Frau doch gar nicht wolle, dass der Mann ein Gentleman sei“.
Sie regt das nicht Vorhandensein von echten Männern genauso auf wie mich das nicht Vorhandensein von echten Frauen.

Liebe Cousine, sind wir denn die einzigen Menschen auf dieser Welt, die ein bisschen Anstand und Erziehung genossen haben?! Wirklich…?

Also, ab heute gibts ein Experiment, sowohl für das nächste Date mit der Klette, als auch mit allen nächsten folgenden Dates mit anderen Frauen:
Ich werde mir da nicht mehr nur meinen Teil denken, wenn solche Szenen wie die Beispiele 1 bis 4 auftauchen, sondern ihr das vor den Latz knallen. Charmant natürlich, aber ich werde der Frau sagen, was ich davon halte und was ich mir wünsche, wie es stattdessen aussieht.
Mal ausprobieren. Ein Experiment.

Ich habe das bisher so nie gemacht, aber nicht weil es mir etwas ausmachen würde, sondern weil ich mir dabei denke: „Sie ist bestimmt ein toller Mensch. Jeder hat seine Eigenheiten. Akzeptiere sie so wie sie ist.“
Tue ich dann auch weiterhin. Aber zwischendurch werde ich einfach mal klar äußern wo bestimmte Grenzen sind.
Es ist anderenfalls eine Art sich selbst anzulügen, wenn man tatsächlich versucht einen anderen Menschen so zu akzeptieren wie er ist, wenn man selbst jedoch etwas ganz anderes möchte.

Warten wir mal ab wie die Frauenwelt auf so viel Direktheit reagieren wird… 😉

PS: Die Frau, die Anstand und Erziehung mitbringt, darf sich gerne auch von sich aus bei mir melden. Meine Cousine tut das ja auch. 😉

PPS: Warum treffe ich mich mit der Klette dann trotzdem weiterhin? Ganz einfach deshalb, weil ja auch ein paar tolle Charakterzüge bei ihr vorhanden sind. Auch wenn ich mir bewusst bin, dass sie nicht die Frau ist, die ich wirklich suche.

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13 Kommentare zu „Experiment – Kein Anstand, keine Erziehung

  1. Puuuh… also so ein bisschen übertrieben finde ich das mit dem Bestellen aber schon! Gentleman hin oder her: Dem Mann sagen, was ich essen möchte, damit der es dann dem Kellner sagen kann… also das find ich persönlich irgendwie echt lächerlich. Dafür solltest du ihr nun wirklich keine Minus-Punkte geben. Außerdem hättest DU doch dann den ersten Schritt machen müssen, indem du sie fragst, was sie denn essen möchte. Wie soll sie denn sonst ahnen, dass du das von ihr erwartest?!
    Beim Rest würde ich aber schon zustimmen, insbesondere nicht Anstoßen bei einem Date geht gar nicht.

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  2. Danke für Deinen ehrlichen Kommentar.
    Ich bin mir bewusst, dass mein Weg antiquiert ist. Unpopulär sozusagen. Aber das ist okay. Es gibt irgendwo da draußen auch antiquierte Frauen und deswegen suche ich ja nach der Nadel im Heuhaufen. Wenn es mir nur um das Heu gehen würde, wäre das ja einfach. Heu gibts genug. 🙂

    Nun zum Inhaltlichen: Also Minus-Punkte gibts von mir dafür gar keine. Wegen einer einzelnen Sache sowieso nicht. Es kommt irgendwann nur so geballt wie ein Komet daher geflogen, dass man kaum mehr ausweichen kann. Und keine Sorge, natürlich hatte ich sie zuvor gefragt was sie denn essen möchte. Das wäre ich sonst nicht ich. 😉
    Und ich hätte auch ungefragt für uns beide bestellt, als der Kellner da war. Es ging nur nicht. Sie hat ja vorher schon hektisch dazwischen gegrätscht und mir nichts dir nichts zack zack zack bestellt.
    Wenn ich für die Frau bestelle, dann läuft das so subtil ab, dass die Frau das ganz sicher als charmante Aufmerksamkeit meinerseits wahrnimmt. Garantiert. Noch nie ist mir das passiert, dass eine Frau das schlecht gefunden hätte.
    Ich höre Dir vorher nur aufmerksam zu, was Du essen möchtest und bestelle dann für uns beide. Eigentlich einfach, sollte man meinen. 🙂
    Auch letztens erst wieder auf dem Date mit „Fr. Unnahbar“. Da klappte das einwandfrei. Wir sprachen vorher darüber was wir essen und trinken möchten. Der Kellner kam, sie sah mich kurz an und gab mir damit sogar noch das Zeichen „Du darfst gerne für uns beide bestellen“. Und nein, da musste ich vorher nicht groß rum tun, rum fragen, rum lamentieren. Da hatte die Frau das einfach drauf. Ganz einfach drauf. Es gibt genügend Frauen, die das leider nur nicht kennen, wie ich immer wieder merke. Aber das ist ja auch okay. Soll jede Frau für sich selbst bestellen.
    Wenn der Rest dann passt, ist das für mich übersehbar. 😉

