„Du bist ein Playboy!“

Eine kurze Anekdote vom Wochenende. Ich war wie – fast immer an den Wochenenden – zum Bar- und Clubgame draußen.

Und ich war in einer Bar, laute Musik. Viel los. Und sehe ein Mädchen, das mir zuzwinkert. Wir lächeln uns an. Nach einigem Augenkontakt gehe ich auf sie zu und unterhalte mich mit ihr. Sie war mit ihrer Freundin da und das ist immer eher schlecht als gut, denn das ist fast jedes Mal ein Störfaktor (Neid und Missgunst unter Frauen, oft auch mangelnde Fähigkeiten sich für 5 Minuten mit sich selbst zu beschäftigen). Jedenfalls sagte sie mir relativ forsch – was gar nicht zur bisherigen Konversation passte – dass ich mal wieder zu meinen Kumpels gehen solle, weil sie sich auch wieder um ihre Freundin kümmern werde.

„Um ihre Freundin kümmern“? Gibst Du dem kleinen Baby auch noch die Brust? Soll ich einen Schnuller besorgen?

Gut, sie hat von mir natürlich dann auch einen Spruch gepresst bekommen und ich bin abgezogen. Sie war aber auch wirklich nicht mein Typ, ich sah es als Spiel im Spiel an. Das ganze Ding ist nur ein Spiel, das echte Leben genauso wie Pickup. Und dieses Gespräch mit der Frau und alles weitere danach war für mich ein Spiel im Spiel.

Ein paar Minuten später unterhielt sie sich mit ihrer Freundin und… oh Wunder… mit einem anderen Typen. Relativ lange und angeregt.

„Ahja, okay“, dachte ich mir. Kann ich auch. Anlass für mich heute mal was neues auszuprobieren. Und fortan schaltete ich in den Turbo- und Hollywood-Modus. Ich band meine gesamte Umgebung in sämtliche Interaktionen ein. Ich fotografierte einen 8er Tisch mit Frauen. Bewegte mich im Raum recht auffällig hin und her. Versprühte gute Laune. Mache Bilder. Redete wieder mit den Frauen, stets abwechselnd. Und knippste für sie wieder Bilder. Und sprach dazwischen allerlei Frauen an, die an mir an einem schmalen Gang vorbei gingen. Ich wollte auffallen um jeden Preis und sehen was passiert. Und es passierte etwas Erstaunliches! Zum ersten Mal in meinem Leben ist mir das passiert, jedenfalls derart offen und direkt kommuniziert.

Ein Typ, größer als ich, kam die Treppen herauf und an einem schmalen Gang auf mich zu. Zugegeben sah er gut aus. Auch wenn ich nicht auf Männer stehe. Aber wirkte gepflegt, gut gekleidet und war schon sehr der Typ Schönling.
Im Vorbeigehen an mir sah er mich an und sagte: „Du bist ein Playboy!, zwinkerte mir dabei zu und lächelte mich an.

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Das ging so schnell, dass ich das kaum in der Sekunde wahrnehmen konnte. Da hab selbst ich einige Zeit gebraucht, um das zu realisieren. Das ist mir so noch nie in meinem Leben passiert. Ich war immer sehr zurückhaltend gegenüber Frauen. Früher in der Schule stand ich eher mit meinen Kumpels zusammen als mich mit Mädls zu unterhalten. Auf Frauen ging ich mein Leben lang nie aktiv zu. Wenn dann eher schüchtern. Nicht weil ich nicht damals schon gekonnt hätte – teilweise hab ich das auch gemacht – aber eher weil es nicht meinem Naturell entspricht.

Und dann bin ich heute in der Situation, dass mich ein wildfremder Mann „Playboy“ nennt.

Will ich wirklich ein Playboy sein? Um ehrlich zu sein… ein definitives Nein. Aber es ist scheinbar die einzige Möglichkeit auf dem Weg in eine feste Beziehung. Von Traumfrau spreche ich noch gar nicht.

Und an dem Abend ging es mir wirklich nur darum etwas Neues auszuprobieren und dem Mädchen von vorhin zu zeigen, dass auch wir Männer ganz einfach in Interaktionen mit Frauen kommen.

Übrigens: Von dem 8er Tisch mit den Frauen hab ich mir von der Hübschesten aus der Runde (sie war dennoch gerade mal eine 6) die Nummer geholt. Dazu gibts morgen einen Artikel. Ist eine ganz kurze Geschichte für sich alleine wert. 😉

Und was ist mit dem Mädchen vom Anfang meiner Story? Ich ging natürlich nicht mehr zu ihr hin. Fortan unterhielt ich mich mit allerlei anderen Frauen und mit meinen Freunden, es kamen nämlich noch welche dazu. Es war ein lustiger Abend. Es sprang nicht viel raus für mich, aber alleine dieser Artikel mit seinen Einzelheiten und Begebenheiten ist für mich „gut genug“. Definitiv. Es sind Meilensteine. Erste Male. Immer wieder.

Und immer wenn man denkt es geht nicht mehr, kommt von irgendwo eine neue Premiere her… Playboy… ich… tsssssss.

