Review des Dates vom 29.11.2016

Gestern schrieb ich über das kurz bevor stehende Date von gestern (vgl. Date, die Zweite). Um 17:30 Uhr ging der Artikel online. Für 19:00 Uhr war das Date vereinbart. Um mich zwischendurch mal zu erkundigen, ob das Date noch zustande kommt, hab ich natürlich mal nachgefragt.
Das kommt normal mega-bedürftig rüber. Alá „ich will, ich will, ich will“. Nicht aber wenn Du einen kleinen Trick anwendest. Fachliteratur sei Dank. Man nehme sein Handy und tippe einige Stunden vor dem Date ein: „Hi, ist echt etwas stressig gerade in der Arbeit. Schaffe es evtl. nicht rechtzeitig. Können wir 19:15 Uhr machen? Sonst wird es mit der Bahn so knapp.“
19:15 Uhr anstatt 19:00 Uhr. Und wenn sie antwortet, dass das genauso okay ist, dann weißt Du relativ sicher, dass das Date zustande kommt. Jedenfalls wenn Du das wirklich erst ein paar Stunden vor dem Date machst. Dann ist nichts mehr mega Bedürftiges dran an der Sache und sie merkt nicht wirklich, dass Du eigentlich nur fragen wolltest: „Sagmal, da ihr Frauen ja mehr am Absagen seid, als am Zusagen… wollte ich nur fragen, ob Du auch so Eine bist, die nur etwas Aufmerksamkeit will, um dann abzusagen. Oder ob Du ein Mensch bist und mich immer noch sehen magst.“

Und innerlich dachte ich mir nur: „Wenn das heute was wird mit dem Date und wir uns tatsächlich treffen, dann bin ich echt mega froh. Endlich mal keine Absage. Der Bann ist gebrochen! Nach sechs Absagen in Folge!“ 😉

Die Minuten vergingen. Irgendwann war es 19:10 Uhr. Und dann hab ich sie kurz angerufen, wie vereinbart, um den genauen Treffpunkt auszumachen. Die Innenstadt ist groß, da übersieht man sich sonst leicht mal.
Ich fuhr die Rolltreppe hoch… Und tatsächlich. Da war sie. Unglaublich.

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Da war es wieder, dieses Rockstar-Gefühl. Dieser eine Rockstar-Moment. Endlich mal wieder. Ein Date das zustande kommt. Wahnsinn. Ich hab mich fast so gefühlt wie bei meinem ersten Date aus dem Daygame. Fast so. Wirklich. Nur dass ich den ganzen Tag kein Stück aufgeregt war, selbst auf dem Date nicht. Zu keiner Sekunde. Entwicklich sei Dank. Mensch Junge, wie weit Du doch gekommen bist. Das wird mir dann immer wieder erst klar, wenn ich wie heute merke mit welcher Leichtigkeit so ein Date durch läuft. Die Zeit vergeht wie im Flug. Plötzlich sind 3,5 Stunden vergangen. Das ist nicht wenig.

Natürlich mit Location-Wechsel. Wichtig. Nach Weißwein mit Pasta sind wir noch kurz auf einen Cappuccino bzw. Espresso in eine kleine italienische Bar gegangen. Wir hätten auch in die Kirche gehen können. Das spielt gar keine Rolle. Wichtig ist der Location-Wechsel. Je mehr desto besser.
Kurze Erklärung: Für den Verstand fühlt sich das dann so an als hätte man unglaublich viel zusammen unternommen. Als würde man sich bereits gut kennen. Da man ja wie selbstverständlich überall miteinander hingegangen ist. Nichts ist dann künstlich, alles sei im Fluss. Sagt der Verstand einem.
Dieses Phänomen machen sich selbst unsere Geheimdienste erfolgreich zunutze. Und das sind immerhin Beamte. Möchte man nicht meinen, dass die was drauf haben. Haben sie sicher auch nicht, aber sie können ein paar kleine Grundregeln befolgen. Und nur weil sie das dann nicht Approachen nennen, sondern kalte Aquise, ist immernoch Approachen drinnen. So wie bei einem Staubsaugervertreter. Simpler Trick mit oft großer Wirkung.

