Philosophischer Sonntag – Über Zeitfenster im Leben und Deine Rolle darin (Teil 2 von 2)

Ich freue mich gerade richtig auf das Schreiben, endlich Teil 2 von Philosophischer Sonntag – Über Zeitfenster im Leben und Deine Rolle darin (Teil 1 von 2).

Im ersten Teil beschrieb ich das Phänomen des Auftretens, des Wirkens und der Bedeutung von Zeitfenstern.
Von meiner Leserin „lunarterminiert“ bekam ich den Hinweis, dass das Nutzen von Zeitfenstern bzw. sich bietenden günstigen Gelegenheiten in der griechischen Mythologie als Kairos betitelt wurde. Und der Gott der Zeit Chronos heißt. Danke dafür. Passt hier rein.

Ich beschrieb in Teil 1, dass Zeitfenster nicht beeinflussbar sind. Sie tauchen manchmal auf, halten eine mehr oder weniger lange Weile an und verschwinden dann durchaus plötzlich wieder, indem sie sich selbstständig schließen.

Zeitfenster ändern sich permanent. An sich ändern sie sich und das Auftreten in verschiedenen Situationen und bei verschiedenen Menschen ändert sich. Ich empfehle den letzten Artikel, Teil 1, einfach zu lesen, bevor es hier weiter geht. Sonst steht das Nachfolgende ohne Kontext da.

Heute geht es mir dabei weniger um die Zeitfenster als solche. Heute geht es mir um Deine Rolle darin!
Was sind Deine Möglichkeiten in diesen Zeitfenstern und was hat das wirklich exakt mit DIR SELBST zu tun? Heute wird es wirklich mal wieder etwas tiefer philosophisch, um so wichtiger ist es daher den Gesamtzusammenhang zu sehen und zu verstehen.

Achtung:
Ich warne an der Stelle ausdrücklich davor weiter zu lesen. Bei sensiblen Menschen mit geringem Selbstwertgefühl können die nachfolgenden Zeilen ungewünschte Nebenwirkungen auslösen. Diese beabsichtige ich zwar nicht, kann und will sie aber auch nicht verhindern. 🙂

Nochmal kurz zusammen gefasst:

  1. Es gibt Zeifenster.
  2. Du kommst – wenn Du ein solches Zeitfenster erwischst – darin vor.

Wir beschränken uns heute auf den zweiten Punkt.

Bleiben wir im Bereich Pickup. Danach fasse ich das etwas überbegrifflicher und setze es in Bezug auch auf andere Themen. Du erwischst also ein günstiges Zeitfenster. Gut.

Nehmen wir an Du hast eine hübsche Frau (bzw. für meine vielen weiblichen Leser einen hübschen Mann ;-)) gesehen und sprichst sie an. Du stellst Dich lächelnd vor, sie gefällt Dir. Du findest sie mega attraktiv und auch ihre gesamte Erscheinung lässt Dich für einen Moment träumen. Und sie? Sie sieht Dich an, nimmt Dich zu Kenntnis und sagt Dir, dass sie Dich zwar nett findet, Du aber nicht ihr Typ seist.
Wie war das jetzt mit dem Zeitfenster? Es gab keines! Richtig.

Genau genommen hattest Du von Anfang an keine Chance bei ihr zu landen. Du hättest tun und lassen können was immer Du wolltest. Es gibt Frauen die sich vielleicht mit einem Ferrari hätten überzeugen lassen. Solche Gedanken kommen Dir dann. Mag sein, mag auch nicht sein. Aber solche Frauen willst Du in Wahrheit gar nicht. Ich jedenfalls nicht.

(Kurzer Exkurs: Gestern Nacht war ich wieder draußen zum Clubgamen. Wenige Meter neben mir war ein bekannter aktiver Fußballer. Wer, spielt keine Rolle. Für viele Menschen ist er ein Star. Für mich nur ein Mensch von vielen in diesem Club an diesem Abend. Etwas war aber auffällig: Seine Freunde – nennen wir sie einfach mal ihm zuliebe so – standen und tanzten wie eine Traube um ihn herum. Egal was er tat – die Traube bewegte sich im Kreis mit ihm mit und um ihn her. Wie ein Bienenschwarm mit einer Bienenköngin in der Mitte. Würde ich – wenn ich die Bienenkönigin wäre – eine Frau haben wollen, die ebenfalls nur deswegen an meinem Hintern klebt, weil ich jedes Wochenende von ein paar Millionen Menschen im Fernsehen bejubelt werde?!)

