Wie ich es schaffe jeden Tag Einen raus zu hauen – Danke an mein Redaktionsteam

Jeden Tag Einen raus hauen. 🙂
Ja, einen Artikel pro Tag. Sieben Tage die Woche. Nicht verwechseln mit „Sieben Tage Sieben Köpfe“.
Seit 31. Juli 2016 schreibe ich hier regelmäßig. So dass dieser Beitrag hier der 190. Artikel wird. Bis auf ein paar einzelne Tage der krankheitsbedingten Unterbrechung gab es von mir stets ein paar Zeilen. Manchmal auch ein paar mehr. Und manchmal ganz viele.

Ich versuche inzwischen nicht mehr nur lange Beiträge zu schreiben bzw. sie wenn dann ggf. aufzuteilen. Meist in Zweiteiler. Es gab aber auch schon längere Serien. Das ist dann fast schon wie in diese Fernsehserien. Am Höhepunkt ist Ende und bis zum nächsten mal bleibt es dann so spannend, dass es einen selbst fast zerreißt. Okay gut, jetzt wollen wir mal nicht übertreiben. Ich schreib ja hier keine Romane.
Halt mal, warum eigentlich nicht??? Hm… gute Idee. 😉

Spannend ist es dann bei Zwei- und Mehrteilern besonders für mich, wenn ich oft zwar schon ein Konzept im Kopf habe, ein paar Stichwörter in die einzelnen Teile verorte und dann erst danach beginne jeweils den kompletten Artikel drum herum zu bauen. Jetzt ist das hier schon ziemlich „Projekt Insight“.
Ich verrate hier gerade doch glatt wie das hinter den Kulissen so abläuft, bis meine Artikel online gehen. Nun, meistens schreibe ich die Artikel am Tag zuvor. Oft aber auch zwei Tage zuvor. Dabei stelle ich dann den Zeitgeber so ein, dass ein Artikel täglich um 17:30 Uhr online geht. Warum 17:30 Uhr? Ich hab keine Ahnung, das hab ich mir mal so überlegt und bleibe seither dabei.
Und es gibt auch einen Leser, der jeden Tag um fast genau 17:30 Uhr online rein schaut. Und mich dann fast immer anruft oder anschreibt, wenn der Artikel nicht pünktlich online ging. Grüße an Dich, Papa. 😉

Aber manchmal habe ich den Artikel eben am Abend des Vortags noch nicht fertig und nehme mir vor ihn dann am nächsten Tag rund zu machen. Das klappt oft, aber selten auch mal nicht und halb fertige Artikel stelle ich nicht online. Also verzögert sich das Ganze dann um ein paar Minuten. Oder Stunden.
Das kam zuletzt ein paar Mal deshalb vor, weil ich… sagen wir… aufgehalten wurde. Nicht von der Polizei. Sondern meist von den Frauen. Gut, ich lass mich aber auch echt zu leicht ablenken und schwupp, gebe ich zu früh nach, lasse mich windelweich klopfen und allzu leicht dazu verleiten das Date doch nicht rigoros genug zu beenden, um rechtzeitig und schnell genug nach Hause zum Laptop zu laufen und wieder pünktlich Einen raus zu hauen. Ich vernachlässige in diesen Momenten tatsächlich meine treuen Leser. 17:30 Uhr mitten in Deutschland. Alle schauen gespannt auf ihr Smartphone bzw. hängen schon mit dem Kopf auf den Handflächen der aufgestützten Ellbogen vor den Monitoren. Nur um zu lauschen was der Junge heute wieder von sich gibt. Sorry an der Stelle. Nicht nur an Papa, sondern an alle Leser. Aber seid Euch gewiss: Wenn ein Artikel nicht um 17:30 Uhr online ging, dann hatte es wirklich seinen Grund. Meistens hatte dieser Grund dann lange dunkle Haare, ich stehe nicht so sehr auf blond.

