Projekt politisch – KenFM – Me, Myself and Media 30

Alle paar Wochen veröffentlicht ein aus meiner Sicht einer der besten deutschen Journalisten seine eigene Nachrichtensendung. Er wächst mit seinem Redaktionsteam unermüdlich weiter und baut sein Portal kenfm.de – auch auf Youtube: KenFM – stetig aus.

Der Clou: Der gesamte Content bei KenFM ist crowdfinanziert, das heißt das gesamte Portal lebt von den (logischerweise freiwilligen) Spenden seiner Leser- und Zuschauer. Dafür ist es werbefrei und aus meiner Sicht höchstgradig objektiv und stellt im Gegensatz zur Mainstreampresse ein leuchtendes Beispiel für Unabhängigkeit in der Presselandschaft dar. Nahezu alle großen Magazine, Zeitungen und auch Fernsehsender bedienen das klassische „Herrsche und Teile“-Spiel, ganz im Sinne des inzwischen vorherrschenden Auftragsjournalismus. Davon hebt sich Ken Jebsen mit seinem Team wohltuend ab.

Er hat die Fähigkeit an sich komplizierte Dinge prägnant und gespickt mit messerscharfer Zunge verständlich zu machen und damit an den Zuschauer zu transportieren.

Seine nur alle paar Wochen erscheinende Nachrichtensendung „Me, Myself and Media“ liegt mittlerweile in Folge 30 vor. Aus meiner Sicht hat man damit mehr für seine eigene Bildung gewonnen als mit jedem Artikel im Stern, im Focus und im Spiegel zusammen. Ich lese mittlerweile keine Tageszeitungen mehr. Nur einmal am Tag schaue ich auf dem Weg zur Arbeit schnell online auf die Bild Zeitung. Warum? Ganz einfach: Weil ich dann innerhalb weniger Headlines sofort sehe was die Welt angeblich gerade so beschäftigen SOLL und was DIE DA wollen, dass ICH DENKEN SOLL.
Dann weiß ich fast mit jedem Artikel, dass das Gegenteil von dem was da steht in aller Regel richtig ist. Ich kehre einfach jeden Artikel vom Minus- zum Pluspol um und schon bin ich ziemlich nah an der Realität. Das klingt unglaublich, ist es aber gar nicht.

So funkioniert die Presse eben. Dem Erkennen des Bröckelns der Fassaden der Mainstreampresse kann man sich inzwischen kaum mehr verschließen. Die Auflagenzahlen gehen permanent zurück, nahezu alle großen (Tages-)Zeitungen und Zeitschriften kämpfen gegen die ständig sinkenden Abonnentenzahlen. Ja ich weiß, der erste Gedanken ist: „Ja logisch, alle klicken lieber im Internet die Artikel an.“ Ja, ne. Ist nicht so. Denn die selben Mainstreamportale kämpfen inzwischen auch mit sinkenden Klickzahlen auf deren Webseiten. Starkes Stück, oder? Während freie Nachrichtenseiten ständig steigende Besucherzahlen verzeichnen. Da findet gerade ein massives Umdenken statt. Der mündige Bürger glaubt eben nicht mehr jeden Mist, den er täglich vor gesetzt bekommt. Gut so, finde ich.
Dank dem Internet (Web 2.0 und unsere Möglichkeiten) haben wir es selbst in der Hand, was wir konsumieren. Ob wir uns weiter dumm halten lassen oder einfach nur noch die Medien konsumieren, die uns gut tun. Der Mainstream bröckelt, das macht mich froh. Werdet frei, macht Euren eigenen Journalismus, eine eigene Zeitung. Oder einen eigenen Blog. Unverlogen und ehrlich.

Ich kann nur sagen was mich beschäftigt und womit ich nun seit einigen Jahren gut fahre, was meine politische Bildung betrifft. Für mich ist unabhängiger Journalismus wichtig. Eine echte Demokratie erkennt man daran, dass auch andere Meinungen akzeptiert werden. Und noch sind wir so weit, dass aufrichtige Journalisten wie Ken Jebsen frei publizieren dürfen. Noch. Ja. Ich sehe da ernste Gefahren in Zeiten von angeblichen Fake-News und der Forderung einer Internet-Polizei. Unfassbar.

Zurück zur Nachrichtensendung:
Sie erscheint tatsächlich nur alle paar Wochen. Es gibt viele Menschen, die sich täglich 15 Minuten die ARD Tagesschau rein knallen. Druckbetankung der völlig irren Sorte. Bumm, immer drauf auf Putin. Bumm, immer drauf auf Assad. Manchmal auch bumm, immer drauf auf die Chinesen. Eine Zeit lang waren es die dummen und faulen Griechen. Und zur Zeit? Zur Zeit ist es eben der unmenschliche Trump, der völlig durchgeknallte Irre.
Ja. Es ist immer irgendwas und irgendwer. Ständig wird eine andere Sau durchs Dorf getrieben. Und am Ende ist immer klar worum es geht: Möglichst viel Krieg.
Nein, danke. Ich lehne ab. Ich spiele gerne Spiele. Aber keine bei denen es nur darum geht die Spieler (uns) gegeneinander auszuspielen und Krieg schön zu reden.

Die Sendung auf KenFM dauert in aller Regel ca. 1 bis 1,5 Stunden. Sieht im ersten Moment nach unglaublich viel aus. Ist aber so mega kurzweilig, dass ich sie einfach jedem hoffentlich gebildeten Mitteleuropäer nur ans Herz legen kann. Und wenn man sich die 15 Minuten Propagandaschau auf ARD täglich einfach spart, macht das schon mal 7 x 15 Minuten pro Woche. Da „Me, Myself and Media“ nur ca. alle vier Wochen einmal auf KenFM erscheint, bleibt damit genug Zeit, um sich sogar mit Zeitgewinn frei zu bilden. Und außerdem kann man sich noch einen Haufen Zeit sparen, wenn… ja wenn man ARD und ZDF nicht mehr zu Nachrichtenzwecken einschaltet und auch die vielen anderen Mainstream-(Schund-)Blätter einfach weg lässt. Ja, gilt auch für N24 und n-tv. Und all die anderen Großen. Gehört nämlich alles den gleichen Leuten. Nur unter anderem Namen.

Die Zeit des freien Journalismus ist längst gekommen. Über 160.000 Abonennten auf Youtube sprechen für sich. Es tut gut zu wissen, dass man nicht alleine da steht auf dem Bildungsweg. Es gibt also noch Hoffnung in einem Land, das ansonsten fast nur noch von Trash-TV und Medien-Hetze dominiert wird.

Genug der Worte von mir. Feuer frei, Ken.