Andere Situation:
Du siehst völlig nebenbei eine hübsche Frau, nebenbei deshalb, weil Du gar nicht aktiv auf der Suche bist. Nicht in diesem Moment. Du möchtest nur gemütlich in einem Zeitschriftenladen blättern und kurz verweilen. Und da kommt sie rein, Du nimmst sie erst gar nicht wahr. Aber ihre langen brauen Haare glänzen in diesem hellen Kunstlicht, das von der Decke scheint wie die Sonnenstrahlen über den Gipfeln der Berge hinab ins Tal.
Du benötigst ein paar Sekunden, um zu realisieren, dass sich jetzt vielleicht wieder ein Zeitfenster auf tut. Diesmal vielleicht wirklich.
„Hey, wie gehts?“, startest Du das Gespräch. „Hi, gut. Bin nur kurz auf der Suche nach einem Artikel in einer Zeitschrift. Was machst Du hier?“, bekommst Du so ungefähr die größtmögliche Resonanz für diesen Moment von ihr mit einem Lächeln zurück gespielt.

Und ab da hast Du ab Sekunde eins die volle Aufmerksamkeit dieser Frau. Sie nimmt sich Zeit für Dich und das Gespräch mit Dir. Und möglicherweise gehst Du zusammen mit ihr direkt noch auf einen Kaffee ein paar Meter weiter. Ein mega entspannter Einstieg, ein mega entspannter Fortgang. Du vereinbarst mit ihr ein Date für den nächsten Abend. Ihr tauscht Nummern aus, verabschiedet Euch mit einem Bussi links und einem rechts.

Wie ist das mit dem Zeitfenster in dieser Situation?
Es existierte von Anfang an! Es war eines da. Es war diesmal wirklich da. Es gab eine echte Chance für Dich. Diesmal war Deine Rolle darin nur, dieses Zeitfenster – das ganz unabhängig von deinem Zutun einfach da war – zu nutzen. Du musstest sie nur ansprechen. Und zwar völlig egal wie. In diesem Fall reichte ein „Hey, wie gehts?“ genauso aus wie ein „Sorry, kannst Du mir kurz helfen bitte. Ich suche gerade so eine Zeitschrift über Männermode, weil mir mein Kumpel letztens sagte, dass meine Hosen so komisch aussehen. Kennst Du Dich da aus?!“  ausgereicht hätte.

Hab ich so noch nie gemacht, aber es spielt keine Rolle. Wirklich nicht. Die Frage ist nicht was Du sagst. Die Frage ist maximal WIE Du es sagst. Aber selbst das ist vernachlässigbar. Ist das Zeitfenster dieser Frau geschlossen (Ehemann / in Eile / findet Dich nicht sexy genug), dann ist es eben geschlossen. Punkt. Vergiss jeden weiteren Gedanken daran. Morgen hätte es vielleicht schon wieder auf sein können, weil ihr toller Göttergatte gestern mit ihr Schluss gemacht hat. Und schwupp, wäre sie mit Dir auf einen Kaffee gegangen.
Der gleiche Mensch. Du.
Der gleiche Mensch. Sie.
Aber nicht das gleiche Zeitfenster. Ein anderes.

