Samstag bin ich an meine Grenze gestoßen – Teil 1 von 2

Samstag Abend gings wieder mal raus ins Bar- und Clubgame. Und oh wow! Das hatte es in sich. Holla die Waldfee.

Ich bin an meine Grenzen gestoßen. Endlich mal! ENDLICH MAL!
Grenzen erkennen. Grenzen verschieben. Immer auf der Kante. Und dann drüber!

Der Reihe nach. Was ist passiert?

Erstmal aufwärmen in der Bar. In der ich meistens bin. Nennen wir es mein „Wohnzimmer“. Bestimmt fragt man sich dort schon, ob ich kein Zuhause hätte. Nee, hab ich nicht. Tatsächlich nicht. Noch nicht. Mein Zuhause ist im Moment nicht meine Wohnung. Sondern überall anders. Bis zu Hause wieder jemand ist, für den es sich lohnt Heim zu kehren. Und auch zu Hause zu bleiben.

In der Bar ein paar Gespräche geführt. Alles loses Palaver. Ein paar Sets eröffnet. Um später wieder locker einsteigen zu können, wenn man es braucht. Taktieren nennt man das wohl.
Ich bin zur Zeit nicht ganz so gut drauf. Und Samstag hatte ich auch kaum Lust weg zu gehen. Und doch spürte ich, dass es gut sein würde, wenn ich es dennoch tue. Danach ist es immer besser als davor. Wie mit dem Joggen. Man hat erst keine Lust. Und danach fühlt man sich besser.
Mein Plädoyer: Geh raus zum Joggen! Metaphorisch gesehen. Geh raus in die Bar. Praktisch gesehen.

Einen Tisch hab ich dort entdeckt, an dem saß ein Mädchen. Sie und ihre Freundin. Hübsch. Wirklich hübsch. Zumindest sie. Ihre Freundin nicht. Ich gebe ihr eine 7,5. Da hätte ich mich gleich zu Beginn verlieben können, Liebe auf den ersten Blick. Es war klar, dass ich das Set eröffnen werde. Nur die Frage war wann. Und als ich sah, dass sie bezahlen, war klar was nun kommen musste. Es war das Startsignal. Wie in der Formel 1.

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Also ab dafür. Hin. Eröffnen. Es wurde ein 10-Minuten-Gespräch daraus. Beide fühlten sich sichtlich wohl. Stellten viele Gegenfragen. Und als ich langsam zum Punkt kam, offenbarte sie mir mein bevorstehendes Schicksal. Nämlich dass das nichts wird zwischen uns. Sie sei schon lange vergeben. Aber ich hätte das unglaublich charmant und toll gemacht. Und sie wünsche mir viel Glück weiterhin. Und sie hätten sich beide sehr über meine Art gefreut.

Okay, dann nehm ich den ersten Korb des Abends mal unterm Arm einfach mit. Aber es war ein netter Korb. Es lag nämlich kein faules Ei drinnen. Sondern eines mit Smiley drauf. 🙂

Und so schlenderte ich noch ein wenig in der Bar herum. Aber es war nichts ganz Spektakuläres mehr für mich dabei. Ich bin wählerisch, wie man von hier sicherlich inzwischen weiß.

Noch ein 2er Set eröffnet, das ich letzte Woche in einem anderen Club schon bemerkt hatte. Aufmerksam sein, Gesichter erkennen und merken. Wenigstens die Gesichter. Die vielen Namen kann sich sowieso kein Mensch alle merken.
Die zwei Mädchen haben mir beide nicht gefallen. Aber gerade das macht es leicht. Eröffnen, Smalltalk. Bekannt werden. Um sie später oder irgendwann wieder in dem anderen Club zu treffen. Um sich wieder grüßen zu können. Um wieder ins Gespräch zu kommen. Um jederzeit und überall mit Frauen gesehen zu werden, wenn man es gerade benötigt. Das ist mein unterschwelliges Ziel. Das chronische Ziel sozusagen. Das akute Ziel ist nämlich nicht immer erreichbar. Akut seine Traumfrau zu finden ist schwierig, man muss es chronisch angehen. Und das Spiel spiele ich auf allen Ebenen. Wer sagt denn, dass man Schach nur auf einem Brett spielen soll? Man kann auch mehrere Spiele gleichzeitig spielen. Man muss nur den Blick vom Klein-Klein auf das Groß-Groß richten.

Also kurz bei den beiden vorstellen. Bla bla. Wo kommt ihr her. Was macht ihr noch so. Ich hab Euch doch letztens gesehen. Ach ja. Cool. Bla Bla. Trallala. Haha. Huhu. Und oho. Gut. Reicht wieder. Danke. Bis später vielleicht. Tschüsschen.

Und ab in den nächsten Club.