Und das war auch echt witzig, als wir bei einem Gläschen Weißwein und Pasta zusammen saßen und aßen. Witzig weil wir uns echt gut verstanden haben und auch witzig als sie sagte: „Als Du mich angesprochen hast, da fand ich das sehr mutig von Dir. Andererseits hast Du so souverän gewirkt, fast so als würdest Du das öfter machen.“
Ich musste dann innerlich schmunzeln. Äußerlich auch leicht.
Dann hat sie das sofort eingeschränkt: „Ja, naja, ich glaub ja jetzt nicht, dass Du das öfter machst. Aber Deine Ausstrahlung hat mich irgendwie dazu gebracht, dass ich Dir dann auch noch meine Nummer gab. Und ob Du das glaubst oder nicht, aber ich hab in meinem Leben noch nie meine Nummer einfach so her gegeben und dann so ein Date wie jetzt vereinbart.“
Und wieder musste ich innerlich schmunzeln. Und wieder auch leicht äußerlich.
Sie fuhr fort: „Naja, ich weiß ja jetzt nicht ob das hier ein Date ist oder nicht…“

Da bin ich sofort dazwischen gegrätscht und hab gesagt: „Na das will ich doch mal hoffen!“

Es ist übrigens tatsächlich so, dass Frauen selten im Leben „einfach so“ angesprochen werden. Es gibt diese billigen Standard-Dinger in der Disco. Wenn der Mann einige Bier intus hat und dann plump – frisch Mut angesoffen – die Frau anbaggert. Aber es gibt eben im Leben einer Frau höchstens ein, zwei oder drei mal so eine Situation wie ich sie eben kreiere. Charmant aber direkt eine Frau anzusprechen. Und sie nach einem Date zu fragen. Ein bisschen Smalltalk vorab vorausgesetzt versteht sich. Diesen Effekt versuche ich mir dabei eben zunutze zu machen. Anders zu sein als andere Männer. Mut zu zeigen. Alpha-Verhalten, kann man dazu auch sagen. Sagt die Fachliteratur. Alpha hin oder her. Ich mache einfach was ich will. Und wenn ich sie ansprechen will, dann tue ich das. Fertig.

Ansonsten lief auch der Rest wie geschmiert. Na gut. Fast wie geschmiert.
Denn.. oh Wunder… Achtung.. Trommelwirbel…
Wie sage ich immer? Meine treuen Leser wissen es sicher längst… 🙂
ES IST IMMER IRGENDWAS (Philosophischer Sonntag – Es ist immer irgendwas).

Natürlich! So auch diesmal. Wie könnte es anders sein.

Naja gut, also sagte sie relativ zu Beginn schon: „Weißt Du, ich hab mich gerade erst getrennt und das nimmt mich noch immer sehr mit. Ich kann nicht einfach in eine neue Beziehung springen. Das dauert jetzt bei mir sicher. Da will ich Dir gegenüber ganz ehrlich sein.“

Okay Madama, also erstens hat kein Mensch gesagt, dass wir sofort heiraten müssen. Wir können. Aber wir müssen nicht. Und zweitens wirst Du gegen Deine Gefühle sowieso nichts unternehmen können. Wenn Du Gefühle für mich aufbaust, dann kannst Du Dir vornehmen was Du willst. Hormone schlagen jeden plumpen Gedanken. Was ist schon ein Gedanke gegen ein Gefühl.

Für mich positiv ist an der Aussage in jedem Fall, dass sie sich gedanklich bereits damit auseinandergesetzt hat, dass es hier in Richtung Beziehung laufen könnte. Selbst wenn sie momentan noch „mitgenommen“ ist und beim Erzählen sogar nasse Augen bekommen hat. Aus eigener Erfahrung weiß ich aber, dass Frauen dann oft sehr offen sind für „Neues“. Das geht dann oft schneller als man denkt. Schwupp bekommt man sie. Oder schwupp ist sie weg an einen Anderen.