Das Mädchen habe ich also den restlichen Abend nicht mehr beachtet, wozu auch. Sie hat ihr Statement abgesetzt und ich daraufhin meines.

Einige Zeit später war ich mit meinen Freunden an der Bar beim Unterhalten und schon wieder in Lauerstellung, wen ich als nächstes ansprechen könnte. Auf einmal trifft mich irgend etwas sanft an meinem hinteren Oberschenkel. Vermutlich ein Tritt. Ich drehe mich um und sehe das Mädchen mit ihrer Freundin an mir vorbei laufen. Vermutlich war sie es. Sie lächelte, aber so schnell wie ich mich umgedreht hatte, war sie auch schon wieder weg und an mir vorbei.

Haha, genau. Das ist dieses oberflächliche Gebalze. Genau das, was mir als Mensch immer so widerstrebt. Wie die Hirschen. Die so lange schnaufen und grunzen und das Weibchen durch den Wald vor sich her treiben, bis sie erschöpft zusammenbricht. Und dann nimmt der Hirsch sie.
Mensch Leute. Das ist so nervig langweilig. Das ist etwas für platte, niveaulose und aufmerksamkeitssüchtige Menschen. Das ist doch nichts für einen Mann von Welt wie mich. :-)Ich mache diese ganzen Hampelmann-Geschichten doch nur, weil die Frauen mich nicht sein lassen können wie ich bin. Ehrlich, aufrichtig, geradlinig, humorvoll, empathisch, old-school Gentleman… achja… ich könnte ewig von mir weiter schwärmen… 😉
Aber ja, dann muss man sich wohl „einfach“ an die Welt anpassen. Chamäleon spielen. Gut.

Am Ende des Abends bzw. der Nacht stand sie draußen beim Rauchen. Prima, davon hätte ich doch ausgehen können. Dass die kleine Ziege raucht. Und sie stand wieder draußen mit dem Typen von vorhin.
Übrigens, jetzt wird es lustig: Den Typen kenne ich selbst auch, wir begrüßen uns stets per Handschlag. Hehe.

Und so geht meine kleine Geschichte zu Ende.
Moment, wo ist die Pointe?
Noch kurz Geduld, die kommt jetzt.

Ich gehe auf ihn und sie zu. Neben ihr war ihre Freundin von vorhin. Ich gebe ihm einen Handschlag und wünsche ihm einen schönen Abend. Dann sehe ich ihr kurz in die Augen und gebe ihr und ihrer Freundin einen Klapps an die Schulter und wünsche ihnen das Gleiche. Sie, das Mädchen, fest im Blick. Kein strenger Blick, wer bin ich denn. Nein, ein lächelnder, relativ gleichgültiger, ein relativ „ich hab Dich nicht nötig“-Mädchen-Blick.

Und inzwischen kann ich etwas besser Körpersprache lesen und einschätzen. Sie war geschockt. Ich sah es ihr an, ich sah es in ihren Augen. Sie war geschockt und enttäuscht. Weil ich sie den restlichen Abend nicht mehr beachtet und nicht nach ihrer Nummer gefragt habe, obwohl sie mir vorhin mit der Berührung zu verstehen gegeben hat, dass „das Spiel“ zwischen ihr und mir noch laufen würde.

Nein danke. Es ist Dein Spiel, Mädchen. Nicht meins.

Ich kenne meinen Marktwert. Inzwischen schon. Wieder!

PS: An den Klamotten eines Menschen kannst Du in aller Regel auf den Charakter schließen. Ich trage keine tiefen V-Ausschnitt-Playboy-Shirts. Ich trage keine Nietengürtel und Armbänder. Ich trage auch keine oberkrassen Gagster-Schuhe mit Kappe. Nein. Mit solchen Typen kann man solche Spiele spielen. Platt und pauschal von mir? Nein. Sicher nicht. Ich sehe das jedes Wochenende. Aber ich bin anders. Ich trage saubere Schuhe, bin farblich stets perfekt und gut gekleidet. Ich trage immer ein Hemd. Ich habe im Winter gerne einen langen Mantel an, insgesamt also ein klarer Business-Style.

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Ich gehe auf eine Frau in Business-Kleidung auch anders zu als auf ein Mädchen im Hoodie.
Wenn eine Frau also eins und eins zusammen zählen kann, dann sollte sie alleine dadurch schon darauf schließen können, dass ich kein kleines Kind bin und erst recht nicht auf Spielchen stehe. Bei mir gibt es die „Mann von Welt“-Attitüde. Wenn eine Frau (eher Mädchen!) damit nicht klar kommt, braucht sie mich umgekehrt auch nicht auf ihren Dornröschen-Kinderspielplatz mitnehmen. Nicht beim kennenlernen.
Kleider machen Leute, den Spruch kennt jeder. Aber verstanden hat ihn offenbar niemand.

PPS: Ich trage keine Sonnenbrillen. Und meine Mäntel sind noch etwas eleganter als auf dem Foto da oben, allerdings hab ich auf die Schnelle nichts besseres gefunden! 😉

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