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  3. Der Post hat mich ganz still und nachdenklich gemacht. Ich hasse es in Schubladen zu denken, und hab mich hier volle Kanne dabei ertappt. Solche Art von Gentleman bzw. Behandlung kenne ich ausschließlich aus meiner Zeit, die einer bestimmten sexuellen Spielart vorbehalten war. Nachdem ich mich davon zurückzog, habe ich nie wieder jemanden getroffen, der entsprechende Manieren hatte. Nun ja, vllt sollte ich meine Meinung da korrigieren. Es käme auf den Versuch an. Heißt, Dein Experiment finde ich klasse! …und werde selbiges ebenfalls für mich austesten. Ich bin gespannt.

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  4. Schön, dass wir hier einer Meinung sind. 🙂
    Tatsächlich bin ich überzeugt davon, dass jede Frau so eine Behandlung genießen würde und auch verdient hat. Nur die meisten Frauen in der Generation 18 – 30 kennen so etwas kaum mehr. Wobei die 30 Jährigen das eher noch kennen als die 20 Jährigen. Die Generation 40+ hingegen ist es meist gar nicht anders gewöhnt, kommt mir immer wieder so vor, wenn ich draußen unterwegs bin. Da ist es nach meiner Erfahrung normal, dass man der Frau in die Jacke hilft und ihr die Türe auf hält.
    Ich werde bestimmt in einigen Wochen einen Nachfolgeartikel hierzu schreiben und wieder berichten was mir bisher so widerfahren ist… 😉

    Ich wünsche Dir viel Erfolg beim Mitmachen bei meinem Experiment! Sag mir dann Bescheid, was Du für Erfahrungen gemacht hast. 🙂

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    1. Hab getestet. Gut, nur bei 2 Dates – meine Schlagzahl ist nicht so hoch wie die Deine *grins*. ABER: es lag an mir, eindeutig. Ich bin immer zu schnell, stürme vorwärts – zumindest bei Türen und Jackenhaken. Bin glücklicherweise lernfähig und hab mich also bei den letzten 2 Herren einfach mal „zurückgelehnt“. Hey, gestern waren es sogar 5 !!!! Türen nacheinander (ich weiß jetzt nicht, für wen das mehr Horror war *ggg*). Und? Ich hab das bekommen, was ich mag, eine Behandlung gentlemanlike, inkl. der jeweiligen Rechnungen, die die Herren bezahlt haben (natürlich haben sie mich vorher gefragt 😉 ). Also danke nochmal fürs Erweitern meines Horizontes.

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      1. Momentchen mal! Zwei Dates in so kurzer Zeit? Verrat mir doch mal wie Du zu Deinen Dates kommst. Das wäre normal mehr als fair! 😉
        Das Bezahlen der Rechnung ist so ein Punkt, bei dem ich für mich immer wieder mal die Spielart gewechselt habe. Tatsächlich wirkt sich das Bezahlen der Rechnung in keiner Weise auf den weiteren Verlauf des Dates bzw. in mögliche weitere Dates aus. Jedenfalls im Schnitt gesehen, hab ich festgestellt. Deshalb bin ich genau in dem Punkt etwas zurückhaltender geworden. Ein Getränk übernehme ich gerne. Aber wenn wir Essen gehen, dann zahle ich inzwischen meistens eben nur ein Getränk, eher so als gutes Zeichen.
        Wenn es dann ein zweites Date gibt, dann sieht die Sache anders aus. Denn dann gibts in aller Regel auch ein Drittes bzw. mehr. Jetzt bin ich ein bisschen vom Hauptthema abgekommen, aber das finde ich auch ganz interessant, diesen Punkt.
        Aber freut mich sehr für Dich, dass Du etwas für Dich entdecken konntest! Top!
        Wenn ich Dich richtig verstehe, hast Du Dich einfach etwas zurück gelehnt, d.h. es war insofern nicht nötig irgend etwas besonders anzusprechen, mit dem Du nicht zufrieden warst?
        Das wäre ja der idealfall! 🙂