Du hast also ein günstiges Zeitfenster erwischt (Kairos), was ist Deine Rolle darin?
Wie wir gerade festgestellt haben, musst Du ein Zeitfenster identifizieren. Das machst Du, in dem Du Dir selbst sagst: „Ich werde jetzt die Wahrheit heraus finden. Existiert für mich jetzt ein Zeitfenster oder nicht?“
Und das kannst Du herausfinden, in dem Du die Frau einfach ansprichst. Und es einfach herausfindest. Du bist ein Wahrheits-Heraufinder. Ein Zeitfenster-Wahrheits-Herausfinder. Du bist eigentlich nur eine ganz gewöhnliche Maschine, mit einer Präzision wie ein verlässliches schweizer Uhrwerk. Deine Aufgabe ist es nur herauszufinden was die Wahrheit ist. Nicht werten. Nicht besser wissen. Nur herausfinden.
Das hast Du getan. Du hast sie angesprochen und bist mit ihr bis zum Ende gegangen. Du hast ein Date vereinbart. Läuft bei Dir. 😉

Was ist die Rolle darin? Nochmal. Was ist Deine Rolle darin? Was hat das alles mit DIR zu tun?

Ich habe oben gewarnt diesen Artikel weiter zu lesen. Es bleibt dabei. Es sollte davor gewarnt werden.

Denn: Du magst Dich riesig freuen, dass diese Frau sich mit Dir treffen möchte. Das Date mag auch zustande kommen. Ihr mögt Euch auch gerne haben. Noch so sehr. Und es mag viele weitere Dates geben. Und allmählich auch Zukunftspläne. Zusammen ziehen. Einen Kinderwunsch. Ihr wollt heiraten, ihr mögt ein Haus bauen, einen Baum pflanzen und alt werden. Gemeinsam, bis ans Lebensende.

Und dennoch habe ich für mich eines inzwischen erkannt. Nirgends gelesen. Selbst erkannt. Einfach durch das Leben selbst:
Es hätte jeder andere Mann auch sein können in dieser Situation!

Es gab ein Zeitfenster. Du hast es genutzt. Ja. Zweifelsfrei. Aber Du brauchst Dir nichts darauf einzubilden. Du warst einfach zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort. Eine Minute früher und Du hättest diese Frau nie kennen gelernt. Eine Minute später und Du hättest diese Frau nie kennen gelernt.
Die Gedanken und die Glorifizierung des sogenannten Schicksals werden damit obsolet. Es gibt Zeitfenster. Aber es gibt kein Schicksal. Kein nachvollziehbares Schicksal jedenfalls. Das bedeutet sehr konkret gesagt: Auch DU bist in diesem Zeitfenster mit dieser Frau nur ein daher gelaufener Junge. Sie fand Dich toll. Na und. Sie hätte zig tausend andere Männer IN DIESEM ZEITFENSTER ebenfalls toll gefunden, hätten die anderen Männer es nur genutzt.

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Dieser Kern meines Artikel ist enorm wichtig komplett richtig zu erfassen. Sonst geht die Botschaft verloren.

Ich will niemanden ent-träumen lassen. Wirklich nicht. Du bist ein toller Mensch, zweifelsfrei. Jeder Mensch ist etwas Besonderes. Jeder. Und jede Situation ist etwas Besonderes. Jede Situation zwischen Mann und Frau. Das Kennenlernen. Das Zusammenkommen. Alles.
Aber: ES HAT NICHTS MIT DIR ZU TUN! Bilde Dir wirklich nichts darauf ein. Du bist deswegen kein Held. Nochmal: Du warst zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort. Hätte ein anderer Typ sie gerade angesprochen, dann hätte sie einige Zeit später mit dem anderen Typen geschlafen und die beiden wären nun verheiratet, anstatt Euch beiden. Vielleicht würden die beiden nicht lange glücklich werden oder bleiben und plötzlich gäbe es ein Beziehungsende. Und plötzlich öffnet sich wieder ein neues Zeitfenster im Leben dieser Frau in Bezug auf das Kennenlernen eines neuen Mannes. So ist der Lauf der Dinge.

Du bist etwas Besonderes! Definitiv. Das musst Du begreifen. Tief verstehen und begreifen. Aber es ist nichts Besonderes, dass Du mit dieser Frau zusammen gekommen bist. Wäre es nicht sie, dann wäre es ein paar Zeitfenster später eben eine andere Frau. Auch mit der kannst Du glücklich werden und Kinder bekommen. Und Du wirst es auch, ohne es je gemerkt zu haben, dass die Willkür für Dich entschied. Andere nennen es Schicksal. Letztlich war es jedoch einfach Zufall, aus meiner Sicht.

