Von der Kunst immer wieder aufzustehen

Gestern der Artikel war sehr tiefgründig und ließ einen detaillierten Einblick direkt in meine Herzens- und Gedankenwelt zu.
Aufgrund eines Ereignisses, das nichts anderes ist als ein Korb. Ein Korb wie viele andere Körbe auch.

Das Problem war nicht das Mädchen. Das Problem sind und waren nur meine Gedanken und mein Umgang mit ihrem Verhalten. Ihr Verhalten wurde zu meinem Verhalten. Oder anders gesagt: Ich reagierte zu sehr auf ihr Verhalten. Deshalb stand ich am Ende mir selbst im Weg. Meinen eigenen Gedanken im Weg.

Gestern habe ich in einem Buchladen – gibts tatsächlich noch (!) – ein Buch aufgeschlagen und eine Textzeile daraus sprang mir ins Auge. Es ging um die Beziehung zwischen Mann und Frau. Und ich habe da etwas ganz Elementares entdeckt:

„Wir wissen nicht, was andere Menschen denken oder fühlen, wir interpretieren ihr Verhalten und sind dann wegen unserer eigenen Gedanken beleidigt.“

Ich habe selten in einem Buch einen Satz gelesen, der so vieles mit so wenigen Worten so exakt beschreibt!

Was hat das also mit den Körben zu tun und mit der Kunst immer wieder aufzustehen?

Nun, jeder Korb einer Frau ist ein Korb einer Frau. Per se nicht weniger. Jedoch auch nicht mehr. Es ist EIN Korb EINER Frau. Punkt. Na und. Darüber nachzudenken lohnt sich nicht. Überhaupt nicht. Du wirst die Wahrheit für ihre Beweggründe niemals erfahren. Alles was Du beeinflussen kannst, ist die Zahl der Körbe bzw. damit einhergehend die Zahl der „Treffer“, um irgendwann den ganz großen Fang zu landen. Oder Dich fangen zu lassen. Also auch nur so eine Frage der Ansichtsweise. 😉

Gestern hagelte es Körbe. Was für ein Basketballspiel. 10 zu 0 ging der Tag aus. Irgendwann war es selbst mir dann genug. Nicht weil ich am Boden gewesen wäre, sondern weil es Kraft kostet. Das hab ich ja schon öfter geschrieben, dass es Kraft kostet. Und ich bin schon wieder echt happy darüber, dass ich gestern so Gas gegeben habe.

Nach dem 8 zu 0 war es mir eigentlich schon genug. Aber dann kamen mir eben noch im Laufe meines Rückweges nach Hause zwei Frauen entgegen. Das mache ich in letzter Zeit öfter, dass ich dann nochmal approache, obwohl ich keine Lust mehr habe. Es geht einfach darum sich trotz der inneren Einstellung aufzuraffen und weiter zu machen. Einfach immer weiter zu machen. Egal welche inneren oder äußeren Einflüsse vorherrschen mögen. Man muss es schaffen, dass sich Ergebnisse im Leben einstellen, auch ohne vorher wochenlang wie verrückt auf den einen speziellen Marathon trainiert zu haben. Man muss immer performen können. Zumindest auf einem ganz passablen Niveau. Aber die „guten Tage“, an denen man mit einem high-energy-level unterwegs ist, gibt es sowieso auch. Es ist daher eher die Kunst auch an den miesen Tagen Leistung abzuliefern. Und zwar Leistung unabhängig von den Resultaten.

Es darf keine Rolle spielen, ob es an einem Tag ein spontanes Date gab. Oder eine oder mehr Telefonnummern. Oder ob ein oder zwei feste Dates vereinbart wurden. Einfach ansprechen, ansprechen, ansprechen. Bis der Akku leer ist. Und dann gehen immer noch ein oder zwei Approaches, zumindest auf dem Rückweg.

Gestern war ich übrigens im Solarium. Vor ein paar Tagen war ich zum ersten Mal. Gestern zum zweiten Mal. Leichte Stufe. 13 und 15 Minuten. Und als ich am Abend zu Hause in den Spiegel sah, stellte ich fest, dass ich dunkler geworden bin. Ein lustiges Gefühl. Irgendwie gefällt mir das unter der Sonnenbank sein an sich auch. Es soll ja das Glückshormon Serotonin produzieren. Auch wenn ich auf der anderen Seite weiß, dass das für die Haut schädlich ist, was da im Solarium passiert. Klar ist aber auch, dass ein bisschen Bräune attraktiver ist, als farblich ein holländischer Lochkäse zu sein. Sorry nach Holland, aber Euer Käse ist echt hell. 😉
Zurück zu der Theorie, dass Solarium-Bräune schädlich für den Körper wäre. Und Hautkrebs verursachen würde. Ja, mag sein. Kann gut sein. Wahrscheinlich stimmt das sogar. Macht jedenfalls Sinn, es ist Kunstlicht. Und alles was künstlich auf uns einwirkt, kann per se eigentlich nicht gesund sein. Nur jetzt kommt ein entscheidender Aspekt, der dabei vergessen wird. Und ich stelle den mal nur als Hypothese dagegen, denn das wird leider immer allzu leicht vergessen:

Wenn die Solarium-Bräune ein Mosaiksteinchen auf meinem Weg zum Projektziel ist, dann kostet mich das vielleicht ein Stück meiner Gesundheit, möglicherweise bekomme ich dann (früher?) Hautkrebs. Der Gefahr bin ich mir total bewusst. Andererseits stellt kein Mensch den anderen Aspekt dagegen: Weiterhin monatelang bei Wind und Wetter draußen herum zu irren und sich einen Korb nach dem anderen abzuholen. Das kostet auch Energie. Und zwar richtig richtig dicke. Da frägt keiner. Das frägt sich selbst auch niemand, wenn er in einer ähnlichen Situation wäre wie ich.