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        1. Mit dem Zurücklehnen meinte ich, dass ich einfach mal laaaaaangsamer mache, so gaaaaaanz langsam. Ich war wirklich bisher immer einfach viel zu schnell: ich rede schnell, bin schnell an der Tür, schnell aus der Jacke und hab auch schnell das Portmonnaie aus der Tasche. Da hat man(n) keine Chance. Es geht mir auch nicht darum, dass mir alles immer bezahlt wird, ich hatte das nur bisher noch NIE – und das als Ü40 . Dass Du das differenzierst, finde ich absolut nachvollziehbar und fair. Mir gings auch nicht um den absoluten formvollendeten Gentleman, nur so ein bisschen eben. Spüren, dass ich Frau bin. Aber dazu gehört eben auch, das zuzulassen und sich darauf einzulassen, die passive (empfangende) Rolle zu haben. Das muss ich im Außen sehr bewußt üben. Da ist zuviel „Selbst ist die Frau“ in mir und die Ablehnung von hilflosem Tussiegetue.

          Wie ich an Dates komme? Mich selbst offen halten, überall, jederzeit. Dann kommen einfach Gelegenheiten: online in Partnerbörsen (wobei ich dort sehr stark selektiere und selbst nicht anschreibe, aber auch keinen Endloschat veranstalte), in real (Jobs, Ehrenamt, kulturell unterwegs sein – vor allem auch alleine!) und ich bin nunmal ein offener und nicht ganz häßlicher Mensch, der auch mal vor ner Arztpraxis angesprochen wird. Nächste Woche gehts zum Tierarzt, bin gespannt *grins* – mit rolliger Katze. Ja und gestern wars bspw. ne Anzeige auf ebayKleinanzeigen, da suchte jmd. ne Theaterbegleitung für den Abend als Blind Date. Für so verrückten Kram bin ich eben zu haben. Wobei ich denke, dass es von Vorteil ist, direkt an der schönsten Stadt der Welt zu wohnen (NEIN, das ist nicht Köln!). Hab dazu ein tolles Bild am 15.12. gepostet.

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          1. Ich verstehe Deinen ersten Absatz komplett und glaube, dass es vielen Frauen so geht. Heut zu Tage. Eines möchte ich dennoch hinzufügen:
            So sehr ich auch das Gentleman-Sein genieße und mich voll und ganz auf die Frau einlasse, so sehr genieße ich es – und das kam in meinem Leben so unglaublich selten vor – ebenfalls, wenn die Frau sich voll und ganz auf mich einlässt. Das ist das Wertvollste, das ich in meinem Leben überhaupt spüren, weil empfangen, durfte.
            So sehr Du also den Gentleman den Getleman sein lässt, so sehr freut sich der tollste Gentleman der Welt (also ich 😉 ) darüber, wenn Du den Gegenpart übernimmst. Siehe meine Artikel zur potentiellen Traumfrau aus den letzten Wochen. Fr. Unnahbar. Sie war so ein Exemplar. Sie achtete auf mich, ob mir kalt ist. Ob ich meine Mütze und meinen Schal dabei habe. Sie reichte mir meine Jacke. Sie fragte mich worauf ich Lust hätte, lieber einen Wein oder was ich Essen möchte. Viele Kleinigkeiten, die sich letztlich um MICH drehten.
            Erst wenn BEIDE so miteinander umgehen, bin ich überzeugt, hat das Ganze eine Chance zu einer echten (Traum-)Beziehung.
            Es reicht nicht, wenn ich machen lasse. Weder als Mann noch als Frau. „Beide“, lautet mein Kredo.

