Mal wieder ein Samstag Abend…

… der vor der Türe steht. Jetzt ist es gerade 13 Uhr. Gestern hatte ich Besuch zu Hause. Freunde waren da.

Es war schön, wir haben gelacht. Wir hatten Spaß. Wir haben natürlich auch Fifa gespielt. Wir haben gegessen und getrunken und uns unterhalten.

Und wenn es dann so ist, dass die Freunde wieder gehen… beschleicht mich das gleiche Gefühl wie nach meinen Day-, Bar- und Clubgame-Tagen, wenn ich davon zurück auf dem Heimweg bin. Man sitzt alleine im Wohnzimmer oder alleine in der Bahn. Und man denkt nach. Und grübelt. Denn es ändert sich nichts an der Situation der Leere um mich herum. Es sind kurze Betäubungen. Es macht Spaß, sonst würde ich das nicht tun. Weder mich mit Freunden zu treffen noch in der Stadt zu allen unsäglichen Zeiten, um Frauen anzusprechen und Frauen kennen zu lernen. Es macht Spaß. Nur am Ende ist bisher fast immer klar, dass der Tag alleine zu Ende geht. Dann gibt es nur zwei Dinge. Mich und das Ende des Tages, alleine.

Das ist kein Lamentieren. Das ist diesmal wirklich nur ein feststellen. Versprochen. Nur man darf zwischendurch auch mal daran denken wo man gerade steht. Und alles was ich bisher gewonnen habe, innerhalb meines Projekts, sind Erfahrungen. Mein Ziel erreicht habe ich nicht. Also bin ich irgendwo zwischen Anfang und Ende. Auf dem Weg. Und dabei habe ich Erfahrungen gemacht. Freilich welche, die mir auf dem weiteren Weg zum Ziel helfen werden. Nur muss man sich zwischendurch auch klar werden, dass man noch auf dem Weg ist. In keine Lethargie verfallen. Denn das ist die Gefahr. Dass man abruscht, weil das Ziel nicht näher zu rücken scheint. Auf diesem Gebiet kann das Ziel auch nie näher heran rücken. Aus einer Sicht heraus nicht, aus einer anderen vielleicht. Es gibt sicher Zwischenziele. Aber die habe ich alle erfüllt, aus meiner Sicht. Es gibt kaum mehr welche, die ich für mich gerne noch „erreichen möchte“. Innerhalb meines Pickup-Artist-Daseins. Es geht mir schließlich nicht um Zahlen. Was ich experimentieren wollte, habe ich experimentiert. Was ich unbedingt mal ausprobieren wollte, habe ich ausprobiert. Und erreicht. Meine ganz eigenen Zwischenziele.

Wenn man mich jetzt fragen würde: Was willst Du als nächsten Schritt erreichen? Dann könnte ich keinen direkt benennen. Ich fühle mich einfach so weit, dass ich sage: Es ist jetzt wieder gut. Nicht erst seit Beginn dieses Projektes. Sondern seit Beginn meines Single-Daseins. Es ist jetzt wirklich wieder gut. Jetzt darf auch mal wieder die Sonne scheinen.

Ich befürchte nur, dass mich meine Erlebnisse – vor dem Projekt – und nach dem Projekt so sehr geprägt haben, dass es passieren könnte, dass ich auch zu zweit keine Sonnenstrahlen mehr empfinde. Obwohl die Sonne scheint. Obwohl ich innerlich entspannter bin als jemals, obwohl ich mehr Ruhe und Kraft verspüre als jemals zuvor, so merke ich aber nach der langen stillen Zeit auch, dass es auch alleine „geht“. Es war ein Lernen durch Schmerzen. Es geht nicht nur, es musste und muss gehen. Man wurde oder hat sich dazu gezwungen. Und nun ist die Frage, was dann wohl passiert, wenn man einer Frau begegnet, die echtes Interesse hat. Kann man sie so sehr an sich heran lassen?

Ich hatte es in den letzten Monaten ein paar mal, dass mich Frauen fragten, auf dem zweiten Date oder später, warum ich so ruhig bleiben kann. Meistens ging irgend ein für die Frau ach-so-wichtiges-Ereignis voraus. Und ich blieb ruhig. Sie regten sich teils auf, teils waren sie gehemmt, teils waren sie erschrocken, teils überfordert. Wegen irgend einem Ereignis. Für mich nur irgend…ein…Ereignis. Für sie schien es die Welt zu sein. Aus meiner Perspektive gibt es nicht mehr viele Ereignisse, die mich ins Wanken bringen können. Es gibt ein paar elementare, klar. Aber es gibt keine kleinen Ereignisse mehr, die die Chance dazu hätten, mich nochmal umzuwerfen. Ich habe an unglaublicher mentaler Stärke gewonnen.
Früher habe ich Fußballmannschaften trainiert. Das mache ich aktuell nicht. Weil ich mich dazu nicht frei fühle, für inspirierende Tätigkeiten brauche ich ein sicheres Zuhause. Das fehlt mir im Moment. Da ist kein sicheres Zuhause. Es wäre jedoch spannend zu sehen wie sich meine mentale Kraft auf so einen Sport auswirken würde. Meine Mannschaften haben bei mir stets von zwei Dingen profitiert, einmal von der mentalen Stärke und einmal von den taktischen Fähigkeiten. Das sind beides Dinge, die einen hohen Intellekt erfordern. Emotionale Intelligenz für die mentale Stärke. Und logische Intelligenz für die Taktik.

Und während es nun 13:23 Uhr ist, denke ich über die Abendplanung nach. Heute gehts in einen Club. Nicht als Zwischenziel. Aber irgendwie kommt man nicht drum herum etwas zu tun, wenn ein Ergebnis heraus kommen soll. Der Club ist nicht der passendste Ort für mein Unterfangen. Aber es ist einer. Und so wie ich eigentlich nicht ins Clubs passe, weil das etwas für unglaublich oberflächliche Menschen ist, so kann es gerade auch dort passieren, dass zufällig auch eine Frau da ist, die ebenso wenig wie ich da rein passt. Und dann stelle ich mir das so vor, dass zwei Spotlights an gehen. Eines zeigt auf mich, eines auf sie. Zwei Blinde unter den Sehenden. Oder zwei Sehende unter den Blinden. Das wäre mir dann auch egal. Hauptsache zwei aus 49. Mit Superzahl.

2016-12-03.jpg