Das soll jetzt nicht überdramatisiert dargestellt werden. Es ist nur ein bisschen Solarium-Bräune. Aber es ist eine Grundsatzfrage: Gebe ich in manchen Aspekten meines Lebens bewusst ein Stück meiner Gesundheit auf? Zum Beispiel auch wenn ich samstags bis spät Nachts draußen unterwegs bin und dann am nächsten Tag mit Kopfschmerzen aufwache, aufgrund des Schlafmangels. Gesund ist das sicher nicht! Aber was ist die Alternative? Zu Hause sitzen und Trübsal blasen? Was würde mich das kosten? Letztlich doch genauso ein Stück meiner Gesundheit.

Die selben Depressionen, die ich vor meinem Projekt über viele Monate bereits hatte. Nein danke. Nicht mehr. Dann geb ich lieber von hinten ein Stück meines Lebens ab und weiß, dass ich auf meinem Weg wenigstens immer tun konnte was zu dem jeweiligen Zeitpunkt gut war und mir Spaß gemacht hat. Anstatt dauer-gefrustet durch die Gegend zu laufen und alleine aufgrund dessen hinten heraus einige Lebensjahre zu verlieren.

Über Sonnenbänke macht man sich Sorgen. Über Alkoholkonsum auch. Aber über Depressionen und den damit einhergehenden Verlust der Lebensqualität und dann auch Lebensquantität macht man sich gemeinhin keine Gedanken.

Ob das nun so oder so richtig oder falsch ist, werden wir nie erfahren. Keiner von uns. Es sind Gedanken. Mehr nicht.

Alles was ich sagen kann:
Vorgestern war ich noch etwas down, aufgrund der Geschichte mit meinem letzten Date. Gestern habe ich schon nicht mal mehr Lust gehabt mit Anderen darüber zu sprechen. Auch wenn mich ein Kumpel und ein paar aus der Familie danach gefragt haben, was denn wohl geschehen sei, mit diesem einen Mädchen und mir. Ich hatte am folgenden Tag nicht mal mehr Lust darüber zu sprechen. Sehr gut so. Es ist keine Sekunde an weiteren Gedanken wert. Keine Sekunde.

Stattdessen mache ich mir Gedanken um die Kunst immer wieder aufzustehen, so wie es die Artikelüberschrift verrät. Wie gelingt mir das? Nach so einem Rückschlag (siehe Artikel gestern) wieder aufzustehen? Nun, ganz genau kann ich es nicht erklären. Gestern holte ich mir aber schon wieder 10 Körbe ab. Ich hab einfach weiter gemacht. Äußere Einflüsse dürfen keine Auswirkung auf das eigene Innere haben. Erst dann ist man frei. Frei VON außen. Frei FÜR innen.

2016-12-28.jpg

Vermutlich besteht die Kunst darin sich etwas vorgenommen zu haben. Ein Ziel. Und das Ziel hab ich fest im Blick und laufe darauf zu. Auch wenn ich weiß, dass ich dafür einmal durch die Wüste laufen muss. Und vielleicht am Ende vertrocknet ankomme. Oder auch unterwegs umkippe. Wer weiß das schon. Aber das Ziel ist da. Es ist präsent. Es ist klar und es ist am meisten mir selbst klar. Meine Familie weiß Bescheid, dass das mein einziger Fokus im Moment ist. Und dem ordne ich erstmal alles unter.

Jeder Gang vor die Haustüre ist ein potentieller nächster Approach.

Ihr müsst also vielleicht noch eine ganze Weile geduldig mit mir sein, liebe Familie. Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Ich hätte das ganze Ding auch schon gerne hinter mir. Aber es soll wohl noch nicht sein. Also mache ich weiter.

Die Kunst besteht darin immer weiter zu machen und sich selbst nicht beirren zu lassen. Einfach immer weiter Gas geben. Anstatt Gedanken für das warum und wieso zu verschwenden. MACHEN statt denken. MACHEN statt reden. MACHEN statt zweifeln.

Und wenn man wie gestern mit einem 10 zu 0 heim geht, dann kann man wahnsinnig stolz auf sich selbst sein. Dass man etwas 10 mal gemacht hat. Anstatt 10 mal zu hadern oder Ausflüchte zu finden.

Die Kunst immer wieder aufzustehen ist also nicht weniger als das Selbstverständnis ein Macher zu sein!