Meine Zeit ist kostbar

Heute Früh hatte ich eine der seltenen Gelegenheiten mich wieder inspirieren zu lassen. Und umgekehrt mich auch in die Gedanken und Situationen eines anderen Menschen einzufühlen.
Treffen auf Herzebene tun gut, so viel besser als alle Treffen dieser Welt auf Gedankenebene es je zu vermögen im Stande wären.

Natürlich ging es dabei auch um das Thema Pickup. Nur aus einer anderen Perspektive. Wo ich gerade stehe. Was ich dabei so mache. Wie ich mein Ziel verfolge.
Oder vielleicht auch geradewegs dabei bin genau daran vorbei zu schlittern.

„Beim Lesen Deiner Artikel merke ich, dass Du auf sachlicher Ebene immer gezielter und fokussierter an die Sache ran gehst. Aber so eine entsprechende Frau suchst Du doch gar nicht. Du suchst einen Menschen, der für genau das gar nicht empfänglich wäre. Bei aller Anstrengung und Deinen persönlichen Fortschritten empfinde ich es so, dass ein Rückbesinnen auf den Punkt, an dem Du gestartet bist, Dir gut tun würde“, so oder so ähnlich lautete die Botschaft.

Da kann ich nur Recht geben. Tatsächlich kommt man manchmal etwas vom Ziel ab. Teils vielleicht aus Frust. Nach dem Motto: „Was soll das denn jetzt, wo ist sie denn endlich mal, diese Traumfrau???“
Teils vielleicht auch aufgrund des aufgebauten Momentums. Ist man erstmal am Berg auf dem Weg nach unten, stoppt es sich eben schwer. Also vielleicht einfach mal die Handbremse ziehen. Nicht gleich abrupt, aber etwas bremsen kann gut tun. Und vielleicht eine Kurskorrektur einläuten. Jeder Kapitän kann den Kahn steuern, aber ob das Ziel das richtige ist, ist eine andere Frage. Nicht überall wo „Kapitän“ drauf steht ist auch „Kapitän“ drinnen. Manchmal darf man sich im Leben auch daran erinnern lassen, dass man wieder mehr der Kapitän sein sollte, nicht nur der Steuermann und erst recht nicht nur der Rudergänger. Viel zu rudern heißt zwar, dass man schneller ankommt, aber nicht unbedingt am richtigen Ziel. Und machmal rudert man zwar höchst professionell, aber dreht das Boot damit eben auch nur im Kreis.

Und ich bin froh, dass es Menschen gibt, die sich für andere Menschen – auch für mich – interessieren. Aufrichtig, wertfrei und mitfühlend.

Auch wenn es zum Teil eine Selbstdarstellung sein mag, was ein Blogger tut. So eine unglaublich wertvolle Resonanz würde man anders nur unmöglich bekommen können. Sich selbst darzustellen ist per se aus meiner Sicht erst mal weder gut noch schlecht. Wie alles im Leben. Es ist erstmal nur eine Selbstdarstellung. Vielleicht. Ich sehe das aus genau dem genannten Aspekt höchst positiv. Es gibt einen Spruch, der mir dazu einfällt. Der passt wie die Faust aufs Auge:
„Tue Gutes und sprich darüber!“Definitiv ist mir wichtig auch andere Menschen zu inspirieren. Wenn mir das nicht gelänge, dann gäbe es hier keine Likes und auch keine Follower. Auch wenn meine kleine Lesergemeinde noch sehr klein ist und vermutlich immer sein klein bleiben wird, ein Stück weit inspirieren kann ich wohl. Und das macht mich glücklich.

