Zwischen Tür und Angel

Heute mal wieder mit leichter Verspätung, mein Artikel. Asche und Schande über mein Haupt. Aber hey, es gibt eine echte Ausrede. So sehr ich Ausreden auch nicht mag, aber manchmal gibt es wirklich welche.

Ich war von gestern auf heute nicht zu Hause, das war schon so nicht geplant. Darüber hinaus wurde es dann heute später als zumindest heute Früh dann geplant. Und am Ende reißt man alle harten oder weniger harten oder auch weichen Ziele. So ist das, wenn man fest geklettet wird. 😉
Nee, nix Fifty Shades of Grey. Einfach nur „die Klette“.

Gestern gab es zur Begrüßung ein leckeres Essen für mich. Das finde ich so unglaublich toll, wenn eine Frau für mich kocht.

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Etwas, das ich nicht mehr so gewöhnt bin. Und meine Freude fasziniert dann offensichtlich so, dass mir mein Gegenüber (bzw. in dem Fall meine Gegenüberin) das dann im ersten Moment gar nicht abkauft.
Es ist aber keine gespielte Freude meinerseits, sondern echte. Das ist so eine Situation, die mich an meine eigene Vergangenheit und mein vorheriges Leben bis zum Beginn mit dem Pickuppen erinnert und in der Zeit massiv zurück versetzt. Warum?

Weil ich zwei Dinge dabei merke und realisiere, sogar komplett für mich selbst nachvollziehe:

  1. Wie unglaublich unbewusst ich bis dahin gelebt habe. Wenn ich mich mega mäßig über ein Essen freue, das mir gekocht wurde und meine Gefühlslage dann bei der Frau (nicht speziell „die Klette“, sondern ganz generell) erstaunen auslöst, direkt gefolgt von Freude ihrerseits über meine Freude, dann merke ich, dass irgend etwas tatsächlich schief lief. In mir. Nur in mir. Sich plötzlich über so eine „Kleinigkeit“ so freuen zu können, obwohl andere Menschen vor meiner Zeit dieses Projekts wesentlich größere und aufwändigere Dinge für mich getan haben.
    Mensch war ich unbewusst! Damals. Zum Glück nur damals, heute kann ich das mit viel mehr Fasern meines Körpers empfinden, was da gerade um mich herum geschieht. Es fühlt sich an als wäre ein ganzes Fußballstadion voll Menschen gefüllt worden, nur um mich zu empfangen und mir einen tollen Augenblick zu bescheren.
    Vielleicht ist das auch nur eine momentane Empfindung. Momentane Freude über das Sein und wahrnehmen des Moments. Das mag auch wieder vergehen. Es war jedoch ein schöner Moment und eine tolle Gefühlslage für mich, das spüren zu können. Dass ich da bin, hier und jetzt. Und mich so eine objektive „Kleinigkeit“ so erfreuen kann. Was ist dann erst, wenn es größere Dinge werden. Was ist dann erst, wenn auch die kleinen Dinge wieder mit Regelmäßigkeit auf mich einwirken würden? Wenn es wieder einen Alltag gibt, mit DER Frau. Wenn ich sie finde.
  2. Wie unglaublich unbewusst die meisten anderen Menschen wohl sein müssen. Für sie, die Klette, war das in dem Moment unbegreiflich, dass ich mich so aufrichtig freuen konnte. „So hat sich ja noch niemand über mein Essen gefreut!“, schallte es mir da mit einem breiten Grinsen entgegen. Ich dachte mir nur: „Eigentlich traurig, wirklich traurig. Für Dich traurig, weil Du so eine Freude für das was Du da tolles tatest, noch gar nicht entgegen gebracht bekommen hast. Und für mich traurig, weil ich anhand so einer Sache merke, dass ich mich den größten Teil meines Lebens bisher über so viele schöne Dinge gar nicht richtig freuen konnte.“
    Vielleicht konnte ich es nicht, weil ich mit meinen Gedanken nie wirklich präsent im Moment war. Immer schon am Denken und Analysieren was denn wohl als nächstes folgt. „Was mache ich später…?“, „hab ich schon meinen Kumpel zurück gerufen…?“, sind dann Gedanken, die wir alle sicher kennen. Es sind Gedanken, die uns hin führen zu weiteren Gedanken, aber weit weg führen von der Gegenwart und der Situation jetzt. Lieber hier bleiben. Verweilen. Lauschen. Wahrnehmen.

Und so schön es auch war, aber heute Abend gehts wieder raus ins Bar- und Clubgame. Ein harter Schnitt für heute an dieser Stelle. Einmal in den heißen Topf und dann in den eisgefüllten.

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