Sobald ich einen Artikel fertig geschrieben habe, geht er an meinen persönlichen Lektor. Der liest jeden Artikel mehr oder weniger sorgfältig gegen. Und korrigiert. Meistens nur Grammatik, oft aber auch Sinnzusammenhänge. Besonders wenn Referenzierungen nicht passen. Fragt mich nicht was das auf Lateinisch heißt, ich hab diese Fremdwörter in der Schule nie gemocht und es stets abgelehnt sie zu lernen. Mein Abitur hab ich damit trotzdem erreicht. Hah! Wäre ja auch gelacht. Wer braucht schon Latein. Obwohl halt, da gibts so ein Land, dort wird das noch gesprochen. Ich war noch nicht dort, aber wenn man ein ganzes Land danach benennt, dann muss Latein schon noch wichtig sein. Wie hieß dieses Land doch noch. Irgendwo in der Nähe von Amerika muss das sein. Ach, halt. Ja, jetzt fällt mir wieder ein. Lateinamerika heißt es. Da leben zwar nur Amerikaner, aber die sprechen nur Latein, die können quasi gar nichts anderes als Latein zu sprechen. Oder müsste es nicht „lateinisch zu sprechen“ heißen. Egal, jedenfalls hab ich es schon immer gesagt: Die spinnen, die Amis. Da sehen wir es wieder. Wie wird man eigentlich zu einem Latein-Amerikaner? Wenn man jetzt amerikanisch spricht und dann noch Latein(isch?) dazu, hat man sich dann qualifiziert und kann man dann so einen Antrag stellen, Lateinamerikaner zu werden?
Aber Ihr wisst schon, wenn man sich in einem Satz auf etwas beziehen will, das jedoch unlogisch bis unmöglich ist. Unmöglich-logisch. Weil die Referenzierung nicht stimmt. Was weiß ich, was das lateinische Ding dazu ist. Jedenfalls korrigiert das der Lektor. Dankenswerterweise. Aber auch der macht manchmal Fehler. Der Schelm, dieser. Aber auch ein Schelm, wer böses dahinter vermutet. Übersieht er vielleicht auch deshalb etwas, weil er selbst Zeitdruck hat oder weil er gerade keine Nerven dazu hat sich meinen niedergeschrieben teils regelrechten Stuss durchzulesen?

Der Lektor lektoriert jedoch nicht nur, er markiert mir dann auch die Schlüsselsätze oder Schlüsselpassagen in rot. Service für den Leser. Und wörtliche Reden färbt er in blau, wenn sie von (fremden) Protagonisten stammen. Und in rot, wenn sie von mir stammen.

Ist der Lektor fertig, übergibt er den Artikel Lektor-fertig zurück. An mich natürlich.

Jetzt kommt mein Bildredakteur zum Zuge. Nicht Redakteur der Bild. Sondern nur der Bildredakteur. Der schaut nach einem passenden Bild. „Kein Artikel ohne Bild“, hab ich ihm am Anfang des Projekts schon in scharfer Stimme die Leviten gelesen. „Ich will von Dir zu jedem Artikel ein aussagekräftiges oder zumindest interessantes Bild eingeschoben bekommen!“, stellte ich ihm gegenüber klar.
Der Leser heißt zwar so, weil er hauptsächlich liest. Aber er guckt auch gerne bunte Bilder. Das bin ich dem Leser einfach schuldig. Das Auge liest, äh isst, ja schließlich mit.

Ich spreche ja auch keine Frauen ohne Gesicht an. Ah, jetzt wird es makaber. Stopp. Zurück aufs Spielfeld.
Der Experte aus der Bildredaktion pflegt also dank seinem ästhetisch geschulten Auge ein ansprechendes Bild in meine literarische hochglanz-Prosa ein und schiebt mir den Artikel zurück.

Dann lese ich mir den nochmal durch, schaue ob auch wirklich alles passt. Ob auch wirklich alles alles passt. Und dann geht er an meinen SEO (search engine optimization) Mann.
Dort wird der Artikel mit allerlei Schlagworten verschlagwortet. Und korrekt kategorisiert. Damit der große Bruder übern Teich mich leichter findet, Ihr wisst schon. Diese Datenkrake Google. Diese Raupe Nimmersatt, der große Bruder von Orwells Monster. Sorry George Orwell, ich weiß, wir sind selbst Schuld. Du hattest damals schon recht.