Ich möchte niemandem etwas wegnehmen. Wirklich auch nichts entmystifizieren. Jeder soll an das wahre Schicksal glauben. Die eine große Liebe. Ja. Ich tat das auch. Lange lange Zeit. Bis ich festgestellt habe was passiert, wenn eine Beziehung zu Ende geht und nicht mehr kommt. So weit in Ordnung, aus der Sicht. Möglicherweise hätte ich mich auf die Suche nach einer neuen „einzig wahren großen Liebe“ begeben. So wie alle Menschen. Und dann wäre ich vermutlich irgendwann sehr enttäuscht worden. So wie (fast) alle Menschen.

Nur begann ich zu pickuppen. Und stellte dadurch fest, dass das alles nichts mit mir als Mensch zu tun hat. Nicht mit mir als Wesen. Erst recht nicht mit mir als Seele.
Und keine Angst, dass ich nichts mehr empfinden könnte. Weil ich doch jetzt denken würde, dass alles Willkür und Zufall sei. Nein nein, ich weiß nur, dass alles vergänglich ist. Und sich alles in Zeitfenstern bewegt. Das ganze Leben. Das WEIß ich inzwischen. Kein „ich denke mir das“, sondern ich erlebte und erlebe es. Und daher weiß ich.

Ich weiß, dass das nicht ins Denken passt. „Ja aber mein Partner und ich, wir haben uns gesucht und gefunden. Wir sind füreinander geschaffen!“. Ja, ich weiß. Das kannst Du so denken. Und Du wirst glücklich damit sein – jedenfalls so lange Eure Beziehung anhält, vorzugsweise glücklich. Und irgendwann wachst Du auf und es macht BUMM. Und es ist aus. Hoffentlich nicht. Wirklich. Aber was, wenn doch? Seid ihr dann immer noch füreinander geschaffen? Trotz dem Aus? Oder wart ihr dann plötzlich noch nie füreinander geschaffen? Denk drüber na@ch. 😉

Es gibt nichts Schöneres auf dieser Welt als sein Glück teilen zu können und geteilt zu bekommen. Das hat damit nichts zu tun. Das taste ich als Heiligtum niemals an.

Wie oben gesagt, nun noch ein paar globaler geltende Worte. Nicht nur in Bezug auf Pickup: Das gleiche Prinzip – und jetzt wird es ganz schnell jedem noch so skeptischem Leser klarer was ich meine, ich bin mir sicher! – gilt auch im Berufsleben. Es gibt eine Stellenausschreibung und es öffnet sich damit ein Zeitfenster. Du bewirbst Dich, weil Du denkst, dass Du das Profil zu 100% erfüllst. Übertriffst, sogar. Du wirst eingeladen und nach einem gefühlt perfekt laufenden Gespräch bekommst Du gesagt: „Wir stellen Sie gerne ein, sie können nächsten Monat bei uns anfangen!“.

Wie ist das jetzt mit Deiner Rolle darin? Bildest Du Dir an dieser Stelle ebenfalls ein, dass es Schicksal war, dass Dich diese Firma nimmt? Ihr seid füreinander geschaffen? Du und das Unternehmen? Das Unternehmen hat seinen Lebtag damit verbracht auf den einen richtigen zu warten und Du kommst just dann wie ein Ritter in glänzender Rüstung daher geritten? Sicher? Oder war es Zufall und „es hat halt gerade gut gepasst, für beide Seiten“?

Mir tut das ein bisschen weh, das gerade so zu schreiben. Ich bin tatsächlich gerade etwas sentimental. Weil das selbst als meine eigene Wahrheit noch nicht völlig in den Kopf will. Und ich selbst noch stark daran kämpfe mir selbst zu glauben. Obwohl ich längst spüre, dass es wahr ist. Jedenfalls für mich.

