Silvester ohne Feuerwerk

Silvester was dieses Jahr für mich das gewöhnlichste Silvester-Fest meines Lebens. Es war ein Tag wie jeder andere auch. Das ist schon okay so, denn jeder Tag ist gleich viel wert. Nur war es dieses Jahr schon außerordentlich gewöhnlich.

Warum?
Nun, mit meinem Kumpel zusammen bin ich durch die Stadt gezogen. Wir dachten es wäre überall etwas los. War aber nicht der Fall. Dummerweise. Und so gingen wir erst mal gemütlich eine Kleinigkeit essen. Dann war es ca. 22 Uhr. Ich war fast so angezogen als würde ich auf einen Berg gehen wollen. Feste Schuhe, dicker Pulli. Wir rechneten damit durch die Straßen zu ziehen, so von Kneipe zu Kneipe. Irgendwie war aber alles wie leer gefegt, gefühlt zumindest.

Plötzlich klingelt mein Handy und ein anderer Kumpel fragte, ob wir auf so eine große Veranstaltung kommen wollen. Ich hatte vorher mal nach Karten geschaut. 80 Euro pro Person. Mit Essen und allen Getränken umsonst. Gut, für jemanden wie mich ist das natürlich ein fast nicht zu verachtendes Angebot. 80 Euro für ein paar Schluck Wasser. Warum nicht. Spaß beiseite, natürlich hab ich keine Karten gekauft. Auch wenn da viele Frauen sein mögen. Aber 80 Euro? Dafür kann ich 10 mal am Wochenende in den Club gehen, da hab ich mehr davon. Alkohol gibts bei mir eh nicht. Und auf so Massenfraß zum Essen hab ich auch keine Lust. Es war ja kein Lokal oder Restaurant, sondern eine Halle.

Jedenfalls war das Angebot von ihm: „Komm vorbei, ich hab einer Freundin am Einlass Bescheid gegeben, ihr könnt kostenlos rein.“

Ja, läuft bei Dir. Klasse. Danke. Socialgame hat auch was Gutes. Halt, ich hab nie behauptet, dass Socialgame nichts Gutes wäre. Es ist gut, sehr gut sogar. Eine Hand wäscht die andere. Und 160 Euro für zwei Personen nicht zu bezahlen hat auch was. Am Ende des Abends sind es bei mir dann drei Bitter Lemon geworden. Halt… und ein Red Bull.

Und als wir auf der Party waren, stellte ich fest… hoppla. Ich hab gar nicht die passenden Klamotten an. Oh wie ungünstig. Da war es dann schon 23 Uhr. Und ich sag zu meinem Kumpel: „Ich muss dringend nach Hause, mich umziehen. In den Klamotten fühle ich mich hier unwohl. In dicken Schuhen und mit Pulli kann ich nicht gamen!“

Das war natürlich etwas nervig, aber so haben wir es gemacht. Ab nach Hause zu mir und umziehen. Kurz vor 0 Uhr sind wir dann bei mir vor dem Haus und zünden einige Raketen. Geld gebe ich für so etwas nicht aus. Aber es lag eine ganze Packung auf dem Weg raus von der Party nach Hause mitten in einer kleinen Grünfläche. Was weiß ich wer die da abgelegt hat. Weit und breit kein Mensch. Gut, dann nehmen wir die eben mit. So umweltbewusst sind wir dann schon, dass wir kein Plastik in der Wiese herumliegen lassen.

Und um ca. 0:15 Uhr sind wir dann mit dem Auto zurück zur Party. Endlich in schönen Schuhen und mit einem schicken Hemd. So wie sich das gehört. 🙂