Und wenn auch der Part erledigt ist und auch der SEO-Onkel seinen Job gut gemacht hat, dann geht der Artikel mit Zeitschaltuhr auf 17:30 Uhr aufs Fließband, pünktlich zur Veröffentlichung. Genau rechtzeitig zum Feierabend. So dass meine zigmillionen Leser im deutschsprachigen Raum mit der halben Bier in der Hand pünktlich auf dem Weg nach Hause oder bereits zu Hause auf dem alten klapprigen Sofa noch rechtzeitig vor der Propagandaschau, äh Tagesschau, fast live mitverfolgen können, was dieser junge Mann da auf seiner Reise alles erlebt. Und ob er es denn heute schafft, seine Traumfrau zu finden. Fast wie beim Dschungelcamp.
Nur dass ich keine Kakerlaken esse. Und ohne Kameras in meiner Wohnung. Das fehlt noch, gell. Ja. 😉

Wer sind jetzt nur die Personen im Hintergrund, hinter diesem Blog? Die diese unglaubliche Schlagzahl an Artikeln ermöglichen. Mir ist bewusst, dass 7 Artikel in 7 Tagen viel sind. Macht 14 Artikel in 14 Tagen. Oder sogar 30 im Monat. Jeden zweiten sogar 31. Manchmal aber auch nur 28 im Monat, außer alle vier Jahre, dann gibts einen Extra. Das wird dann 2020 erst wieder der Fall sein. Denn am 29. Februar 2016 gabs meinen Blog noch nicht.
Da war ich noch depressiv und oft verheult alleine in meiner Wohnung gesessen und habe meine rote Wand gegenüber meiner Couch bedröppelt dabei beobachtet, wie sie trotz aller Depression und trotz meiner Beobachtungsgabe ihre Farbe nie änderte. Alleine bin ich heute zwar in meiner Wohnung noch immer. Aber: Erstens nicht ständig, ab und zu gibts Besuch. Und zweitens bin ich inzwischen meist sogar ganz gerne auch alleine.

Der Lektor, der Bildredakteuer und der SEO-Onkel. Den Dreien hab ich viel zu verdanken. Sie sorgen für die nötige Qualität meines Schriftgutes. Sie kümmern sich zwar selten – aber hin und wieder auch – um das Inhaltliche. Wenn ich mit meinem Geschreibsel unverständlich werde und mich missverständlich ausdrücke. Und so für mehr Konfusion denn für Entwirrung des Tohuwabohus beim Leser sorge. Passiert selbst dem größten Literaten. Also besonders auch mir. 🙂

Ohne die helfenden Hände wäre es mir in der Tat nicht möglich so regelmäßig und getaktet meine Artikel raus zu donnern. Auch wenn ich viele Geschichten erlebe und auf diese Art Geschichte schreibe, müssen die Geschichten dazu erst noch geschrieben werden. Das ist verdammt viel Arbeit. Zum Glück kann ich das zeitlich so legen, dass das großenteils Freizeit-neutral geschehen kann, wenn ihr versteht was ich meine.

Und an der Stelle danke ich meinen fleißigen Helferlein. Denn ohne Euch gäbe es all die vielen tollen Artikel hier nicht. Ich brauche Euch jeden Tag wirklich sehr, denn ich verbringe einen großen Teil meiner Freizeit da draußen auf der Straße. Spreche Frauen an. Gehe in Bars und Clubs und treffe mich mit Freunden und einigermaßen regelmäßig auch mit Frauen zum Date. Meine Helfer hier halten mir dafür den Rücken und die nötige Zeit frei.
Danke an den Lektor, danke an meinen Bildredakteuer und danke an Onkel SEO.
Zu viert bin ich alleine einfach ein tolles Team! 🙂

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PS: Ich suche noch einen fürs Marketing. Habe gerade eine Stellenausschreibung laufen. Und es gibt auch schon einen aussichtsreichen Bewerber. Mich.

PPS: Danke liebe „tagebuchschreiberin“ für die Inspiration zu diesem Artikel.