Von Kumpeln, die weniger sind als das

Freitag hatte ich angekündigt, dass es heute einen Rückblick auf das Wochenende geben wird.

Starten wir mit Freitag Nacht. Da ich sehr müde war, bin ich Freitag auch nicht um die Häuser gezogen. Ich war nach der Arbeit noch etwas draußen unterwegs, hab etwas gegessen. Aber das war es dann auch schon.

Und ich hatte Freitag vereinbart, dass ich mich am nächsten Tag – Samstag – mit einem Kumpel zum Daygamen treffen würde. Wenn er nicht absagt.
Er hat abgesagt. Wie die Frauen. 1 oder 2 Stunden vorher. Aber ich wäre nicht ich, wenn ich nicht längst damit vorher schon gerechnet hätte. Inzwischen weiß ich, dass Menschen nicht verlässlich sind. Die meisten nicht. Auf manche Kumpel kann man pfeifen, sie sind für mich etwas mehr wert als das kleine bisschen Schwarze, was man manchmal an handwerklichen Tagen unter den Fingernägeln hat. Kumpel kommen ein paar Millimeter vor Fremden (vgl. meinen damaligen Artikel Kumpel oder Freund). Dann kommt lange nichts. Und dann kommen meine Freunde. Zum Glück habe ich davon nur ein paar. Das reicht.

Natürlich war ich ihm nicht böse, denn ich hatte damit gerechnet. „Es ist immer irgendwas“ (vgl. meinen ständig gültigen Beitrag Philosophischer Sonntag – Es ist immer irgendwas). Es ist nur ein Kumpel. Also kann er jederzeit absagen. Und für mich war klar, dass ich mich dann trotzdem auf die Socken mache zum Approachen. Ich hatte mir 10 vorgenommen. 10 Körbe wollte ich haben. Da ich aber etwas geschludert habe und erst recht spät aus dem Haus bin, wurde es sehr früh dunkel. Und im Dunkeln approache ich nicht gerne, weil die Frauen dann Paranoia bekommen und völlig unzugänglich werden. Für gewöhnlich. Außer man ist in Passagen unterwegs, hab ich letztens schon mal geschrieben. Denn da ist es hell.
Nun gut, gestartet habe ich mit einem 1 zu 0. Yes. Ein Korb für mich. Danke. Und beendet habe ich den Tag mit einem 2 zu 1. Yes. Kein Korb für mich. Ich hab sie in einem Kaufhaus entdeckt. Etwas unscheinbar. Viele würden wahrscheinlich sagen, dass sie nicht gerade etwas Besonderes ist. Für mich schon. Sie sah unglaublich natürlich aus. Ein Mensch. Das mag ich.
Und zu meiner großen Freude ist sie keine Deutsche. Endlich mal. Endlich mal etwas Ausländisches. In diesem Fall Osteuropa. Ausländische Frauen waren bisher kaum zugänglich, die sind nach meiner bisherigen Erfahrung oft extrem verschlossen, wenn es „ernst“ wurde. Endlich mal etwas Neues. Deutsche Frauen sind für mich wie der Gin. Mal mit und mal ohne Tonic. Immer Gin Tonic geht auch nicht. Besonders wenn ich für gewöhnlich keinen Alkohol trinke. Endlich mal was Neues. Anderer Charakter, andere Art, andere Art zu sprechen. Ich mag es, wenn Frauen einen leichten Akzent haben. Das macht menschlich.

Wir hatten Spaß. Wir haben gelacht und uns amüsiert. Und wir haben Nummern getauscht. Bisher gingen zwei Nachrichten hin und her. Nichts Weltbewegendes. Sie stellte aber von Anfang an im Gespräch viele Fragen. Auch später in ihren Nachrichten. Und sie ist und war sehr aufmerksam.
Du magst nicht die auffälligsten Klamotten an gehabt haben. Du magst nicht die unglaublichste Schminke aufgetragen haben. Du magst nicht die teuerste Kleidung getragen haben. Aber Du hattest in dem Moment Deinen Stil. Vor allem in Deiner Ausstrahlung. Und auch wenn ich zwei mal überlegen musste, ob ich Dich anspreche oder nicht… Du hattest etwas an Dir, das mich dazu bewogen hat es zu tun.