Diese kleine Weisheit von da oben ist auch im Job unglaublich wertvoll. Wenn ich etwas sehr gut kann, dann meine eigene Arbeit als höchst gewinnbringend und effektiv darzustellen. Bin ich dadurch ein Selbstdarsteller? Sicher. Ich tue Gutes und spreche darüber. So ist meine Absicht.
Jetzt kommt der moralische Aspekt dabei:
Positiv wird die Sache in dem Moment, in dem ich davon überzeugt bin, dass meine Arbeit tatsächlich gewinnbringend und effektiv ist. Ich verkaufe kein X für ein U. Ich verkaufe nicht mich, jedenfalls nicht meine Seele dabei, stattdessen nur meine Arbeitskraft.Auch so ein Unterschied zu vielen Millionen Menschen da draußen, die täglich Dinge im Job tun müssen, wovon sie selbst nicht überzeugt sind. Weder sachlich noch menschlich den Kollegen oder dem Vorgesetzten gegenüber. Die teilweise moralisch sogar verwerflich sind. Oder sogar höchst schädlich sind. Hässliche Grüße an den deutschen Maschinenbau in unserer Rüstungsindustrie! Wir sitzen alle im gleichen Boot, ich verstehe die Ängste. Jeder möchte am Monatsende so viel verdienen, um angstfrei sich und seine Familie für den gesamten nächsten Monat durchbringen zu können. Auch mir geht es so. Nur dass meine ganz eigene kleine Familie noch fehlt. Aber hey, daran arbeiten wir hier ja schon! 😉
Jedenfalls ist das für mich eine positive Art der Selbstdarstellung.

So sehr viel mehr möchte ich gar nicht auf die Gesprächsinhalte von heute Früh im Detail eingehen. Bis auf die Tatsache, dass ich für mich viel auf der Meta-Ebene mitgenommen habe. Wieder mehr zurück zu mir und meinen eigentlichen Wünschen. Weniger Masse, mehr klasse. Mehr Herz, weniger Verstand.

Ja, ich hatte viele Dates in den Monaten. Es ist nun keine neue Situation mehr, jedenfalls an sich nicht. Jede Frau ist natürlich immer ein neuer Mensch. Und so begegne ich auch jeder Frau. Jeder Frau im Respekt als individuelles Wesen. Nur ist die Dating-Situation nichts ungewöhnliches mehr für mich. Ich bin meine Meter gegangen. Viele Meter. Vielleicht ist es tatsächlich Zeit nur noch die Frauen zu daten, von denen ich von Anfang an das Gefühl habe, dass sie überhaupt ernsthaft in Frage kommen. Es waren zugegeben einige Dates dabei, bei denen ich aus heutiger Sicht sagen kann, dass es Zeitverschwendung war. Und es auch vorher schon klar hätte sein können. So wie eines meiner letzten Dates, als der Frau das Rauchen wichtiger war als das Gespräch mit mir. Zeitverschwendung (Rauchen stinkt). Auch wenn man bei jeder Interaktion lernt. Für sich selbst ja. Aber nicht in Bezug auf „die Richtige“. Sagen wir es so, nur periphär bestenfalls. 😉

Plump gesagt: Zukünftig keine Raucherinnen mehr daten! Als einer von vielen Punkten. Nur symbolisch für das Gesamtpaket. Nur um es mir selbst plakativ auf die Stirn zu stempeln. Bilder sprechen mehr als Worte. Also lösen wir die Wortsalate auf und bildern stattdessen mehr.

Mehr Qualität statt Quantität. Vielleicht nochmal eine andere Art der Heransgehensweise. „Eskalieren ist auch schon so ein Begriff, den ich nicht gut finde“, sagte meine Bekannte zu mir heute. „Ist aber auch nicht mein Vokabular, das ist Pickup-Sprache“, versuchte ich meinen Kopf aus der Schlinge zu ziehen.
„Ja eben, Pickup-Sprache“, haute sie mir diesmal den Stempel direkt auf die Stirn.

Wie sehr ich solche Gespräche schätze. Schonungslos und aufrichtig den Spiegel vorgehalten bekommen.
Nur weil ich draußen rum laufe und mich ein bisschen aus dem Werkzeugkasten der Pickupper bediene… bin ich noch lang kein Pickupper im eigentlichen Sinne. Und natürlich will ich auch keiner werden. Es ist wirklich nur das Transportmittel. Ich will Zugfahren um anzukommen. Nicht um Zugfahrten zu studieren und auch nicht um Schaffner zu werden. Also ist es gut, dass mir das auch mal wieder klar gemacht wird.

Ich muss die heutige Begegnung auch erst mal sacken und dann wirken lassen. Und wenn sich daraus weitere Erkenntnisse entwickeln sollen, dann werden sie kommen. Und die Essenz daraus werde ich hier kund tun.

Bis dahin…
Heute Abend steht ein Date an. Und Sonntag auch. Weiter gehts im Zirkus. 🙂