Ich sitze das locker aus. Kein Stress. Ihre Probleme sind nicht meine Probleme. Ich bin ich. Sie ist sie. Will sie weiter in der Vergangenheit leben, dann kann sie das tun. Oder in der Gegenwart ankommen und schleunigst merken, dass sie gerade die Chance ihres Lebens ums Eck laufen lassen würde.

Vor Monaten noch hätte ich mir da ins Hemd gemacht. Inzwischen sehe ich das völlig gelassen. Nicht gespielt. Sondern wirklich so. So hab ich ihr das auch gesagt, nämlich dass es letztlich egal ist was sie sich nun vor nimmt oder nicht. Wenn etwas im Fluss ist, dann wird es fließen. Und wenn nicht, dann bringt auch das „beste“ Vorhaben nichts. Also könnten wir das ganz entspannt sehen. Jedenfalls hab ich ihr klar gemacht, dass mich das nicht beeindruckt.

Aber Eines hab ich schon ganz deutlich artikuliert. Nämlich, dass ich nicht auf eine Freundschaft aus bin. Ich sagte, dass ich genug Freunde hätte. Und es mir darauf nicht ankommt. Das hat sie verstanden.

Kurz zu ihr: Sie gefiel mir tatsächlich, insgesamt. Im Gesamtpaket, wie man so schön sagt. Kommt selten vor. Optisch gefiel sie mir. Und charakterlich lag ich auf einer Wellenlänge mit ihr, die mich beeindruckt hat. Sie konnte mir folgen. Wow. Das hab ich selten. Sie konnte mir folgen. Und mir das Gefühl geben, dass sie mir auch folgen können möchte. Das hat etwas von „ich blicke zu Dir auf“. Das brauche ich nicht mehr. Mir reicht es völlig wenn wir auf Augenhöhe sind. Aber wenn es so sein sollte, dann ist es gut und okay.

Süß fand ich dann wie sie einzelne Themen angeschnitten hat. Und manchmal dazu sagte: „Falls Du Dich mal damit beschäftigen magst…“, gefolgt von dem jeweiligen Thema. Nur um ihr klar zu werden, dass ich ihr bei nahezu jedem einzelnen Thema voraus bin. Das war wirklich amüsant zu beobachten. Jetzt geh ich eh schon immer auf die Bremse. Wer will schon so etwas wie ein fleischgewordenes Wikipedia heiraten. Egal ob es um Fitness geht, um Tennis, um Meditation, um Politik, um Finanzen, um die Ansichten zum Job und zur Karriere, um das gemeinsame Verständnis von Werten in einer Beziehung und auch um Ernährung. Egal was das Thema war, sie merkte, dass ich nicht nur folgen konnte. Selbst als sie vom Thermomix erzählte.

Selbst da konnte ich – als Mann – mitreden. Da ich ja seit kurzem (leihweise) einen zu Hause habe. Da hat sie komisch geschaut. Tja Mädchen. So ist das. Es gibt Unterschiede. Wir mögen alle Männer sein. Aber es gibt definitiv Unterschiede. Und ihr Leuchten in den Augen, wenn ich ihr in die Jacke geholfen habe… oder ihre Sporttasche nahm, um sie zu tragen… dieses Leuchten macht den Unterschied. Für mich. Mir macht es eine Freude zu sehen, dass es ihr gut geht in meiner Nähe. Mehr will ich für den Moment gar nicht.

Ob das dann auch der Grund dafür war, dass sie gegen Ende hin sagte: „Es ist schon echt erstaunlich wie toll ich mich mit Dir unterhalten kann. Einfach so Smalltalk geht ja oft. Aber ich merke, dass wir uns wirklich verstehen.“

Ja. Ich kann Dir halt folgen. Vermutlich fast auf allen Gebieten. Hast Du ein Thema? Dann hab ich dazu wahrscheinlich schon zig Bücher gelesen und mich da tief eingegraben. Hast Du eine Sportart? Dann hab sie wahrscheinlich längst selbst ausprobiert. Hast Du Ansichten zum Thema Familie? Dann hab ich dazu wahrscheinlich nicht nur eine Meinung, sondern zu den einzelnen Problemen auch schon mögliche Lösungen, noch bevor die Probleme überhaupt erst entstehen können.

