Philosophischer Sonntag – Globalisierung vs. was eigentlich?

Zum heutigen Artikel hat mich mein bester Freund gebracht. Er erzählte mir am Telefon vom Besuch seiner Mutter. Sie wohnt in unserer gemeinsamen Heimatstadt. Er und ich wohnten dort den Großteil unseres Lebens und wir wuchsen dort auf. Ein relativ kleiner Ort. Schön. Beschaulich. Überschaubar.

Er sagte am Telefon zu mir: „Mir ist beim Laufen durch die Stadt aufgefallen, dass immer mehr kleine Läden zu machen und nur noch die großen Ketten zu finden sind. Das finde ich nicht gut.“

Ja mein Freund, das nennt man Globalisierung. Das Geld ist längst bei immer weniger Menschen konzentriert. Die Umverteilung ist schon immer im Gange. Deswegen gibt es großgrundbesitzende Adelsfamilien (jahrhunderte und gar jahrtausende schon!) und Eigentümer von Großkonzernen (deren Namen den meisten unbekannt sind und vor allem für immer und ewig unbekannt bleiben sollen). Ein schleichender langsamer Prozess. Ein leiser. Und nicht erst am Ende geht die Schere immer weiter auseinander. Die Schere zwischen Arm und Reich. Dann gibt es immer mehr C&A’s, immer mehr Zara’s, immer mehr Burgerketten. Und der kleine Laden von nebenan macht zu. Tante Emma hat lange schon ausgedient. Tante Emma ist eben aber Deine Tante Emma. Mit Onkel Fritz. Das ist der ohne Sitz. Der Fritz. Die kennt man, die zwei. Die schauen nicht nach Mailand, Madrid, New York, Tokyo. Die schauen nur auf ihr Klein-Kuhdorf. Tragisch? Mitnichten!

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Die Frage ist, was man dagegen tun kann? Oder eben für ein anderes Miteinander. Erstmal muss man sich überlegen was denn das Gegenteil von Globalisierung ist. Ich bin mir sicher, dass die meisten Menschen alleine für die Beantwortung dieser Frage mehrere Stunden grübeln müssten. Und auf keine Antwort kämen. Unser System ist NICHT darauf ausgelegt NICHT zu globalisieren.

Und doch gibt es das Gegenteil. Auch wenn dieses Wort fast nirgends genannt wird. Das verrät uns die Qualitätspresse nämlich nicht. Lieber immer größer, weiter, intenationaler. Ist aber auch ein Teufelswerk, wenn wir nicht alle schön brav mitmachen beim Globalisieren. TTIP ist doch so toll. Ein bisschen Gen-Mais hier und Gen-Fleisch dort.

Dem richtigen Menschen das richige Wort in die Hand gedrückt, würde das schon weiter helfen. Luther ist so einer. Dem würde ich vertrauen. Der hätte das einfach zu seinen Thesen gepackt und auch mit an die Tür genagelt.

Regionalisierung!

Zurück zu den Wurzeln. Man muss nicht jeden Stuss mitmachen. In vielen kleinen täglichen Dingen lässt sich die Auswirkung durch den Feldzug (ja!) der Großkonzerne nicht mehr aufhalten. Aber in anderen Dingen ist es möglich. Beispiele? Das tägliche Brot muss ich nicht beim großen Aufback-Discounter kaufen. Ich kann es beim örtlichen Bäcker holen. Es kostet mehr? Ja. Schön. Freut mich doch. Dann hat nämlich meine Tante Emma auch noch einen Job. Und ich das bessere Brot. Defintiv.

Man kann und sollte das Prinzip auch für das eigene Leben adaptieren. Weg vom Streben nach dem Höchsten, Größten und Schönsten. Hin zum Streben nach dem Eigensten. Dem Individuellsten.
Jeder von uns ist einzigartig. Nicht den großen Stars nacheifern. Nicht jeden Trend mitmachen. Nur weil viele Menschen bereit sind von Zeit zu Zeit vor einem Ei-Phone-Apfel-Geschäft zu kampieren, heißt das umgekehrt nicht, dass jeder von uns das machen muss. Auch wenn man uns das Glauben machen will. Nicht jedem Trend hinterher zu springen ist schon mal so ein guter Schritt. Nicht alleine schon weil allerorten so eine bekannte Burgerkette seine Pforten öffnet, muss ich durch die Pforten derer (un)heiliger Hallen schreiten. Ich kann auch einfach bei Tante Emma einen Burger kaufen. Die macht den auch ganz lecker. Da heißt er Frikadelle, Bulette, Fleischpflanzerl. Gibts auch mit Salat. Und sonstigem Grünzeug. Und auch mit Soße. Nur heißt er dann eben nicht „Big Mac“ oder „Whooper“. Tragisch? Mitnichten!

Und so sehe ich das auch bezogen auf mein Projekt. Es ist nicht nur mein Projekt. Jeder hat sein eigenes Projekt in seinem Leben. Immer.
Öfter mal einfach auf sich selbst zu schauen, anstatt den Blick nach außen zu lenken. Egal was der Typ aus Hollywood mag. Der trinkt vielleicht Nespresso. Ja, mag sein. Der George. Ich hol mir meinen Kaffee beim kleinen Röster vor Ort. Weg vom Blick zu den Stars. Hin zum Blick auf mich selbst. Ich bin der Star. Mein ganz eigener!

Regionalisierung statt Globalisierung.

PS: Danke mein Freund, dass Du mich auf diesen Artikel gebracht hast.

PPS: Das ist jetzt fast schon ein Artikel für meine Kategorie „Projekt politisch“ geworden. Dennoch liegt mein Fokus auf dem Philosophischen.
Und nein, ich bin kein Linker. Und kein Sozialist. Sondern Mensch. Das höchste Gut. 😉

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