Sich selbst Schwäche eingestehen

Für heute hatte ich vor einen Artikel über eine Erkenntnis zum Weg zu mir selbst zu schreiben. Den Artikel verschiebe ich. Vielleicht auf morgen.

Stattdessen geht es mir heute um das Thema Schwäche. Ganz persönliche Schwäche. Ein schwacher Moment. Gedanken der Schwäche. Und teils der Hilflosigkeit.

Dank Pickup weiß ich aber auch, dass es maximal ein kurzes Tal ist. Zumindest die oberflächliche aktue Schwäche. Die tieferliegende chronische Schwäche wird Pickup alleine nicht lösen können. Auch so eine Erkenntnis.

Wie komme ich auf das Thema?
Gestern Abend war so ein Moment. Da war so ein Abend. Ein Abend voller Schwäche. Ein Abend in Melancholie. Gedanken zu früher. Gedanken zu eigener Schuld, besonders aber Schuld einem anderen Menschen gegenüber. Ich habe noch ein paar Sachen aus meiner letzten Beziehung in meiner Wohnung. Immer noch. Nach langer Zeit. Und lang habe ich die Sachen auch einfach bei mir stehen gelassen. Mich nicht mal getraut sie wirklich anzufassen. Bisher nicht. Und gestern ging ich es ganz pragmatisch an. Der Pragmatismus hielt vielleicht für 1 Minute. Spätestens beim Anfassen und Ansehen der alten Gegenstände – ihrer Gegenstände – packte es mich. Ich sah mir die Sachen an und zu jedem einzelnen Gegenstand kamen in mir eine Million Erinnerungen hoch. Zu jedem einzelnen Gegenstand könnte ich wahrscheinlich eine eigene kleine Geschichte erzählen. Und selbst wenn es nur benutzte Taschentücher in einer alter Handtasche sind.

2017-01-10

Unglaublich, dieses Gefühlsbad.

Und das machte mich schwach. So sehr schwach, dass ich minutenlang erstmal nicht in der Lage war klar zu denken. Gehört so etwas hier in den Blog?
Wenn nicht auch das, was dann! Das ist kein Beauty-Blog von Teenager-Mädchen. Und auch nicht für Teenager-Mädchen. Hier ist nicht immer alles total toll. Und es scheint mir auch nicht jeden Tag die Sonne aus dem Allerwertesten. Manche Tage und sogar manche Wochen sind auch echt mal einfach Mist. Um nicht zu sagen… schei**. Gefühlt. Und es gibt hier im Blog keinen Anspruch auf ein Happy-End. Aber einen auf die Wahrheit, meine.

Aber Pickup hilft mir. Dabei mir klar zu werden, dass das nur momentane Situationen sind. Dass es nur eine Phase ist, eine kleine vielleicht. Und sich auch wieder ändern kann. Man lernt seine eigenen Emotionen besser zu kontrollieren oder zumindest besser zu bewerten. Sprichst Du eine Frau an und Du bekommst einen Korb, dann ist das am Anfang zermürbend. Aber gleichermaßen fliegst Du in den Himmel hoch, wenn Du Deine ersten Nummern bekommst und es zu den ersten Dates kommt. Und gleichermaßen haut es Dich vom siebten Himmel zurück auf die Erde. Oder eine Etage tiefer zum Teufel. Jedenfalls immer dann, wenn es mal wieder kurz vor dem Date eine Absage gibt. Oder Madame sich trotz gefühlt tollem Date nicht mehr meldet. Und dieses Gefühlsbad ist es, das man dank Pickup erlernt auszuhalten. Das ständige Erleben und Durchleben desensibilisiert, wie ich schon mal schrieb.

Ich hätte vor Monaten nicht gedacht, dass mir das in allerlei anderen Lebenslagen und -situationen ebenfalls würde helfen können. Doch das tut es. Ich werde mir bewusst, dass meine Erlebnisse von gestern Abend nur eine Momentaufnahme sind. So wie alle anderen Erlebnisse auch. Und dass sie kommen und dass sie gehen. Eckhart Tolle nennt das ein Gewitter. Ein inneres Gewitter. Man nimmt es wahr. Es darf während dem Flug auch Turbulenzen geben. Man nimmt sie nur still wahr und macht sich selbst klar: „Ah, ein Gewitter. Nicht schön. Aber es geht vorbei.“

Dennoch ist man für den Abend schwach. Und sehr nachdenklich. Und ich plädiere dafür, dass man auch mal schwach sein darf. Die ganze Woche bin ich stark, für alles und für jeden. Und dann darf es auch mal einen Abend geben, an dem nichts geht. Mental nichts. Es darf sogar mehr solcher Abende geben. Wir sind Menschen, denke ich mir.

Und alleine als ich gestern Abend schon anfing diesen Text hier zu schreiben, verbesserte sich mein Gemütszustand enorm. Das Schreiben bereichert, indem es befreit. Befreit von Schwächen und Gedanken an früher. Und was wäre wenn. Es ist aber nicht. Was wäre wenn ist kein „es ist wie es ist“. Es ist eine versuchte Ausflucht in ein Realität, die nicht existiert. Dennoch ist man schwach. Man weiß nie wie lange. Und diese Schwäche bedrückt mich innerlich. Das gebe ich zu. Mal sehen wie lange es anhält.

Und sich selbst diese Schwäche einzugestehen finde ich ehrlich gesagt schon einigermaßen stark!
Wenigstens ist es dafür gut genug.

Wie seht Ihr das?

PS: Wenn dieser Artikel online geht, kann es sein, dass ich mich wieder auf den Weg in die Stadt mache. Um zu approachen. Trotz mieser und bedrückter Laune. Aber ich bin mir bewusst, dass ich durch das Tal durch muss. Auch wenn es schon ein verdammt langes Tal ist, durch das ich seit langer Zeit gehe, muss auch ich eines akzeptieren lernen: Es gibt immer wieder mal Rückschläge und jedes Tal hat auch noch kleine Senkungen, die mitunter tiefer sind, als es vom Gipfel oben aussehen mag.
Hoffe meine Wanderschuhe halten noch ein paar Meter…