Aber ich bin ein Mensch, der Unwahrheiten nicht mag. Und der immer neugierig ist und sich immer alles genau ansieht und nachhakt. Der nicht alles glaubt was da steht. Und der seine eigenen Erfahrungen macht. Aktiver als je zuvor. Und der lieber spürt als zu denken. Und ich spüre…

Mir ist bewusst geworden, dass ICH viel weniger wichtig bin in einem Gesamtkontext, als mir vielleicht lieb wäre. Ich bin hier, ich atme. Ich lebe. Und das ist das einzige, das im Moment gerade wahr ist. Alles andere kommt und geht. Auch Du und Ich, auch wir werden gehen. Eines Tages. Bis dahin können wir Zeitfenster für uns nutzen. Aber uns bitte nichts drauf einbilden, wenn wir mal ein aufkommendes Zeitfenster für uns nutzen konnten. Es hätte jedes andere Zeitfenster auch sein können… jeder andere Mann oder jede andere Frau hätte es genauso sein können.

Als Trost kann ich nur sagen: Es hätte JEDER andere auch sein können. Aber in diesem konrekten Fall bist es eben Du geworden. Sei glücklich damit, dass Du es bist.

Und wenn Dich dennoch etwas glücklich machen kann am Kern dieses Artikels, dann ist es, dass Du Dir über das Phänomen der Zeitfenster bewusst bist und um seine Bedeutung und Deine Rolle darin (nun) weißt. Sei also zumindest darauf stolz das zu wissen und nutze das für Dich. Dann hat sich all das für dich schon sehr gelohnt. Auch ganz ohne Schicksal. 🙂

PS: Ich liebe diese Postskripte… nutze ich in meinen Artikeln ja immer häufiger. 🙂
Was ich noch sagen will:
Wenn Du einen Partner hast, geh einfach schnell zu ihm oder ihr rüber und küss ihn einfach. Sei glücklich darüber, dass ihr Euch habt.
Es hätte jeder ander auch sein können. Ja. Wenn nicht Du, dann jemand anders. Klar. Aber sei einfach froh, dass es im Moment ist wie es ist. Das Beste für Euch.

PPS: Wer sich selbst die Frage stellt, was man denn dann tun kann oder tun soll, mit diesem Wissen… dem kann ich nur sagen was ich inzwischen tue und wie mein Umgang mit meinem Leben inzwischen ist:
Ich versuche SELBST glücklich zu werden und immer weiter auf den Weg dazu zu kommen. Und zwar ganz ganz unabhängig von Freunden, der Familie oder einer Partnerin. Und erst recht völlig unabhängig von solchen Unwichtigkeiten wie dem Beruf. Ich arbeite täglich an mir und versuche selbst so weit zu kommen, dass ich gar keine Partnerin mehr benötige, um mich „komplett“ zu fühlen. Das wissen, dass keine Partnerin der Welt mich komplettieren kann, habe ich bereits. Aber das auch zu Leben und sich tief einzugestehen ist schwer. Daran arbeite ich hart.
Und dann wird es so sein wie immer im Leben: Plötzlich ist sie da.

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5 Kommentare zu „Philosophischer Sonntag – Über Zeitfenster im Leben und Deine Rolle darin (Teil 2 von 2)

  1. Ganz schön traurig, der Artikel und die Sichtweise. Hat aber wohl was Wahres an sich. Trotzdem finde ich, kann man sich mal geschickter, mal ungeschickter anstellen in dem Zeitfenster. Dein Typ im Beispiel hätte die Frau ansprechen können, sie Daten können, mit ihr zusammen kommen und dann irgendwas dummes anstellen können. Dann wars das auch mit dem Happy End.
    Es geht wahrscheinlich um sehr sehr viele aneinander gereihte Zeitfenster, das ganze Leben lang. Die Relevanten muss man erkennen können und nutzen. Und sich richtig anstellen. 😄

    Guter Artikel jedenfalls! Die Sichtweise habe ich noch nie wahrgenommen. Aber es lohnt sich, das im Kopf zu behalten. Und wie du es am Ende schön sagst: wichtig dabei ist, für sich selbst glücklich werden.