Dort angekommen war ich zwar schon etwas besser drauf, nur irgendwie aufgrund der momentanen Gesamtsituation trotzdem nicht allzu guter Dinge. Dieser Glaube sollte mich Lügen strafen!

Es laufen zwei Frauen an meinem Wingman und mir vorbei. In einem Zwischengang. Und verlaufen sich gerade offenbar. Eine hübscher als die andere. Beide etwas älter als ich. Aber wow. Die hatten Klasse. Das merkt man sofort. Gut, man(n) vielleicht nicht. Aber ich inzwischen schon. Auch ohne Fernglas. Ausstrahlung muss man nicht aktiv ausstrahlen. Ausstrahlung strahlt auch passiv aus. Das ist das Ding, wenn ein Enrique Iglesias einen Raum betritt. Der kann selbst in seinem stinkenden Schlafanzug in den Raum rein kommen und stiehlt selbst mit Schlafmütze noch jedem die Show. Das kann man nicht ein- und ausschalten. Ein Stück weit ist das angeboren. Aber ein großes anderes Stück weit ist das antrainiert. Und daran arbeite ich. Ich hab mir jedenfalls schon mal so eine Schlafmütze besorgt. Und so einen stinkenden Schlafanzug. Bin also auf bestem Wege. Aber noch lang kein Enrique Iglesias. Will ich auch nicht werden. Inspirieren lassen kann man sich jedoch schon. 😉

Nachdem die zwei Frauen umher geirrt sind, war das eine prima Gelegenheit zusammen mit meinem Wingman das Set zu eröffnen. Lasst die Spiele beginnen! Kurzer Smalltalk. Ein bisschen lustig über die Situation mit ihnen machen. Slapstick. Und weiter gingen die Zwei auch schon wieder. Macht nichts. Manchmal muss man nur ausholen, werfen und warten bis der Bumerang wieder zurück kommt. Manchmal kommt er tatsächlich zurück. So war es. Wenige Minuten später waren wir wieder im Gespräch. Ob wir mitkommen wollen, an die Bar, war diesmal die Frage.
Na also, geht doch, lieber Bumerang. Da bist Du ja. Na dann kommen wir doch gerne mit.

Alles was ab dann passierte, war für mich Genuss pur.

Ich hatte die nächsten 2 Stunden des Abends mit der blonden Schönheit für mich. Und immer mit dabei ihre Freundin, ebenfalls eine Schönheit. Wenn auch vergeben. Die Blonde war sowieso eher mein Typ. Das war eine Frau. Beide. Keine Mädchen. Definitiv  Frauen. Aber was für welche.

Fortan wollte sie mich überall dabei haben, egal wohin die Mädls gingen. „Kommst Du mit?!“, hörte ich an dem Abend öfter.
Mein Wingman hat die Szenerie dann relativ schnell verlassen, nachdem er erfahren hat, dass die Braunhaarige verheiratet ist und da nichts gehen wird.Verstehe ich natürlich. Es wurde dann allmählich auch später und er ging. Ich blieb. Bis zum bittersüßen Ende.

Meine Blonde wollte tanzen. Okay, also ab zum Tanzen. Puh. Und jetzt kommen wir auch schon zu meinen Grenzen. Auf dem Parkett mache ich eine durchaus passable Figur, würde ich behaupten. Jedenfalls muss ich mich da nie verstecken. Ein bisschen Rythmusgefühl reicht ja schon, um gut mithalten zu können. Feuer im Blut hab ich. Rythmusgefühl wurde mir auch schon öfter bescheinigt. Nicht schwarz auf weiß, aber aufrichtig. Also alles gut, oder? Denkste!

Weiter gehts morgen…! 😉

Philosophischer Sonntag – Globalisierung vs. was eigentlich?

Zum heutigen Artikel hat mich mein bester Freund gebracht. Er erzählte mir am Telefon vom Besuch seiner Mutter. Sie wohnt in unserer gemeinsamen Heimatstadt. Er und ich wohnten dort den Großteil unseres Lebens und wir wuchsen dort auf. Ein relativ kleiner Ort. Schön. Beschaulich. Überschaubar.