Die Geschichte mit dem (Ex-?)Freund steht da natürlich jetzt nicht gerade ideal im Raum für sie und mich. Sie wohne noch mit ihm, erzählte sie mir. Aber in zwei Wochen würde sie ausziehen. Sie habe Schluss gemacht.
Bin ich froh, dass ich mental eine völlige 180-Grad-Wendung gemacht habe vor über einem Jahr. Ich mache mir über solche Dinge keinerlei Gedanken mehr.
Da fällt mir noch etwas ein, das sie beim Essen gesagt hat. Ich hatte sie ja in einer 4er Gruppe angesprochen. Und als ich mich ihr mit meinem Namen vorstellte, lachten die anderen drei Frauen. Ich verstand nicht warum. Aber ich denke in diesen Momenten auch nicht mehr darüber nach warum. Da ich nichts dafür kann und auch nicht wissen kann wieso, ist es für mich egal.
Sie sagte also beim essen: „Du weißt doch noch wie meine drei Freundinnen gelacht haben, als Du Dich vorgestellt hast. Das war, weil Du den gleichen Vornamen hast wie er. Ich fand es nicht toll von den drei. Weil Du Dich bestimmt auch nicht so toll gefühlt hast. Du konntest ja nicht wissen warum. Aber ich fand es klasse, wie Du reagiert hast. Dich überhaupt nicht aus dem Konzept bringen hast lassen. Sondern ruhig geblieben bist und Dich weiter mit mir unterhalten hast, als wäre nichts gewesen.“
Solche Aussagen sind es, die mich riesig freuen. Sie zeigen mir, dass ich auf einem guten Weg zu mir selbst bin. Was interessiert mich das Gelächter der drei Frauen. Ich nehme so etwas nicht mehr persönlich. Ich konnte nicht wissen warum sie lachen, also brauche ich auch nicht darüber nachdenken. Es spielt keine Rolle. Für mich nicht. Nicht hier und nicht jetzt. Aber was für mich eine Rolle spielt ist, wenn ich erfahre, dass ich dadurch souveräner und stärker wirke, dass ich nun bin wie ich bin. Und im Wesentlichen habe ich das einem einzigen Mann zu verdanken. Eckhart Tolle. Und mir. Das sind Dinge, die man nur mit sich selbst ausmachen kann. Mentale Stärke. Ich merkte, dass sie beeindruckt ist von meiner Art. Und ich empfinde inzwischen so tiefe Freude an den kleinen Dingen im Leben. In dem Fall so große Freude daran, dass ich sie beeindrucken konnte. Nicht wegen mir, sondern für sie. Meine Freude resultiert daraus, dass ich ihr damit etwas geben konnte. Ein Strahlen.

Während dem Date hab ich echt auf alles Mögliche geachtet. Körperhaltung. Körpersprache. Ihr das Wasser nachschenken. In die Jacke helfen. Tasche abnehmen. All diese selbstverständlichen Dinge. Nur hab ich dann gemerkt, dass mir inzwischen wieder die Übung fehlt. Es gibt ein paar Themen, die ich auf einem Date ansprechen möchte. Das ist etwas ins Hintertreffen geraten. Weil es auch „so“ super harmoniert hat. Man muss dann keinen Themenkatalog durch gehen. Es hätte aber nicht geschadet. Wie mit dem Location-Wechsel. Es hätte nicht geschadet. Ich merke also, dass es gut ist, wenn ich wieder mehr Dates habe. Damit ich auch auf dem Gebiet mehr üben kann.

Nur beim Thermomix, da war sie mir definitiv voraus. Also bot sich doch auch nichts Besseres an, als dass sie nächste Woche zu mir kommt mir eine exklusive Thermox-Vorführung gibt. So war mein Vorschlag. Und den nahm sie ohne Zögern an.
Passt doch, so hab ich auch mal was wobei ich mit großen Augen folgen darf (!)… 😉

Fortsetzung folgt… vielleicht…