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  2. Ich versuche seit einer negativen und tief traumatischen Zeit in meinem Leben weniger gedankenverhaftet zu sein. Stattdessen mehr wahrzunehmen und neugierig zu sein, neugierig die Realität überhaupt zu erkennen. Das wäre anders gar nicht aushaltbar gewesen für mich. Nur mit Wünschen und Wunschvorstellungen klappt es im Leben einfach nicht. Leider. Zu schön wäre es. Also habe ich mich erst mal mit der Realität beschäftigt. Auch wenn die Realität mega komplex ist. 🙂
    Und dann irgendwann, wenn ich es erst mal geschafft habe die Realität so bewusst wahrzunehmen wie sie ist, dann kann ich auch wieder in die Wunsch- und Traumwelt eintauchen. Bis dahin möchte ich einfach sehen, ob es mir gelingt die Dinge unverfälschst (durch meine Gedanken) zu sehen, zu schmecken, zu fühlen, zu riechen und zu hören.
    Ich werde mal einen Artikel über das Bewusstsein und das Spüren schreiben. Demnächst. 😉

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  3. ALSO, mich regt dieser Post immer wieder auf, seitdem ich ihn kurz nach Veröffentlichung gelesen habe! Ja, ich folge Blogs, die mich touchen. Manchmal sinds schöne Fotos oder Kopfkino, manchmal regen Blogs mich zum Nachdenken an oder bringen mich auf neue Ideen oder beleuchten ein Thema einfach mal auf andere Art und Weise als ich das tun würde. Und wenn ich meine, dass ich gern auch andere Sichtweisen aufgezeigt bekomme, dann ist es für mich elementar, dass diese vom Grundsatz her positiv/optimistisch sind. Weil für mich das Glas IMMER halbvoll ist.

    Nein, mich regt nicht der Negativismus des Posts auf, sondern der Absolutismus, die Überzeugung oder auch der Unglaube dahinter. Denn man kann den Sachverhalt ebenso andersherum sehen. Was also alles passiert ist/ dass es passieren musste, damit ich an dieser Stelle (evtl. mit Mr. Right) stehe. Schon mal was von Seele gehört? Die Entwicklung der Ahnen bis zu dem Punkt, der mich gezeugt hat, dann weiter mein Weg und der des Mr. Right. Es sind immer bestimmte Erfahrungen mit absolut vorherbestimmten Menschen, die die Seele machen will. Das sieht für unser „Ameisenbewußtsein“ zusammenhanglos aus, ist aber m.E. Teil eines großen Plans. (Der normale Menschenverstand bezeichnet das immer gern als Wunder.) Und ja, ich glaube daran – die Physik übrigens auch, nennt sich determiniertes Chaos. Vielleicht schreib ich dazu mal was…nämlich, dass ich an Wunder und das Universum glaube.

    PS: nicht falsch verstehen, Mr. Right ist nicht unbedingt für ein ganzes Leben gedacht, sondern solange er für die Entwicklung wichtig ist – und andersherum auch.

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    1. Vielen Dank für Deinen kritischen Kommentar. Das schätze ich an Dir.

      Irgend etwas hat mein Artikel also in Dir hinterlassen. Das freut mich sehr. Egal welche Meinung Du dazu entwickelt hast. Wichtig ist für mich nur, dass ich Dich bzw. meine Leser, berühren konnte. Und wenn Du jetzt im Nachgang für DICH festgestellt hast, dass Du anders denkst, dann ist das prima. Dann hast Du nämlich so gesehen NOCH DEUTLICHER WEITERHIN DEINE Meinung. Das finde ich gut. Wichtig ist nicht ob a oder b richtig ist, sondern selbst klar zu wissen ob man a oder b möchte.

      Ich verstehe Deine positive Lebenseinstellung. Und das ist wirklich toll für Dich. Früher war ich auch so. Ich nahm alles als gut an oder gut auf. Aber schlechte Dinge stimmten mich auch schnell traurig oder ich bezog sie auf mich. Und legte damit mein Schicksal in die Hände anderer. Das stürzte mich dann vor einiger Zeit geradewegs ins Verderben. Heute kann ich sagen, dass ICH mich ins Verderben stürzen ließ. Nur im Sinne dessen, dass ich Verantwortung abgegeben habe. Keine Schuldzuweisung an andere in meinem bisherigen Leben, sondern an meine eigene Entscheidung Verantwortung abzugeben. Das habe ich seither nicht mehr. Weil ich nicht mehr per se positiv auf Menschen oder Situationen zu gehe, sondern zunächst beobachtend. Erst DANACH fange ich für mich zu fühlen an. Und spüre dann ob mir etwas gut oder schlecht tut. Dank dieser Sichtweise bin ich wesentlich freier von Enttäuschungen und ermögliche mir selbst sogar MEHR Freude als früher.
      Das ist ein mega komplexes Feld. Darüber hab ich heute mit der Klette auch gesprochen. Sie hat kein Wort verstanden davon. Das ist aber auch ganz normal. Das kann ich wirklich nicht in wenigen Minuten oder Worten erklären.