Er sagte am Telefon zu mir: „Mir ist beim Laufen durch die Stadt aufgefallen, dass immer mehr kleine Läden zu machen und nur noch die großen Ketten zu finden sind. Das finde ich nicht gut.“

Ja mein Freund, das nennt man Globalisierung. Das Geld ist längst bei immer weniger Menschen konzentriert. Die Umverteilung ist schon immer im Gange. Deswegen gibt es großgrundbesitzende Adelsfamilien (jahrhunderte und gar jahrtausende schon!) und Eigentümer von Großkonzernen (deren Namen den meisten unbekannt sind und vor allem für immer und ewig unbekannt bleiben sollen). Ein schleichender langsamer Prozess. Ein leiser. Und nicht erst am Ende geht die Schere immer weiter auseinander. Die Schere zwischen Arm und Reich. Dann gibt es immer mehr C&A’s, immer mehr Zara’s, immer mehr Burgerketten. Und der kleine Laden von nebenan macht zu. Tante Emma hat lange schon ausgedient. Tante Emma ist eben aber Deine Tante Emma. Mit Onkel Fritz. Das ist der ohne Sitz. Der Fritz. Die kennt man, die zwei. Die schauen nicht nach Mailand, Madrid, New York, Tokyo. Die schauen nur auf ihr Klein-Kuhdorf. Tragisch? Mitnichten!

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Die Frage ist, was man dagegen tun kann? Oder eben für ein anderes Miteinander. Erstmal muss man sich überlegen was denn das Gegenteil von Globalisierung ist. Ich bin mir sicher, dass die meisten Menschen alleine für die Beantwortung dieser Frage mehrere Stunden grübeln müssten. Und auf keine Antwort kämen. Unser System ist NICHT darauf ausgelegt NICHT zu globalisieren.

Und doch gibt es das Gegenteil. Auch wenn dieses Wort fast nirgends genannt wird. Das verrät uns die Qualitätspresse nämlich nicht. Lieber immer größer, weiter, intenationaler. Ist aber auch ein Teufelswerk, wenn wir nicht alle schön brav mitmachen beim Globalisieren. TTIP ist doch so toll. Ein bisschen Gen-Mais hier und Gen-Fleisch dort.

Dem richtigen Menschen das richige Wort in die Hand gedrückt, würde das schon weiter helfen. Luther ist so einer. Dem würde ich vertrauen. Der hätte das einfach zu seinen Thesen gepackt und auch mit an die Tür genagelt.

Regionalisierung!

Zurück zu den Wurzeln. Man muss nicht jeden Stuss mitmachen. In vielen kleinen täglichen Dingen lässt sich die Auswirkung durch den Feldzug (ja!) der Großkonzerne nicht mehr aufhalten. Aber in anderen Dingen ist es möglich. Beispiele? Das tägliche Brot muss ich nicht beim großen Aufback-Discounter kaufen. Ich kann es beim örtlichen Bäcker holen. Es kostet mehr? Ja. Schön. Freut mich doch. Dann hat nämlich meine Tante Emma auch noch einen Job. Und ich das bessere Brot. Defintiv.

Man kann und sollte das Prinzip auch für das eigene Leben adaptieren. Weg vom Streben nach dem Höchsten, Größten und Schönsten. Hin zum Streben nach dem Eigensten. Dem Individuellsten.
Jeder von uns ist einzigartig. Nicht den großen Stars nacheifern. Nicht jeden Trend mitmachen. Nur weil viele Menschen bereit sind von Zeit zu Zeit vor einem Ei-Phone-Apfel-Geschäft zu kampieren, heißt das umgekehrt nicht, dass jeder von uns das machen muss. Auch wenn man uns das Glauben machen will. Nicht jedem Trend hinterher zu springen ist schon mal so ein guter Schritt. Nicht alleine schon weil allerorten so eine bekannte Burgerkette seine Pforten öffnet, muss ich durch die Pforten derer (un)heiliger Hallen schreiten. Ich kann auch einfach bei Tante Emma einen Burger kaufen. Die macht den auch ganz lecker. Da heißt er Frikadelle, Bulette, Fleischpflanzerl. Gibts auch mit Salat. Und sonstigem Grünzeug. Und auch mit Soße. Nur heißt er dann eben nicht „Big Mac“ oder „Whooper“. Tragisch? Mitnichten!

Und so sehe ich das auch bezogen auf mein Projekt. Es ist nicht nur mein Projekt. Jeder hat sein eigenes Projekt in seinem Leben. Immer.
Öfter mal einfach auf sich selbst zu schauen, anstatt den Blick nach außen zu lenken. Egal was der Typ aus Hollywood mag. Der trinkt vielleicht Nespresso. Ja, mag sein. Der George. Ich hol mir meinen Kaffee beim kleinen Röster vor Ort. Weg vom Blick zu den Stars. Hin zum Blick auf mich selbst. Ich bin der Star. Mein ganz eigener!

Regionalisierung statt Globalisierung.

PS: Danke mein Freund, dass Du mich auf diesen Artikel gebracht hast.

PPS: Das ist jetzt fast schon ein Artikel für meine Kategorie „Projekt politisch“ geworden. Dennoch liegt mein Fokus auf dem Philosophischen.
Und nein, ich bin kein Linker. Und kein Sozialist. Sondern Mensch. Das höchste Gut. 😉