            Zu Deinem zweiten Absatz:
            Der Typ vor der Artzpraxis, war das ein Pickupper? 😉

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  5. Ich gebe zu, es ist verwirrend heutzutage – Für Männer vielleicht noch mehr als für Frauen. Ist man ganz Gentleman, tritt man ihr vielleicht zu nahe, lässt man ihr ihre Emanzipation ist es auch wieder nicht recht.
    Ich zum Beispiel freue mich wenn er mir in die Jacke hilft, für mich bestellen ginge allerdings gar nicht! Da würde ich mich extrem unangenehm bevormundet fühlen.
    Um da heutzutage einigermaßen Fettnäpfchen frei durchzusteigen, würde ich ebenfalls empfehlen die Dinge einfach anzusprechen. Bei meinem letzten 1. Date habe ich zum Beispiel direkt gesagt, dass ich da gerne mal einen Emanzen-Tick habe und selber bezahle. Und als sich das Ganze irgendwann in Richtung Horizontale entwickelte, habe ich direkt gesagt, dass ich meine Emanzipation im Schlafzimmer wiederum gerne mal vergesse. 😁
    Einfach den Mund aufmachen und klar und deutlich sagen was man möchte, dann müsste das eigentlich in Ordnung sein. Und ist es das nicht (was bei der „Klette“ vermutlich so sein wird – ich meine, mal ehrlich da scheint echt vieles nicht zu passen), dann: next!

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    1. Dinge anzusprechen ist sicherlich eine gute Vorgehensweise. Ich tat das gegenüber meinen Dates beim ersten Mal nur aus Respekt nicht. Aber das ist falsch. Es ist ein Trigger von außen. Und das sehe ich als wichtig an, sich nicht von außen Triggern zu lassen, sondern unabhängig zu sein.
      „Für mich bestellen ginge allerdings gar nicht!“, sagst Du. Warum eigentlich? Und warum ist in die Jacke helfen dagegen für Dich mit Freude verbunden?
      Ich will dieses Denken nur verstehen.
      Mein kleiner Neffe – damals 5 oder 6 – hat mich mal gefragt: „Onkel, warum hilfst Du ihr beim Anziehen, kann sie das nicht selbst?“ 😉
      Kinder liebe ich. Herrlich einfach. Herrlich ehrlich. Herrlich ungeschönt mit einen Blick für die Dinge, wie sie sind. Man hilft in die Jacke. Punkt. Man bestellt für zwei. Punkt. Nix gut, nix schlecht. Sondern einfach wie es ist. Das ist meine Sicht.
      Aber ich verstehe natürlich die andere Ansicht genauso, ich sah das früher genauso.

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  6. Hm, warum das Eine und das Andere nicht, ist nicht so leicht zu beantworten. Vermutlich spielen da auch irgendwelche Trigger eine Rolle. Aber ich probiere es mal. Die Antwort, warum ich nicht möchte dass jemand für mich bestellt, findest Du eigentlich direkt neben meiner von Dir zitierten Aussage: Ich fühle mich dann bevormundet. Ich bin nicht auf den Kopf gefallen, ich weiß was ich will und somit auch was ich essen möchte und kann und möchte meine Entscheidung gerne selbst kundtun. Den Mund aufzumachen und für sich selbst sprechen zu können ist etwas, das man sich über Jahre aneignet. Und viele lernen es leider nie. Ist also nicht selbstverständlich das zu können und deshalb lasse ich mir das auch nicht nehmen. Weder im Job noch privat. Ich kann für mich selbst sprechen. Okay, das ist jetzt vielleicht weit ausgeholt, aber vielleicht dient es ja dem Verständnis.
    Was hingegen höflich ist und völlig ausreicht: Per Blick oder Geste der Dame deuten dass sie ihre Bestellung als Erste vortragen soll, wenn sie möchte.
    Das Argument, dass man sich ja selbst anziehen könne ist natürlich richtig. Aaaber bei einem Mantel oder einer schmal geschnittenen Damenjacke kann man schon mal ins Hudeln kommen und dann steht man da: Mitten im Restaurant, sucht verzweifelt den zweiten Ärmel und sieht aus wie ein Ringkämpfer der mit einem imaginären Gegner kämpft. Da ist eine zuvorkommende Hand gern gesehen.
    Ich glaube für mich sind das sowieso die Stichwörter: Aufmerksamkeit, Höflichkeit und Zuvorkommen. Das ist nett, angenehm, zeugt von Empathie und guter Erziehung und nimmt dem Anderen aber nichts weg.
    Und noch was: Für mich gilt sowas irgendwie immer. Also nicht nur für dieses klassische Mann-Frau-Ding: Wenn es sich gerade anbietet, helfe ich auch mal meiner Freundin in die Jacke oder mache die Du-zuerst-Geste. Höflichkeit eben.

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