      Ich kann Dir aber sagen, dass wenn Dich mein Denken wirklich interessiert, Du einfach mal ein Buch oder Hörbuch von Eckhart Tolle lesen oder anhören kannst. Das ist der Mann, der mich im Denken in meinem Leben mehr beeinflusst hat, als jeder Mensch vor ihm und bisher auch nach ihm. Wenn Du seine Bücher (oder zumindest eines) kennst, wirst Du mein Handeln und Denken verstehen können.

      Dennoch zurück zu Deinem Kommentar:
      Tatsächlich sehe ich meinen Artikel weder Pessimistisch, noch absolut. Sondern nur realistisch. Es ist keine Wertung in die eine oder andere Richtung, das was ich da beschreibe. Sondern es ist meine Beobachtung. Dass der Artikel negativ sein soll, entstammt dabei Deinem Denken. Deine Gedanken lassen ihn negativ oder positiv erscheinen, nur für Dich. Ein anderer Mensch mag da anders denken. Aber natürlich ist der Artikel im ersten Moment ein Knaller.

      Dessen war ich mir vorher schon bewusst, ich denke immer voraus… 😉
      Darum schrieb ich im Artikel extra dazu:

      Achtung:
      Ich warne an der Stelle ausdrücklich davor weiter zu lesen. Bei sensiblen Menschen mit geringem Selbstwertgefühl können die nachfolgenden Zeilen ungewünschte Nebenwirkungen auslösen. Diese beabsichtige ich zwar nicht, kann und will sie aber auch nicht verhindern. 🙂

      Und jetzt zurück zum für mich wichtigsten Punkt in Deinem Kommentar:
      Die Sache mit der Seele, den Ahnen und der Vorherbestimmung:
      Ob Du es glaubst oder nicht – ICH SEHE DAS GENAU WIE DU!
      Hammer, oder? 🙂
      Und an der Stelle treffen wir uns wieder mit unseren Ansichten. Nur der Einstieg bzw. der Weg dahin ist ein anderer. Und das ist in Ordnung so.

      Erst diese Woche schrieb mir eine praktizierende Buddhistin, die eine sehr gute Bekannte und mittlerweile echte Freundin (meine einzige freundschaftliche Freundin in meinem Leben!) ist, dass ich inzwischen längst ein Buddhist sei, in meinem täglichen Handeln.

      Ich sehe das Leben wesentlich spiritueller als es für Außenstehende in diesem Artikel erscheinen mag.
      Gerade deshalb kann ich seit einiger Zeit glücklicherweise das Werten aufhören und die Realität mehr denn bisher in meinem Leben wahrnehmen, akzeptieren und beeinflussen.
      An das Universum glaube ich dabei exakt auch.
      Und an das von Dir genannte Wunder ebenso, ich würde es nur anders bezeichnen. Eher als Zufall, es haben einfach die Zeitfenster übereinander gepasst…! Um im Sinne meines Artikels zu bleiben.

      Aber Achtung: Ist das nicht genau Wunder genug? 😉

      PS: Zum Beispiel mit Deinem halb vollen oder halb leeren Glas kann ich nur sagen wie ich es sehe.
      Für mich ist das Glas weder halb voll noch halb leer. Es ist als Metapher gesagt: „einfach halb“.
      An Stelle von halb voll oder halb leer ist es für mich so gesehen einfach nur „halb“. Das ist jetzt natürlich abstrakt, aber so denke ich. Die Wertung „voll“ oder „leer2 habe ich nicht mehr, seit meinem inzwischen eingeschlagenen Weg.

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