Längst habe ich kein Problem mehr mit dem Ansprechen. Es geht nie darum ob. Es geht nur noch darum wie. Spontanität trainieren muss ich auch nicht mehr extra. Es läuft nebenbei. Zwei mal bin ich hin und her gelaufen und hab sie mir angesehen. Irgendwie hab ich abgewogen. Zu schlicht war ihre Kleidung, als dass ich sie aber nicht alleine dafür ansprechen müsste. Das Gegenteil einer versnobten Ziege. Mäh.

Du bist natürlich. Du lächselst. Du hörst zu. Du bist klug. Du hast Charme und Ausstrahlung. Du bist dezent und zurückhaltend. Du hast einfühlungsvermögen und bist dennoch neugierig.

Ich find Dich süß.

The Story continues… maybe. Or maybe not. Who knows.

Am Abend wollte ich dann eigentlich in einen Club gehen. Ein anderer Kumpel hatte ich mich gefragt. Ein Kumpel, der mich schon 5 mal gefragt hat, ob ich etwas mit ihm mache. Und die ersten drei mal hab ich zugesagt und gewartet bzw. mich nach ihm gerichtet. Die letzten beiden „Dates“ nicht mehr, da hab ich zugesagt, in dem – fast – sicheren Wissen, dass er Dank seiner unglaublichen heißen-Luft-durch-die-Gegend-Pusterei sowieso nicht am Treffpunkt erscheinen wird.
Und bin meinerseits auch gar nicht mit der Absicht mich wirklich mit ihm zu treffen auf seine Vorschläge eingegangen. Das ist aber lustig. Man schreibt sich über ein paar Stunden verteilt, dass man sich trifft. Wann und wo. Und beide sagen einander zu. Und je näher der Termin rückt, desto sicherer kann ich auf mein Handy schauen, um zu warten wann seine Ausreden kommen. Oder auch mal gar keine und er taucht „einfach so“ nicht auf. Deswegen sage ich bei seinen Vorschlägen inzwischen immer direkt zu. Und mache stattdessen etwas Anderes. So wie Samstag, da hab ich einen Familienbesuch abgehalten. Das ist mir allemale mehr wert, viel mehr. 🙂
So etwas nennt man Kumpelschaft. Keine Freundschaft. Beide tun so, als wenn sie einander mögen würden.

Das Leben ist lustig.

Und als es spät wurde, dann bin ich nach Hause gefahren und hab auf dem Weg einen – Achtung (!) – Freund angerufen. Und spontan ausgemacht, dass wir gleich Fifa 17 spielen. Ja, auch ich spiele Playstation. Ein bisschen Kind darf man sein und bleiben. Und Fifa 17 ist aus meiner Sicht das Beste Fifa aller Zeiten. Der Vorgänger war hingegen vielleicht das Schlechteste aller Zeiten. Zeiten ändern sich. Zum Glück.

2016-11-29

Deshalb bleiben Kumpels Kumpels.
Und manche Freunde sind für mich wie meine Brüder. Gell Jung! 😉

PS: Natürlich rechne ich nicht damit, dass wir uns treffen. Das Mädchen und ich. Auch wenn sie von sich aus einen Besuch des Weihnachtsmarktes vorgeschlagen hat. Warum erwähne ich das hier extra? 🙂
Damit niemand meint, dass es mich treffen würde, wenn sie absagt.
Inzwischen bin ich es gewöhnt. Nach sechs Absagen in Folge, von sechs Frauen. Und nun auch noch die Absage eines Kumpels am Samstag zum Daygamen. Im Moment sagt alles ab was zwei Beine hat. Warum sagt mir eigentlich nicht mein Chef für die Woche ab… dann könnte ich wenigstens zu Hause bleiben. Wenn schon alle absagen, dann könnten es wenigstens mal „die Richtigen“ tun.

Und witzigerweise ist mir momentan dennoch nicht langweilig. Es gibt so unendlich viel zu tun und langsam sprießen meine Ideen wieder. Wie früher, vor Jahren. Da wusste ich gar nicht was ich zuerst machen sollte. Da hatte ich immer auf alles Lust. Jetzt ist es fast wieder genauso.

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