Der Abend ging gut los… 1 zu 1… 2 zu 2… Das 1 zu 1 war eine mega süße kleine Griechin. Irgendwie war sie von mir angetan, das merkte ich sofort. Sie zog mich durch den halben Club. Ich kam in Stimmung, noch bevor ich wirklich energetisch aufgeladen war. Aber sie sorgte dafür, dass ich aufgeladen wurde. Unglaublich, gebildet die Kleine. Zurückhaltend und doch offen, in einer gesunden Mischung. Ganz mein Geschmack. Eine Frau eben. Hübsch und süß. So kann man das sagen. Sie wollte aber unbedingt bei ihren Mädls bleiben und ich wollte nicht zuviel Zeit mit ihr verbringen, da ich merkte, dass der Abend noch zu früh war, um da weiter zu kommen. Also bin ich erst mal raus aus dem Gespräch und hab das nächste Set eröffnet. Ich war nicht so mega angetan durch das was sie sagte bzw. wie sie wirkte, aber sicherheitshalber kann man ja mal Nummern tauschen, dachte ich mir. Schließlich hatte sie schon etwas getrunken. Da sind Menschen manchmal anders, besser gesagt immer. 🙂

Und ab dann fiel der Vorhang. Es ging gar nichts mehr. Es gab nur noch Körbe. Und teilweise auch richtig miese und dämliche Körbe. Puh. Einmal wurde ich von einer offensichtlich eifersüchtigen neidischen kleinen Göre weggezogen, weil ich mich mit ihrer Schwester unterhalten hatte. Und wir Händchen hielten. Ich solle meine Finger von ihr lassen. Haha. Und was ich mir überhaupt einbilde, so alt wie ich schon sei. Ich musste lachen. Da waren nur ein paar Jahre zwischen uns, aber ich wurde von der Göre fast 15 Jahre älter geschätzt als ich bin. Holla die Waldfee. Was für ein Zeug hast Du den gesoffen? Wie auch immer, ich hab dann schnell eskaliert, weil solche Situationen anderenfalls tierisch Zeit kosten. Mit mir raus in einen ruhigeren Bereich wollte das Mädchen nicht, also wollte ich auch nicht länger im Set bleiben. Wenn nebendran das Monster wütet. Puh, nee danke.

Und so oder so ähnlich verlief der restliche Abend. Es wurde ein fulminantes Basketballspiel. 3 zu 2. 4 zu 2. 5 zu 2….. irgendwann stand es 15 zu 2. Nach den ersten beiden Treffern gab es noch 13 Körbe. Zwischendurch habe ich mich dann mit meinem Kumpel sogar minutenlang zurück gezogen. Einfach um wieder auf Null zu stellen und mit einem neuen Anlauf zu starten. Aber irgendwie wollte es nichts mehr werden, es blieb ein Basketballspiel. Ein schlechtes.

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Ich stelle abermals für mich fest: Je früher der Abend und je nüchterne die Menschen, desto besser ist mein Game. Je später der Abend, desto erfolgloser werde ich. Das beobachte ich nun schon seit etlichen Wochen. Daher gehe ich lieber in Bars als in Clubs. Eher früher als später. Merkwürdiges Phänomen. Aber so ist es wohl. Woran das liegt… hmm… ich weiß, dass ich mit meinem Charme punkte. Und mit meiner Gesprächsführung. Das geht im Club nicht. Da musst Du mit Energie und brachialer Gewalt in die Sets. Und das fällt mir nicht immer so leicht, vor allem das Brachiale ist überhaupt nicht meine Welt. Ich bin feinfühlig und einfühlsam. Das passt da einfach irgendwie nicht so rein.

Wie auch immer… Und als wir dann ein paar Stunden später gehen wollten… kam mir die süße Griechin von am Anfang an einer der Bars entgegen. Wir unterhielten uns abermals. Ein gutes Zeichen. Sie war genau wie ich nicht betrunken. Auch gut. Und sie ist nun erst mal eine Woche in Griechenland. Hm. Sonst hätte ich schon etwas für diese Woche vereinbart. Wenigstens hab ich am Ende des Abends nochmal mit einem lieben Menschen sprechen können. Die letzte Erinnerung bleibt ja oft noch am meisten hängen.

Und so nehme ich für mich aus dem diesmaligen Silvester 2 Nummern mit und 13 Körbe. Ein paar Raketen (auf die ich generell keine Lust habe!) und eine Erkältung. Guter Start ins Jahr. Prost.

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